Harry Potter and the Show that never ends
Autor: Lori Summers
Deutsche Übersetzung: Claudia, Lilly Black, Nicole, Katrin und Stephanie
http://www.HarryPotter-Translations.de
2. Auflage, Juli 2007
Disclaimer:
Diese Geschichte basiert auf Situationen und Charaktere, die das geistige Eigentum von Joanne K. Rowling sowie von verschiedenen Verlegern (z.B. Bloomsbury Books, Scholacsti Books, Carlsen Verlag, etc.) sind. Weder die Autorin, noch die Übersetzer dieser Geschichte verdienen Geld damit und es liegt nicht in ihrer Absicht Copyrights oder Warenzeichen zu verletzen.
Hinweis für Minderjährige:
Diese Geschichte spielt einige Jahre nach Harry Potter und der Stein der Wesen.
Aufgrund dessen handelt es sich um eine Geschichte für Volljährige Leser.
Um dies genauer zu begründen: Die jeweiligen Charaktere sind nun erwachsen. Das bedeutet, dass in ihrem Leben auch Krieg, Gewalt und Sex eine Rolle spielen, nur um einige zu nennen.
Komplex:
Harry Potter and the Show that never ends ist die Fortsetzung von Harry Potter and the Paradigm of Uncertainty (PoU) von Lori Summers (Übersetzt von Dani + Alina). Zusätzlich gibt es einen dritten Teil, der noch nicht übersetzt wurde, von uns aber weiter übernommen wird. Dieser lautet Harry Potter and The Hero with a thousand faces.
Wer noch nicht genug hat kann ebenfalls die Vorgeschichte zu PoU lesen. Diese Spezialisiert sich jedoch auf Sirius Black und überschneidet sich immer mal im 2. Teil mit PoU.
Wir wünschen viel Spaß beim Lesen.
Zweites Kapitel:Liebe ist ein Schlachtfeld Übersetzt von Claudi, Lektoriert von Ivi
15. September, 2007 ...
Hermione folgte ihrer Blase zu einer kleinen, in einer Wand aus Ziegelstein eingesetzten Tür. Sie sah sie zweifelnd an und beschloss, dass sie ihrer Blase vertraute, ergriff den Türknauf und öffnete die Tür.
Die Tür ging auf eine enge Überprüfungsgalerie hinaus, die eine Wand war schlichter Backstein, die andere bestand aus Glas und man konnte auf den zwei Meter tieferliegenden Übungsraum blicken. Stühle waren im Theaterstil angeordnet, damit jeder einen guten Blick auf die Halle hatte, doch im Moment waren sie unbesetzt. Remus stand mit vor der Brust verschränkten Armen vor der Glasscheibe. Er sah zu ihr herüber, als sie eintrat. „Oh, Remus...Ich suche Harry. Hast du ihn gesehen?" „Du hast ihn gefunden." Er nickte in Richtung der Halle und Hermione trat näher. Sie sah runter auf eine große Halle, die mit einem glänzenden, schwarzen Fußboden gepolstert war, der leicht blinkte. Die Wände bestanden aus Spiegeln und der Galerie, auf der Hermione stand und gab dem Beobachter einen perfekten Blick auf das Geschehen in der Halle.
„Das ist die Kampfhalle", sagte Remus. „Für die Kampfausbildung und zum Training. Die Studenten beobachten Nix und seine Assistenten. Üblicherweise sitzen sie hier oben, wenn sie nicht im Training sind. Die Turnhalle ist mit einem Sicherheitszauber umgeben, dass heißt sie können kämpfen, ohne verletzt zu werden." Er lächelte, „man kann ihn auch ausschalten, wenn man es will." Er deutete auf die beiden Männer in der Halle. Der eine war Harry, aber der Andere war ein Unbekannter für sie. Doch es war amüsant, ihn anzusehen. Er trug Boots, lilafarbene Leggins, ein neon-grünes T-Shirt mit dem Titel ‚Hols' dir hier', sowie einem Pfeil, der in die Richtung seines Unterleibes deutete und abgerissenen Ärmeln. Er trug ein Stück einer Stahlkette um seinen Hals und fingerlose Handschuhe. Sein Haar war zu vielen Dreadlocks gedreht und die Farbe variierte zwischen Knall-Türkis und Neon-Gelb. In seinem Gesicht war soviel Metall, dass es ausreichen würde, um ein Auto zu bauen.
Harry war weit weniger kompliziert angezogen, er trug Jogginghosen mit Turnschuhen, hatte seine Hände einbandagiert und ein Halstuch um seinen Kopf gebunden, damit seine Haare ihm nicht ins Gesicht fielen. Er stand einfach da, mit in die Seiten gestützten Händen, zog eine Augenbraue hoch und beobachtete seinen Gegner. Der spielte mit einem Ball, ließ ihn auf seiner Stirn balancieren und schoss ihn mit den Knien abwechselnd in die Höhe. Dabei grinste er wie blöd. „Wer zur Hölle ist das?" Hermione nickte mit dem Kinn in Richtung des Unbekannten. „Irgendjemand von Harrys Auszubildenden?" Remus schnaubte. „Darüber wären wir alle glücklicher, wenn das der Fall sein sollte. Hermione, das ist Harrys neuer Stellvertreter." Hermiones Kiefer fiel in Richtung Boden. „Das ist Napoleon Jones?" „Der und kein Anderer."
Sie sah ihn erstaunt an. Harry hatte ihn nie genau beschrieben. „Meine Güte, ich habe tagelang nichts anderes über ihn gehört, als Meckereien." Sie bemühte sich, nicht laut loszulachen. „Bei Merlins Bart, er sieht aus, als wenn Darth Vader über ihm in die Luft gesprengt wurde." Sie drehte sich zu Remus um. „Was tun sie?" „Harry prüft, wie gut er im Kampf ist. Vorher war Napoleon ein Söldner und hatte kein Training. Das meiste hat er sich selbst im Kampf beigebracht. Ganz ehrlich, ich habe nicht so große Hoffnung in seine Fähigkeiten. Normalerweise würde Nix das Training leiten, aber Harry hat darauf bestanden, es selber zu tun. Er bestand sogar sehr hartnäckig darauf." „Er will sich wahrscheinlich die Gelegenheit nicht entgehen lassen, sinnlos auf ihn einzuschlagen."
„Das habe ich auch gedacht."
In der Turnhalle bereitete Harry seine Arme aus. „Können wir jetzt anfangen oder nicht?" „Ich bin fertig, wenn sie es sind, Chef!" sagte Napoleon mit seinem sehr starken Cockney-Akzent. Er schien unachtsam, geradezu gelangweilt.
Harry gab ihm keine Vorwarnung, bevor er angriff und ging sofort auf Napoleon los. Hermione zuckte vor Schreck zusammen, doch Napoleon schlug schnell zurück. Er duckte sich vor Harrys Faust und stieß seinem Chef den Ellbogen in den Magen. Harry stolperte, erholte sich aber schnell und holte aus, um Napoleon einen Schlag gegen den Kiefer zu verpassen.
„Heilige Scheiße", flüsterte Remus. Hermione war kein Fachmann, aber sogar sie konnte sagen, dass Napoleon nicht so gelernt hatte zu kämpfen, wie Harry. Er musste es anscheinend aus reiner Notwendigkeit gelernt haben. Es war, wie einem Weltmeister im Schachspielen und einem Sänger bei einer Partie Schach zuzusehen.
