Repetition Kills You

AN: Am Ende des Kapitels füge ich immer den Tipp der Original Autorin hinzu. Sie hat für jedes Kapitel eine besondere Playlist zusammen gestellt. Viel Spaß damit.

Sometimes we don't learn
From our mistakes
Sometimes we've no
Choice but to walk
Away, away
- The Script: The End Where I Begin

Mein Name ist Bella Swan und ich bin eine dreiundzwanzig Jahre alte Witwe. Dies ist die Geschichte wie ich wieder dazu kam zu lieben.

Das Haus krachte als ich die Vordertür öffnete. Natürlich wäre jeder der einen neuen, aufregenden Ort zum Leben sucht von dem Geräusch abgetan gewesen aber für mich klang es so wie schlagende Glocken, die mich in das Haus riefen.

„Umm gut, ich bin mir sicher das das einfach zu reparieren ist, aber… ich fürchte dieses Haus hat nicht viel anzubieten." Sagte der große, dünne und unbeholfene Makler beharrlich, seine Stimme war dünn und zitterte. Ich ignorierte den Kommentar und ging weiter in das Haus hinein. Es roch moschusartig; offenbar war seit einiger Zeit niemand in diesem Haus gewesen.

Da war überall Staub, die Möbel waren in staubige, weiße Laken eingepackt so als ob pummelige Geister zusammenkauerten. So gut wie jedes Brett am Boden, welches meine Füße auf meiner gewagten Reise weiter in das Haus hinein berührten, gab ein Weinen und Ächzen von sich, sie quietschten in Protest. Es war auf seltsame Weise witzig, so als ob das Haus mit mir sprach. Ich bewegte mich von der Eingangshalle, welche groß genug war, in einen der Seitenräume welcher so aussah als ob er Potential für ein Wohnzimmer hätte. Die Rollladen waren Holzern und angemalt, sie weigerten sich Licht herein zu lassen. Leicht über den Hölzernen Boden gehend um ihn ruhig zu halten machte ich meinen Weg zu dem großen Buchtfenster an der Vorderseite des Hauses.

Meine Hände lösten geschickt die Hacken und ich musste kräftig an jeder Seite drücken um sie dazu zu bringen sich zu bewegen aber ich schaffte es sie zu öffnen. Sofort viel glitzerndes Sonnenlicht auf den Boden, es tauchte den Raum in Licht – jetzt konnte ich die freien Staubpartikel sehen welche durch meine Taten aufgescheucht worden waren, sie schwebten im Schacht des Lichtes. Das Fenster frei von den Rollladen gemacht zu haben erlaubte mir einen besseren Blick auf den Raum werfen zu können.

Es war eine faire Größe mit ein paar verdeckten Möbelstücken. Da war Platz, das konnte ich sehen, für meine Couch und mein Entertainment Center. Die Holzarbeit war wunderschön – alt-aussehend, aber auf eine prachtvolle Art und Weise, so aufwendig und grazil wirkend. Es erinnerte mich an einen alten Viktorianischen Stil den ich immer bei den Häusern von ein paar meiner Freunde bewundert hatte… jetzt konnte ich ihn vielleicht selbst genießen in meinem Zuhause.

„Wie Sie sehen können ist es nicht viel. Es ist viel Arbeit, mit den Bodenbrettern und solchen Sachen… und extrem schmutzig… es war schon seit Jahren nicht mehr sauber…" fuhr der Makler fort, er versuchte auf die offensichtlichen Mängel zu zeigen, welche jeden anderen Hauskäufer zustimmend nicken lassen und nach dem nächsten Besichtigungsobjekt fragen lassen würden. Aber nicht mich.

„Ich denke hier ist großes Potential… es hat Charakter." Fügte ich hinzu und meine Augen suchten im nächsten Raum. Es sah aus wie ein Gang der in eine Küche führte. Ich ging dorthin zurück, äußerst bewusst darüber das mir der Makler folgte, seine Schritte waren unvermeidlich Laut auf dem krachendem Boden.

Die Küche war klein – keine Kücheninsel, kleine Arbeitsflächen, ein alter Gasofen, keine Mikrowelle, keine nützliche Einrichtung die so aussah als ob sie in diesem Jahrhundert gemacht worden war – immerhin war es ein altes Haus. Der Mangel an Technologie störte mich trotzdem nicht. Ich hatte meine eigenen Sachen – das machte es einfach nur Leichter. Ich müsste nichts hier drinnen verkaufen. Die Kästen waren wieder aus dieser alten, hölzernen Qualität mit wunderschönen Details. Es gab eine Hintertür die in den Garten zu führen schien – umziehen war teuer. Ich wusste ich müsste es kontrollieren aber ich wollte zuerst den Rest des Hauses gesehen haben.

