Zögernd stand sie eine Woche später vor der Tür, das dunkle Holz vor sich mit Zweifel ansehend. Ihr Vater hatte auf ihre Aussage hin, dass Draco Malfoy der wohl schwerst einzuschätzende Mensch war, den sie bisher getroffen hatte, nur dünn gelächelt, ein diffuser Ausdruck von Trauer in seinen Augen, und leicht genickt. Sie hatte daraufhin geschwiegen, seltsam betroffen von seiner Stille, und nicht mehr von dem Blonden gesprochen.

Als sie ihren älteren Bruder Albus bei seinem letzten Besuch – er ging derzeit auf die Magical Law School in Edinburgh, um sich als Anwalt ausbilden zu lassen, und war nur noch selten zu Hause – dann auf Scorpius angesprochen hatte, hatte ein feiner Hauch Röte seine Wangen überzogen, ehe er leise aufgelacht und sich am Kopf gekratzt hatte. „Wir kennen uns von der Schule", hatte er ausweichend geantwortet, woraufhin ihm sein Vater über den Tisch einen forschenden Blick zugeworfen hatte und James, ihr anderer Bruder, das Thema elegant auf die anstehende Hochzeit von Teddy Lupin gelenkt hatte. Albus schien irgendwie erleichtert, hatte den restlichen Abend weder ihren Vater noch sie richtig angesehen, und war am nächsten Tag ziemlich früh wieder abgereist.

James hatte ihr dann nur kurz erklärt, dass jeder seine Geheimnisse hatte – er, Albus, ihr Vater sowie sie sicherlich auch – und dass man zu gegebener Zeit vielleicht darüber sprechen würde. Sie hatte genickt, sich aber gleichzeitig wieder so gefühlt wie schon zu Kindertagen: Sie als fünftes Rad am Wagen, dass nicht in den eingeweihten Kreis eindringen konnte, den die Männer ihrer Familie, und im speziellen ihre Brüder, bildeten. Inzwischen hatte sie geglaubt, dass sich daran etwas geändert hatte, aber anscheinend gab es immernoch Dinge, die die beiden nur einander erzählen konnten. Es überraschte sie selbst fast ein wenig, wie sehr sie diese Tatsache verletzte.

Ihre Hand hob sich zum Klopfen, doch kurz, bevor ihre Knöchel das Holz berühren konnten, wurde die Tür auch schon geöffnet und Scorpius stand vor ihr, dieses Mal in eine dunkle Jeans gekleidet, die sehr passender Weise durch einen Gürtel mit einem Skorpion als Schnalle gehalten wurde, nebst einem weißen T-Shirt, über das eine Lederjacke geworfen war. Er hielt einen Motorradhelm in der Hand und blinzelte verwirrt, als er sie sah. Dann lächelte er breit und zog sie herein, die Tür hinter sich zu fallen lassend.

„Da bist du also", sagte er mit einem Hauch von Anerkennung, und sie konnte nur nicken. Er wirkte auf sie wie eine Vision von Dracos früherem Selbst, einem wilderen, rebellischeren Selbst, welches er sich selbst nie gestattet hatte, zu sein, und sie war selbst ein wenig erstaunt darüber, dass er trotz all der Ähnlichkeit zu seinem Vater längst nicht so attraktiv auf sie wirkte wie der Ältere. Vielleicht stehe ich auf ältere Männer, schoss es ihr sarkastisch durch den Kopf, während Scorpius die Hand hob und auf einen Gang deutete.

„Er wartet in der Bibliothek", wies er sie dann an, „dritte Tür auf der rechten Seite."

Wieder nickte sie nur stumm, woraufhin er mit den Schultern zuckte und dann nach draußen verschwand. Sie sah ihm kurz hinterher, holte dann tief Luft und machte sich auf den Weg. Ihre Schuhe hallten laut auf den Dielen nach und sie widerstand nur schwerlich dem Drang, auf Zehenspitzen zu gehen, ehe sie schließlich an der richtigen Tür ankam und sanft anklopfte.

„Herein", ertönte es von drinnen, und der Klang seiner Stimme selbst durch das Holz hindurch ließ einen Schauer über ihren Rücken laufen. Sie unterdrückte das Gefühl und stieß die Tür auf. Er sah von dem Buch auf, in dem er gerade gelesen hatte, und stand auf. Irgendwie wirkte er größer als beim letzten Mal.

„Miss Potter", sagte er förmlich und deutete auf einen kleinen Sessel, „darf ich Ihnen etwas anbieten? Kaffee? Tee? Kuchen?"