Napoleons wilde Schläge, harte Blockungen und gesprungene Tritte waren anscheinend so gut, dass sie zwar schlicht, aber schlecht vorhersehbar waren. Schließlich trat er Harry mit einer solchen Wucht gegen die Brust, dass Harry gut drei Meter über den Fußboden der Turnhalle flog. Mit einem lauten ‚uff' schlug er auf. Napoleon beugte sich über ihn und grinste noch breiter, wenn dass überhaupt möglich war.
„So, Chef ... wie lautet das Urteil?" Harry blickte ihn zornig an. „In Ordnung, Sie können gehen." Hermione öffnete die Tür zur Turnhalle und ging hinein. Beide Männer drehten sich um und blickten sie an. Harry sprang schnell vom Fußboden auf. „Oh!" sagte er, anscheinend überrascht, sie zu dort sehen. „Wie...was...wo..." Sie grinste ihn an. „Ja, ich hab es gesehen. Super Kampf, Harry! Wirklich!" Napoleon näherte sich ihr, ein perfektes Lächeln auf den Lippen und die Arme ausbreitend. „Und wer ist diese wunderschöne Dame? Verrät sie mir ihren Namen, bevor sie meinem Charme verfällt und in meine mageren, aber trotzdem muskulösen Arme fällt?" Harry räusperte sich. „Jones, das ist Hermione Granger, meine Verlobte! Liebling, dies ist Napoleon Jones...mein neuer Stellvertreter", sagte er, den letzten Satz mit seiner ‚Ich-kann-es-selbst-kaum-glauben-Stimme'. Er nannte sie auch normalerweise nie ‚Liebling', außer zum Spaß.
Napoleon war ein wenig aus der Fassung gebracht, fing sich aber wieder und warf ihr einen Luftkuss zu. „Bezaubernd. Ihre Schönheit hat mich am Anfang etwas geblendet, aber jetzt bin ich wieder der Alte." „Schön, schön!" unterbrach Harry ihn und scheuchte ihn in Richtung der Umkleidekabinen. „Sie haben in einer Stunde Taktische Abwehr und lassen Sie mich nicht wieder hören, dass Sie geschwänzt haben." „Ist ja schon gut. Atmen Sie mal gut durch, Harry!", rief Napoleon über seine Schulter. Er schlurfte mit seinen Schuhen über den Boden, so dass seine Schuhspitzen gegen die Matten schlugen. „Passen Sie auf die Ader auf Ihrer Stirn auf. Sie wird wieder größer!" Harry sah ihm nach und stemmte die Hände in die Hüften. „Interessante Person!" meinte Hermione.
„Ein bekloppter Idiot ist er. Ich kann kaum den Anblick von ihm ertragen." „Also ich fand ihn sehr bezaubernd und ich schien ihm anscheinend auch gut zu gefallen!" „Reiz mich bitte nicht auch noch, Hermione. Du würdest ihn auch hassen, wenn er dir drei wichtige Aufträge versaut hätte." „Oh Harry, das liegt in der Vergangenheit. Fangt doch noch einmal von vorne an!" Er murmelte etwas in Richtung Fußboden. „Du bist doch jetzt nur sauer, weil er dich besiegt hat." „Er hat mich nicht besiegt", sagte er schnell. „Er hat nur den Vorteil aus einem Fehler meinerseits gezogen. Und ich habe ihm den Gefallen getan und den Kampf beendet." Sie dachte für einen Moment nach. „Und das ist die Definition für: Jemanden wurde besiegt." Sie gingen aus der Turnhalle in einen Korridor und er legte einen Arm um ihre Schulter. „Das hat er alles bei den Straßenkämpfen in seinem verpfuschten Leben gelernt." „Ich wünschte mir, dass du das gerade eben nicht gesehen hättest!" „Warum? Hast du Angst, deine Frau nicht beeindrucken zu können?" fragte sie grinsend. „So würde ich es nicht unbedingt ausdrücken, aber im großen und ganzen... ja!"
„Nun ja, wir sehen uns ja heute Abend, da gebe ich dir eine Gelegenheit, mich zu beeindrucken."
27. Januar, 2008...
Hermione apparierte in eine Seitenstraße in der Nähe ihres Lieblingsrestaurants um mit Ginny zu Abend zu essen, sie war zehn Minuten zu spät. Sie zog ihren Mantel wegen des kalten Windes enger. Die Augen hielt sie starr auf den Boden gerichtet, so dass sie die Clubs und Bars nicht sehen musste, in denen sie und Harry getanzt hatten. Sie ging auch an ihrem alten Haus vorbei, in dem sie jahrelang gewohnt hatten. Jeder Schritt war vertraut, jede Ritze im Bürgersteig und jeder Geruch in der Luft erinnerte sie an jene einfache Zeit, als sie über ihre einfachen Leben glücklich waren und nicht wussten, dass es nicht vollkommen war. Sie versuchten damals andere Beziehungen zu haben, aber auch diese waren nicht vollkommen. Während Hermione die Straße hinunterging, kamen ihr all diese unangenehmen Gedanken und Gefühle in den Sinn.
Das Restaurant stand warm und anziehend vor ihr und warf sein Licht auf den dunklen Platz davor. Als sie die Tür öffnete, kam die Besitzerin zu ihr und half ihr aus dem Mantel. Sie waren anscheinend oft genug hier, um für Stammgäste gehalten zu werden. Ginny saß schon an einem Tisch und wartete. Hermione ging zu ihr. Ginny stand auf um sie zu umarmen.
„Sorry, dass ich zu spät bin", sagte Hermione und setzte sich auf ihren Platz.
„Ist schon in Ordnung. Ich kam auch erst gerade eben hier an und wollte mich bei dir entschuldigen!" Ginny sah müde aus, ein bisschen dünner als sonst. Harrys Abwesenheit hatte auch sie mitgenommen. Sie standen sich noch sehr nahe. Einen Moment schwiegen beide.
„Wie geht's dir? Kommst du zurecht?" Hermione drehte ihr Wasserglas in langsamen Kreisen auf dem Tisch herum. „Ich habe letzte Nacht die ganze Zeit mit Laura geredet - über Harry." „Und?" „Wir reden nicht über sein Verschwinden, wir reden einfach über ihn. Das tut gut. Es ist, als wäre er noch da." „Das ist er auch. Er ist die ganze Zeit bei dir!" Hermione lächelte sie an. „Ich weiß. Manchmal kann ich ihn fast fühlen." „Mir geht es auch so."
„Ich nehme stark an, dass hier gerade, der Harry-Potter-Girlfriend-Club-Treffen stattfindet." „Nun ja, nicht ganz. Ungefähr Zweidrittel. Oder zählst du Allegra dazu? Sie wollte ihn schließlich töten und hat ihn nur ausgenutzt." „Du hast Recht, aber da ist auch noch Ronin." „Hast du sie in letzter Zeit gesehen?" „Nein, ich habe gehört, dass sie weggegangen ist. Nach Venezuela. Um ihre innere Ruhe zu finden." „Die Beziehung zwischen den beiden hat mich immer erstaunt. Ich habe nie gewusst, was er in ihr sah oder umgekehrt. Sie schienen niemals abhängig voneinander gewesen zu sein." „Sie war unheimlich. Und ich denke...gut, bezüglich dessen, was er in ihr sah." „Sie erinnerte ihn nicht an Allegra. Zumindest war sie nicht böse." „Aber sie war unheimlich!" Hermiones Lächeln verblasste und sie senkte ihre Augen, um ihre Servierte anzustarren und mit den Fingern daran rumzuspielen. „Ich bin..." fing sie an und merkte, dass es zu leise war. „Ich fange an, es zu glauben." Kam es schließlich heraus.
