Chapter 2:
Manjoume Knows Everything
万丈目がすべてを知ってる
Ein
neuer hektischer Tag brach an. Die Sonne schien hell über der
Duell Insel und weißer Dunst lag in der Luft. Dies schien ein
wunderbarer Tag für neue Duelle und Abenteuer zu werden. Auf
jedenfall dachten dies alle Schüler der Duell Academy sofern sie
keine Morgenmuffel waren.
Einer dieser Sorte von Schülern war
Manjoume Jun. Er hätte seinen Wecker am liebsten getreten und
gegen die Wand geworfen als der kleine Apparat um sieben Uhr Morgens
ansprang. Die Maßnahme, um die zwei Stunden vor dem Unterricht
aufzustehen, nahm er um nicht mit übelster Laune im
Vorlesungssaal zu sitzen und die Hälfte der Vorträge nicht
mitzubekommen. Manjoume streckte sich genüsslich als er sich
endlich dazu zwang sich aufzusetzen. Die Sonne war schon aufgegangen,
doch es fielen nur schmale goldene Strahlen zwischen den kleinen
Spalt der nicht vom soliden Stoffvorhang verdeckt wurde. Also stand
der Junge mit schwerem Herzen aus seinem weichen Bett auf und zog die
Vorhänge bei Seite und kniff die Augen mit einem Knurren
zusammen.
"So, jetzt bin ich wirklich wach!", nörgelte Manjoume und stellte den Wasserkocher an um sich eine Tasse heißen Cappuccino machen um seiner guten Laune etwas nachzuhelfen.
Gerade als er sich an den Tisch setzte und sich langsam Mental auf die bevorstehenden Vorlesungen vorbereitete, riss ihn ein leises Klopfen aus seiner Trance.
"Was soll denn das jetzt? Muss ausgerechnet jetzt jemand kommen und mich stören?", ging es Manjoume durch den Kopf und erhob sich von seinem Barhocker und trottete genervt zur Tür.
Als er sie öffnete war er leicht erstaunt. Da stand der beste Duellant der gesamten Duell Academy, Marufuji Ryou. Der Kaiser sah wie immer ruhig und unnahbar aus, wie er so vor Manjoume stand wirkte er fast wie ein erhabener Aristokrat.
"Guten Morgen", begrüßte Manjoume den älteren Schüler, "Was verschafft mir das Vergnügen?"
"Nur eine kleine Angelegenheit. Magst du mich reinlassen?", fragte Ryou.
Manjoume nickte: "Gern."
Damit trat der schlanke schwarzhaarige Junge bei Seite und ließ Ryou eintreten, der ungefähr zwei Köpfe größer war als der jüngere.
"Möchtest du Kaffee oder Tee, vielleicht etwas anderes?", bot Manjoume an.
Ryou nickte: "Tee wäre nett."
Damit handelte Manjoume auch gleich und bereitete Ryou eine Tasse grünen Tee zu. Der Kaiser der Duell Academy hatte es sich schon auf dem Sofa bequem gemacht und nahm den Tee mit einem Nicken an. Manjoume nahm seine Tasse Cappuccino in beide Hände und nahm schweigend einen Schluck. Warum hatte Ryou ihn besucht? Die Frage stellte er sich erst jetzt. Warum machte sich der Kaiser die Mühe ihn, Manjoume, zu besuchen?
"Also", begann Kaiser, "Ich bin gekommen um dir eine Nachricht zu überbringen."
"Nachricht?", wiederholte Manjoume überrascht und sah Ryou an.
"Nun ja, vielleicht sollte ich es so ausdrücken. Ich soll dir eine Nachricht von meinem kleinen Bruder überbringen", erklärte der Kaiser nun näher gab Manjoume ein Zeichend zu schweigen, denn dieser hasste die Osiris Red Schüler ganz gewaltig und den kleinen Marufuji der am Rockzipfel dieses Anfängers hing erst recht, "Viel mehr möchte ich dir nun einen Vorschlag unterbreiten."
"Ein Vorschlag der von einem Osiris Red kommt? Was soll denn das werden, Kaiser? Ich habe keine Lust mir die überflüssigen Worte eines dummen Osiris-Schülers anzuhören", entgegnete Manjoume und setzte seine Tasse ab.
Ryou blieb ruhig und nahm einen weiteren Schluck Tee während Manjoume aussah als ob er der Tisch vor sich zerschlagen könnte. Kaiser allerdings schüttelte leicht mit dem Kopf und sah den jüngeren vor sich prüfend an: "Du missverstehst mich. Ich sollte dir nur eine Nachricht von Shou überbringen, aber ich möchte dir diese Nachricht mit einem Vorschlag unterbreiten. Willst du ihn dir anhören?"
Der
Junge war im Zweifel. Einerseits wusste er ganz genau das es selten
genug vor kam, dass Ryou mit seinem kleinen Bruder Kontakt hatte. Und
nun wollte Kaiser auch noch einen Vorschlag machen. Was es wohl mit
all dem auf sich hatte?
Am liebsten hätte Manjoume abgelehnt
und Ryou gebeten ihn nicht am frühen Morgen zu stören da er
sowieso schon die übelste Laune hatte. Allerdings hatte der
ältere Schüler eine unglaubliche Wirkung auf ihn, wie er so
ruhig auf dem Sofa sah und bedächtig seinen Blick auf Manjoume
geheftet hatte. Kaiser zeigte wenig Gefühle oft wirkte er
unendlich stolz und war für alle ein einziges Mysterium. Also
was sollte Manjoume schon tun als sich den Vorschlag wenigstens
einmal anzuhören? Immerhin hatte sich Ryou extra zu ihm bemüht
und das musste schon heißen, dass es dem älteren Obelisk
Blue Schüler wichtig war.
"Selbstverständlich höre ich mir an was du zu sagen hast, Kaiser", antwortete Manjoume schließlich und der ältere setzte sich automatisch etwas gerader hin. Der jüngere schluckte ein wenig hart, denn Kaiser wirkte umso formeller.
"Nun. Wie ich schon sagte kam Shou gestern Abend zu mir und hat mich um einen Gefallen gebeten. Deshalb habe ich dich aufgesucht, um dir zu sagen dass Juudai-kun ein Duell mit dir will", erklärte Ryou.
"Ein
Duell mit diesem Idioten? Hat dein...-", begann Manjoume zu
wüten, doch Kaiser schüttelte sofort mit dem Kopf und fuhr
fort:
"Nein, ich weiß von keinem Grund. Deshalb hat es
mich ja so gewundert. Juudai-kun kan dir keine Emails schicken und es
wäre eigentlich kein Problem gewesen über Umwege ein Duell
anzuvordern", antwortete Ryou.
Manjoume nickte: "Du meinst mit den Duellantragsformularen... Tja, anscheinend ist es dem Deppen wieder entfallen!"
"Das glaube ich nicht", wiedersprach Kaiser und fuhr fort, "Ich bin zwar sonst nicht so neugierig, aber ich glaube das sollten wir akzeptieren und ihm den Gefallen tun, was meinst du?"
"Was ich ...", begann Manjoume.
Er wusste absolut nicht was er davon halten sollte. Warum sollte er sich auf diese Weise von Juudai und seinem kleinen Schoßhündchen Shou herausfordern lassen. Sollte er es doch auf legalem Wege tun oder hatte er Angst eine öffentliche Niederlage gegen den großen Manjoume Thunder zu erleiden? Auf der anderen Seite klang die Herausforderung recht spannend und neugierig war er auch geworden. Also gab er sich nun einen Ruck und nickte entschlossen.
"Na schön! Ich nehme seine Herausforderung an. Ich hoffe dieser Idiot hat nicht schon einen Termin für unser Duell gesetzt, das fände ich nämlich etwas zu viel des Guten", antwortete Manjoume und warf Ryou einen forschenden Blick zu.
Ein seichtes Lächeln zeichnete sich auf Ryou's Lippen ab und er schloss seine Augen wohl wissend, dass der Jüngere annehmen würde: "Das hat er nicht. Wie denn, Shou wusste doch nicht einmal das ich ihm überhaupt diesen Gefallen tue. Freut mich schon mal das du die Herusforderung annimmst. So viel ich weiß, kannst du Juudai-kun Emails schicken, richtig?"
"Ja",
antwortete Manjoume kurz mit einem bekräftigenden Nicken.
"Umso
besser. Dann muss ich nicht zu ihnen gehen und ihnen eine Antwort
geben. Das würden nur wieder Andere mitbekommen und du weißt
ja wie die Lehrerschaft solche Duelle findet", meinte Ryou und
erhob sich von Manjoume's Sofa, "Danke für den Tee."
Darauf hin verabschiedete sich Ryou von dem anderen Obelisk Blue Schüler und verließ ohne ein weiteres Wort oder sich noch einmal zu Manjoume umzudrehen das Zimmer.
Der Junge blieb noch eine
ganze Weile so auf dem Sessel sitzen und starrte in Richtung Ausgang.
Ryou sprach selten und noch seltener zeigte er irgendwelche
Gefühlsregungen. Das ganze kam Manjoume wirklich spanisch vor.
Doch er fand langsam Gefallen an der Sache. Wann er dieses Duell mit
Juudai führen würde war schließlich seine eigene
Entscheidung und wenn er es sich richtig überlegte konnte der
freche Osiris Red Verlierer ruhig noch ein bisschen zappeln.
Ein
extrem zufriedenes Grinsen umspielte Manjoume's Lächeln. Es war
schon ein äußerst schönes Gefühl die Oberhand
bei etwas zu haben. Sehr zufrieden stellend wenn er ehrlich war.
Gemütlich wie er nun in seinem Sessel lümmelte warf er
einen kurzen Blick zur Uhr.
8:30 Uhr ...
Manjoume sprang aufgebracht auf. Er war doch noch gar nicht fertig! Was trödelte er denn noch hier herum? Anstatt sich mit wohltuenden Gedanken zu schmücken sollte er sich lieber ins Bad begeben und sich bereit für den bevorstehenden Schultag machen. Eigentlich war es schon zu spät, ganz gleich wie er sich auch beeilte, er würde niemals in nur dreizig Minuten fertig sein und dann im Vorlesungssaal sitzen. Zum Glück war Daitoukuji Sensei nicht allzu streng mit den Schülern so dass sich doch ein besseres Gefühl in ihm breit machte.
Kimi wo wana ni kakemashou
Mado no nai heya de
Boku
wo tsumi ni somemashou
shikou no jiai de
君を罠にかけましょう
窓のない部屋で
僕を罪に染めましょう
しこうのじだいで
Lass
dich in meine Falle gefangen nehmen
Hier in diesen Raum ohne einem
Fenster.
Und lass mich in Sünde tauchen
Bei dieser besonderen Liebe.
Shou
rieb sich müde die Augen als der wecker ging. Wie immer hörte
er das monote und lang anhaltende Schnarchen von seinen
Zimmerkameraden Hayato und Juudai. Der kleine Junge konnte sich noch
immer nicht erklären wie man diesen ätzenden Wecker
überhören konnte. Er wurde jedenfalls immer sofort geweckt.
Es war auch ebenfalls immer eine heiden Arbeit die beiden Jungen
zu wecken. Juudai hatte sogar einen noch festeren Schlaf als Hayato,
deshalb war es für Shou eine Unterstüzung zu erst ihn zu
wecken um dann Juudai aus den Federn zu scheuchen.
"Hayato-kun!
Hey, aufgewacht ihr beiden! Aniki, verdammt noch mal, wir kommen noch
zu spät wenn ihr nicht hoch kommt!", versuchte Shou es erst
einmal langsam.
Weder Hayato noch Juudai reagierten auf den
lausigen Versuch von Shou die beiden auf die sanfte Tour zu wecken.
Es war also mal wieder vergeblich, also kletterte die Leite zur Hälfe
hinauf um Hayato bessr erreichen zu können.
"Hayato-kun", sagte Shou mit süßlicher Stimme, "In der Kantine gibt es frisch gegrillte Käsesandwiches!"
Mit
einem Mal setzte sich der Junge auf, wirbelte hyperaktiv umher und
bekam dann festen Blick auf Shou. Hayato sah seinen Freund
entgeistert an:
"Musst du mich immer so aus dem Bett jagen?"
"Anders
funktioniert es anscheinend nicht, also muss ich zu härteren
Mitteln greifen! Komm schon, steh auf und hilf mir Aniki zu wecken!",
befahl der Kleine und kletterte die Leiter wieder nach unten.
Hayato
nickte und rieb sich verschlafen die Augen. Es war einfach nicht zu
fassen, aber Shou hatte Recht. Sie konnten es sich einfach nicht
leisten zu spät zum Unterricht zu kommen. Also bemühten
sich die beiden Jungen ihren Zimmerkameraden aufzuwecken.
Letztendlich schafften sie es auch nach einer geschlagenen Viertelstunde. Shou sah seine beiden Freunde streng an und blickte dann zur Uhr.
"Ihr werdet euch beeilen müssen wenn ihr vor dem Unterricht noch was essen möchtet!", meinte er und schickte seine Freunde nach einander ins Badezimmer. Er selbst war schon fertig angekleidet. Das hatte er getan als Hayato die letzten Minuten versucht hatte Juudai zu wecken.
Nun
waren sie aber auf den Weg in die Cafeteria und versuchten noch etwas
vom Frühstück abzubekommen. Dabei fragte sich Juudai ob
Manjoume schon von seiner Herausforderung wusste. Nach einigen
Minuten saßen die drei Jungen an einem der vielen Holztische
und machten sich über ihr Frühstück her.
Wie auch
schon in den letzten Wochen bekam Juudai kaum noch etwas herunter.
Alles nur wegen Manjoume. Warum konnte es nicht irgend ein anderer
sein? Warum ausgerechnet sein Feind? Juudai seufzte extrem hörbar.
"Nanu, Juudai! Geht es dir nicht gut?", fragte Hayato besorgt und biss in sein Käsesandwich.
Juudai schüttelte sofort den Kopf, so laut wollte er eigentlich nichts verlauten lassen, seufzen und ähnliches Bedrücktsein sah ihm nun mal wirklich nicht ähnlich: "Mach dir keine Sorgen, mir geht's bestens!"
"Aniki kann es nur nicht erwarten sich endlich zu ändern. Gehen wir Abends lieber früher ins Bett anstatt morgens nicht mehr aus den Federn zu kommen, was meint ihr?", schlug Shou vor.
