Soa, hier ist dann schon das nächste Kappi!
Vielen Dank an Will5, ClaireBlack, Elizan, jaily und crazylolly14 für die Reviews, das spornt echt an!
Ich hoffe, dass auch dieses Kapitel auch gefallen wird und ihr mir wieder schreibt, wie ihr mein Geschreibsel findet! grins
Ach ja, eh ich's vergesse: dieses Kapitel ist nur so früh on, weil ich es schon fast fertig auf dem PC hatte, die anderen werden alle ein wenig länger dauern, aber wenn ihr wollt, kann ich die dann beim Hochladen teilen, dann gibt's die einzelnen Kapitelteile früher, schreibt mal ob ich das machen soll, oder nicht!
Gut, jetzt hab ich aber genug geredet, hier kommt nun endlich das erste Kapitel:
Kapitel I : Zug fahren macht Spaß... oder doch nicht?
„Hätt ich mir ja denken können, dass ausgerechnet du Schülersprecherin wirst, Granger. Aber als DAS Vorzeigeschlammblut der Schule und McGonagalls persönliche Lieblingsstreberin ist es ja nichts anders zu erwarten gewesen.", begrüßte Malfoy die junge Hexe, so freundlich wie immer.
„Halt die Klappe, Malfoy! Du bist doch auch nur hier, weil du Snapes Liebling bist. Oder hat dein Daddy mal wieder irgendwen bestochen, um seinem missratenen Sohn zu einer höheren Position zu verhelfen, weil der zu blöd dazu ist? Ach, ich hab' ja ganz vergessen, dein Vater sitzt ja in Askaban und genießt die Gesellschaft der Dementoren, oder fühlt er sich doch nicht so wohl bei ihnen, dabei passt er doch vom Gemüt her perfekt mit ihnen zusammen...", erwiderte diese gereizt, verstaute ihren Koffer sowie Krummbeins Käfig auf dem Gepäckträger und angelte sich den Tagespropheten von einem kleinen Tisch, der in der Mitte des geräumigen Abteil stand.
Der platinblonde hob eine Augenbraue und die Ader an seiner Schläfe begann zu pulsieren, ein Zeichen drohenden Unheils, doch dann stahl sich ein nichts gutes verheißendes Grinsen auf sein Gesicht, welches noch beunruhigender war als alle Worte die er hätte sagen können, während seine eiskalten Augen zu Funkeln anfingen und Hermine damit zum schaudern brachte.
-Bin ich jetzt vielleicht doch ein kleines Bisschen zu weit gegangen? Ach quatsch, er sagt andauernd so was zu mir, er wird schon nicht wütender als sonst sein...-, beruhigte diese sich innerlich, als sie die bedrohliche Ausstrahlung wahrnahm, die von ihm ausging, doch sicher war sie sich damit nicht wirklich...
„Du kommst dir wohl ganz toll vor, du kleines Schlammblut, jetzt, wo du Schülersprecherin bist, was? Ich warne dich, noch einmal so einen Kommentar und die vom Propheten werden bald etwas zu berichten haben, was dir und deinen muggelliebenden Freunden ganz und gar nicht gefallen wird. Deine Eltern wohnen doch in einem Vorort von London, oder?", drohte er ihr, sein Ausdruck wurde noch kälter, soweit das überhaupt noch möglich war.
Aus Hermines Gesicht war jegliche Farbe gewichen, sie hatte den Sinn seiner Worte verstanden. Die braunhaarige biss sich auf die Zunge, sie hatte eine saftige Antwort für ihn parat, doch sie war nicht so dumm diese auszusprechen, sie wusste genau, dass die Folgen fatal sein könnten...
