Sooo – erstmal danke an Chilepepper für das Review knuddels. Und weiter geht's... kp, wo es wem gefällt... ich hab eben nen Feenfimmel...

2. Kapitel:

Unsicher spähte er Richtung Gang. Was war denn nun los?? Lestrange's Genörgel hatte abrupt geendet. Und dann war es wieder da... es wurde kalt –entsetzlich kalt. Fast eine Kälte in der kein Leben möglich war... Lucius schleppte sich zu seinem „Bett" hinüber – wenn man das etwas bessere Brett so nennen wollte, und angelte sich den dünnen, inzwischen fadenscheinigen Fetzen, der sich Decke schimpfte. Bringen würde es wohl nicht viel – es geschah eher instinktiv. Und dann öffnete sich erneut seine Tür – diesmal wie es schien jedoch fast geräuschlos, man hörte nur ein leises Klirren. Und herein kam... wieder ein Schatten – eine Gestalt ganz in schwarz, vollkommen vermummt. Man konnte überhaupt nichts erkennen. Die Ärmel des Gewandes waren lang, glockenförmig und überdeckten die Hände. Auch vom Gesicht erkannte man nichts – dunkle Schleier verhüllten es ganz und gar. Das Wesen schien gar nicht zu laufen – es schwebte eher. Überhaupt wirkten die Bewegungen auf gewisse Art sehr... graziell. Die Gestalt war nicht allzu groß geraten, aber irgendwie ... anmutig. Doch WAS verdammt, war das..? Ein halbwüchsiger Dementor, der „üben" wollte..? Die Anzeichen kamen doch sehr vertraut vor, auch wenn es sich irgendwie ein wenig anders anfühlte. Aber egal... Lucius taumelte immer weiter zurück, bis er schließlich die raue Wand an seinem Rücken spürte. Man hätte fast ein Eindruck haben können, dass er versuchte, sich in sie hineinzudrücken. Nein – ein Feigling war er sicher nicht und er konnte vielen Dingen die Stirn bieten – aber diese Schattenwesen... das war etwas anderes... allein der Schrecken, der von ihnen ausging, betäubte vollkommen. Mochte sein dass ER gegen sie bestehen konnte... aber Lucius war trotz allem eben doch noch nicht Voldemort... Ihm jedenfalls machten sie Angst... große Angst. Er spürte wie sich seine Fingernägel in die kalten Steine krallten und auch, dass seine Hände zitterten. „W... was wollen Sie ??". Er konnte die Panik in seiner Stimme nicht gänzlich unterdrücken. Der Blick der Gestalt viel auf das erst zur Hälfte verputzte Frühstück... „Ich komme wohl ungelegen..". Die Stimme klang kalt, leise, ein Timbre irgendwo zwischen rauchig und dunkel. Und Lucius hätte absolut nicht sagen können, ob sie von einem Mann oder einer Frau kam. Hatten Dementoren überhaupt ein... Geschlecht..? Und... er hatte nicht gewusst, dass diese Dinger offenbar reden konnten. Verflucht... du hast jetzt andere Probleme... GANZ ANDERE.. „Erwarten Sie wirklich eine Antwort darauf ?". Es klang sogar ziemlich gefasst – und wie so oft schwang ein Unterton von Arroganz mit. „Das war keine Frage" kam es dann eiskalt und Lucius zuckte nun doch zusammen „sondern eine Feststellung. Es stimmt also – Sie nehmen sich ziemlich wichtig, oder..? Sie fühlen sich immer angesprochen." Die schwarze Gestalt kam näher... Lucius drückte sich noch mehr gegen die Wand... „Nur zur Information – ich hab nicht mit Ihnen geredet." Er schluckte kurz, raffte sich dann aber zusammen. „Ach nein..? Und was tun Sie dann gerade?". „Hm... wie es scheint... Zeit verschwenden..".

