DISCLAIMER: WELT UND PERSONEN GEHÖREN J. K. ROWLING.
Die Auswahl
Sie versammelten sich pünktlich um Viertel vor elf in der Eingangshalle des Grimmauldplatzes. Sirius trug seine nagelneue Schuluniform, neben ihm standen ein schwerer Koffer und ein Käfig, in dem eine große Eule mit funkelnden gelben Augen hockte. In der Tasche spürte Sirius seinen Zauberstab, den er zu seinem elften Geburtstag bekommen hatte.
„Bereit?", fragte Orion Black. Er legte seine Hand auf Sirius' Schulter, während seine Frau nach Regulus' Hand griff. Es wurde schwarz um ihn herum, die Luft wurde ihm aus den Lungen gepresst – dann standen sie plötzlich alle zusammen auf Gleis 9 ¾. Die Sonne schien und neben ihnen dampfte und zischte der Hogwarts-Express.
Sirius spürte, wie eine angenehme Erregung in ihm aufstieg. Endlich war es so weit. Endlich würde er nach Hogwarts gehen, endlich würde er richtig zaubern lernen, endlich würde er andere Kinder kennen lernen und endlich würde er tun und lassen können, was er wollte. Er hatte genug von den strengen Regeln und der steifen Förmlichkeit des Grimmauldplatzes.
Um die Schule würde er sich nicht weiter kümmern müssen, das Lernen würde ihm nicht schwerfallen; er war ein Black, er würde der beste sein. Er würde im Gemeinschaftsraum kommen und gehen können, wie es ihm beliebte, denn er war ein Black. Die anderen Schüler würden um seine Aufmerksamkeit buhlen, denn er war ein Black. Er würde das ganze Schloss auskundschaften und er würde alle Geheimgänge finden und jedes Geheimnis ergründen, denn er war ein Black und ein Black erreichte immer, was er sich vornahm.
„Sirius." Die Stimme seines Vaters riss ihn aus den Gedanken. „Du weißt, was ich von dir erwarte."
Sirius nickte.
„Ja, Vater."
„Gut." Orion Black lächelte. „Ich verlasse mich auf dich."
„Benimm dich und mach unserem Namen Ehre!", fügte Walburga Black schärfer hinzu. Vermutlich dachte sie immer noch an Tante Druellas schwelenden Umhang.
„Ah, da sind die Malfoys..."
Sie vergaß Sirius und begrüßte Mr. und Mrs. Malfoy, die Lucius zum Zug begleiteten.
„So, du kommst jetzt also auch endlich nach Hogwarts", wandte sich dieser an Sirius. Er nickte.
„Slytherin wird dir gefallen. Bei uns weiß man den Wert der Reinblütigkeit noch zu schätzen. Allerdings erwartet man auch eine gewisse...Haltung..."
Er hob vielsagend eine Augenbraue. Sirius zog es vor, so zu tun, als wisse er nicht, wovon Malfoy sprach.
Dann trafen Druella und Cygnus mit Andromeda und Narzissa ein und der 16-jährige schenkte dem blonden Mädchen seine ganze Aufmerksamkeit.
Regulus zupfte Sirius am Ärmel.
„Hm?"
„Schreibst du mir, Sirius?", fragte er und sah seinen Bruder mit großen Augen an. Sirius war nicht viel älter als Regulus, aber in machen Situationen hatte er das Gefühl, sie seien viel weiter auseinander als nur anderthalb Jahre.
„Ohne dich wird es ziemlich langweilig zu Hause sein."
Sirius lächelte.
„Klar schreib ich dir, Reg."
Mehr konnte er nicht mehr sagen, denn Walburga Black hatte ihn am Arm gepackt und nach vorne geschoben.
„Sirius, Lucius und Narzissa werden sich im Zug um dich kümmern und in Hogwarts ein Auge auf dich haben."
Lucius sah alles andere als begeistert aus, aber er brachte seine Gesichtszüge schnell wieder unter Kontrolle.
„Es wird mir eine Ehre sein, den Erben der Blacks in Hogwarts einzuführen", sagte er galant.
