Disclaimer: Nicht meins, nicht schlagen!

Ein Weihnachsfest bei den Malfoys

von holla-die-waldfee

mit freundlicher Unterstützung von peeviech

Kapitel 1: Schock am Morgen

Westflügel von Malfoy Manor. Fünf Uhr morgens. Weihnachtsferien. 2,5 mal 3 Meter großes Bett mit ergonomisch geformter Matratze. Im Schlafzimmer völlige Finsternis. 18°C Innen-, -12°C Außentemperatur. Das einzige Geräusch, das Atmen seines Liebsten, der eine angenehme Wärme ausstrahlte.

Und Draco Malfoy war hellwach!

Er saß aufrecht im Bett, mit vor Panik weit aufgerissenen Augen.

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Ähnlich sah es auch im Ostflügel aus:

Lucius Malfoy aufrecht im Bett sitzend, mit noch etwas weiter aufgerissenen Augen, als sein Sohn. Snape noch in seiner Tiefschlafphase… noch…

Kurz darauf konnte man in beiden Zimmern Malfoy Jr. bzw. Sr. stöhnen hören: „Wir haben noch nicht geschmückt!"

Danach etwas panischer: „WIR HABEN NOCH NICHT GESCHMÜCKT!!!"

Beide Malfoys hyperventilierten bereits, als Harry und Severus aufschreckten, ihren Zauberstab bereits in der Hand, vom Bett aufspringend und prompt flach auf dem Boden landend.

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„Was zur Hölle–"

„WIR HABEN NOCH NICHT GESCHMÜCKT!!!"

„… WAS?!"

„Wir–"

„Ja, das hab ich mitgekriegt!", Harry war nicht sonderlich angetan von Dracos Panikattacke. „Draco atme mal tiiiief durch… SO und jetzt sag mir erstmal: Wie spät ist es?"

„Fünf Uhr Sieben – Wah! Acht!!! Ich hab keine Zeit, so viel zu tun und so wenig Zeit!"

„Draco!" Draco war aufgesprungen und rannte quer durchs Zimmer. „Draco! DRACO!" Harry sprang ihn nun einfach an und hielt ihn am Boden. „Du bist kein weißes Kaninchen!"

„Ich hab keine– ‚Weißes Kaninchen'?!" Draco schaltete scheinbar problemlos von „panisch" auf „verwirrt" um.

„Vergiss es! Warum zur Hölle willst du schmücken? Und viel wichtiger: WARUM UM FÜNF UHR MORGENS?!"

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Im Ostflügel sah es ähnlich aus, jedoch hatte Severus es geschafft, Lucius erfolgreich auf das Bett pressen, bevor dieser den Fußboden erreichte.

Nun hatte er ein anderes Problem: Seine Hände hielten Lucius' Arme fest, seine Beine befanden sich zwischen denen von Lucius und dieser fing nun ernsthaft an zu hyperventilieren.

„Lucius! LUCIUS!!!… verdammt!… Lucius, beruhige dich!"

Irgendwann hatte Snape es dann geschafft und sie saßen zusammen auf dem Bett. D.h. Snape saß hinter Lucius, Arme und Beine um ihn geschlungen, um ihn auf dem Bett festzuhalten und zu versuchen, nicht selbst wieder einzuschlafen.

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Fünf Uhr Dreißig. Harry und Draco gehen die Treppen zur Küche hinunter, um zu frühstücken, nachdem Draco sich nicht wieder hatte hinlegen wollen.

Harry öffnet die Tür, in der Hoffnung, von den Hauselfen einen extrastarken Kaffee zu bekommen, als er Severus und Lucius sah.

Snape auf dem Tisch sitzend und aussehend, als würde er jeden Moment herunterfallen, um auf dem Boden weiterzuschlafen und Lucius mit Pergament und Feder in der Küche auf- und abmarschierend, murmelnd und Severus erfolgreich in den Wahnsinn treibend.

„Lucius, es sind Ferien, können wir BITTE wieder ins Bett gehen und nicht aufstehen, bis die Uhr wenigstens die Zweistelligen erreicht hat? ES IST WEIHNACHTEN!!!"

„Genau! Das ist genau der Punkt! Es ist in nur drei Tagen und wir haben noch nicht geschmückt!!!"

Harry starrte mit aufgerissenen Augen auf die Szene vor ihnen, während Draco in die Küche ging, hinter seinem Vater herlief und fragte: „Vater, hast du schon den Feen-Versandt kontaktiert?"

„Natürlich, Draco, sei nicht albern, gleich als Erstes heute Morgen! –"

„Stimmt nicht!", muffelte Severus, „Als Erstes hast du mich geweckt und als Zweites hast du mich in Panik versetzt, durch deine kleine Attacke heute Morgen. Und den Feen-Versandt hast du erst kontaktiert, nachdem du mich mit deinen Pantoffeln beworfen hast, weil ich mich wieder hinlegen wollte", mittlerweile warf er Lucius Blicke zu, die zum Töten konzipiert worden waren.

„ALSO, wie ich bereits sagte, GLEICH ALS ERSTES HEUTE MORGEN, hab ich den Feen-Versandt kontaktiert, leider hat sich aber keiner gemeldet!"

„Weil sie alle noch schliefen…", grummelt Snape.

„DANACH", setzte Lucius unbeirrt fort, „wollte ich ihnen eulen–"

„ABER", wieder Snape, „AUCH DIE EULEN SCHLIEFEN NOCH!!!"

