2. Kapitel: Drei Monate später
Hektisch, nein fast panisch lief ein Schwarzhaariger die Treppen hinunter. Nach seinem Gesicht zu Urteilen, war ein blankes Entsetzten darauf zu sehen.
Verdammt. Wo waren diese Bälger?
„Scheiße, scheiße, Katie bringt mich um.", murmelte er immer wieder vor sich her.
Er kam im Salon an, schaute sich um. In jede einzelne Ecke blickten seine grün-blauen Augen. Doch kein Anzeichen von zwei krabbelnden Wesen. Plötzlich klingelte es an der Tür. Schnaufend machte er kehrt und eilte zur Tür. Er hoffte nur, dass es nicht Katie war. Das würde Ärger geben, wenn sie erfahren würde, dass der Nachwuchs schon wieder verschwunden war. Zu seinem Glück war es nicht Katie, sondern sein bester Freund, Adrian. Stimmt. Er hatte ihn ja geeult, damit er ihm hilft diese zwei Quälgeister zu finden und das bevor seine Verlobte von der Shoppingtour zurückkam.
„Wie oft, hast du die zwei jetzt aus den Augen gelassen?", fragte Adrian, als er gerade unter dem Sofa nachschaute.
„Das ist jetzt das…ähm….vierte Mal.", erwiderte er leise, nach dem er den Vorhang zu Seite schob.
„Vier Mal? Man,…Marcus. Wie kann man vier Mal seine Kinder aus den Augen verlieren?"
„Hör mal, seit die zwei krabbeln können, ist das ganz einfach. Ich sitze im Wohnzimmer und hör in Ruhe die live Übertragung vom Quidditch Turnier, du weißt, England gegen Spanien, und…hey…ich schwöre…die beiden waren ganz ruhig im Sessel gelegen und dann waren sie plötzlich…weg!"
„Dada.", schrie es plötzlich aus der Küche.
Schnell hasteten beide Ex Slytherins in den besagten Raum und entdeckten gleich darauf ein am Boden sitzendes Mädchen, das voller Bewunderung ihre Hände betrachtete und sie nach oben streckte.
„Lana Schätzchen, was hast du den gemacht?", fragte Marcus friedlich, ging vor ihr in die Hocke und hob sie wenig später mit seinen Armen hoch, um sie an sich zu tragen.
„Dada.", kam es wieder von ihr, und schaute mit ihren ebenfalls grün-blauen Augen zu ihm hoch.
„Weißt du wo dein Bruder ist?"
„Vergiss es, Marcus. Sowas verstehen kleine Kinder noch nicht."
„Ach? Und woher weißt du das?", stellte er die Frage an ihn.
„Keine Ahnung. Instinkt?", er bekam einen skeptischen Blick, worauf er gleich das Thema wechselte, „Komm, lass uns Damon suchen.", wandte er sich ab und wisperte noch leise hinzu, „Und lass Lana, nicht mehr aus den Augen, sonst bekomm ich die Krise."
Nach weiteren 45 Minuten hatten sie den zweiten Balg im Schlafzimmer entdeckt, vergraben unter der Decke, der friedlich daher schlummerte. Er bettete die zwei wieder in ihre Kinderbettchen, trat aus dem Zimmer und schloss langsam die Tür.
„Puh. Geschafft.", seufzte Marcus erleichtert aus.
„Und jetzt?", fragte Adrian, der an der gegenüberstehenden Wand angelehnt war.
„Willst du was trinken?"
„Das haben wir uns auch redlich verdient.", meinte dieser und beide schlugen den Weg zur Küche ein.
Die Tür knarrte, während die zwei Männer in der Küche saßen und ihr Butterbier tranken. Ein Umhang wurde an den Garderobenständer aufgehängt und Schuhe wurden gegen Hausschluffen ausgewechselt. Nach wenigen Minuten ging die Schiebetür der Küche auf.
„Bin wieder da. Oh, hi Adrian."
„Hi.", erwiderte Adrian und hob kurz seine rechte Hand.
„Hey Schatz. Wie war's?", fragte Marcus liebevoll und gab ihr einen kleinen Kuss auf ihre Lippen, als er aufstand.
„Es geht. Es ist echt schweinekalte draußen.", bibberte sie kurz und ging dann an einen Küchenschrank, um sich eine Tasse herauszuholen.
Gleich darauf ließ sie sich den Kaffee, vom Morgen, in die Tasse gießen.
„Na ja, wir haben eben Oktober.", kam es von dem Dunkelblonden.
„Ach nee, sag bloß.", sagte sie sarkastisch, wandte sich aber danach gleich an ihren Verlobten, „Wo sind die Kinder?"
„Bett.", war dagegen seine knappe Antwort.
„Ah okay.", nickte sie dazu.
„Na dann. Ich geh Mal. Hab noch was zu tun.", verkündete nun Adrian und stand von seinem Platz auf.
Er verabschiedete sich von seinem Freund und von Katie und fand danach den Ausgang alleine. Gemütlich ließ sich die junge Frau gegenüber von Marcus an den Tisch nieder und nippte erneut an ihrem Kaffee.
