Also in Kapitel 2 geht es erstmal nur um Carol, aber natürlich vernachlässige ich nicht die NCIS-Hauptcharaktere. Falls Abby und Gibbs hier in diesem Kapitel jetzt zu kurz kommen, in Kapitel 3 gibt es wieder mehr über sie (und besonders ab Kapitel 4, welches ich gerade schreibe), also einfach weiterlesen! ;D
Kapitel 2
Carol lächelte, als sie Gibbs Terminal C betreten sah. Sie hatte Recht gehabt, er dachte wirklich, sie würde noch in Mexiko verweilen. Er wollte sein Team nicht in Gefahr bringen, wie edel von ihm. Leider so falsch, dachte sie. Sie ging zurück zu dem Auto, welches sie vor kurzem einem Typen geklaut hatte. Der war sowieso high gewesen und sie hatte ihn tot geprügelt, damit man ihre Waffe nicht nachweisen konnte.
Sie fuhr zu der kleinen Wohnung, die weder FBI noch NCIS gefunden hatten. Sie war seit drei Monaten nicht dort gewesen und hatte erst einmal aufgeräumt und geputzt. Auch wenn es klein und im wirklich schlechtesten Viertel Washingtons lag, achtete sie doch sehr auf Hygiene und Sauberkeit. Sie schloss die Tür auf und stieg in die fünfte Etage des schmalen Hochhauses, wo ihre Wohnung lag. Sie schloss die Tür direkt hinter sich wieder ab und zog ihren schweren Mantel aus. Sie stellte sich vor den Spiegel und begutachtete ihren Bauch. Es war schwierig gewesen, passende Babykleidung in schwarz zu finden. „Aus dir wird mal eine gute Killerin", murmelte sie und ging in die Küche, um sich etwas zu essen zu machen.
Sie hörte wieder das Schreien, welches sie so lange vermisst hatte. Mord und Vergewaltigung waren hier an der Tagesordnung und während des Essens schaute sie sich durch das Fenster an, wie draußen ein junger Mann von zwei Mitgliedern einer Gang brutal zusammengeschlagen wurden. Carol lächelte, als sie sah, wie der Mann bewusstlos zu Boden ging und die beiden Bandenmitglieder auf seinen Körper urinierten, nachdem sie seine Brieftasche und sein Handy abgenommen hatten. Schließlich verpassten sie ihm noch ein paar Tritte in Magengegend und an den Kopf und verschwanden in eine Seitenstraße.
Carol seufzte und spülte das Geschirr ab. Sie hatte ewig keinen Sex mehr gehabt und auch niemanden mehr dazu genötigt. Sie starrte auf ihren Bauch. Sie spielte mit dem Gedanken, sie sofort nach der Geburt umzubringen. Sie würde ihr nichts als Ärger bereiten, aber andererseits wäre sie die perfekte Schülerin und sie könnte ihr beibringen, zu morden und zu foltern. Sie legte das Besteck in die Schublade und ging hinüber zum kleinen Schlafzimmer. Sie starrte gedankenversunken nach draußen.
War Gibbs gerade auf der Suche nach ihr in Mexiko? Wie schnell würde er brauchen, um herauszufinden, dass sie gar nicht mehr dort war? Sie überlegte kurz, ob sie nicht heute schon anfangen sollte, sein Team umzubringen, aber sie hatte alle Zeit der Welt. Obwohl es erst halb zwölf war, legte sie sich schlafen, um fünf Mal in der Nacht von starken Bauchschmerzen geweckt zu werden.
„Ich bring dich um", murmelte sie zu dem kleinen Kind in ihrem Bauch und stellte sich vor, ein Messer in ihre Magengegend zu stoßen. Sie könnte sie einfach jetzt umbringen, aber sie wollte sich selbst nicht wegen ihr zu viele Schmerzen zufügen. Es reichte schon, dass sie seit sechs Monaten clean war und weder Drogen noch Alkohol angerührt hatte.
