Danke für eure Reviews, es freut mich sehr, dass sich ein paar Leser gefunden haben
Ja, und es stimmt, Ron ist wirklich gefühllos, aber ich kann es ihm nicht verübeln.
Nun ja, dann werfen wir mal einen Blick auf die Geschehnisse im Krankenflügel.
2. Schlaflos?
Ich kann es nicht fassen….schoss es Hermine durch den dröhnenden Kopf.
Aber es war real, sie lag in einem Bett der Krankenstation, vollgefüllt mit Spezial-Erkältungstrank und stellte sich schlafend, während Madam Pompfrey gerade dabei war, den sich wehrenden Malfoy dazu zu überreden, seinen Pyjama überzuziehen. Seit einer geschlagenen Stunde war sie schon dabei.
Zwischendurch hatte sie Harry und Ron zu Hermines Bedauern wieder fortgeschickt. Wahrscheinlich auch nur, weil sie alle Hände voll mit diesem Schwachkopf zu tun hatte.
Das konnte einfach nicht wahr sein, sie und dieser Idiot alleine im Krankenflügel? Die ganze Nacht und vielleicht sogar noch länger? Gruselige Vorstellung.
Warum musste Malfoy gerade an dem Tag schlecht werden, an dem sie erkältet war?
Hermine war erschrocken hochgefahren, als Malfoy hereingebracht worden war, von niemand anderem als ihrem "Lieblingslehrer", der aufgebracht herum gezetert hatte. Nicht gerade leise, wie es vielleicht in einem Krankensaal angebracht gewesen wäre.
Wie sie es verstanden hatte, hatte sich Malfoy wohl auf Snape übergeben und das brachte den Lehrer in Rage. Hermine fand das äußerst amüsant, Malfoy war wohl einer der wenigen Schüler, die damit lebend davon kamen.
So wütend wie er gekommen war, war Snape auch davon gerauscht, als Madame Pompfrey sich Malfoy angenommen hatte. Und dieser war, trotz aller Krankheit, wieder mal ganz das Ekel, das er immer war.
"Mr. Malfoy, entweder SIE ziehen sich jetzt ihren Schlafanzug an oder ICH ziehe Ihnen Ihren Schlafanzug an, suchen Sie es sich aus!" schimpfte die Heilerin.
"Vergessen Sie es! Ich bleibe nicht hier, nicht mit diesem…diesem…dieser Granger da! Lassen sie mich los!"
Ob Malfoy sich bewusst war, dass er wie ein aufmüpfiges, kleines Kind klang? Hermine unterdrückte ein Kichern.
"Jetzt machen Sie doch nicht so ein Theater! Sie sind krank und müssen hier bleiben! Und seien Sie bitte etwas leiser, sonst wecken Sie Miss Granger noch auf!"
Es schien ein endloser Kampf zu werden und wie Hermine durch ihre halb geschlossenen Augen beobachten konnte, zog sich Malfoy letztendlich doch alleine und vor sich her fluchend um, sah es aber wohl nicht ein, sich in sein Bett zu legen, denn er saß beinahe schmollend auf der Bettkante.
"Wenn das mein Vater erfährt! Mich mit diesem Schlammblut hier alleine einzusperren….was fällt denen ein?" knurrte es geflüstert aus seiner Richtung, er verstummte aber sofort, als die schnellen Schritte der Heilerin zu hören waren.
"Sie liegen ja immer noch nicht unter Ihrer Decke!" Madam Pompfrey schüttelte verständnislos den Kopf, während sie eine dampfende Kanne Tee auf den Nachttisch stellte.
"Ich habe auch immer noch nicht vor, HIER zu bleiben!" fauchte Draco.
"Ihnen bleibt aber nichts anderes übrig, Sie haben Fieber und sich so oft übergeben, dass ich Sorge dafür zu tragen habe, dass Sie wieder Flüssigkeit aufnehmen und sich ausruhen. Und nun legen Sie sich bitte hin, sonst zaubere ich Ihnen Gitterstäbe ans Bett!"
Hermine war überrascht, dass Malfoy nun tatsächlich unter seine Decke schlüpfte und den Becher Tee annahm, den Madam Pompfrey ihm in die Hand drückte. Die Heilerin war dafür bekannt, dass sie ihre Drohungen auch wahr machte.
"Langsam trinken, damit er nicht gleich wieder raus kommt…und danach versuchen Sie am besten zu schlafen. Wenn etwas ist, rufen Sie nach mir. Auf Ihrem Tisch steht eine Schüssel, falls Ihnen wieder übel wird." sagte sie schon etwas fürsorglicher und zog die Vorhänge um Malfoys Bett herum mit ihrem Zauberstab zu, bevor sie den Krankensaal verließ.
