Zweites Kapitel

Es war alles dunkel. Dumpf hallten fremde Stimmen in ihrem Kopf, von Frauen und Männern; Türen gingen weit entfernt auf und zu. Ein Schluchzen klang in ihrem Ohr - es schien eine Frau zu sein. Von irgendwoher pfiff ein Teekessel. Vogelzwitschern in weiter Ferne. Das alles drang in Aikos Ohr, aber so, als würde sie alles durch ein Kissen hören, dass man ihr ans Ohr drückt. Sie fühlte sich erschöpft und ausgelaugt, aber es war warm um sie herum.

Was war denn geschehen? Die Männer waren ihr auf den Fersen und dann? Sie versuchte ihre Gedanken zu ordnen, aber sie fühlte sich schwach und neue Dinge gingen ihr durch den Kopf. Wo war sie denn überhaupt? Vorsichtig versuchte sie die Augen zu öffnen, doch ihre Lider waren schwer. Als sie plötzlich eine Tür ganz in ihrer Nähe hörte, wurde ihre Neugier stärker. Sie öffnete ihre Augen einen Spalt breit und das erste was sie wahrnahm, war Helligkeit, die sie plötzlich blendete – sie kniff die Augen schnell wieder hörte, wie Vorhänge bewegt wurden, und öffnete ihre Augen mutig war nun etwas dunkler, also machte sie ihre Augen ganz auf. Die Zimmerdecke war weiß. Neben ihr ein grüner lag sie in einem Bett. Eine junge Frau, ebenfalls in weiß, stand am Fenster. Sie drehte sich um, und kam auf Aikos Bett zu. Als die Frau sah, dass Aiko wach war, sagte sie freundlich: „Guten Tag. Wie fühlen Sie sich?"

„Etwas angematscht", murmelte Ai nur.

„Das kann ich verstehen. Sie waren vollkommen durchnässt vom Regen, als der Kazekage Sie hergebracht hat. Das war wirklich ein fürchterliches Unwetter.", lachte die Frau.

„Wo bin ich?", fragte Ai leise.

„Im Krankenhaus von Konoha. Wir werden Sie etwas aufpäppeln müssen. Sie waren ohnmächtig und haben eine Weile geschlafen. Ach, wo hab ich nur meinen Kopf?", schmunzelte sie und schlug sich mit der Hand vor die Stirn.

„Mein Name ist Schwester Hiroko. Ich war hier, als Sie eingeliefert wurden. Und Ihr Name ist Aiko Haruno, hab' ich Recht?"

„Ähm, ja...woher wissen Sie das?", entgegnete Ai verdutzt.

„Wir fanden Ihren Namen auf Ihrem Ausweis, in Ihrer Geldbörse. Sie war in Ihrem Rucksack – Keine Sorge", beruhigte die Schwester Aiko, als diese sich aufrichten wollte, „Ihre Sachen sind in dem Schrank dort", sie deutete in eine Ecke des Zimmers. „Ihre Wertsachen – Geld, Ausweis usw. - sind hier in Ihrem Nachtschränkchen."Sie lächelte freundlich und überprüfte einen Tropf, der, wie Aiko jetzt registrierte, an ihrem Arm hing.

„Sehr gut, die Lösung ist leer", murmelte sie. Dann fragte sie plötzlich: „wie wäre es mit etwas Tee und Kuchen?Sie müssen doch Hunger haben und es ist gerade Zeit für den Sie möchten, bringe ich Ihnen etwas und benachrichtige dann die Abgesandten aus Suna. Sie haben Sie im Wald gefunden." Mit diesen Worten verließ sie das Zimmer auch schon.

Aiko setzte sich langsam auf – und zuckte gleich wieder tat ihr schaute auf ihre Arme und sah mehrere Verbände und sie roch einen durchdringenden Salbengeruch. Sie blickte aus dem Fenster – dort hinten waren die berühmten, in Stein gehauenen Abbilder der Hokage aus den vergangenen Jahren. Das Wetter hatte sich auch gebessert; die Sonne schien und der Himmel war blau mit einigen wenigen Wolken, die langsam vorbei zogen. Jetzt spürte sie auch den Hunger, fast schon schmerzlich. Sie schloss erneut die Augen und versuchte sich daran zu erinnern, was geschehen war.