Sie knipste das Licht an und schob ihr Nachthemd hoch. Ihren Bauch streichelnd schwor sie sich, dass sie die beste Mörderin aller Zeiten ausbilden würde. Dann strich sie sich über ihren linken Unterarm. Er war vernarbt, zeigte inzwischen auch neuere, tiefe Schnittwunden. Das war der Ersatz für Drogen und Alkohol. Sie öffnete die Nachttischschublade neben sich und holte das Messer heraus. Sie betrachtete es lange in dem dunklen Licht der Lampe und setzte es dann unterhalb der frischesten Wunde an. Sie ging sorgfältig vor, ließ immer einen halben Zentimeter Abstand und arbeitete sich von dem Gelenkt zur Hand vor. Carol schnitt tief ein, zwei bis dreimal, bis das Blut dick aus der Wunde sickerte. Sie holte tief Luft und schaute sich an, wie ihr Arm sich rot färbte und das Blut auf das weiße Bettzeug, welches bereits mit rostbraunen Sprenkeln versehen war, tropfte. Sie lächelte, es fühlte sich so gut an, den Schmerz zu ertragen, dieser Rausch, das Glück und diese Wut, die man gar nicht loswerden wollte. Sie wartete fast eine ganze Minute, bis sie das Blut von ihrem Messer ableckte und es wieder im Nachttisch verstaute. Sie leckte auch ihre Wunde ab und wartete, bis die Blutung gestillt war. Dann nahm sie ein Pflaster aus der Schublade, klebte es darauf und presste mit ihren Fingern die Wunde zu, um eine Blaufärbung der Wunde zu vermeiden. Nach ein paar Sekunden schloss sie die Schublade wieder, schaltete das Licht aus und legte sich wieder hin. Es tat einfach so gut und mit einem Lächeln auf den Lippen schlief sie ein.
Es war bereits wieder Abend geworden und Carol hatte den Tag damit verbracht, bei der Apotheke Schmerzmittel zu klauen und mit ein wenig Drogen dealen, Geld zu verdienen, damit sie einkaufen gehen konnte. Sie lebte nur mit dem nötigsten und niemand in der Gegend, wo sie wohnte, zahlte Miete oder Steuern. Carol hatte es mittlerweile auch geschafft, sich aus den wichtigsten Datenbanken zu löschen, ihr Informatikstudium hatte ihr schon oft das Leben gerettet. Wieder zu Hause hackte sie sich in verschiedene Datenbanken, um Informationen zu verkaufen oder erwies andere Hackerdienste.
Als sie in Mexiko gewesen war, hatte sie ihren Computer vermisst, es war das einzige, was sie wirklich an ihren Sachen wertschätzte. Sie überprüfte Gibbs' Kreditkarte und stellte fest, dass er immer noch in Ciudad de Mexiko verweilte und im selben Hotel wie vor einer Woche eingecheckt hatte. Wenn sie das herausfinden konnte, war das für McGee sicherlich auch kein Problem. Sie schaute nach draußen. Es war wieder dunkel geworden, vielleicht die perfekte Gelegenheit, McGee einen Besuch abzustatten.
Sie verließ das Haus erst, als es wirklich dunkel war, um sicherzugehen, dass sie niemand bemerkte. Im Treppengeschoss begegnete ihr Ex-Dealer, mit dem sie ganz gut zurechtkam, da er verstand, dass sie derzeit kein H oder K mehr nahm. Carol ging in Richtung Süden, wo die Viertel düsterer und die Menschen dunkelhäutiger wurden. Sie hatte keine Angst, als Weiße durch solche Viertel zu laufen, sie musste nur jemandem eine Pistole an den Kopf halten, damit er verschwand. Sie betrat die Metrostation und wartete zehn Meter unter der Erde auf die U-Bahn.
Sie lehnte sich gegen die Wand und beobachtete die Menschen. Eine Gang mit fünf Leuten saß neben dem Eingang. Es kullerten bereits mehrere Flaschen Bier und es waren bestimmt auch nicht die ersten Joints diese Nacht, die sie gerade drehten. Auf der anderen Seite stand ein Junge, der ziemlich ängstlich aussah und auch auf den Zug wartete.