Sowohl
Hayato als auch Juudai ignorierten den kleinen Shou. Hayato weil er
diesen Kommentar einfach nur nicht gut hieß und Juudai tat es
weil er wusste das sein kleiner Freund einfach nur vom Thema ablenken
wollte.
Plötzlich kam aber der Headmaster des Osiris Red
Dorms zu den drei Jungen an den Tisch und zog alle drei Augenpaare
auf sich. Wie immer hatte der dunkelhaarige Lehrer ein freundliches
Lächeln auf dem Gesicht. Das Haar hatte er sich zu einem
lockeren Pferdeschwanz in den Nacken gebunden, damit sie nicht
unnötig herumflogen und auf dem Arm hatte er seinen gelb-braunen
Kater Pharao.
"Daitoukuji-sensei!", kam es wie aus einem Munde.
"Guten Morgen", sagte Juudai den Lehrer zu erst, dann stimmten die anderen beiden Jungen zu und begrüßten Daitoukuji ebenfalls.
"Wie ich sehe seit ihr wieder gut gelaunt und aufgelegt?", fragte er ohne eine genaue Antwort zu erfahren und fuhr fort, "Nach dem Unterricht hätte ich gern mit dir gesprochen Shou-kun. Ginge das?"
"Natürlich", antwortete Shou und fühlte sich auf einmal elendig. Sein Magen verkrampfte sich schrecklich als er an den vergangenen Abend dachte. Er hatte schon fast verdrängt das Chronos de Mediz ihn in rosa Plüsch - Schlappen verfolgt hatte und ihm mit Konsequenzen gedroht hatte. Nachdem Daitoukuji den Tisch wieder verließ, bekam der Kleine fragende Blicke von seinen Freunden. Besonders Juudai sah ihn eindringlich an.
"Hast du was angestellt?", wollte Hayato wissen.
"Ist doch egal. Lasst uns lieber in den Vorlesesaal gehen sonst bekommen wir noch Ärger!", meinte Shou und stand als erster auf.
Juudai hätte gern noch aus seinem Freudn heraus gekitzelt warum ihr Lehrer mit ihm sprechen wollte. Sicher war doch irgendetwas vorgefallen als er sich in den Jungendorm der Obelisk Blue Schüler geschlichen hatte. Wenn Shou wegen ihm Ärger bekommen hatte, dann würde er die Schuld auf sich nehmen. Sein bester Freund wollte ihm doch nur helfen!
Schließlich
fanden sich alle Schüler der Academy wieder in einem großen
Auditorium ein. Die Obelisk Blue Schüler zogen es wie immer vor
unter ihres Gleichen zu sitzen und der Rest der Schüler
vertreilte sich eben wie es ihnen gefiel. Wie immer saß Juudai
neben Shou und Hayato setzte sich dazu. In den ersten Reihen saß
Tenjouin Asuka mit ihrem älteren Bruder Fubuki. Der Kaiser war
nicht zu sehen, noch nicht jedenfalls. Juudai sah sich hektisch um.
Wo war Manjoume abgeblieben?
In letzter Zeit war er mehr damit
beschäftigt Manjoume zu beobachten als dem Unterricht zu folgen.
Natürlich kam er sich schon langsam wie ein Stalker vor,
allerdings konnte er sich nicht dazu bewegen damit aufzuhören.
Shou sah sich ebenfalls um. Sein Bruder betrat plötzlich den Raum und es wurde langsam still. Wie immer wenn Ryou irgendwo auftauchte. Er bekam Respekt von allen Seiten und bewundernde Blicke von den Mädchen zu geworfen.
"Immerhin ist Oniisan schon hier", dachte Shou und warf Juudai einen Blick zu und flüsterte ihm zu, "Es ist vielleicht ganz gut, dass Manjoume-san nicht hier ist. Dann bekommst du mehr mit."
Shou's bester Freund nickte. War er wirklich so leicht zu durchschauen? Wie sollte er dann Manjoume noch etwas vor machen wenn er ihn bald traf? Wenn er gegen ihn duellierte und hoffentlich von seiner Liebeskrankheit geheilt wurde. Juudai seufzte. War das überhaupt möglich? Wenn das Schicksal so grausam mit ihm war und ihm Gefühle für seinen Erzfeind verschaffte, konnte er dann einfach so vom Gegenteil überzeugt werden und seine Gefühle über Bord werfen?
Die
Tür öffnete sich erneut und herein kam Juudai's Schwarm.
Der recht großgewachsene schlanke Junge mit den hochgestylten
schwarzen Haar. Die blaue Uniform stand ihm sehr gut, das musste
Juudai immer wieder feststellen. Es traf ihn wie der Blitz als
Manjoume seinem Blick mit einem gemeinen Grinsen erwiederte. So
schnell er nur konnte sah er nach vorn. Zum Glück betrat nun
auch Daitoukuji den Saal und und sprach in das Mikophon vor sich:
"Wie ich schon in der letzten Unterrichtsstunde sagte,
werden wir in den folgenden Unterrichtsstunden ein Projekt über
die sieben Milleniumsgegenstände haben. Bevor ich euch aber die
Gruppenaufgabe nächste Woche gebe, werden wir allgemeinen
Unterricht machen, also empfehle ich euch so viele Notate wie möglich
zu machen!"
Juudai sah etwas verstört aus. Das konnte ja heiter werden. Wie sollte er sich nur richtig konzentrieren? Er schaffte es nicht einmal eine neue Strategie zu entwickeln was ihm sonst nicht so schwer fiel. Wie sollte er denn jetzt dem Unterricht folgen und sich Notizen zu uminösen Gegenständen machen die angeblich mal ägyptischen Pharaonen oder Priestern gehörten ...
jedenfalls hatte Juudai irgendwann mal gehört, dass es besonders heilige Gegenstände sein mussten. Aber wer glaubte schon an magische Gegenstände? Er jeden Falls nicht. Shou stieß Juudai plötzlich mit dem Ellenbogen an. Daitoukuji hatte ein Dia reingeworfen und ein Bild von einem Ring war darauf zu sehen. Juudai dankte seinem Freund mit einem Nicken. Immerhin war es nicht Manjoume gewesen, der ihn ablenkte.
Manjoume
hatte einen Platz in den obersten Reihen gefunden. Neben Kaiser Ryou
um genau zu sein. Er wusste nicht ganz warum er es vorzog neben dem
zwei Jahre älteren Schüler zu sitzen. Vielleicht wollte er
den Osiris Red Verlierern auch nur ein klares Signal geben, dass er
diese unsinnige Herausforderung bekommen und angenommen
hatte.
Allerdings war Manjoume nicht ganz wohl gewesen als er das
Klassenzimmer betrat und sich nach eben diesem Abschaum umzusehen.
Tatsächlich hatte Juudai ihn im Visier gehabt und es schien ihm
nicht gerade angenehm gewesen zu sein von Manjoume erwischt worden zu
sein.
"Hat
er jetzt plötzlich Angst vor mir? Irgendwas stimmt hier ganz und
gar nicht. Aber ich komme schon noch dahinter!", dachte er
bei sich und beschloss Juudai heute besonders gut im Auge zu
behalten.
Vielleicht hatte Juudai auch nur ein schlechtes
Gewissen wegen der Herausvorderung...
Obwohl, das sähe ihm noch zu unähnlich. Dieser dumme Junge mit der ewig nervigen Heiterkeit war ihm einfach nur zu wider. Manjoume freute sich schon jetzt darauf dem Bengel eine ordentliche Niederlage zuzufügen. Ihm würde es mit Sicherheit gut tun und was mit Juudai's Selbstbewusstsein geschehen würde war ihm auch völlig egal.
Als Daitoukuji seinen Unterricht begann war der Junge Obelisk Blue Schüler schon wieder völlig unmotivert und wollte am liebsten wieder in sein Zimmer verschwinden oder sich mit irgendjemandem duellieren. Gelangweilt stüzte er den Kopf auf seine Hände und starrte auf die Dias, die der Lehrer ihnen zeigte und als sehr wichtig hielt. Manjoume riskierte einen Blick zur Seite und betrachtete Ryou's Gesicht. Der ältere Schüler hatte seinen Blick fest auf die Lainwand gerichtet. Der Kaiser hatte es nicht nötig dem Unterricht zu folgen und trotz allem tat er es. Wie konnte man sich nur für uralte Gegenstände interessieren, die es sowieso nicht gibt. Manjoume seufzte nahezu melancholisch und ließ seinen Blick mal wieder zu Juudai wandern.
Erneut
trafen sich die Blicke beider Jungen. Der Unterricht lief schon seit
einer halben Stunde. Konnte sich diese Osiris Red Lusche nicht für
dreizig Minuten auf den Unterricht und nach vorn sehen?
Manjoume
stockte. Aus seinem eigentlich flüchtig geplanten Blick
entwickelte sich ein ziemlich langer Blickkontakt. Juudai heftete an
ihm. Der braunhaarige Junge schaffte es einfach nicht seine Augen von
ihm zu nehmen, so schien es Manjoume. Wie hypnotisiert sah der Osiris
Red Schüler in die dunkelblauen Augen des schwarzhaarigen
Obelisk Blue Studenten.
Erst nach einigen Sekunden erwachte Juudai aus seiner Trance und wandte sich hektisch dem riesigen Bild zu, das von einem Projektor an die Wand geworfen wurde. Manjoume entging nicht, dass der andere Junge, der nicht sehr weit von ihm weg saß, knallrot anlief. Warum war es ihm peinlich? An sich hatte ein harmloser Blick doch keine Konsequenzen für Juudai. Natürlich, hätte das noch länger angehalten, hätte er natürlich dafür gesorgt, dass Juudai unter anderen Umstäden den Blickkontakt unterbrach.
"Der
benimmt sich echt nicht normal", dachte Manjoume bei sich
und ersehnte das Ende der Stunde.
Er musste wenigstens nicht mehr
lange darauf warten. Nachdem er sich ungefähr drei DinA4 Seiten
notiert hatte wurde das Licht wieder eingeschaltet und Daitoukuji
beendete seinen Unterricht. Erleichtert atmete der Junge auf und
packte seine Sachen wieder in die kleine Tasche und stand von seinem
Platz auf, dich gefolgt vom Kaiser.
"Hey, Manjoume! Warte mal!", rief ihn eine Stimme nach.
Der ältere erkannte die Stimme sofort. Es war die eines Jungen, den er überhaupt nicht leiden konnte. Juudai hatte sich letzten Endes doch noch ein Herz gefasst und nach ihm gerufen.
"Ach, traust du dich also doch noch mit mir zu sprechen?", war der erste Gedanke des Angesprochenen.
"Manjoume!", sagte Juudai noch einmal als er dann direkt vor seinem Schwarm stand. Kaiser hatte noch immer nicht den Saal verlassen und beschloss einen möglichen Streit auseinander zu bringen.
Manjoume sah mit stechenden Blick auf Juudai herab: "Manjoume-san!"
"Ja doch. Manjoume-san! Ich wollte wissen ob dir Kaiser...", begann der Jüngere und ohne dass er seinen Satz zu ende sprechen konnte, bekam er ein Nicken als Antwort, "Was? Kaiser hat dir meine Bitte schon vorgetragen, wirklich? Und was sagst du?"
Manjoume drehte ihm den Rücken zu: "Erwarte demnächst eine Email von mir. Du wirst schon sehen!"
"Danke, Thunder!", sagte der braunhaarige Junge fröhlich und sah zu wie sowohl Ryou als auch Manjoume aus dem Vorlesungssaal verschwanden. Manjoume gingen noch einige Dinge durch den Kopf während er zurück zum Jungen Dorm der Obelisk ging, noch nie hatte Juudai ihn so fröhlich und ohne Aufforderung "Thunder" genannt. Es war wirklich alles sehr sonderbar.
Shou trat zu seinem besten Freund. Er konnte Juudai ansehen wie glücklich er sein musste. Natürlich hatte er guten Grund froh zu sein, denn Manjoume schien es für gut zu heißen gegen Juudai zu duellieren. Aber aus irgend einem Grund fand der kleine Shou die Zustimmung des Obelisk Blue Schüler's sehr merkwürdig. Er musste irgendeinen hinterhältigen Plan verfolgen, sonst hätte er doch niemals einem Duell, das nicht via Duellantragsformular angefordert wurde, zugestimmt. Schon gar nicht wenn die Bitte von Juudai kam. Allerdings sollte dies nicht Shou's einzige Sorge bleiben. Er sollte nach dem Unterricht noch einmal zu Daitoukuji Sensei gehen.
"Aniki?
Kommst du noch mit? Ich sollte doch noch bleiben. Daitoukuji Sensei
wollte noch mit mir reden!", erklärte der Kleine nervös,
er konnte sich schon denken wo das hinführte.
Der Ausflug zu
seinem Bruder war schließlich nicht unentdeckt geblieben.
Juudai nickte mit einem Grinsen: "Na klar. Ist doch Ehrensache!"
Der Mythologie Lehrer hatte sich nicht von seinem Pult weg bewegt sondern hatte seinen Blick fest auf die beiden Osiris Red Schüler gerichtet. Ihm war von Anfang an klar gewesen das die beiden zusammen halten würden und sich zusammen anhören wollten was er zu sagen hatte.
"Marufuji Shou-kun, Yuuki Juudai-kun! Wenn ihr so nett sein würdet und euch setzt", bat der immer freundliche Lehrer.
Die beiden Jungen nickten und setzten sich in die vorderste Sitzreihe und sahen Daitoukuji fragend an.
"Ich nehme an, dass zumindest du weißt worauf ich hinaus will, Shou-kun?", erkundigte sich der Lehrer.
Shou nickte mit reumütigem Blick. Er war nicht die Art von Schüler, der sich freiwillig gegen die Regeln stellte oder sich gern in Schwierigkeiten brachte. Das eine Mal wollte er seinen Mut beweisen und etwas für seinen besten Freund riskieren und wurde von ausgerechnet dem Lehrer erwischt der absolut keinen Spaß verstand. Juudai sah Shou überrascht an. Er konnte sich ebenfalls ausmalen was sein Lehrer meinte. Aber warum hatte Shou gestern nicht gesagt, dass ihm etwas wiederfahren war.
"Was
äh-...", wollte Juudai fragen, doch Daitoukuji kam sofort
mit seiner Erklärung:
"Marufuji Shou-kun. Chronos hat
mir mitgeteilt, dass er dich gestern Abend im Jungen Drom der Obelisk
Blue Schüler erwischt hat. Du weißt doch, dass das
strengstens verboten ist!"
"Ja, Sensei!", antwortete Shou kleinlaut.