„Du glaubst was?" „Er ist schon zu lange weg." „Oh, nein. Nein, Hermione, das kannst du nicht. Wir dürfen alle die Hoffnung nicht aufgeben."
„Welche Hoffnung? Ginny, ich kann nicht glauben, dass er mir keine Nachricht senden würde. Egal, wo er ist. Mit seinen geistigen Fähigkeiten könnte er alle Personen dort zwingen, mir eine Nachricht zu senden und niemand würde es jemals wissen. Er würde einen Weg finden. Die Tatsache, dass ich nichts gehört habe... Ich kann nicht mehr glauben, dass er noch lebt." Ihre Stimme zitterte, aber Ginny bemerkte die Sicherheit ihrer Worte.
„Du denkst nicht richtig nach, Hermione. Wer sagt, dass er irgendwo festgehalten wird. Die Zeitreise-Theorie hat doch gezeigt, dass er in jeder Zeit sein kann." Hermione nickte, während sie mit ihrem Finger am Rand ihres Weinglases entlangging. „Das habe ich auch schon überlegt. Aber... ich muss immer darüber nachdenken, was ich machen soll, wenn er wirklich tot ist." „Was du machen wirst?", sprach Ginny leise.
„Okay, zuerst werde ich schreien, dann werde ich nach Hause gehen, mich in meinem Bett zusammenrollen und noch mehr schreien. Aber irgendwann werde ich aufstehen und mich einer Welt gegenüberstellen müssen, in der er nicht existiert." Sie seufzte. „Ich werde dir sagen, was ich niemals tun werde. Ich werde niemanden sonst lieben können." „Sag das nicht. Es wird..." „Ich werde es nicht", schnitt Hermione ab. „So viele Leute haben Probleme mit ihren Ehen, weil sie den ersten heiraten, in den sie sich verlieben. Es ist ein großer Fehler. Der erste Mann, den Sie lieben, ist nicht der Richtige. Es ist der letzte Mann, den Sie lieben, dass ist wichtig. Wenn Sie Ihren Partner ansehen können und ehrlich sagen können dass er der letzte Mann ist, den Sie jemals lieben werden, dann ist er der Richtige. Sonst nicht." Sie lächelte Ginny an, aber das war trauriger als alles andere. „Harry war der letzte Mann, den ich jemals lieben werde. Das erste Mal, als wir uns küssten, da wussten wir beide, was passiert war. Es ist unwichtig, wie er stirbt, aber es wird niemals jemand nach ihm kommen. Ich habe nicht geglaubt, dass wir beide ein langes, langes Leben gehabt hätten und dann im selben Moment sterben würden. Das wäre kein Schmerz für den Anderen. Es wird nicht so ausgehen und es gibt Dinge, von denen sich niemand so recht erholt. Ich habe Ron's Tot nie richtig überwunden und wenn Harry auch noch stirbt, dann werde ich nicht die Gleiche sein wie jetzt. Ich werde einen Weg finden, damit umzugehen, aber ich werde mich niemals davon erholen." „Wir werden alle damit fertig werden müssen. Ich weiß nicht, was passiert, wenn sie ihn töten. Wenn sie Harry Potter töten können, dann können sie alles und jeden töten. Dann werden die dunklen Kräfte wieder kommen." Hermione nickte. „Das weiß ich. Aber ich kann und will mich nicht um die Welt und die Konsequenzen kümmern. Ich werde sonst verrückt. Ich bin schon auf dem besten Weg dorthin." Ein paar Minuten sprach niemand. „Ich habe solche Angst, Ginny." Ginny seufzte. „Ich kann mir nicht vorstellen, in deiner Haut zu stecken." „Du hast ihn auch einmal geliebt." Ginny schüttelte mit dem Kopf. „Nicht so wie du. Es war ein großer Unterschied." „Wieso?" „Weil Harry und ich Freunde waren, aber wir waren überzeugt, dass da mehr war. Du und Harry, ihr wart immer ineinander verliebt und ich wart davon überzeugt, dass ihr nur Freunde wart."
30. Oktober 2007...
Hermione unterhielt sich mit ihrer Kollegin Shay Daley, während sie den Korridor hinuntergingen und der Baubelblase folgten. Sie hatten gleich Unterricht. Hermione hatte sich in das I.D. Trainingsprogramm eingeschrieben, das sechs Monate lang dauern sollte. Morgens hatte sie Kampf-Training um aufzuwachen. Danach lernten sie, wie sie ihre Gegner schwer betäuben können. Taktisches-Verfahren hatte sie dreimal in der Woche für jeweils eine Stunde. Außerdem hatten sie alle drei Wochen Unterricht zu einem besonderen Thema bei einem Lehrer außerhalb der Akademie. Sie wussten nie, welches Thema vorkam und auch nicht bei welchem Lehrer. Heute hatten sie ihren dritten Themen-Unterricht. Sie hatten mit Observierungsmethoden angefangen und hatten danach Versteckte Operationen und Tarnung durchgenommen.
Hermione gefiel besonders ihr Kampf-Training. Sie passte besonders in ihrem Observierungs-Methoden-Kurs auf, denn sie wusste, dass sie nach ihrer theoretischen Ausbildung eine sechsmonatige Lehre in der SIR-Abteilung absolvieren musste, bevor sie mit der Ausbildung fertig war.
Die gegenwärtige Klasse von Auszubildenden bestand aus zwölf Zauberern und Hexen aus der ganzen Welt. „Ich hoffe nur, dass wir heute Strategie und Taktik haben", sagte Lloyd Llewellyn, ein fröhlicher, amerikanischer Zauberer, der eine auffallende Ähnlichkeit mit Ichabod Crane (Anmerkung von Stephanie: Der kopflose Reiter aus Sleepy Hollow) hatte. „Ich habe gehört, dass Henry Ubigando ein super Lehrer sein soll." „Er ist sehr nett", sagte Hermione „Ich habe ihn ein paar mal getroffen. Er lacht immer." Sie kamen zu der Tür ihres Klassenzimmers. Sie öffnete sich und enthüllte einen großen Raum mit einem Stuhlkreis in der Mitte. Die Studenten begannen, ihre Plätze einzunehmen.
