Als ich heute Morgen von meinem Frankreichurlaub zurückgekommen bin und mir meine Überschrift hier einmal etwas genauer angeschaut habe, hat mich ja fast der Schlag getroffen!
Ich habe meinen kleinen typisch deutschen Umstellungsfehler jetzt aber korrigiert,hoffe, kein Franzose oder französisch sprechender fühlt sich jetzt meinetwegen auf den Schlips getreten und wünsche viel Spaß beim nächsten Chapter das ja lange hat auf sich warten lassen !
Der Brief
Soundtrack: Apocalyptica - Until It Sleeps
Leise hörte er seine Mutter den Gang entlang schleichen…ihre Silhouette zeigte eine schlanke Gestalt das Kinn hoch erhoben, die Schultern straff, die Spitze Nase wurde
durch das Licht des Kronleuchters merkwürdig über die weise Seidentapete gestreckt.
Draco beobachtete dieses Schauspiel das ihm sich hinter dem Türspalt bot von seinem Bett aus unbeteiligt.
Seit einer gefühlten halben Stunde schon wirbelte er seinen Zauberstab durch die Finger.
Einige Male entglitt er ihm und landete in wilden Umdrehungen auf dem Laken, von wo er ihn jedes Mal wieder aufhob und unaufhörlich weitertrainierte bis er schließlich selbst regulieren konnte, wann sein Stab aufhörte, sich zu drehen, und wann er wieder begann.
Er hatte ihn ursprünglich nur gezückt, um den Brief zu entflammen, der sich scheinbar ewig erstreckte und wie ein zerknitterter und zerrissener Fußabtreter vor seinem Bett auf dem dunklen Holzboden ausgerollt lag.
Sie hatte das Pergament mit unendlich vielen verklecksten Herzchen „geschmückt"
und darin in ewigen Monologen von ihren Ferien bei Tante Hellivary und ihrem hässlichen Cousin Tod geschrieben und davon, wie sehr sie es vermisste
„deine wächserne Haut zu berühren, die so zart und süß unter meinen Fingern vibriert, wenn du mich nimmst!".
Am liebsten hätte er seinen Mageninhalt über dem Brief entleert.
Vibrieren? Es gab nur ein Körperteil, das vibrierte wenn er ein Mädchen nahm und da Pansy als ein solches nur gerade mal so durchging hatte er einfach auf aristokratischen Anstand plädiert, damit sie dieses ganz besondere Körperteil nicht auch noch anfasste.
Pansy hatte die Vorstellung, Dracos Eltern könnten hinter das unzüchtige Verhalten kommen und sie auf alle Ewigkeit verschmähen spannend gefunden, und doch hatte sie getan, was ihr „Freund" von ihr Verlangte oder viel eher NICHT von ihr Verlangte.
Besonders schlimm, diesmal jedoch auf eine andere Weise, war der Abschnitt gewesen, indem sie auf die Inhaftierung seines Vaters gekommen war:
„Mein Liebling ich weis, du bist am Boden zerstört und doch bitte ich dich, nicht aufzugeben. Bitte halte deinen schönen Kopf oben du kannst es schaffen deine Frau steht an deiner Seite,
sie liebt dich! Du wirst die hässlichen Schikanen die über deine Familie hereingebrochen sind aushalten, du wirst stark sein. Vertrau mir."
Nein! Nein bei seiner Mutter! Er war nicht stark. Er war kein dämlicher Löwe der das Heldenhafte überstehen von Situationen wie diesen zu seiner undankbaren Lebensaufgabe gemacht hatte. Ein Malfoy befiehlt! Ein Malfoy gehört nach oben! Und ein Malfoy verdiente es nicht, wie der Dreck der Gemeinschaft behandelt zu werden!
Ein Malfoy verdiente es nicht, Gringottsverließe aufgeben und Rennbesen hergeben zu müssen!
Ein Malfoy, Draco Malfoy, hatte das gleiche Recht auf ein normales Leben wie jeder andere auch.
Er erhob sich vom Bett, nahm den Brief in die Linke und knüllte ihn in einer Hand zusammen. Die Rechte hielt seinen Zauberstab mit dem er nun endlich auf das
Papier zielte doch etwas in ihm stockte von neuem.
Er war hier in einem Zaubererhaus. Das bedeutete, das Ministerium würde zwar erfahren
DASS hier ein Entflammungszauber gewirkt wurde,
es würde jedoch kaum dahinter kommen von WEM er gewirkt wurde damit war sein Vorhaben nahezu ungefährlich….
Andererseits waren sie schließlich nicht irgendein Zaubererhaus.