Carol lächelte, als sie drei der Gangmitgliedern aufstehen und auf den Jungen zugehen sahen. Die fünf hatten sie schon öfter gesehen und beachteten sie nicht, als die drei anfingen, den Teenager umher zu schubsen. Sie seufzte nur, als der Junge endlich zu Boden fiel und die drei Dunkelhäutigen (ich habe keine Vorurteile) freie Bahn hatten, auf ihn einzutreten. Schließlich lag er am Boden und wehrte sich nicht mehr, die anderen lachten ihn nur aus. Dann bemühte sich der anscheinende Boss zu der Szene. Er trat seinen Joint aus und beugte sich zu dem Jungen herunter.
Carol konnte nicht verstehen, was er sagte, es interessierte sie auch nicht. Sie schaute gelangweilt auf die Uhr, der Zug hatte schon wieder Verspätung. Der Boss öffnete seine Hose und rieb ein gewisses Körperteil (^^) an das Gesicht des Jungen. Seine Anhänger standen drum herum und lachten. Schließlich kam der Zug und Carol stieg ein, schaute nach draußen um noch zu sehen, wie die anderen auch ihre Hosen öffneten. Immer das gleiche, keine Abwechslung, dachte sie gelangweilt und stieg fünf Haltestationen weiter aus.
Sie hatte sich bereits auf einem Plan die Umgebung angesehen und stieg die Treppenstufen zu McGee's Wohnung hinauf. Sie war nicht erstaunt, als sie bemerkte, dass er seine Tür nicht abgeschlossen hatte. Sie schaute hinein. Der PC war noch an, eine riesige Sanduhr drehte sich gerade auf dem Bildschirm um. Sie hörte die Spülung einer Toilette und schloss die Tür hinter sich. Sie wollte nicht, dass ihr Opfer ihr so schnell entflieht. Sie zückte ihre Waffe und ging weiter nach vorne. Zwei Sekunden später starrte sie in das erschrockene Gesicht von Timothy McGee.
„Nein", hörte sie ihn flüstern, als sie mit ihrer Waffe auf ihn zielte.
„Komm her", befahl sie und er tat, was sie verlangte.
„Bitte", sagte McGee leise und starrte auch mit großem Entsetzen auf ihren Bauch. Sie lächelte kurz, aber danach verschwand wieder jegliche Regung aus ihrem Gesicht.
„Leg dich auf den Boden", zischte sie und er gehorchte ihr. „Ich hätte nicht gedacht, dass ein Special Agent sich so schnell ergibt", fügte sie hinzu.
„Was willst du, Carol?", fragte er, mit dem Gesicht auf dem Boden.
„Meinen Spaß", erwiderte sie und stieg von hinten auf seinen Rücken. Sie steckte die Pistole wieder ein, holte im Gegenzug jedoch ihr Messer heraus.
„Willst du mich umbringen?", fragte er. Sie war über seinen ängstlichen Ton überrascht, von Abby hatte sie das „verstehen" können, aber er war doch ein trainierter Agent, Ziva jedenfalls hatte keine Furcht gezeigt, ihr Fehler.
„Wenn ich jetzt „ja" sage, was dann?", sagte sie spielerisch und legte die scharfe Klinge an seinen Hals an.
„Carol, wir könnten reden. Über deine Zukunft, über das Kind, über-"
„Das bringt nichts, Timmy. Je mehr du redest, desto schmerzhafter wird es für dich."
„Warum tust du das alles?"
„Das hatte Abby auch gefragt. Ich hab gehört, ihr seid mal ein Paar gewesen. Wie traurig sie sein wird, vielleicht sollte ich ihr persönlich von deinem Tod erzählen", flüsterte sie mit bösem Unterton. Sie freute sich, dass McGee nur noch sein einfaches Schlafhemd und eine Boxershorts anhatte. Sie stand auf und befahl ihm, das gleiche zu tun. Verwundert stand er auf und starrte sie an.
„Zieh dich aus", sagte sie.
Er starrte sie unglaubwürdig an.
