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SSSSSSS

Winterliebe

SSSSSSS

Kapitel 2

Princes of the Universe I

SSSSSSS

Freddie Mercury

Princes of the Universe

...

Here we are.

Born to be kings.

We're the princes of the universe.

Here we belong.

Fighting to survive

In a world with the darkest powers.

...

(Anmerkungen: Sucht mal bei youtube nach dem Original-Video. Ob ihr es glaubt oder nicht, da ist ziemlich zu Beginn ein Totenkopf am Himmel zu sehen, der dem Dunklen Mal verblüffend ähnlich sieht ...)

SSSSSSS

„En garde!"

Hraban hob den Zauberstab und ging in Angriffsstellung. Ihm gegenüber, etwa zwanzig Schritte von ihm entfernt, tat Severus das Gleiche. Sie befanden sich im Trainingsraum und auf dem Stundenplan stand die Kunst des Duells.

„Attaque!", erklang Aemilius' klare Stimme.

Fast gleichzeitig feuerten die beiden Duellanten ihre Flüche ab. Nur knapp konnte Hraban unter dem Stupor von Severus hinwegtauchen, während Severus seinem Petrificus totalus wesentlich geschickter auswich. Dabei trug er ein stolzes und triumphierendes Lächeln zur Schau. Ehe Hraban wieder ganz auf den Beinen war, traf ihn schon ein Kitzelfluch, der ihn kichernd zu Boden gehen ließ.

„Kämpfen, nicht spielen!", mahnte Aemilius nachsichtig und hob den Fluch auf.

Die nächste Viertelstunde schossen die Lichtblitze zwischen den beiden Kontrahenten hin und her, wobei es bis auf das angestrengte Keuchen der jungen Männer, die gelegentlichen Kommandos von Aemilius und vereinzelt gemurmelte Verwünschungen fast vollkommen still blieb. Hraban war schon lange firm in nonverbalen Flüchen, und Severus wurde mit jeder Übungsstunde besser. Eines nicht fernen Tages würde er Hraban überflügelt haben, da war sich dieser sicher.

Doch diese Tatsache erfüllte ihn nicht mit Neid oder Zorn, sondern mit Stolz. Severus war so talentiert, so lerneifrig, dass es eine Freude und Ehre war, an seiner Ausbildung teilhaben zu dürfen. Zudem stand Severus kurz davor, Hrabans Liebhaber zu werden, und das erhöhte den Reiz des gemeinsamen Trainings noch.

Severus war auf dem Gebiet der Liebe etwas scheu, wie Hraban zu seinem Leidwesen hatte feststellen müssen. Seit Severus vor vier Tagen auf Malfoy Manor eingetroffen war, hatte es zwischen ihnen nicht mehr als – allerdings ziemlich leidenschaftliche – Küsse und, abends im Bett, das übliche, nun, nicht-invasive Programm gegeben, wobei Severus jedes Mal darauf bestanden hatte, zuvor das Licht zu löschen.

Hraban brannte darauf, mehr zu tun, „richtig" mit Severus zu schlafen, aber er war sich nicht sicher, wie weit er gehen durfte, ohne den Jüngeren zu verschrecken. Zwischen Severus und Miguel war offenbar nicht so viel gelaufen, wie er bislang angenommen hatte. Zumindest aber war klar, wer in diesem Fall unten gelegen haben musste: definitiv nicht Severus. Anders herum wäre es allerdings auch wirklich unangemessen gewesen. Ein Zauberer, ja schlimmer noch, ein Slytherin und Todesser, der sich von einem Muggel ...

Das Training war zu Ende. Während Hraban sich mit einem Handtuch den Schweiß von der Stirn wischte, dachte er ernsthaft darüber nach, ob er für Severus wohl von seiner eisernen Linie abweichen wollte, die besagte, dass er es war, der im Bett die Oberhand hatte, und niemand sonst. Sex hatte für Hraban genauso viel mit Macht und Dominanz wie mit Liebe und Vertrauen zu tun, und in aller Regel nahm er in diesem Bereich die Position des Überlegenen für sich in Anspruch. Allerdings bezweifelte er, dass Severus bereit sein würde, auf diese Weise mit ihm zu schlafen.

Verstohlen lugte er zu seinem Trainingspartner hinüber. Aemilius hatte inzwischen den Raum verlassen, und Severus war gerade dabei, seine durchgeschwitzte Kleidung und auch sich selbst mit Hilfe von Reinigungszaubern in einen halbwegs sauberen und dem bevorstehenden Mittagsmahl angemessenen Zustand zu versetzen. Einige schwarze Strähnen hatten sich aus seinem Pferdeschwanz gelöst und hingen ihm ins erhitzte Gesicht, seine Wangen glühten, die dunklen Augen leuchteten. Er hatte gut abgeschnitten bei den Duellen und Hraban vier zu drei besiegt.