Gegen ihr inneres Feuer ankämpfend ließ sie sich, dem Slytherin genau gegenüber, auf einem der weichen Sessel nieder, ihre unbändige Wut verriete lediglich der hasserfüllte Blick, den sie diesem zuwarf, bevor sie sich in den Tagespropheten vertiefte, um sich von der Gegenwart des jungen Malfoy-Erben abzulenken, dem Grund allen Übels. Doch das, was sie las, trug nicht gerade dazu bei ihre Laune, die man so schon nicht gerade als rosig bezeichnen konnte, zu heben, ganz im Gegenteil. Es hatte am vergangenen Abend einen weiteren Anschlag auf Muggel gegeben, bei dem neun unschuldige Menschen umgekommen waren, fünf davon noch kleine Kinder, die mit ihren Müttern auf einem Spielplatz gespielt hatten. Die Todesser, das Ministerium ging von einer Gruppe von mindestens vier Hexen und Zauberern aus, hatten niemanden verschont. Es lag nun einmal nicht in der Natur von Voldemorts Anhängern, Gnade walten zu lassen, sie waren ähnlich wie die Dementoren.
-Diese miesen Schweine!-, dachte die Gryffindor und die Flamme ihrer Wut flackerte ein weiteres Mal auf.
Als sie mit den Augen an den Fotos von verstümmelten Leichen hängen blieb, schlug sie angewidert die Seite um und landete auf der Titelseite, anscheinend hatte bereits vor ihr jemand in der Zeitung geblättert.
Als Hermine die groß gedruckte Überschrift las stockte ihr der Atem und während sie den Artikel las schloss sich ihre Hand enger um das Papier, wobei sie dieses fast zerknüllte.
Ihr gegenüber, der vorgegeben hatte zu lesen, was nicht sehr überzeugend war, denn er hielt sein Buch falsch herum, schien ihre verwunderliche Reaktion sofort bemerkt zu haben und ein Ausdruck tiefster Zufriedenheit machte sich auf seinem blassen Gesicht breit, soweit ein Slytherin überhaupt zufrieden sein konnte.
-Er hat nur darauf gewartet, dass ich's lese! Dieser hinterhältige Satanist!-, durchzuckte es die junge Frau, bevor sieden Text ein weiteres Mal überflog:
„Todesser flüchten aus Askaban
Heute Morgen stellten im Zaubereigefängnis stationierte Auroren fest, dass alle vor etwas mehr vor einem Jahr im Ministerium gefassten Zauberer geflohen sind ... Zaubereiministerium ratlos ... bereits zweiter Ausbruch innerhalb von fünf Jahren ... War Sirius Black nur ein Vorläufer? ... Dementoren in Unruhe ... höchste Sicherheitsstufe ausgerufen ... kein Grund zur Panik ... Ministeriumszauberer alles im Griff ...", weiter las sie nicht.
-Kein Grund zur Panik, das Ministerium hat alles im Griff. Pah! Gar nichts ist in Ordnung und im Griff hatten die eh noch nie was! Ohne ein paar saftige Lügen sind die wohl nie zufrieden, was? Kein Wunder, warum Malfoy fast noch ekliger ist als sonst!-, dachte sie angewidert.
Jetzt, wo sein Vater wieder auf freiem Fuß war, würde der ungekrönte Slytherin-Prinz wohl noch sehr viel unausstehlicher werden als er es so schon war...
„Was ist los, Schlammblut, hast du irgendwas Weltbewegendes gelesen? Dein Gesicht ist total entgleist und du siehst noch dämlicher aus, als du das normalerweise tust, obwohl das ja kaum noch zu schaffen ist.", fragte dieser hinterhältig mit einer eiskalten Mine, die absolut nichts von ihm preisgab.
„Du weißt ganz genau, was los ist! Du mieses arrogantes A..."
„Na, na, na. Ich würd' an deiner Stelle lieber nicht weiter sprechen, Schlammblut. Vergiss nicht, mein Vater wird jetzt nicht mehr von irgendwelchen Gitterstäben oder Dementoren aufgehalten. Oder ist dir das Leben deiner Muggel-Eltern etwa egal?", warnte ihr gegenüber sie und die junge Hexe wäre ihm am allerliebsten an die Gurgel gesprungen.
Aber sie hielt sich unter Kontrolle und verkrampfte stattdessen ihre Hände ineinander, um nicht doch noch aufzuspringen und etwas Unüberlegtes zu tun. Sie kannte Malfoy jetzt schon seit sechs Jahren und zweifelte nicht daran, dass er seine Drohung ohne mit der Wimper zu zucken wahr machen würde. Er war eiskalt, das wusste sie gleich, als sie ihn zum ersten Mal gesehen hatte und seine Taten in den vergangenen Schuljahren unterstützten ihre schlechte Meinung über ihn umso mehr.