„Willst du, dass ich mich wiederholen muss?"
Er zog sein Hemd aus und zögerte. Leider zu lange, den sie ging einen Schritt nach vorne und zog mit dem Messer kurz aber intensiv an seiner Haut entlang und hinterließ eine rote Spur, von der das Blut herunterlief. McGee schrie und beugte sich nach vorne.
„Scheiße", fluchte er und sie wartete bis er sich wieder beruhigt hatte. Er schaute sie an und dann realisierte er, was sie eigentlich wollte und zog seine Boxershorts aus. Er fühlte sich gedemütigt und ihm war es peinlich, vor dieser perversen Frau nackt dastehen zu müssen.
Sie lächelte, als sie seinen Penis sah und er hielt schützend seine Hand davor. „So verklemmt?", lachte sie. „Wahrscheinlich töte ich als nächstes Tony, vielleicht wird der das nicht so streng nehmen wie du."
„Das wird er, glaub mir."
Sie zuckte die Schultern. „Dann hab ich halt Sex mit seiner Leiche."
Er verstellte angewidert das Gesicht.
„Leg dich wieder auf den Boden", wiederholte sie. Er wollte gerade so tun, wie befohlen, als sein Handy klingelte. Carol hob die Hand und ging zu seinem Schreibtisch herüber.
„Tony", sagte sie und überlegte, was sie am besten tun sollte.
„Du solltest das nicht ignorieren, vielleicht schöpft er dann Verdacht."
„Ihr wisst, dass Gibbs in Mexiko noch nach mir sucht?"
„Ja, die Direktorin hat uns verboten einzugreifen-"
„Aber ihr unterstützt ihn, soweit ihr könnt."
Er schaute sie erstaunt an.
„Ich kann auch Firewalls hacken, schon vergessen?", fragte sie und nahm das Handy an sich. „Sag ihm, dass alles okay ist, falls er fragt und lass dir nichts anmerken. Nur zu deiner Sicherheit", erklärte sie, nahm das Gespräch an, stellte auf Lautsprecher und gab ihm das Gerät.
„Tony", antwortete McGee und versuchte, neutral zu klingen.
„Hey, alles okay bei dir?"
„Ja, wieso?", fragte McGee irritiert.
„Abby hatte wieder so einen Albtraum, dass dir etwas passieren könnte."
Carol zog eine Augenbraue hoch, der Special Agent ignorierte das. „Es ist alles okay, Tony. Hast du wieder etwas von Gibbs gehört?"
„Abby hat vorhin mit ihm gesprochen, aber ich glaube, die Direktorin kontrolliert, ob wir Kontakt zu ihm haben. Er hätte seine Dienstmarke nicht hier lassen sollen."
Carol lächelte innerlich. Typisch Gibbs, schade nur, dass er so in die Falle gerannt war. „Okay, dann werde ich jetzt mal weiterspielen", antwortete McGee mit einem Blick auf seinen Rechner.
„Ja, töte weiter Zombies."
„Tony, ich töte keine Zombies. Richte Abby aus, dass ich schon in Level 5 bin", sagte er und klappte das Handy zu.
Carol legte es zurück auf den Schreibtisch. „Lass mich raten, du bist bereits in Level 6 und das war der scheiternde Versuch, zu übermitteln, dass hier etwas nicht in Ordnung ist."
Sie schaute ihn an und er fühlte sich irgendwie ertappt. Er musste zugeben, dass war wirklich dumm gewesen.
„Schön", murmelte sie. „Auf den Boden", sie zeigte mit dem Messer dorthin und der nackte McGee legte sich auf den harten Teppich.
Sie setzte sich auf ihn, er starrte sie mit riesigen und wunderhübschen Augen an, in denen sich nichts als Furcht widerspiegelte.
„Ich schätze, wir werden nicht allzu viel Zeit haben, bis Tony hier aufkreuzt. Aber glaub, mir ich werde schon meinen Spaß haben", flüsterte sie lächelnd als sie das Messer zum ersten Schnitt ansetzte.
Ich freue mich immer über Reviews! :)