Sie blinzelte, einen Augenblick lang nicht sicher, wie sie mit seiner ausgesuchten Höflichkeit umzugehen hatte. „Tee, bitte", sagte sie dann, und er nickte kurz und schnippte in die Finger, woraufhin ein Hauself erschien, der sich formvollendet in seine Richtung verbeugte und sie schlichtweg ignorierte. „Einen Tee für die junge Dame bitte, Pollart", wies Draco ihn an, „und für mich ein Wasser." Der Hauself verschwand mit einem leisen „Plop", und sie nahm auf dem ihr angewiesenen Sessel Platz.

„Sind Sie überrascht, mich zu sehen?" fragte sie dann, um die unangenehme Stille zu durchbrechen, die sich zwischen ihnen auszubreiten drohte, und er lächelte kurz, ein echtes, warmes Lächeln, dass ihr einen kleinen Stromstoß durch die Adern zu schicken schien.

„Nein. Wieso sollte ich?" fragte er zurück, und sie zuckte mit den Schultern und schälte sich aus ihrer leichten Sommerjacke.

„Ihr Sohn hätte wohl nicht damit gerechnet", meinte sie dann, und er schnaubte bloß und lehnte sich entspannt zurück. Seine Rechte glättete kurz sein Hemd, und sie folgte unbewusst der kleinen Bewegung über seinen Oberkörper.

„Mein Sohn ist kein großer Menschenkenner", erwiderte er knapp. Sie legte den Kopf schief.

„Und Sie schon?"

Er lächelte wieder, und dieses Mal blitzten seine Augen auf. Sie erinnerte sich unwillkürlich wieder an den Kommentar Scorpius. Eine Mischung aus Kobra und Python… „Sicher. Ich bin Todesser, oder nicht?"

Sie blickte betreten zu Boden, und sein Lächeln verbreiterte sich. „Außerdem ähneln Sie Ihrem Vater."

Ihr Kopf schnellte hoch und sie runzelte leicht die Stirn. „Meinem Vater?"

Er kräuselte die Lippen und verschränkte die Arme vor sich. „Sie wissen schon, der Kerl mit der unordentlichen Frisur, der Sie nach Ferienende immer zum Gleis 9 ¾ bringt. Brille. Ziemlich auffällige Narbe auf der Stirn."

Sie ignorierte seinen Sarkasmus und beugte sich etwas in ihrem Stuhl vor. „Ich dachte, Sie würden meinen Vater nicht kennen!"

Er blinzelte, und als sie wieder in seine Augen sehen konnte, hatte sich das Grau verdüstert. „Hat er das gesagt?"

„Nein", antwortete sie wahrheitsgemäß und rutschte wieder zurück, durch den unerwarteten Ausdruck von Ärger in seinem Gesicht eingeschüchtert, „er redet nicht über Sie. Außerdem waren Sie sein Rivale in der Schule. Und Sie waren Todesser. Also dachte ich…"

Er sah zur Seite und seine Lider senkten sich kurz. „Es stimmt. Ich kenne ihn nicht." Er klang angestrengt, und sie hatte das ungute Gefühl, ihn irgendwie beleidigt zu haben. „Aber es ist recht einfach zu erkennen, dass etwas von seinem Kampfgeist in Sie übergegangen sein muss."

„Ach ja?" machte sie schwach, und er lächelte ihr aufmunternd zu, fast so, als wolle er sich für sein harsches Verhalten von zuvor entschuldigen.

„Kaum jemand hätte sich mit einem Anliegen wie dem Ihren zu mir getraut", meinte er dann. „Es mag Ihnen vielleicht nicht klar sein, aber ich gelte allgemeinhin unter Zauberern als die Aussaat des Bösen."

Ein kurzes Lächeln flackerte über ihre Züge. „So schlimm sind Sie nicht."

Er lachte leise und warf ihr einen anerkennenden Blick zu. „Sie kennen mich noch nicht besonders lange."

„Sie sind nicht der Einzige mit Menschenkenntnis", konterte sie mit einem Funkeln in den Augen, und er lachte wieder, dieses Mal echter. Ein Triumphgefühl durchschoss sie, dass sie dieses kleine Wunder hatte vollbringen können.