Also, geschnappt hatten die Männer sie nicht, so viel war jetzt schon mal , warum waren sie geflohen?Aiko erinnerte sich noch, dass sie weinend im Gras saß.

/ Der Junge/, schoss es ihr plötzlich durch den Kopf. / Der Junge mit diesen grünen Augen und dem Tattoo. Vielleicht waren sie ja wegen ihm geflohen?/, überlegte sie. „ Er sah schon ein bisschen furchteinflößend aus", murelte sie zu sich selber. „Ich sollte mich bei Gelegenheit bedanken."

„Hier hab' ich Tee und Kuchen", hörte Aiko die Schwester an der Tür. Diese schob gerade vorsichtig einen Tablettwagen in das Zimmer.

„Sie sollten ruhig ordentlich zugreifen, dann sind Sie bald wieder fit", meinte Hiroko freundlich und machte sich daran, die Lehne vom Bett in eine aufrechte Position zu bewegen.

„Wer war dieser Junge, der mich gefunden hat?", fragte Aiko mit vollem Mund.

„Welcher Junge?Naja, die Abgesandten aus Sunagakure haben dich hergebracht, einen von ihnen meinst du?"

Ai schluckte ein großes Stück Kuchen runter und spülte mit Tee erwiderte sie: „Ja, er war...ich weiß nicht genau...ungefähr so alt wie ich, rotes Haar, ein Tattoo auf der Stirn..."

„Das war das Oberhaupt von Suna, der Kazekage.", antwortete Hiroko. „Er ist wohl hier um einige politische Dinge mit dem Hokage zu klä wohl sehr wichtig ein, sonst hätte er nur einen Mittelsmann geschickt."

Aiko biss erneut ab und kaute.Währenddessen dachte sie über den Gesichtsausdruck des Kazekage nach. Sie nahm noch einen Schluck Tee und murmelte dann: „Er sah irgendwie etwas bedrohlich aus...irgendwie gefährlich."

Sie blickte Hiroko an und lächelte dann: „Das Oberhaupt eines Dorfes muss wohl gefährlich sein, das macht mehr Eindruck. Sie könnten ja schlecht jemanden wie mich da hinstellen." Sie lachte und nahm sich noch ein Stück Kuchen.

„Iss nur, ich gebe eben Bescheid, dass du wach bist. Meinst du, du kannst schon Fragen beantworten?", hakte die Krankenschwester nach.

„Hm... ich glaube schon."

„Gut, dann gehe ich schnell."

Wieder saß Aiko allein im Zimmer. Sie kam nicht umhin über den Kazekage nachzudenken. /Ziemlich jung für ein Oberhaupt...Er hat mich „kleines Mädchen" genannt./

„Tse, der ist doch selber noch kein Stück älter als ich! Ganz schön unfreundlich!", schnaufte sie, aß das Stück Kuchen auf und langweilte sich dann. Am liebsten wär sie jetzt aufgestanden und hätte sich das Dorf angesehen. Außerdem wusste sie ja schon zu wem sie wollte. Ihre Cousine lebte hier, nur deshalb war sie gerade hierher gekommen. Sie hatte sie allerdings schon Ewigkeiten nicht mehr gesehen. Es war bestimmt schon über 10 Jahre her – ja sie war vielleicht 6 gewesen, da hatte sie das Dorf mit ihrer Mutter besucht./ Ob Sakura sich überhaupt noch an mich erinnert?Wahrscheinlich nicht.../

Aiko seufzte laut. / Wie bin ich nur hier gelandet? Es lief doch alles so gut zu Hause.../

Nocheinmal entfuhr ein resigniertes Seufzen.

Gerade, als sie sich überlegt hatte, das lästige Krankenhaushemd gegen ihre eigenen Sachen zu wechseln, klopfte es an der Tür.

„Herein", rief sie und drei Frauen betraten das Zimmer. /Oh, eine ganze Garnison von Leuten will wissen, wie es mir geht/, dachte sie spöttisch.

Hiroko lächelte nur und verließ das Zimmer wieder. Zurück blieben zwei vollkommen eine Frau, war jung und blond, hatte die Haare zu vier Zöpfen zusammengebunden und einen schwarzen Kimono an. Auf dem Rücken trug sie so etwas wie einen riesigen Fächer.