„Wenn meinen Eltern auch nur ein Haar gekrümmt wird...", knurrte sie und sah dem jungen Mann vernichtend in die unnormal hellen Augen. Doch dieser ignorierte ihren Blick.
„Ja, was passiert dann? Wirst du deine ach so starken Freunde Potti und Wiesel auf mich hetzen? Hilfe, mir schlottern schon die Knie!", erwiderte er in seiner abfallenden Arroganz.
Hermine versuchte seine Bemerkung zu ignorieren und starrte krampfhaft aus dem Fenster, doch die vorbeiziehende Landschaft nahm sie nicht wirklich wahr.
-Nur nicht aufregen, das will er doch damit nur bewirken, er will mich aus der Reserve locken, aber das wird er nicht schaffen! Ich darf einfach nicht auf seine blöden Sprüche achten...-, betete sie sich im Kopf vor, doch sie bezweifelte, dass ihr das überhaupt etwas nützen würde.
„Ach, wo ich schon bei diesem Muggelliebhaber bin, soviel ich weiß, seit ihr doch zusammen, oder? Mich würd' ja interessieren, ob er es geschafft hat dich, das ewig strebende und an Büchern klebende Schlammblut, flachzule...", weiter kam er nicht, denn Hermine war aufgesprungen und hatte ihm den Tagespropheten mit aller Kraft in das eben noch grinsende Gesicht geknallt.
„Damit du's weißt, zwischen mir und Ron läuft nichts. Aber wenn es so wäre, dann würde es dich am allerwenigsten etwas angehen. So, ich geh einen Kontrollgang machen.", und schon flüchtete sie raus auf den Gang und Malfoy sah nur noch ihr wehendes haselnussbraunes Haar, bevor die Abteiltür hinter ihr zuknallte und ihm keine Chance mehr ließ, noch irgend etwas zu erwidern.
Hermine lehnte sich mit unnormal schnell schlagendem Herzen gegen die Wand, rutschte daran herunter und atmete erleichtert aus, endlich war sie der Höhle des Löwen entkommen! Oder besser gesagt der Höhle der Schlange...
Als sie von eben diesem Ort ein scharrendes Geräusch vernahm, als wenn jemand einen Sessel zur Seite schob, sprang sie wieder auf die Beine und lief hastig den Gang entlang, wer wusste ob ihr Malfoy nicht vielleicht doch noch einen Fluch hinterher jagen würden. Und darauf noch nicht einmal richtig wieder in Hogwarts angelangt zu sein und trotzdem schon einen Besuch im Krankenflügel zu benötigen hatte sie nun wirklich alles andere als Lust. Bei dem platinblonden Zauberer war sie sich noch nicht einmal sicher, ob sie danach überhaupt noch in den Krankenflügel müsste, bei dem Fluchrepertoire das er beherrschte...
Auf ihrem Weg lief sie an einigen Abteilen vorbei, deren Insassen sie gut kannte. Sie grüßte Hannah Abbott, Ernie Macmillian und Susan Bones von den Hufflepuffs, wie auch die Ravenclaws Padma Patil, Terry Boot, Lisa Turpin, Anthony Goldstein und Mandy Brocklehurst, wobei die letzteren allein in einem Abteil saßen und so sehr beschäftigt wirkten, dass Hermine sich dazu entschied sie doch lieber nicht zu stören...
Sie entdeckte auch an drei Jungen aus ihrem eigenen Haus, Dean, Seamus und Neville spielten das Lieblingsspiel der ganzen Schülerschaft, Snape explodiert, und sahen kurz auf, als die junge Hexe an ihnen vorbeilief. Während sie das fröhliche Winken der Jungs erwidert hatte, hatte Hermine genau bemerkt, wie Seamus sie erstaunt gemustert hatte Tja, sie hatte sich in den Sommerferien etwas verändert, und das nicht zum schlechteren, was sie an den vielen anerkennenden Blicken bemerkte, die ihr ihre männlichen Mitschüler manchmal etwas zu offensichtlich zuwarfen.