Dann spürte er, dass irgendetwas an ihm hinaufkroch – wie kalter, klammer Morgennebel. Lucius versuchte sich zu rühren und von diesem Wesen etwas abzurücken. Aber ... es ging nicht... Er konnte sich nicht mehr bewegen – unsichtbare Fesseln hielten ihn fest. Und er hatte überhaupt nicht gehört, dass irgendein Zauberspruch gefallen war, geschweige denn, dass er Magie gespürt hätte. Na schön – leugnen brachte nichts – er spürte, dass die Panik in ihm aufloderte – und wie... „Was wollen Sie von mir..?" brachte er dann noch einmal heraus, aber er hörte selbst, wie erstickt es klang. Die Antwort war Schweigen. „Wer sind Sie..?". Immer noch Stille und dann – nach einer Weile. „Manche nennen mich Schattenkuss..". Bei dieser Antwort versteifte sich der Gefangene unwillkürlich – er wusste genug über Dementoren um zu wissen, WIE das gemeint war... „Nein.." kaum mehr als ein Flüstern, es klang vollkommen hilflos „nein... nicht... bitte...". Man könnte meinen, die Gestalt würde den Kopf etwas schief legen. „Es ist doch... nur ein Name..". Es klang vollkommen gelassen und banal. „Für... Sie vielleicht..." „Du fürchtest dich..". „J... ja.." Zugegeben – ja , er war stolz aber – das jetzt zu leugnen wäre falscher Stolz gewesen. Denn es war schlicht nicht zu übersehen – zudem dieses Wesen es sicherlich auch... riechen konnte. „Das ist noch nicht genug." „ Oh – mir reicht es vollkommen ,wirklich – machen Sie sich nicht die Mühe..". Der Arm der schwarzen Gestalt schnellte vor und kurz darauf umklammerten eiskalte Hände seine Kehle. „Hör auf solchen Unsinn zu reden, oder... wie hättest du's gern..? Langsames Ersticken..? Ich könnte dir auch die Zunge rausreißen..?". Lucius schüttelte heftig den Kopf, reden konnte er jetzt schlecht. „Oder... nichts von beiden..?". Nicken. Das Würgen ließ nach. „Dann sei still". Der Gefangene senkte den Blick und schaute zu Boden. Was brachte es schon..? Er spürte selbst, dass er gegen das Schattenwesen nicht ankam – er wäre auch nicht mit seinem Zauberstab in der Hand dagegen angekommen. „Schon besser – und ... um deine Frage zu beantworten... ich bin hier, um dir etwas zu zeigen."

Er spürte, dass etwas dunkles, kaltes in seinen Verstand eindrang. Es bereite ihm sofort donnernde Kopfschmerzen. Diese fremde Präsenz war alles andere als angenehm.. Und dann... dann waren da plötzlich Bilder in seinem Kopf... Erinnerungen..? Irgendwie ja, aber wohl solche die er nicht bewusst wahrgenommen hatte – oder verdrängt hatte. Lucius sah sich selbst, während er einen anderen Magier tötete... nur... etwas war anders... dieses Mal spürte er den Schmerz... DES ANDEREN. Die letzten Gedanken ... bevor er starb... Gedanken an seine Familie... Diese Prozedur wiederholte sich xmal.. und die zeitliche Abfolge wurde immer kürzer... Die Gefühle brachen immer intensiver über ihn herein und rissen ihn immer mehr mit...Panik, Angst, Trauer... manchmal auch nur ungläubige Verwunderung.. Und dann glaubte er auch noch etwas anderes zu Vernehmen... Stimmen... unzählige Stimmen die in Chorälen seinen Namen riefen... und immer drängender und lauter wurden, bis es nur noch ein hohes, unerträgliches Kreischen war... „HÖREN SIE AUF !!" Er bemerkte gar nicht, dass er nun auch seinerseits schrie – schrill, vollkommen panisch. „H... hören Sie auf..." nun vernahm man es als Wimmern „bitte.... BITTE !!". „Das bin nicht ich... das hast du dir selbst zuzuschreiben. Es sind die Geister derjenigen, die du getötet hast... sie wollten, dass du weißt, wie sich das anfühlt...sie verlangen nach dir. Ich bin sozusagen nur ihr Portal." „Bitte..." Lucius rutschte der Länge nach an der Wand hinunter und kauerte sich schließlich zusammen. „machen Sie, dass sie aufhören...bitte..". „Warum sollte ich? Nenn mir einen guten Grund?". „Ich... ich kann nicht mehr.." es klang heiser, beinahe tränenerstickt. „Du denkst wie immer nur an dich selbst..". „Bitte..". Was wollte das Wesen denn noch..? Er flehte und bettelte doch schon... „Darum geht es nicht – ich glaube du weißt, was ich verlange...". Man vernahm leises Schluchzen. „I... ich ... es tut mir leid! Ich ... ich werde nie wieder die Hand gegen einen anderen meiner Art erheben... wenn Sie es verlangen, leiste ich Ihnen einen Blutsschwur darauf. Nur bitte... es soll aufhören...". Das Schattenwesen nickte – es wusste selbst, wann es reichte – der Gefangene war vollkommen fertig. Folter war sicher zweckmäßig – aber das Wesen gehörte nicht zu denjenigen, die unnötig grausam waren. Die Dunkelheit zog sich nach und nach aus Lucius' Gedanken zurück – dennoch zitterte er man ganzen Körper. Die Hände hatte er vor's Gesicht