A/N : Ja, ich habe es doch mal wieder geschafft den zweiten Teil fertig zu stellen. Auch hier war der Entstehungsprozess sehr langwierig und auch jetzt bin ich mir bei bestimmten Momenten noch nicht sicher, den richtigen Ton getroffen zu haben.
Bei diesem 2. Teil von "Alle Wege", fließen auch einige Impressionen Tolkiens ein, ja, sogar einzelne Aussagen haben mir dabei geholfen den Text "weiter fließen zu lassen".
Schon im Voraus möchte ich mich bei Durcheinanderwerfungen entschuldigen, sie sind durchaus nicht beabsichtigt und wenn ihr sie mir nennt, korrigiere ich auch gern diese Fehler.
Der Schluss und auch ein paar andere Passagen muten vielleicht ein bisschen albern an, doch wer den "Kleinen Hobbit" gelesen hat, der weiß sicher auch wie die Elben manchmal albern sind :)
Disclaimer : Ich besitze keinerlei Rechte an dem Werk Tolkiens.
Die Rechte an "Gollum's Song" liegen bei New Line Tunes und Co.
Kommentare :
sara : Danke für dieses erste Review und für den Hinweis, selbstverständlich habe ich beim nächsten Hören gleich noch einmal "richtig" hingehört und da ist mir dieser Fehler auch aufgefallen (hab's also berichtigt). Ich hoffe dir gefallen die Entwicklungen :)
Meldis : Hey meine Maus! Danke *breitestes Grinsen* hdl
Stoffpferd : Elbisch? Ui, du weißt nicht wie sehr mir das schmeichelt von dir zu hören *strahl* Irgendwer hat mir das auch schon mal gesagt...
Also, danke danke danke dass du trotz deinem ganzen Stress doch einmal kurz die Zeit für meine kleine Geschichte hier nehmen konntest. hdl
Ayami-90 : Neid? Nein, das brauchst du wirklich nicht zu sein denn dein Schreibstil hat wirklich eine Leichtigkeit, die möchte ich erst einmal erreichen *g* Danke sehr, hat mir richtig gut getan *lach*
Marie : Hast du sie also doch entdeckt (hab ich's doch schon befürchtet *g*), natürlich über die StoryStreet. Ja, das Dreamteam. hdl
Alle Wege Teil 2
von strumpfhase
Where once was light
Now darkness falls
Die Worte des Zwerges lasteten schwer auf meiner Seele. Er hatte nicht viel gesprochen doch schien es mir, als habe er mit jeder Silbe tiefer in mich gegraben, meinen Geist zum Nachdenken geführt, ihn wachgerüttelt.
Er hatte von der "Hexe" gesprochen, doch schien sie mir nicht länger so. In meinen Kopf entstand ein Bild von einer Frau, prächtig wie das Meer und die Sonne und der Schnee auf den Bergen. Doch stärker als der Erde Grundfesten.
Wir beschlossen eine kurze Pause zu machen bevor wir weitergingen und den Wald am Celebrant - der Silberlauf, der anschließend in den Anduin mündete - entlang, zu durchqueren. Mir war ein wenig mulmig, trotz der vorangegangenen Worte von Gimli. Der Wald schien so ... gefährlich, unbekannt, unheimlich.
Where once was love
Love is no more
Die Dunkelheit schloss uns nun völlig ein, umarmte uns, aber kein Schutz ging von ihr aus.
Wir machten uns wieder auf, nachdem die Pferde getränkt worden waren und wir einen kleinen Imbiss zu uns genommen hatten.
Langsam folgte ich dem Elb und dem Zwerg, jederzeit bereit mich umzudrehen, auf mein Pferd zu schwingen und davon zu reiten. Ich hatte furchtbare Angst und Legolas bemerkte es schließlich:
"Keine Furcht mein Freund, auch wenn hier nur noch wenige Galadhrim verweilen, so steht dieser Flecken Erde immer noch unter ihrem Schutz und nichts Böses traut sich, sich hier aufzuhalten oder gar einen Fuß auf Lóriens Boden zu setzen."
Don't say - goodbye
Don't say - I didn't try
Ich wusste nicht weshalb, doch schlagartig fühlte ich mich sicherer und ich dachte mir: "Nur die Worte eines Elben mögen solch Gefühle bei uns Menschen auszulösen und unser Sein so zu beeinflussen!"
Da mich die uns umgebende Finsternis des fast gänzlich stillen Waldes nicht mehr ängstigte, blickte ich mich um. Die Bäume waren ungewöhnlich hoch gewachsen, sie streckten sich dem Himmel entgegen, wie Könige längst vergangener Reiche. Ja, das waren sie auch, die Herrscher Lothlóriens.