Ich ging zurück in den Vorraum um mir die Räume im oberen Stock anzusehen. Ein paar Badezimmer, ein paar Einbauschränke und zwei Schlafzimmer – beide Schlafzimmer waren mit wunderschönen Möbeln ausgestattet, staubig wie der Rest des Hauses aber trotzdem nicht weniger schön. Da war ein kolossales Bett welches den Mittelpunkt des Raumes dominierte – es war aus Eisen gearbeitet mit geformten Metall Rosen die sich um den Rahmen wanden wie Weinstauden, entlang der langen Stangen und formten ein laubartiges Netz. Im Moment waren keine Vorhänge daran aber ich vermutete das da welche sein mussten und sie derzeit nur Verstaut waren damit sie nicht verstaubten und von Motten zerfressen wurden. Trotzdem, das Bett selbst war ein Kunstwerk, sogar ich war erstaunt darüber.

„Es ist eines der selbstdefinierenden Besonderheiten in dem Haus." Hörte ich den Makler hinter mir flüstern. Ich drehte mich um. Sein Gesicht war eine Mixtur aus Staunen und Mistrauen. „Wie auch immer, die meisten Menschen schaffen es nicht in dieses Stockwerk – sie haben genug gesehen an dem Zeitpunkt in dem sie in den Vorraum kommen… und… normalerweise – aber das ist heute noch nicht passiert… so merkwürdig…" Ich runzelte die Stirn bei seinen Grübeleien, unsicher darüber über was er sprach. Er sah etwas wachsam aus aber ich entschied mich dafür es zu ignorieren und ging weiter in das Schlafzimmer hinein. Die Fenster hier waren mit den gleichen hölzernen Rollladen geschlossen. Ich öffnete sie schnell so wie ich es unten getan hatte. Sie stellten sich als vom Boden bis zur Decke Fenster heraus und als sie geöffnet waren gaben sie eine atemberaubende, wunderschöne Aussicht auf das Gefälle und die Ausdehnung des Gartens hinter dem Haus frei. Ich legte eine Hand an meinen Mund.

„Es ist wunderschön." Flüsterte ich.

„Wirklich, ich habe noch nie zuvor durch diese Fenster geschaut…" der Makler klang noch ängstlicher als zuvor, so als ob wir ein sich immer annäherndes, drohendes Unheil erwarten würden. Ich drehte mich um, um ihn anzusehen aber bevor ich dies tun konnte blieben meine Augen an etwas anderem hängen. Es war ein Gemälde an der anderen Seite der Wand. Es war ein Mann, dünn und groß mit kupferfarbenem Haar und auffallend grünen Augen. Sein Gesicht war in eine seriöse Position gesetzt, sein Mund eine dünne Linie aber ungeachtet dessen, den Effekt den seine ominöse Haltung ergab, konnte ich nicht darüber hinwegkommen wie wunderschön und faszinierend er aussah. Er war Jung und konnte nicht viel älter sein als ich selbst wie er da so stand. Ich wünschte ich könnte mehr von ihm sehen aber es war nur ein Portrait und nur der Kopf und die Schultern waren sichtbar.

„Wer ist das?" fragte ich immer noch starrend – in Wirklichkeit fühlte ich mich verzaubert von dem Gemälde – der Mann war so fesselnd.

„Gut, also… um… er war der Besitzer des Hauses…Er bau- baute es in Wirklichkeit… alles davon… und um, ja." Er schien noch nervöser jetzt da ich das Portrait gesehen hatte. Ich riss meinen Blick los um ihn anzusehen.

„Wie ist sein Name?"

„Also… sein Name war Edward… Masen…"

„War?" fragte ich stirnrunzelnd und richtete meinen Blick wieder zurück auf sein Gesicht aber nur für einen Moment. Ich wollten nicht wieder gefangen werden. Ich starrte zurück zu dem Makler, sein Gesicht war nervös.

„Ja, also, Sie sehen… er starb… sehr jung, traurige Geschichte… jedenfalls hat er dieses Haus hinterlassen… für niemanden… der Staat versucht schon seit Jahren es zu verkaufen… niemand hat jemals überhaupt ein Gebot gemacht!" jetzt klang er eher abgeschreckt als ängstlich. Genau da schien eine große Windböe durch das Haus zu fegen und es zum krachen und seufzen zu bringen, es war fast so als ob das Geräusch von Lachern wiederhallte.

