Die Entdeckung
Ihre Hand näherte sich langsam seinem Gesicht und als ihre Finger seine Wange berühren sollten, weiteten sich ihr Augen vor Unglauben, denn…………………….
………..plötzlich begann ihre Hand zu leuchten. Ein heller, goldfarbener Schimmer umgab ihre Hand und es schien, als würde dieser Schimmer von Snape ausgehen. Sie hatte ihn nicht berührt und doch, je näher sie seinem Gesicht kam, desto heller wurde das Strahlen.
Auch Snape schien aus seiner Starre erwacht zu sein, denn plötzlich zuckte er mit dem Kopf zur Seite und schaute Hermine entsetzt an.
„Was machen sie da?" fauchte er sie an.
Er wusste nicht wieso, doch plötzlich wallte eine ungeheure Wut in ihm auf. Er hatte es noch nie wirklich mit der Nähe anderer gehabt, aber das gerade eben, war selbst für ihn zu viel. Er war völlig in Gedanken versunken, als er aus den Augenwinkeln ein Leuchten wahrnahm. Also ihm bewusst wurde, das Hermine dabei war, ihn zu berühren, zuckte er zurück, mehr aus Reflex als aus Angst.
Nun stand sie vor ihm und starrte ihn aus großen Rehbraunen Augen an. Braunen Augen, denen trotz ihrer Lage ein goldenes Funkeln innewohnte. Ungewöhnlich, dachte er sich.
„Ich……Ich wollte nur.." stammelte Hermine. Noch immer starrte sie auf ihre Hand. Das Leuchten war abrupt erloschen, als Snape seinen Kopf beiseite gezogen hatte. Jetzt sah sie wieder genauso aus wie vorher und sie kam sich etwas dumm vor, als ihr bewusst wurde, dass sie noch immer mit erhobenem Arm dastand und ihre Hand anstarrte.
Sie räusperte sich kurz und sagte dann an Snape gewand:
„Entschuldigen sie Sir, ich wollte sie nur fragen wann wir beginnen werden?"
Snape hatte sie die ganze Zeit über interessiert gemustert und setzte nun seine kalte Maske wieder auf. „Nun Miss Granger, da ich im Gegensatz zu Ihnen doch auf etwas Schlaf angewiesen bin, schlage ich vor, dass wir uns morgen in aller Frühe auf den Weg machen."
Noch während er seinen Satz sprach konnte er die Angst in Hermines Augen aufleuchten sehen und wusste sofort bescheid, daher setzte er noch hinterher: „ Sie können natürlich solange hier bleiben, wenn Ihnen das irgendwie möglich ist. Es sei denn sie haben etwas Besseres vor?" Er wusste, dass dies nicht der Fall war, aber er wollte die Stimmung etwas weniger angespannt gestalten. Ziemlich untypisch für ihn, wie er selber bemerkte.
Hermines Augen begannen zu strahlen. Sie durfte hier bleiben. Er schickte sie nicht weg. Sie gab es nicht gerne zu, aber sie hatte Angst einfach wieder zu verschwinden und als….nunja als „Nichts" in der Weltgeschichte rum zuschwabbern.
„Nein Sir….also Ja meine ich, ich würde gerne hier bleiben und nein ich habe nichts anderes vor. Was auch?" murmelte sie so leise, dass Snape sich ziemlich anstrengen musste sie zu verstehen.
„Gut, dann…wünsche ich Ihnen.." begann er, als ihm bewusst wurde, dass sie wohl nicht schlafen würde. „….dann sehen wir uns morgen früh" beendete er seinen Satz und rauschte in ein anderes Zimmer davon.
„Gute Nacht" sagte Hermine noch, doch da war er schon verschwunden, in seinem Schlafzimmer, wie sie vermutete.
Da stand sie nun. Mitten in Snape Privaträumen und wusste nicht wohin mit sich. Sie lies ihren Blick durch den Raum schweifen und seufzte frustriert auf, als ihr bewusste wurde, dass sie nun endlich die Möglichkeit hätte, Bücher zu lesen, welche sie brennend interessieren würden, doch leider konnte sie diese ja nicht berühren. Oder doch?
