A/N: Mir ist erst heue aufgefallen, dass ich diese Geschichte aus Versehen unter HerminexHarry eingereiht habe. Inzwischen habe ich das richtig gestellt. Ich finde es aber lustig, dass mich keiner darauf hingewiesen hat...


Kapitel 2

„Schnell helft mir!" Sofort waren Ron und Fred an meiner Seite und halfen mir Fleur aufrecht zu erhalten. Harry starrte Fleur für einige Sekunden lang an, entsetzt über das furchtbare Bild das sie bot.

„Harry, steh nicht nur herum! Wir müssen die Blutungen stillen! Lauf hinauf in mein Zimmer, in der obersten Schublade meines Nachtkästchens ist eine kleine Box mit Zaubertränken. Bring sie mir, schnell!" Er reagierte sofort und rannte so schnell es ihm möglich war nach oben.

Während ich mit Harry gesprochen hatte, hatte sich Fleurs Zustand noch weiter verschlimmert. Besorgt legte ich zwei Finger auf ihre Halsschlagader und war erleichtert als ich ein schwaches Pochen fühlen konnte. Es war zwar schon sehr schwach, aber immerhin lebte sie noch.

Fred und Ron trugen die Schwerverletzte unter meinen Anweisungen ins Bad, wo ich wahllos Handtücher aus den Regalen riss und auf den Boden warf. „Legt sie auf die Handtücher, langsam."

Fleur stöhnte leise und ihre Augenlieder zuckten nervös. Ihr Anblick versetzte mir einen tiefen Stich im Herzen. Auch wenn ich Fleur nie wirklich leiden konnte, bereitete es mir fast körperliche Schmerzen sie in diesem jämmerlichen Zustand zu sehen.

„Ron, hole bitte Ginny. Ich brauche ihre Hilfe." Ron nickte wortlos und verließ eilig den Raum. Ich blickte ihm mitfühlend nach. Ich kannte Ron lange genug um zu wissen, dass er kein Blut sehen konnte ohne an den Rand einer Ohnmacht zu fallen. Wahrscheinlich war er froh weggekommen zu sein.

Ich wandte mich zu Fred um ihn zu bitten mir zu helfen Fleur zu entkleiden, als Harry schwer atmend im Türrahmen erschien. „Ist sie das?" Er hielt die schmale Box in seinen Händen hoch und ich nickte.

Ich hockte mich neben Fleur auf den kalten Fliesenboden und hob mit meinem rechten Arm vorsichtig ihren Kopf an, während ich mit dem linken Harry deutete die Box neben mich hinzustellen. Ich klappte den hölzernen Deckel auf und meine Augen wanderten hastig über die kleinen Flasken mit den unterschiedlichen Farben.

„Das Grüne! Schnell!" Harry kniete neben mir nieder und reichte mir das kleine Fläschchen, welches ich ihm mehr aus der Hand riss als, dass ich es nahm. Keine Zeit mehr vergeudend, riss ich den Pfropfen, der die Flaske verschloss, kurzerhand mit den Zähnen heraus und setzte die Flaschenöffnung sofort an Fleurs Lippen.

Als ich den kalten Gegenstand gegen ihre empfindliche Haut presste, stöhnte Fleur abermals, öffnete dabei aber ihren Mund was ich kurzerhand dazu ausnützte ihr den Heiltrank hineinzuschütten.

Die Box, die Harry mir gebracht hatte, war noch aus den Tagen als wir in England umhergestreift sind, auf der Suche nach den Horkruxen und voll mit Zaubertränken aller Art, vor allem gegen dunkle Flüche. Jetzt war ich froh, dass ich sie nicht weggeworfen hatte, denn Fleur war in einem Zustand in dem sie dringend Hilfe brauchte. Einen Heiltrank zu brauen hätte mindestens eine Stunde gedauert und ich war mir fast sicher, dass Fleur den Weg zum Krankenhaus nicht mehr überlebt hätte.

Harry hatte mir den stärksten Heiltrank gegeben den ich hatte und er begann auch sofort zu wirken. Fleurs Atmung wurde kräftiger und ich konnte deutlich spüren wie ihr Puls wieder seine normale Geschwindigkeit bekam.

Doch Fleur wachte noch immer nicht auf und auf ihrem Gesicht war ein dünner Film aus Schweiß, der ihrem Gesicht eine unwirkliche Ausstrahlung gab. Endlich kam Ginny herein, bereits im Pyjama und rieb sich verschlafen die Augen. „Ron hat gesagt du brauchst meine Hilfe?"

„Ja, ich brauche jemanden der mir hilft Fleur zu waschen." Ginnys verschlafener Ausdruck war mit einem Schlag verschwunden, als sie den Namen der verhassten Französin hörte. „Fleur?" Jetzt erst blickte sie nach unten, sah die blutverschmierten Fliesen, mich und Fleur, die ich noch immer in meiner Armbeuge hielt. „Was zum…?"

