Tja, da melde ich mich wieder zurück mit Kapitel 2. Danke an meine Dragile für's betalesen.
Disclaimer: Natürlich gehört alles dem Tolkien und ich versuche kein Geld damit zu verdienen.
Der Fall der Sterne
Kapitel 2: Gewinn
Ereinion war einer der Elben, die Elros gemeinsam mit mir verabschieden würden. Ich ritt Seite an Seite mit ihm zu den Häfen von Lindon, die um einen Tagesritt entfernt lagen. Mit jedem weiteren Hufschlag, den meine getreue Stute Nimloth tat, schienen meine Glieder mehr und mehr einzufrieren. Ich wollte nicht zu den Häfen. Dort zu sein, bedeutete Elros für immer zu verlieren.
Ereinion versuchte mich krampfhaft von ihm abzulenken und begann über die Verteilung der Sindar in den östlichen Gefilden Mittelerdes zu sprechen. Auf diese Weise erfuhr ich auch, dass ein Elb namens Oropher sich im Großen Grünwald niedergelassen hatte und nun den Teil der Grünelben, die sich dort vor einiger Zeit ansiedelten, zu regieren. Ereinion verriet mir, dass Oropher ein junger Elb war für einen König, doch ein strenger Herrscher sei. Erst kürzlich habe ihn aber die Nachricht ereilt, dass Grünwalds Erbe geboren sei, den der König „Thranduil" nannte. Dies waren jedoch nur die üblichen Formalitäten. Oropher mied den restlichen Kontakt zu uns Noldor, denn wie viele Sindar und König Thingol von Doriath zuvor, war er wegen des Fluches Feanors nicht gut auf uns zu sprechen.
Die Häfen kamen langsam in Sichtweite und ich wurde nervös. Doch ich ritt stolz und gekränkt zugleich an die Stelle, an der uns Elros begrüßte. Seine Kleidung ließ mich die Augenbraue heben. Er war viel zu leicht gekleidet für eine Überfahrt. Jetzt wo er sterblich war, konnte er die Kälte strenger spüren, als wir Elben und ich fürchtete er würde sich erkälten. Doch ich kannte meinen Bruder und fürsorglich, wie ich trotz der Enttäuschung über seine Entscheidung war, hatte ich daran gedacht ihm einen warmen Mantel und einen Umhang mitzubringen. Seine Kleider hatte er vergessen, das hatte ich in seinem Gemach gesehen, doch ich brachte ihm nicht seine eigenen Kleidungstücke, sondern meinen Mantel und meinen Umhang, als Erinnerung, damit er mich niemals vergaß.
Ereinion legte Elros eine Hand auf die Schulter und sagte: „Mögen die Valar deine Reise ruhig verlaufen lassen und dich zu besseren Zeiten führen, als du hier in Mittelerde erlebt hast. Ich wünsche dir alles Gute."
Dann küsste er ihn zum Abschied auf die Stirn und ging zurück zu seinem Pferd. Elros verabschiedete noch weitere Elben, die zu Gil-galads Hofstaat gehörten. Ich war als letztes an der Reihe.
Verbergen konnte ich nicht, dass mir zum Weinen zumute war, doch noch war ich in der Lage meine Gefühle zu zügeln, auch wenn meine Augen unerträglich brannten. Langsam zog ich Mantel und Umhang aus meiner Satteltasche und drückte sie Elros in die Hand.
„Damit du nicht frierst auf dem Schiff", sagte ich verzweifelt.
Ich konnte fühlen, dass es meinem Bruder nicht anders ging, als mir. Ich konnte seine Traurigkeit spüren. Schließlich nahm er mich in die Arme, krallte sich für einen Moment so fest an mich, dass ich dachte, er wolle mich nie wieder loslassen und sagte letztendlich: „Vielen Dank, Elrond!"
„Nein, danke mir nicht. Und jetzt, verschwinde endlich. Ich will dich nicht mehr sehen!"
Elros nickte lächelnd, bedachte die anderen Elben mit einem letzten Blick und stieg an Bord. Nun konnte ich meinen Tränen freien Lauf lassen, während das Schiff meines Bruders gen Westen segelte, bis es am Horizont verschwand.
