Disclaimer: Alle Charaktere und Orte - außer die von mir erfundenen - gehören der wunderbaren J. . Dies dient lediglich der Unterhaltung und ich verdiene kein Geld damit!
Kapitel 2
10.05.1998
Nach dem langen Gespräch am vergangenen Abend und einen kleinen Umzug für Hermine standen sie nun wieder um Freds Bett versammelt. George selber hatte ihm gerade ihre Entscheidungen mitgeteilt. Leise und vorsichtig. Doch auch Hermine konnte sehen, dass Fred nicht nur nicht glücklich darüber war, dass man ihn vor vollendeten Tatsachen stellte; nein, er war regelrecht rasend vor Wut. Nicht, dass Hermine nicht mit Wut umgehen konnte, sie hatte genug durchgemacht um sich dieser stellen zu können. Fred machte ihr nur Angst. Er war wütend auf eine ganz andere Art als diese, wie sie sie bis jetzt kennen gelernt hatte. Statt zu brüllen und mit seinen Fäusten zu spielen, wurde er ganz leise. Sein Blick fiel zuerst auf George, der sofort seinen senkte und dann sah Fred jeden einzelnen von ihnen an. Nicht ein einziges Mal sagte er auch nur ein Wort. Nein, er war stiller als alles, was Hermine erlebt hatte. Doch seine Wut war so greifbar in der Luft, dass sie nicht anders konnte als nervös von einem Fuß auf den anderen zu hüpfen. Gestern Abend hatte sie ihre Idee noch für ganz gut gehalten doch nun… als sie den Blick von Fred begegnete, war sie sich nicht mehr sicher.
„Und wie kamt ihr auf die Idee, dass ich dem allem zu stimmen werde?", wollte er also nun doch endlich leise und bedrohlich wissen. Hermine hätte es nie für möglich gehalten, dass Fred bedrohlich sein konnte.
„Fred, Liebling, gibt dem ganzen doch eine Chance. Es ist das Beste für dich.", sagte Molly und versuchte nach seiner Hand zu greifen, die er ihr allerdings entriss.
„Nichts davon ist das Beste für mich. Ihr behandelt mich, als wäre ich ein Kind, das nichts alleine schafft.", sagte er wütend. Die Brünette hatte das Gefühl, dass er aufgestanden wäre, wenn er nur könnte und nicht zum ersten Mal seit den schrecklichen Neuigkeiten fragte sie sich, wie es wohl sein musste. „Ihr kommt hierher und stellt mich vor vollendeten Tatsachen!", knurrte er und umfasste mit einer Bewegung seiner Hand die versammelten Leute in seinem Zimmer. „Ihr habt über etwas entschieden, worüber ihr gar kein Recht habt! Das ist MEIN Leben." Er Schlug mit der Faust aufs Bett und seine Augen funkelten vor unterdrücktem Zorn. „Hat auch nur einer von euch währenddessen daran gedacht, was ICH darüber denke? Ihr erfahrt von meiner Situation und plant nun mein Leben wie es euch passt?!"
„Fred... Kumpel…", hauchte George und machte einige Schritte auf ihn zu, doch Fred stoppte ihn mit einer erhobenen Hand.
„Gerade von dir hätte ich mehr erwartet, George.", sagte er wütend und schüttelte mit dem Kopf. „Hat einer von euch mal an Jaqueline gedacht, bevor ihr ein anderes Mädchen zu mir schickt, um sich um mich zu kümmern? Was soll Jaqueline denken?"
Ginny schnaubte. „Natürlich haben wir an Jaqueline gedacht, aber wir haben angenommen, dass sie sich nicht so um dich kümmern kann, wie du es brauchst."
„Bullshit!", schrie Fred und Hermine konnte schwören, dass er gerade um einiges gewachsen war. „Ich bin nur gelähmt und bevor Hermine bei uns einzieht, möchte ich Jaquelines Meinung dazu hören, habt ihr verstanden?!"
