Ach, so nebenbei noch mal ein, zwei kleine Hinweise: in dieser Geschichte sind Elrond, Frodo, Gandalf etc. nicht nach Valinor gesegelt und zur Schriftweise: „in der allgemeinen Sprache" ‚Gedanken, falls sie irgendwann einmal vorkommen sollten' Elbisch
Erstens kommt es anders, zweitens als man denkt Kapitel 2 – Von Pferden, Feuermenschen und aufdringlichen, kleinen Elbinnen„Wer seid Ihr? Und was wollt Ihr hier?", fragte eine männliche Stimme aus nicht allzu großer Entfernung.
Erschrocken wirbelte Robin herum und starrte den Mann an, der auf einem majestätischen Schimmel saß und auf sie hinabblickte. Er befand sich ungefähr in zehn Metern Entfernung, viel zu nah, wie es Robin vorkam.
„Ich... ich heiße Robin u... und ich b... bin nur durch einen Zufall hierher gelangt", stotterte sie und stand von dem Stein auf, wo sie die ganze Zeit gesessen hatte.
„Zufälle gibt es in einer Zeit wie dieser keine!", meinte der Blonde darauf nur und stieg von seinem Pferd ab. Er musterte sie kritisch. Unter seinem Blick wurde Robin unangenehm. Es war fast so, als würde er durch sie hindurch sehen – und sie hasste solche Röntgenblicke. „Ihr seid eine Elbe, warum also fürchtet Ihr Euch?", fragte er.
„Ich fürchte mich, weil ich noch nie in meinem Leben an diesem Ort gewesen bin und niemanden in dieser Welt kenne!", platzte es aus Robin heraus, die diesen Mann vor ihr immer weniger leiden konnte.
„Wie kann das sein?", fragte der Mann und überlegte es sich gleich darauf anders. „Nein, erklärt es mir nicht jetzt! Ihr könnt es mir später erzählen, sobald wir in Bruchtal sind. Dort ist es sicherer!", sagte er und winkte sie zu sich. „Kommt! Ich nehme Euch mit auf mein Pferd."
„Was?" Wenn es etwas gab, das sie noch mehr hasste als Röntgenblicke, dann waren es Pferde. Nein, das stimmte nicht ganz. Sie hatte einfach nur Angst vor diesen Tieren. Sicher, sie waren auf eine gewisse Art und Weise faszinieren, aber dennoch ängstigend.
Doch anscheinend hatte der Mann ihren eher gehauchten, als wirklich ausgesprochenen Kommentar nicht gehört und stieg wieder auf sein Pferd. „Nun kommt schon, oder wollt Ihr, dass die Feuermenschen auf uns aufmerksam werden?", fragte er. Mit einer schnellen, kaum sichtbaren Bewegung zog er Robin vor sich auf sein Pferd – im Damensitz versteht sich. Robin seufzte in Gedanken frustriert auf. Erst landete sie in Mittelerde, dann stellte sie fest, dass sie eine Elbe war und nun dies hier. Irgendwann war selbst ihr Verdrängungsvermögen überlastet.
Gerade als sie sich halbwegs mit ihrer Situation abgefunden hatte, nämlich dass sie im Damensitz auf einem Pferd saß und keinerlei Kontrolle über die Situation besaß, in der sie sich gerade befand, kam eine neue Komponente hinzu – und zwar von hinten an sie herangeprescht.
„Ihr erwähntet etwas von Feuermenschen... kann es sein, dass wir gerade von einem solchen verfolgt werden?", fragte sie fast schon scheinheilig.
Der Elb – sie hatte mittlerweile seine spitzen Ohren bemerkt – warf einen kurzen Blick über die Schulter und trieb dann sein Pferd zu Höchstleistungen an. „Noro lim, Asfaloth! Noro lim!" Sofort galoppierte das Pferd viel schneller den Weg entlang, den anscheinend nur es und sein Reiter sehen konnten. Robin sah nur Bäume und Sträucher, durch die sie sich wahllos einen Weg bahnten und durch die der Feuermensch ihnen ohne Probleme folgte, bis er an etwas Unsichtbaren abprallte.
Sie wollte gerade den Elben fragen, wie so etwas passieren konnte, doch dieser hatte ihre Frage anscheinend schon vorrausgeahnt. „Wir befinden uns nun in der unmittelbaren Umgebung zu Bruchtal. Hier wirken die guten Kräfte, die in Imladris wohnen. Die Feuermenschen können nicht bis hierher durchdringen."
Robin nickte verstehend und wandte sich wieder nach vorne, wo sich ihr ein Anblick bot, der ihr den Atem verschlug. Vor ihr lag Bruchtal, oder Imladris, wie es die Elben nannten, in seiner ganzen Pracht. Es sah in Wirklichkeit viel schöner, atemberaubender und vor allen Dingen elbischer aus als im Film.
„Ihr scheint wirklich nicht von hier zu kommen, nach Eurer Reaktion zu urteilen", stellte der Elb fest und bekam als Antwort nicht mehr als ein abwesendes Nicken von Robin. Sie war viel zu sehr damit beschäftigt die Schönheit, nein eher die Natürlichkeit von Bruchtal zu bewundern.
Sie ritten über eine schmale, steinerne Brücke, die sie auf einen Platz, direkt vor Elronds Haus führte, wo auch schon der Hausherr wartete und sie begrüßte. Glorfindel, schön, dass du zurück bist, ich habe schon gedacht, du wärst einem dieser Feuermenschen begegnet! Aber sag, wen hast du mitgebracht?
Glorfindel antwortete ihm, während er Robin von seinem Pferd half. Sie heißt Robin. Ich habe sie an der Bruinenfurt aufgegriffen. Sie behauptet, sie wüsste nicht, wie sie dorthin gekommen ist.
