Viel Spaß beim Weiterlesen... ;-)
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2. Kapitel: Auszeit
In der Nacht machte Randy kaum ein Auge zu, dazu war er zu aufgewühlt. Ihm ging es nicht aus dem Kopf, dass sein Freund die nächsten Monate ans Bett gefesselt sein sollte. Was bedeutete so eine halbseitige Lähmung eigentlich genau? Es musste doch heißen, dass Adam selbst bei den einfachsten Dingen Hilfe benötigte?! Randy machte sich viele Gedanken über die Situation, doch immer kam er zu einem Ergebnis: Adam würde ihn brauchen wie nie zuvor und er muss ihm den nötigen Halt geben.
Als Adam aus der Narkose erwachte, schmerzte sein Körper. Bruchstückhaft erinnerte er sich an den Abend und die Geschehnisse bei Wrestlemania. Die Atmosphäre war hitzig und er fühlte sich ganz in seinem Element. Auch wenn er an diesem Abend nur einen kurzen Auftritt hatte, so sollte es seine große Show werden, gekrönt von einer anschließenden kleinen privaten Geburtstagsfeier mit Randy. Doch etwas stimmte nicht, das merkte er sofort, als Matt ihn auf der waagerechten Leiter abgelegt hatte. Adam war von vorherigen Aktionen ein wenig mitgenommen, dennoch sagte ihm sein Gefühl, dass seine Position diesmal anders war als im Training. Warum? Er schaute kurz auf zu Jeff, der auf der großen Leiter im Ring stand und seinerseits etwas verunsichert zu seinem Bruder blickte. Dieser feuerte ihn jedoch vehement zu dem geplanten Sprung an. Matt war sich seiner Sache sicher, also musste alles seine Richtigkeit haben. Vielleicht kam es Adam auch nur anders vor, weil seine Sinne ihm einen Streich spielten? Jeff tat wie ihm geheißen, er sprang auf den 33-jährigen, wie sie es im Training mehrere Male geprobt hatten, ein Aufschrei ging durch die 81.000 Menschen im Publikum. Die Leiter unter Adam brach durch und mit einem Mal wurde ihm schwarz vor Augen. Er bekam keine Luft mehr, spürte seinen Rücken kaum noch und ein einziger Schmerz durchfuhr seine Gliedmaßen. Benommen blieb er auf Jeff Hardy liegen und Adam bekam nur noch mit, wie er schließlich von den Offiziellen zum Krankenwagen transportiert wurde. Dann verlor er das Bewusstsein.
Und nun war er hier, in einem... Krankenbett. Sein Kopf tat weh, er fühlte sich schwach. Plötzlich beugte sich ein Arzt über ihn, nahm wohlwollend zur Kenntnis, dass sein Patient erwacht ist. Dr. Taylor hieß der Mann und Adam wollte unbedingt erfahren, was passiert ist, wie schwer er sich bei dem Leitersprung verletzt hat. Er versuchte, sich aufzusetzen, merkte aber schnell, dass er sich kaum einen Zentimeter bewegen konnte. Sein Körper schmerzte nicht nur, sondern er fühlte sich an manchen Stellen komplett taub an. Er ging diesem Gefühl nach und stellte entsetzt fest, dass er sowohl seinen linken Arm, als auch sein linkes Bein nicht mehr spürt. „Verdammt, was ist das???", rief er panisch.
„Bitte beruhigen Sie sich.", versuchte der Arzt den 33-jährigen zu beschwichtigen. „Sie hatten einen schweren Unfall und das Letzte, was Sie jetzt brauchen ist Aufregung."
„Es ist mir scheißegal, was ich brauche. Sagen Sie mir endlich, was hier los ist! Warum fühlt sich mein Körper so taub an???", fragte Adam völlig außer sich und entsetzt über seinen eigenen Zustand. Wieder versuchte er, sich aufzusetzen und scheiterte.
„Sie haben sich innere Verletzungen zugezogen und zudem noch einen Nervenschaden erlitten, der für die vorübergehende Lähmung Ihrer linken Körperhälfte verantwortlich ist. Das ist der Grund für das Taubheitsgefühl, das Sie verspüren.", erklärte Dr. Taylor.
Lähmung. Er war... gelähmt?! Schockiert fixierte Adam die beruhigenden Augen des Arztes. Sein eigener Blick spiegelte blankes Entsetzen wieder. „Wird das... wieder verschwinden?", fragte er apathisch.