„Und? Wie war die Shoppingtour?", fragte Marcus nach einer Weile.
„Hm? Oh…ganz gut."
Er musste grinsen. Das war immer so. Nie wirklich erzählte sie ihm, was sie schon wieder alles gekauft hatte. Im Nachhinein sah er die neue Bekleidung erst, wenn sie sich ins Schlafzimmer verbarrikadierte und wenig später ihm die neuen Dinge unter die Nase reiben würde.
„Und bei dir?"
„Oh. Ähm…wie immer. Ganz ruhig und-", doch sie unterbrach ihn mitten in seiner Antwort.
„…und stressig?", fragte sie nach und sah über ihre Tasse zu ihm rüber.
„Was? Nein…war ganz…okay…", er merkte ihren skeptischen Blick, „Okay…ja, sie sind mir schon wieder entwischt."
Sie lachte leise auf. Wäre ja auch ein Wunder, wenn es diesmal anders gekommen wäre.
„Ich bin ein Trottel, ich weiß."
Sie sah zu ihm, bevor sie aufstand, um den Tisch ging und sich danach einfach auf seinen Schoß setzte, so dass sie mit dem Gesicht zu ihm saß.
„Ein süßer Trottel, aber.", sagte sie dagegen und vorsichtig küsste sie ihn.
Natürlich erwiderte er diesen Kuss und wenig später fanden sie sich in einen leidenschaftlichen aber auch zärtlichen Zungenkuss wieder. Nachdem sich Katie also ausgiebig mit Marcus beschäftigt hatte, tapste sie nun die Treppen hoch, zu ihren kleinen Rackern, die das Leben des nun schon fast 20-jährigen Mannes ziemlich durcheinander brachten.
Katie war sich bewusst, das es Marcus nicht einfach hatte. Er hatte nie gelernt mit solch einer Verantwortung umzugehen. Er hatte ihr Mal erzählt, dass sein Vater so gut wie nie zu Hause war. Und wenn er einmal da war, dann hatte er meistens keine Zeit für seinen Sohn gehabt. Nur seine Mutter war da, aber auch die hatte kaum Zeit für ihn.
Die meiste Zeit verbrachte er entweder mit dem Hauself der Familie Flint – und das auch nicht gerade freundlich – oder er besuchte seinen Freund – was Adrian schon damals war.
Das einzigste wohin er mit seiner Familie immer wieder mit musste, waren wichtige Bälle. Das Auftreten seines Namens war wichtig, ganz besonders wichtig war es, den einzigen Sohn der Öffentlichkeit zu zeigen. Hauptsache das wurde geklärt.
Aber jetzt. Diese Situation kannte er so einfach nicht. Sie hatten zwei kleine süße Rabauken. Nach Katies Meinung die besten auf der ganzen Welt – allerdings wusste sie, dass ihre Mutter sie auch so ernannt hatte, daher dachten es wohl alle Mütter über ihre Kinder.
Zurück zu dem Eigentlichen.
Die Anfangszeit war schwierig. Katie musste ihn regelrecht dazu zwingen, sich mit den beiden zu beschäftigen. Doch jedes Mal bestand er darauf, dass sie das doch erledigen sollte, da er dafür einfach keine Ahnung hatte was man mit gerade einmal neun Wochen alten Babys so machen konnte.
Sie stoppte an der Tür der Kleinen und versank in Erinnerungen.
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Es war gerade einmal ein paar Wochen her. Sie hatte sich eine nicht sehr gravierende Erkältung zugezogen und somit wollte sie eigentlich Alicia fragen, ob sie auf die Kleinen aufpassen konnte. Doch diese hatte für den Tag absolut keine Zeit. Sie hatte gerade selbst viel zu viel um die Ohren. Seit sie im Ministerium in der Abteilung für Magische Spiele und Sportarten arbeitete, war sie ständig unterwegs für das Zaubereiministerium. Also fiel sie schon einmal aus.
Angelina konnte sie auch nicht fragen, sie war zu dieser Zeit Schwanger. Zu allem Überfluss war sie wohl noch ärmer dran, als sie selbst. Denn Fred bemutterte sie fast rund um die Uhr. Warum ausgerechnet Fred? – Nun ja. Er war der Vater, des ungeborenen Kindes. Angie ging somit auch nicht.
Als sie sich gerade in die Küche geschleppt hatte, da sie die Flasche für Damon vorbereiten wollte – ihn konnte sie nicht, wie Lana, an die Brust nehmen, da er das, warum auch immer, ablehnte – so musste sie ihn eben gezwungenermaßen mit der Flasche füttern. Auf jeden Fall, kam in dem Moment Marcus von der Arbeit. Manchmal kam er einfach früher, da er das wunderbare Privileg hatte auch Tränke zu Hause anzufertigen. Was er auch gerne ausnutzte.
Sie bekam es erst nicht mit, da sie die kleine Babyflasche gerade in einen Topf mit heißem Wasser legte. Sie verzichtete hier wohl bedacht auf Magie. Immerhin ging es hier um ihr Kind. Da würde sie es auf eine reine Muggelweise machen. Das war auch umso sicherer.