Ich wurde ungeduldig. Zwar sollten sich Fleurs Wunden nun geschlossen haben, aber wenn wir sie nicht bald in trockene Kleidung steckten würde sie sich vielleicht eine Lungenentzündung holen und das war das letzte was sie in ihrer schwachen Verfassung gebrauchen konnte.

„Ginny, wir haben jetzt keine Zeit für Fragen! Fleur braucht jetzt Hilfe. Auch deine." Ginny machte ein angewidertes Gesicht, ließ sich aber schließlich auch neben mir auf dem Boden nieder und half mir Fleur zu entkleiden.

Harry und Fred standen in der Tür und machten keine Anstalten wegzusehen. Ich räusperte mich bedeutungsvoll und endlich schienen sie zu verstehen, dass ihre Anwesenheit nicht mehr benötigt wurden und sie verschwanden, ihre Gesichter rot vor Scham.

Obwohl die Situation alles andere als lustig war, konnte ich nicht anders als zu schmunzeln, als ich Ginny dabei zusah wie sie Fleur mit spitzen Fingern angriff, als ob sie giftig wäre. „Was hast du eigentlich gegen Fleur? Sie hat dir nie etwas getan, oder?"

Ginny, meine Frage als Vorwand nutzend von Fleur wegzukommen, zog sofort ihre Hände zurück und wischte sie leicht angewidert an einem der Handtücher ab. „Warum ich Schleim nicht mag?" Sie blickte schief auf Fleur hinunter und rümpfte ihre Nase, als ob sie etwas ganz besonders Abstoßendes vor Augen hätte.

„Dafür muss man keinen Grund haben. Es reicht sie anzusehen, ihre blonden Haare, die stets in Reih und Glied sind, ihre perfekt manikürten Fingernägel…ihr französischer Akzent, ihr falsches Lachen. Das alles ist mir einfach zuwider!"

Auch wenn ich Ginnys tiefe Abneigung gegen die Französin nicht unbedingt teilte, konnte ich doch ihre Gefühle nachvollziehen. Zwar kannte ich Fleur nicht gut genug um mir wirklich ein Urteil von ihr gebildet zu haben, aber auch ich fand, dass Fleur sich hinter einer Maske der Perfektion versteckte, hinter ihrem Veela Blut und ihrer damit eingehenden Schönheit…auf die ich zugegebenermaßen auch eifersüchtig war. Aber nur ein kleines bisschen.

Inzwischen war Fleur fast nackt, ihre Blöße wurde nur noch durch ihre Unterwäsche bedeckt. Ich beugte mich vor um ihren BH zu öffnen, als Ginny überstürzt aufsprang. „Ich gehe jetzt! Du schaffst das hier doch alleine, oder?" Und ohne meine Antwort abzuwarten war sie weg.

Ich zuckte mit den Schultern und wandte meine Aufmerksamkeit wieder der Französin zu. Als sie völlig nackt vor mir lag, wurde mir zum ersten Mal bewusst was ich da eigentlich tat. Ich hatte ohne Erlaubnis eine Frau ausgezogen, die ich eigentlich nur vom Sehen her kannte, hatte sie die ganze Zeit im Arm gehalten.

Hastig entfernte ich meinen Arm von ihren Schultern und ließ sie eher unsanft auf ein Kissen aus Handtüchern sinken, was sie mit einem gequälten Stöhnen quittierte. Ich konnte die Hitze fast körperlich spüren, die von meinen Wangen ausging und plötzlich war ich mir nicht mehr so sicher ob ich das Richtige tat. Ich wünschte Ginny wäre nicht gegangen…selbst über Ron hätte ich mich jetzt gefreut. Doch ich hatte ja allen klar gemacht, dass ich das hier unbedingt ohne sie machen wollte…

Ich zwang mich Fleur wieder anzusehen und begann ihren Körper auf etwaige Verletzungen abzusuchen. Mein Gesicht rötete sich immer mehr, bis mir sogar leicht schwindlig wurde und ich mich setzen musste. Was war los mit mir? Das war nur Fleur, die Lebenspartnerin von Bill…Bill!

Mir entfuhr ein erschrockenes Keuchen, als mir bewusst wurde, dass hier etwas nicht stimmte. Bill hätte bei Fleur sein müssen, stattdessen taucht diese schwer verletzt an der Tür des Fuchsbaus auf. Und da fiel mir auch ein, was sie vorhin gesagt hatte, bevor sie in meinen Armen zusammenbrach. Es war der Name ihres Freundes gewesen…

Fleurs Husten riss mich aus meinen Gedanken und schuldbewusst stellte ich fest, dass ihr makelloser Körper von einer Gänsehaut überzogen war. Moment, ihr makelloser Körper? Ich schlug mir mit der flachen Hand gegen den Kopf, wie um die seltsamen Gedanken und Gefühle die ich in den letzten Minuten empfunden hatte mit Gewalt loszuwerden.