Ihre Gedanken schweiften zurück zu dem Moment als sie Snape berühren wollte. Was war das gewesen? Sie verstand es nicht. Wenn es etwas mit ihm zutun gehabt hätte, dann hätte sie oder er ja auch leuchten müssen, als sie durch ihn hindurch gegangen war. Doch nichts. Sie konnte sich nicht erinnern, etwas gesehen zu haben. Seltsam.
Mit entschlossenen Schritten ging sie auf das Bücherregal zu und hob ihre Hand. Vielleicht funktioniert das jetzt bei allem, dacht sie sich. Als ihre Hand einen der Bücher jedoch schon fast berührte musste sie feststellen, dass kein Leuchten auftauchte. Nicht mal ein kleines.
Genervt senkte sie den Arm und schaute in Richtung Snape Schlafzimmer.
Ob es doch an ihm lag? Nervös biss sie auf der Unterlippe herum. Sollte sie es wagen? Warum nicht? Was hatte sie schon zu verlieren? Den Kopf abreisen konnte er ihr ja schlecht.
Aber er kann sich weigern dir zu helfen, meldete sich da ihre Vernunft zu Wort. Hermine ignorierte diese jedoch gekonnt und lief langsam in Richtung des Zimmers. Ob er schon schläft?
Als sie gerade die Tür öffnen wollte, stockte sie. Wieder einmal wurde ihr bewusste, dass sie Türen nicht mehr auf die normale Art und Weise benutzen konnte. Daher holte sie tief Luft und schritt geradewegs durch die Tür hindurch. Auf der anderen Seite war es stockdunkel, oh Überraschung. Ihre Augen brauchten einen Moment um sich daran zu gewöhnen, doch sobald sie sicher war, sich einigermaßen zu recht zu finden, schaute sie sich interessiert um.
Ziemlich spartanisch stellte sie fest. Ein Himmelbett, ein Schrank, ein kleiner Nachttisch und ein Stuhl. Naja, ihm musste es ja gefallen. Und schon fiel ihr Blick auf Snape. Er schien wirklich schon zu schlafen. Vorsichtig schritt sie auf ihn zu und blieb kurz vor ihm stehen. Er würde ausrasten, wenn er das mitbekommen würde.
Doch sie war nicht umsonst eine Gryffindor. Entschlossen hob sie ihre Hand und bewegte sie in seine Richtung. Kurz vor seiner Wange musste sie ein entsetztes Keuchen unterdrücken. Da war es wieder, dieses Leuchten. Je näher sie ihm kam, desto heller wurde es wieder. Wie gefangen starrte sie auf ihre Hand. Und dann geschah es. Sie berührte ihn. Sie konnte ihn berühren. Sie fasste nicht einfach durch ihn hindurch. Sobald sie ihn berührt hatte, breitete sich das Leuchten auf seinem Gesicht aus und hüllte bald darauf seinen gesamten Körper ein. Hermine konnte ihren Blick nicht abwenden. Tränen der Freude bahnten sich ihren Weg über ihr Gesicht.
Es war wohl doch noch nicht alle Hoffnung verloren. Wäre sie tot gewesen, wäre das hier bestimmt nicht möglich.
Vorsichtig zog sie ihre Hand zurück und das Leuchten erstarb sofort. Sie musste ihre Gedanken ordnen. Mit einem letzten Blick auf Snape verlies sie sein Zimmer und betrat sein Wohnzimmer. Gerade als sie darüber nachdachte, was eben passiert war, merkte sie, das irgendwas nicht stimmt. Sie fühlte sich seltsam. Wie in einer Achterbahn und sie wusste was das bedeutete. Sie blickte an sich herab und sah, dass die wieder begann sich aufzulösen.
„Nein" keuchte sie. „Bitte. Ich will doch hier bleiben."
Sie konzentrierte sich auf ihren Wunsch, doch es half nichts. Das Letzte was sie sah, war Snapes Wohnzimmer, wie es langsam vor ihren Augen verschwamm.
Einige Stunden später erwachte Snape und stellte verwundert fest, dass er das erste Mal seit Monaten richtig geschlafen hatte, ohne das er von Alpträumen geweckt worden ist. Er streckte sich kurz und begab sich dann ins Bad. Als er fertig war ging er ins Wohnzimmer und schaute sich um. Wo war Hermine geblieben? „Miss Granger?" fragte er in den Raum hinein. Nichts. Keine Reaktion.
