Anmerkungen der Autorin:
1. Dieses Kapitel ist ziemlich verrückt und obendrein kurz, aber es besteht nicht ohne Grund. Ab dem dritten Kapitel wird dieHandlung dann durchschaubar. Versprochen!
2. Da meine Betaleserin sich schon eine Weile nicht gemeldet hat und ich vermute das sie sicher im Stress steckt oder beruflich unterwegs ist (Peaches knuddel), würde ich mich freuen, wenn sich jemand fände der die folgenden Kapitel von "Das Blinddate" betalesen würde. Mir geht es da hauptsächlich um inhaltliche Aspekte. Wer mag kann mir eine PM schicken oder es ins Review schreiben, ich melde mich dann.
3. Vielen Dank an alle die ein Review zu Kap.1 geschrieben haben.
Das Blinddate
von Tante Hildegard
Kapitel 2: Das Kissen
Es geschahen noch Zeichen und Wunder! Fast hätte es mir unheimlich sein müssen, gerade an diesem Abend von Madam Rosmertas lästigem Kater verschont zu bleiben. Ich lag seelenruhig unterhalb der hölzernen Sitzbank und bespitzelte Severus' Blinddates. Seit Wochen schon fieberte ich diesem Ereignis entgegen, seit Minerva mir vom ihrem Handel mit Severus berichtet hatte. Natürlich unterstützte ich ihr Vorhaben augenblicklich, als Schuldirektor liegt mir das Wohl meiner Schüler und Lehrer am Herzen. Eingefallen ist mir die Kissenverwandlung schon vor Jahren und zu meinem Glück war Rosmertas alte Katze - sie ist inzwischen lange tot - nicht von Kissen angetan, sonst wäre ich auch damals stets mit zerkratztem Gesicht und angekauten Ohren heimgekommen. Genaugenommen stammte die Idee mich als Kissen zu tarnen vom alten Phineas Nigellus, dessen Portrait in meinem Büro hängt. Er hatte mir anvertraut, daß er sich in seiner Jugend öfters in ein Katzenfell mit ausgestopftem Kopf verwandelt hatte, um schönen Damen nachzuspionieren. Eine Zeit lang waren solche Katzenfelle große Mode gewesen und lagen im Haushalt eines jeden Zauberers und jeder Hexe, die etwas auf sich hielten, wie bei den Muggeln Teppiche. Ich habe das Grundkonzept etwas abgewandelt und mich statt in ein Katzenfell in ein Katzenkissen verwandelt, von dem ich wußte, daß eines in Madam Rosmertas Lokal lag. Dieser List verdankte ich einige wertvolle Informationen im Kampf gegen Voldemort, man mochte kaum glauben was Leute in Gasthäusern alles ausplauderten. Wer erwartete auch schon, daß Albus Dumbledore stundenlang unter einer hölzernen Sitzbank im örtlichen Gasthaus von Hogsmeade läge? Drei Tage vor seinen Blinddates hatte Severus mich mit meinem zerkratzten Gesicht im Büro erwischt, dabei war es das erste Mal seit vielen Jahren, daß ich wieder als Kissen getarnt im Drei Besen herumlungerte, um zu lauschen. Minerva hatte nämlich darauf bestanden sich drei Tage vor seinen Verabredungen mit Severus im Lokal zu treffen, damit sie ihm, wie sie meinte, nützliche Ratschläge geben könne. Sein Gesicht in jenem Augenblick spottete jedes Beschreibungsversuchs. Es war sicher alle Kratzer und ein zerbissenes Ohr wert. Glücklicherweise hatte Severus kein Wort über mein Aussehen verloren, mich lediglich mit hochgezogenen Brauen gemustert, mich für einen senilen Exzentriker gehalten. Rosmertas Kater warf mir am Tag der Blinddates den halben Abend sehnsüchtige Blicke zu, dabei schmerzte mein linkes Ohr immer noch ein wenig, aber er wagte sich nicht zu mir.
Wie ich erwartet hatte, schaute Minerva ins Drei Besen hinein, um sich zu versichern, daß Severus seinen Teil der Abmachung einhielt und wirklich zu den Verabredungen erschien.
„Ich wollte sehen, ob Sie nicht versuchen mich zu hintergehen", verkündete sie, nachdem sie sich gesetzt und ihn eine Weile lang angeschwiegen hatte.
„Da Sie sich jetzt überzeugt haben, will ich Sie nicht aufhalten".
Zu schade, daß ich sein Gesicht nicht sehen konnte, ich lag ungünstig.
„Ich bin froh, daß Sie sich entschlossen haben, einen Partner zu suchen."
Minerva hatte Nerven wie Drahtseile. Ihre Stimme klang als würde sie einen Schüler loben, der endlich angefangen hatte Hausaufgaben ernst zu nehmen. Als Antwort brachte Severus eines der verächtlichsten Geräusche hervor, derer ich je Zeuge war, und fauchte, sie wisse so gut wie er, daß er nicht freiwillig an der idiotischen Aktion teilnehme, sondern dazu gezwungen worden sei.
„Niemand hat Sie gezwungen, Severus."
„Slytherin Haus wäre bei den Trainingszeiten auf dem Quidditchfeld schwer benachteiligt worden, wenn ich nicht zugestimmt hätte, also war ich dazu gezwungen."
„Ist das so?" fragte Minerva scheinbar teilnahmslos. Severus schnaubte lediglich.
Schließlich erhob sie sich, um das Lokal zu verlassen, wisperte ihm jedoch noch etwas zu, das ich nicht verstand.
Er zischte: „Als ob."
Wenige Minuten nach Minervas Verschwinden, begannen wieder die Messingglöckchen über der Tür zu läuten, denn jemand betrat das Drei Besen. Ich wäre vor Spannung fast geplatzt. Remus Lupin sollte Severus erste Verabredung an diesem Abend sein und beide Männer hätten nicht tiefer erschüttert werden können, als durch die Präsenz des jeweils anderen. Noch bevor ich allerdings irgendein aufregendes Gespräch aufschnappen konnte, hatte Remus, der Unglückselige, versehentlich auf eine Kissenecke getreten und ich fiel in Ohnmacht, als hätte mich ein Klatscher auf den Kopf getroffen. Als ich Stunden später, mitten in der Nacht, aufwachte, war das Lokal leer und Rosmertas Kater kaute an meinem Ohr.
Fortsetzung folgt
