Wortanzahl: 680 Wörter
Kapitel 1
"Ich habe nie gedacht, dass ich einmal so enden würde. Genauso pathetisch wie meine Mutter, doch du hast es geschafft."
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Nach dem Tod ihrer Mutter und der Weigerung sich dem Regime ihres Vaters zu unterwerfen, meldete er sie auf der Rhode Island Militär Akademie an.
Zu dieser Zeit war sie 12.
Es waren die 80er, doch sie war trotzdem eine der wenigen weiblichen Schülerinnen die es gab. Militär, selbst wenn es nur eine Junior und High School war, galt als reine Männerdomäne. Frauen gehörten an den Herd war die Ansicht vieler, worunter auch Tonis Dad gehörte.
Zwar hatte sich die Moral durch die 70er gelockert, doch so schnell wandelte sich die Welt einfach nicht. Leider.
Toni wusste, dass ihr Vater den Besuch auf dieser Militärschule als Strafe gedacht hatte, nicht ahnend das er Toni keinen größeren Gefallen hätte tun können.
Nach den ersten Wochen der Eingewöhnung fand sie immer mehr Gefallen an ihrer neuen Umgebung. Sie wollte es sich nicht eingestehen, doch es gefiel ihr endlich einmal richtige Regeln zu haben.
Nach dem Tod ihrer Mutter und auch schon davor war sie fast immer konstant in der Obhut von Kindermädchen gewesen und denen war es egal, was sie tat, solange sie deshalb keinen Ärger bekamen. Toni konnte tun und lassen, was sie wollte und dies nutzte sie auch zur Genüge aus. Ihren Eltern war sie sowieso egal, solange sie sie nicht in der Öffentlichkeit blamierte...
Doch dann kam sie auf diese Schule und alles änderte sich. Sie gab es unumwunden zu. Zuerst war es für sie die Hölle hier zu leben. All diese Regeln, das Stillstehen und all diese Ordentlichkeit war ihr einfach nur fremd, doch schnell gewöhnte sie sich ein.
Sie war nie der klassische Mädchentyp gewesen wie es sich ihre Mum gewünscht hatte. Sie konnte Barbie nicht leiden, konnte mit Kleidern nichts anfangen und vor allem HASSTE sie Pink. Stattdessen liebte sie ihr rotes Ferrari-Spielzeug-Auto, dass sie sich mit ihrem Taschengeld gekauft hatte und hütete ihre zerrissene Jeans wie einen Schatz.
So fand sie auch bald schnell Freunde. Nachdem ihre Mitschüler gemerkt haben, dass sie keine Puppe war, würde sie auch in deren Kreis aufgenommen.
Ohne das sie es merkte, vergingen die Jahre. Ihr Vater erlaubte es ihr zumeist die Ferien bei Freunden zu verbringen. Selbst, wenn er ihre Begleitung brauchte, ließ er sie sonst meist in Ruhe. Sie kam an, spielte die perfekte Tochter während sie Gesellschaft hatten und sonst ging jeder von ihnen getrennte Wege. Selbst gute Noten verlangte er nicht von ihr. Schließlich... wofür brauchen Frauen schon Wissen?
Trotzdem ließ sie sich nicht gehen und schaffte es jedes Jahr unter den 5 Besten ihrer Klasse zu sein. Es bedeutete ihrem Vater zwar nicht viel, aber ihr. Sie wusste, dass sie nicht wie ihre Mutter als Deko-Ehefrau enden wollte. Nein, sie würde was erreichen und sich nicht von einem Mann alles vorbestimmen lassen!
Inzwischen war sie in ihrem letzten Jahr der High School und hatte es geschafft Klassensprecherin zu werden. Viele ihrer Klassenkameraden kannte sie nun schon seit Jahren und doch... mit den wenigstens verband sie inzwischen nichts mehr als simple Kameradschaft. Vielleicht war sie darum immer noch Single. Und Jungfrau... wie sie leider zugeben musste.
Ihr Problem war leider, dass sie entweder einen Jungen nur als Freund sah oder ihn als total bescheuert einstufen konnte. Zu dem war sie für die meisten Jungs ihrer Schule nur ein Ersatz für den Playboy und sie wollten zwar mit ihr schlafen, aber mehr nicht.
Sie wollte es sich nicht eingestehen, aber ihr Erstes Mal sollte etwas besonderes sein. Sie erwartete kein Feuerwerk oder ähnliches, aber wenigstens ein tiefes Gefühl der Zuneigung und dies fand sie hier nicht. Nicht in einer Gruppe von Jungs, die sie kannte als sie noch über Achselwitze lachten.
Sie erwiderte zwar die Flirterei, aber mehr war nicht drin. Der Typ, der sie wirklich ansprechen würde, war anscheinend nicht im Militär zu finden.
Darum erwartete sie auch nicht, dass ihre Welt aus den Angeln gehoben wurde, als sie zum ersten Mal in diesem Schuljahr ihrem neuen Drill Instructor gegenübertrat.
Ende Kapitel 1