„Weißt du, was ich gehört habe?", fragte Shay. „Ich habe gehört, dass wir heute Unterricht bei Harry Potter haben. Für Feindliche Intelligenz oder so." Jedes Augenpaar im Raum sah Hermione an, die sich plötzlich sehr unwohl fühlte. „Also, Hermione. Stimmt das?" „Warum fragst du mich?" „Och, ich hab keinen Grund. Du schläfst nur mit dem Typ, warum sollten wir dich fragen?" Hermione lachte. „Glaub mir, ich bin die letzte, die es weiß. Das ist alles ein großes Geheimnis und er vergewissert sich immer doppelt um zu vermeiden, dass ich etwas erfahre." Sie setzte sich auf einen der Stühle und die Mehrzahl der Studenten folgten ihr mit den Augen. Obwohl alle im I.D. von ihrer Beziehung zu Harry wussten, bis jetzt hatte noch keiner etwas dazu gesagt. Hermione hatte das Gefühl, als sei ihre Gnadenfrist vorbei. Sie seufzte und bereitete ihre Arme aus. „In Ordnung. Einer nach dem Anderen." Wie eine Flutwelle schlugen die Fragen ihr entgegen. „Ja, Lloyd, wir waren zusammen in Hogwarts." „Ich habe gehört, dass er wirklich gut in Quiddich ist!" „Ja, er war sieben Jahre der Sucher in unserer Mannschaft und die letzten zwei hat er sie geleitet. Er hatte viele Angebote, aber er zog es vor, Quiddich nur als Hobby zu spielen." „Spielst du auch gerne Quiddich?" „Mein Gott, nein. Ich bin schon froh, mich auf einem Besen halten zu können." „War er der Klügste in der Schule?" Bei der Frage lächelte Hermione. Alle ihre Mitstudenten waren jünger als sie und hatten keine Ahnung von Harry in Hogwarts. Für sie war er die absolute Berühmtheit. „Harry wäre der Erste, der euch sagen würde, dass dem nicht so war. Wenn ich jedes Mal einen Knut dafür bekommen hätte, dass ich rumgenörgelt habe, wenn er seine Hausaufgaben nicht gemacht hatte, dann könnte ich jetzt in den Ruhestand gehen." „Was, und all das hier versäumen?" kam eine neue Stimme.
Jeder sprang auf und drehte sich um. Harry stand im Eingang mit einer, unter seinem Arm schief liegende Kiste. „Untergräbst du hier meine Autorität und erzählst peinliche Geschichten aus meiner Jugend?", fragte er und blinzelte Hermione an. Sie wurde rot und setzte sich gerade auf ihren Stuhl. Harry sah den Rest der Studenten an: „Guten Morgen." Er ging hinüber zu seinem Schreibtisch, stellte die Kiste auf den Tisch und begann, Papiere aus ihr herauszuholen.
Die Studenten brachten einen kraftloses „Guten Morgen" zustande und starrten ihren neuen Lehrer an
„Das klang nicht sehr begeistert. Ich begrüße sie zu Ihrer dritten Unterrichtsreihe ‚Verdeckte Operationen'. Mein Name ist Harry Potter und ich werde Sie heute unterrichten. Ich bin der Chefzauberer der Abteilung ‚Feindliche Intelligenz und Verdeckte Operationen'." Ein Murmeln ging durch die Klasse. Harry atmete tief durch und seufzte. „Lassen Sie mich versuchen, dies zu sagen, ohne arrogant zu klingen. Wer von Ihnen hat schon von mir gehört, bevor er hier her kam?" Jede Hand im Raum wurde gehoben. „Also gut, Sie bemerken sicherlich, dass es immerwährende Spekulationen darüber gibt, was ich für ein Leben führe. Einen kleinen Einblick haben Sie gerade bekommen. Aber als Mitglieder der I.D. Gesellschaft haben Sie die Verpflichtung, so etwas mit Vertrauen zu behandeln, sei es über mich oder irgendeine andere Person, die im I.D. arbeitet. Verstanden?" Alle nickten. „In Ordnung. Dann machen wir weiter. Es ist jetzt das fünfte Mal, dass ich diese Projektreihe unterrichte. Ich denke, dass ich es inzwischen ganz gut kann." Er drehte sich um und begann an die Tafel zu schreiben.
„Ehm...Sir?", sagte Gregor Radetich, einer der Studenten.
Harry drehte sich um und verzog das Gesicht. „Ich bitte Sie, mich nicht ‚Sir' zu nennen. Dann fühl ich mich ungefähr tausend Jahre alt. Nennen Sie mich Harry. Wenn Sie das nicht wollen, können Sie mich Chef nennen. Wenn Sie nach dem Rang gehen wollen, können Sie mich auch Major Potter nennen. Aber wenn Sie mich so nennen, werde ich es ignorieren. Sie hatten eine Frage, Gregor?" Er blinzelte. „Sie kennen meinen Namen?" „Was für ein Spion wäre ich, wenn ich solche einfachen Informationen nicht herausfinden würde? Also, wie lautet Frage?" „Ja, also, ich hasse es, dies zu sagen, aber ich habe einige Bedenken über die Gerechtigkeit in diesem Kurs." Die anderen Studenten starrten in mit weitaufgerissenen Augen an. Hermione schloss beim Fluchen die Augen. Gregor war davon besessen, sich zu vergewissern, dass alles in Ordnung war.
Harry kreuzte seine Arme über seiner Brust, schien aber keineswegs beunruhigt zu sein. „Ich meine, es ist eine berechtigte Frage." Plapperte Gregor weiter. Harry setzte sich hinter seinen Schreibtisch. „Gregor, Sie haben meine Unparteilichkeit in Frage gestellt. Erstens glaube ich, dass ich unparteiisch sein kann. Zweitens können Sie sich an eine beliebige Person wenden, Sie wird Ihnen die Bestätigung geben, dass Dr. Granger die klügste Person ist, die ich kenne und sie braucht keine Begünstigungen meinerseits, um hier Erfolg zu haben. Drittens habe ich einen Unterrichtsassistenten. Sein Name ist Galino Mayzel, er ist einer meiner Agenten. Er wird mir beim korrigieren helfen und ich habe ihn schon darum gebeten, Dr. Grangers Papiere für mich zu benoten. Sind Sie damit zufrieden gestellt, Gregor?" Gregor nickte. „Also, dann können wir ja jetzt anfangen..." Er sah sich im Raum um. Alle Augen waren auf einen Punkt über seiner Augenbraue gerichtet. Er seufzte. „In Ordnung!" Er hob seine Haare, sodass die Stirn frei war. „Sehen Sie sie? Dort ist sie. Eine große Narbe. Sehen Sie sie alle? Okay?" Alle Studenten reckten die Hälse. Nur Hermione saß mit vorgehaltener Hand auf ihrem Stuhl und versuchte ein Kichern zu unterdrücken. Harry ließ seine Haare wieder fallen. „Können wir jetzt weitermachen? Gut!"
„Code-Sansibar-Rot." „Erwerb von feindlichen, geschützten Talismanen, Stufe vier." „Und das heißt?" „Sehr gefährlich, verhängnisvoll, wenn misslingt." „Reaktion?" „Plan A. Antwortmannschaften zu vereinbarten Punkten, In-Schach-Haltungszauber, und Aktivierung des Identifizierungszauber des Artefakts." „Plan B?" „Aktivierung von Observierungsmannschaften und Undercover-Einsatz, um den Gegenstand wieder zu erwerben."
Hermione schnaufte ihre Antwort, weil sie durch den Wald rundum Bailicroft joggten. Hermione war noch lange nicht auf Harrys Niveau, er lief normalerweise fünf Meilen am Tag. Nach zwei Monaten schaffte sie erst drei Meilen. Es war kalt und feucht an diesem Morgen und beide wurden heute sehr gefordert.
„In Ordnung, gut. Eintritt protokolliert für Angriff auf feindliche Truppen." „Oh... Zweizaubermannschaften. Kommen mit Kampfzauberstäben und anderen Waffen. Eintritt erfolgt einzeln, Ecken überprüfen, sowohl oben als auch unten." „Plötzliches Auftauchen von Feinden. Wie reagierst du?" Hermione blieb stehen, Harry tat es ihr gleich und wartete auf sie. Sie drehte sich schnell, packte seine Arme und schlug ihr Bein hinter seine Knie. Sie fielen beide auf den Boden, so dass ihre Knie auf jeder Seite seines Brustkorbes landeten. „Ha!" sagte sie. „Ok, ich kann mich keinen Zentimeter bewegen." „Das wird dich lehren!" „Hattest du viel Kampfpraxis bis jetzt?" „Nein, einfach ein bisschen oh...ohhhh!" In der Mitte ihres Satzes hatte Harry plötzlich seine Knie hochgezogen und schubste sie nach vorne, er drehte sich und stand auf. Hermione tat ihm dies krabbelnd nach.