Sirius war auch nicht begeistert. Er hatte sich darauf gefreut, andere Kinder kennen zu lernen und Neues zu sehen. Die Aussicht, stundenlang mit den anderen Sprösslingen der reinblütigen Familien in einem Abteil zu sitzen und sich ihre endlosen Debatten über Politik und die Reinheit des Blutes anzuhören, war alles andere als atemberaubend.
Ein lauter Pfiff schrillte über den Bahnsteig.
„Ihr müsst los", stellte Orion Black fest. „Mach uns Ehre, mein Sohn."
„Lucius und Narzissa werden dich im Auge behalten", betonte Walburga noch einmal. Es klang nach einer Drohung. Vermutlich sollte es auch eine sein.
Regulus winkte. Sirius ließ Lucius und Narzissa den Vortritt und winkte zurück. Dann stieg er ein und suchte sich ein anderes Abteil.
Sirius hatte Glück. Obwohl er buchstäblich im allerletzten Augenblick eingestiegen war, fand er noch ein leeres Abteil, das er sofort für sich in Beschlag nahm. Ein leichtes Gefühl des Triumphes erfüllte ihn: Er hatte Narzissa und Lucius ausgetrickst. Er würde allein nach Hogwarts fahren oder zumindest ohne die Gängelei der älteren Slytherins.
Seine Alleinsein dauerte jedoch nicht lange an. Die Abteiltür wurde aufgeschoben und ein Mädchen trat ein. Als erstes fiel Sirius auf, dass sie keinen Umhang trug. Dann erst bemerkte er ihre roten Haare und die auffallend grünen Augen. Schlammblut.
„Ist hier noch frei?", fragte sie. Ihre Stimme klang dünn.
Sirius' erster Impuls war es, zu verneinen und das Mädchen augenblicklich wieder hinauszuschicken. Sofort war ihm alles eingefallen, was er zu Hause über Schlammblüter gelernt hatte. Sie sind anders als wir, ihr Blut ist unrein, sie haben kein Recht auf die Magie, sie gefährden die Zauberergesellschaft, sie sind minderwertig, sie sind dumm, sie sind schlecht, sie sind schwach...
Aber in der Tür stand dieses Mädchen und es passte so gar nicht zu dem Bild, das Sirius von Schlammblütern hatte. Seine Neugier überwog.
„Setz dich", sagte er, als sie gerade schon wieder gehen wollte. Und wieder spürte er dieses Triumphgefühl. Wenn Lucius und Narzissa wüssten...oder seine Mutter...
Das Mädchen setzte sich ans Fenster und sah hinaus. Sie schien Sirius überhaupt nicht mehr wahrzunehmen. Sein Triumphgefühl verwandelte sich in Enttäuschung. Sie war genauso langweilig wie Narzissa.
Der Zug rollte durch die Landschaft und Sirius fragte sich, ob es nicht doch besser gewesen wäre, sich zu den anderen Slytherins zu setzen. Dort hätte er sich wenigstens mit jemandem unterhalten können, man hätte ihn beachtet und vielleicht hätte er mehr über Hogwarts erfahren.
Wieder glitt die Abteiltür auf und ein Junge kam herein. Auch er trug keinen Zaubererumhang, aber aus irgendeinem Grund kam er Sirius vage bekannt vor.
„Ist hier noch frei?", fragte er wie das Mädchen vorhin. Ohne eine Antwort abzuwarten setzte er sich auf den Platz gegenüber Sirius.
„Auch Erstklässler?", wollte er wissen.
„Ja", bestätigte Sirius und musterte den Jungen ihm gegenüber sorgfältig. Er hatte kurze schwarze Haare, die in alle Richtungen abstanden, und trug eine Brille. Aber woher er ihn kannte, fiel Sirius immer noch nicht ein.
Er wollte gerade eine entsprechende Frage stellen, als die Abteiltür erneut aufging und ein Junge mit langen, fettig glänzenden, schwarzen Haaren und Hakennase eintrat. Er trug wie Sirius schon seinen Schulumhang. Gott sei Dank nicht noch ein Schlammblut, schoss es Sirius durch den Kopf. Zu viele mussten es ja auch nicht sein...
Die Hakennase beachtete weder den Jungen Sirius gegenüber noch Sirius selbst – was ziemlich ungewohnt für ihn war – und setzte sich zu dem rothaarigen Mädchen ans Fenster. Die beiden schienen sich zu kennen, denn sie fingen sofort an, sich zu unterhalten.