Verdammt, er sieht so heiß aus, wenn er so selbstzufrieden guckt ...

Mit wenigen raschen Schritten war Hraban an Severus' Seite, legte ihm von hinten die Arme um die Brust und zog ihn in einer heftigen, Besitz ergreifenden Bewegung an sich.

Severus gab zuerst einen überraschten und etwas erschrockenen Laut von sich, doch dann lachte er, gedämpft und leicht verlegen. „Hraban ...", murmelte er undeutlich, doch ehe er noch ein weiteres Wort herausbringen konnte, hatte sich Hraban schon über ihn gebeugt und seine Lippen mit einem Kuss versiegelt.

Severus war offensichtlich recht angetan vom Gang der Dinge. Er drängte sich rückwärts an Hraban, sein verheißungsvoller Hintern schmiegte sich genau da hin, wo Hraban ihn haben wollte, und ihre Zungen fochten einen wilden Kampf um Dominanz aus.

Hraban spürte, wie er hart wurde. Das war so eine verdammt gute Gelegenheit. Er könnte Severus hier und jetzt ...

„Master Pryde, Master Snape, Sirs?"

Die quäkende Stimme eines Hauselfen ließ Hraban zusammenzucken und sorgte offenbar auch bei Severus nicht für Freude, der sich so erschrak, dass er Hraban schmerzhaft fest auf die Zunge biss.

Sie lösten sich hastig voneinander.

Betont langsam drehte Hraban sich um. In der Tür zum Trainingsraum stand Dumby und tat so, als hätte er mit seinen Goldfischglasaugen absolut gar nichts von dem gesehen, was zwischen den beiden jungen Männern vor sich gegangen war. „Das Essen ist gerichtet, Sirs", meldete er dienstfertig, wandte sich um und wackelte in Richtung des Speisesaals davon.

Hraban und Severus sahen sich einen Moment lang an. Severus war rot angelaufen, halb vor Erregung, halb vor Scham, wie Hraban vermutete.

Forschend hob Hraban eine Augenbraue. „Bist du jetzt schwer traumatisiert?", fragte er und spürte dabei schon, wie seine Mundwinkel zu zucken begannen.

„Schrecklich!", erwiderte Severus, während sich allmählich ein Grinsen auf seinem Gesicht ausbreitete. „Ich werde mich nie von diesem Vorfall erholen."

Plötzlich fingen sie beide an zu lachen. Severus zögerte eine Sekunde, doch dann hakte er sich forsch bei Hraban unter. „Aemilius weiß es sowieso, oder?", fragte er mit kaum merklicher Unsicherheit.

Hraban zuckte die Achseln und nickte. „Er weiß es, er toleriert es und er schweigt dazu. Mein Onkel ist schon lange darüber informiert, dass ich schwul bin, und bei dir weiß er es dank deiner Spielchen mit Miguel ja wohl auch ..."

Severus, der gerade eben zu seinem üblichen blassen Teint zurückgekehrt war, bekam wieder etwas mehr Farbe im Gesicht.

„Homosexualität wird in den meisten Reinblüterfamilien geduldet, auch wenn sie nicht allzu gern gesehen ist. Ein paar gelegentliche Eskapaden mit dem eigenen Geschlecht nimmt dir in der Regel keiner übel. Allerdings solltest du nicht so schwul werden, dass du nicht mehr in der Lage bist, zu heiraten und deine perfekten Gene weiterzugeben." Er blinzelte Severus neckisch zu. „Auch für mich steht schon seit einer halben Ewigkeit fest, welche Frau ich heiraten werde."

Severus zog ein so entsetztes Gesicht, dass Hraban unwillkürlich lachen musste. „Ach, keine Sorge", versicherte er kichernd, „es handelt sich um Lilian Greengrass. Sie ist eine ganz reizende Person, die genauso wie ich ein eigenes Leben und ihre Freiheit zu schätzen weiß. Wir werden ein paar Kinder miteinander haben und ein gemeinsames Haus, aber davon abgesehen werden wir uns nicht in die Quere geraten – auch nicht bei unseren jeweiligen Liebesbeziehungen ."

Sie waren mittlerweile beim Speisezimmer angekommen. Aemilius saß bereits am Tisch und erwartete sie. Zwei Plätze von ihm entfernt hockte Miguel, den Hraban seit Jul kaum zu Gesicht bekommen hatte. Dies war in der Tat das erste Essen, an dem der Muggel in diesen Ferien teilnahm. Aber es wäre auch wenig ratsam gewesen, ihn mit den Macnairs oder den Rosiers zusammentreffen zu lassen. Er hatte sicher gut daran getan, den anderen Gästen aus dem Weg zu gehen. Doch nun waren diese abgereist, und Miguel konnte seinen üblichen Platz in Aemilius' Haushalt wieder einnehmen.