„Hey Süße.", lächelte er, als er sich an der Arbeitsplatte, die in hinter ihrem Rücken stand, anlehnte.
Erschrocken fuhr sie herum und stieß jedoch dabei den Topf mit dem heißem Wasser und der Babyflasche darin vom Herd. Doch mit einem schnellen Reaktion seinerseits und das seines Zauberstabes, landete der Inhalt nicht auf dem Boden, sondern blieb einfach im Topf hängen. Also jedenfalls das Wasser. Die Flasche hatte er nicht mehr aufhalten können und mit einem KLACK befand es sich wenige Sekunden später auf dem Boden und rollte vor Marcus Füße.
Dieser hob die Flasche vorsichtig auf, da es schon ein wenig an Temperatur angenommen hatte und sah dann zu seiner Verlobten.
„Warum machst du das nicht mit Zauberei, das geht doch viel schn-", sagte er, wurde aber unterbrochen.
„Das wäre nicht passiert, wenn du dich nicht von hinten anschleichst!"
„Beruhig dich doch. Ich wollte doch nur…sag Mal…zitterst du?", fragte er plötzlich und ging auf sie zu, um gleich darauf die Flasche neben sie auf die Platte zustellen und umfasste dann ihre Hände, „Und wie du zitterst. Geht's dir gut?", und sah hoch in ihr Gesicht.
„J-ja. Schon gut.", sagte sie nur knapp und wandte ihm den Rücken zu, nachdem sie die Hände aus seinen herausgenommen hatte.
Sie griff wieder nach der Flasche und legte diese erneut in das nun schon kochende Wasser.
„Katie…", murmelte er und folgte ihre Bewegungen, die sie mit ihren Händen machte.
„Es geht…es geht mir gut. Ich mach doch nur…Damon die Flasche fertig…", bibberte sie weiter.
„Komm mal her.", sagte Marcus etwas ernster und drehte sie wieder zu sich, „Ich seh doch, dass es dir nicht gut geht. Was ist los?"
„I-ich hab nur…mir ist nur kalt…", erwiderte sie und mied seinen Blick.
„Dann leg dich ins Wohnzimmer und deck dich zu. Oder noch besser,...geh ins Bett!"
Doch sie schüttelte den Kopf. Sie musste doch ihrem Sohn das Essen fertig machen. Sonst…
„Geh, bitte. Ich mach das hier.", sagte er und legte zwei Finger an ihr Kinn, um somit ihre Augen einfangen zu können, „Ruh dich aus.", flüsterte er und beugte sich zu ihr herunter, um ihr einen gehauchten Kuss darauf zugeben.
Nachdem er sie danach aus der Küche geschoben hatte, hatte sie ihn noch einmal darüber ermahnt, dass er ja keinen Magie einsetzen sollte – Was er auch mit einem heftigen Nicken und Winken seiner Hand zugestimmt hatte.„…keine Zauberei. Ja, okay. Ich weiß es ja jetzt."
„Und…", fing sie wieder an.
Gerade als sie aus der Küche laufen wollte, wandte sie sich doch noch einmal zu ihm um.
„Und du bist dir sicher, dass…dass du das hinbekommst?"
„Hältst du mich für blöd? Ich hab dir oft genug zugeschaut. Ich krieg das schon hin."
„Aber…du…du rufst mich, wenn du Hilfe brauchst!?"
„Klar.", lächelte er und danach verschwand sie dann endlich aus dieser Räumlichkeit.
So hörte sie nicht die Worte, die er zuletzt gesagt hatte.
„Ich bin und bleibe ein Slytherin…und Slytherins brauchen nie Hilfe.", grinste er, bevor er den Gasherd ausdrehte und die Flasche mit einem zangenähnlichen Küchengerät aus dem Wasser holte. --
Sie erinnerte sich noch genau an diesen Tag. So einen chaotischen Tag konnte sie nie wieder vergessen. Wie sagt man doch so schön, immer wenn etwas Lustiges passiert, hatte man nie eine Kamera bei sich. So war es eben auch in diesem Fall. Marcus hatte natürlich die Milch danach warm gemacht, somit war die Flasche am Ende wieder kalt und so musste er das Ganze noch einmal aufwärmen. Sie lächelte, als sie die Türklinke hinunterdrückte und sich in das kleine Zimmer schlich.
Der Mann war einfach total unorientiert. Aber das machte ihr ungewöhnlich kaum etwas aus. Früher konnte sie das nie ausstehen, wenn jemand so unkontrollierbar daher wuselte. Doch sie verzieh ihm diesen Tick. Er fügte sich doch langsam in diese ganze Situation ein. Und Mal ehrlich. Es war toll ihn so aufgehen zu sehen.
Leise schloss sie die Tür hinter sich.
A/N: So. Das zweite Kapitel. Hab mich ein wenig beeilt für euch! ;) Ich hoffe doch das es euch gefallen hat und mich weingstens einer einmal per Review meldet. Ich meine, wenn es euch nicht gefällt, dann brauch ich es ja auch nicht online zu stellen, oder? Das ist echt gesparte Zeit!
Also,...macht auch Mal etwas! *Mit der Peitsche droh* |D
Lg Sari-chan x3