„Genau Fred, du bist nur gelähmt.", sagte Charlie wütend und stapfte auf das Bett seines Bruders zu. Dann neigte er sich auf Freds Augenhöhe hinunter. Seine Augen stierten eindringlich in die seines Bruders. „Glaube ja nicht auch für eine Sekunde, dass mir das nicht weh tut, Freddy.", hauchte er dann. „Aber du weißt genauso gut wie ich, dass du zumindest am Anfang Hilfe brauchen wirst. Wenn euer Laden weiterhin so gut laufen soll, muss George die Zeit dazu haben. Hermine ist die klügste Hexe, die es gibt. Sie hat sich freiwillig gemeldet und nicht um dich zu ärgern, sondern um dir zu helfen. Also zieh deinen Kopf aus deinem Hintern und akzeptier, dass nichts mehr so sein wird wie früher und dank der wunderbaren Hexe da hinten, dass sie ihr Leben und ihre Träume aufgibt, um so einen egoistischen Arsch wie dir zu helfen. Verstanden?"
Fred sah seinen Bruder an als würde er ihn zum ersten Mal sehen. Ehrlich gesagt, sahen ihn alle so an. Niemand hatte Charlie je so mit einem seiner Geschwister reden hören und niemand hätte gedacht, dass er Hermine so den Rücken stärken würde.
Molly tupfte sich leise eine Träne aus dem Augenwinkel. Nicht wütend, sondern gerührt von der offensichtlichen Sorge Charlies für seinen kleineren Bruder.
„Wir lassen uns was einfallen, Fred, das verspreche ich, aber bitte akzeptier jetzt erst mal unsere Lösung.", sagte Arthur und sprach somit zum ersten Mal an diesem Tag im Krankenhaus.
Fred senkte den Blick und suchte dann mit seinen Augen die ihren. Hermine wusste nicht ganz, was das bedeutete, doch schließlich nickte er. Erleichterung machte sich in ihr breit, als sie verstand, dass er sie akzeptierte und Hermine schenkte ihm ein aufmunterndes Lächeln. Sie würde alles tun, damit es Fred so gut wie möglich ging.
„Gut.", sagte Arthur dann mit einem Seufzer und klopfte seinem Sohn auf die Schulter. „Ich werde dann einmal gehen und den ganzen Papierkram erledigen. Währenddessen hilft Molly dir deine Sachen zu packen. Und ihr anderen? Habt ihr keinen Job?" Mit seinen Worten kam der Raum voller Leute zum Leben und man hörte ihr und da ein Pop, das signalisierte, dass jemand disappariert war. Schließlich befanden sich nur noch Molly, George und Hermine im Zimmer.
Während Molly sich an die Arbeit machte und Freds Sachen packte huschte Hermines Blick überall hin nur nicht zu ihm. Sie hatte ein merkwürdiges Gefühl und wollte ihm nicht direkt am Anfang schon auf die Nerven gehen. Sie wusste, dass sie in Freds Augen nichts mehr als die beste Freundin seines Bruders war. Und er wartete genauso wie all die anderen darauf, dass sie sich endlich mit seinem Bruder zusammenraufen und endliche eine Beziehung starten würden. Er hatte in all den Jahren in Hogwarts klar gemacht, dass sie wirklich nicht mehr war. Er dachte genauso wie all die anderen von ihr. Hermine Granger, klügste Hexe ihrer Zeit, Bücherwurm und das gute Mädchen, das all die Regeln befolgte.
„Hermine?", ertönte seine Stimme und Hermine hüpfte leicht, als sie aus ihren Gedanken gerissen wurde. Dass er sie nun so direkt ansprach überraschte sie.
***
Hermine seufzte, als sie sich auf ihr neues Bett in der Wohnung von Fred und George fallen ließ. Alles war soweit nach Plan gelaufen. Sie hatte George geholfen, Fred nach Hause zu bringen und sie beide zusammen hatten geschaut, dass die Wohnung Fred Situation so gut wie möglich angepasst wurde. Einmal mehr war sie dadurch froh, eine Hexe zu sein.
Fred hatte von seiner Seite aus nicht viel gesagt. Er hatte still mit angesehen, wie George und Hermine alles arrangierten. Sein Blick folgte nicht einmal einen von ihnen. Er hatte still in seinem Rollstuhl gesessen und die Wand angesehen. Ein Anblick, das Georges Blut zum Kochen gebracht hatte und wütend hatte er seinen Bruder gefragt, was wohl seinen Arsch hinauf gekrochen und dort gestorben sei.
Hermine wurde immer noch rot bei dieser Erinnerung und sie schüttelte den Kopf. Männer und ihre Wortwahl.
