Die vergessenen Reiche

- Icewind Dale 2

Blut Mond

So, hier steht nun das erste Kapitel für euch in den Startlöchern.

Der Ausgangsort ist Luskan, wo sich meine Helden auch das erste mal begegnen. Viel weiß ich über die Stadt nicht, da ich bisher nur Icewind Dale gespielt habe. So bitte ich Unstimmigkeiten mit meinem Luskan und dem Luskan, das ihr vielleicht noch aus anderen Spielen kennt einfach zu überlesen und euch nicht an jeder Kleinigkeit, die nicht übereinstimmt zu stören.

Also, viel Spaß beim eintauchen in die vergessenen Reiche.

1. Kapitel

- Der Beginn einer Reise

Das Wasser schmeckte fahl und abgestanden, angeekelt schob ich den Becher wieder von mir und sah mich in der dunklen Schenke um. Einige Männer, die jetzt schon betrunken herum schrieen und lachten, einige zwielichtige Gestalten die in den dunklen Ecken saßen. Genau wie ich.

Die Tür wurde aufgerissen und ein weiterer Mensch stolperte in das triste halbdunkel des Schenkraums um gleich darauf von den Männern mit tosendem Geschrei begrüßt zu werden. Widerliche Rasse.

Schnell kehrte meine Aufmerksamkeit wieder zu dem Halb-Ork in einer der anderen Ecken des Raumes, der mich schon die ganze Zeit anstarrte. Ich schenkte ihm ein böses Funkeln meiner Augen, aber er verzog keine Mine. Dämlicher Kerl.

Erneut wurde meine Aufmerksamkeit von der aufgehenden Tür der Schenke auf sich gezogen und ich konnte eine kleinere Gestallt herein kommen sehen, die sich zu mir an den Tisch setzte und müde nach dem Wasserbecher griff, ihn aber nach dem ersten Schluck genauso angeekelt weg schob wie ich zuvor.

„Und?" Meine Augenbraue hob sich unter der Kapuze.

„Nichts. Überall nichts." Sie schüttelte den Kopf, was ihr helles Halb-Elfen Haar in tausend Facetten glitzern ließ. „Und an jeder Ecke Abenteurer wie wir, die Arbeit suchen. Ich glaube," sie beugte sich zu mir. „Wir sollten langsam schauen, dass wir weiter kommen." Ich nickte.

Auch für meinen Geschmack wahren wir schon viel zu lange in dieser stinkenden Stadt. Normalerweise vermied ich es zu lange an einem Ort zu bleiben und Städte mied ich sowieso. Sie wahren nicht gut für mich.

Plötzlich knallte ein Bierkrug auf den Tisch und der der dazugehörte setzte sich und legte einen Arm um Teraluna. „Na Süße, was hältst du von einem kleinen Küsschen." Das nächste was ich war nahm, war das er auf dem Boden lag und Teraluna ihren Kampfstab von der Wand genommen hatte. Vielleicht hätte ich ihn warnen sollen.

Aber entweder war der Kerl so besoffen, dass er eh nichts mehr war nahm oder er hatte diesen Fehler, der jedem Kerl zu eigen war, nämlich das jedes ‚Nein' ein ‚Ja' bedeutet und jedes ‚Verschwinde' eine Liebeserklärung.

Jedenfalls stand er wieder auf und machte tatsächlich Anstallten sich wieder auf einen der Stühle an unserem Tisch zu setzen. Aber noch bevor er sich auf einem dieser nieder lassen konnte, hob ich meine Füße und legte sie auf den Stuhl.

„Hier ist besetzt. Also verschwinde!" Er drehte sich zu mir um und versuchte mein Gesicht unter der Kapuze zu erkennen. Vergeblich.

„Was hast du denn? Kann ich mich nicht mal mehr setzen?" Er wankte leicht in meine Richtung und meine Hand legte sich auf meinen Dolch.

„Nicht zu uns. Und ich wiederhole mich nur sehr ungern, also mach das du Land gewinnst, oder ... ." Ich ließ den Satz bedrohlich in der Luft hängen.

„Oder was?" Ich zog meinen Dolch und setzte ihn ihm mit einer schnellen Bewegung auf die Brust.

„Oder du machst damit Bekanntschaft und glaube mir, der hat schon härtere Panzer geknackt als deine Fellrüstung!" Leicht eingeschüchtert verzog er sich wieder zu seinen Freunden und ich stand auf.

„Lass uns gehen." Teraluna nahm ihre Tasche und ich warf eine Münze auf den Tisch. Als wir uns umdrehten und zur Tür gehen wollten wurde diese plötzlich von außen aufgerissen und vier Männer stolperten herein.

„Hat von euch einer einen Tiefling in der Begleitung von einem ... ." Er stockte, als sein Blick auf mir und Teraluna hängen blieb und sich augenblicklich verdüsterte.

„Du!" Damit zog er sein Schwert und auch ich ließ meines aus der Scheide gleiten. „Du verfluchter Tiefling! Hast mich um meine ganze Beute gebracht!" Ich grinste ihn nur an, was er natürlich nicht sehen konnte und erwiderte:

„Selbst schuld. Wenn man sich immer nur an Schwächeren vergreift, dann muss man irgendwann damit rechnen, das man selbst mal zum Schwächeren wird." Er ließ ein wütendes schnauben hören.

