Disclaimer: Die TV Serie "Die Maske" (Human Target) und ihre Charaktere gehören den Machern der Serie und nicht mir!
AN: Das Treffen mit dem Klienten steht an! Dinge werden besprochen, erste Informationen eingeholt und Chris stellt sofort klar, wie ernst er seinen außergewöhnlichen Job nimmt ... Es ist seine Mission und es gelten nur seine Regeln! Viel Spass beim Lesen! Eure Vanessa
Die Frau ließ durch einen Knopfdruck im untersten Deck die Rampe herausfahren und wartete bis der blank geputzte Stahl den Boden berührt hatte. Dann trat sie mit ihren halbhohen schwarzen Schuhen über die, mit schwarzem Gummi überzogene Rampe auf die Wiese.
Da es die letzten Tage hier in Chicago wie aus Eimern geregnet hatte, blieb Page kurzerhand mit einem Absatz in der matschigen Wiese stecken. Verärgert balancierte sie sich kurz aus, warf dann dem Stück Wiese einen tödlichen Blick zu und zog den Schuh vorsichtig heraus.
„Mist, verdammter," fluchte sie leise und sah dann gerade aus.
Der alte, schwarze RangeRover stand einige Meter entfernt, außer Spannweite des Jets und an der Fahrertür lehnte ein schwarzhaariger, schlanker Mann in Chris' Alter. Er hatte die Arme vor der Brust verschränkt und starrte skeptisch zu Libby hinüber, die vorsichtig einen Fuß vor den anderen setzte, um nicht noch mal in der weichen Erde zu versinken.
Als sie ohne Zwischenfälle am Auto an kam, streckte sie dem Klienten grinsend die rechte Hand entgegen und stellte sich vor. „Mr. York? … Libby Page! Wir hatten telefoniert!"
York ergriff ihre Hand und lächelte ebenfalls. „Miss Page, schön sie kennen zu lernen. Und vielen Dank, dass sie sich meinem Fall annehmen. Ich-"
Die Brünette warf einen Blick die Rampe hinauf. „Das können wir alles gleich besprechen, Mr. York! Mein Boss wartet auf sie!"
Thomas nickte, schloss den Wagen ab, nahm den schwarzen Koffer vom Autodach und folgte dann der Frau die Stahlrampe hinauf in das Innere der BlackWing. Als sie im Unterdeck und in der Garage standen, wo alle Autos und Motorräder untergebracht waren, drückte Libby auf einen Knopf und die Luke schloss sich mit einem monotonen Geräusch und rastete ein.
„Wow, das ist einfach ungblaublich," bestaunte Thomas die Fahrzeuge und blieb dann vor Chris' schwarzem Sportwagen stehen, der am hintersten Ende der Reihe stand. Er sah Libby an. „Mit der menschlichen Zielscheibe lässt sich scheinbar viel Geld machen. Hätte ich das mal früher gewusst."
Chris weiblicher Kommunikationsoffizier überhörte den Kommentar des Mannes höflich und stieg vor ihm die Wendeltreppe hinauf. York folgte ihr schnell.
Auf Deck Eins angekommen, standen sie direkt in dem großen Hauptraum. Thomas hatte immer noch den Mund offen und sah sich erstaunt nach allen Seiten um. In der modernen Kochnische stand Jeff und hatte eine silberne Kaffeetasse in der Hand.
Auf der anderen Seite auf einem der Sofas sass Connor, der es nicht mehr geschafft hatte, sich umzuziehen und betrachtete den neuen Klienten seines Vaters etwas finster. Philo, der Maskenbildner, der wieder mal ein außergewöhnliches Hemd und schwarze Hosen trug, stand hinter dem Sofa und hatte die Arme vor der Brust verschränkt. Er hatte einen etwas netteren Gesichtsausdruck drauf als Connor, zu mindest dachte York das ...
„Beeindruckend nicht wahr," erklang plötzlich eine Stimme hinter ihm.
Thomas drehte sich erstaunt um und sah einen schwarzhaarigen Mann hinter einem Schreibtisch sitzen. Er hatte die Hände auf der Tischplatte gefaltet und sah lächelnd zu ihm herüber. Thomas hatte ihn nicht bemerkt … Chris stand auf und kam zu seinem neuen Klienten herüber. Libby lächelte und stellte die beiden Männer vor. „Thomas York … Christopher Chance!"
Der Waffenschieber öffnete erstaunt den Mund. „Die menschliche Zielscheibe! Ich kann das immer noch nicht glauben. Danke, dass sie mir helfen wollen, Mr. Chance!"
Chris nickte und wies mit der Hand auf das freie rote Ledersofa. „Setzen wir uns!"
York nahm Platz, Chance setzte sich auf das Sofa gegenüber von seinem Klienten neben seinen Sohn. Jeff Carlyle kratzte sich seinen gepflegten Bart, kam dann hinüber und blieb wie ein Bodyguard hinter Chris stehen. Der Chef des Teams stellte ihm kurz alle Anwesenden vor.
„Wollen sie einen Kaffee," fragte Libby dann und York bejahte.
