So, dass hier ist nur eine ganz kurze Geschichte, die mir spontan eingefallen ist

Hatte diesmal auch keinen Beta-Leser, also nicht wundern, wenn ein paar Fehler drin sind ;)

Ich bin echt baff, wie oft sich das erste Kapitel schon angeschaut wurde, aber hinterlasst doch bitte auch Reviews ;)

Ich weiß leider noch nicht, wann das nächste Kapitel kommt, kann evtl etwas dauern

„Moooooommyyyyyyy!" hörte man plötzlich ein unglaubliches Geschrei aus dem Kinderzimmer. Thorin seufzte. Konnte man denn nicht irgendwann mal seine Ruhe haben? Seine Schwester hatte ihm am Nachmittag verkündet, sie sei bei einer Freundin eingeladen und er müsse abends ein wenig auf ihre Söhne Fili und Kili aufpassen. Das war an sich kein Problem, Thorin mochte die Jungen, von denen der Ältere schließlich einmal sein Erbe sein würde. Außerdem hatte Dís bereits mit ihnen zu Abend gegessen, so dass er nur noch eine Geschichte erzählen und die Jungs dann ins Bett bringen musste. Als dann noch spontan sein bester Freund Dwalin an die Tür geklopft hatte, versprach es, wirklich ein lustiger Abend zu werden. Sie hatten sich vor den Kamin gesetzt, ein bisschen herumgealbert und als die beiden Zwerglinge dann langsam müde wurden, hatte Dwalin sich noch eine Geschichte überlegt. Er konnte wirklich gut erzählen, sogar Thorin hörte ihm gern zu. Aber heute Abend war er erstaunlich müde gewesen und so konnte er sich nun kaum noch an den Inhalt erinnern. Deshalb war er auch sehr froh als Sein Freund sich bald wieder verabschiedete und ihn in dem behaglichen Haus allein ließ.

„Mooooooooooommyyyyyyyyyyyyy!" Das Schreien war diesmal sogar noch lauter und erinnerte ihn daran, dass er sich nun wohl oder übel aus seinem Sessel bewegen musste, da besagte „Mommy" ja bei einer Freundin war. Er stand auf und lief den Flur zum Kinderzimmer hinunter. Noch bevor er die Tür öffnete hörte er ein Schluchzen. Er öffnete. „Jungs was ist denn?" „F-Fee meint, er hätte einen Warg unter meinem Bett gesehen", schluchzte der jüngere der beiden Brüder. Er saß zusammengekauert am oberen Ende seines Bettes und hielt seine Bettdecke fest umklammert. Aus großen Augen starrte er seinen Onkel an. Dieser seufzte und war dem Blonden einen tadelnden Blick zu. „Fili! Wie oft haben deine Mutter und ich dir schon gesagt, du sollst deinem Bruder keine Angst machen?! Er ist fünf Jahre jünger als du!" „Aber ich habe wirklich etwas unter Kees Bett gesehen!" Der Junge grinste schelmisch. Im anderen Bett fing sein Bruder wieder an zu wimmern. „Ach Kili." Thorin beschloss, Fili jetzt erst einmal zu ignorieren. „Du brauchst wirklich keine Angst haben. Wie soll denn ein Warg unter dein Bett passen? Die sind doch viel zu groß. So etwa:" Er zeigte mit der Hand die ungefähre Schulterhöhe eines riesigen Wolfs. Aber der Kleine schluchzte nur noch lauter. Na super, jetzt hatte er noch mehr Angst. Verdammt, warum war Dís nicht da? Er hatte Kinder noch nie sonderlich gut beruhigen können. „Na dann kommt nochmal mit ins Wohnzimmer. Ich erzähle euch wie an Warge ganz gut vertreiben kann." Thorin ging zum Bett und hob seinen Neffen auf den Arm. Wie leicht er noch war. Bei Fili konnte er das nun schon seit einer Weile nicht mehr machen, der Junge war in letzter Zeit enorm gewachsen.

Zusammen mit den beiden lief er zurück zum Kamin und setzte sich auf seinen Sessel, Kili auf dem Schoß und Fili auf der breiten Armlehne zusammengekauert. Er freute sich, so leicht an eine weitere Geschichte gekommen zu sein.