In einem der hintersten Waggons angekommen verlangsamte sie ihre Schritte, jetzt müsste sie theoretisch in Sicherheit vor einem sauren Malfoy sein, und vor einem der Abteile blieb sie endgültig stehen, es war das in dem ihre besten Freunde saßen.
Breit grinsend schob sie die Tür auf und trat ein, worauf sie von den drei stürmisch begrüßt wurde. Nachdem sie Ginny und ihre beiden besten Freunde umarmt hatte, wandte sie sich an die fünfte und letzte anwesende Person, die bis dahin nur vor sich hin schweigend auf dem Platz neben Ron gesessen hatte.
„Hey Parvati, was machst du denn hier?", fragte sie verwirrt ihre Schlafsaal-Mitbewohnerin, die zugleich eine gute Freundin von ihr war.
„Tagchen Mine. Tja, wenn du die Kurzfassung hören willst: Ich bin vor Lavender und ihrem sinnlosen Geplapper geflohen!", antwortete diese grinsend.
Hermine sah sie verwundert an und ließ sich ihr gegenüber, neben dem sich jetzt wieder eng umschlungenem Menschenknäuel, bestehend aus Harry und Ginny, auf dem Sitzpolster nieder.
„Vor Lavender geflohen, wieso das denn? So schlimm ist sie doch nun auch wieder nicht."
„Nein, stimmt. Sie ist noch sehr viel schlimmer!", meinte Parvati und schien leicht genervt beim Gedanken an ihre eigentlich beste Freundin.
„Wie jetzt, was ist passiert? Komm, erzähl!", forderte die Hexe mit den braunen Locken die sichtlich verdutzt war ihre gegenüber auf.
„Ich sag dazu nur eins: Justin ist an allem Schuld!", warf Ron ein, der gelangweilt in einem Buch über Quidditch blätterte, welches er bereits einige Male durchgelesen hatte, seit er es von seiner besten Freundin an seinem letzten Geburtstag geschenkt bekommen hatte.
„Justin? Meinst du damit Justin Finch-Fletchley, den einen Hufflepuff aus unserem Jahrgang, der immer total auf der Leitung steht, alles erst nach dem vierten oder fünften Erklärungsversuch kapiert und damit alle Lehrer bis in den Wahnsinn treibt, besonders Snape, der ihm im letzten Jahr wohl an die einhundert Hauspunkte abgezogen hat?"
„Jep, genau den. Aber lass das bloß nicht Lavender hören. Wenn die mitkriegt wie du über ihr „Schatzimausi" sprichst, dann reißt sie dir fast den Kopf von den Schultern, die beiden sind nämlich, leider Gottes, zusammen. Und glaub mir, Lavender kann da wirklich sehr unangenehm sein, ich hab da Erfahrung..."
Hermine sah ihre Freundin an, als hätte diese ihr gerade weiszumachen versucht hätt, dass Professor Snape eigentlich ein ganz netter Kerl wäre, es aber nur nie zeigen würde. Sie hatte wirklich nichts gegen Hufflepuffs, sie war sogar mit vielen befreundet, doch Justin konnte sie einfach auf den Tod nicht ausstehen, was wahrscheinlich größtenteils an seiner mangelnden Intelligenz lag...
„Das meinst du doch nicht wirklich ernst Parvati, oder?"
„Doch, so unglaublich das auch sein mag. Ich muss genau so geguckt haben wie du jetzt, als ich davon erfahren hab, höllische Vorstellung, oder?"
„Hm, ziemlich abnormal. Ich kann's aber einfach nicht glauben. Ich hätte Lavender wirklich ein bisschen mehr Geschmack zugetraut, aber dass sie ausgerechnet mit dieser verblödeten Hohlbirne geht, keine Ahnung wie der das bis zur siebten Klasse und durch seine ZAG's geschafft hat, und der sieht noch nicht mal gut aus..."