„Da haben Sie wohl Recht", erwiderte er dann, und sie konnte fast hören, wie er in Gedanken anhing: „… aber das haben Sie nicht von Ihrem Vater." Es stand fast überdeutlich in seinem Gesicht, und sie war kurz versucht, ihn danach zu fragen, als der Hauself erneut vor ihnen erschien, ihm sein Wasser reichte und ihren Tee auf einem kleinen Beistelltischchen abstellte, ehe er wieder mit einem leisen Ploppen verschwand. Wie selbstverständlich beugte sich nun Draco vor und tat ihr zwei Stückchen Kandis in die Tasse sowie einen Schuss Milch, ehe er sich wieder zurücklehnte und an seinem Wasser nippte. Sie starrte ihn perplex an.

„Woher wissen Sie das?"

Er runzelte leicht die Stirn, und sie fügte erklärend an: „Wie ich meinen Tee trinke?"

„Oh", meinte er nur und zuckte gedankenverloren mit den Schultern, „ich nahm bloß an, dass Sie ihn genauso wie Ihr Vater trinken."

Nun war es an ihr, die Stirn zu runzeln, und sie sah ihn prüfend an. „Woher wissen Sie soviel über ihn?"

Für einen Moment sah er fast ertappt aus, dann jedoch wandte er ihr so gelangweilt den Blick zu, dass sie sich kurz fragte, ob sie sich den Ausdruck vorher nur eingebildet hatte. „Wie er seinen Tee trinkt, ist nicht unbedingt ein sonderliches Geheimnis. Vor allem für jemandem, der sieben Jahre – oder eigentlich eher sechs – mit ihm zur Schule gegangen ist und ihn tagtäglich beim Frühstück sah."

„Sie haben ihn beim Frühstück beobachtet?" schlussfolgerte sie prompt und hätte sich im gleichen Moment am liebsten auf die Zunge gebissen. Noch etwas Dümmeres hätte sie wohl kaum fragen können.

„Ich bin ein Slytherin, Miss Potter. Es mag nicht Ihrem Weltbild entsprechen, aber so sind wir nun mal. Wir beobachten. Und Menschen, die wir als gefährlich erachten, beobachten wir noch genauer", erwiderte er lapidar, und ein Teil ihrer Spannung schwand wieder. Anscheinend fühlte er sich durch ihre unbedachte Äußerung nicht beleidigt, was sie eigentlich schon fast wieder verwunderte. In ihr keimte dumpf die Frage auf, ob sie für ihn wohl auch als beobachtungswürdig eingestuft werden würde – und ob sie sich darüber freuen oder ärgern würde.

„Aber sollten wir nicht eigentlich über etwas Anderes sprechen?" fragte er dann, und sie hob leicht konfus den Kopf.

„Hmm?" machte sie verwirrt, und er kräuselte seine Lippen in einer Mischung aus Amüsiertheit und Spott.

„Nicht, dass ich das Gespräch über Ihren Vater nicht genieße, aber Sie haben doch einen anderen Grund für Ihren Besuch?" fragte er wieder, und sie errötete schlagartig. Für einen kurzen Moment hatte sie sich durch das Gespräch – oder eher durch die undurchschaubare Persönlichkeit Draco Malfoys – völlig ablenken lassen und gänzlich vergessen, warum sie eigentlich da war.

„Oh", machte sie daher und schnappte sich ihre Tasche, um ihre Notizen zu Tage zu fördern, „richtig." Sie räusperte sich, sortierte kurz ihre Blätter und versuchte erfolglos, ihren Herzschlag unter Kontrolle zu bringen.

„Nun, Mr Malfoy…", setzte sie an, nur um sofort von einem spielerischen „Ja, Miss Potter?" von Draco unterbrochen zu werden, woraufhin sie ihm einen leicht strafenden Blick zuwarf, den er mit einem jungenhaften Lächeln konterte. Die Röte, die gerade abgeflaut war, kehrte wieder mit voller Kraft zurück und sie trat sich innerlich selbst dafür, dass sie hart gegen den Wunsch ankämpfen musste, die Befragung nicht sausen zu lassen und anstatt dessen genüßlich weiter mit diesem Mann Tee zu trinken.

Sie räusperte sich erneut und leckte sich nervös über ihre Lippen. „Haben Sie es je bereut, ein Todesser geworden zu sein?" begann sie dann schließlich und sah weiterhin angestrengt auf ihre Notizen, um sich schon einmal mental auf die nächste Frage vorzubereiten. Erst, als die Stille sich unendlich auszustrecken schien, hob sie den Kopf und begegnete so dem forschenden Blick Dracos, der in ihren grünen Augen nach irgendetwas zu suchen schien. Nur schwerlich widerstand sie dem Drang, schnell wieder wegzusehen, und hielt trotzig den Kopf hoch.