„Lass dich niemals mit einem Gegner auf ein Gespräch ein. Es ist der älteste Trick im Buch!" Sie lächelte, und streckte sich. „Wollen wir es noch einmal probieren?" „Oh, du willst mir was zeigen, hab ich recht?" „Hast du eine Vermutung, was ich dir zeigen will?" „Na, dann los. Nix hat mir gesagt, dass du schon sehr gut bist! Beweis mir, dass er Recht hat!" Ein undefinierbarer Schimmer zeigte sich in ihren Augen. Sie wusste, dass sie mit ihren lausigen sechs Wochen Training nicht weit kommen würde, aber sie genoss die Gelegenheit, Harry zu zeigen, was sie konnte. Sie holte tief Luft und ging einen Schritt auf ihn zu, wobei sie ihre Faust auf seinen Brustkorb richtete. Es sah, nun ja...billig aus. Er lenkte es leicht ab.
„Gut", sagte er. „Jetzt weiter... ja, gut. Hinunter, pass auf dein Bein auf. Und jetzt runter. Und da durch, ja genau. Behalt meine rechte Seite im Auge, ich neige dazu, sie ungedeckt zu lassen. Gut...Au!", rief er aus, als sie einen Schlag in seine Niere gelandet hatte. Er knickte ein und hielt seine Hand an die Seite. „Oh Harry, bist du Okay?", fragte sie und neigte sich über ihn. „Ja, aber ich vermisse den Sicherheitszauber in der Turnhalle." Er sah zu ihr hoch. „Warum grinst du so?" „Na ja, ich habe dich besiegt!" „Ja, hast du, Nix hat mich nicht belogen." „Aber ich werde niemals so gut sein wie du." „Das brauchst du in deiner Abteilung nicht. Aber jeder Agent benötigt die Grundlagen." Er dehnte sich. „Komm, lass uns gehen." Er rannte los und Hermione lachte und rannte hinterher, sie beeilte sich, um ihn zu fangen.
27. Januar, 2008...
Laura kam in die Bibliothek mit einem Tagesbericht aus dem Büro und ging zu ihrem Schreibtisch. Die Bibliothek war der Lieblingsraum aller Bewohner. Groß, mit Wandteppichen und Bücherregalen an den Wänden. In dem großen Raum standen sechs Schreibtische, aber der Raum wirkte überhaupt nicht gedrängt. Die Wände waren voller Ecken und kleinen Nischen, so dass jeder das Gefühl hatte, einen eigenen Arbeitsraum zu haben. Der Kamin war groß genug, um einen ausgewachsenen Eber zu braten, und protzte mit detaillierten gemeißelten Marmorverzierungen. Heute, wie an den meisten Wintertagen, wurde er mit einem Flammenzauber entfacht und strahlte eine gemütliche Wärme im Raum aus.
Hermione saß an ihrem Schreibtisch und legte ihr Kinn auf ihre aufgestützte Hand, während sie ins Leere starrte. Laura trat unbemerkt hinter sie und sah, dass Hermione ein Bild von Harry, das auf ihrem Schreibtisch stand, betrachtete. In dem Bild war Harry eingeschlafen. Justin hatte letzten Sommer andauernd Fotos geschossen und bei diesem hatte Harry auf der Veranda gelegen und geschlafen. Laura fand, dass Harry gut aussah, aber auf dem Bild, ohne Brille und mit diesen friedlichen Gesichtszügen aufgrund seines Schlafes sah er wunderschön aus.
„Hey", sagte sie weich.
Hermione blickte auf. „Hey", gab sie zurück. Sie durchwühlte die Pergamente auf ihrem Schreibtisch. Ein verzweifelter Versuch, es so aussehen zu lassen, als ob sie gearbeitet hätte. „Wie war dein Abendessen mit Ginny?" „Schön. Wusstest du, dass sie mit Draco zusammen ist?" Lauras Augen weiteten sich. „Verarsch mich nicht!" „Doch, seit ein paar Wochen. Ich hoffe, dass es gut geht zwischen den Beiden." „Wann haben er und Quinn den Schluss gemacht? Im Oktober, es ist ein paar Monate her." „Das denke ich." Hermione seufzte, nahm das Bild auf und blickte darauf hinab.
„Bist du in Ordnung?" „Warum fragt mich das jeder?", sagte Hermione leicht gereizt. „Du kennst die Antwort und wenn ich sage, dass es mir gut geht, dann weißt du sowieso, dass ich lüge. Ist schon Okay." „Nein, ich will ehrlich wissen, wie es dir geht, wirklich!" Hermione lächelte. „Mir geht es gut. Ich kann langsam die Traurigkeit so wegschieben, dass ich funktioniere." Sie stellte das Bild zurück auf den Tisch und sah es an. „Wie läuft es mit dir und Sorry?" Laura setzte sich auf einen Stuhl neben sie. „Wir haben Schluss gemacht. Ich habe nachgerechnet und mir ist aufgefallen, dass wir in unserer zehnjährigen Beziehung insgesamt nur fünfzehn Monate miteinander verbracht haben." „Autsch!" „Na ja, es war halt so, dass wir uns einige Wochen sehen konnten und ich dann mehrere Monate auf ihn warten musste." „Und du bist nie, na ja...frustriert gewesen?" Laura grinste sie an. „Wenn du das meinst, was ich gerade denke, dann ja. Aber es gibt andere Wege, sich darum zu kümmern." „Kamst du jemals in die Versuchung...ihn...?" „Zu betrügen? Sicher, aber ich habe es niemals getan. Aber es ist egal, wie sehr du deinen Partner liebst, wenn es einige wirklich heiße Typen gibt und du sie dir in Boxershorts vorstellst." Hermione lachte. „Ich bin zu beunruhigt gewesen, um über Männer in Boxershorts nachzudenken!" „Ich meine nicht, dass unsere Situationen die Gleichen sind, Süße. Ich wusste, wo Sorry ist, ich konnte mit ihm so oder über eine Eule reden. Wann ich wollte." „Und du wusstest, dass er zurückkommt." Hermione flüsterte den letzten Satz. Laura räusperte sich. „Gibt es irgendwelche Neuigkeiten über den toten Körper, den gefälschten, meine ich?" „Keine Beweise oder Spuren oder Andeutungen, die auf seine Quelle hinweisen. Aber es ist zweifellos nicht Harry, das haben mir die Drachenhunde und das Orakel bestätigt. Ich bin erstaunt, dass sie glauben, dass sie uns täuschen könnten, mich täuschen könnten. Ich meine wirklich, ich kenne jeden Zentimeter seines Körpers!" „Schon klar, aber die Bösen werden nicht so genau ins Detail gehen." „Zumindest wird klar, dass es nicht Allegra war. Sie würde nie solch eine idiotische Geste machen. Einige Scheißkerle müssen an einem Tag beschlossen haben, uns zu quälen." Beide schwiegen.