"Aber Daitoukuji-Sensei!", warf Juudai ein, "Shou wollte doch nur seinen Bruder besuchen!"
"Das ist ganz gleich. Leider. Wenn Shou-kun als jüngerer Bruder in den Dorm kommen will, dann kann er das am Tage mit Marufuji Ryou-san's Erlaubnis tun. Es tut mir wirklich leid, aber ich muss Chronos dabei unterstüzen. Es war nicht rechtens", wiedersprach der Lehrer.
"Ich weiß. Es war nicht okay. Sensei? Ich werde doch nicht der Schule verwiesen, oder?", fragte Shou.
Juudai wurde hellhörig. An eine schlimme Strafe hatte er ja auch schon gedacht. Aber natürlich, es war immerhin Chronos de Mediz über den hier geredet wurde. Dieser Lehrer setzte doch alles daran um die Osiris Red Schüler noch mieser aussehen zu lassen, als sie ohne hin schon da standen. Wenn Shou hinaus geworfen werden sollte, dann würde er auch gehen. Dann hätte er immerhin viele Sorgen weniger.
Daitoukuji nickte seicht: "Das war Chronos' Vorschlag. Jedoch halte ich deinen kleinen Ausflug für nicht so dramatisch, dass man dich gleich der Schule verweisen sollte. Ich unterstüze ihn aber darin, dass du eine Strafe bekommen musst. Stimmst du mir da auch zu?"
Shou nickte schweigend. Wenn er jetzt den Mund auf gemacht hätte, dann hätte er nicht mehr an sich halten können. Der kleine Junge hatte das Gefühl sofort in Tränen ausbrechen zu müssen wenn er etwas sagte.
"Also
ich...", unterbrach Juudai von neuem, doch Shou hielt ihn
auf:
"Keine Sorge Aniki. Ich wusste doch dass das passiert.
Die Strafe nehme ich auf mich. So was habe ich doch schon von
vornherein geahnt. Schon als ich auf dem Weg zu meinem Bruder war,
aber ich habe es gern getan, denn somit kann ich meinem besten Freund
behilflich sein. Worin besteht meine Strafe?", wollte Shou nun
wissen, der nicht lange mit Juudai daum diskutieren wollte sondern
sich eher für den Ausmaß dieser im Klaren werden wollte.
"Du bist definitiv wirklich einsichtig. Da die Strafe letztendlich bei mir liegt, weißt du, dass du nichts grausames zu erwarten hast. Ich möchte nur, dass du mir einen Aufsatz über die Schulregeln schreibst und begründest warum diese zu befolgen sind. Klingt das für dich okay?", schlug Daitoukuji vor.
Shou atmete erleichtert auf. Ebenso wie Juudai. Natürlich war es für den kleinen Osiris Red Schüler mehr als recht einen Aufsatz zu verfassen als ganz von der Schule ausgeschlossen zu werden.
Damit nahm der weitere Tag seinen gewohnten Lauf. Nach den trockenen Vorlesungen ging es in den Sportunterricht. Zwei Stunden in der Woche mussten sich die Schüler körperlich abrackern. Viele mochten den Sportunterricht nicht, aber es waren auch einige Schüler unter den Duellanten, die es trotz allem lustig fanden. Juudai erabscheute es Tennis zu spielen. Er mochte diesen Sport einfach nicht und jender war gerade heute wieder an der Reihe.
Doch diese beiden Stunden waren schnell überstanden und so kehrten die beiden Jungen wieder zu Hayato in's gemeinsame Zimmer zurück.
"Du hast schon wieder den Sportunterricht geschwänzt, Hayato-kun?", fragte Shou.
"Ist doch egal. Sach mal Shou, was wollte Daitoukuji-Sensei von dir?", erkundigte sich Hayato.
"Nur eine Strafarbeit weil ich mich nicht an die Regeln gehalten habe. Aniki, du hast nicht zufällig schon eine Mail bekommen?", wollte Shou wissen.
Juudai
holte seinen kleinen Handlaptop hervor und schaltete ihn ein. Ein
Blick auf dem Bildschirm sagte ihm, dass sich nichts verändert
hatte. Sein Postfach war leer. Juudai schüttelte schnell den
Kopf und antwortete dann:
"Nichts. Noch keine Uhrzeit
gesetzt."
"Da siehst du's, er lässt dich warten Aniki. Ich denke mal, das er sich gar nicht mehr meldet!", meinte Shou.
"Manjoume wird sich melden!", warf Juudai empört ein, "Er wird sich schon noch melden, er braucht halt nur seine Zeit!"
Hayato wurde hellhörig: "Was hat denn Manjoume damit zutun?"
"Ach nichts", meinte Juudai.
"Es handelt sich um ein Duell Aniki! Vergiss nicht wovon du dich überzeugen willst!", bat Shou, der das Gefühl hatte, dass sein Freund die Welt durch seine rosarote Brille nicht mehr richtig wahrnahm. Denn schließlich hatte Juudai ihm nicht seine Liebe gestanden und wartete auf eine positive Antwort diesbezüglich, sondern forderte zu einem Duell, das ihm das Gegenteil beweisen sollte. Damit Shou's besten Freund die Augen geöffnet wurden, dass Manjoume im Grunde nur arrogant und hochmütig war.
"Ich habe es nicht vergessen", antwortete der braunhaarige sofort etwas getrübter.
"Du willst ein Duell mit Manjoume?", kam es überrascht von Hayato, "Hattest du ihn nicht schon einmal fast besiegt?"
"Vergiss
es einfach!", bat Juudai und verließ das Zimmer.
Natürlich
war er ein wenig sauer, denn nur Shou, dessen Burder und Manjoume
sollten außer ihm eingeweiht sein. Der Braunhaarige seufzte.
Aber irgendwie hatte Shou Recht. Er konnte zu mindest noch Tage auf
einen genaueren Zeitpunkt warten. Was sollte er so lange tun? Einfach
nur abzuwarten war grausam, aber sich auf etwas anderes zu
konzentrieren war auch schwierig. Schließlich öffnete sich
die Zimmertür hinter Juudai erneut und heraus kam Shou mit einer
teif traurigen Miene.
"Aniki, ich wollte nichts verraten, ehrlich!", meinte Shou als er seinen besten Freund so geknickt sah.
Juudai schüttelte den Kopf und antwortete mit einem plötzlichen Grinsen: "Ach, das weiß ich doch! Mach dir keine Sorgen Shou! Bald ist alles vorbei, dann brauche ich mir wegen Manjoume nicht mehr den Kopf zu zerbrechen. Ich hab Hunger. Was ist mit euch?"
"Also ich könnte jetzt auch was vertragen", entgegnete Shou und rief nach Hayato, der also zum zweiten Mal in die Kantine ging, um etwas zu essen.
Juudai
und Shou begnügten sich mit jeweils einer Schüssel Raamen,
während Hayato sich mehrere Käse Sandwiches auf den Teller
legte. Schnell suchten sich die drei Jungen etwas abseits einen
Tisch. Die Kantine war beinahe ganz leer, denn die meißten der
Osiris Red Schüler hatten schon gegessen als sie vom Unterricht
kamen.
(Raamen, japanische Nudelsuppe)
Die drei Unterhieltn sich dieses mal mehr miteinander. Es schien Juudai und Shou fast so, als hätten sie niemals Probleme gehabt. Nun ging es in ihren Gesprächen um alles mögliche. Die Alltäglichen Dinge die sie schon miteinander unternommen hatten und was sie früher, als sie noch jünger waren erlebt hatten. Wie immer waren Juudai und Shou eher mit dem Essen fertig als es Hayato war. Aber beide Jungen blieben noch am Tisch sitzen bis auch ihr rundlicher Freund aufgegessen hatte.
Plötzlich
hörten die drei Jungen ein vibrierendes Geräusch. Juudai
fuhr hoch und suchte nach seinem kleinen Apparat der ihm mitteilte,
dass ihm eine Email zugesendet worden war. Shou konnte die Aufreung
seines Freundes ebenfalls spüren. Schnell griff Juudai nach
seinem Mailer und öffnete die kleine Klappe um auf den
Bildschirm zu sehen. Tatsächlich.
Er hatte eine Email von
Manjoume Jun erhalten.
Hey,
Osiris Red!
Das Duell findet morgen Abend bei mir im Zimmer
statt.
Das heißt du wirst wohl oder übel in den Obelisk
Blue Dorm
kommen müssen.
Sei um 20 Uhr da. Ich warte
nicht gern!
Manjoume
"Was?", fragte Shou, "Morgen Abend um 20 Uhr im Obelisk Blue Dorm? Das heißt ja du musst..."
"Ja. Aber das macht nichts. Ich werd' da schon irgendwie rein kommen. Und dieses Mal ohne das Chronos-Sensei etwas davon mitbekommt!", meinte Juudai.
Shou nickte entschlossen. Warum er ein solch merkwürdiges Gefühl im Bauch hatte wusste er nicht. Aber immerhin hatte Manjoume ihm schneller eine Antwort gegeben als erwartet. Vielleicht war ja doch irgendwie nicht so schlimm wie Shou es sich gedacht hatte. Manjoume war eben auch ein Duellant und brannte sicher darauf gegen Juudai zu kämpfen.
Der Tag des Duells war gekommen. Den ganzen Tag schon hatte Juudai sich nervös darauf vorbereitet bald gegen Manjoume kämpfen zu müssen. Die eigentliche Frage war nur, ob er es auch tatsächlich schaffte unbemerkt in den Dorm zu kommen.
Bevor
Juudai das Zimmer verließ wünschten ihm Shou und Hayato
noch viel Glück und damit verschwand er aus dem Dorm. Auf ihn
wartete der selbe Weg den schon Shou am Tag zuvor genommen hatte.
Allerdings war Juudai nicht so vom Pech verfolgt. Vielleicht geschah
auch nichts, weil Juudai davon überzeugt war das ihm nichts
geschehen würde.
Er brauchte nur eine knappe halbe Stunde um
zu dem großen Gebäude zu kommen in dem die Obelisk Blue
Schüler untergrebracht waren.
Langsam öffnete Juudai
die Tür und steckte vorsichtig seinen Kopf hinein. Niemand war
zu sehen, Gott sei Dank. Also schleichte der braunhaarige Junge sich
in das Gebäude und musste heraus finden wie er nun zu Manjoume
kam. Er stand praktisch vor dem selben Problem wie Shou. Juudai sah
sich um. Es gab eine große Treppe die zu den oberen Etagen
führte, wahrscheinlich musste er genau dorthin.
"Hey,
Juudai!", sagte eine Stimme hinter ihm.
Der Junge fuhr
zusammen. Na toll, also hatte ihn doch jemand erwischt? Juudai drehte
sich um und erwartete eine unangenehme Überraschung doch...
Hinter
ihm stand kein Feind. Ganz im Gegenteil!
"Fubuki?",
fragte er überrascht.
Der ältere nickte mit einem frechen Grinsen und hielt dem jüngeren einen Daumen hoch, ein Zeichen das Juudai sich keine Sorgen machen brauchte.
"Was
machst du denn hier, Juudai? Bist du wieder mal ein böser Junge
und willst Kaiser zu einem Duell heraus fordern?", wollte Fubuki
wissen.
Der ältere Bruder von Asuka erhielt sofort eine
Antwort: "Nein. Also ... zu einem Duell bin ich schon her
gekommen aber... Manjoume erwartet mich um 20 Uhr in seinem Zimmer.
Ich weiß nicht mal wo er sein Zimmer hat!"
"So,
du streitest dich also wieder Mal mit Manjoume. Ich kann dich
hinbringen. Komm mit, Juudai!", vorderte der von allen Mädchen
umworbene Fubuki und schob Juudai vor sich her, damit er nicht so
leicht von irgendwelchen Schülern oder den Lehrern entdeckt
werden würde.
Juudai fragte sich wirklich warum Fubuki
dieses Risiko auf sich nahm. Warum halfer ihm, er brachte sich doch
nur in Schwierigkeiten wenn er einem Osiris Red Schüler in den
Dorm ein schmuggelte. Allerdings forschte der Junge nicht weiter
nach. Das Wichtigste war jetzt, das er pünktlich zu Manjoume
kam. Dieser wartete immerhin nicht gern!
Die beiden Jungen gingen
die ersten beiden Treppenabsätze nach oben und bogen in einige
Korridore ein, bis sie dann endlich zu einer Tür kamen an der
die vier Kanji, die Manjoume Jun darstellen, in schwarzen Lettern
befestigt waren. Fubuki klopfte ohne Zögern an und ließ
wartete daruaf, dass Manjoume die Tür öffnete.
Es
dauerte nicht lang, und die kalt-stechenden Augen des Schülers
blitzten sowohl Juudai als auch Fubuki an.
"Hallo, Manjoume! Ich bringe dir hier einen kleinen verirrten Osiris Schüler. Sei nett zu ihm!", erklärte Fubuki und wandte sich um, um wieder seinen eigentlichen Tätigkeiten nachzugehen.
"Ich werde mich beherrschen", gab Manjoume zur Antwort, "Also Osiris Red, komm rein!"
Juudai überlegte nicht lange, sondern verabschiedete sich dankend von Fubuki und betrat Manjoume's Zimmer.
Hinter ihm schnappte die Tür, mit einem Klappern, ins Schloss.
Juudai wusste nicht warum, aber plötzlich hatte er das Gefühl, in die Höhle des Löwen gegangen zu sein. Juudai sah sich um. Die Zimmer der Obelisk Blue Schüler waren sicher alle sehr komfortabel, eine eigene kleine Küche mit Herd und Kühlschrank, eine Essecke, Sofa und Sessel mit einem kleinen Tisch die vor einem Fernseher platziert waren. Dazu bekam jeder Schüler noch eine Stereoanlage und wurde sonst wie gut behandelt. Von so etwas konnten die Osiris Red Schüler nur träumen. Er wusste jedenfalls in diesem Moment nicht wirklich was er tun sollte. Juudai stand wie angewurzelt da und beobachtete Manjoume.
"Was ist jetzt Osiris Red? Wolltest du nicht ein Duell schlagen?", fragte der ein Jahr ältere Schüler und warf seinem Gegenüber einen scharfen Blick zu.
Juudai
lief es kalt den Rücken herunter. So sehr er auch an Manjoume's
ewige Kälte gewöhnt war, dieses Mal war es anders. Der
Junge hatte ihn fest im Visier und Grinste. Dabei schien es Juudai
als wolle Manjoume ihn nur bloßstellen oder Ähnliches.
Juudai schluckte hart.