„Schwing hier keine Worte. Du hast mich überfallen und bestohlen!" Fehler und das merkte er sofort.

Ich sprang nach vorne und schmetterte ihm mein Schwert entgegen. Er parierte und versuchte mich mit einem schnellen Dolchstoß aus dem Gleichgewicht zu bringen, aber ich erkannte was er vorhatte und wich zurück. Dafür rückten nun seine Freunde auf und auch der Wirt mischte sich ein.

„Hört auf damit, das hier ist eine anständige Schenke und hier gibt es keine Prügeleien."

„Pah! Anständige Schenke! Und dann lasst ihr hier solches Gesindel wie diesen Tiefling rein?" Der Kopf des Wirtes wand sich zu mir und nicht nur seiner, sämtliche Köpfe drehten sich mit fast schon verhassten Blicken zu mir um. Ich wusste, warum ich Städte mied.

„Ihr seid ein Tiefling?" Ich funkelte ihn nur böse an.

„Und weiter?"

„Euer Volk ist in meiner Schenke nicht willkommen, ihr bringt nur Ärger, also verschwindet und klärt das wo anders." Ein weiterer verächtlicher Blick traf ihn.

„Und warum? Weil es immer irgendwelche Idioten gibt, die nicht mit anderen Völkern leben können!"

„Oh, wir können mit anderen Völkern leben, deine kleine Elfenfreundin kann ruhig bleiben. Aber jeder weiß doch, das Tieflinge Schurken und Diebe sind. Halsabschneider, für die haben wir hier keinen Platz!" Ich sah ihn an und musste mich zusammen nehmen, um ihm nicht gleich den Dolch ins Herz zu stoßen. Diebe, soso und warum wart ihr es dann, die Teraluna ausrauben wollten? Aber ich kam nicht dazu die Frage zu stellen, den ein weiterer Mensch mischte sich ein.

„Hört zu. Wir wollen hier keinen Streit. Warum setzen wir uns nicht alle an einen Tisch und klären das in aller Ruhe?" Ich sah zu dem Menschen. Dummer Kerl.

„Ich setz mich nicht mit Tieflingsbrut an einen Tisch!" Wieder sah ich zu diesem Idioten, der einfach nicht zu verstehen schien, dass er mich nicht einschüchtern konnte.

„Auch gut, dann werde ich jetzt gehen."

„Erst wenn ihr mir zurück gegeben habt, was ihr gestohlen habt." Ich ging an ihm vorbei.

„Ich habe euch nichts gestohlen. Ich habe euch lediglich um ein paar Dinge erleichtert, die ihr Anderen weg genommen habt. Das ist alles." Diesmal kam meine Reaktion zu spät, als seine Hand nach vorne schnellte und mich am Umhang zurück zog. Die Kapuze rutschte mir vom Kopf und ich funkelte ihn erneut böse aus meinen schwarzen Augen an.

„Finger weg!" Er ließ auch wirklich meinen Umhang los, aber dafür wurden jetzt in der gesamten Schenke Köpfe zusammengesteckt. Stühle rückten und einige derjenigen die sich bis jetzt noch heraus gehalten hatten, gesellten sich zu meiner Gegenseite.

Die selbe Prozedur, überall. Und dabei gehörte ich mit meiner weißen Haut und den schwarzen Zeichen in meinem Gesicht noch zu den unauffälligsten Vertretern meiner Rasse. Ich spannte meine Hand fester um mein Schwert und auch Teraluna trat einen Schritt näher heran.

„Ich will, das du mir meine Habe zurück gibst!"

„Und ich wiederhole, das ich dir gar nicht zurück geben werde!"

„Miststück!" Er sprang auf mich zu und ich wich seinem Schlag aus. Aus den Augenwinkeln konnte ich sehen, das Teraluna einen Schlafzauber wob und sich gleichzeitig zwei der Kerle vom Hals schaffen musste. Kurz erwog ich meinem Gegner einfach den Dolch in den Leib zu rammen, was ich ohne Umstände gekonnt hätte so schäbig wie er seine Deckung hielt, aber ich wollte Niemanden töten und so sie Situation noch verschlimmern.

Also rammte ich ihm nur das Heft meines Schwertes in den Magen und holte einen weiteren, der sich auf Teraluna stürzen wollte von den Beinen. Damit endete aber auch schon meine Glückssträhne und ich wurde von einem Angreifer gepackt und auf den Boden geworfen. Noch bevor ich mich aufrappeln konnte setzte er seinen Fuß auf meine Brust und sein Schwert an meinen Hals.

„Soll ich dir noch ein paar Zeichen in dein Gesicht ritzen Tiefling? Was meinst du?" Ich versuchte ihn mit meinen Beinen von mir runter zu holen, aber kaum wollte ich diese bewegen, da wurden sie von einem weiteren Mann nach unten gedrückt und festgenagelt.

Ein anderer packte meine Arme und entwand mir Schwert und Dolch und auch Teraluna erging es nicht viel anders.

„Na Tiefling, was sagst du jetzt? Vielleicht sollten wir dir noch eine kleine Lektion erteilen bevor wir dich wieder gehen lassen. Wenn wir dich überhaupt gehen lassen, siehst nämlich gar nicht mal schlecht für einen Tiefling aus."