„Dass er nicht gut aussieht ist wohl die größte Untertreibung des Jahres. Unsere liebe Miss Brown hatte ja früher schon keine Überflieger als Freunde...", Parvati warf Ron einen entschuldigenden, den dieser, wie auch ihre Worte, mit einem neutralen Schulterzucken abtat, „... aber im Vergleich zu diesem Hirnie sind die anderen wirklich noch um einige Längen besser gewesen. Der Typ ist wie 'ne misslungene Kreuzung aus nem Troll und 'nem Kobold! Das Aussehen hat er von nem Kobold und das Hirn, wenn er denn überhaupt eines besitzt, von einem Troll.", die Schwarzhaarige erntete zustimmendes Nicken von Seiten des rothaarigen und ihrer Gegenüber, die anderen beiden Anwesenden waren viel zu beschäftigt, einander die Luft zu rauben, um überhaupt etwas mitzubekommen...
„Dass Lavender und Justin zusammen sind, ist ja schön und gut, naja gut nicht, eher schlecht, ich mach mir echt Sorgen um den geistigen Zustand unserer Mit-Gryffindor, aber was hat das ganze noch mal mit dir zu tun, Parvati?", fragte Hermine nach einigem Nachdenken entschuldigend grinsend.
Die Angesprochene seufzte gequält auf.
„Tja, ich darf mir jetzt schon seit Ende unseres letzten Schuljahres ihre Schwärmereien für Mr ich-bin-zu-doof-für-diese-Welt Finch-Fletchley und leider handelten auch ausnahmslos alle Briefe, die ich in den Sommerferien von ihr erhalten habe, ausschließlich nur von ihrem „kleinen, süßen Knuddelbären", wie sie ihn immer gerne nennt. Ich zitiere mal: „Er ist ja so wunderbar! Immer macht er mir in seinen Briefen Komplimente, dass ich hübsch bin und ein süßes Lachen habe. Ich kann es kaum noch erwarten, bis die Ferien endlich zu Ende sind und ich ihn endlich wieder sehen kann. Ich vermisse mein Bärchen ja sooooo doll!"", schwärmte die schwarzhaarige Gryffindor gespielt und die anderen beiden mussten lachen.
„Und wie viele von diesen, nun ja, wie soll ich sagen..."
„abartigen!", half Ron ihr auf die Sprünge, wobei er sich immer noch vor Lachen den Bauch hielt.
„... genau, wie viele von diesen abartigen Briefen hast du bekommen?", fragte die braun gelockte grinsend.
„Alle zwei Tage einen.", war die nicht sehr begeisterte Antwort.
„Autsch, das hört sich ziemlich hart an!"
„War es auch! Selbst als ich mit meinen Eltern und Padma nach Holland geflogen bin, ist mir ihre nervige Eule gefolgt, ich war wirklich jedes Mal kurz vor nem Anfall, wenn ich das dumme Geflügel hab auf mich zufliegen sehen!"
„Du warst in Holland? Cool, ich auf Island. Erzähl mal, was du alles sonst noch so in deinen Ferien gemacht hast!", forderte Hermine ihre Freundin auf.
Diese folgte ihrem Vorschlag und die beiden unterhielten sich darüber, was sie alles in den Sommerferien unternommen hatten. Der rothaarige Zauberer hatte sich währenddessen wieder seinem Buch gewidmet und warf seiner kleinen und zugleich einzigen Schwester Ginny und deren Freund Harry, der auch sein bester Freund war, einige missbillige Blicke zu, während die beiden wie zwei Teufelsschlingen aneinander klebten und nicht so aussahen, als würden sie jemals wieder voneinander ablassen.
Nach einer Zeig fand Hermine, dass es Zeit war wieder in ihr eigenes Abteil zurückzugehen und sich ihren Schulumhang über zu ziehen. Als sie schon fast durch die Tür war, hielt sie eine Stimme zurück.
„Wart Mal kurz Mine, ich hab ganz vergessen zu fragen, wer außer dir noch Schülersprecher ist!", rief Parvati ihr nach und Ron sah ebenfalls interessiert von seiner Lektüre auf.
„Na Malfoy schon, wer sonst?", die braunhaarige Hexe rollte viel sagend mit den Augen und trat raus auf den Gang, gefolgt von den mitleidigen Blick von Seiten ihrer Freunde.