„Kann ich dir etwas anvertrauen?" „Natürlich!" „Es ist dumm." „Ich bin sicher, dass es das nicht ist." Hermione atmete tief ein. „In Ordnung. Ich habe dir erzählt, wie wir uns an jenem Morgen gestritten haben. Als er nicht nach Hause kam am Abend, kam mir ein Gedanke, den er mir hinterlassen haben kann." Lauras Augen weiteten sich bei dieser Enthüllung. „Sag mir nicht, dass du glaubst, dass er dich wegen eines kleinen unbedeutenden Streits verlassen würde?" „Nein, natürlich nicht. Aber das Gehirn entfacht komische Gefühle in solchen Situationen. Du kannst deine Gedanken nicht beherrschen. Sie kommen einfach und hinterlassen ein beschissenes Gefühl. Harry ist manchmal zu emotional, also habe ich gedacht..." „Es ist dumm und unlogisch, aber verständlich. Du hast nach Strohhalmen gegriffen, um Dinge erklären zu können." „Ja, genau. Das ist es. Wenn er mich verlassen hätte, wäre es furchtbar, aber zumindest wäre er irgendwo." „Er ist irgendwo. Das muss er. Niemand kann einfach weg sein, dass würde die Gesetze der Physik außer Kraft setzten." Hermione lachte. „In Ordnung, er ist weg und das ist das Einzige, um das ich mich kümmern muss!"
25. Dezember, 2007...
Laura wachte in der Dämmerung auf und warf sich ihren Badmantel über. Dann schlich sie rüber, um George zu wecken. „Was'n los?" fragte er und drehte sich um.
„George! Aufwachen! Es ist Weihnachten!" Er sprang auf und rieb sich die Augen. „Ist sie wach?" „Nein. Ich habe sie bis Mitternacht wach gehalten und mit ihr Wein getrunken. Sie sollte lange schlafen." George schwang sich aus dem Bett. „Ich wecke Justin und Cho, dann kommen wir nach unten und fangen an." „Aber beeilt euch, wir haben eine Menge Arbeit!" Sie gingen durch den Korridor und machten so wenig Lärm wie möglich.
Laura hatte diesen Weihnachtsmorgen seit Wochen für Hermione geplant. Es war das erste Weihnachten alleine, seit sich kannten. Ohne Harry würde es schrecklich für sie werden, aber Laura war entschlossen, diesen Tag so voll Liebe, Freunde und Familie zu gestalten, wie nur möglich. Hermione glaubte, dass sie, wie jedes Jahr, zu den Weasleys gehen würden und ihre Eltern dort treffen würde, aber wenn sie nach unten käme, wäre dort ein Haus voller Leute. Erwartet waren Sirius, Cordelia und die Kinder, Hermiones Eltern, eine Tante und Onkel, Molly und Arthur, Bill und Charlie und ihre verschiedenen Familien, Fred, Draco, Quinn, Remus, Neville und Amelia, und Percy. Es wäre eine tolle Feier und hätte Laura noch mehr Leute einladen können, um das Haus voll zu stopfen, sie hätte es getan. Sie standen alle früh auf, so dass George das Festessen zubereiten könnte und sie das Esszimmer schön gestalten konnten. Die anderen sollten den riesigen Baum schmücken und den Rest des Hauses dekorieren. Laura ging auf Zehenspitzen bis vor Hermiones Zimmertür und legte ihr Ohr daran, um zu hören, ob Hermione schon wach sei. Dann legte sie einen Stillschweigezauber über die Tür und sie konnten soviel Lärm machen wie möglich.
Die Sonne begann, über den Horizont zu spähen und Laura und Cho schnitten den Baum zurecht, während Justin im ganzen Haus Stechpalmzweige, Sterne, Kerzen und Kränze verteilte. Er ging von Kamin zu Kamin, brüllte „Incendio" und ignorierte Lauras Ermahnungen, ruhig zu sein. Die Geschenke wurden alle aus ihren Verstecken geholt und auf einen großen Haufen vor den Baum gelegt... Alle Gäste hatten ihre Geschenke vorher schon geschickt, so dass sie alle gleichzeitig mit dem aufmachen anfangen konnten. Um sieben Uhr trudelten die ersten Leute ein. Zuerst kam Ginny, mit einer großen Torte. Sie hatte ein schönes rotes Kleid an und war vor Kälte beinahe blau gefroren. Draco und Remus kamen kurz nach ihr. Sirius und Cordelia kamen mit ihren schläfrigen Kindern, die in Decken eingewickelt waren. Hermiones Eltern kamen, mit Claires (Anmerkung der Beta: mit Claire ist Hermiones Mutter gemeint) Schwester Julia und ihrem Ehemann, sie sahen ein bisschen nervös aus,da nur Hexen und Zauberer um sie herum waren.
Um acht Uhr waren alle da und trotz seiner Größe war Bailicroft mit Leuten. George verteilte Kakao und Justin testete die Haltbarkeit von Lauras Stillschweigezaubers und spielte mit einer enormen Lautstärke Klavier.
Schließlich stand Laura auf. „Ich werde jetzt Hermione wecken. Ruhe jetzt alle miteinander. Ich will, dass es eine Überraschung wird. Justin, du bist der Beobachtungsposten. Wenn wir herunterkommen, bringst du sie alle zum schweigen." Sie ging die Treppe rauf und beseitigte den Stillschweigezauber. Dann klopfte sie an die Tür. „Komm herein", kam es aus dem Zimmer.
Laura machte die Tür auf und fand Hermione auf der Fensterbank sitzend. Sie war schon angezogen. „Frohe Weihnachten, Schatz!" Laura setzte sich neben sie.
Hermione seufzte. „Ich bin absolut nicht in Weihnachtsstimmung. Ich vermisse ihn so sehr!" „Ist schon in Ordnung. Komm einfach mit runter. George macht Zimtbrötchen und dann packen wir Geschenke aus und dann werden wir ein bisschen Stimmung in die Bude bringen." Sie stand auf und griff nach Hermiones Hand.
„Ich kann das nicht, Laura." „Du kannst, Hermione. Du wirst auch diesen Tag überstehen. Es ist Weihnachten und ich weiß, dass es schrecklich ist, aber wir haben dich lieb und nachher gehen wir zu Molly und verbringen da einen schönen Tag. Molly wird enttäuscht sein, wenn du nicht kommst und deine Eltern auch." Hermione quälte ein Lächeln hervor. „In Ordnung. Gehen wir!" Sie gingen die Treppe runter. Justin musste sie anscheinend zum Schweigen totgeschlagen haben, denn es war kein Mucks zu hören. Sie traten ins Wohnzimmer und Hermione schien niemanden zu bemerken, bis sie den Kopf hob. Dann öffnete sie den Mund und ihre Augen wurden groß.
Auf Lauras Zeichen rief jeder „Frohe Weihnachten!" und alle eilten zu ihr. Hermiones Kinnlade fiel herunter und sie blinzelte vor Überraschung und umarmte alle. Dann zog sie sich zurück und sah allen ins Gesicht.