„Danke für die Blumen!" Presste ich zwischen zusammengebissenen Zähnen hervor und handelte mir damit einen schmerzenden Fußtritt ein.

„Sei nicht so frech, oder ich verpass dir wirklich noch ein paar Zeichen mehr." Er beugte sich vor und kam mit seinem verdreckten Dolch bedrohlich nahe an mein Gesicht, aber noch bevor er die Klinge ansetzen konnte wurden er und seine Männer von einer riesigen Doppelaxt bei Seite geschoben und ich blickte in das Gesicht des Halb-Orks, der mir seine Hand reichte.

Ich ergriff sie und sprang auf, bückte mich nach meinem Schwert und Dolch und drehte mich wieder zu unserem Retter um. Dieser zeigte mit seiner Doppelaxt auf die Tür und ich nickte, packte Teraluna und gemeinsam rannten wir aus der Schenke und durch die nächst beste Gasse.

Als ich der Meinung war wir währen nun endlich weit genug weg hielten wir an und lehnten uns erschöpft gegen die Wand. Unsere Freude jedoch währte nicht lange, denn kurze Augenblicke später trat ein Schatten aus der Dunkelheit hervor und ich hob wieder mein Schwert.

Es war aber nur der Halb-Ork der sich aus den Schatten abzeichnete. Erleichtert lehnte ich mich wieder an die Wand, ließ unseren neugewonnen Freund aber keine Sekunde aus den Augen und als ich einigermaßen wieder bei Atem war fragte ich ihn:

„Warum habt ihr uns geholfen?"

„Ich mag es nicht wenn andere Rassen diskriminiert werden." Nobel, aber in diesen Zeiten nicht das richtige Motto um zu überleben.

„Erwartet aber nicht, das wir euch für eure Mühe entlohnen."

„Elessa!" Ich sah zu Teraluna.

„Was? Wir können ihm nichts geben."

„Ich will auch nichts von euch."

„Ach?" Ich sah ihm in die Augen, was mich einige Mühe kostete, da er gut um ein weiteres Drittel seines Körpers größer war als ich.

„Das heißt, einen kleinen Gefallen könntet ihr mir schon tun." War ja zu erwarten. In diesen Zeiten wurde nichts gegen eine entsprechende Entschädigung gegeben. Vernünftiges Motto. Zumindest für die die auf meiner Seite standen.

„Und das währe?"

„Ich würde mich euch gerne anschließen. Es sind schwierige Zeiten, selbst für jemanden wie mich und in solchen Zeiten kann man nie zu wenige sein." Ich überlegte. Er hatte uns zwar geholfen, aber konnten wir ihm auch vertrauen?

„Wir werden nach Norden weiter reisen."

„Ist mir recht."

„Und wahrscheinlich werden wir im Eiswindtal für den Rest des Winters eingeschneit sein."

„Ich hab ein dickes Fell."

„Wir werden kämpfen müssen."

„Ich kann mit meiner Doppelaxt umgehen."

„Und angefeindet werden."

„Bin ich gewohnt."

„Und im Freien übernachten."

„Kein Problem."

„Und ... ."

„Elessa, ich glaube wir können ihm vertrauen. Sonst hätte er uns eben nicht geholfen." Ich wandte mich zu Teraluna und warf ihr einen zornigen Blick zu, den sie aber gar nicht bemerkte, weil sich ihr Aufmerksamkeit wieder auf den Halb-Ork gerichtet hatte, der sich nun zu ihr herunter beugte.

„Ich bin Vasul Uragh, Barbar meiner Klasse."

„Teraluna Eria, Druidin." Vasul nickte und wand sich an mich.

„Und ihr seid?" Missmutig sah ich seine Hand an, ergriff sie aber schließlich mit einem Seufzer. Er hatte recht. Man konnte nie zu wenige sein.

„Elessa Elessar, Kämpferin." Er nickte und schulterte seine Axt.

„Es wird bald dunkel. Am besten wir suchen uns im Hafen ein leerstehendes Lagerhaus zum übernachten." Sagte er und ging voraus, dicht gefolgt von Teraluna. Ich zögerte noch.

Für einen Halb-Ork wirkte er sehr gebildet und er hatte auch, zumindest für seine Rasse, feine Gesichtszüge. Na ja, mal abwarten, wie sich das Ganze entwickeln würde. Ich zog mir meine Kapuze wieder über den Kopf und folgte den Beiden.

Das Lagerhaus roch nach Fisch und es war feucht. Ich kann so was nicht leiden und außerdem war es schweinekalt. Meine eh schon misse Laune sank auf den Nullpunkt, als es auch noch anfing zu regnen und ich feststellen musste, dass das Dach undicht war.

Genervt drehte ich mich um sah, dass dies Teraluna und dem Halb-Ork nichts auszumachen schien, denn sie hatten es sich schon auf einem einigermaßen trockenen Plätzchen gemütlich gemacht.

„Setzt euch doch zu uns." Er deutete mit seiner Hand auf eine freie Stelle neben sich, aber ich machte kehrt und drehte mich wieder um. „Sagt ist sie immer so?"

„Ja, zumindest seit ich sie kenne."

