Und schon kommt das zweite^^
Diesmal gibt's auch schon mal was von Lucius… ;)
Lucius saß über seine Unterlagen gebeugt in seinem Büro im Ministerium. Doch mit den Gedanken war er noch ganz bei der letzten Nacht. Ein genüssliches Grinsen zierte sein Gesicht als er an die gemeinsamen Stunden mit seiner neusten Eroberung dachte. Nur widerwillig widmete er sich wieder seinen Geschäften. Leider war noch so viel zu tun und er als ein Malfoy war natürlich immer darauf bedacht, nur absolute Glanzleistungen abzuliefern.
Nach seinem Schulabschluss hatte er sich sofort in die Arbeit gestürzt. Er wollte sich selbst in der Gesellschaft behaupten. Natürlich hatte auch er schon von Kindheit an erfahren, dass der Name Malfoy so einige Türen, auch die zu den Schlafzimmern der hübschen Frauen, ganz leicht öffnet. Doch er wollte sich nicht darauf ausruhen, sondern strebte nach mehr. Nun arbeitete er im Ministerium in einer ansehnlich hohen Position. Dies diente auch seiner Arbeit für den Dunklen Lord. Immerhin war er durch seine Arbeit noch einflussreicher und hatte bedeutend gute Verbindungen.
Es klopfte.
„Ja?"
Seine Sekretärin trat schüchtern ein und legte ihm einen weiteren Stapel Papiere auf den Schreibtisch.
„Die sind eben noch für sie angekommen."
Sie sprach leise und zurückhaltend. Lucius beachtete sie gar nicht, nickte bloß und widmete sich dann wieder seiner Arbeit.
Am Abend begab er sich wie gewohnt pünktlich nach Hause. In der Regel nahm er das Essen stets mit seinen Eltern ein, es sei denn er hatte einen wichtigen Auftrag zu erledigen. Da er auf einen durchaus ruhigen Abend hoffte, gab es deshalb auch an diesem Tag keinen Grund für ihn, nicht mit seinen Eltern zu speisen. Als er durch das Eingangsportal schritt, stand bereits ein Hauself bereit, der demütig Lucius Umhang und Arbeitstasche entgegen nahm. Auch ihn würdigte Lucius keines Blickes. Seine Schritte hallten in der hohen Marmorhalle wider und kündigten seinen Eltern die Ankunft ihres Sohnes bereits an.
Als Lucius den Speisesaal betrat, saßen seine Eltern bereits auf ihren gewohnten Plätzen am Tisch. Er nickte seinem Vater zu, ging dann zu seiner Mutter und gab ihr einen flüchtigen Handkuss. Danach nahm er selbst Platz. Irgendetwas schien vorgefallen zu sein, denn die Stimmung schien noch eisiger zu sein, als sie es sonst schon war. Er sagte nichts, breitete nur die Seidenserviette auf seinem Schoß aus. Wenn es etwas wichtiges war, würden sie es ihm schon mitteilen. Ansonsten würde er sich liebend gerne daraus halten.
„Wie war die Arbeit?"
Fragte Abraxas, nachdem die Hauselfen aufgetischt und die Familie alleine gelassen hatten.
„Zufriedenstellend. Keine besonderen Vorkommnisse."
Lucius antwortete knapp, denn er wusste ganz genau, dass es nicht das Interesse an seiner Arbeit war, weshalb sein Vater ein Gespräch anstrebte. Doch erst einmal sagte der Herr des Hauses nichts mehr und es wurde stillschweigend gegessen. Lucius dachte schon, er habe es sich anders überlegt und wollte nach dem Essen aufstehen und sich in seine Gemächer zurückziehen, da gebot ihm sein Vater sitzen zu bleiben.
„Ich habe dir noch etwas mitzuteilen."
Er nahm einen Schluck Wein.
„Deine Herkunft bringt wie du weißt einige Pflichten mit sich."
Ja, wie sollte Lucius das denn auch nicht wissen. Doch er saß nur stumm da und richtete seinen Blick ergeben auf seinen Vater.
„Deine wichtigste Pflicht hast du jedoch bis jetzt noch nicht erfüllt. Du musst den Fortbestand unserer Dynastie sichern."
