So, das zweite Kapitel (auch wenn nicht so lang, wie das erste) ist fertig.
Schade, dass hier auf nicht mehr so viel los ist. Jedenfalls im deutschen Fandom.
Egal, ich denke, dass ich trotzdem dranbleibe ;)
Viel Spaß
2.
Das erste was Harry wahrnahm, nachdem er seine Augen öffnete, war ein stechender Schmerz in seinem Kopf.
Das zweite ein unangenehmes Ziehen in seinem Magen, als die Erinnerung von gestern Abend zurückkehrte.
Er stöhnte und zog die Bettdecke über seinen Kopf.
Unter dem Stoff war es dunkel und warm. Sein Atem war langsam und die Dunkelheit linderte seine Kopfschmerzen etwas.
Hier konnte er bleiben, am besten für immer.
Das Drücken in seiner Blase machte ihn jedoch darauf aufmerksam, dass das nicht möglich war.
Wieder entkam ein Stöhnen seinen Lippen.
Beim Aufrichten durchzuckte ihn erneut ein heftiger Schmerz, kleine Punkte tanzten vor seinen Augen.
Für einen kurzen Moment fühlte sich Harry an den Schmerz seiner Narbe erinnert, die schon seit einiger Zeit keinen Murks mehr von sich gegeben hatte. Warum sollte sie auch?
Als er die Vorhänge seines Bettes zur Seite schob, sah er Seamus, der grade zu dem Kleiderschrank ging.
"Mensch Harry, endlich von den Toten erwacht?" er grinste und sah ihn fragend an.
Der Gryffindore grummelte als Antwort.
Er richtete sich auf und ging vorsichtig in Richtung Badezimmer.
"Ich merk schon, nicht grade gesprächig" sagte Seamus und suchte etwas in dem Schrank.
Als Harry zurückkehrte, saß der Ire auf seinem Bett:
"Hermine und Ron haben nach dir gefragt und sich Sorgen gemacht".
"Hmhm" antwortete der Schwarzhaarige und suchte die Klamotten zusammen, die er in der Nacht wahrlos auf den Boden geschmissen hatte.
"Ich hab ihnen gesagt, dass es dir gut geht, nachdem du gestern sturzbetrunken warst und mit Malfoy etwas auf der Toilette hattest".
Harrys Kopf schnellte hoch, sodass er einige Sekunden das Gefühl hatte ohnmächtig zu werden. Mit aufgerissenen Augen sah er seinen Freund an:
"Bitte was?" kreischte er und seine Hose fiel auf den Boden.
Seamus lachte: "das war ein Scherz, hältst du mich für so herzlos?".
"Tu das nie wieder, ja?" Harry atmete tief ein. Die Kopfschmerzen ließen Übelkeit in ihm aufsteigen.
Der Ire schien zu wissen was in ihm vorging und hielt ein kleines Fläschchen hoch, das er wohl in dem Schrank gesucht hatte:
"Ich glaube du brauchst Medizin" sagte er und öffnete sie.
Harry kam näher und sah sich die bläuliche Flüssigkeit an: "was ist das?" fragte er.
"Anti-Katertrank" antwortete Seamus und reichte ihm die Flasche.
Der Schwarzhaarige roch daran, konnte aber keinen Geruch feststellen.
"Mach schon, es ist nicht vergiftet". Seamus nickte ihm aufmunternd zu.
Harry leerte es in einem Zug.
"Wie lange braucht es, bis es wirkt?" fragte er. Ein Gefühl von Wärme machte sich in seinem Magen breit.
"Ich würde sagen, 5 Minuten" antwortete sein Gegenüber.
"Dann geh ich duschen".
Mit diesen Worten schlurfte der Gryffindore wieder ins Badezimmer und schloss die Tür hinter sich
Das Wasser auf seiner Haut tat gut und er merkte wie der Trank begann zu wirken.
Harrys Gedanken schwirrten um den gestrigen Abend.
Wie war es bloß soweit gekommen?
Wieso übte Malfoy so eine Anziehungskraft auf ihn aus?
Es hatte sich nichts geändert.
Natürlich mochte der Schwarzhaarige Männer.
Das wusste er, seit Oliver Wood ihn an einem Abend in den Osterferien des sechsten Schuljahres in der Winkelgasse geküsst hatte.
Aber Malfoy war immer noch dasselbe schleimige Arschloch, das er immer gewesen war.
Viele der Slytherins hatten auf der guten Seite gekämpft. Zu Harrys Überraschung war auch der Blondhaarige dabei gewesen.