.-.
Nichts gefiel mir noch ohne Elros. Ich wurde zu träge, um meine Bücher zu lesen, ging nur noch selten in den Hofgarten und mein Leben bestand für ein paar Monate nur noch Grübeleien vor meinem Kamin. Es verging kaum eine Minute, in der ich nicht darüber nachdachte, wie es Elros ging und ob er eine Frau gefunden hatte. Am meisten fürchtete ich mich davor, er könne krank werden. Wir Elben kannten keine Krankheiten und wir wussten auch nicht, wie sie sich anfühlten. Deswegen stellte ich sie mir als etwas sehr Schlimmes vor. Ich fürchtete mich vor ihnen, wie vor Morgoth.
Palanorn, mein Lehrer, war von seiner Reise zurückgekehrt und holte mich für den Unterricht wieder in die Bibliothek. Anders als sonst, freute ich mich nicht auf meine Stunden. Ich saß einfach nur da, während sein Tadel sich über mich ergoss, wie eine riesige Lawine. Eben hatte er mich geprüft, ob ich auch alles auswendig gelernt hatte, doch da ich nur das wusste, was ich bis zu Elros' Abfahrt gelernt hatte, konnte ich nicht alle seine Fragen beantworten.
„Ich verstehe euch nicht!", schimpfte er. „Ihr seid ein sonst so tüchtiger Schüler und lernt schneller, als jeder andere in eurem Alter. Warum werft ihre diese Gabe einfach weg durch eure Faulheit? Dafür wird eine Strafe nötig sein, Elrond! Wenn wir den Unterricht beendet haben, werdet ihr hier bleiben und Herrn Mardil beim Umsortieren der Bücher helfen!"
„Ja, Meister Palanorn", sagte ich bedrückt und senkte beschämt den Kopf.
Er hatte Recht. Es war nicht meine Art. Elros war derjenige von uns beiden, der zur Faulheit neigte. Ich war immer ein Musterschüler gewesen. Palanorn seufzte und setzte sich zu mir an den Tisch. Er legte seine Hand auf meine Schulter.
„Ich weiß, wie schwer es für euch ist, aber wenn ihr euch nicht zusammenreißt und eure Gedanken nicht anderen Dingen zuwendet, als eurem Bruder, dann fürchte ich, werdet ihr nicht weit kommen in dieser Welt. Ich bitte euch. Ich möchte nur euer Bestes, doch auch ihr müsst dafür etwas tun, Elrond!"
„Ich werde mich bemühen", antwortete ich.
„Das will ich hoffen", sprach er.
Damit war der Unterricht für diesen Tag beendet, früher als sonst, aber Meister Palanorn sah es ebenfalls als eine Strafe an, sich zu weigern, mich zu lehren, denn er wusste um meinen Wissensdurst. Stattdessen führte er mich zu Herrn Mardil, unserem Bibliothekar, der sehr dankbar für meine Hilfe war, denn er musste Bücher in die neuen Regale einsortieren. Er war schon fast daran verzweifelt, weil der mannshohe Bücherhaufen nicht kleiner werden wollte.
„Zu zweit, mein Herr Elrond", aber meinte er, „wird dies in kürzester Zeit zu schaffen sein."
So hatte ich Bücher in den Händen, von denen ich noch nie etwas gehört hatte oder die so tief in der Bibliothek versteckt waren, dass kein Elb sie jemals fand. Auch das Regal der besonders kostbaren Bücher musste umgeräumt werden und Mardil befahl mir so vorsichtig wie möglich mit ihnen umzugehen, denn eines der Bücher war ein von Feanor selbst verfasstes Buch. Wie es in die Bibliothek Gil-galads kam, ist mir ein Rätsel, denn die Söhne des Herrn Feanor rissen alles, was ihrem Vater und ihrer Familie gehört an sich ohne Ausnahme. Jeder, der ihnen ihren „Familienbesitz", wie sie es nannten, entreißen wollte, wurde gnadenlos getötet.
Meine Arbeit dauerte bis zum Abend und als ich wieder in mein Gemach ging, war ich müde vom vielen Bücher tragen. Nachdem ich mein Zimmer betreten hatte, musste ich überrascht feststellen, dass Ereinion am Kamin saß und auf mich wartete. Er lächelte mich an, kam zu mir herüber. Dabei legte er eine Hand freundschaftlich an meinem Rücken.