„Wie jeder andere normale Mensch auch, wenn ich hinzufügen darf, Professor!" Harry hatte sich jetzt neben Severus auf den Tisch gesetzt. Er sah ungefähr genauso müde aus, aber nur halb so wütend.

„Sehr richtig, Mr. Potter. Endlich mal eine geistreiche Anmerkung von Ihnen. Hätte ich gewusst, dass ich für sinnvolle Antworten den Unterricht nur drei Stunden früher hätte beginnen müssen,… hätte ich es wahrscheinlich trotzdem nicht gemacht…" Er grinste jetzt Harry an.

„Und hätte ich damals schon gewusst, dass Sie in hellblauen Boxershorts schlafen, hätte ich nie daran gezweifelt, dass Sie den ganzen Krieg über auf unserer Seite waren!", grinste Harry zurück.

Jegliche Bemerkung, die darauf hätte zurückkommen können, verstummte, als Snape herzhaft gähnte und Harry es ihm kurz darauf nachmachte.

Diese Szene dauerte noch eine ganze Weile an, bis Lucius und Draco mit ihrem Einkaufszettel zufrieden waren.

Harry war inzwischen gegen Snape gesackt und Severus hatte seinen Kopf auf Harrys abgelegt. Beide schliefen wieder tief und fest, eingelullt von dem Gemurmel der Malfoys, bis:

RUMMS!

Der Tisch war ungekippt und damit Professor und der Held der zaubernden Welt recht unsanft aufgewacht.

„Perfekt, DA!", Draco hielt dem schlaftrunkenen Helden, der noch unter seinem Professor begraben war, einen Zettel hin, den dieser, noch immer in Trance, nahm. „Also, Paps! Wohin zuerst?"

„Ich muss noch einiges im Ministerium regeln. Geh doch schon mal vor. Geh zuerst zu ‚Fee-Fix', ist billiger, als im Versandt! Und nimm nicht die grünen, die sind noch nicht reif!"

„Ich weiß, Vater!"

Das war, was Severus und Harry verstanden, nachdem sie sich wieder nebeneinander gesetzt hatten.

„Ihr besorgt die anderen Sachen auf der Liste, ja?", sagte Draco vielmehr, als dass er fragte.

Severus, natürlich schon vollkommen wach und ansprechbar, wie schon den ganzen Morgen über, antwortete schlagkräftig, wie eh und je:

„Häh?"

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Sechs Uhr Fünfzehn. Die vier haben sich angezogen, oder vielmehr die Malfoys haben ihre Freunde angezogen, während diese vergeblich versucht hatten, noch ein paar Minütchen Schlaf zu ergattern.

„Also", sagte Lucius nun zu Severus, der mit dem Kopf an der Wand lehnte und schnarchende Laute von sich gab. „ihr beide" Er zeigte auf Harry und Snape (was Snape aber auf Grund geschlossener Augen nicht sah). „geht in die Winkelgasse und besorgt die Sachen, die auf dem Zettel stehen, den Draco dir gegeben hat, Harry." Harry, der sein Bestes tat aufzupassen, obwohl er auf dem Boden zu Snapes Füßen saß und sein Gesicht hinter seinen angezogenen Knien verbarg, wedelte mit dem Zettel, den er zwar die ganze Zeit schon in der Hand gehalten, jedoch noch nicht eines Blickes gewürdigt hatte.

„Perfekt! Also, dann kann es ja losgehen!"

Jetzt schreckte Snape auf. „Häh, ‚losgehen'? Wovon redet ihr?"

„Wir machen Weihnachtseinkäufe! Früher hat Mutter das immer gemacht, aber die ist ja letztes Jahr ausgezogen, deshalb hatten wir es dieses Jahr völlig vergessen!"

„Aha…", Snape hatte sich wieder gegen seine Wand gelehnt.

„Und deshalb" Draco grinste seinen Vater an, als sie die beiden schlafenden Gestalten ansahen, und nickte. „werden wir euch dieses Jahr als Rentiere verkleiden und die Schlitten für die kleinen Kinder ziehen lassen!"

Beide Malfoys sahen erwartungsvoll ihre beiden Freunde an.

Niemand protestierte. ‚TEST ERFOLGREICH! Sie schlafen wirklich!'

Draco hob seinen Zauberstab und–

ein riesiger Eimer Wasser mit Eiswürfeln entleerte sich über ihren Begleitern.

Letztere sprangen auf, hoben die Zauberstäbe und machten sich kampfbereit. – Eine Angewohnheit aus dem Krieg.

Die Malfoys brachen in Gelächter aus.

Als Draco sich wieder gefasst hatte, wurde es von zwei sehr nassen Blicken begrüßt, die jeden anderen dazu gebracht hätten, sich Daumen nuckelnd in eine Ecke zu kauern, Draco hingegen fing noch einmal von Neuem an zu lachen.

Lucius sagte dann später, als Severus gerade dabei war, sich und Harry zu trocknen: „Ihr wisst was ihr zu tun habt?"

Auf die ratlosen Blicke hin, sagte er nur noch: „Gut! Komm, Draco!"

Daraufhin apparierten zwei blonde Gestalten heraus, zwei etwas ratlose Gestalten hinter sich lassend.

Das Erste, was Harry sagte, war: „Ich habe nie verstanden, warum Zauberer Türen bauen, wenn sie doch apparieren…"

Und, entgegen allem, was Snape-Sein bedeutet, ging dieser darauf ein mit: „Ist nur für die Optik…"