Der Junge mit den strubbeligen Haaren bedachte die Hakennase mit einem abschätzigen Blick.
„Was ist denn das für einer? Kennst du den?"
Sirius schüttelte den Kopf.
„Nie gesehen."
„Wie gut, dass ich nicht mit dem in ein Haus komme", stellte der Junge mit der Brille fest. Sirius wollte ihn gerade fragen, in welches Haus er denn kommen würde, als ihn das Gespräch zwischen der Hakennase und dem rothaarigen Mädchen aufhorchen ließ.
„Du solltest am besten nach Slytherin kommen", sagte der Junge mit den fettigen Haaren gerade.
„Slytherin?", wiederholte der Erstklässler Sirius gegenüber. „Wer will denn schon nach Slytherin? Ich glaub, dann würd ich abhauen, du auch?", wandte er sich an Sirius.
„Wo würdest du denn hinwollen, wenn du die Wahl hättest?", wich dieser instinktiv der Frage aus. Sein Gegenüber hob ein imaginäres Schwer.
„Nach Gryffindor, denn dort regieren Tapferkeit und Mut! Wie mein Dad."
Die Hakennase machte ein leises abfälliges Geräusch.
„Hast du 'n Problem damit?", fuhr ihn der Sohn des Gryffindors an.
„Nein", gab die Hakennase zurück, doch dabei grinste er höhnisch. „Wenn du lieber Kraft als Köpfchen haben willst..."
„Wo möchtest du denn gerne hin, wo du offenbar nichts von beidem hast?", platzte Sirius heraus. Aus irgendeinem Grund konnte er den anderen nicht leiden. Der Junge mit den strubbeligen Haaren brüllte vor Lachen. Das rothaarige Mädchen tauchte aus ihrer Versenkung am Fenster auf und blickte mit vor Ärger rotem Gesicht geringschätzig zu ihm und Sirius.
„Komm, Severus, wir suchen uns ein anderes Abteil", sagte sie. Sie erinnerte Sirius an Narzissa, wenn sie mit Lucius zusammen war.
„Oooooh..."
Sirius und der andere Junge äfften ihren hochmütigen Ton nach. Damit schaffte es Sirius auch immer, Narzissa zur Weißglut zu bringen. Als Severus an dem Jungen mit den strubbeligen Haaren vorbei ging, versuchte ihm dieser ein Bein zu stellen.
„Wir sehn uns, Schniefelus!", rief er den beiden Gehenden hinterher, als die Abteiltür zukrachte.
„Was für ein Idiot", meinte Sirius. Der andere lachte.
„Und in welches Haus willst du?", fragte er plötzlich, als wäre ihr Gespräch nie unterbrochen worden. Sirius' Laune verdüsterte sich.
„Meine ganze Familie war in Slytherin", antwortete er. Und bisher hatte ihn der Gedanke, nach Slytherin zu kommen, auch nie gestört. Aber jetzt fühlte es sich komisch an.
„Slytherin?", wiederholte der andere in einem noch verächtlicheren Ton als vorhin, wenn das überhaupt möglich war. „Deine ganze Familie sagst du? Wer bist du denn überhaupt?"
Sirius spürte, wie Ärger ihn ihm aufstieg. Er hatte keinen Grund, sich seines Namens zu schämen!
„Sirius Black", antwortete er kühl „Und du?"
„James Potter", gab der andere ebenso kühl zurück. Und plötzlich wusste Sirius, warum er ihm so bekannt vorgekommen war. James' Vater arbeitete im Ministerium, er war dort Leiter der Aurorenzentrale. Sein Bild war in letzter Zeit öfter im Tagespropheten gewesen und Orion Black hatte ihn öfter erwähnt.
„Blutsverräter", rutschte es Sirius heraus, ohne dass er darüber nachgedacht hätte. Die Potters waren eine alte Zaubererfamilie wie die Blacks, aber sie waren nicht so reinblütig und legten auch gar keinen Wert darauf. Sie hatten ihre Abstammung, ihr reines Blut und die Zauberergesellschaft verraten.
James' haselnussbraune Augen waren dunkel vor Zorn.