"Ja, das will ich auch aber...
Manjoume sag mal findest du das in deinem Zimmer nicht ein wenig
eng?", wollte Juudai wissen, "Ich meine, die Hologramme
sind doch ziemlich groß und die Effekte..."
"Mach
dir da mal keine Sorgen. Wir duellieren wie in den guten alten Zeiten
zu den Tagen unserer Großväter. Ohne Duelldisc ohne
irgendwas. Einfach nur mit den Karten, verstanden?", entgegnete
Manjoume lässig und bedachte Juudai noch immer mit diesem
bohrenden Blick, wobei Juudai das Gefühl bekam sofort
durchschaut zu werden.
"Na schön... wie du willst!",
antwortete Juudai etwas verunsichert.
Er war selbs überrascht.
Es kam selten genug vor, dass er sprachlos war, aber dies hier
überstieg alles was er sich je erdacht hatte. Wieso hatte er
jetzt das Gefühl das sein schöner Plan nach hinten los
ging?
"Was stehst du dann noch da rum? Setz dich und mische
dein Deck!", befahl der ältere in einem herrischen
Ton.
"J-jawohl!", konnte Juudai nur kurz überrascht
antworten und merkte wie ihm die Röte wieder ins Gesicht stieg.
Damit setzte sich der Junge auf das Sofa und mischte aus
Verlegenheit schon mal sein Deck. Auch Manjoume setzte sich. Der
ältere Schüler saß Juudai nun gegenüber. Wie
immer war Manjoume dabei äußerst selbstsicher, allerdings
schien er nicht wirklich darauf aus zu sein sein Deck zu mischen. Er
bedachte Juudai mit einem äußerst zwielichtigem Blick, was
dem anderen ganz und gar nicht behagte.
"Sag'
mal Osiris Red, warum willst du dieses Duell wirklich austragen?",
wollre Manjoume plötzlich wissen.
"Bitte?", fragte
Juudai verwirrt.
"Du schickst deinen kleinen Schoßhund zu Kaiser Ryou und forderst mich zu einem Duell heraus? Warum bist du nicht einfach den einfachen Weg gegangen und hast mich per Duellantragsformular heraus gefordert? Mir fallen nur zwei Antworten ein und eine von ihnen scheint mir ein wenig unlogisch", erklärte der Dunkelhaarige.
Juudai wusste in diesem Moment nicht was er tun sollte. Manjoume hatte also gar nicht vor sich zu duellieren? Deshalb hatte er ihn auf sein Zimmer bestellt? Um ihn nach dem Grund zu fragen?
Juudai schwieg. Er fühlte sich ertappt und eben die gab Manjoume das Gefühl im Recht zu sein. Manjoume stand wieder von seinem Platz auf und tat ein paar Schritte in den offenen Raum.
"Soll ich dir meine Teorien unterbreiten oder lieber lassen?", fragte Manjoume und sah Juudai direkt in die braunen Augen, "Den ersten Vorschlag den ich hatte war, dass du Angst vor einer Niederlage hast. Aber warum solltest du Angst haben. Sowas kennst du ja gar nicht. Die andere Sache wäre... Sag mal Osiris Red, willt du nicht mal aufstehen und her kommen?"
Juudai wusste nicht was los war. Erst wollte Manjoume das er sich setzte, jetzt sollte er wieder aufstehen und zu Manjoume gehen. Es war schon ziemlich merkwürdig. Kurzerhand drang Juudai sich allerdings aufzustehen und ging zu Manjoume herüber.
"Was...",
wollte Juudai sagen, doch weiter sprechen konnte er nicht, denn
Manjoume zog ihn nah an sich heran.
Der Osiris Red Schüler
wusste nicht wie er sich verhalten sollte. Plötzlich war er
Manjoume so nahe wie er es sich noch vor ein paar Minuten gewünscht
hatte. Aber ging dies hier mit rechten Dingen zu oder träumte er
womöglich? Lag er vielleicht seelenruhig in seinem Bett und
quälte sich noch immer allein mit seinem Leid herum?
Nein.
Die Antwort hallte in seinem Kopf wieder. Er war wirklich in
Manjoume's Zimmer! Woher er es wusste? Sein Herz klopfte hart gegen
seine Brust und ihm wurde plötzlich schwindelig. Außerdem
bemerkte Juudai erneut diesen eisigen Blick in den Augen des älteren
Schüler's, der ihn schier durchbohrte. Juudai wollte sich aus
Manjoume's griff befreien. Es klappte einfach nicht, der ältere
hatte den Braunhaarigen hart am Handgelenk gepackt, so dass er nicht
mehr entkommen konnte.
"Lass mich los!", bat Juudai in
einem flehenden Ton. Er wusste nicht was er davon halten sollte. Was
bezweckte der Obelisk Blue Schüler damit? Wenn das so weiter
ging würde Juudai nicht mehr lange an sich halten können
und Sachen sagen oder Dinge tun die er hinterher bereuen würde.
Die ganze Schule würde davon erfahren und dann müsste er
sich wahrscheinlich mit größten Spott herum plagen müssen.
Warum hatte sich Juudai nur in eine solch missliche Lage gebracht.
"Manjoume
lass mi-...", weiter kam Juudai nicht.
Eigentlich hatte er
laut gegen diese Handgreiflichkeit protestieren wollen. Er hätte
Manjoume gern von sich gestoßen um den Dorm auf der Stelle zu
verlassen. So etwas wollte er nicht mit machen.
Aber jetzt...
Jetzt konnte sich Juudai nicht mehr gegen Manjoume wehren. Der ältere Obelisk Blue Schüler war noch einen Schritt weiter gegangen. Der begabte Duellant aus dem höhsten Dorm hatte die Initiative ergriffen und Juudai zum schweigen gebracht...
Mit seinen eigenen Lippen.
Juudai war nicht in der Lage irgend etwas anderes zu tun als sich den sanften Kuss gefallen zu lassen. Wenn er ehrlich war, fühlte es sich überhaupt nicht schlimm an. Manjoume's Lippen waren weich und fühlten sich warm an. Sie taten auch nichts weiter, sie langen nur auf seinen eigenen und Juudai wollte sich auch gar nicht dagegen wehren. Die Lippen des anderen ließen seinen Puls nur noch schneller gehen und sorgten dafür, dass Juudai sich selbst vergaß und sich weniger dagegen sträubte. Er gab sich dem anderen viel mehr hin. Dies war eine Bestätigung für ihn. Er war tatsächlich so sehr in Manjoume verliebt, dass es ihm Mittlerweile egal war ob er nun ein arroganter Mistkerl war oder nicht. Für ihn zählte nur dieser eine Augenblick...
...der allerdings abbrupt abbrach.
Manjoume
packte Juudai an den Schultern und hielt ihn eine Armlänge von
sich entfernt. Juudai erkannte den Hohn in den Augen des anderen
Schülers. Ihm wurde auf einmal klar, dass er sich gerade völlig
lächerlich gemacht hatte. Einen Moment lang hatte er tatsächlich
gedacht, dass dieser Kuss ernst gemeint war. Nun wo er das schräge
Lächeln auf dem Gesicht des ihm Gegenüber's sah, wurde dem
Osiris Red klar, dass dem nicht so war.
"Ich hatte also
Recht! Du bist verliebt, stimmt's...", kam es überlegen von
Manjoume, der nun seine Arme vor der Brust verschränkte, "Hab
ich's mir doch gleich gedacht. Aber warum wolltest du das wohl mit
einem Duell abklären?"
Manjoume tat gespielt ratlos und
sah zur Decke hinauf wie ein kleiner Junge, der seine Eltern nach
komplizierten Dingen ausfragte.Dann aber kehrten seine kalten Augen
sofort wieder in Juudai's Gesicht zurück und blieben dort
haften. Es war dem Braunhaarigen anzusehen, dass er mehr als nur
entsetzt war. Er musste einfach etwas antworten, dass war Juudai
völlig klar. Er musste sich einfach ein ein Herz fassen.
"Wie hast du das heraus gefunden?", wollte Juudai wissen.
Manjoume
lachte auf: "Mach dich nicht lächerlich! Das bemerkt doch
jeder Blinde! Du benimmst dich wie ein kleines Mädchen in der
Pubertät. Spätestens gestern Morgen musste mir ein Licht
aufgehen. Oder dachtest du wirklich ich wäre dermaßen
blind? Also... Osiris Red. Dachtest du wirklich ich meine das ernst?
Ich wollte nur sehen ob da etwas von dir zurück kommt. Ich hatte
Recht! "
"Du meinst...", eigentlich wollte Juudai
eine Frage stellen, doch es gelang ihm nicht. Plötzlich machte
sich in ihm eine furchtbare Leere breit. Wie konnte er nur so
blauäugig sein und glauben, dass Manjoume Gefühle für
ihn hätte? Das war doch von vornherein absurt und völlig
ausgeschlossen gewesen. Shou hatte ihn doch genau hiervor gewarnt! Er
war nicht hier gewesen um eine positive Antwort auf ein
Liebesgeständnis zu bekommen. Er wollte sich davon überzeugen
das Manjoume nichts liebenswürdiges an sich hatte. Und auch in
diesem Punkt hatte der kleine Shou Recht behalten. Manjoume hatte ihm
einen warmen, wohligen Kuss geschenkt, aber es war nichts weiter als
eine Lüge gewesen. Er hatte nicht das Selbe gefühlt wie
Juudai. Er wollte nur heraus finden ob seine Teorie stimmte. Und nun
war Juudai entlarvt.
"Manjoume", kam es atemlos und leise von ihm.
Manjoume schüttelte den Kopf: "Nein, nein. Ich will nichts hören, Osiris Red! Du bist von allein her gekommen und das nicht um dich mit mir zu schlagen. Ich weiß nicht wie dein Plan aussah, aber glaubst du wirklich ich könnte jemals etwas anderes für dich empfinden als Hass? Tut mir leid, so eine Boys-Love Geschichte ist mir einfach zu wider! Mach das du hier wegkommst und pass auf, dass dich kein Lehrer oder Schüler erwischt!"
Juudai konnte es nicht fassen. Die bittere Wahrheit traf ihn wie ein Vorschlaghammer ins Gesicht. Als Manjoume näher auf ihn zu kam wusste Juudai was er zutun hatte, das Zimmer sofort verlassen. Natürlich! Was hatte er auch gedacht? Er war doch nur ein Osiris Red und in Manjoume's Augen nicht mal einen Pfifferling wert!
Kairaku no yaiba de
Tsubasa wo kirisute.
気楽の刃で
翼を切り捨て
Mit einem Schwert aus Freude,
Trenne ich meine Flüge ab.
Shou und Hayato saßen unruhig im gemeinsamen Zimmer. Beide hatten sogar das Abendessen ausgelassen weil sie sich nicht sicher waren ob Juudai nun gut bei Manjoume angekommen war oder nicht. So manches Mal hatte Juudai sich freiwillig in etwas eigentlich Verbotenes begeben. Manchmal war er mit seiner Frechheit davon gekommen, ein Anderes wurde er bestraft und wie ging wohl diese Sache aus?
Hayato
lag auf seinem Bett und sah zur Decke hinauf, die nur wenige
Centimeter über ihm war, seine Arme waren hinter seinem Kopf
verschränkte. In Gedanken war er natürlich auch im Obelisk
Blue Dorm, aber ihm geisterten viele Fragen im Kopf herum:
"Du
Shou!"
"Hm? Was ist denn, Hayato?", wollte Shou wissen und unterbrach die Kladde für seinen Strafaufsatz.
"Glaubst du, Juudai und Manjoume duellieren schon?", wollte der Dickere wissen.
Shou
sah zur Uhr auf seinem heruntergekommenen Nachtschrank, dann
antwortete er: "Ich weiß nicht genau. Wenn er keinen Umweg
genommen hat oder nichts dazwischen gekommen ist, dann denke ich
schon das er er bereits bei ihm sein muss. Mal sehen wann er wieder
hier ist!"
"Ich halte diese Warterei einfach nicht mehr
aus, Shou! Sag mal warum musst du diesen Aufsatz eigentlich
schreiben?", erkundigte sich Hayato.
"Na weshalb schon", antwortete Shou, "Ich bin ohne Genehmigung im Obelisk Blue Dorm gewesen! Da kannst du dir doch denken warum ich ihn schreiben muss. Ich habe sogar richtig Glück gehabt, dass ich nicht von der Schule geworfen wurde. Da schreibe ich natürlich lieber diesen Aufsatz!"
"Chronos-Sensei hat dich besiegt, stimmt's?", fragte Hayato und bekam ein bestätigendes Nicken von Shou, "Ich verstehe gar nicht, warum Juudai unbedingt mit Manjoume duellieren möchte."
"Wenn
du wüsstest, Hayato...", dachte Shou und antwortete
dann, "Chronos-Sensei ist sogar in seinen Plüsch-Latschen
hinter mir her gerannt. Ich glaube bei seiner Jagd auf mich hat er
ganz vergessen wie krank er eigentlich ist."
Shou lachte
nervös. Bei dem Gedanken an diesen Moment wurde ihm wieder
einmal ganz anders. Die Schulkrankenschwester war ebenfalls noch
einmal in jeden Dorm gegangen und musste den Schülern berichten,
dass nun auch Satyr und der Schuldirektor Sameshima einer schwere
Grippe zu bekämpfen hatten. Es war also besser wenn der
Unterricht die nächsten Tage ganz ausfiel, oder nur das Nötigste
getan wurde. Diese Nachricht hatte Juudai noch nicht bekommen und
wahrscheinlich war sie ihm sowieso egal gewesen. Shou widmete sich
nun wieder seiner Aufgabe obwohl er sich kaum darauf konzentrieren
konnte. Es war zum verrückt werden das die Zeit in Momenten des
Wartens die Zeit noch langsamer zu vergehen schien als im
langweiligsten Unterricht.
Plötzlich öffnete sich die Tür zum Zimmer mit einem kleinen Quietschen.
Herein
kam Juudai, der eine Miene wie sieben Tage Regenwetter machte. Oder
war es sogar noch schlimmer?
Shou wandte sich an seinen besten
Freund: "Aniki, du bist ja schon wieder da!"
Ein Blick
auf die Uhr sagte ihm, dass er unmöglich ein Duell schlagen
konnte und wieder zurück zum Osiris Red Dorm gegangen sein
konnte. Und diese Leidensmiene die der Braunhaarige machte war mehr
als nur beunruhigend. Was war nur vorgefallen?
"Aniki?