Außer einem genervt klingenden Seufzen erklang vorerst nichts mehr aus dem Bett schräg gegenüber und Hermine beschloss, zu schlafen.
Lange hielt die Ruhe allerdings nicht an und Hermine wurde unsanft aus dem Schlaf gerissen.
Von einem äußerst unangenehmen Geräusch.
Angewidert stellte sie fest, dass Malfoy sich zu übergeben schien und das nicht gerade leise.
"So eine Scheiße!" fluchte ihr verfeindeter Mitschüler rücksichtslos laut zwischen seinem Keuchen.
Nicht ohne Schadenfreude öffnete Hermine ein Auge, als eilige Schritte erklangen und die Heilerin hinter dem Vorhang verschwand. Geschah diesem Spinner recht, dass er sich mal so richtig auskotzen musste.
"Was wollen SIE denn schon wieder hier?"
Helfen lassen wollte er sich anscheinend auch nicht, auch wenn Madame Pompfrey nicht nachgab. Selbst krank war dieser Kerl frech, trotzig und vor allem uneinsichtig. Sicherlich ein schwieriger Patient.
Eine schier endlose Diskussion begann und Hermine hörte nur halb zu, bis Malfoy auf einmal
"Ich will aber nicht schlafen! Haben SIE das verstanden?" schrie, in einer Lautstärke, dass es sicherlich das halbe Schloss hören konnte.
Hermine konnte es sich kaum noch verkneifen, lauthals los zu lachen. Dieser Typ benahm sich wirklich lächerlich. Sie freute sich schon darauf, Ron und Harry von dieser unruhigen Nacht zu erzählen und einem Fünfzehnjährigen, der einem Kleinkind alle Ehre machte.
Die würden ihre helle Freude daran haben.
Gespannt lauschte sie der weiteren Diskussion und traute ihren Ohren kaum, als Malfoys Stimme zu zittern begann. Das war besser, als ein spannendes Theaterstück.
"Mr. Malfoy, nun beruhigen Sie sich erst einmal, ich habe hier etwas, das Ihnen zu einem tiefen, erholsamen Schlaf verhilft.." weiter kam die Dame nicht, denn ein lautes "NEIN!" und das Klirren einer zerschellenden Flasche auf dem Steinboden verkündete Malfoys Widerwillen.
"Jetzt erklären Sie mir bitte, was dieses Theater soll? Warum möchten Sie denn nicht schlafen? Es wird Ihnen doch gut tun…." Versuchte es Madame Pompfrey nun auf die liebevolle Art und Weise.
"WEIL ICH NICHT SCHLAFEN WILL!" kam weniger liebevoll zurück. "Und nun verschwinden Sie, ich will endlich meine Ruhe! Und geben Sie mir sofort meinen Zauberstab zurück!"
Bildete Hermine es sich ein, oder klang Malfoy nun wirklich verheult?
"Aber das ist doch kein Grund in Tränen auszubrechen, Mr. Malfoy…und Ihren Stab werde ich sicher verwahren, bis Sie wieder entlassen werden, Sie brauchen ihn hier nicht…und nun werden Sie schlafen…sie wollen doch auch wieder gesund werden…." beantwortete ihre geistige Frage und das "Wagen Sie es bloß nicht!" von Malfoy deutete darauf hin, dass die Heilerin zu härteren Mitteln griff.
Natürlich saß Madame Pompfrey am längeren Hebel, so sehr sich Malfoy auch wehrte, nur einige Zeit später war es ruhig und Madame Pompfrey seufzte leise und zufrieden. Wofür war sie eine Hexe? Sie bekam jeden Patienten zum schlafen, ob er wollte, oder nicht.
"Warum denn nicht gleich so?" flüsterte sie, während sie die zerzauste Stoffeule, die sich unter Malfoys privaten Dingen befunden hatte, unter die Decke des schlafenden Jungen legte.
Als endlich das Licht wieder ausgelöscht war und von Malfoys Bett ein leises Schnarchen erklang, konnte Hermine ihr Kichern nicht mehr unterdrücken, musste dann aber erneut husten und betete, dass Malfoy nicht wieder erwachte.
Den konnte man nun wirklich niemandem zumuten, aber wer schlief, sündigte ja bekanntlich nicht.
Mit einem Grinsen auf dem Gesicht schlief Hermine ein, ohne zu ahnen, dass sie noch so einiges erwartete. Dinge, von denen Draco sicherlich nicht wollte, dass sie irgendwer erfuhr, schon mal gar nicht Hermine.
TBC