„Also" begann sein Onkel. „Ich erzähle euch, wie Durin, der Herr von Moria, einmal ein ganzes Rudel Warge besiegt hat.

Ok, Durin und seine Männer waren nun schon seit Tagen auf der Hut. Immer wieder hatten sie am Osttor ihres geliebten Königreiches Moria merkwürdige Geräusche vernommen, aber immer nur nachts. Also stellte der König Späher am Kheled-zâram auf. In der nächsten Nacht hörten sie wieder dieses Schaben und Heulen, wie von Wölfen, nur viel lauter und machtvoller. Als die Kundschafter am nächsten Morgen zurückkehrten, erzählten sie: „Es sind die Warge aus den Nebelbergen. Riesige wolfsähnliche Kreaturen, mit riesigen Klauen und Zähnen. Sie suchen nach einem Weg in den Berg." Durin überlegte, wie er die Monster überlisten könnte und schließlich kam ihm eine Idee. An der Nordseite des Tales gab es eine versteckte Höhle, deren Türe mit Zwergenmechanismen verschlossen war. Er schickte Männer dort hinauf, die die Aufmerksamkeit der Warge auf sich ziehen, und dann in der Höhle verschwinden sollten. Als die riesigen Kreaturen in der folgenden Nacht wieder kamen, machten die versteckten Zwerge einen großen Lärm und wirklich, sie folgten den Geräuschen und liefen ans nördliche Ende vom Dimrill-Tal. Durin schlich ihnen mit seinen besten Männern nach. Als die Warge schließlich vor der Felswand standen und merkten, dass man sie reingelegt hatte, war es bereits zu spät. Die Zwergenkrieger griffen mit Schwertern und Äxten und vor allem viel Feuer an. Sie vernichteten das ganze Rudel und so lange Durin lebte, traute sich kein Warg mehr in die Nähe von Moria. Außerdem haben seit dem Tag alle Warge eine schreckliche Angst vor Feuer und das ist auch die beste Methode um sie zu bekämpfen." Fili und Kili schauten ihren Onkel mit großen Augen an. „Wie, das wars schon?" fragte Fili ungläubig. „Nur so kurz?" „Ihr habt heute schon eine Geschichte gehört und eigentlich solltet ihr längst im Bett sein!" konterte Thorin. „So, jetzt wisst ihr, wie man Warge besiegt. Meinst du, du kannst jetzt schlafen Kili?" „Hmhmm", der Kleine war schon sichtlich müde. „Aber der Warg unter meinem Bett, der ist ja nicht von Durin umgebracht worden. Machst du das, Onkel Thorin?" bettelte er. „Naja, ich kann ja schlecht mit brennenden Pfeilen auf dein Bett schießen, da würde deine Mutter ja einen Anfall kriegen." Thorin fürchtete, schon zu wissen, was jetzt kommen würde. „Aber du kannst doch dein Schwert holen und ihn so tot machen." Kili war von der Stärke seines Onkels fest überzeugt. „Hmmm" brummelte dieser. „Wenn es denn sein muss." Also lief er in sein Schlafzimmer, seinen Neffen immer noch auf dem Arm und holte sein Schwert. Als er ins Kinderzimmer kam, saß Fili bereits im Bett, ein breites Grinsen im Gesicht. Thorin setzte Kili auf sein Bett und begann dann, wie wild unter dem Bett herum zu stochern. Schließlich stand er wieder auf und klopfte sich den Staub von der Hose. „So, jetzt müssten alle Warge tot sein." Der kleine Zwergling strahlte. „Danke, Onkel!" Dieser drehte sich zu dem Älteren um und deutete mit der Schwertspitze auf ihn. „Und wenn du deinem kleinen Bruder noch einmal Angst mit irgendwelchen Schauermärchen machst, jage ich dich eigenhändig mit diesem Schwert durchs ganze Haus!" Er ging zur Tür und pustete die Kerze aus. „Gute Nacht ihr zwei und träumt schön." Dann schloss er die Tür hinter sich und seufzte auf. Jetzt kam endlich sein wohl verdienter Feierabend!