Die junge Frau füllte eine der Tassen und reichte sie dann an den Waffenschieber weiter, der sie dankend entgegen nahm. Connor nahm die dünne Akte von Tisch, schlug sie auf und überflog sie kurz. Thomas krallte sich etwas nervös an der Kaffeetasse fest und nahm dann einen Schluck. Chris warf kurz einen Blick in die kleine Runde und bemerkte, dass sein Jüngster noch gar nicht da war …
„Mr. York," begann Chris dann doch das Briefing, auch wenn Nick noch fehlte.
Doch er machte sich eine gedankliche Notiz ihm nachher ordentlich die Meinung zu sagen. Zu spät zu einer Einsatzbesprechung zu kommen, das gab es hier eigentlich nicht. Schon gar nicht, wenn ein neuer Klient anwesend war, der einen guten Eindruck bekommen sollte! Chris warf einen Blick auf den schwarzen Koffer, der zu Thomas Füßen stand.
„Sie haben alle Unterlagen dabei, um die ich sie gebeten habe?"
„Ähm, ja," gab er zurück und setzte die Tasse auf dem Tisch ab, dann nahm er den Koffer legte ihn vor sich auf den Tisch und öffnete ihn.
Er drehte ihn einmal herum und schob ihn über die schwarze Platte zu Chris hinüber. Connor ließ die Akte sinken und spähte in den Koffer hinein, aus dem sein Vater jetzt ein Fotoalbum nahm. Er schlug es auf und begutachtete die Fotografien von Yorks Familie.
„Eine Tochter, Marie, 10 Jahre," sagte Thomas und starrte auf das Album, während Chris blätterte. „Meine Frau heisst Stephanie."
Chance nickte und legte das Album zurück. „Gut!"
Dann nahm er zwei dünne Akten heraus und hielt sie hoch. „Informationen über ihre Arbeit nehme ich an?"
Sein Gegenüber nickte etwas skeptisch und Chris reichte die Akten hinter sich an seinen Piloten und Waffenexperten, der sie entgegen nahm und sich unter den Arm klemmte. Als Chris hörte, wie die elektronische Schiebetür auf ging, die den Hauptraum von den Schlafräumen der Crew abtrennte, drehte er sich nicht um, sondern konzentrierte sich weiter hin auf seinen Klienten, der im Moment mehr Aufmerksamkeit verdient hatte, als sein zu spät kommender Sohn.
Nick trat hinter Connor und flüsterte. „Entschuldigung."
Chris stieß wütend die Luft zwischen den Zähnen hervor und warf York einen Blick zu. „Mein Jüngster, Nicholas!"
Thomas grinste und hielt eine Hand hoch. „Hi!"
„Hallo," gab Nick in seinem schwarzen Kapuzenpullover zurück und Connor schielte zu ihm hinauf.
„Mr. York," unterbrach Chris dann die kleine Begrüßung und sah in den Koffer. „Haben sie das Geld dabei? … 10% des Jahreseinkommens, egal ob Busfahrer oder der König von England. ... das hatte Libby ihnen gesagt, denke ich!"
Der andere Mann grinste. „Ja, das hat sie! Ist ganz unten in dem Koffer!"
Chris nahm zwei dicke braune Umschläge aus dem Koffer und reichte sie an Connor weiter.
„Nachzählen!"
Connor nickte, nahm seinem Dad das Geld ab und öffnete die Umschläge. Er nahm die Geldbündel heraus, streifte den Gummi ab, der die Päckchen zusammen hielt und begann routiniert durch zu zählen. Ein paar Sekunden später war er bereits fertig, nickte seinem Dad zu und ließ das Geld wieder in den Umschlägen verschwinden, die er neben sich auf den Tisch legte. Chris schloss mit zwei Fingern den Koffer und sah Thomas an.
„Das Finanzielle hätten wir jetzt auch geklärt. Für meine Undercoverarbeit ist es von äußerster Wichtigkeit, dass niemand und ich wiederhole absolut niemand von diesem Wechsel erfährt. Nicht ihre Frau, nicht ihre Tochter Marie. Keine besten Freunde! Während der gesamten Infiltration bleiben sie hier auf der BlackWing. Sie ist ab sofort ihr neues Zu Hause! Das ist zu ihrer und meiner Sicherheit sehr wichtig. Sie werden die Anweisungen meiner Crew befolgen. Und wenn sie unebdingt mal weg müssen, reden sie mit uns und ich werde sehen, was sich machen lässt. Und noch mal: Sie erzählen niemandem von außerhalb ein Wort über diese Operation, Mr. York!"
Er warf dann einen Blick neben und hinter sich auf Nick und Connor. Dann wurde Chris noch ernster. „Wenn meinen Söhnen etwas passieren sollte, nur weil sie unvorsichtig waren oder ihren Mund nicht halten konnten, Mr. York ..." Chris stand auf. „Werde ich keine Sekunde zögern, sie umzubringen! Ich hoffe, wir haben uns verstanden!"
Thomas schluckte unsicher und sah zu wie Christopher Chance, das Geld und den Koffer an sich nahm, um das Sofa herum ging, Nick am Kragen packte und ihm dann einen leichten Stoß Richtung Wendeltreppe gab. Nick stieg widerwillig nach oben und Chris folgte seinem Sohn.
Tbc ...