„Palanorn erzählte mir von deinen Lernerfolgen", meinte er, nun wieder ernst.
Ich seufzte.
„Er war nicht begeistert, Elrond."
„Es tut mir Leid, aber..."
„Vergiss nicht, dass du dies alles für dich lernst und nicht für mich oder deinen Lehrer", meinte Ereinion. „Wie Palanorn wahrscheinlich schon zu dir sagte, musst du deine Gedanken von deinem Bruder abwenden und ich kann dir sagen, wie du dies tun wirst."
Ich sah ihn an und hob eine Augenbraue.
„Frau Galadriel, eine Verwandte von mir – übrigens auch eine entfernte Verwandte von dir – wird morgen hier eintreffen. Sie wird ihre zwei Töchter bei sich haben und ich möchte, dass du ihnen Gesellschaft leistest. Führ sie ein wenig im Schloss herum, zeig ihnen die Brunnen, schleicht euch von mir aus heimlich in die Küche..." Ich errötete. Er wusste es also. „...oder spazier mit ihnen im Hofgarten. Es wird dich ablenken."
„Ich kann es versuchen", versprach ich.
„Das freut mich", erwiderte Ereinion zufrieden.
.-.
Galadriel und ihre Töchter trafen etwa zur Mittagszeit ein und Ereinion führte sie als erstes in den Speisesaal, denn er vermutete sie hungrig von ihrer Reise. Das schienen sie auch in meinen Augen zu sein, zumindest das jüngste Mädchen, das neben ihrer Mutter lief. Ich hatte ein komisches Gefühl, als sie mich ansah. Sie war zwar noch sehr jung, ging mir ungefähr bis zur Hüfte, aber sie hatte einen durchdringenden Blick, bei dem ich das Gefühl hatte, plötzlich nackt dazustehen. Etwas, das sie von Frau Galadriel geerbt zu haben schien, denn ihr Blick war nicht anders, als der ihrer Tochter, ihre Augen waren nur heller, als die von Frau Galadriel. Die ältere von beiden Mädchen aber, hatte einen sanften Blick, der mir die Röte ins Gesicht trieb. Sie schien kaum jünger, als ich zu sein, vielleicht ein halbes Jahrhundert. Mehr nicht. Ereinion hatte Recht. Meine Gedanken galten nicht länger meinem Bruder.
Galadriel stellte ihre Töchter als Celebrían, die ältere der beiden, und Galadwen vor. Galadwen... Galadwen! Bei diesem Namen weiten sich meine Augen zu einer Größe, die man schon als unhöflich ansehen konnte. Schnell erinnerte ich mich wieder an meinen seltsamen Traum, den ich für unwichtig gehalten hatte. Die Frau, die ich gesehen hatte, war keine andere als Elbereth gewesen. Ich hatte in Feanors Buch geschaut und eine Illustration der Sternenkönigin gesehen. Doch was wollte sie mir sagen?
Von diesem Zeitpunkt an wurden die Töchter Galadriels das ständige Ziel meiner Beobachtungen. Wenn Celebrían an mir vorbeiging, setzte mein Herz einen Schlag aus, nur um danach schneller zu pochen, als zuvor. Galadwen aber musterte ich so neugierig, wie ein kleines Kind eine Süßigkeit, die es von seinem Vater geschenkt bekam, jedoch noch nie gegessen hatte, denn ich versuchte so viel, wie nur möglich, über sie herauszufinden. Wenn Elbereth mir im Traum ihren Namen nannte, dann hatte dies etwas zu bedeuten und ich würde erfahren, was es war, koste es was es wolle.
Eines Nachmittags nun saß ich in der Bibliothek und las ein Buch über Athelas und seine vielen Wirkungen, als das kleine Elbenmädchen sich zu mir gesellte. Sie setzte sich an den Tisch, an dem ich saß, schaute mir beim lesen zu.
„Alae(1)", sagte ich.
„Alae", antwortete sie.