„Zu den damaligen Umständen hatte ich kaum eine Wahl", erwiderte er schließlich, und sie nickte. Sie hatte natürlich davon gehört, was dem Blonden angedroht worden war, und hatte erhlich gesagt keine Ahnung, wie sie in seiner Lage gehandelt hätte. Allerdings war das kaum eine Antwort auf ihre Frage.

„Ich weiß", sagte sie daher ruhig und bemühte sich, die gleiche Ruhe auch innerlich zu bewahren, „aber danach habe ich nicht gefragt."

Er hob sacht eine Braue und sein unheimlicher Blick intensivierte sich. Es war, als sähe er sie zum ersten Mal richtig, und sie unterdrückte nur mit Mühe den Drang, sich unwohl auf ihrem Sessel zu winden. Stattdessen trank sie einen Schluck ihres Tees und registrierte dumpf den exotischen und angenehmen Geschmack fremdländischer Früchte. Der Tee hatte etwas beruhigendes, und sie entspannte sich leicht.

„Ich hatte keine Zeit, zu bereuen", sagte er dann und nippte seinerseits wieder an seinem Wasser, „während des Krieges habe ich mich gezwungen, nicht darüber nachzudenken, um nicht wahnsinnig zu werden, und hinterher hatte ich genug damit zu tun, das Bißchen was von dem Reichtum und Ruhm meiner Familie übrig geblieben war, wiederherzustellen."

Wieder nickte sie und dachte kurz daran, was sie aus jener Zeit über die Geschichte der Malfoys wusste.

Nach dem Krieg wurden die Konten der Malfoys fast bis auf die letzte Goldmünze geleert, als Buße für ihre Taten als Todesser. Narcissa und Lucius wurden für 10 Jahre ihre magischen Kräfte entzogen und alle Titel wurden ihnen aberkannt. Sie verließen daraufhin das Land, um bei Verwandten zu bleiben.

Draco wurde relativ milde bestraft – er durfte seine Kräfte zum Teil behalten, wurde jedoch für 10 Jahre unter Bewährung gestellt. In magischen Kreisen bedeutete dies, dass es kaum eine Bewegung gab, die nicht von Dutzenden Auroren über zig Überwachungssysteme verfolgt wurden – etwas Demütigenderes konnte sie sich kaum vorstellen, aber er war und blieb nun einmal ein Straftäter. Während dieser Zeit hatte er allerdings nicht nur da gesessen und die wenigen verbleibenden Schätze der Malfoys verprasst, sondern hatte hart gearbeitet – als Tränkemeister. Diese Kunst verschwand damals gerade in den Untiefen der Modernisierung, doch Draco Malfoy stellte sich als so talentiert und ehrgeizig heraus, dass seine Tränke noch wirkungsvoller waren als alles bisher da gewesene. Langsam stellte sich sein Reichtum wieder her, die Schulden schwanden, und seine Bewährungsstrafe wurde schon nach 4 Jahren von ihm genommen. Er arbeitete unermüdlich weiter und baute ein richtiggehendes Imperium auf. Das Misstrauen gegen ihn schwand nie, vor allem, da auch das Brauen von Tränken noch immer unter eine der eher als dunkel anzusiedelnden Künste gehandelt wurde, aber man konnte kaum etwas dagegen sagen, dass er wie ein Phönix aus der Asche wieder zu altem Ruhm aufgestiegen war. Er kaufte seinen Eltern ihr Haus zurück, baute sich selbst ein schlossartiges Anwesen im Süden Wales, und heiratete mit 24 Jahren eine Eleonora Johnson. Ein Jahr später wurde Scorpius geboren. Über den Rest war wenig bekannt, mal davon abgesehen, dass die Ehe nach 14 Jahren geschieden wurde, allem Anschein nach in gegenseitigem Einverständnis. Seitdem bemühten sich wohl hübsche Frauen im ganzen Land um die Gunst des gutaussehenden, mysteriösen Millionärs, aber niemand schien wirklich an ihn heran zu kommen. Mit leichtem Schwindel stellte sie fest, dass sie womöglich die erste Frau war, die sich seit langer Zeit schon zum zweiten Mal mit dem Blonden traf.

„Ich habe davon gehört", sagte sie langsam und holte tief Luft, „aber das ist auch keine Antwort auf meine Frage."