Zuerst hatten Hermine und George gedacht, Fred hätte es nun zu seiner Aufgabe gemacht sie gänzlich zu ignorieren und hatten schon die Hoffnung auf eine Antwort aufgegeben. Doch dann hatte Fred mit leiser Stimme und ohne aufzusehen gesagt, dass George keinerlei Recht hatte so etwas zu sagen und sich gefälligst aus seinem Leben raushalten sollte.
Hermine hatte die Luft angehalten, als sie diese Worte gehört hatte. Ein kurzer Blick in Georges Richtung hatten gezeigt, dass er nicht nur erschrocken über Freds Worte war, sondern auch verletzt. Wütend hatte er Freds Tasche in die nächste Ecke getreten und hatte sich mit den Worten, Fred solle ihn doch da lecken, wo niemals die Sonne ran käme, verabschiedet.
Wieder einmal rot und völlig sprachlos hatte Hermine mitten im Wohnzimmer gestanden und nicht mehr gewusst, was nun sie von all dem halten sollte. Fred hatte nur geschnaubt und war ohne noch ein weiteres Wort in sein Zimmer gefahren und hatte die Türe hinter sich geschlagen. Hermine hatte die Vermutung, dass er dies mit Hilfe eines Zaubers gemacht haben musste.
Wie dem auch sei, nun lag Hermine bereits völlig fertig an einem Mittag auf ihrem Bett und starrte gegen die Decke.
Sie hatte gewusst, dass es Fred schwer fallen würde, Hilfe zu akzeptieren, aber dass er so schwierig werden würde hatte sie nicht gedacht. Dennoch, sie wäre nicht Hermine Granger, wenn sie das nicht in den Griff kriegen würde. Sie hatte sich immerhin zahlreichen Todessern und darunter vor allem Bellatrix gestellt. An Fred Weasley würde sie nun nicht scheitern.
Mit einem lauten Seufzen setzte sich nun wieder auf und sah sich im Zimmer um. Es war klein – was auch nicht anders zu erwarten war, wenn es eine Wohnung über einem Geschäft war – aber es war gemütlich. Rechts gegenüber von ihrem großen Bett war die Türe. Daneben folgte ein Schrank. Rechts und links von ihrem Bett befanden sich zwei Nachttische mit jeweils einer Lampe. Und links an der Wand stand unter einem breiten Fenster eine Kommode. Die Wände waren in einem leichten Gelb gestrichen, während die Möbel aus Buche waren – dass vermutete sie zumindest. Der Boden bestand ebenfalls aus Holz. Die Gardinen und die Bettwäsche, auf die sie im Moment lag, waren rot.
Ihr Magen meldete sich und sie schaute auf die Uhr. Es war kurz nach Mittag. Hungrig stand sie also auf und öffnete die Türe zu ihrem Zimmer. Gegenüber von ihrem Zimmer lag das von Fred und für einen Moment erwog sie dort zu klopfen und ihn zu fragen, ob er auch Hunger habe, verwarf diese Idee aber dann. Sie war zwar hier um ihm zu helfen, hatte aber kein Interesse daran sein persönlicher Lakai zu sein. Sie würde Essen kochen, wenn er Hunger hätte, würde er sein Zimmer verlassen und in die Küche kommen. Er mochte war Querschnittgelähmt sein, aber sie war sich zu hundert Prozent sicher, dass der sture Blödmann noch in seinem Rollstuhl saß. Also schaffte er es auch aus seinem Zimmer zu kommen.
Hermine marschierte also stattdessen direkt in die Küche und öffnete den Kühlschrank. Mit einem Lächeln nahm sie Tomaten und auch Gehacktes heraus, bevor sie ihn wieder schloss und sich in den Küchenschränken umsah. Dort fand sie zum Glück Messer, Kessel und auch Nudeln. Zufrieden mit dem was sie gefunden hatte, machte sie sich an die Arbeit.
***
Fred währenddessen saß schmollend und auch wütend in seinem Zimmer. Er konnte nicht verstehen, was die anderen sich bei dem ganzen Mist dachten. Wenn sie alle glaubten, dass er seine Unabhängigkeit aufgab, dann tat es ihm Leid für sie. Seine Unabhängigkeit war etwas, was er mehr schätzte als sonst irgendetwas. Er hatte so lange mit George daran gearbeitet, dass er das nicht einfach so wieder aufgab.