Sag mal, hast du geweint?", fragte Shou weiter.
Tatsächlich,
Juudai's Augen waren rot unterlaufen und wiesen darauf hin, dass er
geweint haben musste. Allerdings setzte sich Juudai erst einmal
schweigend auf sein Bett und sgte kein Wort. Shou meinte ein leichtes
Zittern erkennen zu können. Hayato musterte seinen Freund
ebenfalls sehr genau und kam zum selben Schluss wie Shou. Irgend
etwas schien absolut nicht gut gegangen zu sein. Aber würde
Juudai sein Herz auch vor Hayato ausschütten? Das bezweifelte
der Junge sehr und setzte sich auf.
"Soll ich euch alleine lassen, damit ihr euch in Ruhe unterhalten könnt?", fragte Hayato verständnisvoll.
Shou blickte fragend zwischen Hayato und Juudai umher. Es dauerte einen Augenblick bis Juudai antwortete, doch dann meinte er: "Nein, schon gut Hayato. Bleib hier, ist nicht so schlimm!"
"Das glaube ich dir nicht, Aniki!", antwortete Shou, "Wenn du nicht darüber reden willst dann ist das doch okay. Aber ich finde es nicht gut, dass du versuchst etwas vor uns geheim zu halten. Und noch etwas, es ist nicht schön mit Kummer schlafen zu gehen. Ich will dich zu nichts drängen aber... Bitte Aniki, mach uns nicht noch mehr Kummer!"
Juudai
sah seinen kleinen Freund an. Er wusste die beiden es gewöhnt
waren ihn mit einem Grinsen durch die Welt laufen zu sehen.
Unbeschwert und jedes Problem als kleiner anzusehen als es überhaupt
war. Aber jetzt? Wie er aussah wollte Juudai lieber gar nicht erst
wissen. Es wäre so einfach gewesen, wenn er sich in
Beispielsweise Shou verliebt hätte. Ein Junge der im selben Dorm
platziert war. Der einen genauso niedrigen Status hatte wie er selbst
und nicht von allen als guter und angesehener Duellant war. Shou
hatte Recht, es war unfair ihnen zu verschweigen was geschehen war.
Zumal Shou wegen ihm in Schwierigkeiten geraten war und ganz knapp um
einen Rausschmiss herumgekommen war. Ja. Er musste es ihnen erzählen,
Shou und Hayato, beiden musste er beichten was dort im Obelisk Blue
Dorm passiert war. Es war ohnehin an der Zeit das Hayato in die
Geschichte eingeweiht wurde.
"Er hat mich geküsst",
antwortete Juudai.
"Was!?", brach es aus Shou heraus.
"Wer hat dich geküsst?", wollte Hayato verwirrt wissen.
"Er hat es gewusst Shou. Er hat alles von Anfang an geplant. Ihm kam es komisch vor das ich dich losgeschickt habe um Kaiser zu bitten Manjoume für mich herauszufordern. Die ganze Sache ist also förmlich nach hinten los gegangen. Und dann hat er es getan. Er hat mich geküsst!", erklärte Juudai und machte sich auf wilde Protestrufe gefasst.
"Wie
bitte, was soll das heißen?", fragte Hayato erneut.
Shou
seufzte. Mit einer solchen Entwicklung hatte selbst er nicht
gerechnet. Die Sache kam ihm zwar von Anfang an ein wenig brüchig
vor, aber das Manjoume aus diesen Umständen gleich Liebe
verstehen konnte ging Shou nicht in den Kopf. Und auch Hayato war
mehr als verwirrt über Juudai's Aussagen. Als Shou seine
Gedanken wieder geordnet hatte sagte er kurz zur Erklärung
Hayatos: "Aniki hat sich in Manjoume verliebt. Aber jetzt breche
bitte nicht gleich in Staunen aus, Aniki ist in einer sehr kritischen
Lage!"
"Das
hatte ich nicht vor!", vertreidigte sich der Dicke.
Und ob
Hayato drauf und dran gewesen war noch einmal erstaunt zu wiederholen
was los war. Warum ausgerechnet Manjoume die Person war, in die sich
Juudai verliebte konnte er nicht wirklich verstehen. Der Gedanke war
so abwegig, dass Hayato nicht mal im Traum auf so einen Gedanken
gekommen war. Aber jetzt konnte er sich wenigstens erklären,
warum Juudai so verstört war und neben sich stand.
"Du hast mich ja davor gewarnt. Wer nicht hören will mus fühlen, so heißt es doch schließlich immer wieder, stimmt's Shou?", fragte Juudai.
"Ja aber... Manjoume hat dich geküsst? Und warum zu Teufel?", wollte Shou wissen.
"Das war doch dei beste Möglichkeit um heraus zu finden ob ich die Liebe erwiedern würde die er für mich hegte oder?", entgegnete Juudai mit einer Gegenfrage.
Hayato antwortete entrüstet: "Ja wenn er es denn ernst gemeint hätte. Das ist einfach nicht fair! Deine Gefühle so auszunutzen!"
"Aniki... es tut mir so leid!", versicherte Shou, doch er wusste das Juudai damit wohl kaum geholfen war. Ihm konnte sowieso nicht geholfen werden. Es musste seinem besten Freund sehr weh getan haben soviel war sicher. Shou machte sich allerdings Sorgen wie es jetzt mit seinem Freund weitergehen würde. Der Unterricht am folgenden Tage fiel aus, das war ein positiver punkt, allerdings würde Juudai ihn wohl kaum genießen können. Hoffentlich konnte er ihn mit Hayato wieder aufrichten.
"Die Frage ist jetzt wohl ob Manjoume es an die große Glocke hängt!", meinte Hayato.
"Was?", fragte Shou verwirrt.
Hayato seufzte: "Na ob Manjoume nun alles ausplappert oder den Mund hält."
"Er wird nichts sagen. Aniki hat bisher keinerlei Zeichen für Sympathien zu Manjoume gezeigt. Und auch zu keinem anderen Jungen. Wenn er jetzt erzählen würde, dass Aniki bei ihm war, dann bekäme er großen Ärger. Genau wie ich als ich erwischt wurde!", antwortete Shou und wandte sich erneut an Juudai, "Vielleicht ist es dir ja ein Trost zu hören, dass der Unterricht Morgen ausfällt?"
Juudai
nickte geistesabwesend. Ihm war schon eine Weile durch den Kopf
gegangen wie er sich nun im Unterricht verhalten sollte. Wenn er
Manjoume tagtäglich im Unterricht sah und genau wusste das er
die Verkörperung seiner Liebe ihn abgruntiefst hasste. Mit Leib
und Seele, das hatte Manjoume ihm ins Gesicht gesagt, er hasste ihn
und würde niemals etwas anderes für ihn empfinden.
"Wollen
wir nicht lieber Schlafen gehen?", fragte Juudai.
Seine
Zimmergenossen nickten und so begaben sie sich zur Nachtruhe. Die für
Juudai allerdings ziemlich unruhig verlief. Er brauchte lange Zeit um
einzuschlafen und sein Schlaf war ebenfalls nicht sehr tief und
traumlos.
Die
Tür schnappte wieder ins Schloss und Juudai war verschwunden.
Manjoume versicherte sich, dass der Osiris Red Schüler
verschwunden war, indem er durch den Spion sah. Als er dann die
Bestätigung hatte, das Juudai fort war, ließ er sich mit
dem Rücken zur Tür auf den Boden niederinken.
"Was
habe ich mir dabei nur gedacht? So weite hätte ich ja nicht
gleich gehen müssen. Wieso habe ich ihn denn gleich geküsst
Herr Gott? Abartig!"
Manjoume berühte seine Lippen
mit seinen Fingern. Ja. Es war kein schlechtes Gefühl gewesen.
Wahrscheinlich lag es daran, dass Juudai im Moment des Kusses wahre
Gefühle gezeigt hatte. Aber was kümmerten ihn, Manjoume
Thunder, die Gefühle eines einfältigen kleinen Osiris Red
Schülers? Juudai hatte mit dem Feuer gespielt und sich
verbrannt. Nichts weiter. Wie konnte er sich nur einbilden, dass ein
Obelisk Blue Schüler, der dazu noch ziemlich begabt war, könnte
sich in jemanden wie ihn verlieben?
Manjoume
schloss die Augen.
"Aber ich war gemein. Seine Augen in
diesem Moment. Ich habe diesem Osiris Red Lümmel wohl wirklich
zugesetzt. Selbst schuld!"
Aber war es wirklich Juudai's alleinige Schuld? Warum fühlte er sich selbst dann plötzlich so ehlend als ob er etwas falsches gemacht hätte? Manjoume zuckte schnell mit den Schultern und beschloss sich nicht mehr darum zu kümmern. Ganz ehrlich, was interessierte ihn Juudai oder irgendein anderer von seinem Schlag. Der Junge stand also schnell wieder vom Boden auf und schaltete seine Stereoanlage ein. Die Klänge des JAM Projects hüllten sein Zimmer wieder vollstädnig ein. Bei dieser Band gelang es dem Jungen klare Gedanken zu fassen und er schaffte es wieder absolut rational zu denken. Meißtens machte er seine Hausaufgaben während die Musik lief. Es war einfach das beste Mittel um sich auf schwierige Sachen zu konzentrieren, denn es gab ihm ein Gefühl der Freiheit. Allerdings wollte ihm das nicht mehr an diesem Abend gelingen. Ihm ging Juudai einfach nicht mehr aus dem Kopf. Der Junge hatte so verstört auf Manjoume gewirkt, dass er einfach nicht mehr anders konnte als sich ins Bett zu legen. Irgendwie hatte er ein mieses Gefühl. Der Tag hatte für ihn nicht gut begonnen und jetzt musste er sich auch noch mit einem schlechten Gewissen herum plagen. Wenigstens hatte er am nächsten Tag keinen Unterricht und das hieß, das er mal keinen Wecker brauchte.
Am nächsten Morgen wurde Manjoume nicht von einem störenden Wecker aus seinen Träumen gerissen. Auch die Sonne zeigte sich nicht wie sonst zwischen den Vorhängen und kizelte ihn aus dem Schlaf, nein, etwas viel grausameres als ein grässlicher Piepston oder ein warmer goldener Sonnenstrahl riss ihn aus dem Bett. Es war ein recht lautes Klopfen an der Tür.
"Oh nein, bitte nicht!", fehlte er in Gedanken, doch als er sich nicht aus dem Bett bewegte, wurde das Klopfen lauter und er musste sich wohl oder übel dazu bereit erklären aufzustehen. Verschlafen trottete Manjoume den Gang hinunter zu seiner Zimmertür und öffnete sie langsam. Als er noch halb blind hinaus linste, sah er in das fröhlich lächelnde Gesicht von Fubuki, der Manjoume sofort zur Seite schob und sich somit selbst Eintritt in das Zimmer verschaffte.
"Guten Morgen, Manjoume!", sagte er heiter.
Manjoume schloss die Tür wieder und konnte sich kaum noch ruhig bleiben. Fubuki war schon fertig in seiner Schuluniform und gestriegelt in einer widerlich guten Stimmung traf er hier bei Manjoume ein.
"Es hätte ein schöner werden können!", fauchte Manjoume und bot Fubuki einen Platz zum sitzen an.
"Manjoume, was hast du denn? Ich habe dich doch wohl nicht gestört?", fragte der Ältere grinsend.
Manjoume sah den anderen entgeistert an: "Wie kommst du denn darauf?"
Der Sarkasmus war nicht mehr zu überhören, aber jetzt wo er schon mal wach war, konnte er gleich so gut seinen Tag beginnen. Aber was wollte Fubuki eigentlich am frühen Morgen bei ihm? Dem wollte er auf den Grund gehen als er heißes Wasser für den Cappucchino vorbereitete und ein paar Brötchen aus dem Schrank holte.
"Was
willst du eigentlich schon so früh bei mir? So nahe stehen wir
uns doch gar nicht, dass du dich gleich am Morgen schon zu mir
bemühen musst", sagte Manjoume und brachte das Frühstück
zu Fubuki an den Tisch.
"Tun wir nicht? Na ja, mach dir
nichts draus, es tut mir übrigens leid dich aus dem Bett geholt
zu haben", entschuldigte sich der Braunhaarige bei dem Jüngeren,
"Ich war nur neugierig wie das Duell gestern ausgegangen ist."
"Duell?", wiederholte Manjoume verwirrt, doch dann fiel es ihm wieder ein, "Ach so... also das ist so..."
Manjoume druckste nicht ohne Grund. Wenn er Fubuki erzählte, was er getan hatte, dann würde er bestimmt nicht sehr positiv darauf reagieren. Wie denn auch? Manjoume hatte sich schließlich wie ein Idiot benommen. Fubuki sah Manjoume fragend an, dabei wirkte er etwas naiv aber das war Asuka's älterer Bruder überhaupt nicht. Er war nur gespannt darauf wie es ausgegangen war.
"Es gab kein Duell", antwortete Manjoume kurz und nachm einen Schluck von seiner Tasse.
"Warum
denn das? Ich dachte ihr wolltet euch duellieren...", erklärte
Fubuki erstaunt.
"Ja, das war der eigentliche Plan...",
entgegnete Manjoume kurz, "Auf jeden Fall verfolgte Juudai
diesen Plan."
"Du etwa nicht?", hakte Fubuki nach,
dem die plötzliche Unruhe in Manjoume nicht entging.
Der Dunkelhaarige zuckte nur die Schultern als Antwort. Dies war ein Thema das er liebend gern außemvor gelassen hätte, doch wahrscheinlich ließ sich der Ältere nicht einfach so abwimmeln, also musste er etwas sagen: "Gewiss hatte auch ich das am Anfang vor. Aber es war nun mal... Tut mir leid. Das gehört nicht hierher!"
"So. Dann habt ihr euch wohl gestritten?", forschte Fubuki weiter ohne darauf zu achten ob es Manjoume nun recht war oder nicht.
"So
kann man es auch nennen", entgegnete Manjoume mit einem
Nicken.
Er wagte einen kurzen Blick in Fubuki's Augen. Plötzlich
hatte er das Gefühl als ob sich etwas in ihm lockerte. Ein Kloß
der sich seit Gestern in seiner Brust befand und ihm schwer zu
schaffen machte. War es etwa das wonach er sich im Moment sehnte?
Nach einem Zuhörer der es vermochte das er sich besser fühlte?
Vielleicht wusste Fubuki auch schon von allem und er wollte nur noch
einmal die Geschichte aus seiner Sicht sehen? Bevor er losredete
musste er sich darüber im Klaren werden.