„Mm. Verzeiht wenn ich frage, aber eine Druidin und ein Tiefling, wie passt das zusammen?" Teraluna lachte.

„Eigentlich gar nicht und wir kennen uns auch erst seit ein paar Tagen. Dieser Kerl, in der Schenke, er wollte mich einige Tagesreisen vor Luskan überfallen."

„Und Elessa kam euch zu Hilfe." Beendete Vasul den Satz. Aus den Augenwinkeln konnte ich sehen, wie sich Teraluna zu ihm beugte.

„Ich glaube ja ehr, dass sie es auf die Beute der Räuber abgesehen hatte." Ich drehte mich um.

„Das hab ich gehört," meinte ich düster und Teraluna kicherte.

„War auch nicht so gemeint. Nimm es mir nicht übel." Ich atmete tief ein und näherte mich den Beiden. Am liebsten hätte ich Vasul gesagt, dass es ihm egal sein konnte, wie wir zueinander standen, aber in anbetracht der Tatsache, das er größer war als ich und eine riesige Doppelaxt, die nicht mal heben konnte, schwang wie einen Holzstab, überlegte ich es mir doch anders und setzte mich außerhalb der Reichweite seiner Arme auf den Boden.

„Und was sucht ihr hier in Luskan, wenn ich fragen darf." Er sah mich an als erwartete er eine Antwort und als diese nicht kam wendete er sich wieder an Teraluna.

„Nun, wir suchen Arbeit, wie so viele andere." Der Ork nickte bedächtig mit dem Kopf.

„Wie es scheint, seid ihr nicht sehr erfolgreich." Ich drehte mich um.

„Ja, es sind schwere Zeiten, selbst wenn man, nicht so wie wir, angesehen ist in der Gesellschaft." Wieder nickte er.

„Und deshalb wollt ihr nach Norden in das Eiswindtal?" Teraluna nickte und ich fing an mit dem Griff meines Dolches zu spielen.

„Zumindest ich möchte dort hin. Was Elessa will weiß ich nicht." Ich konnte spüren wie sich der Halb-Ork wieder zu mir drehte.

„Tut bitte nicht so, als hättet ihr dieses Gespräch nicht gehört und lasst mich meine Frage nicht noch mal stellen." Ich fuhr herum. Was bildete er sich ein, mir zu sagen was ich zu hören und was ich nicht zu hören hatte?

„Es geht euch überhaupt nichts an, was meine Pläne sind und überhaupt habt ihr mir gar nichts zu sagen Ork." Erzürnt stand ich auf und suchte mir in einer anderen Ecke des Lagerhauses einen trockenen Fleck. Was in anbetracht des mehr als undichten Daches gar nicht so einfach war. Aber schließlich fand ich eine passable Stelle und ließ mich nieder.

Mich ausfragen zu wollen! Da musste dieser Kerl schon früher aufstehen! Ich schenkte den beiden einen düsteren Blick. Wenn sie sich so gut verstanden, dann sollten sie doch alleine weiter ziehen, ohne mich! Vielleicht währe es besser, wenn ich wieder zurück nach Niewinter ginge, dort gab es wenigstens noch vereinzelt Arbeit, auch wenn sie hundsmiserabel war.

Nach einem weiteren Blick in Richtung der sich Unterhaltenden legte ich meine Tasche ab und mein Schwert griffbereit daneben. Dann drehte ich mich um, wickelte mich noch enger in meinen Mantel und schlief schließlich ein.

Ich weiß nicht von was ich erwachte, von dem widerlichen Fischgestank, der bitteren Kälte oder einfach wegen der Tatsache, dass sich eine Regenpfütze entschlossen hatte ihre übervolles Becken zu entlehren und das tropfenweiße auf mein Gesicht.

Fest stand nur, das ich schließlich aufwachte und das viel zu früh, wie ich feststellen musste. Mürrisch rückte ich ein Stück zur Seite, drehte mich um und versuchte wieder weiter zu schlafen. Vergebens.

Als ich merkte, das weder das eine noch das andere etwas brachte stand ich auf. Ein Blick zu meinen beiden ‚Gefährten' zeigte mir, dass beide noch in tiefem Schlummer lagen. Na ja, die konnten schon auf sich selbst aufpassen.

Ich schnappte mir Schwert und Beutel und verließ diese Fischbaracke, mit dem festen Entschluss sie nie wieder zu betreten und wenn ich in der nächsten Nacht unter freiem Himmel schlafen musste. In diese stinkende Müllhalde würde ich keinen Fuß mehr setzen. Ich hasse Fisch.

Also lenkte ich meine Schritte vom Hafen weg, in dem dieser Geruch an der Tagesordnung war und schlenderte durch die noch dunklen Gassen von Luskan ohne festes Ziel.

Wohin sollte man auch mitten in der Nacht gehen? Und von den Orten die man betreten konnte um Zerstreuung zu finden, hielt ich mich fern. Was überhaupt nicht schwer viel, den das Geschrei der Männer und das Gekicher der Frauen war auf eine Meile gegen den Wind zu hören.