Auf ihrem Weg zurück zum Schülersprecherabteil ließ Hermine sich das eben erfahrene noch einmal durch den Kopf gehen, als sie plötzlich perplex stehen blieb und einige Schritte nach hinten tat.
Durch das Fenster des Abteils, neben dem sie zum Stehen gekommen war, konnte sie ein ineinander verschlungenes Menschenknäuel sehen, welches sie zuerst aufgrund ihrer Gedankengänge nicht wirklich wahrgenommen hatte. Da saßen doch wirklich die beiden Personen, die ihrer Freundin Parvati zu viel Leid bereitet hatten, und tauschten, den jeweils anderen wild küssend, Körperflüssigkeiten aus. ( uwäh! hört sich eklig an... XD)
Wobei Hermine nicht wirklich sehen konnte, wo die andere Gryffindor aufhörte und der blondhaarige Hufflepuff anfing. ( ich mach den mal einfach blond ")
-Ist ja widerlich!-, dachte sie sich während sie schnell ihren Weg wieder aufnahm, um der sich ihr bietenden Szene zu entkommen, -Meinetwegen kann sie ja mit jedem anderen so rumknutschen, aber doch nicht mit DEM DA. Uwärks, einfach nur eklig! Da würd' ich ja noch lieber mit... nein, nicht weiterdenken! Mit dem wohl eher auch nicht, aber schlimmer als dieses Individuum Finch-Fletchley ist DER, man kann es kaum glauben, auch wieder nicht...-, vor dem Abteil angekommen, welches sie sich mit dem muggelhassenden Slytherin wohl oder über teilen musste, holte sie noch einmal tief Luft, sammelte all ihre Willensstärke und kratzte ihre noch verbliebenen Nerven zu einem nicht gerade großen Haufen zusammen, bevor sie die Tür langsam und vorsichtig aufschob, darauf bedacht kein allzu lautes Geräusch zu verursachen.
Doch ein ohrenzerreißendes Quietschen, das durch den ganzen Waggon ging, machte all ihre Bemühungen zu Nichte. Innerlich den steinalten Zug verfluchend öffnete sie das vermaledeite Ding vollständig, mit einem unangenehmen Gefühl in der Magengegend, welches nichts Gutes zu bedeuten hatte. Sie war bereits dagegen gewappnet, von Malfoy beleidigt, verflucht, oder mit diversen Blumenvasen oder ähnlichem beworfen zu werden, doch nichts von dem passierte.
Die schwere Tür hinter sich zuziehend, was ein weiteres markerschütterndes Gequietsche zur Folge hatte, sah die junge Hexe sich verwirrt um. Aber das Abteil war, zu ihrer großen Freude, menschenleer.
Erleichtert ließ sie sich auf einen der mit schwarzem Samt überzogenen Sessel sinken, der genau hinter einer unnormal riesig geratenen Topfpflanze stand, und genoss jeden Augenblick, den sie noch von Malfoy verschont bleiben würde. Selig vor Glück ließ sie ihren Blick noch einmal durch den verhältnismäßig großen Raum schweifen, als dieser an ihrem und Malfoys Gepäck hängen blieb, genauer gesagt an einem kleinen, aus Weidenholz geflochtenen Körbchen, welches ungewöhnlicherweise hin und her hüpfte und aus dessen Inneren einige sehr verdächtige Geräusche kamen, die einem ihr bekannten, verzweifelten fauchen verdammt ähnelten.
-Ach du lieber Gott! Mist, mist, mist, wie kann ich nur so dumm sein? Ich hab Krummbein ja total vergessen!-, fluchte sie, wütend über sich selbst, und hüpfte hastig vom Sessel.
Schnell durchquerte sie das Abteil, wobei sie beinahe über ein im Weg liegendes Buch mit dem Titel „Was Zahlen alles aussagen können" gestolpert wäre und sich der Länge nach hingelegt hätte, es war ihr diesjähriges Arithmantik-Lehrbuch, das ihr Mit-Schulsprecher wahrscheinlich dort hingeworfen hatte. Sich den zappelnden Käfig angelnd, bevor dieser von dem, verständlich, wütenden Kater zerlegt wurde oder von der Gepäckablage flog, wünschte sie dem platinblonden Zauberer alle ihr bekannten Flüche an den Hals.