Dann wandte ich mich wieder meinem Buch zu. Ich wollte abwarteten, was sie tat, wenn ich nicht auf sie reagierte. Doch Galadwen saß ruhig an meiner Seite, schaute mich nur an und sprach kein Wort. Eine halbe Stunde saßen wir beide so da, bis ich schließlich fertig war mit meiner Hausaufgabe. Ich stellte das Buch wieder ins Regal.
„Elrond?", fragte Galadwen vorsichtig.
„Ja?", fragte ich freundlich.
„Darf ich euch etwas erzählen?", wollte sie wissen.
„Aber sicher!", antwortete ich.
„Gehen wir hinaus?"
„Könnt ihr es mir nicht hier sagen?"
Sie schüttelte den Kopf und nickte zu Mardil hinüber.
„Er darf es nicht hören", meinte sie geheimnisvoll.
„Aber er ist doch so weit weg. Er wird es sicher nicht hören!"
„Nein, nein, nein!", schmollte sie und bedachte mich mit einem so durchdringenden Blick, dass mir das Blut in den Adern gefror.
„Ich komme ja", sagte ich.
Hatte sie gerade wirklich versucht meine Gedanken über Celebrían zu lesen? Als Galadwen mir in die Augen blickte, sah ich das Bild ihrer Schwester klar in meinem Kopf. So etwas hatte ich nur ein einziges Mal erlebt und dies war, als jemand versucht hatte meine Gedanken zu lesen. Galadwen war mir unheimlich.
Sie führte mich hinaus in den Hofgarten zu einer abgelegenen steinernen Bank, die normalerweise nur von Pärchen benutzt wurde, die allein sein wollten, ohne die Blicke anderer Elben. Ich tat es als eine kindliche Scheue hab, wenn sie nicht wollte, dass man uns beisammen sah, doch ich sollte gleich erfahren, dass ich falsch lag.
„Ich habe etwas geträumt", begann Galadwen und ich hob meine Augenbraue. „Etwas sehr seltsames. Ich darf nur euch etwas davon erzählen."
„Nun, wirst du mir gleich davon berichten?"
„Sicher", sagte sie. „Ich habe von Manwe Súlimo geträumt und er hat mir ein Lied beigebracht. Ein ganz schönes Lied! Er nannte es „Das Vierte Thema". Ich soll es euch beibringen, hat er gesagt, und niemand außer euch darf das Lied hören."
Bei Eru! Was redete dieses Kind? Warum sollte es ein Viertes Thema geben? Aber verstehe jemand, was im Kopf eines Elbling vor sich ging. Ich ließ mir das Lied beibringen und die Melodie war die schönste und zugleich beeindruckendste, die ich je gehört hatte. Galadwen sang mit der Stimme einer erwachsenen Elbe, nicht wie jemand ihres Alters. Sie traf die tiefsten Töne genauso sauber, wie die höchsten und es war schwer für mich, das Lied genau so zu erlernen, wie sie es mir vorsang, was mich verwunderte. Ich war zwar kein Sänger und Harfner, aber wie alle Elben liebte ich Musik und Gesang. Nie war es mir schwer gefallen ein Lied zu singen.
Galadwen brauchte Tage, um es mich zu lehren, aber am Ende war sie zufrieden mit meinen Fortschritten. Warum ich dies für sie tat, wusste ich nicht, schließlich kannte ich sie kaum. Vielleicht lag es einfach daran, dass sie mir älter vorkam, als sie war, denn sie benahm sich keines falls so, wie ein Elbling, der noch nicht einmal seinen hundertsten Sommer erreicht hatte. Dieses Kind war eindeutig unheimlich! Doch es beruhigte mich ein wenig, als ich sie auf der Treppe stolpern sah und sie zu weinen begann. Kein erwachsener Elb stolperte.
Ich lief schnell zu ihr hinunter, um ihr aufzuhelfen, nahm sie in den Arm und tröstete sie. Auch wenn sie etwas seltsam war, hatte ich bereits begonnen, sie zu mögen. Galadwen hingegen folgte mir, wie ein kleiner Schatten. Wann immer ich auch Zeit hatte, spielte ich mit ihr, lehrte sie das Schreiben (denn dies beherrschte sie noch nicht so gut, wie sie es sollte) oder stahl mich heimlich mit ihr in die Küche. Dann brachten wir gewöhnlich auch Celebrían ein Stück Kuchen vorbei.