Erneut fragte ich mich, was ich hier eigentlich tat. Und erneut wusste ich die Antwort auf diese Frage. Wohin sollte ich den? Ein Tiefling, der nichts von seiner Rasse wissen wollte, weil sie nicht zu ihm passte und der auf der einen Hälfte genauso verhasst war wie auf der anderen, auch wenn es verschiedene Gründe wahren.

Die Menschen fürchteten mich und die Dämonen verachteten mich. Wohin also hätte ich gehen sollen? Zu den wenigen meiner Art, die sich zusammenrotteten um sich ein Leben lang zu verstecken und um wenigstens etwas Schutz gegen die Menschen zu haben. Nein danke! Da zog ich doch lieber allein durch die Wälder Ferûns und erkämpfte mir meinen Lebensunterhalt. Es war zwar nicht immer ein einfaches Leben, aber ich war frei und ungebunden, nicht wie meine Artgenossen die sich in begrenzten Gebieten aufhalten mussten, wenn sie nicht sogar gleich gejagt und geschlachtet wurden. Dann doch lieber allein, aber frei.

Plötzlich blickte ich auf, als vor mir lautes Gelächter erklang. Durch meine Gedanken abgelenkt hatten meine Beine ihren eigenen Weg gefunden und mich nun doch direkt in die Nähe eines der Freudenhäuser gebracht.

Sofort drehte ich mich auf dem Absatz herum und wollte wieder in die Schatten der Häuser zurück weichen, als sich eine Hand fest um meinen Mantel schloss und ich, die Hand am Schwertgriff herum fuhr. Mir gegenüber erblickte ich einen kleinen, dicken Mann, der die Grenze der Betrunkenheit weit hinter sich gelassen hatte und ein Freudenmädchen im Arm hatte, die ihm mit ihren verfaulten Zähnen am Ohr knapperte. Widerlich!

„Finger weg!" Ich entriss ihm meinen Mantel und wollte in der selben Bewegung zurück treten stieß aber gegen etwas und wirbelte herum, als sich eine Hand auf meine Schultern legte. Vor mir stand ein Riese von Mann, mit Schultern wie ein Ochse hinter denen ich mich zweimal verstecken konnte und Muskelberge auf den Oberarmen, das es aussah, als hätte er keinen Hals mehr.

„Na, was ist mit dir Schätzchen? Hast du heute keine Lust mehr oder schon einen anderen Freier?" Schätzchen? Freier? Der Besoffene lachte und eine wilde Alkoholfahne hüllte mich ein.

„Eischen anferen Schreier? Asch misch?" Nuschelte der Dicke und ich wand mich ab, da vertrat mir wieder der Muskelberg den Weg.

„Na, wohin den so schnell? Wenn nicht mein Freund, dann vielleicht mich?" Ich schaute zu ihm auf. Also entweder war der auch schon so betrunken, das er nicht erkannte, dass ich weder so aussah wie ein Freudenmädchen noch deren Interessen an ihm zeigte, oder er war einfach nur auf Streit aus. Keins von beidem erschien mir besonderst anregend, aber in anbetrachte der Tatsachen, würde ich ihm ehr meinen Dolch ins Herz rammen als zuzulassen, dass er auch nur einen Finger an mich legte.

„Wenn ihr auch nur ansatzweise so viel Masse im Kopf habt wie auf euren Schultern, dann würde ich euch raten, das Weite zu suchen und mich gehen zu lassen!" Schmetterte ich ihm herausfordernd entgegen. Er fing an zu lachen.

„Du hast Mut Mädel, so mit mir zu reden, aber das bringt dir nichts. Ich hab dich ausgewählt, mir heute Abend als Belustigung zu dienen und darauf solltest du Stolz sein. Ich bin sehr Anspruchsvoll!" Er trat einen Schritt auf mich zu und ich ließ ihn gewähren, die Hand am Dolch. Sollte er ruhig noch einen Schritt näher kommen und seine Hand auf meine Schulter legen, dann würde ihn der Stahl unter meinem Mantel ganz schnell davon überzeugen, dass er sich die Falsche ausgesucht hatte.

Er hob auch tatsächlich seinen Fuß um diesen für ihn schicksalhaften und letzten Schritt zu tun und auch mein Dolch war schon halb aus seinem Futter gezogen, da trat ein Mann in den Lichtkegel des Hauses und senkte sein Schwert zwischen mich und mein Opfer. Fast schon mit zornigen Augen wand ich mich dem Fremden zu, als dieser endgültig heran trat.

„Ihr scheint es nicht zu merken mein Herr, aber diese Dame hat keinerlei Interesse an eurer Gesellschaft." Der Muskelberg wand sich von mir ab und dem Eindringling zu. Und ich hätte ihn am liebsten erwürgt! Wenn er sich nicht eingemischt hätte, währe das Problem gelöst und ich verschwunden. Aber nein, es gab ja immer irgendjemanden der dachte ich bräuchte Hilfe. Warum eigentlich zum Teufel? Sah ich so schwach aus?

„Was mischt ihr euch da ein?" Der Fremde wollte etwas erwidern, kam aber nicht dazu weil ich ihm dazwischen funkte.

„Das würde mich allerdings auch interessieren!" Diesmal wahren nicht nur seine Augen auf mich gerichtet und der Muskelberg fing schallend an zu lachen, das ich dachte man würde es noch in Tiefwasser hören.