Die andere, größere von beiden war ebenfalls blond und wirkte ebenfalls jung, aber doch älter als ihre Begleiterin. Das erste, was Aiko auffiel war ihre enorme Oberweite, die sie nicht unbedingt versteckte.

Die wohl ältere der beiden fing als erste an zu sprechen: „Guten Tag, mein Name ist Tsunade, ich bin der Hokage von Konoha. Das" - und sie deutete auf die andere Frau - „ist Temari aus Suna. Sie war dabei, als man dich fand. Also erst einmal, wie geht es dir jetzt?"

„Ähm, es geht so, würde ich sagen. Ich bin erstmal froh, dass ich noch lebe.", entgegnete Aiko schüchtern. „Etwas schlapp und mir tut alles etwas weh" - / Untertreibung! Mir tut alles so höllisch weh! Am ganzen Körper!/ - aber sonst geht es mir gut."

„Das freut mich zu hören.", sagte die Hokage nun lächelnd. „Also...warum bist du von diesen Männern verfolgt worden? Was genau wollten sie von dir?", wollte Tsunade wissen.

„Und warum bist du gerade nach Konoha gekommen?", hakte die andere nach.

Aiko zögerte. Sie konnte ihnen doch nicht einfach ihre ganze Lebensgeschichte erzä, wenn sie Hilfe wollte, wie sollte sie die bekommen, ohne wenigstens das Nötigste Preis zu geben?

„Naja, ich weiß ehrlich gesagt nicht so ganz genau, was diese Männer von mir wollen. Eigentlich wohne ich in einer großen Stadt, weit entfernt von hier, aber irgendwann sind diese Männer einfach aufgetaucht und haben gesagt, dass ich mit ihnen mitgehen müsse. Sonst würden sie mir was antun."

„Haben Sie dir nicht gesagt, warum du mitkommen sollst?", fragte Temari ernst.

„Sie meinten, sie bräuchten mich und meine...Fähigkeiten um jemandem zu schaden, der ähnliche Fähigkeiten, wie ich besitzen soll". Aiko sagte dies nur recht zögerlich. Sie wollte nicht, dass irgendjemand davon wusste. Sie hatte genung Scherereien deswegen gehabt.

„Von was für Fähigkeiten sprichst du im Speziellen?", hakte die Hokage weiter nach.

„Ich möchte da eigentlich nicht so gern...drüber reden...wenn das geht.", murmelte Aiko und schaute betreten zur Seite.

„Nun ja, aber vielleicht könnten wir dir ja helfen.", meinte Tsunade.

„Und auch dem Menschen, dem sie mit deiner Hilfe Ärger machen wollen", fügte Temari noch an.

„Nun ja, es soll wohl ein ziemlich gefährlicher Kerl sein. Ich weiß nicht genau, wem sie da an den Kragen wollen." Aiko stockte kurz. „Ich...ich glaube dieser Typ, der das gleiche können soll wie ich,...sie nannten ihn immer das Monster aus der Wü Dämon, der den Sand beherrscht..."

Aiko verstummte. Die Gesichter der beiden Frauen wurden bleich und ihre ruhigen Mienen wichen blankem Entsetzen.

Temari packte sie plötzlich grob an den Schultern und schüttelte sie: „Meinten die etwa Gaara? Gaara aus der Wüste?"

„Stop Temari, hör auf!", herrschte die Ältere Temari an." Beruhige dich und lass sie los!"

Temari ließ von ihr ab. „Es tut mir Leid, das wollte ich nicht.", richtete sie an Aiko. „Weißt du, Gaara ist mein Bruder."

„Ähm, ich bin mir nicht sicher, ob sie den Namen Gaara erwähnten, aber wahrscheinlich ist er es wohl...", sagte Aiko schwach.

„Warum wollten sie deine Fähigkeiten?"

Aiko zögerte kurz, aber dann begann sie: „Als...ich noch klein war, konnte ich Sand hört sich jetzt komisch an, ich weiß", räumte sie ein, „aber naja, immer, wenn ich wütend oder panisch wurde, dann hat der Sand um mich herum Menschen in meiner Umgebung angegriffen. Ich wollte das nicht, es ist einfach...passiert. Die Leute hatten Angst. Es ist nicht oft vorgekommen, ursprünglich komme ich aus dem Wellenreich, dort gibt es eigentlich nur an den Stränden Sand. Aber dort war es dann schlimm." Sie schwieg und erinnerte sich zurück.