"Wie viel
weißt du über das gestrige Ereignis?", wollte
Manjoume schließlich wissen.
Fubuki sah den Jungen der ihm
gegenüber saß überrascht an und antwortete dann: "Nur
das ihr euch duellieren wolltet. Eben das was mir Juudai berichtete."
"Also hast du den Osiris Red Jungen gestern Abend nicht mehr getroffen?", fragte Manjoume nochmals um auch wirklich sicher zu sein. Fubuki nickte nur kurz und sah das Manjoume offenbar nach den richtigen Worten rang. Oder sogar mit sich kämpfte um überhaupt etwas zu sagen.
Es
stimmte. Manjoume wusste wirklich nicht ob er die Geschichte so
weiter geben sollte wie sie sich am Vorabend abspielte. Sollte er
Fubuki wirklich sagen dass Juudai sich offenbar in ihn verliebt hatte
und er das charmlos ausnutzte und ihn dann wegschickte? Es war wohl
das Beste sein Gewissen auf diese Weise zu erleichtern.
"Juudai.
Er hat sich in mich verliebt", erklärte Manjoume kurz, "Ich
habe es auf die brutalste Weise aus ihm heraus gequetscht die man nur
anwenden konnte."
Manjoume hielt ein. Er wusste nicht so ganz wie er es richtig ausdrücken sollte. Doch ehe Fubuki ein Wort sagen konnte fuhr er fort, denn hätte der Ältere nun ein Wort gesagt, hätte Manjoume nicht weiter erzählt: "Ich habe wenige Tage zuvor schon dieses Gefühl gehabt. Das Gefühl das er mich im Auge behielt, mir nachstellte. Einen Beweis hatte ich aber noch nicht deshalb stimmte ich einem Duell zu und dann..."
"Hat er dir etwa seine Liebe gestanden?", wollte Fubuki wissen und versuchte sich das ganze bildlich vorzustellen, "Das ist ja süß!"
"Du träumst wohl!", mahnte Manjoume und ließ sein Brötchen lieber wieder auf den Teller sinken. Hunger hatte er einfach nicht mehr. Wie sollte er auch noch etwas essen können?
"Ich
habe ihn dazu gezwungen mir die Wahrheit zu 'sagen'", erklärte
Manjoume und gestikulierte mit seinen Fingern die Anführungszeichen.
Fubuki ahnte nichts gutes: "Oh je, was hast du denn jetzt
schon wieder angestellt?"
"Ihn geküsst, nichts weiter!", entgegnete Manjoume kurz und nahm einen Schluck Cappucchino um seine aufkommende Charmesröte und Nervosität zu verstecken, "Na ja und dann habe ich ihn heraus geworfen."
"Was!?",
kam es mehr oder weniger entsetzt von Fubuki.
"Ich weiß,
dass es nicht gerade die feine englische Art war. Ich fühl' mich
ja auch ganz schlecht wenn ich ehrlich bin, aber was glaubt dieser
Osiris Red Kerl eigentlich wen er da vor sich hat, ich meine...",
Manjoume versuchte verzweifelt sich zu rechtfertigen, allerdings
schien ihm jede Ausrede als sehr dürftig, also brach er unmittel
bar danach ab. Fubuki nickte langsam: "Du verstehst es oder?
Ehrlich, du hast einen Fehler gemacht!"
"Ja",
Manjoume nickte reumütig, was ihm nun wirklich nicht ähnlich
sah und fragte dann, "Und was schlägst du vor?"
"Eine Entschuldigung natürlich", antwortete Fubuki lächelnd und fing sich einen protestierenden Blick ein, seit wann musste sich ein Obelisk Blue Schüler bei einem Osiris Red entschuldigen?
"Ich weiß was du davon hälst Manjoume, aber ich kann es dir nur empfehlen", meinte Fubuki nun ernst und fuhr fort, "Du sagst du fühlst dich jetzt mies. Das kann nicht aufhören wenn du dich nicht bei Juudai entschuldigst. Außerdem habe ich mich immer gefragt warum ihr beiden euch immer nur streiten müsst. Ihr beiden mögt doch Duel Monsters und seid ganz passable Duellanten, also warum?"
Darauf
wusste Manjoume keine passende Antwort. Warum schon? Reichte es nicht
schon aus, dass Juudai zur unteren Schicht gehörte? Er hatte
kein solches Verständnis für die niederen Schüler, so
wie Asuka zum Beispiel.
Fubuki klatschte zwei Mal kurz in die
Hände und sagte dann kurz: "Gouchisou-sama
deshita!"
(Danke für die Mahlzeit)
Damit stand
Fubuki auf und wandte sich der Tür zu. Jedoch nicht ohne sich
herzlich von Manjoume zu verabschieden: "Also dann. Bis später,
Manjoume! Entschuldige noch mal das ich dich so unsanft aus dem Bett
geprügelt habe!"
"Spinner!", sagte Manjoume in
einem scherzenden Ton und sah zu wie der ältere Schüler
wieder verschwand.
Großartig.
Nun saß er wieder allein in seinem Zimmer und wusste nichts mit
sich anzufangen. Fubuki hatte ja Recht. Es war besser sich einfach
bei Juudai zu entschuldigen und die Sache für immer zu
vergessen, aber er war stolz. Er konnte nicht einfach zu einem wie
Juudai gehen und um Verzeihung bitten.
Manjoume schluss die Augen
und lehnte sich in seinen Sässel zurück. Vor seinem
geistigen Auge tauchte plötzlich wieder Juudai auf. Sein
verstörtes Gesicht, wie er ihn angesehen hatte als Manjoume ihn
fort geschickt hatte. Mit einem Mal riss Manjoume sein eAugen wieder
auf und stand auf. Warum konnte er den Jungen nicht aus seinem
Gedächtnis verbannen? Einfach nur vergessen? Aber Juudai war
schon irgendwie mutig gewesen. Er war ohne zu zögern zu ihm
gekommen ohne zu wissen was eigentlich genau passieren würde.
Und den Kuss...
Ja. Juudai hatte den Kuss erwiedert. Er hatte sich am Anfang noch dagegen gewehrt und Manjoume ein wenig Angst eingejagd denn so einfach hätte er sich auch nicht aus der Lage retten können aber...
Dann
hatte Juudai sich ihm einfach hingegeben. Ohne zu wissen dass
Manjoume ihn eigentlich verachtete.
Der Junge stand nun mit einem
ruck auf und ging in sein privates Badezimmer um zu duschen. Dabei
hinger immer wieder ohne etwas dagegen tun zu können seinen
Erinnerungen an den vergangenen Abend nach. Warum wollte ihn Juudai
nicht in Ruhe lassen? Was war es das ihm verbot den Braunhaarigen zu
vergessen. Er hasste Juudai doch! Er hasste diesen frechen Osiris Red
Verlierer! Er war nichts wert!
Oder war sein Hass nicht mehr so groß? War es nun nur noch eine Art Einbildung die er hatte weil es ihm natürlich erschien alle Osiris Red Schüler zu hassen. Hatte er etwa für Juudai eine Grube gegraben und war nun selbst hinein gefallen? Wollten sich seine Gefühle nun nicht mehr von Juudai lösen?
"Das ist doch lächerlich! Das ist völlig ausgeschlossen, Mann! Reiß dich zusammen Jun, du bist doch nicht schwul!"
Der
Gedanke war ihm gerade plötzlich gekommen.
Schwul.
Nein,
daran hatte er nicht bewusst gedacht. Hatte er sich etwa plötzlich
in Juudai verliebt? Nein, das war unmöglich. Er war sicher nur
verwirrt weil es mit Juudai eben das erste Mal war. Manjoume war es
eben einfach nicht gewöhnt jemanden zu küssen. Eigentlich
konnte er von Glück sagen, dass er es nicht zu einem Zungenkuss
hat kommen lassen, denn dann wäre er wohl noch verwirrter
gewesen. Wie dem auch war. Fubuki hatte Recht, er musste sich bei
Juudai entschuldigen und irgendwie würde er das auch tun. Nur
wie sollte er sich heimlich ohne das ein anderer etwas davon
mitbekam. Ihm würde schon etwas einfallen, da war er sich
sicher.
Mi mo kokoro mo tokeaeru towa naru rakuen
Odori kurue soshite kuroi namida wo nagase
Aa... kirei...
身も心も溶け合える。永久なる楽園
踊りくるえそして黒い涙をながせ
ああ。。。綺麗
Sowohl Körper und Seele können miteinander verschmelzen. Zu einem ewigen Paradies.
Tanze in Extase, und weine schwarze Tränen.
Oh... wie wunderschön.
Anders
als Manjoume wurden die drei Osiris Red Schüler, Shou, Hayato
und Juudai von niemandem geweckt. Nicht einmal der Wecker ging an
diesem Morgen und so schliefen die drei bis in den späten
Vormittag hinein. Sogar Shou der sonst ziemlich früh von selbst
aufwachte ließ sich heute nicht bitten aufzustehen. Vielleicht
lag es daran, dass Juudai gestern Abend so niedergeschlagen war, dass
es ihn selbst auch runter gezogen hatte. Juudai verstört zu
sehen war genauso wie geschlagen zu werden. Eigentlich war sein
bester Freund immer heiter und eigentlich konnte ihn nichts so
schnell aus der Fassung bringen.
Allerdings stand Shou als erster
auf und machte sich die Mühe seine beiden Zimmergenossen zu
wecken. Es gelang Shou dieses Mal schneller als sonst. Als Juudai
sich aufsetzte und sich noch verschlafen die Augen rieb, war Shou
gespannt darauf ob sein Freund heute schon in einer etwas besseren
Stimmung war. Dem schien sogar so zu sein, denn er konnte schon
wieder lächeln.
"Guten Morgen, Aniki!", begrüßte Shou seinen Freund.
"Morgen", erwiederte er und streckte sich, "Sollen wir was essen gehen?"
"Gern.
Ich sterbe förmlich vor Hunger!", antwortete Hayato und
gemeinsam gingen sie in die Kantine um zu frühstücken.
"Du
siehst besser aus als gestern", stellte Hayato fest.
Shou
nickte als Zustimmung, doch fühlte Juudai sich auch so?
Der
Junge nickte: "Ja. Ich fühle mich heute viel besser!
Vielleicht habe ich diese Abfuhr wirklich nötig gehabt und
wieder mit dem Leben anfangen zu können. Ich bin Manjoume nicht
einmal böse!"
Damit
verschränkte Juudai die Arme hinter seinem Kopf und ging
grinsend den Gang zum Essenssaal. Shou sah Hayato fragend an, doch
dieser zuckte einfach nur mit den Schultern, da er nicht wusste was
er davon halten sollte. Shou machte sich allerdings Sorgen, dass
alles nur ein Schauspiel war.
Die Kantine war unglaublich leer.
Die meißten hatten schon gefrühstückt und nutzten den
Tag bereits. Der einzige der außer ihnen noch anwesend war, war
Daitoukuji. Er war ebenfalls noch im Schlafrock und hatte seinem
Kater eine Schüssel Milch auf den Boden gestellt. Daitoukuji
begrüßte die drei Jungen mit einem kurzen Nicken und aß
dann selbst sein Frühstück. Anscheinend war der Lehrer
ebenfalls eine Schlafmütze, aber er war in so manchen Dingen wie
die Schüler. Vielleicht war er deshalb so nett zu allen und
jeden.
"Bist du sicher, dass alles in Ordnung ist Aniki?", fragte Shou besorgt.
"Ja. Jetzt mach dir doch nicht solche Sorgen! Ich bin okay. Natürlich...", Juudai stockte kurz, "Natürlich bin ich nicht über Manjoume weg aber... Ich muss mich eben damit abfinden. Du hast mir ja schließlich nicht umsonst gesagt dass ich nicht auf eine positive Antwort warte sondern einfach nur ein Duell mit ihm wollte. Und es wird mir eine Lehre sein noch einmal solche Dummheiten zu machen."
Shou lächelte erleichtert: "Ach Aniki... Jetzt bin ich wirklich beruhigt! Ich dachte du spielst uns da was vor. Vergiss Manjoume einfach. Irgendwann, da bin mir sicher, findest du jemanden der es zu schätzen weiß!"
"Ja",
das glaube ich auch!", entgegnete Juudai und zog seine
Reisschüssel vom Tablett das sie vor sich platziert
hatten.
Natürlich war Juudai noch lange nicht über
diesen Abend hinweg gekommen. Aber er hielt es für besser die
Sache so schnell wie möglich zu vergessen und wenigstens musste
er versuchen wieder auf einen grünen Zweig mit sich und seinen
Gefühlen zu kommen. Ihm war völlig klar das seine Wunde
noch lange nicht komplett heilen würde, aber er wusste
schließlich das Manjoume seine Liebe niemals erwiedern würde.
Das einzige was Juudai nun übrig blieb, war das er den Obelisk
Blue Schüler vergessen musste. Juudai entflog ein kleiner
Seufzer, er fühlte sich trotz allem noch ein bisschen verloren,
denn eines Tages musste er Manjoume wieder im Unterricht begegnen und
das stimmte ihn ein bisschen nervös.
"Aniki?",
fragte Shou plötzlich.
Sein Freund war so in Gedanken
versunken, dass er Shou gar nicht bemerkt hatte. Für Shou
lächelte Juudai freundlich an als dieser ihm endlich die nötige
Aufmerksamkeit schenkte.
"Ich
dachte wir sollten heute vielleicht zum See runter!", meinte der
Kleine.
"Was zum See?", wiederholte Hayato, "Was
sollen wir denn da? Der See liegt doch direkt auf dem Weg zum Jungen
Dorm der Obelisk Blue Schüler, oder?"
Shou nickte: "Ja,
na und? Angeln kann man da trotzdem sehr gut. Es ist ja nicht so das
wir dort nicht hingehen dürfen!"
"Angeln? Das
klingt gut. Das sollten wir wirklich machen!", antwortete Juudai
wie immer fröhlich und beendete sein Frühstück,
"Schade dass das Wetter heute irgendwie nicht so gut ist."
Shou
nickte. Aber es war eigentlich gar nicht so wichtig ob es nun gut
oder schlecht war, er hatte es geschafft Juudai wieder auf andere
Gedanken zu bringen. Natürlich war der Andere ebenfalls darum
bemüht sich so wenig wie möglich um seine Liebesgefühle
zu kümmern und damit machten sich die drei auf den Weg als sie
ihr Frühstück beendet hatten. Es war wirklich kein sehr
schönes Wetter. Die Luft war heute besonders feucht und die
Wärme sorgte dafür, dass sie schnell etwas trinken mussten.