Genervt seufzte er auf. Das konnte noch was werden. „Miss Granger, wenn sie mich hören können, dann bitte…." Er hatte seinen Satz noch nicht beendet, da materialisierte sich Hermine vor seinen Augen. Diese blickte ihn verdutzt an. „Was..?" fragte sie doch Snape unterbrach sie mit einer Handbewegung und sagte nur:" Daran müssen wir noch arbeiten."
Als Hermine klar wurde, was er meinte, lächelte sie leicht und senkte schnell den Blick.
Dieses Lächeln. Es hatte ihm gegolten. Es war aufrichtig. Das…….nein, er musste einen kühlen Kopf bewahren.
Mit entschlossenen Schritten ging er Richtung Tür als er Hermines verwirrten Blick sah.
„Können wir?" fragte er und Hermine verstand. Er ging direkt in Richtung Eingangstor und lief dann geradewegs zur Appariergrenze.
„Wo genau gehen wir denn hin?" fragte Hermine, welche einige Probleme hatte, mit ihm Schritt zu halten.
„Das werden sie gleich sehen" war die nicht gerade informative Antwort seitens Snape. Plötzlich blieb er stehen und drehte sich zu ihr um.
„Ich werde jetzt apparieren und sie bleiben hier." Gerade als Hermine protestieren wollte setzte er hinterher: „Ich werde sie sofort zu mir rufen, sobald ich da bin."
„Okay", flüsterte Hermine und mit einem Plopp war Snape verschwunden. Keine 5 Sekunden später konnte sie in ihrem Kopf seine Stimme wahrnehmen und bevor sie darüber nachdenken konnte wie sie zu ihm kommen sollte, stand sie schon neben ihm. „Ich frag mich wie das funktioniert" murmelte sie und erste jetzt hob sie den Kopf und sah wo genau sie sich befanden.
Sie kannte diesen Ort. Als Kind war sie einmal im Jahr hier gewesen. Es war der Friedhof ihrer Heimatstadt. Hier hatte man sie also begraben. Snape lief mit zielsicheren Schritten voran und Hermine folgte ihm stumm.
Ihr war jetzt nicht nach reden. Angst keimte in ihr. Ihre Hände begannen zu zittern. Was würde sie erwarten? Wie würde sie aussehen? Nein, sie wollte sich das nicht vorstellen.
Plötzlich blieb Snape stehen und blickte sie an. Hermine jedoch schaute direkt an ihm vorbei. Da war es. Ihr Grab. Man hatte ihr einen weisen Grabstein gesetzt. Ein kleiner Engel lehnte an der rechten oberen Seite und blickte auf ihr Grab. Und dort stand es. Ihr Name, Geburts-und Todesdatum. Tränen traten in ihre Augen. Es so offensichtlich zu sehen, war hart.
Snape hatte sie die ganze Zeit stumm beobachtet und konnte sich nicht vorstellen, wie hart dies für sie sein musste. Doch er hatte versprochen ihr zu helfen. „Miss Granger, wenn sie bereit sind, dann würde ich jetzt anfangen."
„Natürlich Sir." Antwortete Hermine nach kurzem zögern und trat zurück.
Snape hob seinen Zauberstab und sagte: Wingardium Leviosa
Ein Rumpeln ertönte und die Erde auf Hermines Grab hob sich. Kurze Zeit später kam ein weiser Sarg zum Vorschein und Hermine dankte ihren Freunden, dass sie sie so würdevoll hatten beerdigen lassen. Vorsichtig lies Snape den Sarg zu Boden gleiten.
Er warf noch einen letzten Blick auf Hermine und verdeutlichte ihr damit, das er ihn jetzt öffnen würde. Ein kurzes Nicken seitens Hermine gab ihm das okay und langsam öffnete er den Sargdeckel.
Hermine, welche einige Schritte hinter ihm stand, konnte sein Gesicht nicht erkennen. Sie sah nur, wie sich seine gesamte Körperhaltung versteifte.
Was hatte er denn? „Sir?" fragte Hermine vorsichtig und machte einen Schritt auf ihn zu. Dabei senkte sie kurz ihren Blick und schaute dabei genau in ihren eigenen Sarg.
Was sie dort jedoch sah, lies sie entsetzt aufkeuchen und einige Schritte zurücktaumeln, denn………………………………
Soooooo diesmal ein längeres Kapitel. Hoffe es gefällt euch