George… er konnte nicht so ganz glauben, was gerade eben zwischen ihnen beiden vorgefallen war. Sie hatte sich noch nie in ihrem Leben so angeschrien und beschimpft. Und dann hatte er seinem besten Freund gesagt, er solle sich aus seinem Leben halten…
Wütend über sich selbst schlug er die Hand gegen den Kopf. Er wusste, dass George sich Sorgen machte und nur das Beste für ihn wollte, aber genau das machte ihn so wütend. George sollte sich keine Sorgen machen. Er hasste sich selbst dafür, dass er George das antat.
Er warf den Kopf in den Nacken und schloss die Augen.
„Hallo, Minister! Hab ich schon gesagt das ich kündige?"
Freds Augenbrauen zogen sich zusammen.
„Du machst tatsächlich Witze, Perce…"
Freds Hände verkrampften sich unangenehm auf den Lehen seines Rollstuhles. Schweiß trat auf seine Stirn, als bunte Lichtblitze hinter seinen geschlossenen Augen tanzten.
„Ich glaube, ich hab keinen Witz mehr von dir gehört, seit du…"
Mit einem lauten Knall fuhr Fred hoch und fiel beinahe aus dem Rollstuhl. Schweiß rann seine Stirn hinab und er wusch es mit einer Hand fort. Sein Blick war immer noch ein wenig verschwommen. Sein Herz raste und er sah sich im Zimmer um. Nichts.
Dann schloss er für einen Moment wieder die Augen und konzentrierte sich darauf, seinen Herzschlag wieder zu regulieren. Die Stimmen… Das Lachen… Alles hatte sich so verdammt echt angehört.
Ein Schauer lief ihm den Rücken hinab. Er musste aus diesem engen Zimmer raus. Fast panisch griff er nach den Rädern und drehte daran. Verzweifelt stellte er fest, dass er immer noch nicht genug Erfahrung hatte und falsch rumgedreht hatte. Ein lautes Fluchen entrang seiner Kehle, bevor er es bis zur Türe schaffte, diese mit einem Schwenker seines Zauberstabes öffnete und in den Flur rollte.
Der Geruch von Bolognese traf ihn wie ein Schlag. Es kam ihm beinahe so surreal vor. Die Stimmen hallten immer noch in seinen Ohren.
Verzweifelt schüttelte er den Kopf und rollte in die Küche.
Hermine drehte sich erschrocken am Herd um. Ihre Haare wirbelten ihr über die Schultern, als ihre Augen sich weiteten und sie ihn von oben bis unten musterte. Ihr Mund öffnete sich leicht, um ihm etwas zu sagen, doch dann trat sie einen Schritt erschrocken zurück und schloss den Mund. Sah er wirklich so schlimm aus, wie er sich gerade im Moment fühlte?
Hermine wäre aber nicht Hermine, wenn sie sich nicht nach ein paar Sekunden gefangen hätte und ging auf ihn zu. Vorsichtig legte sie ihm eine Hand auf seine verschwitzte Schläfe und sah ihm in die Augen. Er merkte nur am Rande, wie schnell sich seine Brust immer noch bewegte. In dem Moment, wo sie ihm in die Augen sah, hatte er das Gefühl, sie verstand. Sie verstand genau, was gerade in ihm vorging.
„Wir schaffen das schon, Fred. Mit der Zeit wird das alles besser. Das verspreche ich.", sagte sie leise und wandte sich wieder ab. „Ich habe essen gekocht. Ich bin fast umgekommen vor Hunger. Komm her und hilf mir mit dem Tisch decken."
Er sah ihr einen Moment noch zu, bevor er tief Luft holte auf sie zurollte und die Teller entgegennahm, die sie ihm reichte. Während er sich fragte, ob sie das wirklich wusste oder ob sie das nur gesagt hatte, um ihn zu beruhigen, begann er den Tisch zu decken. Froh über das kleine bisschen Ablenkung, die sie ihm bot.
Sooo... das war das zweite Chapter. Ich hoffe es hat euch gefallen. Vielleicht kennen mich ja noch ein paar von euch? Wie dem auch sei... Bei mir waren schon immer und sind noch Reviews besonders erwünscht. Egal ob Kritik, Lob oder Vorschläge. Lasst mir einfach eine Nachricht da. Über jede einzelne freue ich mich riesig und es sporn zudem noch an. ;-) Bis zum nächsten Kapitel.