Ohne viel Zeit zu verlieren befreite sie das aufgebrachte Tier aus seinem geflochtenen Gefängnis, welches seinen Insassen nicht mehr lange überlegt hätte, und hielt sich Krummbein vor die Nase, worauf dieser ihr nur beleidigt den Rücken zudrehte.
„Jetzt komm schon, sei mir nicht länger böse! Selbst ich kann Mal was vergessen, aber ich verspreche dir, dass das nie wieder vorkommt, okay?", fragte sie ihren Stubentiger, während sie wieder zurück zu ihrem Sessel ging und das Buch ihres Erzfeindes mit einem gezielten Schuss in die nächste Ecke kickte, was sie normalerweise niemals machen würde.
Doch der angesprochene war anscheinend eingeschnappt und würdigte seine Besitzerin mit keinem Blick. Erst als diese ich hinter den flauschigen Ohren kraulte, etwas, das er besonders liebte, entspannte er sich wieder etwas. Es dauerte auch nicht lange, und die Bemühungen der jungen Hexe wurden mit einem wohligen Schnurren beantwortet.
-Tja Krummbein, mein Lieber, ich kenn dich halt viel zu gut. Ich weiß doch, dass du noch nie nachtragend warst, und mir kannst du erst recht nicht lange böse sein.-, dachte diese schelmisch grinsend, während sie ihr geliebtes Kuscheltier an die Brust drückte und knuddelte, was dieser bereitwillig über sich ergehen ließ.
Hermine wusste nicht genau warum, aber sie vergötterte diesen Kater, seit sie ihn zum aller ersten Mal vor drei Jahren in diesem Geschäft für magische Tierwesen in der Winkelgasse gesehen hatte, und ein Leben ohne ihn wollte und konnte sie sich einfach nicht mehr vorstellen. Vielleicht lag es auch daran, dass er so etwas wie ein Seelenklemptner für sie war. Immer, wenn sie sich schlecht fühlte, musste sie nur in diese alles wissenden, unheimlich klugen braunen Augen sehen, und all ihre Sorgen waren vergessen.
Ihr Grinsen wurde immer breiter, doch dann gefror es, von draußen lautes Gepolter vernahm, als würde jemand in ziemlich schnellem Tempo über den Gang rennen, sowie einen laut quietschenden Freudenschrei, der sich verdächtig nach einem übermäßig lang gezogenem „Draci!" anhörte.
Nur das Schlimmste ahnend starrte die braun gelockte gebannt auf die Abteiltür, die Sekunden später schnell aufgeschoben und wieder verschlossen wurde. Leider war genau die Person stürmisch herein getreten, die sie vermutet hatte. Der platinblonde Zauberer atmete schwer und wirkte ziemlich gestresst...
„Ich glaub's nicht, vor der ist man aber auch nirgends sicher!", stöhnte er sichtlich genervt auf.
Wie es schien hatte er Hermine noch nicht entdeckt, was vermutlich daran lag, dass sie von dem gewaltigen Grünzeug so gut wie vollkommen verdeckt wurde. Auf deren Gesicht zeigte sich wieder ein Grinsen, welches ihre Schadenfreude nicht gerade gut verbergen konnte.
Mit fast hundertprozentiger Sicherheit nahm sie an, dass Malfoy mal wieder von dieser mopsgesichtigen Kuh Parkinson verfolgt wurde, die ihn bestimmt schon durch den halben Zug gehetzt hatte, was gejagtem nicht wirklich gefiel, verständlicher Weise.
Rücklings lehnte sich der Slytherin gegen die fensterlose Abteiltür und ließ seinen Blick durch den verhältnismäßig großen Raum schweifen, wie es die braunhaarige vor nicht allzu langer Zeit auch getan hatte.
Auf einmal zuckte es in seinem Gesicht und er hob irritiert eine Augenbraue, als er das Mädchen endlich in ihrer Ecke entdeckte.