Ich lächelte über meine neuartigen Gedanken, das Zusammentreffen mit den Gefährten beeinflusste jetzt schon mein Denken.
Ich vernahm erneut den Gesang des Elben, wieder war es ein Lied voller Leid und Abschied, doch diesmal verstand ich es. Es war in der gemeinen Sprache, dem Westron verfasst oder übersetzt worden.
"Ich sang von Laub, von goldnem Laub, und schon hat sich's gekräuselt;
Ich sang vom Wind, und sieh, er kam, der in den Zweigen säuselt.
Eh noch die Sonn', eh noch der Mond zum ersten Male schien,
Schon wuchs der Baum des goldnen Lichts am Strand von Ilmarin.
Als nur die Sterne Eldamars die ewge Nacht verscheuchten,
Da sah man ihn die Elbenstadt von Tirion beleuchten;
Lang wuchs dort goldnes Laub am Jahreszweig der Zeit,
Doch jetzt klagt hinterm Scheidemeer das Elbenvolk sein Leid:
O Lórien! Der Winter naht, die leeren, toten Tage,
Die Blätter treibt der Fluss davon, wohin er sie auch trage.
O Lórien! Zu lange säum' ich hier im Lande schon
Und flecht mir goldne Elanor in die verblichne Kron.
Doch sänge ich von Schiffen nun, wüsst ich nicht, welches wäre
Zur Fahrt bereit und trüge mich über die weiten Meere."
"O Legolas! Bei Euren elbischen Liedern wird sogar das Herz eines alten Zwerges schwer. Das ist das Lied das einst die Frau Galadriel sang, es erfüllt mich noch immer voller Trauer."
Ich selbst hörte die Stimme des Zwerges nur von fern, denn ich war in mich gesunken, als wären meine Sinne umgekehrt, nach innen, tief in mir... Ich war ausgefüllt mit plötzlichem Kummer über den Verlust der Elben. Es war der Moment in dem ich mir über ihn das erste Mal wahrhaftig bewusst wurde.
Als Legolas so schwermütig sang, war es mir gewesen, als ob der ganze Wald in helles, warmes Licht eingetaucht wurde.
Die Blätter schienen nicht mehr gelb und verdorrt, sondern grün und voller Leben. Als würden fröhliche Stimmen und Gesang zum Tanze einladen, die Elben sich im Takte wiegen.
Doch diese Empfindung war vergangen, verhallt wie das Lied der hohen Frau.
These tears we cry
Are falling rain
Wir zogen weiter bis der Morgen dämmerte. Vereinzelte Sonnenstrahlen huschten durch die Zweige und Äste und schienen den Schatten zu haschen.
Ich spürte eine starke aufkeimende Müdigkeit, die ganze Nacht waren wir durchgeritten und den vorangegangenen Tag hatte mich mein Pferd auch nicht weniger weit getragen.
Wir befanden uns kurz vorm Mittelpunkt Lóriens und Legolas entschied sich für eine erneute Rast, bevor wir in Caras Galadhon einritten und im Herzen des Elbentums Cerin Amroth, unser Lager zum Ausruhen und Schlafen aufschlugen.
"Es ist mir, als sei ich über eine Brücke zwischen den Zeiten in einen Winkel der Ältesten Tage eingetreten und gehe nun durch eine Welt, die nicht mehr besteht.
In Lórien dauern die alten Zeiten selbst in der Gegenwart fort. Böses hat man überall schon gesehen und gehört, und Leid hat man erfahren; oft fürchten wir Menschen die Welt draußen und misstrauen ihr; Wölfe heulen um unsere Grenzen, doch auf dem Lande Lórien liegt kein Schatten."
For all the lies
You told us
Ich weiß selbst heute nicht mehr, warum ich diese Worte an meine neuen Freunde sprach. Sie erschienen mir als Mensch zu anmaßend, als dürfte ich nicht so über diese Dinge sprechen, aber ich erhielt respektvolle Blicke.
"Ja, Deine Worte sind weise gesprochen. Lothlórien den Rücken zu zukehren wenn man einmal seine Schönheit erblickt hat, fällt schwer. Hier gedeihen und blühen Pflanzen, die sonst nirgendwo zu finden sind und nur hier wächst der Mallorn, ob aber jenseits des Großen Meeres, hat niemand uns kundgetan."