Nun ja, fast ... Der Platz neben Severus, ob bei Tisch oder anderswo, würde künftig Hraban gehören.

„Hallo", grüßte Miguel gedämpft. Auf seinem Gesicht lag ein Lächeln, das irgendwie deplaziert wirkte.

Hraban stellte fest, dass der junge Mann ungewohnt blass, fast kränklich aussah. Sofort schlug seine Heiler-Konditionierung an. „Geht's dir nicht gut?", fragte er beiläufig, während er sich seinen Teller von einer Hauselfe füllen ließ.

Miguel, der bislang abwesend auf nichts im Bestimmten gestarrt und gewartet hatte, bis die Zauberer bedient waren und er selbst an die Reihe kam, zuckte sichtbar zusammen und wandte sich hastig zu Hraban um. In seinen Augen lag etwas Gehetztes und Leeres, das Hraban irgendwie alarmierend fand.

„Ich ... nein ...", stammelte Miguel undeutlich. „Bloß 'n bisschen erkältet ..."

„Wachteln, Sir?", erkundigte sich die Hauselfe, die inzwischen mit Miguels Teller beschäftigt war, und brachte diesen mit ihrer Frage dazu, erneut zusammenzufahren.

„Nein ... nein, danke ... Ich hab' keinen Hunger ... Nur Gemüse, bitte ..."

Hraban schüttelte innerlich den Kopf.

So schreckhaft ...

Nun ja, wahrscheinlich war die mehrtägige hohe Konzentration von Todessern auf dem Landsitz für Miguel nicht gerade angenehm gewesen. So etwas konnte einen als Muggel zu Recht nervös machen.

Eine kleine Stimme in Hraban wies darauf hin, dass Miguel unter Umständen auch nicht eben glücklich darüber sein würde, dass er Severus' Zuneigung an Hraban verloren hatte. Hraban wischte die Stimme mit leichter Hand beiseite.

Ach was, dachte er wegwerfend. Die große Liebe war das ohnehin nicht ... Severus hat ihn doch nur benutzt, um seine eigenen Probleme in den Griff zu bekommen, im Bett und so ...

Doch Hraban ahnte, auch wenn er es sich ungern eingestand, dass für Miguel weniger Severus' eventuelle Liebe als vielmehr dessen Zuneigung und Aufmerksamkeit entscheidend gewesen waren. Schließlich gab es niemanden sonst, der dem Muggel irgendeine Form von Wärme und Zärtlichkeit entgegenbrachte. Aemilius war sicher freundlich zu ihm, aber das konnte nicht verbergen, dass er Miguel im Grunde nur Severus zu Gefallen duldete. Vielleicht mochte er den Muggel inzwischen auch, aber wohl er auf die Art und Weise, wie er einen Jagdhund oder ein Reitpferd schätzte.

Zudem war da die ständige Gefahr, der sich Aemilius, der beim Dunklen Lord derzeit ohnehin nicht in hoher Gunst stand, aussetzte, wenn er einen Muggel auf seinem Besitz beherbergte – nicht als Sklaven, sondern als gut gepflegten Hausgenossen. Hatte Aemilius nicht auch einmal beiläufig erwähnt, dass er Miguel zum Wohle aller Beteiligten würde entsorgen müssen, sobald Severus' emotionale Verfassung dies erlaubte?

Hraban sah noch einmal zu Miguel hinüber, der still sein Gemüse verzehrte, ohne ein einziges Mal aufzublicken. Ein ungutes Gefühl beschlich ihn.

Ich werde in den nächsten Tagen mal mit meinem Onkel reden. Vielleicht gibt es doch noch eine andere Lösung ... Eigentlich ist Miguel ja ein lieber Kerl.

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An einen vor allem für Severus anstrengenden Tag, der prall mit Unterricht in allen denkbaren magischen Fächern gefüllt gewesen war, schloss sich auf Hrabans Initiative hin ein gemütlicher Abend vorm Kamin an.

Hraban war es zu seiner eigenen Begeisterung gelungen, Severus auf den weichen weißen Wollteppich vor dem flackernden Feuer zu locken. Nun saßen sie nebeneinander, blickten schweigend in die Flammen und leerten Glas um Glas eine Flasche teuren Champagners aus den Pryde'schen Kellern.

Hraban versuchte dabei, auf möglichst unauffällige Weise immer näher an Severus heranzurücken. Eigentlich hatte er den Eindruck, seine Sache ganz gut zu machen. Er war bereits so nahe, dass er die Körperwärme des anderen fühlen konnte.

