Flown away – Kapitel 2

Disclaimer und Hinweise

Überarbeitete Story. Original von 2005/2006.

Inhalt:
Sequel zu Sie und So leer. Draco Malfoy glaubt, dass sie von seinem Vater ermordet wurde, doch dann steht er ihr plötzlich in Hogwarts gegenüber. Beginnt Draco allmählich, seinen Verstand zu verlieren oder ist das alles Realität?

Disclaimer:
Alle bekannten Personen, Orte etc. gehören JKR, ich werd ihr alles mehr oder weniger unbeschadet wieder zurückgeben. Viele Personen (naja, eigentlich fast alle^^) handeln nicht so, wie sie es in den bekannten Harry-Potter-Büchern tun würden, also bitte nicht alles auf die Goldwaage legen.
Ach so, Geld verdien ich auch nicht damit (würd mich wundern, wenn mir auch nur eine Person nen Cent dafür geben würde).

Rating:
Muss man ja (leider) angeben. Und damit es auch alle verstehen, verwende ich jetzt nichts mit T und M, sondern sage einfach, dass die Geschichte am Anfang eigentlich von allen gelesen werden kann. Sobald Gewalt etc. expliziter drin vorkommt, geb ich das noch extra zu Beginn des jeweiligen Kapitels an.

Hinweis:
Harry, Ron, Hermine, ihre ganzen Problemchen und der Schnickschnack mit Voldemort hab ich ganz beiseite geschoben. Wen interessiert schon das übliche Piepapo, wenn man einen Draco Malfoy in den Vordergrund stellen kann? 

Veröffentlichung:
Ich veröffentliche meine Fanfictions außer auf nur noch in Gina's Hogwarts.

Und nun viel Spaß beim Lesen.


Strafe

Draco versuchte vergeblich eine Träne daran zu hindern, den Weg über seine rechte Wange zu finden. Als auch noch sein Brustkorb zu beben begann und er wusste, dass er einen lauten Schluchzer nicht mehr lange zurückhalten könnte, versiegelte er wie jede Nacht seit endlosen Wochen, sein Bett schnell mit einem Schweigezauber, damit seine Zimmergenossen nichts von seinen nächtlichen Gefühlsausbrüchen mitbekamen.

Kaum hatte er den Zauber ausgesprochen, brach auch schon alles aus ihm heraus. Dem einen, bereits vorausgesehenen Schluchzer folgten noch ein Dutzend andere, heiße Tränen brannten auf seinen Wangen und sein gesamter Körper wurde immer wieder von lauten Seufzern durchgeschüttelt.

Früher, ein paar Wochen zuvor, hätte er jemand anderen, der in seinem Alter so jämmerlich weinen würde, vermutlich als Weichei, Waschlappen, Flasche oder Hufflepuff beschimpft, doch nun, wo diese Weinkrämpfe ihn in regelmäßigen Abständen heimsuchten, bekam er sogar fast Mitleid mit den Hufflepuffs, deren Name und sämtliche Synonyme für solche und ähnliche Ausbrüche missbraucht wurde.

Ihr langes hellblondes Haar legte sich über ihre Schultern wie ein Schleier aus hauchdünner Seide... Ihre Augen sind blau, so blau wie der Himmel an einem warmen Sommertag...

Draco versuchte die Gedanken aus seinem Kopf zu vertreiben, indem er die Augen fest zusammenkniff, doch es gelang ihm nicht, wie jede Nacht. Seit Wochen gelang es ihm nicht. Und wenn er ehrlich mit sich selbst war, tief in seinem Inneren, wollte er das Bild auch gar nicht vergessen. Er wollte es niemals wieder vergessen... Wenn es doch nur nicht so schmerzen würde...

Es war doch nur eine Berührung gewesen... Ein Blick und eine Berührung... Doch die Prinzipien seines Vaters kannten keine Grenzen. Er, Draco, hatte ihr Todesurteil gefällt, das sein Vater vermutlich schon am nächsten Tag ausgeführt hat - vielleicht sogar schon, während er noch im Zug zur Hogwarts-Schule saß und noch immer das Gefühl ihrer Haut an seiner Hand spürte.

Und alles war seine Schuld! Er wusste doch genau, wie sehr sein Vater die Nichtmagier und ihre Welt verabscheute und er hätte wissen müssen, was passiert, wenn er eine wie sie beachtete... Erneut füllten sich seine Augen mit Tränen.

"Wenn ich dich jemals heulen sehe, werde ich dich töten!", hatte ihm sein Vater seit seiner frühesten Kindheit eingetrichtert und Draco hatte sich stets daran gehalten. "Ein Malfoy heult nicht!" Doch nun wünschte er sich beinahe, dass sein Vater ihn jetzt sehen würde. Jetzt, wo er um sie weinte... Töte mich doch, dachte er, töte mich, dann hört es endlich auf...

"Lass sie leben...", hatte er gesagt, als sie an jenem Morgen das Gleis Neundreiviertel betreten hatten. "Bestrafe mich, aber bitte lass sie leben..."

Doch sein Vater hatte nicht geantwortet. Und Draco wusste, dass sie sterben musste - weil er sie dazu verurteilt hatte... Warum hatte er ihr das angetan? Was hatte sie an sich, dass sie ihn nicht losließ? Selbst jetzt, nach ihrem Tod nicht? Warum bekam er ihr Gesicht nicht aus dem Kopf, das ihn Tag für Tag, Nacht für Nacht verfolgte, sobald er auch nur eine Sekunde seine Augen schloss.

Das ist die Strafe, dachte Draco, die Strafe dafür, dass ich sie im Beisein meines Vaters angesehen und - berührt - habe... Und sie wusste es! Sie wusste, was mit ihr geschehen wird. Sie wusste es, deshalb die Träne... Sie galt nicht mir, wurde es ihm plötzlich bewusst, sie galt ihrem eigenen Schicksal...


Review? *mit wimpern klimper* Nächstes Kapitel kommt...