Sie waren die Malfoys, und sie wurden beobachtet. Daran gab es keinen Zweifel.
Die Untersuchungen die für Vaters Prozess vollzogen wurden waren zwar schon längst beendet (sein Vater hatte alle Schwarzmagischen Artefakte so gut versteckt, dass nicht einmal er oder seine Mutter wussten wo alles gelagert wer oder, falls sie das eine oder andere doch wussten, wie man daran gelangen konnte), doch seine Mutter war nur auf Bewährung draußen
und auch er selbst war ebenfalls sehr knapp davongekommen!
Sie hatten die meisten Anti-Spion-Flüche von ihrem Haus nehmen müssen ins besondere
diejenigen, die damals dafür gesorgt hatten, dass man ihnen keinen einzigen schwarzmagischen Fluch in ihrem Manor hatte nachweisen können.
Ein Inflammare war kein Verbotener oder Schwarzmagischer Zauber, dennoch wollte er nichts tun, womit er die Sicherheit seiner Mutter vor Askaban gefährden konnte.
Sie selbst hatte ihm gegenüber kalt verkündet, dass Vorsicht zu walten war im Umgang mit dem Ministerium doch niemals Respekt vor der feigen Gesellschaft, die seinen Vater hatte hinter Gitter bringen lassen und von der es nur noch eine Frage der Zeit war, bis
sie vom Dunklen Lord endgültig bereinigt werden würde.
Draco drückte den unangenehm großen, unförmigen Papierball nun mit beiden Handballen zusammen und war ihn in den silber-grünen Mülleimer, der mit gewinnender Stimme ein „10 Punkte für Slytherin!!!!", verkünden ließ.
Er warf sich wieder Bäuchlings aufs Bett, umklammerte das Kissen mit beiden Händen und drückte seine linke Wange an den Seidenbezug damit er nur noch die Wand zu sehen bekam.
Ja, der Dunkle Lord würde die Zauberergesellschaft bereinigen.
Daran zweifelte er nicht. Schlammblüter, Blutsverräter, Halbmenschen und Griffindors
würden sich unter der Erde wiederfinden – wenn sie Glück hatten – und fortan gäbe es nur noch Seinesgleichen in den Straßen zu bewundern….Seinesgleichen…
Wer zählte sich eigentlich alles zu Seinesgleichen?
Die Reinblütigen?
Pansy Parkinson war auch Reinblütig! Doch um zu Seinesgleichen zu zählen war das einfach nicht ausreichend.
Seine Freunde? Welche würden zu Seinesgleichen zählen? Und wer waren denn überhaupt seine Freunde?
So viele Fragen auf die er keine Antwort erwarten konnte jetzt, da der Einzige, der es wissen musste, draußen im Meer verschmorte.
Er musste zurückkehren….er musste einfach! Doch warum ließ der dunkle Lord sich so viel Zeit? Warum ließ man ehrbare reinblütige Menschen wie seinen Vater verschmoren?
Er verstand es nicht. Und seine Mutter verstand es genauso wenig.
Niemand Verstand es. Also gab es wohl auch keine Erklärung.
Dieser stinkende Potter.
Was hatte er sich dabei gedacht, seinen Vater anzugeben.
Draco hatte ihn schon des Öfteren heimlich jammern hören, wie sehr er seine Eltern vermisste, wie schwer seine Kindheit bei den Dussels oder wie auch immer seine Muggelersatzfamilie nun hieß gewesen war wie konnte er es sich dann herausnehmen, andere Familien so achtlos auseinander zu reißen und über die Kindheit ANDERER Menschen bestimmen!?
Zugegeben, er selbst hatte ihn vielleicht nicht unbedingt jammern hören…a-aber er hatte es über andere Wege erfahren!
Von Slytherins.
Aber irgendwie lag es ja auf der Hand…dachte dieser hässliche Wuschelkopf etwa er, Draco, seie mit Bilnd- und Kaltheit gestraft worden?
Diesem trotteligen Dummlöwen war scheinbar ALLES egal was ihn selbst nicht betraf und –
doch ein laut klirrendes Pochen an der Fensterscheibe, welches sich von dem leisen trommeln rhythmisch abhob, unterbrach seine Gedanken….
So! Das wärs dann wieder fürs erste…tut mir leid das dieser Abschnitt durch den Urlaub doch etwas lange gedauert hat, ich freue mich trotzdem auf jegliche Reviews oder auch über Froschläge, wie es weitergehen könnte/sollte….bis zum nächsten Chapter das bestimmt etwas schneller kommt.