In Cerin Amroth wurden wir bereits erwartet, die letzten Galadhrim begrüßten uns, kannten sie doch ihren Verwandten Legolas aus dem Waldlandreich und seinen Zwergenfreund Gimli. Auch mich behandelten sie höflich, trotz meiner ersichtlichen menschlichen Herkunft.
"Es ist schön dass du uns besuchst, Legolas, Thranduils Sohn. Die letzte Reise anzutreten fällt hier vielen von uns schwer, wir werden noch eine Zeit lang im schönen Lórien verweilen.
Mein Herz mag sich noch nicht davon trennen, auch wenn die Herrin Galadriel und der Herr Celeborn schon lange fort gegangen sind, sie wirken noch immer und stärken unsere Herzen, obwohl diese in den langen Jahren immer kummervoller in unserer Brust schlugen."
The hurt, the blame!
Haldir der Hauptmann des Waldes, hatte seine Worte sehr leise gesprochen, aber jeder verstand sie und ich fühlte mich wieder trauern um die vergangene Zeit, obwohl ich sie nie gesehen hatte.
Soviel ich weiß oder mich später erinnern konnte, blieben wir in Lórien nur einige Tage. Während der ganzen Zeit, die wir dort waren, schien die Sonne vom klaren Himmel, abgesehen von einem milden Regen dann und wann, der das ganze Land reinigte und erfrischte. Die Luft war lind und kühl, als wäre schon Vorfrühling, doch fühlte ich mich von der tiefen, nachdenklichen Stille des Winters umgeben.
Wie Legolas bereits prophezeit hatte, viel mir der Abschied schwer. Meine anfängliche Abneigung und tiefe Sorge diesen Wald zu betreten, schien in weite Ferne gerückt zu sein. Ebenso schien mir mein wichtiger Auftrag nicht mehr von dringender Notwendigkeit.
And we will weep
To be so alone
Wir zogen weiter gen Süden, in der Hoffnung uns recht bald nach Westen wenden zu können, um Bruchtal, die Elbenstätte Elronds, zu erreichen. Unser weiterer Weg führte uns am Saum des Fangorns entlang, wo ich einen wehmütigen Blick von Legolas erhaschte...
Doch schon bald erreichten wir die Grenzen Rohans, zu gern wäre ich wie vor einigen Jahren in die Goldene Halle Meduselds eingekehrt, hätte die Ställe mit den wundersamen Pferden der Rohirrim besucht und mich mit Neuigkeiten versorgt.
Aber wir mussten nun endlich unser Ziel erreichen und das konnten wir nur, wenn wir die Nebelgebirge rechts von uns liegen ließen und nach Norden zogen.
We are lost!
We can never go home
Ich kam mit meiner Zeitrechnung kaum mehr nach, die Tage verstrichen, verweilten und schienen vorbei zu huschen.
Die Zeit, das Gefühl was sie ist, was sie sein kann, schien bedeutungslos. Unsere Wanderung zu dritt war seltsam, weit entfernt und entrückt, es war mir, als würde ich mit Jemanden reisen, der schon längst diese Gefilde verlassen hätte, für immer, und nur noch ein Schatten hier existierte.
Waren meine Begleiter anfangs noch sehr schweigsam und kurz angebunden, so schien ihre Lethargie, ihre Verschlossenheit mit den teils anstrengenden Ritten, langsam zu verfliegen.
Gimli erzählte mir viel von den Elben und Legolas berichtete über seine Begegnungen mit den Zwergen.
Sie kannten einander als hätten sie zeit ihres Lebens nur miteinander verbracht, in vielen kleinen Gesten, Bemerkungen, sah und entdeckte ich ihre Liebe zueinander.
So in the end
I will be - what I will be
Wir durchquerten die Pforte von Rohan und ritten über die Furten des Isen in Dunland ein.
Der Duft und das Licht, das in Lórien vom Himmel herab geschickt worden war, war wie in weite Ferne gerückt. Manchmal schien es mir, als hörte ich den Gesang und sähe die Elben mit ihren weichen, hellen Gewändern wieder tanzen, aber kaum blinzelte ich, so waren diese angenehmen Bilder wieder verschwunden, als wäre ein Nebelvorhang beiseite geschoben und die graue, triste Welt mit all ihrer Dunkelheit läge wieder vor mir ausgebreitet.
Dunland war ein sehr trostloses Land, trotzdem schienen hier wilde Menschen zu hausen und ich wusste, sie hatten einst unter Sarumans weißer Hand gekämpft.
Ich zog meinen Mantel näher an meinen Körper, gab meinem Pferd die Sporen um wieder Legolas mit Gimli auf Arod, zu erreichen.