Er blinzelte und lächelte leicht. „Sie sind wirklich hartnäckig", meinte er dann, und sie zuckte bloß mit den Schultern. Er seufzte leise und sah aus dem Fenster. „Ja, ich habe es bereut", antwortete er endlich und schloss kurz seine Augen, ehe er sich wieder zu ihr umwandte und sie ansah, das Grau seiner Augen zu einem durchdringenden Silber erhellt, „aber vermutlich nicht aus den Gründen, die sie vermuten würden." Er leerte sein Glas als hätte er plötzlich eine trockene Kehle und stand unvermittelt auf. „Und nun muss ich Sie leider bitten, zu gehen", erlärte er fest und hielt ihr die Hand hin, um ihr aus dem Sessel zu helfen, „ich habe noch zu tun."

„Was? Schon?" fragte sie perplex, über die Welle der Enttäuschung, die sich durchflutete, und die nicht einzig daher rührte, dass sie das Interview nicht beendet hatte, selbst ein wenig erstaunt, „aber ich habe noch so viele Fragen…"

„Ich weiß", schnitt er ihr kurz das Wort ab, „nächstes Mal."

Sie lächelte unwillkürlich und ließ sich von ihm aufhelfen, erneut über das Gefühl erstaunt, dass eine solch simple Berührung wie ihre Handflächen aufeinander in ihr auslösen konnte, und zog dann ihre Jacke an. „Wann?"

„Übermorgen, gleiche Zeit", erwiderte er, ein kleines Lächeln auf den Lippen, als würde er sich darüber lustig machen, mit wie viel Elan sie an diese Aufgabe heranging. Sie überging dieses Lächeln und drückte kurz seine Hand in ihrer, das Gefühl noch eine Sekunde länger als unbedingt nötig auskostend.

„Ich werde da sein", versprach sie, und für einen kurzen Moment flackerte Trauer in seinem Blick auf.

„Ich weiß", antwortete er, und sie hätte schwören können, dass seine Hand etwas kühler wurde. Er führte sie hinaus, die Hand sanft auf ihren Rücken legend, und sie fühlte sich als würde sich sein Abdruck durch die Stofflagen auf ihre Haut brennen.

XXX

„Da bist du ja", begrüßte ihr Vater sie lächelnd, als er in das Wohnzimmer trat und seine Tasche achtlos auf den Boden neben der Wand fallen ließ, „na, wie war dein Tag?"

Sie kuschelte sich tiefer in die Polster des Sofas und lächelte wie eine Katze, die gerade ein Töpfchen Sahne ausgeschleckt hat. „Sehr schön", antwortete sie dann, und er zog fragend seine Augenbrauen hoch. Sie musste lachen, von einer plötzlichen Albernheit erfüllt.

„Ich war heute wieder bei ihm. Draco. Draco Malfoy", sagte sie dann, und er sackte mehr als dass er sich setzte in den Sessel ihr gegenüber.

„Ach", machte er nur, und sie nickte begeistert.

„Ich habe ihn gefragt, ob er es bereut hat. Todesser zu sein, meine ich", erzählte sie weiter, und er nickte nur, sein Teint plötzlich von einem ungesunden Grau. Sie bemerkte es nicht.

„Er hat erst nicht richtig geantwortet, aber schließlich hat er gesagt, dass er es tut. Dass er es bereut. Aber aus anderen Gründen, als ich denken würde. Merkwürdig, oder?"

Er hob den Blick und wirkte plötzlich älter als je zuvor. Sie runzelte die Stirn. „Alles in Ordnung, Dad?"

„Sicher", erwiderte er und lächelte gezwungen, „ich hatte nur einen harten Tag."

„Oh", sagte sie besorgt und stand auf, „soll ich dir einen Tee machen?"

Er blinzelte ein paar Mal und sah dann an ihr vorbei auf die Standuhr hinter ihr. „Nein, Liebes, ist schon gut. Ich… ich muss noch einmal kurz weg, ok? Kannst du das Essen schon mal vorbereiten?"

Sie runzelte leicht die Stirn, nickte dann aber, sich an die Mahnung ihres älteren Bruders erinnernd. Wir haben alle unsere Geheimnisse, du, ich, Dad und Albus auch…

Er lächelte ihr dankbar zu, schnappte sich seinen Zauberstab und apparierte sich weg.

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So, weiter geht es. Ich hab jetzt endlich rausgefunden, wie ich Linux-Software auch in der Uni hochladen kann, und deswegen geht es hier jetzt auch mal weiter. Danke für die vielen lieben Reviews, hat mich echt gefreut! Schön zu wissen, dass da draußen tatsächlich noch Leser meiner seltsamen Fanfics existieren! XD

Fühlt euch dankbar gedrückt!

Informationen über restliche Schreibfortschritte wie immer im Livejournal!