geschlagen. „Ich.... ich..." wieder Schluchzen. Dann vernahm man die Stimme der Gestalt – dieses Mal jedoch klang es fast sanft. „ Du wusstet immer, was es bewirkt – aber nie, wie es sich wirklich anfühlt, oder..?". Zaghaftes Nicken. „Auf den Blutsschwur... verzichte ich... zumindest für's Erste. Aber eines sollte dir klar sein... auch du stirbst irgendwann – die, die dich riefen... du wirst ihnen begegnen... auf der Astralebene." Verschüchtert schaute Lucius auf. „Das... das habe ich mir selbst zuzuschreiben, wie Sie schon sagten.." er senkte den Blick wieder „ich... kann nicht davor davonlaufen, auch wenn ich es wollte.. ". „Willst du...?". Der Blick der folgte, war unendlich traurig. „Wie nennen Sie es..? Zeitverschwendung..." Nicken. „Es würde nichts bringen – es wird mich einholen... so oder so..". Wieder nicken.. Doch schließlich wollte er etwas wissen. „Sie können in die Geisterwelt sehen..? Mit ihnen... reden...?". „Ja." „Sie sind kein Dementor, oder?". „Nein – vielleicht nicht ganz unähnlich aber nein – ich bin keiner". „Wie.." er kam sich albern vor, fast wie ein kleines Kind „wie ist das...DANACH..?". „Ich glaube, die Frage kannst du dir selbst beantworten, oder..?". Er überlegte kurz. „Es... es kommt darauf an, wie man gelebt hat..?". „ Stimmt." „Oh.." er schluckte „meine Karten stehen schlecht." „Das heißt doch, du bist dir bewusst, dass du vieles falsch gemacht hast, oder..?". „Ja" es klang kleinlaut. „Wie lange weißt du es schon? Erst, seid du hier bist?". „Nein.." „Warum hast du dann nicht...?". „So ... so einfach ist das nicht." „Ist das nicht nur eine Ausrede?". „Sie.." mit einem Mal flammte Wut in ihm auf „Sie kennen mich doch überhaupt nicht! Sie wissen doch gar nicht wie... wie.." wütend funkelte er sie an. „Doch... ich kenne dich in und auswendig, Lucius Malfoy. Ich war eben in deiner Seele – schon vergessen? Mir genügen einige Momente..". Überrascht riss er die Augen auf. „Wer... wer sind Sie? WAS sind Sie..? Ich denke ich habe ein Recht auf eine Antwort." „Ein inhaftierter Todesser in Askaban...? RECHTE..?". Lucius zuckte zusammen. „Schon.. .schon gut...". Er hob beschwichtigend die Hände und wandte beschämt den Blick ab. Doch dann... „Morani..". „Wie..?". „Mein Name ist Morani..". Es klang irgendwie fremd, aber auch sehr schön und melodiös. Schließlich begannen sich die dunklen Schleier zu lüften. Das erste, was er sah was schwarz-blaues, glattes Haar das sich ihn dunklen Fluten bis weit über die zierliche Taille hinab ergoss. Einige Flechten hielten es zurück, in die kleine Perlen aus Obsidian und Lapislazuli eingeflochten waren. Die Haut war sehr hell und erinnerte an frisch gefallenen Schnee, oder an Mondlicht... Eine hohe Stirn und hohe Wangenknochen, majestätisch geschwungene Augenbrauen, dichte, schwarze Wimpern, große saphirblaue Augen, die dem Nachthimmel ähnelten... doch im nächsten Moment wechselten sie die Farbe und wirkten silbrig – Sterne schienen in ihnen zu schimmern. Eine Stupsnase und zierliche, doch wohlgeformte Lippen – nur vielleicht etwas bleich. Auch die Gestalt war eher zierlich, aber sehr graziell. Er war total perplex – für ihn war und blieb Narcissa zweifelsohne die schönste Frau – dennoch... SIE war – auf ihre dunkle Art ... atemberaubend. „Und was...?". „Eine Sidhe..". „Bitte?". „Genauer sagt – Unseelie – Banshee. Bist du in Feenkunde ein wenig bewandert?". „Ja.. also eine... Dunkelelbin... eine Todesfee, ja?". „Genau." „Was machen Banshees denn in Askaban? Nie davon gehört". „Sagen wir - wir unterstützten die Dementoren hier und da ein wenig – so als Art ... freie Mitarbeiter. Du weißt wohl dass Menschen Sidhe allgemein entweder hoffnungslos romantisieren oder uns fürchten. Man wollte vielleicht nicht unbedingt, dass zuviel von der Sidhe-Kooperation bekannt wird. Schon die Dementoren haben einen verdammt miesen Ruf.. Zuviel Schreckenspropaganda ist auch nicht das Wahre – zumal wir nicht ständig hier sind – und wenn sind es meistens nur 3 oder 4 von uns". „Verstehe." Dennoch – sie hatte etwas sehr einnehmendes, wenn man sie so sah – genauso, wie sie absolut schrecklich und einschüchternd sein könnte. Jedenfalls – sie war jemand, der sich seinen Respekt verdient hatte. Er verneigte sich leicht. „Mylady..". Jetzt wirkte sie überrascht. „Oh.. so wurde ich hier auch noch nicht genannt. Hab eher so hübsche Titel bekommen wie „Leichenzunge". „Nett...". „Na ja – irgendwo... ist was dran." Lucius kam die ganze Situation etwas... verrückt vor. Vorhin hatte sie ihn gefoltert und jetzt übten sie sich offenbar in Konversation. Aber wie hieß es doch? Sidhe waren unberechenbar... es stimmte definitiv.