„Bitte." Schrie er mich an. „Lassen Sie uns einfach gehen Mrs. Newton, lassen Sie uns einfach gehen! Ich kann mir nicht vorstellen wie Sie jemals in diesem Haus leben wollen würden, es ist definitiv nichts für Sie!"

„Warum sagen Sie so etwas? Ich denke es ist ein perfekter Ort für mich? Was hat Ihnen solche Sorgen gemacht? Sind Sie nicht froh das ich interessiert bin?"

„Also- also in Wirklichkeit ist es der Staat nicht… so zu sagen… Es gab ein Gespräch darüber es – es abzureisen und, und so…"

„Was! Sie würden dieses wunderschöne, perfekte Zuhause abreisen! Für was?"

„Sie verstehen nicht, Mrs. Newton – "

„Bitte, es ist jetzt nur Ms. Swan, danke." Erwiderte ich harsch. Ich konnte nicht glauben das sie versuchten diesen Ort zu zerstören – es war undenkbar – wie konnten sie nur? Mein Herz ging auf für das Haus… es war so unglaublich anders, so perfekt…

„Sie müssen verstehen, Ms. Swan, das Mr. Masen ist kein – war kein… sehr respektabler Mann, auch war er keine – ah – höfliche Person… Er machte es sehr schwierig in seinem Testament für uns es überhaupt zu versuchen und den Ort zu verkaufen und jetzt wird es auch schwierig werden es zu zerstören…"

In diesem Moment schien das komplette Haus zu beben und etwas das wie das wütende Weinen eines Tieres klang, fegte durch alle Räume. Aus Überraschung griff ich mir an die Brust, aber der Makler der verängstig schien aber nicht überrascht über diese Begebenheit nahm sein Klappbrett und ging die Stiegen hinunter.

„Bitte kommen Sie mit mir, Ms. Swan – jetzt sofort." Ich folgte ihm, das Haus bebte noch immer. Ich fand ihn zitternd im Vorraum bei der Tür, sein Gesicht war von Angst erfüllt.

„Ms. Swan, ich bin mir sicher das sie das gerade mitbekommen haben, dieses Haus ist kein passender Ort zu leben… es scheint ein – ein Geist darin zu sein der es komplett unbewohnbar macht – der ganze Ort, also wenn es Geister gäbe würde ich mein Leben darauf verwetten das hier einer wohnt – aber, egal der Fakt ist – sicher können sie es nicht ernst meinen es jetzt noch zu nehmen?" Er bettelte und nur von dem Schrecken von Oben stimmte ich ihm fast zu – aber irgendetwas an diesem Ort, darüber was ich gefühlt hatte als ich eintrat und wie perfekt es schien… ich konnte es einfach nicht loslassen.

Also streckte ich mich zu meiner vollen Größe aus, was nicht sehr groß war aber trotzdem und sah ihm ins Gesicht.

„Ich werde es nehmen. Es passt mir perfekt – erwähnen sie nie wieder die „Geister" von denen sie denken das sie es heimsuchen. Sollen wir jetzt die Papiere fertig machen?" Sein Gesicht zeigte entsetzen bei meiner Entscheidung – aber ich würde sie für nichts auf der Welt ändern.

Drei Monate zuvor:

„Weißt du Bella, das ist äußerst unüblich für dich – ich meine, alleine leben zu wollen? Hier auszuziehen, von Phoenix wegzugehen? Ich meine, was denkst du dir überhaupt? Und was ist mit deiner Mutter?" ich starrte ihn an. Was versuchte er zu tun, mich zu unterdrücken?

„Du weißt, Phil, ich sehe nicht einmal was dich das angeht?" sagte ich ihm und zeigte mit meinem Finger auf sein Gesicht mit einer beleidigenden, gemeinen Geste – Er war mein Stiefvater, nicht mein echter und ich mochte ihn sowieso nicht. Was dachte er wer er war, um zu versuchen mein Leben zu führen? Ich war eine Erwachsene für Gottes Segen! „Und Mom, geht dich das wirklich etwas an? Ich bin diejenige die eine Witwe ist und versucht herauszufinden was sie mit ihrem Leben tun soll – nicht du." Schimpfte ich und gab meiner Mom ein Stirnrunzeln. Phil sah bestürzt aus aber sein Gesicht war immer noch ziemlich hart. Renee sah einfach überfahren aus.