No loyal friend
Was ever there for me
"Fürchtet Euch nicht, mein Freund! Das Böse in diesen Landen ist schon längst versiegt, auch wenn sein schwarzer Atem noch immer hier umher streift."
Gimli gab ein grunzendes Geräusch von sich - "Der Elb ist Meister im schön reden, doch gebe ich ihm recht.
Andererseits hoffe ich wie unser junger Mensch hier, dass wir recht schnell diese verdammte Gegend hinter uns lassen."
Legolas' Mund umspielte ein sanftes Lächeln und wissend ließ er seinen Blick in die Ferne schweifen.
"Wir werden die Nacht durchreiten müssen, wenn wir unser Lager am Bruinen aufschlagen wollen."
Now we say - goodbye
We say - you didn't try…
So ritten wir weiter durch diese unwirtliche Landschaft in der Hoffnung unser Ziel schnell zu erreichen.
Über Bruchtal wusste man bei uns Menschen viel zu berichten, Aragorn hatte den Kontakt zu diesem von Gondor weit entfernt liegenden Heim der Elben, aufrecht erhalten und so gab es noch ein paar sehr alte Väter und Mütter die aus den ersten Tagen der Herrschaft der Menschen zu erzählen wussten.
Doch nach und nach brachen diese Bande ab, denn der Ziehvater des Königs, Elrond, war beim Beginn des vierten Zeitalters gen Westen gesegelt, gemeinsam mit den Hohen seines Volkes.
These tears you cry
Have come too late
Endlich erreichten wir den Fluss dessen Lauf wir nur noch stromaufwärts folgen mussten. Wir erfrischten uns und schliefen das erste Mal nach Tagen wieder richtig aus, denn an diesem Ort fühlten wir uns so sicher wie wir es zuletzt in Cerin Amroth getan hatten.
Unser Weg war nicht mehr so beschwerlich, die Ufer hatten schon oft als Weiser für Reisende gedient. So verlor ich mich wieder im Rauschen, im Flüstern der Bruinen.
Was wollten sie mir sagen? Welche Geschichte gab es für sie noch zu erzählen? Wie viel mochten sie wohl schon gesehen, erlebt haben? All die Zeiten die an ihnen vorbeizogen, still bahnten sie sich durch die Welt in ihrem immerwährenden Rhythmus, in ihrem immer gleichen Gesang zum Meer hin.
Take back the lies
The hurt, the blame!
Sangen sie? Summten sie? Sprachen sie?
Leise... still... tosend... aufbrausend...
"Legolas! Siehst du es? Dort, in der Ferne! Ich glaube ich kann bereits Bruchtal am weiten Horizont erspähen!" Ich schrak auf.
Der Elb blieb vorerst stumm, hatte er doch gewiss schon vorher das Tal entdeckt.
"Gimli", sagte er in einem belehrenden Ton, "Man kann aus dieser Weite nicht in Täler blicken. Ich denke du bestaunst nur die untergehende Sonne die sich im Wasser spiegelt..."
Wieder schweiften meine Gedanken ab, sodass ich nur noch halb die Neckereien der Freunde wahrnahm.
And you will weep
When you face the end alone
Wie würde es weitergehen? Mit uns, wo wir nun schon so lange miteinander, nebeneinander durch dieses Mittelerde des vierten Zeitalters reisten.
Legolas würde weiterziehen, das war mir im Laufe unserer Bekanntschaft bewusst geworden, nichts hielt ihn mehr hier, seine Freunde waren verstorben, sein Volk verließ diese Welt in noch fremde Gefilde... nur Gimli war noch da.
Doch würde dieser hier bleiben wenn sein bester und liebster Freund fortging? Mich selbst schmerzte bereits jetzt - obwohl unsere Fahrt dem Ende zuging - der Gedanke des Abschieds.
You are lost!
You can never go home
Mit seinen feinfühligen Sinne bemerkte Legolas schnell meine Grübeleien, er blickte mich stumm an... So prüfend.
"Haha! Aber dieses kleine Wäldchen erkenn' ich doch! Wir sind gleich da!" "Gimli, ich denke sie werden unsere Ankunft auch mitbekommen wenn du nicht so herumschreist."
"Das sagst du? Ich versuche ein wenig euphorisch zu sein, für dich, für deine Elbenfreunde.
Warum begleite ich dich eigentlich all die Jahre hindurch, Spitzohr?"