Der Arzt nickte. „Sie hatten einen Schutzengel, Mr. Copeland. Der betreffende Nerv ist nicht irreparabel beschädigt und Ihre Heilungschancen stehen dank der sofortigen Operation sehr gut. Sie müssen sich schonen in den nächsten Monaten, und mit einer regelmäßigen Reha werden wir Sie wieder hinkriegen. Doch bevor wir damit anfangen können, müssen Sie sich erst einmal erholen und Ihre übrigen Verletzungen auskurieren."
„Monate? Sagten Sie gerade Monate? Werde ich danach wieder kämpfen können?", fragte Adam ungeduldig.
„Ich denke schon, aber jetzt sollten Sie nicht darüber nachdenken, sondern sich ganz und gar auf Ihre Heilung konzentrieren. Sie sind schwer getroffen worden und Sie haben wirklich Glück gehabt, dass es so glimpflich ausgegangen ist. Auch wenn es Ihnen schwer fällt, bitte seien Sie jetzt geduldig. Wir machen einen Schritt nach dem nächsten, werden Ihre Muskeln Stück für Stück trainieren und wieder aufbauen.", antwortete Dr. Taylor eindringlich.
Resignierend blickte Adam zur Decke. „Wie viele Monate werden es sein?"
„Vielleicht zwei, vielleicht auch vier. Je nachdem, wie schnell die Reha anschlägt. Wichtig ist, dass wir Sie regelmäßig behandeln.", gab der Arzt zurück.
„Ich werde kämpfen bis zum Umfallen, darauf können Sie sich verlassen!", sagte Adam voller Überzeugung. Er meinte es ernst. Er wollte aus diesem Krankenhaus raus, je schneller, desto besser und der Gedanke, die nächsten Monate das Bett hüten zu müssen, der gefiel ihm gar nicht. Adam liebte die Action und er brauchte sie täglich, nichts setzte ihm mehr zu, als nutzlos herumzuliegen und nichts zu tun. Sein längster Krankenhausaufenthalt dauerte eineinhalb Monate und er erinnerte sich noch gut daran, wie er mit jedem Tag dem kompletten Ausrasten einen Schritt näher kam. Nun drohten ihm 4 Monate in einem Krankenbett – halbseitig gelähmt. Unfähig, irgendetwas alleine zu machen. Oft fordert sein Business Opfer und schwere Verletzungen und auch er hatte schon einige davongetragen, doch Adam quälte sich noch immer mit der Frage, wie dieser Leiterstunt so dermaßen misslingen konnte. Wieso? Und wie ging es Jeff? Hat er es unbeschadet überstanden? Randy! Ob er schon Bescheid wusste? Nichts wäre Adam jetzt lieber gewesen, als Randy zu sehen und er hoffte inständig, dass sein Geliebter ihn morgen besuchen würde. Irgendwann fühlte sich Adam zu erschöpft, um weiter nachzudenken, er zollte dem anstrengenden Tag Tribut und schlief ein.
Bereits am frühen Morgen war Randy wieder unterwegs, schlafen konnte er sowieso nicht mehr. Er musste zunächst einmal zurück zur Arena, um seine Sachen zu holen, die er gestern in der Eile liegen gelassen hatte, darunter auch sein Handy, auf dem in der Zwischenzeit reichlich Anrufe eingegangen waren. Der 27-jährige kümmerte sich nicht darum, er hatte jetzt wichtigeres zu tun. Erst einmal brachte er die Sachen nach Hause, es war kein weiter Weg, da er direkt in der Stadt wohnte, in der die diesjährige Wrestlemania ausgetragen wurde – Detroit.
Als nächstes fuhr er in das Hotel, das Adam vor zwei Tagen bezogen hatte, um dessen Sachen dort herauszuholen und sie zu ihm ins Krankenhaus zu bringen. Er ließ ein paar Kontakte spielen, um an den Zimmerschlüssel seines Freundes zu kommen und hatte schließlich keine Probleme damit. Wäre es nach ihm gegangen, hätte Adam direkt zu ihm ziehen können, nachdem Amy ihn rausgeworfen hat, doch das wollte der 33-jährige vorerst nicht. Nicht einen Tag vor Wrestlemania! Erst nach dieser Großveranstaltung wollte er beginnen, sein Leben neu zu ordnen.
