Schlaraffenland... oder so! Teil 2
Gesagt, getan. Während sie sich auf den Weg zu ihren Onkels machte, fuhren Duke und Audrey in Richtung von Nathans House. Je näher sie Diesem kamen, desto mehr Sorgen machten sie sich, den die Zuckerwatte welche in der Stadt vom Himmel fiel, war offenbar nur ein Ausläufer einer Behauptung und die Person die dafür verantwortlich war, musste in der Nähe von Nathan sein. Denn die Umgebung verwandelte sich immer mehr in ein Schlaraffenland.
Doch hier flogen die Vögel nicht gebraten durch die Luft, sondern vielen, kaum dass sie eine bestimmte, unsichtbare Grenze erreichten, einfach gebraten vom Himmel. Und statt der gebratenen Schweine, die fröhlich umherliefen, und nicht im geringsten litten, wenn man sie verspeiste, lagen hier nun arme Kaninchen, aufgespießt an Zäunen aus Gabeln... Das ganze Bild erinnerte immer mehr an einen Horrorfilm, als an ein Märchenhaftes Schlaraffenland.
"Verdammt noch mal, was ist hier nur los?" Duke erschrak, als der Wagen abrupt stehen blieb. "Was auch immer es ist, wir werden es herausfinden. Wir werden Nathan daraus holen, komme was wolle." Ließ Audrey keinen Zweifel daran, dass sie sich nicht aufhalten lassen würde.
Als die beiden aus dem Wagen stiegen, erkannten sie, was Diesen fest gehalten hatte. "Ich werde wohl nie wieder Schokolade essen können." Duke schluckte, den aus der Straße, welche nun aus Schokolade bestand, statt aus Asphalt ragten, beinahe zur Unkenntlichkeit geschmolzene Weihnachtsmänner heraus. Zumindest sah es so aus, doch eben aus dem fahrenden Wagen heraus, hatten sie das nicht gesehen. Doch nun war zu erkennen, das die Figuren aus der Straße heraus wuchsen und je mehr von ihnen zu sehen war, desto weniger hatten sie nicht den klassischen Weihnachtsmännern gemein. Statt eines Gesichts hatten sie eine grässliche Monsterfratze und statt Hände hatten sie Klauen...
"Wir sollten hier schleunigst verschwinden, ehe diese... Gestalten zum Leben erwachen, wie die Tiere." Audrey seufzte, als sie sich auch schon von der Straße abwand und los eilte. Doch ihr Freund hielt sie zurück. "Audrey, Vorsicht." rief er, den direkt vor der Polizistin tat sich der Boden auf und es entstand ein Tümpel aus blubbernder, schwarzer Flüssigkeit. "Ist das...?"
"Lakritze? Riecht ganz so." unterbrach Audrey Duke und verzog die Nase. "Danke Duke. So wie es aussieht, müssen wir extrem vorsichtig sein." Das würde sie wertvolle Zeit kosten, dachte die Polizistin und seufzte, während sie nun vorsichtig um den Tümpel herum gingen.
Wer wusste schon was sie noch erwarten würde und hoffentlich war es für Nathan noch nicht zu spät, dachten Beide.
Während Audrey und Duke langsam zum Haus schlichen, darauf bedacht nicht in irgendwelche Lakritzseen oder Kaffeepfützen zu treten, fragte Erstere: "Du kennst diese Claire schon länger? Wieso ist sie nach Haven zurückgekommen?"
"Weil sie es ihrer Mutter versprochen hat, so wie ich damals meinem Vater. Sie hat mit diesem Horror-Schlaraffenland nichts zu tun, aber irgendwas mit den Behaftungen, soviel habe ich heute früh schon raus bekommen." Audrey blieb stehen und sah ihn groß an. "Und das sagst du mir erst jetzt? Das hier ist immerhin auch eine Behaftung, vielleicht hat sie doch etwas damit..." Duke unterbrach sie und schüttelte dabei den Kopf. "Sie hat nichts mit dem hier zu tun. Sie hat gesagt dass sie mit uns reden muss, mit Dir und Mir. Aber es ging ganz sicher nicht um Nathan."
"Das hoffe ich für sie. Sollte Nathan was passiert sein und sie..."
"Wir finden ihn Audrey." unterbrach ihr Freund sie, als er merkte dass sie richtig verzweifelt klang. Offenbar war ihr Nathan besonders wichtig, dachte er, doch komischerweise traf ihn diese Erkenntnis weniger als er noch vor kurzen gedacht hätte.
Die Polizistin nickte und ging weiter. "Das werden wir, ja." sagte sie und hielt abermals inne, als sie ein leises stöhnen vernahm. "Psst..." machte sie und deutete in die Richtung aus der das Geräusch kam.
Direkt neben der Wohnungstür war der Briefkasten, welcher nun aussah wie ein Ofen, aus dem es leicht qualmte. Im nächsten Moment erkannten sie auch schon, woher die Geräusche kamen und eilten, so schnell es ging, hinüber.
Der Mann sah erleichtert zu den Beiden rüber und flehte sie an, ihm zu helfen. Er steckte bis zur Brust in einer klebrigen Zuckermasse, welche ihn offenbar, Treibsand mäßig, immer weiter hinab zog. "Das ist Mike, der Postbote." stellte Duke fest, während sie sich vorsichtig näherten, um nicht selber zu versinken und fragte Diesen: "Wie ist das passiert?"
Als Duke und Audrey versuchten den Postboten aus seinem Klebrigen Gefängnis zu befreien, erzählte dieser, das er nur ein Päckchen in den Briefkasten stecken wollte, als sich dieses in ein kleines, frisch gebackenes Brot verwandelte und mit frisch meinte er kochend heiß. Vor Schreck ließ er Dieses fallen und wollte sich, in der Regentonne die Hand kühlen, doch plötzlich versank er.
"Das ist doch alles nicht real, oder? Das ist so was wie eine Halluzination... ich habe irgendwo was eingeatmet, sicher war was in dem Päckchen. Nathan... er ist doch der Chief... es war vielleicht ein Attentat... seien sie vorsichtig wenn sie das Päckchen aufheben." versuchte Mike das ganze hier irgendwie zu begreifen und Audrey und Duke ließen ihn in diesem Glauben.
"Bring ihn hier weg Duke, ich werde Nathan suchen." sagte die Polizistin zu ihrem Freund, gerade als das Handy in Dukes Tasche vibrierte.
Es war Claire, welche Berichtete, das sie tatsächlich etwas gefunden hat. Schon bei den letzten Unruhen hat es etwas ähnliches gegeben. Die betroffene Familie hat eine Tochter gehabt, welche mit ihr, Duke und Nathan zur Schule ging und offenbar war sie damals in Nathan verknallt... im Teenager Alter. Ihre Eltern zogen mit ihr weg, weil sie offenbar befürchteten dass der Fluch auf sie übergegangen war und irgendwann ausbrechen könnte, wenn sie in Haven blieben. "Lass mich raten. Sie ist zurückgekommen, oder?" fragte Duke nun, welcher das Handy auf laut gestellt hatte. "Sie kam offenbar gestern zurück und hat in der Stadt nach Nathan gefragt." bestätigte Claire ihm und versprach mit ihren Onkeln zu ihnen zu kommen, um den verletzten Postboten ab zu holen.
Fortsetzung Folgt!