Der Zwerg und der Elb lachten. Ich schaute zu ihnen hinüber und plötzlich spürte ich, wie ich mitlachte und mir doch gleichzeitig Tränen über die Wangen liefen.
Fortsetzung folgt...
Bei diesem 2. Teil von "Alle Wege", fließen auch einige Impressionen Tolkiens ein, ja, sogar einzelne Aussagen haben mir dabei geholfen den Text "weiter fließen zu lassen".
Schon im Voraus möchte ich mich bei Durcheinanderwerfungen entschuldigen, sie sind durchaus nicht beabsichtigt und wenn ihr sie mir nennt, korrigiere ich auch gern diese Fehler.
Der Schluss und auch ein paar andere Passagen muten vielleicht ein bisschen albern an, doch wer den "Kleinen Hobbit" gelesen hat, der weiß sicher auch wie die Elben manchmal albern sind :)
Disclaimer : Ich besitze keinerlei Rechte an dem Werk Tolkiens.
Die Rechte an "Gollum's Song" liegen bei New Line Tunes und Co.
Kommentare :
sara : Danke für dieses erste Review und für den Hinweis, selbstverständlich habe ich beim nächsten Hören gleich noch einmal "richtig" hingehört und da ist mir dieser Fehler auch aufgefallen (hab's also berichtigt). Ich hoffe dir gefallen die Entwicklungen :)
Meldis : Hey meine Maus! Danke *breitestes Grinsen* hdl
Stoffpferd : Elbisch? Ui, du weißt nicht wie sehr mir das schmeichelt von dir zu hören *strahl* Irgendwer hat mir das auch schon mal gesagt...
Also, danke danke danke dass du trotz deinem ganzen Stress doch einmal kurz die Zeit für meine kleine Geschichte hier nehmen konntest. hdl
Ayami-90 : Neid? Nein, das brauchst du wirklich nicht zu sein denn dein Schreibstil hat wirklich eine Leichtigkeit, die möchte ich erst einmal erreichen *g* Danke sehr, hat mir richtig gut getan *lach*
Marie : Hast du sie also doch entdeckt (hab ich's doch schon befürchtet *g*), natürlich über die StoryStreet. Ja, das Dreamteam. hdl
Alle Wege Teil 2
von strumpfhase
Where once was light
Now darkness falls
Die Worte des Zwerges lasteten schwer auf meiner Seele. Er hatte nicht viel gesprochen doch schien es mir, als habe er mit jeder Silbe tiefer in mich gegraben, meinen Geist zum Nachdenken geführt, ihn wachgerüttelt.
Er hatte von der "Hexe" gesprochen, doch schien sie mir nicht länger so. In meinen Kopf entstand ein Bild von einer Frau, prächtig wie das Meer und die Sonne und der Schnee auf den Bergen. Doch stärker als der Erde Grundfesten.
Wir beschlossen eine kurze Pause zu machen bevor wir weitergingen und den Wald am Celebrant - der Silberlauf, der anschließend in den Anduin mündete - entlang, zu durchqueren. Mir war ein wenig mulmig, trotz der vorangegangenen Worte von Gimli. Der Wald schien so ... gefährlich, unbekannt, unheimlich.
Where once was love
Love is no more
Die Dunkelheit schloss uns nun völlig ein, umarmte uns, aber kein Schutz ging von ihr aus.
Wir machten uns wieder auf, nachdem die Pferde getränkt worden waren und wir einen kleinen Imbiss zu uns genommen hatten.
Langsam folgte ich dem Elb und dem Zwerg, jederzeit bereit mich umzudrehen, auf mein Pferd zu schwingen und davon zu reiten. Ich hatte furchtbare Angst und Legolas bemerkte es schließlich:
"Keine Furcht mein Freund, auch wenn hier nur noch wenige Galadhrim verweilen, so steht dieser Flecken Erde immer noch unter ihrem Schutz und nichts Böses traut sich, sich hier aufzuhalten oder gar einen Fuß auf Lóriens Boden zu setzen."
Don't say - goodbye
Don't say - I didn't try
Ich wusste nicht weshalb, doch schlagartig fühlte ich mich sicherer und ich dachte mir: "Nur die Worte eines Elben mögen solch Gefühle bei uns Menschen auszulösen und unser Sein so zu beeinflussen!"
Da mich die uns umgebende Finsternis des fast gänzlich stillen Waldes nicht mehr ängstigte, blickte ich mich um. Die Bäume waren ungewöhnlich hoch gewachsen, sie streckten sich dem Himmel entgegen, wie Könige längst vergangener Reiche. Ja, das waren sie auch, die Herrscher Lothlóriens.