Ausgerechnet einen Tag vor der besagten Großveranstaltung war Amy dahinter gekommen, dass Adam sie betrügt und sie hat nicht lange gefackelt, setzte ihn direkt vor die Tür. Als er nach Hause kam, war sie bereits in Rage, konfrontierte ihn sofort mit Vorwürfen. Sie habe neben vielen kleinen Anzeichen eine eindeutige SMS gefunden, unterzeichnet mit „R." – einen besseren Beweis gibt es nicht. Adam versuchte gar nicht erst, sich herauszureden, sondern er gestand, dass es jemand anderen gibt. Es kam zum Streit, der mit der Trennung der beiden endete. Noch in derselben Nacht rief Adam bei Randy an und erzählte ihm, was passiert war. Der Jüngere konnte sein Glück nicht fassen, endlich hatte er seinen Freund ganz offiziell für sich alleine und auch Adam war froh über die Entscheidung, die er lange vor sich hergeschoben hatte, da er seine langjährige Gefährtin nicht einfach so verletzen wollte.
Drei Wochen vor Wrestlemania hatten Randy und Adam eine zunächst unbedeutende Affäre miteinander begonnen, doch das Abenteuer endete in tiefer Zuneigung und beide wussten schnell, dass sie zusammen sein wollten.
Mit den abgeholten Sachen machte sich Randy nun auf den Weg zum Krankenhaus. Er war eigentlich viel zu früh dran, doch das störte ihn nicht. Er würde schon einen Weg finden, um zu Adam zu kommen. Die Krankenschwester an der Anmeldung erkannte den jungen Mann sofort wieder, wies ihn aber freundlich darauf hin, dass jetzt noch keine Besuchszeit sei. Er versuchte es dennoch weiter und redete schließlich so lange auf sie ein, bis sie nach Rücksprache mit einem Arzt zustimmte, in diesem speziellen Fall mal eine Ausnahme zu machen.
Zufrieden ließ sich Randy Orton zu Adams Zimmer führen und war froh, endlich wieder bei seinem Freund zu sein, den er sogleich stürmisch begrüßte. Nur eines störte ihn – eine junge Krankenschwester, die direkt hinter den beiden saß. „Was macht die hier?", fragte Orton leise. „Auf mich aufpassen.", sagte sein Freund mit einem genervten Unterton, da er die ständige Überwachung schon jetzt leid war.
„Okay, dann lassen wir sie mal verschwinden.", gab Randy lächelnd zurück. Er drehte sich zu der jungen Frau um, die sofort mit einem hochroten Kopf zu ihm aufsah. Sie schien ihn zu kennen, vielleicht war sie sogar ein Fan. Der 27-jährige machte eine unmissverständliche Handbewegung, mit der er die Krankenschwester aus dem Zimmer schickte. „Keine Sorge, wir kommen klar!", fügte er hinzu. Die junge Frau blickte ihn ehrfürchtig an, nickte schnell mit dem Kopf und stammelte: „Bitte sagen Sie Bescheid, falls Sie irgendetwas brauchen!"
„Aber sicher. Vielen Dank. Wenn ich Sie jetzt bitten dürfte.", antwortete Randy mit einem selbstgefälligen Lächeln. „Entschuldigung. Natürlich.", sagte die Krankenschwester schnell und verschwand mit weichen Knien und einem klopfenden Herzen aus dem Raum. Randy Orton hatte sie gerade tatsächlich angesprochen...
„Weiber!", stöhnte Randy genervt und wandte sich wieder Adam zu. Sanft strich er über die blonden langen Haare seines Freundes, dann beugte er sich über ihn, um ihn lange und leidenschaftlich zu küssen. Ihre Zungen spielten miteinander – ein wildes, zügelloses Spiel, wie sie es liebten. „Hattest du schon mal Sex im Krankenhaus?", fragte Adam herausfordernd. Randy grinste. „Bisher noch nicht.", antwortete er. Er traute es seinem Freund ohne weiteres zu, ihn hier zu verführen und wahnsinnig gerne hätte sich Randy auch darauf eingelassen, doch dazu war es zu früh. Adams Unfall lag nur wenige Stunden zurück und Randy wusste genau, dass sein Freund jetzt erst einmal Schonung brauchte.
Die beiden unterhielten sich lange, auch über gestern Abend, über die Veranstaltung, den Unfall, was danach geschah... Randy packte die Sachen aus, die er mitgebracht hatte und genoss es, seinen Geliebten lächeln zu sehen. Die Zeit hier war schwer für ihn und Randy spürte auch ohne, dass Adam es ihm sagte, wie unangenehm ihm diese ganze Situation war. Ständig brauchte er Hilfe bei allen Dingen. Er war nie unbeobachtet, durfte nichts alleine tun. Das setzte ihm sehr zu und Randy hätte sich nichts mehr gewünscht, als rund um die Uhr für seinen Freund da sein zu können.