Mehr als nur etwas verwirt zog der Fremde sein Schwert zurück. „Ihr brauchtet Hilfe, deshalb hab ich mich eingemischt."

„Hab ich euch um eure Hilfe gebeten?" Gab ich patzig zurück.

„Nein."

„Also, dann lasst mich auch gefälligst in Ruhe. Nur weil ich kleiner bin als er, muss das noch lange nicht heißen, das ich nicht auch alleine mit ihm fertig werde." Ich trat dem Riesen so kräftig auf den Fuß, dass er diesen anhob und Anfing auf einem Bein herum zu hüpfen. „Es heißt nämlich," damit trat ich ihm gegen das andere Schienbein. „Je größer sie sind," mein Ellenbogen bohrte sich in seinen Magen, dass er sich zusammenkrümmte. „Desto leichter bringt man sie," das Heft meines Dolches schwirrte nach oben und hämmerte ihm gegen das Kinn und das wahr wohl zu viel des Guten, denn er kippte bewusstlos nach hinten. „Zu Fall."

Ich steckte meinen Dolch wieder weg und sah den Fremden an. „Nun, habe ich eure Hilfe gebraucht?" Mit immer noch fassungslosen Augen starrte er auf mich und dann wieder auf den Muskelberg und steckte schließlich sein Schwert weg und als er dies tat, sah ich das kurze Aufflackern einer Rüstung unter seinem abgetragenen Mantel.

„Das nicht, aber immerhin hab ich ihn abgelenkt, dass ihr ihn angreifen konntet." Ich verdrehte unter meiner Kapuze die Augen. Auch noch arrogant!

„Wenn ihr nicht gewesen währt, dann hätte ich ihn auf eine andere Art und weiße zum verstummen gebracht, aber glaubt mir, sie währe effektiver gewesen als diese und nun lasst mich in Ruhe und verschwindet aus meinen Augen!" Mehr als nur etwas verärgert drehte ich mich um, maß den Betrunkenen mit einem wütenden Blick, der darunter zusammen zuckte und schleunigst das Weite zu suchen begann.

Es würde bald hell werden und ich wollte vor Sonnenaufgang wieder am Hafen sein. Weit kam ich allerdings nicht.

Als ich Schritte hinter mir vernahm, steppte ich nach links in den Schatten eines der Häuser und zog erneut meinen Dolch. Als der Schatten länger wurde sprang ich aus meinem improvisierten Versteck hervor und setzte dem Fremden den Dolch auf die Brust. Dieser wollte im ersten Moment zurück weichen, überlegte es sich dann aber doch anders.

„Warum verfolgt ihr mich?"

„Ihr wart eben ganz schön unfreundlich, fandet ihr nicht?"

„Nein."

„Dann will ich um Euretwillen hoffen, dass ihr so nicht jedem begegnet der euch helfen will und nehmt doch bitte den Dolch herunter." Ich funkelte ihn an.

„Warum?"

„Weil," er packte mein Handgelenk wirbelte herum, verdrehte mir den Arm und entrang mir meine Dolch. „Es sich nicht gut sprechen lässt mit einem Dolch am Herzen." Ich sprang von ihm zurück und meine Hand legte sich auf den Schwertgriff.

„Was hätte ich schon mit euch zu besprechen? Ich kenne euch nicht." Der Fremde zuckte mit den Schultern.

„Mein Name ist Riatal. Ich bin Kämpfer." Er hob seine Hand und zog sich die Kapuze vom Kopf. Darunter kam braunes, fast kupfern schimmerndes Haar zum Vorschein, dass sich ungezähmt um seinen Kopf wand. Die Blattgrünen Augen schimmerten mir listig entgegen. „Und ihr seid?"

„Das geht euch nichts an und nun gebt mir meinen Dolch, oder ich werde ihn mir zurück holen!" Er reicht ihn mir und ich steckte ihn zurück in meinen Gürtel. „Und wenn euch euer Leben lieb ist, dann verfolgt mich nicht weiter." Damit drehte ich mich um, aber er hielt mich erneut zurück und das mit einem Ruck, an meinem Mantel, der meinen Kopf freilegte und mich dazu veranlasste mich zornig umzudrehen und ihn anzufunkeln.

„Ich sagte, ihr sollt mich in Ruhe lassen verdammt noch mal!" Aber er schien die Worte gar nicht gehört zu haben. Gebannt starrte er mich an.

„Ihr seid ein Tiefling?!"

„Und weiter?" Sein Blick verdunkelte sich und ich konnte sehen, wie seine Hand unter seinem Umhang zum Schwert wanderte und auch meine senkte sich erneut. Warum wunderte ich mich eigentlich?

„Was treibt ihr hier?" Seine Stimme hatte sich merklich abgekühlt.

„Das ist meine Sache und ich währe euch sehr verbunden, wenn ihr mich nun meiner Wege ziehen lasst!" Ich machte einen Schritt rückwärts.

„Ihr seid immer noch verdammt unfreundlich!"

„Und angesichts eurer Reaktion auf meine Rasse wundert ihr euch? Vergesst nicht, ihr wolltet etwas von mir und ihr glaubtet mich gerettet zu haben, nicht umgekehrt!" Er ließ seinen Schwertgriff wieder los und starrte mich weiter an.