Ich lächelte über meine neuartigen Gedanken, das Zusammentreffen mit den Gefährten beeinflusste jetzt schon mein Denken.
Ich vernahm erneut den Gesang des Elben, wieder war es ein Lied voller Leid und Abschied, doch diesmal verstand ich es. Es war in der gemeinen Sprache, dem Westron verfasst oder übersetzt worden.
"Ich sang von Laub, von goldnem Laub, und schon hat sich's gekräuselt;
Ich sang vom Wind, und sieh, er kam, der in den Zweigen säuselt.
Eh noch die Sonn', eh noch der Mond zum ersten Male schien,
Schon wuchs der Baum des goldnen Lichts am Strand von Ilmarin.
Als nur die Sterne Eldamars die ewge Nacht verscheuchten,
Da sah man ihn die Elbenstadt von Tirion beleuchten;
Lang wuchs dort goldnes Laub am Jahreszweig der Zeit,
Doch jetzt klagt hinterm Scheidemeer das Elbenvolk sein Leid:
O Lórien! Der Winter naht, die leeren, toten Tage,
Die Blätter treibt der Fluss davon, wohin er sie auch trage.
O Lórien! Zu lange säum' ich hier im Lande schon
Und flecht mir goldne Elanor in die verblichne Kron.
Doch sänge ich von Schiffen nun, wüsst ich nicht, welches wäre
Zur Fahrt bereit und trüge mich über die weiten Meere."
"O Legolas! Bei Euren elbischen Liedern wird sogar das Herz eines alten Zwerges schwer. Das ist das Lied das einst die Frau Galadriel sang, es erfüllt mich noch immer voller Trauer."
Ich selbst hörte die Stimme des Zwerges nur von fern, denn ich war in mich gesunken, als wären meine Sinne umgekehrt, nach innen, tief in mir... Ich war ausgefüllt mit plötzlichem Kummer über den Verlust der Elben. Es war der Moment in dem ich mir über ihn das erste Mal wahrhaftig bewusst wurde.
Als Legolas so schwermütig sang, war es mir gewesen, als ob der ganze Wald in helles, warmes Licht eingetaucht wurde.
Die Blätter schienen nicht mehr gelb und verdorrt, sondern grün und voller Leben. Als würden fröhliche Stimmen und Gesang zum Tanze einladen, die Elben sich im Takte wiegen.
Doch diese Empfindung war vergangen, verhallt wie das Lied der hohen Frau.
These tears we cry
Are falling rain
Wir zogen weiter bis der Morgen dämmerte. Vereinzelte Sonnenstrahlen huschten durch die Zweige und Äste und schienen den Schatten zu haschen.
Ich spürte eine starke aufkeimende Müdigkeit, die ganze Nacht waren wir durchgeritten und den vorangegangenen Tag hatte mich mein Pferd auch nicht weniger weit getragen.
Wir befanden uns kurz vorm Mittelpunkt Lóriens und Legolas entschied sich für eine erneute Rast, bevor wir in Caras Galadhon einritten und im Herzen des Elbentums Cerin Amroth, unser Lager zum Ausruhen und Schlafen aufschlugen.
"Es ist mir, als sei ich über eine Brücke zwischen den Zeiten in einen Winkel der Ältesten Tage eingetreten und gehe nun durch eine Welt, die nicht mehr besteht.
In Lórien dauern die alten Zeiten selbst in der Gegenwart fort. Böses hat man überall schon gesehen und gehört, und Leid hat man erfahren; oft fürchten wir Menschen die Welt draußen und misstrauen ihr; Wölfe heulen um unsere Grenzen, doch auf dem Lande Lórien liegt kein Schatten."
For all the lies
You told us
Ich weiß selbst heute nicht mehr, warum ich diese Worte an meine neuen Freunde sprach. Sie erschienen mir als Mensch zu anmaßend, als dürfte ich nicht so über diese Dinge sprechen, aber ich erhielt respektvolle Blicke.
"Ja, Deine Worte sind weise gesprochen. Lothlórien den Rücken zu zukehren wenn man einmal seine Schönheit erblickt hat, fällt schwer. Hier gedeihen und blühen Pflanzen, die sonst nirgendwo zu finden sind und nur hier wächst der Mallorn, ob aber jenseits des Großen Meeres, hat niemand uns kundgetan."
In Cerin Amroth wurden wir bereits erwartet, die letzten Galadhrim begrüßten uns, kannten sie doch ihren Verwandten Legolas aus dem Waldlandreich und seinen Zwergenfreund Gimli. Auch mich behandelten sie höflich, trotz meiner ersichtlichen menschlichen Herkunft.