Der Waldboden war zum Glück nicht mehr schlammig und
aufgeweicht, was bedeutete, dass sie ohne Schwierigkeiten zum See
kamen und sich dort in den Schatten setzten. Shou fand es schade,
dass die Sonne nicht zu sehen war, die Luft wäre sonst sicher
trockener gewesen und der Ausflug hätte noch mehr Spaß
gemacht.
Die drei Jungen holten ihre Angeln aus der
Plastikverpackung, die den Stangen Schutz vor Schäden gab, einer
nach dem anderen befestigte dann einen Köder am Haken und ließ
die Angel ins Wasser. Juudai war lange nicht mehr mit seinen Freunden
angeln gewesen. Aber nicht nur mit seinen Freunden teilte er dieses
Vergnügen. Früher war er auch oft mit seinem Vater an einem
See gewesen und seine Mutter hatte abends gebratenen Fisch oder Sushi
gemacht. Diese Erinnerungen stimmten Juudai fröhlich. Manchmal
vermisste er seine Eltern, er konnte sie eigentlich nur in den
Sommerferien zu ihnen, denn alles andere würde sich nicht
lohnen. Die Duell Insel war einfach zu weit vom Festland entfernt.
Die
Zeit verging wie im Fluge. Es kam Juudai nur wie ein paar Minuten
vor, aber die Uhr an Shou's Arm verriet ihnen, dass es bereits vier
Uhr war. Das Wetter hatte sich mit der Zeit gebessert und die Sonne
war heraus gekommen. Allerdings neigte sie sich nun langsam gen
Westen und war bald im Begriff unter zu gehen. Auch im Sommer war die
Sonne nicht länger bis sechs Uhr zu sehen, um acht Uhr am Abend
war es üblich dass man die Hand nicht mehr vor Augen sah, denn
es war stockduster um jene Zeit. Juudai hatte schon mal in einem Buch
gelesen, dass von einem Japaner geschrieben wurde und von Deutschland
handelte. Dort sollte es anders ein. Im Winter war es wie in Japan,
recht schnell dunkel und im Sommer konnte die Sonne teilweise bis um
zehn Uhr in der Nacht scheinen. Das wollte er zu gern mal sehen. An
einem Strand spazieren gehen und der Sonne zusehen wie sie unterging.
Hier in Japan und erst recht auf der Duell Insel ging das ganz und
gar nicht.
Juudai's Gedanken schweiften plötzlich wieder zum
gestrigen Tag zurück. Es wäre schon schön mal etwas
mit Manjoume zu unternehmen. Selbst wenn er nicht in ihn verliebt
war, warum konnte er sich nicht einfach auf eine platonische
Freundschaft zu ihm und seinen Freunden entwickeln. Aber
wahrscheinlich hatte Shou wirklich Recht, er war zu stolz und zu
arrogant um sich auf die drei einzulassen. Juudai schüttelte
unmerklich den Kopf und stand vom Boden auf. Die Ausbeute war
wirklich beträchtlich. Die Fische waren bis oben hin im Eimer
angefüllt und ließen kaum mehr einen weiteren zu.
"Wollen
wir?", fragte Juudai und zeigte in Richtung des Dorms.
Shou
erhob sich ebenfalls vom Boden und stimmte Juudai zu: "Ja. Wir
sollten uns ein Abendessen sichern. Es ist schon spät!"
"Wenn
wir Glück haben, dann gelingt es uns die Köchin zu
überreden die Fische gut zu verarbeiten!", meinte Hayato,
"Sonst hat das Angeln ja gar keinen Sinn gemacht."
"Stimmt
schon", antwortete Juudai und so machten sich die drei wieder
auf den Weg zurück.
Mittlerweile ging die Sonne langsam
unter und die Dämmerung legte sich über die Insel. Sie
konnten nicht wissen, dass sie verfolgt wurden. Die Dämmerung
hüllte die blaue Jacke des Jungen ganz ein und ließ nicht
zu, dass man ihn so leicht erkannte. Er folgte den drei Osiris Red
Schülern unauffällig und versteckte sich weitesgehend
hinter Büschen und stämmigen Bäumen. Manjoume
schnaubte abfällig beim Anblick der drei, das die auch immer
zusammen hängen mussten. Das war ja wirklich störend und
völlig unpraktisch für ihn, denn er wollte nicht, das
weitere Schüler dabei stehen. Dazu war er nun wirklich viel zu
stolz und in seiner Würde wollte er nicht verletzt werden. Das
einzige was ihm also übrig blieb, war Juudai eine Email zu
senden. Aber ob der Osiris Red Verlierer dieses Treffen gut hieß
und sich darauf einließ war eine andere Frage, denn immerhin
konnte er zwar eine Email an Juudai senden, andersrum ging es
allerdings nicht. Manjoume murmelte leise Worte in sich hinein,
setzte sich und lehnte gegen einen der knorrigen Baum.
"Na
gut. Los geht's Jun! Wenn er nicht auftaucht, dann tut es mir leid,
dann kann ich ihn schlecht um Verzeihung bitten."
Plötzlich
kam in Manjoume sogar die leise Hoffnung auf, dass Juudai sich gar
nicht mehr dazu bereit erklärte sich mit ihm zu treffen. Seine
Entschuldigung wäre damit hinfällig und er müsste kein
schlechtes Gewissen mehr haben. Und Fubuki wäre ebenfalls
zufrieden mit Manjoume, schließlich hatte er es dann versucht.
Aber immer hin musste er erst mal diese Mail verfassen. Am besten
während die Osiris Red Idioten beim Essen waren. Schnell tippte
er die Hiragana und Katakana Silben ein und klickte dann auf
senden und ihm wurde klar, dass er sich nur noch zum Treffpunkt begeben und auf Juudai warten.
Yorokobi todokeyou
Kanbina itami de
喜び届けよう
甘美な痛みで
Wenn ich nach dir greifen könnte, mit Freuden
Mit dieser süßen Pain.
Juudai,
Shou und Hayato hatten die Fische bereits zur Köchn gegeben, die
sich überaus freute als sie diesen großen Fang
betrachtete. Wieder einmal hatten sich die drei Freunde ihr
Abendessen geholt und setzten sich an einen freien Tisch.
Als sie
so saßen und sich wieder über Chronos Sensei beschwerten,
vibrierte Juudai's kleiner Mailapparat wieder.
"Was ist denn jetzt los? Erwartest du Post?", wollte Shou wissen.
Juudai schüttelte mit dem Kopf: "Nein, nicht das ich wüsste!"
"Guck doch mal nach", sagte Hayato gespannt, "Vielleicht will ja irgendein Lehrer was von dir oder ... ich weiß auch nicht. Guck einfach!"
Der Junge nickte und öffnete die kleine Klappe. Der Bildschirm zeigte flimmernd in roten Kanji den Namen, den Juudai so liebte. Die vier Zeichen die ihn wieder so nervös machten und ihn völlig unnatürliche Dinge tun ließ. Warum zum Teufel erhielt er eine Mail von Manjoume? Das Ganze machte ihn ziemlich unruhig. Vielleicht war ja etwas geschehen? Aber warum sollte er sich dann ausgerechnet bei ihm melden? Er hasste ihn schließlich. Sollte Juudai diese elektronische Nachricht lesen oder es lieber lassen? Er war hin und her gerissen, doch wenn er nicht bald etwas tat wurden seine beiden Freunde neugierig und wollten sicher einen Bericht von ihm. Schnell klickte er auf lesen und er wurde direkt zur Meldung weiter geleitet.
Hallo
Osiris Red! Manjoume
Komm zum See an dem ihr heute geangelt habt.
Ich
warte ungern, lang!
Prompt
als er die Meldung durchgelesen hatte, wurde ihm wieder ganz anders
zu Mute. Seine Beine und Hände wurden wieder zittrig und ließen
kaum eine vernünftige Aktion zu, sein Herz schlug schneller und
gab ihm das Gefühl, dass er rennen müsse. So schnell wie
möglich zu Manjoume. Was er wohl wollte? Ob er sich doch noch
einmal mit Juudai duellieren wollte oder was war der Plan des Obelisk
Blue Jungen? Tausende von Fragen und Gedanken schossen in diesem
Moment in seinen Kopf.
Shou und Hayato sahen ihren Freund fragend
an und wollten eigentlich fragen was los war. Ob tatsächlich
irgendjemand eine schlechte Nachricht für ihn hatte, doch zum
Fragen kamen sie nicht. Juudai stand unmittelbar von seinem Platz auf
und wandte sich noch mal an seine Freunde bevor er die Kantine
verließ: "Ich muss ganz dringend weg. Ich denke es wird
nicht lange dauern, wartet doch so lange im Zimmer auf mich!"
Damit
war Juudai auch schon verschwunden. Shou sah seinem Freund
entgeistert nach. Natürlich würden sie im Zimmer auf ihn
warten, sie hatten schließlich nichts anderes zutun und er
musste seinen Aufsatz noch weiter schreiben. Gestern hatte er
dermaßen viele Fehler gemacht, dass er sich hätte
ohrfeigen können. Aber er war auch extrem unkonzentriert und
nervös vor Sorge um Juudai gewesen. Gerade in diesem Moment
hatte Shou das Gefühl gehabt, dass Juudai wieder der Alte
geworden war. Woher kam das nur? Auf jeden Fall würde er seinen
besten Freund nach seiner Rückkehr darüber ausfragen.
Juudai
war inzwischen auf dem Weg zum See. Der Mond schien hell und
leuchtete ihm den Weg. Auch die Sterne funkelten vom Himmel herab und
versetzten Juudai in eine merkwürdig romantische Stimmung. Ihm
wurde plötzlich klar, dass er im Begriff war Manjoume wieder zu
sehen.
Manjoume...
Ja.
Er würde ihn wieder sehen.
Aber was änderte das? Es
würde nichts ändern.
Vor Freude war er aufgesprungen und
legte einen langen Sprit hin. Dies zeigte ihm, dass seine noch immer
sehr stark waren und er sich eigentlich ein bisschen belogen hatte.
Egal warum Manjoume ihn nun sehen wollte. Er hatte seine Meinung ganz
bestimmt nicht von einer Minute zur anderen geändert. Das war
völlig unmöglich. Seine Schritte verlangsamten sich.
Richtig, er würde ganz bestimmt nicht die Worte hören die
er gern schon am Vorabend gehört hätte. Heute war er
ebenfalls nicht aufgebrochen um auf eine positive Antwort zu hoffen,
ganz im Gegenteil heute wusste er sogar noch weniger als Gestern.
Juudai spürte wie ihm plötzlich der Mut verließ und
er am liebsten wieder umgekehrt wäre.
'Kuri,
Kuri!'
Eine piepsige Stimme ertönte neben dem Jungen und
die Gestalt eines kleinen Fellkneuls mit weißen Flügeln
auf dem Rücken und blauen Kulleraugen erschien neben Juudai's
Kopf.
"Oh, Hane Kuribou!", sagte Juudai überrascht
und grinste seinen Duellpartner frech an, "Was machst du hier?"
'Kuri,
Kuri... Kuri!', antwortete der Spirit und lächelte selbst.
Das Monster zeigte in Richtung des Waldes und noch einmal war es
Juudai eines seiner Kuries entgegen. Juudai verstand diese Geste und
nickte wieder mutiger: "Ich weiß, ich muss einfach zu
Manjoume gehen, habe ich Recht? Ich würde sonst immer darüber
nachdenken. Keine Sorge Aibou, ich werde sofort gehen!"
(
Aibou bedeutet soviel wie Kumpel oder Partner)
Damit hatte Juudai
sich von neuem ein Herz gefasst und ging züging den Recht des
Weges zum See um dan mit Manjoume zu sprechen. Worüber auch
immer.
Nach
wenigen Minuten war Juudai dann am Ziel. Kuribou hatte ihn noch bis
zum See begleitet, verschwand nun aber wieder, da Manjoume in
Sichtweite war. Juudai schluckte hart. Der Obelisk Blue Schüler
stand gerade und stolz im Mondlicht. Es brachte eine wundervolle
Stimmung hervor und sorgte dafür dass Juudai nur noch wärmer
um's Herz wurde. Hier stand er und wartete auf ihn. Seine große
Liebe, Manjoume Jun, er wartete tatsächlich hier auf Juudai.
"Da
bist du ja endlich!", nörgelte Manjoume und kam dem
Braunhaarigen entgegen. Juudai war sichtlich nervös. Eine
Tatsache die dazu beitrug das Manjoume sich deutlich sicherer fühlte
und ihm bewies das er viel größer war als dieser Osiris
Red Spinner. Manjoume wurde ausseinen Gedanken geworfen, als Juudai
plötzlich etwas sagte:
"Du Manjoume. Ich... warum sollte
ich eigentlich her kommen?"
Manjoume durchfuhr ein Schauer
als Juudai ohne Zögern Blickkontakt aufnahm. Eine solche
Reaktion hatte der Ältere nicht erwartet und konnte sich ein
abfälliges Geräusch gerade noch verkneifen. Wieder hatte
Juudai diesen versörten Ausdruck in den Augen, der Manjoume
einfach nicht wieder los lassen wollte, dieses unsichere traurige
Flackern das einfach nicht mehr aus Manjoume's Gedächtnis
entschwinden wollte. Es war zum verrückt werden.
"Warum
du... ja weil...", jetzt fehlten Manjoume einfach die Worte.
Sich entschuldigen war wahrlich nicht das Einfachste. Zumal er
nicht einfach so ein herzloses 'Sorry' oder 'Tut mir leid' heraus
bringen wollte. Nein, er musste sich auf eine angemessene Weise bei
Juudai entschuldigen. Schließlich hatte er den Jungen gestern
wirklich bloßgestellt und verletzt.
Juudai konnte die
aufgekommene Stille kaum ertragen. Es war irgendwie zu erdrückend
und das Warten auf eine Antwort war unerträglich. Der Obelisk
Blue Schüler schien nach Worten zu suchen. Warum sagte er es
nicht einfach frei heraus. Irgendeine Gemeinheit, so wie es Juudai
gewöhnt war. Irgendetwas das ihm bestätigte wie Manjoume
wirklich war.
Unerträglich.
Doch
es war keine Gemeinheit.
Ganz im Gegenteil.