Jeden Tag machte sich der 27-jährige auf den Weg zum Krankenhaus, so oft und solange es nur ging, versuchte er, bei Adam zu bleiben und ihn aufzuheitern. Auch viele andere aus dem Business kamen ihn besuchen, natürlich Vince McMahon, Val Venis, Chris Benoit, Adams langjähriger bester Freund Jay Reso und viele andere. Auch Jeff Hardy besuchte ihn einmal und unterhielt sich lange mit ihm über den Unfall. Ihn selbst hatte es weniger schlimm erwischt, er konnte direkt von dem Ärzteteam in der Arena behandelt werden und hatte bis auf ein paar Prellungen keine Verletzungen davon getragen. Als er hörte, was Adam bei dem misslungenen Sprung widerfahren war, da durchfuhr ihn ein kalter Schauer und er quälte sich mit Vorwürfen. Hätte er von oben nicht erkennen müssen, dass sein Partner falsch postiert war? Adam redete ihm diese Selbstzweifel aus, es sei einfach alles verdammt scheiße gelaufen. Keiner hatte Schuld an dem Unfall.
Viele Menschen gingen täglich in Adams Zimmer ein und aus und doch war es einzig Randy, der die Leere in seinem Inneren füllen konnte und ihm die Zeit hier halbwegs erträglich machte. Zwei Wochen konnte er nichts anderes tun, als lesen, Wände anstarren und sich umsorgen lassen. Wenigstens bekam er nun mit dem Beginn der Reha ein neues Ziel vor Augen, für das es sich lohnte zu kämpfen. Adam nahm sich vor, hart an sich zu arbeiten, damit er so schnell wie möglich wieder in der Lage war, selbstständig zu laufen.
Der Alltag in der WWE ging weiterhin seinen gewohnten Gang, alles lief wie sonst auch und nach nur wenigen Tagen sprach kaum noch jemand von „Money in the bank". Es war ein weiterer grauer Morgen, an dem sich Randy lustlos zum Training schleppte mit den Gedanken im Hinterkopf, dass er eigentlich viel lieber bei Adam sein würde. Die Wrestlemania Revenge Tour durch Deutschland hatte er für sich bereits abgeschrieben und in den nächsten Tagen würde er Vince um eine Auszeit dafür bitten. Er konnte jetzt unmöglich so weit reisen und alles was er momentan tat, fühlte sich so falsch an. Einzig seine professionelle Einstellung bewahrte Randy davor, das tägliche Training und die kommenden Shows nicht einfach sausen zu lassen. Dabei fühlte er sich ausgebrannt und unkonzentriert, seine Gedanken waren nur bei seinem Freund.
Am heutigen Tage beendete Randy seine Trainingseinheit ein wenig früher. Er ging duschen und machte sich dann auf den Weg zu einer der Umkleidekabinen. Eine laute Stimme riss ihn plötzlich aus seinen Gedanken – Matt Hardy. Randy sah, wie er mit seinem Bruder in der Umkleide stand und heftig auf ihn einredete. Als dabei der Name Adam fiel, entschied sich der 27-jährige, doch mal ein wenig genauer hinzuhören.
„Warum hast du das gemacht Mensch? Wieso besuchst du ihn???", brüllte Matt seinen Bruder an. Dieser reagierte gar nicht, sondern er packte geduldig seine Sachen zusammen. Matt dachte nicht daran, sich zu beruhigen, sondern er schlug weiterhin verbal auf Jeff ein, bis ihm schließlich der Kragen platzte. „Jetzt hör mal zu, Junge! Der Mann liegt im Krankenhaus, ist halbseitig gelähmt und es wird viele Monate brauchen, bis er wieder auf dem Damm ist. Und das nur, weil ich daneben gesprungen bin. Ich habe dich immer unterstützt und dich bei deinem Privatkrieg mit Adam verteidigt, weil ich weiß, dass er dich damals sehr verletzt hat, aber das hier geht zu weit. Es ist ein Wunder, dass er den Unfall überhaupt so gut überstanden hat, das hätte alles noch viel schlimmer ausgehen können. Gott bewahre! Und ich für meinen Teil kann nicht hier rumsitzen, ohne ihn auch nur einmal zu besuchen. Ich wollte ihn niemals verletzen und mir tut es furchtbar leid, was passiert ist."
„Bedauernswert.", sagte Matt abfällig und zog eine Augenbraue hoch. „Ich würde dazu sagen, der kleine Hurensohn hat endlich das bekommen, was er verdient. Und meiner Meinung nach ist er noch viel zu gut weggekommen. Schade, dass er irgendwann wieder kämpfen kann, ich würde seine dumme Visage hier nicht vermissen."