„Bella, Schatz, bitte… Du weißt wie wir beide für dich fühlen! Mikes Tod war so plötzlich und… also… wir machen uns einfach nur sorgen das deine Entscheidung umzuziehen nur eine Emotionale Reaktion ist – sie ist unstabil und höchst unverantwortlich!" jammerte Renee.

Ich seufzte verärgert. Sie verstanden es einfach nicht. Keiner von ihnen tat es. Und diese Konversation ermüdete mich. Ich war es leid es ihnen immer und immer wieder zu erklären.

Ja, Mike war Tot. Ja, ich vermisste ihn und meine Emotionen liefen hoch – da war so viel zu beachten, so viel durchzusehen – Ja, ich benahm mich spontan, zu meinem Charakter unpassend, aber das war es was ich tun musste – was ich fühlte das richtig war. Ich hatte so viele Monate damit verbracht, noch ein Jahr nach Mikes Tod, zu versuchen mein Leben normal zu halten , stabil und es so zu praktizieren wie es war… aber es fühlte sich nie richtig an.

Es war erst nachdem ich diesen Traum hatte… der Traum wo ich von Mikes Zuhause auszog, all seine Besitze ins Feuer warf und niemals an diesen Ort zurückblickte… es war erst danach das ich mich zumindest frei fühlte… ich wachte auf und wusste was ich tun musste. Ich musste hier weg.

„Mutter, ich weiß das es nicht zu mir passen zu scheint, aber ich werde nicht all diese Zeit damit verbringen zu warten das ihr versteht. Ich habe meine Entscheidung getroffen. Ich bin dreiundzwanzig und ich denke das mich das dazu qualifiziert meine eigenen Entscheidungen bei meinem eigenen Leben zu treffen. Du kannst nichts sagen um meine Meinung zu ändern. Ich gehe und werde dich anrufen wenn ich dort bin." Ich stand von dem Tisch auf, nahm meine Jacke und die Schlüsseln zu meinem Truck. Renee stand auch auf, ihre Augen schwammen in Tränen, aber dieses Mal waren es Tränen aus Wut.

„Und wo genau ist „da"? Du hast uns nicht einmal gesagt wohin du gehst!" Phil stand auf und legte seine Hände auf ihre Schultern. Ich rollte mit meinen Augen.

„Ich würde es euch sagen wenn ich es wüsste… aber das tue ich nicht. Also müsst ihr jetzt einfach damit leben. Ich werde mit euch sprechen… später." Ich drehte ihnen meinen Rücken zu.

„Isabella Marie Swan du kommst jetzt sofort hierher zurück." Kreischte meine Mutter aber ich winkte einfach nur mit meiner Hand als ich wegging, ein halbherziges Auf Wiedersehen. Ich war sowas von durch mit diesem Ort.

„Lass sie gehen, Renee. Sie wird bald zurück sein und um Geld betteln wenn dies nicht funktioniert. Du wirst sehen." Hörte ich Phil ihr zuflüstern. Ich wollte bei dem Kommentar schreien aber ich ging weiter und erreichte endlich die Tür. Sie aufstoßend sprach ich zu niemand bestimmten. „Sag Angela das ich sie später anrufen werde mit mehr Details." Und dann ging ich. Sobald ich draußen an der frischen Luft war, meinen Weg weiter weg von dem Haus meiner Mutter antretend, fühlte ich mich besser, freier, sicherer. Es war witzig, in das unbekannte gehend, das ich mich endlich so fühlte als ob ich endlich irgendwohin ging – ich wusste nicht wo ich enden würde aber ich war froh das ich endlich ging. Phoenix war an meinem Rücken, die Welt war zu meinen Füßen und ich hatte endlich einen klaren Kopf auf meinen Schultern.

Mein Name war Bella Newton, Ehefrau von Mike Newton, Bewohner von Phoenix, Arizona. Jetzt bin ich Bella, nur Bella – nicht Isabella, nicht Bella Newton, nicht Bellie, Bells oder Bell – Nur Bella, Bewohnerin von Forks, Washington und stolze Hausbesitzerin die ein neues Leben für sich selbst macht.

Playlist zum Kapitel:

Oh No Oh My – I Painted Your House

Someone Still Loves You Boris Yeltsin – Boring Fountain

Paul Simon – Everything Put Together Falls Apart

The Black Ghosts – Repetition Kills You

The Script – The End Where I Begin