„Aber, du hast gesagt, du kommst aus einer großen Stadt, weit weg von hier.", merkte Tsunade an.

„Ja, ich bin irgendwann weggelaufen, in die Großstadt. Dort, wo ich jetzt lebe gibt es keinen Sand. Mit normaler Erde klappt es nicht..."

Sie blickte auf.

„Ich weiß nicht, wer diese Männer sind, aber sie haben mich dort habe jetzt so lange schon in meiner neuen Heimat gelebt, doch vor einer Woche standen sie praktisch vor mir und haben mir unterbreitet, dass sie meine komischen Kräfte wollen. Ich verstehe einfach nicht, wie sie mich gefunden haben....meine einzigen Verwandten leben hier. Deshalb bin ich hergekommen. Ich weiß noch nicht mal, ob sie hier noch leben. Sie wissen zumindest nichts von dieser Sandsache. Dann hätten sie womöglich auch noch Angst gehabt."

Dies sagte sie alles sehr schnell, denn sie spürte schon die ersten Tränen in ihren Augen brennen. Sie durfte nicht sie zu panisch wurde...passierte möglicherweise auch hier ein Unglück.

„Es ist gut, dass du uns das gesagt hast. Wir können dir helfen und vor allem auch Gaara". Den letzten Teil sagte sie eher zu ihrer Begleiterin, als zu Aiko. Temari schaute trotzdem noch recht besorgt drein, sagte dann jedoch: „Ich bin dir sehr dankbar, dass du uns das erzählt hast. Wer weiß, was passiert wäre, wenn sie dich geschnappt hätten und wir keine Ahnung von einem geplanten Attentat auf Gaara gewusst hätten." Sie schaute zu Boden und schloss die Augen.

„Dann wäre Aiko hier jetzt vielleicht tot und Gaara wäre es bald auch.", schloss die Hokage. Sie legte Temari tröstend eine Hand auf die Schulter und ermutigte die Suna-Nin: „Aber es ist anders gekommen, das heißt, wir können deinen Bruder warnen und Aiko helfen."

„Wenn du nichts dagegen hast, würde ich dich gern erstmal in Konoha behalten.", meinte Tsunade nun wieder zu Aiko. „Wer sind denn deine Verwandten?Vielleicht leben sie ja noch hier...moment, dein Name ist Haruno, oder? Bist du mit Sakura verwandt?"

„Ähm ja, sie ist meine Cousine.", entgegnete Aiko überracht.

Tsunade lächelte jetzt freundlich.

„Dann hast du Glück. Sakura wohnt noch hier mit ihrer ist auch eine Kunoichi und sogar meine eigene Schü werde nach ihr schicken lassen und sie fragen, ob du bei ihrer Familie unterkommen kannst. Ich schicke sie heute abend sehen, wie fit du dann wieder bist, ok?"

„Ja, das wäre sehr übrigens..." Aiko wandte sich nun an Temari. „Auch dir danke ich sehr, dass ihr mich gefunden habt.Ähm, ich würde auch dem Kazekage gerne danken...ginge das?"

Temari zögerte. „Nun ja, er ist nicht so der gesellige Typ, aber vielleicht ist er neugierig auf dich geworden, wenn ich ihm erzähle, was die Männer von dir denke ihn wird das schon sehr interessieren. Ähm, ich werde ihm auf jeden Fall sagen, dass du ihm gerne persönlich danken er nicht kommt, dann werde ich ihm deinen Dank aber auch übermitteln", meinte Temari nun freundlich.

„Aber ich denke, er wird dir, zumindest innerlich, mehr dankbar sein, als du ihm, also vielleicht kommt er ja doch."

„Ich denke auch, dass er doch bestimmt die Person kennenlernen will, durch die er getötet werden sollte.", fügte Tsunade noch hinzu.

„Wie meinen Sie das?" Ist der Kazekage etwa derjenige -"

„- Ja. Gaara ist der Kazekage."