Wieder dieses leidige Thema… Lucius zeigte keine Gefühlsregung, doch innerlich zog sich bei den emotionslosen Worten seines Vaters alles in ihm zusammen. Er hasste es mit ihm darüber reden zu müssen.
„Nun, ich habe eine Frau für dich ausgewählt. Du wirst sie in kürze kennenlernen, wenn sie wieder zu Hause ist."
Ein Gefühl der Übelkeit machte sich in dem jüngsten Malfoy breit. Doch nach außen hin wirkte er einfach nur kühl.
"Welche Dame wird mir die Ehre erweisen?"
Abraxas nahm einen weiteren Schluck Wein und als er dann erneut in seines Sohnes Gesicht blickte, konnte Lucius ein zufriedenes Lächeln erkennen.
„Es ist mir gelungen eine Verbindung zwischen unserer und der Familie Black zu arrangieren. Selbstverständlich habe ich die für unsere Zwecke am besten geeignete Schwester ausgewählt."
An dieser Stelle vernahm Lucius ein leises Schnauben von Seiten seiner Mutter. Das war also der Grund, weshalb die beiden im Streit lagen. Anscheinend schien sie da ganz anderer Meinung zu sein. Doch Lucius schenkte ihr, genau wie sein Vater, keine weitere Beachtung.
„Du wirst in wenigen Monaten die jüngste Schwester, Narzissa, ehelichen."
Das konnte ja wohl nur ein schlechter Witz sein. Nun entglitten Lucius seine Gesichtszüge und er sah seinen Vater verwirrt an.
„Vater, sie ist doch noch ein Kind! Glaubst du wirklich, dass sie auch nur im Geringsten dafür geeignet ist, die Familie Malfoy zu repräsentieren?"
Dies gab nun auch seiner Mutter den entscheidenden Ruck um ein letztes Mal Widerspruch einzulegen, bevor die Sache besiegelt wurde.
„Siehst du, Abraxas, ich bin nicht die einzige, die dieser Meinung ist. Er hat vollkommen Recht! Er braucht eine Frau und kein Kind. Außerdem, sieh sie dir doch nur mal an, ihre ganze Statur…"
„SCHLUSS JETZT!"
Abraxas Gesicht war erfüllt von Zornesröte. Er sprang von seinem Stuhl und fegte dabei sein Glas vom Tisch, das geräuschvoll auf dem Boden in tausend kleine Scherben zerschellte. Lucius hatte sich bereits wieder unter Kontrolle und blickte fast teilnahmslos drein.
„Die Entscheidung steht fest. Sobald wie möglich werde ich die Verlobung mit Cygnus besiegeln. Ich erwarte von euch ab jetzt ein angemesseneres Verhalten. Sonst muss ich wohl mal darüber nachdenken, wer genau es nicht würdig ist, den Namen Malfoy zu tragen."
Damit verließ er den Raum. Cassandra ließ sich, immer noch zerknirscht, zurück an ihre Stuhllehne sinken.
„Sollte sie sich als wirklich unpassend herausstellen, was ich leider befürchte, dann müssen wir sie eben zu unserer Zufriedenheit formen."
Er nickte. Etwas anderes blieb ihnen wohl nicht übrig, denn gegen den Willen seines Vaters kam wohl niemand an.
„Mutter."
Sagte er mit einem Kopfnicken und verließ dann ebenfalls den Speisesaal. Endlich angekommen in seinem Schlafzimmer ließ der junge Mann sich aufs Bett fallen. Narzissa… Er hatte sie ewig nicht mehr gesehen. Und was seine Mutter über ihr Aussehen angedeutet hatte, klang ja nicht gerade vielversprechend. Was sollte er denn mit einer hässlichen Frau anfangen? Er schauderte bei dem Gedanken. Lucius war klar gewesen, dass dieser Zeitpunkt irgendwann kommen würde, da er heiraten musste, deshalb schockierte es ihn nicht sonderlich. Nur eben die Auswahl seiner Braut warf einige Bedenken auf. Was sollte er nur mit ihr Anfangen? Irgendwie musste er die Sache unter Kontrolle bekommen, ganz wie seine Mutter sagte.
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