Nach kurzem Suchen fand ich ein großes Badetuch, das noch einigermaßen sauber war und wickelte die frierende Fleur fest darin ein, tunlichst jeden möglichen Kontakt mit ihrer glühenden Haut verhindernd.

Dann stand ich auf und sah stirnrunzelnd auf die eingewickelte Französin herab. Sollte ich nicht vielleicht doch lieber einen der Jungen um Hilfe bitten? Aber das wäre sicher weder Fleur noch Bill Recht…vorausgesetzt, dass dieser noch lebte. Schnell verscheuchte ich diesen Gedanken. Warum sollte Bill tot sein? Vielleicht hatte Fleur einfach einen Unfall und war zufällig in der Nähe… Selbst in meinen Gedanken klang diese Theorie noch lächerlich und ich zwang mich gewaltsam aufzuhören darüber nachzudenken.

Für einen Moment schloss ich die Augen und atmete tief ein. Es half alles nichts, ich musste sie tragen. Ich bückte mich entschlossen und nahm sie kurzerhand in meine Arme. Ich war überrascht wie leicht sie war. Ich konnte sie ohne Mühe tragen, dabei war ich nicht unbedingt sehr kräftig gebaut.

Langsam stieg ich die Treppen hinauf, unentschlossen in welches Zimmer ich Fleur nun bringen sollte. Natürlich hatte der Fuchsbau Gästezimmer, ziemlich viele sogar. Aber die wurden schon seit längerer Zeit nicht mehr benützt und sahen dementsprechend aus und soweit ich wusste waren auch die Betten nicht überzogen.

Was soll's, ich werde sie für diese Nacht einfach bei mir schlafen lassen. Ich konnte ja stattdessen unten auf dem Sofa schlafen, das war für mich überhaupt kein Problem. Ich machte mir nicht die Mühe Fleur anzuziehen, denn ohne Ginnys Hilfe wäre mir das ohnehin schwer gefallen und wahrscheinlich wäre am Ende auch noch Fleur aufgewacht. Der Heiltrank würde umso besser wirken je länger sie sich ausruhen würde und ich gönnte ihr den Schlaf…Ich schätze die Wahrheit war, dass ich nur nicht diejenige sein wollte die bei ihrer Seite war, wenn sie endlich aufwachte.

Ich hatte Fleur behutsam in mein Bett gelegt und sie sorgfältig zugedeckt, darauf achtend, dass sie auf keinen Fall frieren würde. Doch als ich aufstand um zu gehen, schnellte plötzlich ihre Hand vor und umklammerte meine Hand fest genug um mir das Blut abzusperren.

Ich sog überrascht die Luft ein und versuchte reflexartig mich von ihrem harten Griff zu befreien, doch egal wie fest ich zog, sie ließ nicht locker. Im Gegenteil, sie packte nur noch fester zu. „Fleur, lass mich los! Du tust mir weh!"

Da sah ich, wie eine Träne langsam über ihr Gesicht lief und ich verstand. Seufzend kletterte ich neben sie und zog die Decke auch über mich. Endlich lockerte Fleur ihren Griff, doch sie ließ mich nicht vollständig los und ich gab es auf meine Hand befreien zu wollen.

Eine weitere Träne lief über Fleurs Wange und mein Herz zog sich schmerzhaft zusammen. Behutsam verlagerte ich mein Gewicht und begann ihr beruhigend über die Haare zu streichen, so lange, bis ihre Tränen versiegten und sich ihre Gesichtszüge entspannten. Nach wenigen Minuten war auch ich eingeschlafen, meinen Arm um Fleurs Schultern gelegt.


Das war Kapitel zwei, ich hoffe es hat euch gefallen :) An dieser Stelle will ich mich auch ganz besonders bei Xisca und Simsly bedanken, dafür, dass sie als einzige sich die Zeit genommen haben mein erstes Kapitel nach beenden des Lesens auch zu kommentieren.

Ich hoffe, dass sich mehr Leser in Zukunft ein Herz nehmen und mir auch ihre Meinung zu dieser Geschichte mitteilen. Es ist leichter mit Feedback eine Geschichte zu schreiben und Kritik ist ja auch ein muss. Im Notfall reicht es ja auch zu sagen, dass einem diese Geschichte gefallen hat, oder gegebenenfalls auch das Gegenteil.

Also an alle die das hier noch lesen und nicht schon die Augen verdreht haben und das Fenster geschlossen haben: Bitte Kommi hinterlassen :)