587 E.Z. Tag 13 nachdem wir Onkel Maglors Versteck verlassen haben
Kann es schlimmer kommen? Ich weiß es nicht. Meine Gedanken sind so wirr, wie gelähmt. Ich versuche etwas zu begreifen, für das es kein Begreifen gibt.
Onkel Maedhros ist tot. Eonwe hat es uns gesagt.
Ich stand in der Gegenwart eines Maia, Manwes Herold höchstselbst, und ich habe ihn gehasst für das, was er zu uns sagte.
Onkel Maedhros ist tot.
Es aufzuschreiben, macht die Sache nicht realer, stelle ich fest. Ich kann es einfach nicht begreifen. Der Schmerz sitzt zu tief, durchdringt mich vollkommen, und ich weiß, dass es Elros genauso geht. Unser Alptraum ist wahr geworden. Seit Wochen schon hatten wir gefürchtet und gebannt und wider aller Hoffnungen doch gehofft. Und dann sagt er uns das, ohne Mitleid, ohne Verständnis für unsere Lage. Wie kann die Welt nur so grausam sein?
Dann fuhr er fort, als sei nichts weiter dabei. Sowohl unseren leiblichen Eltern, sagte er, als auch meinem Bruder und mir sei es freigestellt, zu welchem Volk wir uns zählen wollen. Das ist mir egal! Egal! Egal! Egal! Onkel Maedhros ist tot! Wir haben momentan andere Sorgen als diesen Blödsinn. Unsere Familie ist zerstört worden, ich will nicht an Earendil erinnert werden. Dieser Mann ist mir gleichgültig.
Ich wünschte, Onkel Maglor wäre jetzt hier, dann würde wieder alles gut werden. Aber auch er ist verschwunden, Eonwe sagte nicht, wohin er gegangen sei. Elros und ich sind uns einig, dass das jetzt das einzig Sinnvolle ist, das wir tun können: ihn suchen und retten. Morgen schon werden wir uns auf den Weg machen.
Ich würde gern um den Beistand der Valar bitten, aber ich habe das Gefühl, dass das alles nur ein grausamer Scherz ist.