Hatte das etwas geändert?
Vielleicht seine Annahme, dass ein dunkles Mal auf seinem Arm gebrannt war, aber im Großen und Ganzen war alles beim alten.
Er dachte an den Tag, an dem es das erste mal passiert war.
Der Streit zwischen ihnen war besonders heftig gewesen. Der Slytherin beschimpfte ihn mit Inbrunst, während sie in einem leeren Korridor standen.
Harrys Hände hatten sich zu Fäusten geballt, sein Blut schoss wallend durch seine Adern und sein Herz hatte laut in seinen Ohren gepocht.
Er wusste nicht wie lange die Auseinandersetzung gedauert hatte, aber irgendwann war Malfoy gefährlich nahe gewesen.
"Das ist, weil du ein verdammter Idiot bist, Potter. Wenn ich könnte, würd' ich dich meine Schuhe lecken lassen, damit du genau weißt was ich von dir denke".
Wie in der letzten Nacht setzte etwas in Harrys Gehirn aus und das nächste, an das er sich erinnern konnte, war ein unbenutzter, alter Klassenraum, voller verstaubter Tische.
Er stieß unzählige Male gegen die Möbel und die blauen Flecken, die daraus entstanden, begleiteten ihn noch einige Wochen.
Malfoy war überall, küsste ihn und berührte ihn. Und, als er in ihn eindrang, über ihn gelehnt; als er selbst auf einem Tisch lag, wusste er genau was für eine Wut er für ihn empfand. Leidenschaftliche Wut.
Seit diesem Tag war es nahezu jedes Mal so abgelaufen.
Und obwohl Harry oft an seinem Verstand zweifelte, konnte er nicht damit aufhören.
Als der Schwarzhaarige aus der Dusche kam, ging es ihm wieder besser. Die Kopfschmerzen und Übelkeit war verschwunden.
Seamus war ebenfalls nicht mehr da.
Harry zog sich in Ruhe an und beschloss in die Küche zu gehen, nachdem er bemerkt hatte, dass es bereits nach 12 Uhr war.
Auf Mittagessen verspürte er keinen Appetit, also macht er sich auf den Weg in den unteren Teil Hogwarts.
Die Birne auf dem Portrait kicherte, als Harrys Finger sie berührten und nach ein paar Sekunden lachte sie laut.
Die Tür sprang auf und er trat ein.
In der Küche war nur reger Betrieb.
Eine Hauselfe kam herbei und sah in mit großen Augen an: "Meister Potter, was wünschen Sie?" fragte sie mit einer grellen Stimme.
"Ich hätte gern ein paar Brötchen, eins mit Schinken; eins mit Marmelade" antwortete er und setze sich an einen der Tische: "ach ja, und einen Kaffee...bitte".
Einige Minuten später stellte die Hauselfe das Essen auf den Tisch, verbeugte sich tief und lief wieder davon.
Harry fing an zu essen.
Als Blaise Zabini nach einem Klopfen die Tür öffnete, erblickte er einen rothaarigen Mann, der ihn erwartungsvoll anschaute.
"Ich grüße sie Mr. Finnigan" lächelte er und ging einen Schritt zur Seite.
Seamus trat ein und drehte sich zu ihm um, ebenfalls lächelnd:
"Dein Katertrank hat mir das Leben gerettet" sagte er und Blaise las in seinem Gesicht echte Dankbarkeit.
"Talent sollte nicht verschwenden werden" antwortete er.
Der Ire ging zu seinem Bett und setzte sich.
Als Vertrauensschüler hatte Blaise das Privileg einen eigenen Raum zu haben. Ein Segen.
"Hat Potter es gut überstanden?".
"Er musste auch von deinem Trank kosten, ich glaube es ging ihm wirklich schlecht" antwortete Seamus.
Blaise ging ebenfalls zu seinem Bett und setze sich neben den Gryffindore:
"Das glaub ich. Die Sache mit Malfoy scheint ihn ziemlich aus dem Konzept zu bringen".
Seamus rückte ein Stück näher, sodass sie sich fast berührten:
"Ich kann es ihm nicht verübeln".
Sie sahen sich einige Augenblicke schweigend an und der Slytherin fühlte eine wohlige Wärme, als er die Sommersprossen auf der Haut des Iren sah.
"Soooo...und warum bist du nun hier?" fragte er.