„Schwarzmagier!", stieß er zwischen den Zähnen hervor. „Verschwinde aus diesem Abteil!"
Aber das ließ sich Sirius nicht einfach gefallen. Er war der erste in diesem Abteil gewesen und außerdem war er ein Black. Einem Black erteilte man keine Befehle.
„Ich war zuerst hier", knurrte er. „Verschwinde du!"
James stand auf. Einen Augenblick lang dachte Sirius, er wolle sich auf ihn stürzen, aber James tat nichts dergleichen.
„Das werde ich!", fauchte er. „Mit einem Black will ich nichts zu tun haben!" Er sprach den Namen wie ein Schimpfwort aus. „Viel Spaß im stinkenden Slytherin!"
Und damit knallte er die Abteiltür hinter sich zu. Sirius blieb alleine. So hatte er sich seine erste Fahrt im Hogwarts-Express nicht vorgestellt.
Sie standen in der kleinen, leeren Kammer neben der Großen Halle und warteten darauf, dass die Auswahl beginnen würde. Prof. McGonagall sprach über die einzelnen Häuser, doch Sirius hörte ihr nicht zu. Er wusste in welches Haus er kommen würde. Lucius und Narzissa hatten gesagt, sie würden ihm einen Platz reservieren – sie hatten ihn im Hogwarts-Express schließlich doch noch gefunden –, aber Sirius hatte weder Lust auf Narzissas gelangweilte, herablassende Art noch auf Lucius' wichtigtuerisches Gehabe. Er hatte auch keine Lust, eventuell später den Schlafsaal mit der Hakennase zu teilen, oder mit Mulciber, dem plumpen, langsamen Idioten. Vielleicht könnte er sich mit Rosier verbünden, überlegte er. Sie waren zwar nie besondere Freunde gewesen, aber wenigstens war Rosier kein so großer Idiot wie Mulciber und er spielte Quidditch.
„Die Auswahl beginnt", kündigte Prof. McGonagall an. „Stellt euch in einer Reihe auf und folgt mir."
Die Erstklässler taten, wie ihnen geheißen, und marschierten im Gänsemarsch durch die Doppeltür in die Große Halle. Am Slytherin-Tisch entdeckte Sirius sofort Narzissa und Lucius und den freien Platz zwischen ihnen. Doch vom Ravenclaw-Tisch zwinkerte ihm Andromeda zu und plötzlich wurde Sirius leichter ums Herz. Über Narzissa hatte er seine andere Cousine völlig vergessen gehabt.
Prof. McGonagall stellte einen Stuhl vor die Erstklässler, dann legte sie den Sprechenden Hut darauf. Er begann zu wackeln, der Riss an der Krempe öffnete sich zum Mund und der Sprechende Hut begann zu singen. Wieder hörte Sirius nicht zu. Er kannte die Eigenschaften der Häuser zu Genüge: Die Gelehrigen kamen nach Ravenclaw, die Gutmütigen und Dummen nach Hufflepuff, die Blutsverräter nach Gryffindor und die Reinblüter nach Slytherin. Er wollte diese Angelegenheit einfach nur noch hinter sich bringen.
Endlich beendete der Sprechende Hut sein Lied und die Schüler und Lehrer klatschten Beifall. Dann trat Prof. McGonagall vor. In ihren Händen hielt sie eine lange Pergamentrolle. Mit lauter Stimme verkündigte sie: „Wenn ich euch aufrufe, dann nehmt ihr auf dem Stuhl Platz und setzt den Hut auf, damit euer Haus bestimmt werden kann."
Sirius bemühte sich, so gelassen wie möglich auszusehen. Er würde einer der ersten sein. Doch vor ihm wurde erst einmal Avery aufgerufen und nach Slytherin verwiesen. Sirius hatte ihn vorhin in seinen Überlegungen ganz vergessen, was aber nichts machte, da er Avery noch nie gemocht hatte.
„Black, Sirius."
Sirius holte tief Luft und trat nach vorne. Er war sich bewusst, dass sämtliche Augenpaare in der Großen Halle auf ihn gerichtet waren, insbesondere die der Slytherins.
Er packte den Hut, setzte sich auf den Stuhl und stulpte sich den Spitzhut über den Kopf.
