Langsam öffnest du deine Augen, und siehst mit leicht verschwommenem Blick die Decke deines Zimmers an. Als dich ein zittern durchfährt, fällt dir erst auf das du diese Nacht ein einziges Mal aufgewacht bist weil dir kalt war. Du richtest dich auf, darauf bedacht deine Füße noch unter der Decke zu lassen. Nun lässt du deinen Blick im Raum schweifen, und entdeckst die Feuerfaust wie ein Baby eingerollt neben dem schon ausgegangenen Feuer liegen. Nur noch ein Knistern erinnert an das wärmende Leuchten das es noch vor einigen Stunden abgegeben hatte. Nun kannst du ein herzhaftes Gähnen nicht unterdrücken, und streckst dich ausgelassen dabei. Langsam stehst du nun auf und schwingst dir eine Decke über deine Schultern, um ein wenig Schutz vor der Kälte zu finden. Der Regen hatte ein wenig nachgelassen, war aber immer noch präsent und prasselte mit bei nahem Zeitlupentempo auf die Erde nieder. Als du geradewegs auf Ace zugehst stolperst du über seinen Rucksack und fliegst geräuschvoll auf den Boden. „Autsch…" du reibst dir deine Nase und richtest dich wieder auf /Mann! Bei dem kann man ja Kanonenkugeln abfeuern!"/ denkst du dir. „Hatschu" schon wieder musstest du Niesen, anscheinend hast du dir dieses Mal wirklich eine ordentliche Erkältung eingefangen.

Leicht torkelnd wanderst du zu deinem Tisch und holst dir einen Tassenähnlichen Topf, deine Tasse war schließlich gestern zu Bruch gegangen. Aber irgendwie wolltest du trotzdem dein morgendliches Gebräu trinken. Über dem Tisch war eine marode Schrankvorrichtung, die du darauf hin mit einem lauten Quietschen und Knarzen auf geht. Anscheinend warst du nun laut genug, denn auf dem Boden rührte sich was, und in die Feuerfaust kam kurze Zeit das Leben zurück. Kurz darauf konntest du aber schon wieder ein lautes Schnarchen hören und löst dich aus deiner Starre in der du dich vor Schreck befandest. Die Schüsseln die du auf dem Boden verteilt hattest waren randvoll mit Wasser, du gehst mit deinem kleinen Topf hin und schöpfst genug Wasser heraus. Du hattest eine kleine Metallvorrichtung die du über das Feuer stellen konntest um einen Kessel oder ähnliches zu erhitzen.

Deine Füße tapsen auf dem Boden entlang zur Feuerstelle, um jedoch dort hinzukommen musstest du zuerst über den schlafenden Godzilla hinübersteigst. Dadurch dass er sich vorhin durch deine Geräuschkulisse bewegt hatte, liegt er nun so blöd da das er den gesamten Fußboden einnimmt. Der Weg zu deinem kleinen Esstisch war jedenfalls blockiert. Du schwingst ein Bein nach dem anderen über den immer noch schlafenden Ace, sicher auf der anderen Seite angekommen stellst du deinen kleinen Topf erst einmal zur Seite um das Metallgestell zu holen. Mit einem lauten Schleifen ziehst du das schwere Gestell in Richtung Feuer, anschließend nimmst dir deinen kleinen Topf und hängst ihn mit dem kleinen Haken der sich daran befand an die Vorrichtung. Nun musste nur noch Feuer her. Dadurch dass es noch nicht lange aus war, sollte es dir nicht allzu schwer gelingen es wieder anzufachen. Deine Nase fängt bereits durch die Kälte an zu rinnen, und du wischt dir die austretende Flüssigkeit mit deinem Handrücken weg. Du nimmst dir ein Stück von der Zeitung und legst es vorsichtig zwischen die Glut, danach pustest du ganz sachte hinein. Ein kleines züngelndes etwas war zu erkennen und du stellst dein Gepuste für einen Moment ein, nur um noch schnell ein paar kleine Holzstücke zu finden mit dem du das kleine Feuer füttern konntest.

Der Holzstapel den du auf der Innenseite des Raumes geschlichtet hast, war vom Regen verschont geblieben und so war das ganze Holz relativ trocken geblieben. Als du einige Stücke von dem Stapel nimmst und in das Feuer legst knackt es mehrere Male laut. Das Holz war noch feucht von der Luft, aber es brannte und das war das wichtigste. Gierig verschlingt das kleine Feuer das Holz und wuchs unaufhörlich vor sich hin. Nach etwa zehn Minuten hatte es die richtige Größe erreicht um das Wasser im Topf zu erreichen. Langsam bilden sich kleine Perlen am Boden und es beginnt zu kochen. Du nimmst es vom Feuer und hängst einen Teebeutel hinein. Mit deinem Mehr Wasser als Tee setzt du dich nun im Schneidersitz vor das Feuer und beginnst daran zu nippen.