Auch Juudai war
nun überrascht, denn Manjoume sah nun wirklich liebenswürdig
aus. Noch nie hatte er Juudai mit diesen Augen angesehen. Es war zum
verrückt werden, wieso konnte dieser junge Mann, Juudai nur so
aus der Fassung bringen und ihn Dinge tun lassen die er unter
normalen Umständen niemals getan hätte. Dann aber drang
Manjoume's Stimme wieder an sein Ohr, mit leiser und ungewöhnlich
sanfter Stimme antwortete der Junge: "Ich wollte das du
herkommst, damit ich mich bei dir Entschuldigen kann."
"Was...?",
fragte Juudai atemlos.
Damit hatte er nun wirklich nicht
gerechnet. Manjoume wollte sich bei ihm entschuldigen? Das war ja das
Neueste. Auf jeden Fall steckte da sicher noch etwas anderes
dahinter. Oder hatte Manjoume wirklich zur Abwechslung seine
menschliche hervor gelassen?
"Du...willst dich bei mir...-", fragte Juudai zur Sicherheit, doch wurde ungeduldig von Manjoume unterbrochen: "Ich will mich bei dir entschudligen, ja! Warum geht das nicht in deinen Schädel... Entschuldigung aber ist doch wahr!"
"Warum hast du das dann nicht einfach in deiner Mail geschrieben. Dann hättest du dir erspart hier her zu kommen! ... Und mich zu sehen!", meinte Juudai sofort.
Manjoume
stämmte seine Hände in die Hüften und konnte sich
nicht zurück halten mit seinem Gegenüber zu meckern:
"Manchen kann man es wirklich nicht recht machen! Fubuki-san hat
mir auch noch mal ins Gewissen geredet. Mit Erfolg übrigens! Und
ich ... tja ich dachte ... das er wirklich Recht hat!"
Manjoume
wagte es Juudai in's Gesicht zu sehen. Der Osiris Red schien wirklich
erfreut zu sein, denn er lächelte seicht. Er lächelte.
Obwohl er seinem schlimmsten Feind gegenüber stand. Immerhin, er
hatte sich ja bei ihm entschuldigt. Und die tatsache, dass Juudai in
ihm verliebt war, machte es auch verständlich aber...
Niemals
hätte er selbst so reagiert. Er wäre wahrscheinlich auf der
Stelle wieder gegangen ohne noch eine Sekunde zu verschwenden.
Deshalb war Juudai auch beliebter als er. Sicher, Manjoume hatte
viele Bewunderer weil er ein sehr guter Duellant war, allerdings
brachte ihm das keine Freundschaften ein. Aber Freundschaften wollte
Manjoume eigentlich auch nicht.
Der Obelisk Blue Schüler
ging noch ein paar kleine Schritte auf Juudai zu und reichte ihm die
Hand: "Also? Wollen wir's mal auf freundschaftlicher Basis
versuchen?"
Manjoume wunderte sich über seine eigenen Worte. Wollte er es wirklich auf freundschaftlicher Basis versuchen? Was für eine blöde Frage stellte er Juudai denn da? Er war schließlich verliebt und wollte nicht sein Freund sein. Jedenfalls nicht im platonischem Sinne.
Juudai nickte und nahm Manjoume's Hand dankend entgegen: "Gern."
Die Augen des anderen weiteten sich vor Überraschung. Juudai lächelte, nahm seine Hand entgegen und stimmte ihm zu. Damit war ja wohl alles klar. Völlig klar, er wollte eine Freundschaft zu Manjoume aufbauen. Eine Freundschaft, mit der beide Parteien nicht gerechnet hatten. Der stolze Obelisk Blue Schüler würde sich nun freiwillig auf Oiris Reds einlassen.
Plötzlich, aus heiterem Himmel zog Manjoume den Osiris Red Knaben wieder enger an sich und konnte nicht mehr an sich halten. Er wusste selbst nicht was auf einmal los war. Während des Gespräches, wähend Juudai seine Hand hielt kamen plötzlich diese neuen Gefühle in ihm auf. Ein süßes Gefühl das sein Herz wärmte und ihm wieder Glauben an andere Menschen gab. Egal warum er je so gefühlskalt geworden war, nun hatte er das Gefühl, dass Juudai es zu ändern vermochte. Durch dieses plötzlich aufkommende Vertrauen wurde Manjoume von seinen eigenen Gefühlen übermannt und küsste Juudai erneut. Aus heiterem Himmel.
Es war ungefähr die Selbe Sitation wie am gestrigen Tage. Juudai war verwirrt. Nicht schon wieder so ein nicht ernst gemeinter Kuss von Manjoume. Wollte er sich nicht noch vor einigen Sekunden bei ihm entschuldigen? Wegen seines dummen Benehmens ihn einfach geküsst zu haben? Und nun tat Manjoume es von neuem. Doch war es wirklich so wie Gestern?
Nein.
Etwas war anders.
Es
war nicht so einseitig wie gestern Abend, es war nicht so kalt wie am
Vorabend. Ganz im Gegenteil es war...
Juudai fehlten die Worte um
es richtig ausdrücken zu können, aber egal was es nun war,
egal wie schön er diesen Moment fan, er musste Klarheit in die
Sache bringen und den Kuss einfach unterbrechen.
Mit einem Ruck
machte sich Juudai los. Außer Atem sah er Manjoume verwirrt
an.
Schockiert über seine Tat wich Manjoume wieder ein paar
Schritte zurück und berührte wie in Trance seine
Lippen.
"Nein. Das war nicht... Es sollte nicht so weit
kommen, das war nicht geplant. Juudai, bitte verzeih!",ein
nervöser Redeschwall kam aus Manjoume's Munde und so ergriff er
panisch die Flucht. Was war nur in ihn gefahren? Das war doch nicht
möglich, warum hatte er Juudai nun ernsthaft einfach geküsst?
Das war noch niederträchtiger als gestern gewesen. Warum konnte
er seine Gefühle plötzlich nicht mehr im Zaum halten. Er
war doch nicht verliebt!
Nein, er war doch nicht in einen Jungen
verliebt!
Nein, er war doch nicht schwul!
Manjoume verschwand schnell in der Nacht und ließ einen durchaus ratlosen Juudai am See zurück, der sich dieses Ereignis ebenfalls nicht erklären konnte. Was war nur in den Obelisk Blue Schüler gefahren?
Saiketa hane shiki tsumete kimi wo yokatayou
Itoshi sugiru sugata ni ima, juu-ji wo kirou
最桁 羽しきつめて君を余暇他よう
意図しすぎる姿に今、十字をきろう
Ich
breite
meine Flügel über dich aus, die ich wegriss. Lege mich
neben dich.
Jetzt, mit dem Wesen das mir so kostbar ist. Lass mich
mein Kreuz tragen.
Verwirrt
und fast schon verstört rannte Manjoume den Waldweg entlang der
ihn direkt wieder zum Dorm der Jungen in Obelisk Blue führte. Er
konnte es sich einfach nicht erklären. Warum hatte er Juudai
geküsst? Zum zweiten Mal! Und dieses Mal hatte er doch wirklich
keinen Grund dafür gehabt. Kein gehässiger Plan war der
Hintergrund gewesen. Manjoume spürte Tränen in seinen
Augen, die ihm schnell die Sicht verschlechterten. Gott sei Dank war
es nicht weit bis zu seinem Heim. Wieso hatte er das getan? Wieso
hatte er Juudai nur geküsst?
Plötzlich wurde Manjoume
nach hinten gestoßen und kam mit dem Rücken zuerst auf den
Boden auf.
"Autsch! Sag mal kannst du nich aufpassen?", motzte er einen anderen Schüler auf, den er gleich darauf, als Fubuki erkannte.
"Nanu Manjoume!", sagte dieser überrascht, "Was machst du denn um diese Zeit hier draußen?"
"Ach
nichts weiter!", entgegnete Manjoume und ließ sich
aufhelfen.
Er vermied es Fubuki direkt in die Augen zu sehen, er
hätte sonst nur erkannt das er weinte und sehr durcheinander
war. Fubuki betrachtete den Jüngeren genau. Ihm entging
Manjoume's zittrige und trotzige Stimme nicht, die ihm zeigte das
irgendetwas überhaupt nicht stimmte. War etwas vorgefallen?
Hatte er vielleicht ein Duell verloren und war tief verletzt in
seiner Würde? Obwohl, geweint hatte Manjoume doch noch nie wegen
eines Duells.
"Was ist los mit dir Manjoume?", fragte er und hielt den jüngeren Schüler davon ab gleich wieder eine Abwehrhaltung einzunehmen, "Ich werde es aus dir heraus kitzeln wenn du mir nicht freiwillig sagen willst was los ist, hast du verstanden, Manjoume?"
Der
Junge sah Fubuki perplex an. Noch nie hatte er ihn so ernst reden
hören. Warum wollte er ihm auf den Zahn fühlen? Was brachte
das außer das Manjoume ihn mit seinen Problemen belud? Sie
standen sich doch gar nicht so nahe, dass sie sich als Freunde
bezeichnen konnten. Oder machte eben dieses Detail eine wahre
Freundschaft aus, auch wenn man sich nicht gut kannte? Das man sich
gegenseitig seine Probleme anhörte und versuchte so gut es ging
zu helfen?
"Fubuki-san!", brachte Manjoume nur gequält
hervor und konnte seine angestauten Tränen einfach nicht mehr
verbergen.
Asuka's älterer Bruder verstand genau was zutun
war. Hier draußen konnte Manjoume sich nicht beruhigen und es
würde nichts bringen sich mit ihm zu unterhalten. Er musste erst
einmal wieder zur Ruhe gebracht werden, also nahm er den
unglücklichen Schüler mit sich auf sein Zimmer, so dass sie
in gemütlich miteinander sprechen konnten. Auch wenn es bestimmt
nicht einfach war Manjoume Jun zum Reden zu bringen.
Es
verging wirklich etwas Zeit bis Manjoume ihm die ganze Geschichte von
hinten bis vorne Erzählte. Fubuki verstand genau in welcher Lage
sich der jüngere nun befand. Er konnte seine Gefühle nicht
richtig einordnen. Manjoume wollte einfach nur den guten Rat eines
älteren Schülers befolgen und war definitiv hart auf die
Nase gefallen.
Erneut überreichte Fubuki dem schwarzhaarigen
Jungen ein Taschentuch das dieser dankend annahm.
"Was soll
ich jetzt tun?", fragte Manjoume verloren.
Fubuki zuckte mit den Schultern: "Das ist schwierig. Aber eines ist sicher, du musst dir über deine Gefühle klar werden, Manjoume. Ist es Liebe, die du für Juudai-kun empfindest?"
Natürlich
war dies das einzig Gute was Fubuki zu dieser Sache sagen konnte. Wie
sonst sollte er auch helfen? Er konnte schlecht in die Körper
der anderen Schüler steigen um ihre nächsten Handlungen zu
steuern. Allerdings wusste Fubuki gar nicht, dass er Manjoume damit
schon etwas aufgebaut hatte.
"Es ist nicht schlimm, wenn man
für Jungs etwas anderes empfindet als Liebe oder?", wollte
Manjoume wissen.
"Natürlich. Oder glaubst du Juudai's
Freunde haben sich einfach von ihm gewanndt weil er diese
Entscheidung für sich getroffen hat? Denke gut darüber nach
was du tun willst, denn ich denke du hast Juudai wieder sehr
verwirrt. Vielleicht hast du ihn dieses Mal wirklich tief verletzt,
also lass dir auch nicht allzu viel Zeit", antwortete Fubuki
lächelnd und brachte Manjoume somit auf positivere Gedanken,
"Wenn du willst kannst du heute Nacht bei mir bleiben. Die Couch
ist ja groß und bequem genug."
"Danke",
antwortete Manjoume erleichtert.
Wahrscheinlich hätte er es
wirklich nicht ertragen diese Nacht allein in seinem Zimmer zu
verbringen. Somit nahm er das Angebot des älteren Schülers
an und machte sich in der Nacht Gedanken darüber was er nun tun
sollte. Juudai seine Liebe gestehen? Woher sollte er eigentlich
wissen, dass es wirklich Liebe war, das er gerade spürte?
Vielleicht war es auch etwas ganz anderes?
Manjoume zuckte mit
einem Seufzer die Schultern und wollte erst einmal schlafen. Morgen
war schließlich auch noch ein Tag.
Toki hanaseba ii afuredashi souna yokubou
Sono toki ni hajimete shukufuku no kane ga naru
Aa... kirei...
時話せばいい溢れ出しそうな欲望
その時に初めて祝福の金がなる
ああ。。。綺麗。。。
Ich
sollte dich frei lassen, dieses überströmende
Verlangen.
Dann, das erste Mal, die Glockentöne der Gnade
hallen wieder.
Oh... wie wunderschön...
Ende Kapitel 2, Fortsetzung folgt in Kapitel 3: Hate
Nachwort Kapitel 2:
So Leute, dieses Mal ging es schneller mit dem Kapitel. Oookay, ich habe fast einen Monat gebraucht, aber das liegt ja auch teilweise an der Schule :)
Wie dem auch sei, ich möchte mich nicht tief zu diesem Kampitel äußern, ich hoffe ihr versteht sowohl Juudai als auch Manjoume, dass sie sich nicht einfach so einander hingeben können. Ich glaube es ist viel schwieriger sich die Homosexualität einzugestehen als es in den meißten Animes und Mangas dargestellt wird. Vor allem wenn man noch mitten in der Pubertät steckt scheint es schwierig zu sein. In der Klasse sind wir sogar schon mal zum Schluss gekommen das es besonders für Jungen schwierig sein muss schwul zu sein. Viel schwieriger als bei Mädchen. Meine persönliche Meinung dabei ... ich weiß es nicht. Ich glaube das ist bei beiden Geschlechtern nicht gerade einfach.
Nun,
jetzt habe ich auch Fubuki in die Geschichte eingebracht. Er ist
wirklich einer meiner Lieblingscharaktere in YuGiOh GX weil er so
lustig und unbeschwert ist. Aber er kann immer ganz ernst sein, wenn
es um die liebe Liebe geht g. Vielleicht sollte ich ihm ja mal ein
Hawaii-Hemd anziehen lassen lol Okay, lassen wir das.
Das Lied
das ich dieses Mal benutzt habe heißt "Rakuen Fanatic"
und stammt vom 1. D.N.Angel Soundtrack. Es ist ja das Imagelied von
Krad und ich finde es wirklich toll, es hat so eine sadistische Note,
gerade das was ich für das Kapitel brauchte. Also, wir sehen uns
dann im nächsten Kapitel wieder :D
Man liest sich also winks
Eure Majin Ruky!