„Ach, mal wieder ein Black", sagte eine piepsige Stimme. „Hm, hm, schwierig... Du hast was auf dem Kasten, Junge, weißt du... Und Mut, Mut hast du auch...und einen gewissen Drang, die Regeln zu brechen..."
Sirius weigerte sich zu antworten.
„Willst wohl nach Slytherin zu deinen Verwandten, hm? In Slytherin würdest du groß werden, so viel ist sicher, du hast Talent... Aber du trägst auch Zweifel in dir, ja, ja... Vielleicht doch lieber...GRYFFINDOR!"
Der Name des Blutsverräterhauses schallte durch die Große Halle. Sirius starrte in das dunkle Innere des Hutes und wartete darauf, dass der Hut weitersprach, aber es kam nichts. Also schien das Ganze kein Scherz zu sein.
Sirius setzte den Sprechenden Hut ab und bewegte sich automatisch Richtung Gryffindor-Tisch. Es war mucksmäusschenstill in der Großen Halle. Alle Augen lagen auf Sirius und alle Köpfe drehten sich nach ihm Gryffindor-Tisch kam kein Beifall wie sonst üblich. Dann ging plötzlich das Gemurmel und Gezischel los: „Ein Black in Gryffindor...ausgerechnet der Black-Erbe...der Hut muss einen Fehler gemacht haben...er gehört nach Slytherin..."
Davon unberührt hob Prof. McGonagall die Pergamentrolle und verlas den nächsten Namen: „Evans, Lily."
Das rothaarige Mädchen lief nach vorne. Sirius setzte sich auf einen freien Platz. Niemand rückte für ihn zur Seite, niemand sah ihn an, niemand begrüßte ihn. Alle Blicke wendeten sich von ihm ab und gingen sofort wieder in seine Richtung, wenn sie glaubten, er bemerke es nicht.
Von der restlichen Auswahl bekam Sirius so gut wie nichts mit. Mulciber und Rosier wurden Slytherins, wie er es sich gedacht hatte, Potter kam zu den Gryffindors, wie er es sich gewünscht hatte. Severus Snape wurde ein Slytherin.
Andromeda schien die einzige Person in der Großen Halle zu sein, die nicht der Meinung war, ein Black müsse zwangsläufig nach Slytherin kommen. Beim Festessen lächelte sie ihm zu und deutete an, sie würden sich in den nächsten Tagen mal unterhalten.
Sirius wurde etwas leichter ums Herz. Tatsächlich war er nicht der erste Black, der nicht in Slytherin gelandet war. Andromeda war ebenfalls eine Black und sie war in Ravenclaw. Aber nicht in Gryffindor. Nicht im Haus der Blutsverräter.
Nachdem das Essen stand Dumbledore auf und räusperte sich.
„Bevor ihr in euren Betten verschwindet, noch ein paar Worte: Die Erstklässler sollten beachten, dass es strengstens verboten ist, den Wald auf unseren Ländereien zu betreten. Im Namen von Mr. Filch, dem Hausmeister, soll ich euch daran erinnern, dass das Zaubern auf den Gängen in den Pausen verboten ist. Die Quidditch-Auswahlspiele finden in der zweiten Woche statt, verantwortlich dafür ist Madam Hooch. Bitte wendet euch an sie, wenn ihr Interesse habt. Außerdem gibt es eine Änderung im Kollegium: Professor Garth wird dieses Jahr Verteidigung gegen die dunklen Künste unterrichten. Und zum Schluss will ich euch dringendst davon abraten, euch der Weide am Rande des Verbotenen Waldes zu nähern. Sie reagiert darauf außerordentlich gereizt und...äh, schlagfertig." Er machte eine Pause, damit sie Zeit hatten, die Botschaft aufzunehmen, dann rief er mit fröhlicher Stimme: „Und jetzt singen wir noch die Schulhymne, bevor ihr zu eurer wohlverdienten Nachtruhe kommt! Jeder nach seiner Lieblingsmelodie! Los geht's!"
Sirius sang nicht mit. Er lehnte sich in seinem Stuhl zurück und war einfach nur froh, dass dieser Tag endlich vorbei war. Dann wurde ihm bewusst, dass er mit Potter würde einen Schlafsaal teilen müssen, und seine Laune sank wieder. Ihm blieb auch wirklich nichts erspart.