„Bei Merlins Bart!" sagte sie. „Was macht ihr denn alle hier?" „Wir feiern Weihnachten alle bei euch in Bailicroft, Liebes" sagte Molly. Hermione lächelte und zu Lauras Erleichterung war es kein gequältes Lächeln. Sie drehte sich zu Laura um. „Oh, das ist so wunderbar! Du hast das alles organisiert, oder?" Laura wurde rot. „Schien mir eine gute Idee. Für dich." Hermione umarmte sie innig. „Danke dir!" flüsterte sie in ihr Ohr. Dann küsste sie Laura auf die Wange und grinste sie an. „Na dann mal los!" Sie gingen hinunter zu ihren Freunden und Familien und Hermione umarmte jeden, der in ihre Nähe kam. Sie fühlte sich, als ob ihr eine große Last von den Schultern genommen worden war. Molly trat neben Laura.
„Das hast du gut gemacht, Laura." „Ja", sagte sie. „Aber es wird nichts ändern." „Was meinst du?" „Es ist egal, wie viele Leute ich anschleppe, sie fühlt sich trotzdem alleine."
Die Geschenke wurden in einem überschwänglichen Hurrikan von Geschenkpapier und Schleifen geöffnet. Jeder saß auf einem Stuhl und Cho spielte den Weihnachtsmann. Sie verteilte alle Geschenke, bis jeder einen Stapel vor seinen Füßen oder auf dem Schoß hatte, alle riefen quer durch den Raum Dankesgrüße und Luftküsse wurden ausgeteilt. Charlotte lief hin und her und betrachtete lieber die Geschenke der anderen, als ihre auch nur eines Blickes zu würdigen. Hermione machte ein Geschenk nach dem anderen auf. Ein neuer Mantel von Sirius und Cordelia, einige CDs von Cho, eine neue Aktentasche von Laura, ein Schreibetui von Justin. Alle ihre Geschenke waren schön, aber sie konnte sehen, dass sie vorsichtig gewählt waren. Keine Kochbücher mit witzigen Einträgen über ihren Status als Braut, keine Swing-Musik, keine Hochzeitsplaner oder sentimentale Bücher.
Ihre eigenen Geschenke an ihre Freunde schienen gut anzukommen. Ihre Mutter weinte über die Bleistiftzeichnung von sich und Harry, Remus war von dem antiken Dunklen Künste Verteidigungs-Lehrbuch begeistert und Charlotte setzte sich auf den Boden und begann das Buch zu lesen, was Tante Mina und Onkel Harry ihr geschenkt hatten.
Alles, was sie verschenkte, war mit einem Kärtchen beklebt, von Hermione und Harry. Niemand sprach sie darauf an und jeder bedankte sich bei ihr und nur ihr allein. Sie konnte seinen Namen nicht weglassen. Es wäre so, als wenn sie andere Männer treffen würde und ihren Verlobungsring in den Fluss werfen würde.
Schließlich waren alle Geschenke offen und jeder plauderte ruhig, als Sirius aufstand und um Ruhe bat. „Ich habe ein weiteres Geschenk. Ich habe sehr oft darüber nachgedacht, ob ich es abgeben soll oder nicht. Aber ich denke, ich muss es tun." Er griff nach seinem Mantel und holte aus der Tasche eine flache, dunkelblaue Samtkiste, die ungefähr zwanzig Zentimeter breit war. Langsam stand er von seinem Stuhl auf und blieb vor Hermione stehen. „Harry hat dir das im Herbst gekauft. Er hatte Angst, dass du es finden würdest. Es war sein Weihnachtsgeschenk für dich, Hermione. Fröhliche Weihnachten. Von Harry." Er reichte ihr die Kiste. Man hätte eine Stecknadel fallen hören können, so still war es. Sogar die Kinder waren ruhig. Hermione starrte die Kiste für einen Moment an.
Sie schloss die Augen und öffnete sie. Neben sich hörte sie Laura keuchen. Sie holte tief Luft und öffnete die Augen.
In der Kiste lag, in blauem Samt, eine zarte silberne Halskette mit passenden Ohrringen. Die Halskette bestand aus kleinen Smaragden und Diamanten. Die Ohrringe waren kurze Silberanhänger mit einem Smaragd am Ende. „Oh!" sagte sie. „Es ist wunderschön!" Sie berührte alles und an ihren Wangen liefen Tränen hinunter. Sie schloss die Kiste, reichte sie Laura und stand auf, um Sirius zu umarmen. „Ich danke dir!" Dann setzte sie sich wieder hin und blickte ihre Freunde an. „Ich wünschte nur, dass ich das hier eintauschen könnte, nur um ihn hier haben zu können."
Charlotte stand auf und watete durch das Geschenkpapier auf Hermione zu. „Tante Mina? Vermisst du Onkel Harry?" „Ja, Süße, ich vermisse ihn sehr." „Papa sagt, er ist auf eine Reise gegangen." Hermione sah Sirius an, der sein Gesicht in den Händen verborgen hatte und sich abwandte. „Er hat Recht, Süße!" „Dann wein doch nicht, Tante Mina. Er wird bald zurück sein. Er bringt mir ja immer ein Geschenk mit!" Sie setzte sich bei Hermione auf den Schoß und strich ihr über den Rücken. „Und wenn wir genug über ihn reden, wird es fast so sein, als wäre er hier." Hermione umarmte das kleine Kind und wischte sich die Tränen aus dem Gesicht. „Also, was ist das hier? Ich denke, es ist Weihnachten! Justin, spiel ein paar Weihnachtslieder, George, bring uns Eierpunsch, ich kann ihn riechen!"
Hermione beobachtete die Kinder, die sich draußen im Schnee eine wilde Schlacht lieferten. Fred und George hatten zwei Schneehaufen aufgeschichtet und so versteckten sie sich dahinter und bewarfen sich mit Schneebällen. Hermione betastete ihre neue Halskette, die sie angelegt und zusammen mit ihrem grünen Samtkleid zum Essen getragen hatte. Es war sehr lustig gewesen. Sie hatten alle in dem schön dekorierten Esszimmer gesessen und Georges Essen war sehr lecker gewesen. Jeder verließ den Tisch mit dem Gefühlt, gleich platzen zu müssen. Später am Abend, als alle im Wohnzimmer saßen und heißen Apfelwein tranken, hörten sie Weihnachtslieder und unterhielten sich miteinander. Dann wurden die Kinder ins Bett gebracht und sie apparieren alle nach London, um dort im Kew Garden eine Zauberer-Weihnachtsfeier zu feiern.
Sie fühlte die Anwesenheit ihrer Mutter, bevor diese sprach. „Ein wundervoller Tag." sagte Claire und nahm die Hand ihrer Tochter. „Ja", flüsterte Hermione. „Beinahe vollkommen." „Deine Freundin, Laura, muss dich wirklich mögen, wenn sie dass alles für dich arrangiert." „Ich weiß. Jeder sollte einen Freund wie Laura haben." Claire schien etwas Schwieriges sagen zu wollen. „Liebling, ich bin besorgt um dich." Seit Harrys Verschwinden hatte Hermione nicht viel Zeit gehabt, mit ihrer Mutter in Ruhe zu reden.