„Ja und das bedaure ich zutiefst!" Damit drehte er sich um und verschwand.

Hatte ich mich eben geirrt, oder war in seinen Augen mehr zu lesen gewesen, als nur die allgegenwärtige Anfeindung. Hatte ich ihn wirklich gesehen? Den selben Hass, wie ich ihn auf Menschen und Dämonen hatte?

Verwirrt ließ ich meinen Schwertgriff los. Nein, ich musste mich geirrt haben. Wahrscheinlich hatte ich mich von einer Nuance in seinen Augen täuschen lassen. Ich schlug meinen Mantel wieder hoch und machte mich endlich auf den Weg zurück in den Hafen. Sollte dieser Mensch doch tun und lassen was er wollte, mich ging es nichts an und hoffentlich würde er nie wieder meinen Weg kreuzen!

Die Sonne war bereits aufgegangen, als ich wieder an unserem Nachtlager angelangt war und es kostete mich viel Überwindung die Tür zur Lagerhalle aufzuschieben und auch nur wieder einen Fuß in diese, nach Fisch stinkende Baracke zu setzen. Ich wurde mit einem erfreuten Ausruf Teralunas belohnt.

„Elessa! Schau mal, was mir ein Matrose geschenkt hat. Vasul hat gemeint, das er daraus ein hervorragendes Essen machen kann." Ich drehte mich um, etwas verwirrt von ihrer guten Laune und verharrte regungslos.

Sie war auf mich zugekommen und hielt mir unser Mittagessen unter die Nase. Einen großen, glubschäugigen, glitschigen, triefenden und stinkenden Fisch. Ich hasse Fisch! Und dementsprechend viel auch meine Reaktion aus, die darin bestand, das ich angeekelt das Gesicht verzog und mich umdrehte um diese verseuchte Lagerhalle wieder zu verlassen.

Kaum hatte ich einen Schritt ins Freie gemacht, zog ich begierig die Luft ein. Auch wenn sie immer noch nach Fisch roch, der Geruch war hier draußen bei weitem nicht so schlimm wie in der Lagerhalle. Großer Gott, wahrscheinlich hatten sie in ihr sogar Fisch gelagert gehabt, bevor wir sie uns als unser Nachtlager auserkoren hatten!

Hinter mir hörte ich wie sich die Tür wieder öffnete und Teraluna heraus kam um sich neben mich zu stellen.

„Du magst wohl keinen Fisch?!" Ich schüttelte den Kopf.

„Dann werde ich schon noch was anderes zum essen für dich auftreiben." Schon wieder dieser übertrieben fröhliche Tonfall.

„Danke, ich verzichte. Ich kann mir auch selber was zum essen besorgen." Ich machte anstallten mich von ihr zu entfernen, als sie mich zurück hielt.

„Aber sei vorsichtig. Die Matrosen mit denen ich geredet habe, sagen, dass im Norden Goblins gesichtet worden sind." Wenn ich nicht etwas gegen überflüssige Gesichtsausdrücke gehabt hätte, hätte ich jetzt wahrscheinlich belustigt mein Gesicht verzogen. Aber ich hatte etwas gegen überflüssige Gesichtsausdrücke und so beließ ich es bei einem hochziehen einer meiner Braunen.

„Goblins?" Teraluna nickte.

„Goblins sind nicht gefährlich. Sie sind allerhöchstens nervend, wenn man zu oft auf sie trieft, aber nicht gefährlich. Zumindest wahren es die, auf die ich gestoßen bin noch nie." Teraluna wollte noch etwas sagen, aber ich schnitt ihr mit einer Bewegung das Wort ab.

„Und außerdem kann ich auf mich selbst aufpassen." Ich drehte mich um und verließ den Hafen, nicht verstehend, warum sich Matrosen sorgen um Goblins machten. Diese kleinen Viecher tauchten immer wieder auf und überfielen hier ein Dorf und dort einen einzelnen Bauernhof und auch in der Wildnis traf man oft auf sie, aber sie wahren keine Bedrohung. Nicht annähernd.

Und wir befanden uns hier in Luskan. Einer Stadt die durchaus in der Lage war sich zu verteidigen und auch die anderen der Zehnstädte Bremen, Targos oder Brin Shander. Großer Gott, es wahren Städte und keine in Ferûns Wälder gelegenen Dörfer die man überfallen konnte ohne aufsehen zu erregen! Seemannsgarn, nichts weiter. Irgendwelche Geschichten und Vermutungen denen jemand zu viel beigemessen hatte.

Ich verscheuchte diese Gedanken um mich wieder auf mein eigentliches Problem zu konzentrieren. Nämlich die suche nach etwas zu essen, das nichts mit Fisch zu tun hatte.

Was sich als schwerer erwies, als ich gedacht hatte. Luskan war eine Stadt an einem Fluss. Ich glaube einige Matrosen hatten ihn Shangarn genannt und dementsprechend gab es hier auch viel Fisch, was nicht annähernd zur Hebung meiner Stimmung beitrug.

Und so lenkte ich, nach mehreren vergeblichen Versuchen im Hafen etwas zu essen zu finden, dass essbar war, meine Schritte weiter Landeinwärts und Richtung Markt. Was sich schon nach kürzester Zeit als richtiger Entschluss erwies, den mir wehten die Gerüche von Nahrungsmitteln entgegen.