Elrond bedachte Robin mit einem nachdenklichen Blick. Nun, das kann sie uns ja später erzählen. Sie scheint kein Sindarin zu verstehen.
Glorfindel nickte. Ja, das ist mir auch schon aufgefallen.
Robin verstand währenddessen immer weniger. Verwirrt sah sie abwechselnd von Glorfindel zu Elrond und wieder zurück. Was beredeten die beiden da so wichtiges, das sie nicht mitbekommen sollte?
Dann wandte sich Elrond an sie. „Es ist mir eine Ehre Euch in Bruchtal willkommen heißen zu dürfen, Robin. Ich werde Euch ein Zimmer geben lassen, damit ihr Euch frisch machen könnt. Später können wir uns dann darüber unterhalten, wie Ihr an die Furt gelangt seid." Auf einen kleinen Wink hin seinerseits traten zwei Elben aus dem Haus. Einer von beiden nahm Glorfindel sein Pferd ab und der andere führte Robin auf Elronds Befehl hin zu einem Gästezimmer.
Robin kam indessen nicht mehr aus dem Staunen heraus. Von außen hatte Elronds Haus, nein, es war eher ein Palast, schon beeindruckend auf sie gewirkt, aber als sie nun durch diese heiligen Hallen schritt, wurde ihr leicht mulmig zu mute. Es hatte etwas Unwirkliches an sich. Es sah viel zu... perfekt aus.
Alles war in hellen Farben gehalten und strahlte auf eine gewisse Art und Weise, doch es blendete nicht. An jeder Wand befand sich ein Gemälde, dass in seiner Fertigkeit und Ausdrucksweise jedes Bild übertraf, das sie bisher gesehen hatte. Und das waren nicht wenige, immerhin wohnte ihre Tante in München, wo es drei Pinakotheken gab. (1)
Und ihr Zimmer... als sie den Raum betrat, dachte sie zuerst, der Elb hätte sich in der Tür geirrte. So ein Zimmer wie dieses konnte unmöglich ein Gästezimmer sein. Doch als der Elb mit einer leichten Verbeugung aus dem Zimmer ging, war klar, dass sie sich geirrt hatte. Es war tatsächlich ein Gästezimmer.
Es war genau wie der Rest des Hauses in hellen Farben gehalten und hatte die selbe großzügige Architektur. Der Hauptraum war ungefähr so groß wie ihre ganze, mickrige Studentenwohnung, allerdings nicht annähernd so vollgestopft. Neben einem Schrank, einer Kommode und einem Schreibtisch befand sich auch noch ein Bett in diesem Raum, das aussah, als wäre es für drei Personen geschreinert worden und nicht für eine. Nun, ihr sollte es Recht sein. Mit einem leisen, fröhlichen Quietschen warf sie sich ins Bett und verschwand fast in den Kissen.
Sie wäre wahrscheinlich noch Stunden so liegen geblieben und hätte über Gott und die Welt nachgedacht, aber ein Klopfen an der Tür riss sie aus ihren Gedanken.
„Entschuldigt, bitte, aber man hat mich geschickt um Ihnen beim Baden behilflich zu sein!", ertönte die Stimme einer Elbin durch die Tür. Robin runzelte die Stirn. Sie wollte ihr beim Baden behilflich sein? Das konnte sie gleich vergessen. Sie badete seit ihrem fünften Lebensjahr alleine und darauf war sie stolz. Sie war längst aus dem Alter heraus, wo man ihr beim Baden hatte helfen müssen.
Robin stand auf und ging zur Tür um sie zu öffnen. Vor ihr stand eine junge Elbin, falls man das Wort „jung" bei ihnen überhaupt verwenden durfte. Sie war eins Stück kleiner als Robin, was schon an ein Weltwunder grenzte. Immer hin war sie selbst nur 1,65 Meter groß, also sieben Zentimeter zu klein. (2)
„Mein Name ist Laireloth", stellte sie sich vor. „Man hat mich geschickt um Euch beim Baden behilflich zu sein."
„Ja, das habe ich mittlerweile mitbekommen, aber danke, ich brauche keine Hilfe." Innerlich klopfte sich Robin auf die Schulter. Das war kurz und knapp aber nicht unhöflich gewesen.
Doch die Elbin schien nicht sonderlich begeistert von Robins Antwort zu sein. „Aber..."
Bevor sie weiter sprechen konnte, redete ihr Robin dazwischen. „Ich brauche wirklich keine Hilfe, danke", sagte sie, während sie die Tür schloss und schließlich den Schlüssel umdrehte. Das war jetzt doch etwas unhöflich gewesen, aber das war ihr egal. Sie hatte sich wenigstens etwas Mühe gegeben, aber da die Elbin ihr nicht zugehört hatte... Sie zuckte mit den Schultern und ignorierte gekonnt das Klopfen an der Tür. Erst jetzt nahm sie die Tür am anderen Ende des Raumes wahr, die zum Bad führen musste.
Nach einem kurzen Blick an sich herunter entschied Robin, dass ihr ein ausgiebiges Bad nur gut tun konnte. Immerhin hatte sie am Morgen keine Zeit gehabt sich zu duschen.
Ende Kapitel 2Pinakotheken Bildersammlungen
Bei den Angaben weiß ich nicht genau, ob sie stimmen, ich kann mich nur noch dunkel an den Arztbesuch erinnern, als es um das Thema ging. Ich bin eine Meisterin im Verdrängen.
So, ich hab's geschafft. Das nächste Kapitel dürfte so in den nächsten zwei, drei Tagen kommen, bis dahin will ich mindestens drei neue Reviews, ja?