Das Feuer wärmte dich zwar auf, aber du zitterst immer noch am ganzen Körper. Ein kleinerer Hustenanfall überkommt dich und dir fällt beinahe dein Tee aus der Hand. Jep… du warst eindeutig krank. Die Zeitungen würden sich allerding nicht von alleine austragen. Seufzend stehst du auf und entledigst dich deiner Schlafklamotten. Schnell schlüpfst du in deine immer noch von Matsch verdreckte Hose und deinen viel zu Nassen Pullover. Gerade als du zu deinem Fahrrad gehen wolltest und dich raufgesetzt hast, legt sich eine Hand auf die Radlenkung. Verwirrt siehst du den Arm entlang, und musstest feststellen das es die Schlafmütze ist „Lass mich los! Ich muss arbeiten" zischt du ihn an. Er denkt aber gar nicht daran dich fahren zu lassen „Du bist krank! Also lass es…" gibt er dir als Antwort. Du blickst ihn genervt an „Du bist nicht mein Vater!". Dein Blick verfinstert sich ein wenig und du siehst mit einem ausdruckslosen Gesicht zu Ace, welcher dich eingehend mustert. „Du kommst mit mir" hattest du gerade richtig gehört? Er wollte dass du mit ihm mitkommst? „Ich denk ja gar nicht daran!" pritscht du ihn an. Ace war etwas erstaunt über dein Verhalten, musste sich aber dann eingestehen dass du alleine bist und somit auch um einiges Reifer warst als andere Kinder in deinem Alter. „Na schön! Wie du willst" so schnell konntest du gar nicht schauen, und liegst plötzlich auf der Schulter von Ace „Lass mich auf der Stelle runter!". Du schreist aus Leibeskräften, aber die Feuerfaust schien es einfach zu ignorieren. Selbst deine Faustschläge gegen seinen Rücken machten ihm nichts aus. Schließlich gibst du es auf dich zu wehren und stützt dich stattdessen mit deinen beiden Händen an seinem Rücken ab um die Gegend in Augenschein zu nehmen.

Es vergingen Stunden, sein Orientierungssinn war definitiv nicht der beste. Irgendwann war auch die Landschaft zu langweilig, und deine Erkältung forderte Ihren Preis. Du wirst langsam müde, und es fällt dir immer schwerer deine Augenlieder offen zu halten. Nach etwa fünfzehn Minuten warst du ganz weggeschlafen, und deinen Kopf fiel schlaff auf den Rücken von Ace. Dieser schien es zu bemerken und blieb kurz stehen „Hey kleiner! Alles in Ordnung?" Keine Antwort. Ein Blick auf dein hochrotes Gesicht verriet ihm dass es dir alles andere als gut geht. So beschleunigt er seinen Schritt, ehe ihr bei einem Gefährt ankommt das im Wasser schwimmt. Vorsichtig steigt er mit dir auf den Striker und legt dich behutsam auf den Boden ab. Prüfend legte er seine Hand auf deine Stirn und machte dabei ein Sorgen erfülltes Gesicht. Man konnte es Ace förmlich aus dem Gesicht lesen das es schlecht um dich steht. Schnell startet Ace den Striker und zischt mit dir über die aufpeitschende See hinaus. Einige Stunden Fahrt ihr nun schon über das Meer, immer wieder schweifte sein Blick dabei abwechselnd auf dich und die See. Das Ziel rückte nun immer näher, von weiten konnte man es kaum erkennen. Je näher ihr dem Objekt der Begierde jedoch kahmt, umso größer wurde es. Bis es sich schließlich als riesiges Schiff entpuppte. Gekonnt schultert er dich wieder über seine Schulter und klettert mit dir die runtergelassene Strickleiter hinauf.

Marco war der erste der Ace begrüßte „Hey! Was hast du denn da angeschleppt?" Seine Miene wechselte von Erfreut dich wieder zu sehen, auf Alter was hast du nun schon wieder angestellt. „Er ist Krank und braucht dringend medizinische Versorgung!" redet Ace auf Marco ein. Dieser mustert dich eingehend eher er zustimmend nickte „Na gut… bring ihn runter". Mit schnellen Schritten begebt ihr euch auf die Krankenstation, wo ihr bereits erwartet werdet. „Leg ihn dort auf die Liege" wies ihn eine Krankenschwester an. Behutsam legte er dich dort ab und wandte sich wieder der Schwester zu „Ich komme in ein paar Stunden wieder, um nach ihm zu sehen". Er ging die Türe hinaus, und lies dich bei ihr zurück. Nach wenigen Minuten trifft der Arzt an und untersucht dich. Dieser seufzt und wundert sich warum du dir eine derartige Krankheit eingefangen hast. Als er damit fertig war dich zu untersuchen, legte er dir einen feuchten Lappen auf die Stirn und deckt dich bis zum Kinn zu. „Er braucht jetzt viel Ruhe" war die Anweisung des Arztes. Die Schwester und der Arzt verließen ebenfalls den Raum, und machten das Licht darin aus. Nun war es dunkel, und du warst alleine.