"Es ist schön dass du uns besuchst, Legolas, Thranduils Sohn. Die letzte Reise anzutreten fällt hier vielen von uns schwer, wir werden noch eine Zeit lang im schönen Lórien verweilen.
Mein Herz mag sich noch nicht davon trennen, auch wenn die Herrin Galadriel und der Herr Celeborn schon lange fort gegangen sind, sie wirken noch immer und stärken unsere Herzen, obwohl diese in den langen Jahren immer kummervoller in unserer Brust schlugen."
The hurt, the blame!
Haldir der Hauptmann des Waldes, hatte seine Worte sehr leise gesprochen, aber jeder verstand sie und ich fühlte mich wieder trauern um die vergangene Zeit, obwohl ich sie nie gesehen hatte.
Soviel ich weiß oder mich später erinnern konnte, blieben wir in Lórien nur einige Tage. Während der ganzen Zeit, die wir dort waren, schien die Sonne vom klaren Himmel, abgesehen von einem milden Regen dann und wann, der das ganze Land reinigte und erfrischte. Die Luft war lind und kühl, als wäre schon Vorfrühling, doch fühlte ich mich von der tiefen, nachdenklichen Stille des Winters umgeben.
Wie Legolas bereits prophezeit hatte, viel mir der Abschied schwer. Meine anfängliche Abneigung und tiefe Sorge diesen Wald zu betreten, schien in weite Ferne gerückt zu sein. Ebenso schien mir mein wichtiger Auftrag nicht mehr von dringender Notwendigkeit.
And we will weep
To be so alone
Wir zogen weiter gen Süden, in der Hoffnung uns recht bald nach Westen wenden zu können, um Bruchtal, die Elbenstätte Elronds, zu erreichen. Unser weiterer Weg führte uns am Saum des Fangorns entlang, wo ich einen wehmütigen Blick von Legolas erhaschte...
Doch schon bald erreichten wir die Grenzen Rohans, zu gern wäre ich wie vor einigen Jahren in die Goldene Halle Meduselds eingekehrt, hätte die Ställe mit den wundersamen Pferden der Rohirrim besucht und mich mit Neuigkeiten versorgt.
Aber wir mussten nun endlich unser Ziel erreichen und das konnten wir nur, wenn wir die Nebelgebirge rechts von uns liegen ließen und nach Norden zogen.
We are lost!
We can never go home
Ich kam mit meiner Zeitrechnung kaum mehr nach, die Tage verstrichen, verweilten und schienen vorbei zu huschen.
Die Zeit, das Gefühl was sie ist, was sie sein kann, schien bedeutungslos. Unsere Wanderung zu dritt war seltsam, weit entfernt und entrückt, es war mir, als würde ich mit Jemanden reisen, der schon längst diese Gefilde verlassen hätte, für immer, und nur noch ein Schatten hier existierte.
Waren meine Begleiter anfangs noch sehr schweigsam und kurz angebunden, so schien ihre Lethargie, ihre Verschlossenheit mit den teils anstrengenden Ritten, langsam zu verfliegen.
Gimli erzählte mir viel von den Elben und Legolas berichtete über seine Begegnungen mit den Zwergen.
Sie kannten einander als hätten sie zeit ihres Lebens nur miteinander verbracht, in vielen kleinen Gesten, Bemerkungen, sah und entdeckte ich ihre Liebe zueinander.
So in the end
I will be - what I will be
Wir durchquerten die Pforte von Rohan und ritten über die Furten des Isen in Dunland ein.
Der Duft und das Licht, das in Lórien vom Himmel herab geschickt worden war, war wie in weite Ferne gerückt. Manchmal schien es mir, als hörte ich den Gesang und sähe die Elben mit ihren weichen, hellen Gewändern wieder tanzen, aber kaum blinzelte ich, so waren diese angenehmen Bilder wieder verschwunden, als wäre ein Nebelvorhang beiseite geschoben und die graue, triste Welt mit all ihrer Dunkelheit läge wieder vor mir ausgebreitet.
Dunland war ein sehr trostloses Land, trotzdem schienen hier wilde Menschen zu hausen und ich wusste, sie hatten einst unter Sarumans weißer Hand gekämpft.
Ich zog meinen Mantel näher an meinen Körper, gab meinem Pferd die Sporen um wieder Legolas mit Gimli auf Arod, zu erreichen.