Nach einigen weiteren Gassen erreichte ich schließlich den Markt, auf dem, für diese schweren Zeiten, ein recht buntes Treiben herrschte. Vielleicht lag das aber auch nur an den Schiffen die mit frischen Lebensmitteln angekommen wahren.

Aber das konnte mir nur recht sein und so zog ich meine Kapuze noch ein Stück weiter ins Gesicht und betrat die engen Gänge zwischen den einzelnen Ständen, auf denen Marktschreier und Händler allerlei Dinge feil boten.

Das meiste davon interessierte mich nicht und so schlenderte ich in Ruhe über den Markt und besah mir fast angewidert, wie sich hysterische Frauen um die kleinsten Dinge zankten und Männer laut Hals über den Preis eines Schweins oder eine Ziege stritten.

Als ich an einem Stand vorbei lief der Früchte feil bot hielt ich an und suchte mir einige heraus. Ich bezahlte die schon fast wuchernden Preise von dem wenigen Geld, das uns noch geblieben war und biss herzhaft in die saftige Frucht.

Augenblicklich fühlte ich mich besser und in einer für mich ungewöhnlichen fröhlichen Stimmung drehte ich mich um und praktisch im selben Augenblick sank sie wieder.

In einiger Entfernung konnte ich eine hoch gewachsene Gestalt in der Menge ausmachen, die beharrlich in meine Richtung blickte. Der Fremde von gestern Nacht. Ich warf ihm einen giftigen Blick zu, den er natürlich nicht erkennen konnte und wandte mich von ihm ab. Wenn er mich wirklich verfolgen würde, würde ich es früh genug merken und dann hätte der Fremde ein Problem.

Ohne festes Ziel wanderte ich weiter über den Markt, was an sich schon ungewöhnlich genug war, den eigentlich hasste ich diese Ansammlungen der Massen. Heute jedoch ließ ich mich bereitwillig mittreiben und vergaß für einige Zeit die Sorgen die mich plagten.

Und nach einer ungewissen Zeit schwamm ich an einer Gruppe von Männern vorbei, die vor einer großen Holztafel mit Anschlägen standen und sich über ein Thema unterhielten, das mich sofort aus meinen Gedanken riss.

„Und wenn ich es dir doch sage. All die Schiffe die unten im Hafen vor Anker liegen warten nur darauf, das sich Halsabschneider und Söldner freiwillig für diesen Auftrag melden. Ruhm und Reichtum! Pah! Das ich nicht lache! Alles was diese Idioten bekommen werden, ist der Stahl der Goblins in ihren Körpern."

„Aber versteh doch. Targos braucht Hilfe. Wenn die Lage wirklich so Ernst ist wie man es sich erzählt, dann wird dort jeder Mann gebraucht."

„Und warum schickt der Fürst dann nicht seine Truppen und ruft statt dessen das ganze Gesindel auf die Schiffe? Ich sage dir, Targos ist verloren. Ich habe es von einem Seemann gehört, der gerade mit der ‚hinterhältigen Hexe' angekommen ist. Sie wahren froh, es überhaupt aus Targos herausgeschafft zu haben und nun will dieser Irre von Kapitän Hedron auch noch mal zurück fahren."

„Das ist doch nur selbstverständlich. Immerhin lebt seine Mutter in Targos."

„Und warum hat er sie nicht gleich mitgenommen? Aber das Ganze spielt eh keine Rolle, weil er nämlich nicht mehr nach Targos zurück kommt. Kein Seemann ist dumm genug auf so einen Unterreichtrip mitzukommen!" Der Mann fing schallend an zu lachen. „Er hat es sogar schon ausrufen lassen, das er diejenigen, die nach Targos wollen ohne jegliche Bezahlung mitnimmt, unter der Vorraussetzung, das sie segeln können. Wenn du mich fragst, die pure Verzweiflung, die den Mann treibt." Der andere nickte.

„Aber Fürst Ulbrec hat denjenigen die Targos zu Hilfe eilen eine hohe Belohnung versprochen."

„Ja ja, und ich verkaufe Schwerter die von alleine kämpfen. Das ist doch alles nur ... ."

Mehr hörte ich nicht, denn ich hatte mich herum gedreht und marschierte mit schnellen Schritten Richtung Hafen.

Kapitän Hedron auf der ‚hinterhältigen Hexe'.

Meine Entscheidung stand fest. Ich würde nach Targos segeln.

Das war also mein erstes Kapitel.

Ich bin gespannt, ob es euch gefallen hat. Und vor allem wie euch mein Hauptcharakter gefällt. Elessa ist ja nun mal ziemlich eigenwillig und stur, aber gerade das gefällt mir an ihr. Nun meine Freundin sagt, das Elessa Elessar ein ziemlich langweiliger Name ist. Mag sein, aber mir gefällt er und zugegeben, er ist schon aus ‚der Herr der Ringe' abgespickt, aber was macht das schon? Ich hab eh nicht vor, hiermit Geld zu verdienen.

Nun ja, genug geredet. Ich hoffe einfach mal meine Geschichte hat euch bis hier her gefallen und sage Tschüs, bis zum nächsten mal.

Eure Hatchepsut