Doch dann drehte Severus sich plötzlich mit funkelnden Augen zu ihm um. „Meinst du, ich merke nicht, was du hier abziehst?!", knurrte er aggressiv. Hraban wollte überrascht zurückweichen, aber Severus packte ihn an den Schultern, zog ihn zu sich und küsste ihn so wild, dass Hraban Blut schmeckte.

„Komm her!", grollte Severus und begann, an Hrabans Robe zu zerren. „Zieh das aus!"

Hraban war überrumpelt, aber durchaus entzückt von Severus' Initiative. Hastig schlüpfte er aus seinen Kleidern, tatkräftig unterstützt von seinem Freund, während er gleichzeitig versuchte, auch Severus auszuziehen.

Schließlich standen sie keuchend voreinander. Auf ihrer nackten Haut tanzte das Licht des Feuers.

Hraban ging vor Severus auf die Knie und vergrub genießerisch das Gesicht in seinem Schamhaar, doch Severus stieß ihn zurück und drängte ihn zu Boden.

Der hat's aber verdammt nötig ..., dachte Hraban und fühlte eine eigenartige Mischung aus Unruhe und Vorfreude.

„Du weißt, was du tust, ja?", versicherte er sich vorsichtshalber. Dies hier war unvertraut für ihn und machte ihm fast ein bisschen Angst.

Severus nickte knapp. „Miguel", sagte er zur Erklärung, und Hraban fühlte sich einigermaßen beruhigt.

Sekunden später musste er allerdings feststellen, dass Miguel offensichtlich nicht auf einer allzu zartfühlenden Behandlung bestanden hatte. Gierig fuhr Severus mit den Händen über seinen Körper, bedeckte seine Haut mit fiebrigen Küssen.

Hraban schloss die Augen, als er fühlte, wie Severus unter seinen Hintern griff, und stellte die Füße auf, um ihm entgegenzukommen. Gleitmittel gab es, wie er kurz darauf erleichtert feststellen durfte, aber nicht gerade viel Vorbereitung. Severus hockte zwischen seinen gespreizten Beinen und packte seine Gesäßbacken. Dann drängte er sich auch schon an ihn, in ihn, und Hraban stöhnte auf, halb vor Schmerz, halb vor Lust.

Das hier hatte auch von Severus' Seite mit Macht und Dominanz zu tun. Sekundenlang war Hraban versucht, sich zu widersetzen, zu kämpfen. Doch dann gab er nach, wurde weich und fügsam und überließ sich Severus' Führung.

Hinter ihm knackte das Holz im Feuer. Er hörte Severus' Keuchen, sein eigenes Stöhnen ... Die Geräusche steigerten sich, schwollen zu einem Crescendo an ... Alles blieb auf einer unerträglichen Frequenz und Spannung stehen, gefror, atemlos, zeitlos ... Dann endlich kippte es, explodierte ... Ein Schrei ... Erlösung ... Erschöpfung.

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Müde und zufrieden schmiegte Hraban sich an Severus' schweißnassen, erhitzten Körper.

„Das war schön", sagte er leise. „Aber wenn ich ein Muggel wäre und nicht den ein oder anderen Heilzauber wüsste", er kicherte verhalten, „dann könnte ich jetzt zwei Tage lang nicht richtig laufen."

Severus gab ein halb amüsiertes, halb beschämtes Schnauben von sich, zog Hraban noch näher an sich heran und gab ihm einen weichen und liebevollen Kuss auf den Mund.

Neben ihnen prasselte noch immer das Feuer und sandte sein warmes und unruhiges Licht aus. Hraban drehte den Kopf zur Seite, um in die Flammen sehen zu können.

Wie ein Reigen von Gesichtern und Figuren tanzte es durch die flackernde Hitze. Asche und Feuer ... Sekundenlang glaubte Hraban, ein vertrautes Profil zu erkennen, Augen, kohlschwarz verbrannt, Lippen, von einer Flammenzunge geteilt ... Knackende Zweige wurden zu winterkahlen Bäumen, grauweiße Asche zu verharschtem Schnee ... In den Flammen war eine Gestalt, die durch die Bäume trieb, durch den Schnee, losgelöst von Erde und Schwerkraft, sie stieg empor, hob an zum Flug ...

Miguel!

Es durchfuhr Hraban, als hätte ihn ein Schlag direkt in die Magengrube getroffen. Mit einem Satz war er auf den Beinen.

Severus rappelte sich hoch und sah ihn verwundert an. „Was ist denn los?", fragte er beunruhigt, während Hraban schon dabei war, sich mit fliegenden Fingern anzukleiden.

„Miguel!", erwiderte er wie betäubt. „Ich habe ihn gesehen ... Er ist im Wald, draußen im Schnee ... und ... er ist dabei, sich von seinem Körper zu lösen!"

SSSSSSS