No loyal friend
Was ever there for me
"Fürchtet Euch nicht, mein Freund! Das Böse in diesen Landen ist schon längst versiegt, auch wenn sein schwarzer Atem noch immer hier umher streift."
Gimli gab ein grunzendes Geräusch von sich - "Der Elb ist Meister im schön reden, doch gebe ich ihm recht.
Andererseits hoffe ich wie unser junger Mensch hier, dass wir recht schnell diese verdammte Gegend hinter uns lassen."
Legolas' Mund umspielte ein sanftes Lächeln und wissend ließ er seinen Blick in die Ferne schweifen.
"Wir werden die Nacht durchreiten müssen, wenn wir unser Lager am Bruinen aufschlagen wollen."
Now we say - goodbye
We say - you didn't try…
So ritten wir weiter durch diese unwirtliche Landschaft in der Hoffnung unser Ziel schnell zu erreichen.
Über Bruchtal wusste man bei uns Menschen viel zu berichten, Aragorn hatte den Kontakt zu diesem von Gondor weit entfernt liegenden Heim der Elben, aufrecht erhalten und so gab es noch ein paar sehr alte Väter und Mütter die aus den ersten Tagen der Herrschaft der Menschen zu erzählen wussten.
Doch nach und nach brachen diese Bande ab, denn der Ziehvater des Königs, Elrond, war beim Beginn des vierten Zeitalters gen Westen gesegelt, gemeinsam mit den Hohen seines Volkes.
These tears you cry
Have come too late
Endlich erreichten wir den Fluss dessen Lauf wir nur noch stromaufwärts folgen mussten. Wir erfrischten uns und schliefen das erste Mal nach Tagen wieder richtig aus, denn an diesem Ort fühlten wir uns so sicher wie wir es zuletzt in Cerin Amroth getan hatten.
Unser Weg war nicht mehr so beschwerlich, die Ufer hatten schon oft als Weiser für Reisende gedient. So verlor ich mich wieder im Rauschen, im Flüstern der Bruinen.
Was wollten sie mir sagen? Welche Geschichte gab es für sie noch zu erzählen? Wie viel mochten sie wohl schon gesehen, erlebt haben? All die Zeiten die an ihnen vorbeizogen, still bahnten sie sich durch die Welt in ihrem immerwährenden Rhythmus, in ihrem immer gleichen Gesang zum Meer hin.
Take back the lies
The hurt, the blame!
Sangen sie? Summten sie? Sprachen sie?
Leise... still... tosend... aufbrausend...
"Legolas! Siehst du es? Dort, in der Ferne! Ich glaube ich kann bereits Bruchtal am weiten Horizont erspähen!" Ich schrak auf.
Der Elb blieb vorerst stumm, hatte er doch gewiss schon vorher das Tal entdeckt.
"Gimli", sagte er in einem belehrenden Ton, "Man kann aus dieser Weite nicht in Täler blicken. Ich denke du bestaunst nur die untergehende Sonne die sich im Wasser spiegelt..."
Wieder schweiften meine Gedanken ab, sodass ich nur noch halb die Neckereien der Freunde wahrnahm.
And you will weep
When you face the end alone
Wie würde es weitergehen? Mit uns, wo wir nun schon so lange miteinander, nebeneinander durch dieses Mittelerde des vierten Zeitalters reisten.
Legolas würde weiterziehen, das war mir im Laufe unserer Bekanntschaft bewusst geworden, nichts hielt ihn mehr hier, seine Freunde waren verstorben, sein Volk verließ diese Welt in noch fremde Gefilde... nur Gimli war noch da.
Doch würde dieser hier bleiben wenn sein bester und liebster Freund fortging? Mich selbst schmerzte bereits jetzt - obwohl unsere Fahrt dem Ende zuging - der Gedanke des Abschieds.
You are lost!
You can never go home
Mit seinen feinfühligen Sinne bemerkte Legolas schnell meine Grübeleien, er blickte mich stumm an... So prüfend.
"Haha! Aber dieses kleine Wäldchen erkenn' ich doch! Wir sind gleich da!" "Gimli, ich denke sie werden unsere Ankunft auch mitbekommen wenn du nicht so herumschreist."
"Das sagst du? Ich versuche ein wenig euphorisch zu sein, für dich, für deine Elbenfreunde.
Warum begleite ich dich eigentlich all die Jahre hindurch, Spitzohr?"
Der Zwerg und der Elb lachten. Ich schaute zu ihnen hinüber und plötzlich spürte ich, wie ich mitlachte und mir doch gleichzeitig Tränen über die Wangen liefen.
Fortsetzung folgt...