Das war zu viel!!! Wutentbrannt stürmte Randy die Kabine. „Das nimmst du zurück, mein Freund!", drohte er und packte Matt am Kragen. Dieser befreite sich aus dem Griff und wich einen Schritt zurück. „Warum, Orton? Wir haben uns hier über private Dinge unterhalten und ich denke nicht, dass dich das etwas angeht.", sagte Matt Hardy überheblich.
„Oh doch, das geht mich sogar ne ganze Menge an. Du trägst ihm immer noch nach, dass er dir damals die Freundin ausgespannt hat und wünschst dir allen Ernstes deswegen, dass er seine Karriere beenden muss. Erbärmlich! Bevor du hier weiter auf dieser verdammten alten Geschichte rumreitest, will ich dir mal sagen, dass es aus ist zwischen Amy und Adam. Geh doch zu ihr und werd glücklich mit ihr!", schnauzte Randy sein Gegenüber an.
„Bestimmt nicht. Ich fasse nichts an, was im Dreck gelegen hat. Aber schön, freut mich, dass Amy endlich schlau geworden ist. Wahrscheinlich hat er sich mal wieder vor ihren Augen durch alle Betten gevögelt. Ich kann nicht fassen, wie sie auf einen so verdorbenen Bastard reinfallen konnte!", giftete Matt.
Randy Orton biss sich auf die Lippe und in ihm wuchs das Bedürfnis, diese kleine Witzfigur, die hier vor ihm stand in tausend Stücke zu reißen. Stattdessen grinste er nur höhnisch und meinte: „Tja, Amy wollte eben einen richtigen Mann!"
Keine fünf Sekunden später hatte er sich eine Ohrfeige gefangen und war nun seinerseits auch nicht mehr bereit, sich zurückzuhalten. Was fiel diesem Hampelmann überhaupt ein, in einem solchen Ton über Adam zu reden? Matt hatte damals den Kürzeren gezogen, doch anstatt es einmal zu nehmen wie ein Mann, schoss er noch Jahre später gegen seinen Konkurrenten und nun zog er auch noch über dessen Verletzung her. Nein! Was zu viel ist, ist zu viel! Randy teilte kräftig aus und verprügelte Matt nach Strich und Faden. Erst mit Hilfe des eingreifenden John Cena gelang es Jeff schließlich, die beiden zu trennen.
Sie wurden zu Vince McMahon gebracht, wo jeder den Zwischenfall aus seiner Sicht schildern sollte und Matt ließ sich nicht zweimal bitten, schob die Schuld scheinheilig einem „offenbar ein wenig gereizten" Randy Orton in die Schuhe, „der ihn nur wegen eines Scherzes einfach angegriffen hat". Dieser schüttelte abfällig den Kopf und dachte gar nicht daran, sich zu solch einem Mist zu äußern. Er hatte es nicht nötig, sich zu verteidigen oder sich dafür zu rechtfertigen, dass er seinen Geliebten in Schutz genommen hatte. Vince musste aus Randys Schweigen die einzig logische Konsequenz ziehen: Eine einstweilige Suspendierung. Ihm war nicht wohl dabei, diese Entscheidung zu verhängen, gerade im jetzigen Moment, wo Vince genau wusste, dass der 27-jährige noch immer sehr unter dem Unfall von Adam litt. Dennoch blieb ihm keine andere Wahl, als Randy zu suspendieren. Er hatte einen Kollegen angegriffen und ihn scheinbar ohne Grund verprügelt, das konnte nicht ungesühnt bleiben.
Mit einem undefinierbaren Ausdruck in den Augen schaute Orton seinen Vorgesetzten an. Es war ein Ausdruck von Arroganz, Selbstbestätigung und seltsamerweise auch fast eine gewisse Dankbarkeit. Er nickte nur, drehte sich um und verließ das Büro wortlos, Matt Hardy würdigte er keines weiteren Blickes. Mit einem lauten Knall ließ er die Tür ins Schloss fallen und verließ die Arena. Jetzt hatte Randy endlich die Pause, die er so dringend brauchte. Ob sein Auftritt von eben weitere Konsequenzen haben würde, war ihm egal, denn sein Herz sagte ihm, dass er das Richtige getan hatte. Er hatte durch seinen Ausraster nichts verloren, sondern etwas gewonnen und mit dieser inneren Gewissheit machte er sich nun auf den Weg zu seinem täglichen Besuch bei Adam.
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... Fortsetzung folgt ...