Auf Seamus Gesicht erschien ein Lächeln und er lehnte sich ein Stück vor, so dass seine Lippen nahe denen von Blaise waren:
"Ich muss doch noch das Versprechen von gestern erfüllen" flüsterte er und schloss den letzten Abstand zwischen ihnen.
Der Kuss ähnelte dem von gestern. Seamus verteilte sanfte Küsse auf die Lippen des Franzosen und forderte dann mehr, indem seine Zunge um Einlass bat.
Blaise gewährte ihn gerne.
Seamus kletterte auf seinen Schoß und der Slytherin stöhnte wegen der angenehmen Schwere.
Sie waren sich nahe. Das merkte er immer wieder. Diese Nähe zwischen ihnen trieb ihn in den Wahnsinn.
Es war, als wären ihre Lippen, Hände, Körper füreinander geschaffen.
Jede Berührung schien perfekt.
Die Shirts der beiden landeten auf den Boden.
Der Slytherin küsste die karamellfarbene Haut, roch den bekannten Duft des Duschgels, das süß, aber dennoch männlich in seine Nase strömte.
Seamus stöhnte und drängte sich dichter an seinen Körper, was schier unmöglich war, aber die Nähe wurde größer.
"Was soll ich tun?" flüsterte der Ire und sah ihm in die Augen.
"Bleib einfach da wo du bist" antwortete Blaise und lächelte.
Seamus nickte, erhob sich trotzdem kurz um seine untere Bekleidung auszuziehen. Blaise tat es ihm gleich.
Als sie nackt waren und er wieder auf seinem Schoß saß stöhnten sie beide auf und der Gryffindore legte seine Hände um den Nacken des Schwarzhaarigen.
Dieser richtete sich auf und so saß er ebenfalls. Seamus schlang seine Beine um den gebräunten Rücken und erhob sich ein Stück.
Blaise Glied drang in die heiße Enge ein und er keuchte überrascht auf.
Seamus grinste: "Zauber schon erledigt bevor ich hier war" raunte er und fing an sich zu bewegen.
Perfekt; dachte Blaise, als sie den Rhythmus fanden.
Es war langsamer, intensiver Sex.
Sie küssten sich immer wieder und Seamus strich, kratzte über den Rücken des Slytherins.
Ihre Oberkörper rieben aneinander, sodass sich Schweiß bildete.
Obwohl der Rhythmus nicht schnell war, merkte Blaise wie er nahe davor war zum Orgasmus zu kommen. Er küsste Seamus Nacken, umfasste sein Becken, das sich hoch und runter bewegte, leicht über seinen Schritt rollte:
"Seamus, ich glaub so halt ich das nicht mehr lange durch" flüsterte er und küsste dessen Ohrmuschel.
"Nicht schlimm, ich auch nicht" keuchte Seamus als Antwort und seine Bewegung wurde schneller.
Die Striemen auf Blaise Rücken wurden rot und, als sie sich erneut küssten dachte dieser für einen Moment er würde wegen Luftmangels ersticken.
Er umfasste Seamus Glied und pumpte einige male, bis Seamus mit einem lauten Stöhnen in seine Hand kam.
Blaise kam ebenfalls und die Wucht traf ihn so hart, dass er für einen kurzen Moment Sterne vor seinen geschlossenen Augen sah.
Er wusste nicht wie viel Zeit verstrichen war, aber als Seamus sich von seinem Schoß erhob und sich neben ihn legte, öffnete er seine Augen und sah zur Seite.
Der Ire hatte seine Augen immer noch geschlossen. Ein seliges Lächeln lag auf seinen Lippen und seine Brust hob und senkte sich schnell.
Blaise konnte sich nicht dagegen wehren und lächelte ebenfalls.
"Verdammt, das war perfekt. Wir sind die besten" sagte Seamus und öffnete seine Augen.
Das Grün-Blau funkelte dem Franzosen entgegen.
Perfekt. Da war das Wort wieder.
Blaise fragte sich, ob Seamus genauso dachte.
Die Wärme in seinem Bauch verstärkte sich und sein Herz machte einen kleinen Sprung.
Plötzlich kam ihm ein Gedanke. Die Erkenntnis durchzuckte ihn wie ein Blitz und ein aufgeregtes Kribbeln gesellte sich zu der Wärme.
Das war nicht gut. Gar nicht gut.
Seamus schien die Veränderung zu bemerken, denn das Lächeln auf seinem Gesicht verschwand langsam. Besorgnis schwabbte in das Farbenmeer seiner Augen:
"Alles in Ordnung Blaise?".
