Nach diesem Anruf von Sam war Jack sichtlich verwirrt. Er wusste nichts mit dem eben gehörten anzufangen. Aber er reagierte sofort. Er fischte sich seine Autoschlüssel von seinem Esszimmertisch und rannte aus der Wohnung zu seinem Wagen. Mit einem Knopfdruck öffnete er den Wagen und stieg ein. Denn Weg zu Sam´s Wohnung kannte er im Schlaf. Er achtete weder auf Ampel oder auf irgendwelche anderen Verkehrsschilder.
Nach nicht ein mal 5 Minuten bog er in die Straße ein in der Sam wohnte. Als er vor ihrem Haus zum stehen kam sah er etwas Merkwürdiges. In der Auffahrt stand der Wagen von Sam und ein ihm unbekannter Kombi. Ohne groß nachzudenken rannte er zur Haustür.
Dort angekommen klopfte er wie Wild gegen sie. Doch auch nach mehrmaligem klopfen rührte sich nichts, also entschloss er sich die Türe selber zu öffnen. Er ging ein paar Schritte nach hinten und holte Anlauf.
Schnellen Schrittes rannte er auf die Tür zu. Ohne nachzudenken schob er seine rechte Schulter vor und Berührte die Tür. Mit einem krachen explodierte der Schmerz in der Schulter und die Tür flog auf. Er kreiste einmal kurz mit seinem Arm umher und betrat das Haus.
Er war noch keine drei Schritte gegangen, da kam ihm auch schon jemand aus dem Wohnzimmer entgegen. Ihm Stockte der Atem die Person, eine Frau wie er nun erkannte, war völlig nackt. Seine Blicke wanderten zu ihrem Gesicht.
`Bitte nicht. Bitte nicht´ betete er leise und öffnete die Augen, die er kurz vorher Geschlossen hatte wieder.
Doch das Gesicht hatte sich nicht geändert. Vor ihm stand eine Splitterfasernackte Alex. Ihr Gesicht war rot und ihr liefen noch immer Tränen über das Gesicht.
„Oh Jack. Jack." brachte sie leise hervor.
Aus einem Reflex, nahm er sie in den Arm und versuchte sie zu trösten in dem er ihr mit der Hand über den Rücken fuhr.
„Ruhig. Beruhige dich und erzähl mir was passiert ist", meinte er.
Alex löste sich von Jack und sah ihn noch einmal an.
„Sie hat uns…ge…funden und auf ihn geschos…sen. Er hat mich belogen und sie betrogen." Brachte sie unter Tränen raus, musste aber stoppen, da sie von einem Weinkrampf über rollt wurde.
„Wer ist SIE und wo sind die beiden?" wollte er wissen.
Natürlich wusste Jack wer mit Sie gemeint war. Sam. Sie hatte ihn angerufen und das alles passierte in ihrem Haus. Alex konnte nicht antworten, deshalb ging er ins Wohnzimmer, da von dort auch Alex gekommen war. Er schüttelte kurz den Kopf um ihn klar zu bekommen und betrat den Raum. Mit einem Blick nah er alles war. Auf dem Boden lag Pete, ebenfalls nackt, mit zwei Schusswunden. Dies lies ihm einen kalten Schauer den Rücken runter laufen, denn das konnte nur das Werk von Sam sein. Sofort lies er sich neben Pete fallen und über prüfte seinen Puls.
Dieser war zwar vorhanden aber schwach. Ebenfalls überprüfte er die provisorischen Verbände die Alex ihm angelegt hatte. Sie saßen fest und bedeckten die Wunden. Nur ein Problem gab es noch Pete war bewusstlos. Jack packte sein Handy aus und wählte den Notruf.
„Notrufzentrale! Was können wir für sie tun?" fragte eine Frauenstimme.
„Ich brauche sofort einen Krankenwagen. Hier liegt ein Mann mit zwei Schusswunden." antwortete Jack.
Jack gab noch die Adresse von Sam´s Haus durch. Die Frau am Telefon meinte, das der Krankenwagen in spätestens 10 Minuten da sei. Erleichtert legte Jack auf und verstaute sein Handy wieder. Jetzt war für ihn am wichtigsten Sam zu suchen, damit sie nicht noch einen Fehler begehen konnte. Er ging wieder zu Alex.
„Alex, der Krankenwagen ist unterwegs. Kümmer du dich um Pete, ich gehen Sam suchen." sagte er ruhig zu der immer noch weinenden Alex.
Diese sah ihn mit verweinten Augen an und öffnete den Mund, als ob sie etwas jagen wollte, aber als nichts geschah schloss sie ihn wieder und nickte nur kurz. Alex stand auf und ging wieder zu Pete ins Wohnzimmer.
`Wo könnte Sam nur sein?´ überlegte er fieberhaft.
Da er sie nicht im Wohnzimmer gesehen hatte ging er als erstes ins Bad. Er öffnete die Tür. Innerlich war er auf alles gefasst, denn er rechnete mit dem schlimmsten. Als die Tür ganz offen war viel ihm ein Stein vom Herzen. Das Bad war leer niemand war hier.
Als nächstes ging er Richtung Küche. Der letzte Raum im Erdgeschoss. Er sah schon das die Tür offen war. Er hatte die Tür noch nicht ganz erreicht, als er leisen schluchzen hörte. Schnellen Schrittes ging betrat er die Küche, doch er konnte niemanden sehen, das verunsicherte ihn. Als er um die Kücheninsel ging erblickte er Sam endlich. Sie saß auf dem Boden, ihre Knie bis zum Brustkorb angezogen und weinte.
Dieser Anblick zerriss ihm das Herz. Er lies sich an der Kücheninsel runter gleiten und setzte sich neben sie und legte ihr seinen Arm um die Schulter und zog sie zu sich. Etwas Schweres fiel ihr vom Schoss. Es war die Pistole von Sam. Ohne nachzudenken packte Jack die Pistole und steckte sie sich in den Hosenbund.
„Carter, beruhigen sie sich. Ich bin ja hier." sagte Jack mit einer beruhigenden Stimme.
Doch Sam beruhigte sich nicht.
„Sam. Sam, beruhige dich doch." kam es wieder von ihm.
Dieses Mal sah sie ihn kurz an. Ihre Augen waren auf gequollen und rot. Ihr Gesicht war feucht von den ganzen Tränen, kurz darauf spürte er wie sein Hemd immer feuchter wurde. Immer wieder streichelte er ihr beruhigend über den Rücken.
Plötzlich hörte er die Sirenen des Krankenwagens. Langsam und vorsichtig schob er Sam bei Seite und stand auf. Sam wollte das natürlich nicht uns sah ihn an.
„Ich komme ja wieder." meinte Jack und ging Richtung Haustür.
Dort angekommen öffnete er sie sofort. Vor der Tür standen zwei Polizisten und die Sanitäter. Einer der Polizisten sah die Waffe in Jack´s Hosenbund.
„Waffe weg und hinlegen!" schrie er und zog seine eigene Waffe.
Jack lies sich auf die Knie fallen und verschränkte die Hände hinter dem Kopf. Einer der Beamten zog ihm die Waffe aus dem Hosenbund, während der andere ihm Handschellen anlegte.
„Wo ist der verletzte?" fragte einer der Sanitäter.
„Ihm Wohnzimmer." antwortete Jack.
Sofort verschwanden sie im Haus.