Einmal wurde Galadwen plötzlich zu ihrer Mutter gerufen und ich blieb allein mit ihrer Schwester auf der Terrasse unter der Bibliothek zurück. Weder sie noch ich sagten ein Wort. Eine unangenehme Stille entstand und ich suchte verzweifelt nach etwas, dass ich sie fragen oder über das ich mir ihr reden könnte. Celebrían war schön, so schön, dass es mir den Atem raubte. Ich liebte die Art, wie sie lief, sprach, ja, ich liebte ihr Lachen. Doch am allermeisten liebte ich ihre wundervollen grünen Augen, in denen ich hätte versinken können. Ihre Lippen waren von einem so tiefen Rot, dass sie geradezu einladend wirkten... Ich schüttelte den Kopf bei meinen Gedanken. Es war anstößig über so etwas nachzudenken.
Celebrían sah mich besorgt an.
„Ist euch nicht gut, Herr Elrond?"
„Doch", meinte ich lächelnd. „Mir geht es bestens. Ich habe gerade eben nur nachgedacht."
„Manchmal", begann sie nach einer Weile und schaute in den Himmel, „werde ich auch nachdenklich und grüble über Dinge, die in den Ohren eines anderen sicher einfältig klingen, doch sie wollen mir nicht aus dem Kopf gehen."
„Warum sollten eure Gedanken einfältig sein?", fragte ich verwundert.
„Ich traue dem Frieden nicht", sagte Celebrían. „Es ist ruhig geworden. Zu ruhig. Zwar erinnere ich mich nicht an alle Dinge, die geschahen bevor Mittelerde auseinander brach und Beleriand in den Fluten des Meeres verschwand, aber ich weiß sehr wohl noch von Morgoths Schatten und seinen bösen Taten. Ich hörte viele Elben darüber sprechen, dass die Zeit des Schreckens vorüber und nun endgültig Stille eingekehrt sei, doch ich will nicht glauben, dass es stimmt. Ich habe ein ungutes Gefühl."
„Ich weiß nicht, ob es vielleicht eine Ahnung ist, welche euch zu warnen versucht", wollte ich sie zu beruhigen, „ aber vielleicht ist es auch nur die Angst vor dem Vergangenen. Ihr sagt, ihr erinnert euch kaum noch an diese Zeit. Ich selbst habe viele Erinnerungen an sie verloren, doch die Angst vor dem Gemetzel, in dem ich meine Mutter verlor, steckt noch tief in meinen Knochen. Ich habe sie ins Meer stürzen sehen. Man sagte, sie habe überlebt und wäre als Schwan meinem Vater nach Aman gefolgt, doch ich bezweifle diese Geschichte sehr."
Celebrían lächelte. Zu meiner Verwunderung strich sie mir sanft über die Wange.
„Ich habe noch nie einen Elben über Angst reden hören", meinte sie sanft.
Meine Wangen färbten sich rot. Ich hatte es nur erwähnt, weil ich sie beruhigen wollte, hatte aber nicht bemerkt, dass ich dabei eine meiner Schwächen zugegeben hatte. Wie gern wäre ich nun einfach im Boden versunken.
„Verzeiht, Celebrían", sagte ich und wusste zugleich nicht, wofür ich mich bei ihr entschuldigte.
Sie nahm ihre Hand von meiner Wange, lächelte mich aber immer noch an.
„Ihr braucht euch nicht zu entschuldigen", erwiderte sie. „Mir gefällt es nicht, wenn Elben prahlen. So behagt es mir mehr."
Nun errötete auch sie.
„Ver...Vergesst, was ich gesagt habe!", bat sie und drehte sich schnell wieder dem Himmel zu.
Fortsetzung folgt...
.-.
(1)Alae: Sindarin für „Hallo"
.-.
So, ich hoffe ihr hatte Spaß mit dem 2. Kapitel. Vielleicht hat es euch ja gefallen. Ich würde mich über ein Review freuen. Bye, bis zum nächsten Kapitel.
Eure Soph