„Ich bin in Ordnung, Mama." „Das ist nicht wahr und das weißt du genauso gut wie ich. Dein Ehemann ist nicht da, dann ist es auch nicht in Ordnung!" Hermione sah sie an. „Natürlich ist er dein Ehemann. Der Rest ist reine Formsache." „Ja, ich glaube, dass er es ist." „Ihr habt beide zu der Verlobung ja gesagt, wieso solltet ihr nicht als verheiratet gelten?" Hermione schniefte. „In Ordnung, aber ich hoffe, dass ich noch die Gelegenheit bekomme, ‚Ich will' zu sagen. Aber ich kriege das schon hin. Ich stell mir einfach vor, dass mein Pseudoehemann an einem Strand liegt und von unverheirateten, gutaussehenden Blondinen eingeölt wird. Du weißt, dass wir diese Möglichkeit noch nicht in Betracht gezogen haben." Claire lächelte. „Wenn er es tut, dann bin ich mir sicher, dass er dabei die ganze Zeit an dich denkt." „Ich bin mir nicht sicher, aber habe ich die heiratswilligen, jungen Blondinen erwähnt?" „Na ja. Wir wissen jetzt wenigstens, was wir zu tun haben. Sendet SO SCHNELL WIE MÖGLICH alle verfügbaren Agenten nach Hawaii!" „Ist es nicht schlimm, dass wir über so ein ernstes Thema solche schlechten Witze machen?" „Wenn wir es nicht tun, verliere ich den Verstand." „Schatz, ich...!" „Nein, Mama. Ich will jetzt kein Mitleid. Es ist Weihnachten und Harry ist hier!" Sie seufzte. „Du weißt, tief in mir drin glaubte ich, dass er an diesem Morgen hier unten sitzt, sich entschuldigt und wir alle wieder glücklich sind und Weihnachten feiern. Aber ich habe keine Hoffnung mehr. Bis jetzt hatte ich die Hoffnung, dass er irgendwohin musste und keinem sagen konnte, wohin er geht. Aber er wäre bis Weihnachten zurückgekommen. Also muss ihn jemand festhalten und wenn ich diesen jemand finde, dann gnade ihm Gott, ich werde ihn fertig machen."
29. Januar, 2008...
Hermione blinzelte den Schweiß aus ihren Augen, was aber nicht viel nüzte. Sie ließ gerade ihre Wut an einem Sandsack aus. Napoleon stand dahinter und hielt ihn fest. Sie schnaufte, als sie ihr Bein hochzog und den Fuß frontal gegen den Sandsack schlug. Napoleon trat einen Schritt zurück und sah sie verblüfft an. „Warum bist du heute so sauer, Süße?" „Du weißt...wenn mir jemand... vor Jahren gesagt hätte...dass ich das lernen aufgebe...um zu prügeln...ich hätte gesagt, er sei verrückt." Sie wischte sich den Schweiß von der Stirn. „Ich war immer ein Bücherwurm!" „Und jetzt bist du keiner mehr? Liebes, das machst du nur, weil du es für die Ausbildung können musst! Du würdest jederzeit mit diesem körperlichen Mist aufhören, wenn dir jemand die Gelegenheit dazu geben würde!" Hermione fing wieder an, auf den Sandsack einzuschlagen. „Ich weiß nicht...es macht irgendwie Spaß...und ich kann meine Wut auslassen!" schrie sie, weil sie einen gesprungenen Drehkick ausprobiert hatte. „Au, scheiße!" mit diesen Worten begann sie, ihren Schenkel zu reiben. „Mach diesen Tritt bei nichts, was nachgibt, Schatz. Du wirst dir noch etwas zerren. Was ist los mit dir heute?" „Ich fühl mich angepisst!" „Ok, es ist Zeit, dass du aufhörst dich anpissen zu lassen und zurückpisst." Er ging wieder hinter den Sandsack und hielt ihn fest. „Du kannst Dr. Napoleon alles anvertrauen." Hermione ignorierte den Schmerz in ihrem Bein und prügelte weiter auf den Sandsack ein. „Ich fühle mich von seinen Eltern angepisst, dass sie ihm diese dumme genetische Abweichung vererben und ihn so zu einer Zielscheibe gemacht haben. Aber am meisten Fühle ich mich von IHM angepisst, weil er mich verlassen hat." Den letzten Satz heulte sie und setzte sich auf den Boden, schwer atmend.
„Das ist in Ordnung!", sagte Napoleon. „Das wird immer so weiter gehen und wenn du dich am meisten angepisst fühlst, bist du tapfer genug gewesen." Hermione hob den Kopf. „Küss mich, Napoleon." Seine Augen wurden groß. „Hä?" Sie stand auf und schnappte sich die Vorderseite seines Hemdes und hielt ihn fest. „Du hast mich schon richtig verstanden. Du sollst mich küssen!" „Du weißt, dass das sexuelle harrassmenmmmpppphhh...", fing er an, wurde aber unterbrochen, weil sich ihre Lippen gegen seine drückten. Er leistete für eine Sekunde Widerstand. Gerade als er begann, es zu genießen, schubste er sie fort. „Hermione, was zur Hölle…?" „Hast du das gesehen?" brüllte sie in Richtung Decke. „Ich habe ihn geküsst! Deinen Stellvertreter, den du mit einer solchen Leidenschaft hasst, den habe ich geküsst. Oh, und es war ziemlich gut. Komm besser wieder zurück, bevor ich es wieder tue!" „Hey, ist schon gut." Sagte Napoleon und legte eine Hand auf ihre Schulter. Sie schob sie fort. „Verfluchte Scheiße, Harry!" rief sie in gen Himmel. Sie stemmte die Hände in die Hüften und bebte vor Zorn. Dann ging sie einen Schritt nach vorne und viel auf den wattierten Fußboden der Turnhalle. Sie machte keine Anstalten, aufzustehen. Sie saß mit hängendem Kopf einfach da und atmete schwer.
Napoleon setzte sich neben ihr hin. Für ein Moment sagte er nichts und hörte nur, wie sie atmete. „Lass es ruhig raus, Liebes. Lass es nur raus", sagte er ruhig. „Ich wollte das nicht", sagte sie niedergeschlagen. „Es tut mir leid...du weißt schon." „Oh, denk nicht daran. Ich mag verrückte Frauen am Rande eines Nervenzusammenbruchs, die mich benutzen um ihren Verlobten anzupissen." „Ich bin nicht am Rande eines Nervenzusammenbruchs." „Liebes, wenn du die Decke anschreist und deinen Verlobten versuchst eifersüchtig zu machen, wenn der nicht einmal hier ist, dann ruf bitte Dr. Freud an." „Ich musste einfach...etwas loswerden. Das ist eigenartig, Ich kann tun was ich will, ich fühl mich vollkommen beschissen!" „Weißt du, was du jetzt brauchst? Einen Drink!" Er stand auf und reichte ihr seine Hand „Aber dir ist ja klar, dass ich einen schlechten Einfluss auf dich habe, oder? Sie werden schlecht von dir reden!" „Das ist mir vollkommen egal. Ich will mich nur betrinken!" „In dem Fall werden sie schlecht von mir reden, dass ich mit einer Alkoholikerin zusammen bin!" „Napoleon Jones, gehe ich recht in der Annahme, dass du mich ein bisschen magst?" „Nein, ich mag dich sehr!" „Dann muss ich dich vor meinem Verlobten warnen. Er ist extrem eifersüchtig und ist in der Lage, dich mit Hilfe seiner Gedanken zu töten!" „Da hast du mich missverstanden, nur weil ich meinte, ich mag dich sehr, heißt es nicht, dass es einfach sein wird. Aber das ist unwichtig, denn dein Herz gehört Harry." Sie gingen aus der Turnhalle und stiegen in den Fahrstuhl. Hermione konnte Napoleons Gesicht nicht sehen, er hatte sich abgewandt, denn er war traurig, weil sie traurig wegen Harry war und weil sie mit seinem Chef verlobt war, dessen Platz er niemals einnehmen würde.