„Was machst du denn hier?", fragte der junge Zauberer ohne wirklich erkennbare Gemütsschwankung.
Die angesprochene wusste jedoch ziemlich genau, dass er innerlich wütend darüber sein müsste, dass sie seine doch ganz schön peinliche Flucht mitbekommen hatte. Aber das war ihr schlichtweg schnurz piep egal.
„Ich sitze hier, sieht man doch. Oder hat Moppelchen dir schon so deinen egoistischen Hohlkopf verdreht, dass du deine Umgebung noch weniger wahrnimmst als früher?", stichelte sie weiterhin hämisch grinsend, mit Moppelchen war natürlich die schwarzhaarige Slytherinschülerin gemeint.
Wieder einmal pulsierte die Ader an seiner Schläfe äußerst gefährlich und gerade als er etwas erwidern wollte, waren vom Gang her hastige Schritte zu hören.
Laut fluchend wandte sich Malfoy von seiner Erz-Feindin ab und durchsuchte die Umgebung nach einem geeigneten Versteck ab, das er glaubte in einem Vorhang gefunden zu haben.
„Ich bin nicht da, klar? Wenn du mich verrätst,... nun ja, wie gesagt, mein Vater ist nicht mehr in Askaban...", warnte er sich noch und schlüpfte hinter dem schweren Vorhang in Sicherheit, und das nicht gerade zu früh, wie sich nur Sekunden später herausstellte.
Gerade als er seine Hand von dem dickem, schwarzem Stoff genommen hatte und auch der letzte Zipfel seines Umhanges verschwunden war, ging gequält quietschend die Abteiltür auf und eine leicht verärgerte Slytherin steckte den Kopf herein.
„Draci-Schatzi, bist du hier? Ich weiß, dass du irgendwo in diesem verdammtem Zug stecken musst, also komm schon raus!", rief sie mit ihrer schrillen Stimme, die einem in den Ohren schmerzte.
Hermine konnte sehen, wie sich bei diesen Worten etwas am Fenster regte, anscheinend gefiel Malfoy sein Kosename nicht wirklich, doch die Quelle allen Übels bemerkte dies nicht.
Einen kurzen Augenblick lang überlegte die braunhaarige Hexe, ob sie ihn nicht doch verraten sollte, doch den Gedanken verwarf sie sogleich wieder, nicht zuletzt wegen der Drohung von Seiten des Slytherin-Kapitäns. Außerdem konnte sie dieses nervige Etwas noch nicht einmal ihrem Erzfeind antun, wie sie sich eingestehen musste.
„Du wirst ihn hier nicht finden.", sagte sie also noch Beendigung ihrer Überlegungen.
Die angesprochene drehte den Kopf verwirrt zur Seite, als sie das andere Mädchen endlich sah.
„Wen werde ich nicht finden, Schlammblut?" , fragte sie mit nicht zu überhörender Skepsis.
Hermine rollte genervt mit den Augen.
„Na Scrimgeour natürlich, wen denn sonst!", meinte sie und ihren Worten war leicht der Spott zu entnehmen.
„Was, der Zaubereiminister ist hier, um Hogwarts-Express? Wie kommt der denn hier her und was will der Alte in einem Zug voller Schüler?", die Schwarzhaarige sah sie mit erwartungsvoll glänzenden Augen an, worauf die andere junge Hexe am liebsten laut aufgeschrieen hätte.
Und sie hatte immer gedacht Crabbe und Goyle, Malfoys überfettete Gorillas, wären die dümmsten Lebewesen, denen sie je begegnet war, doch Parkinson schien noch verblödeter als die lebenden Fressmaschinen zu sein, da hatte ja selbst ein Teelöffel mehr Grips in der Birne als dieses Mädel! War überhaupt genug Platz für so viel Blödheit in einem einzigen Menschen? Aber mit irgendetwas musste der aufgrund des mangelnden Hirns entstandene Hohlraum ja gefüllt werden, also warum nicht damit?...
„Es sind ja nicht nur Schüler hier im Zug, du kennst doch sicherlich die Hexe mit dem Süßwarenwagen, oder bist du zu viel damit beschäftigt Malfoy anzumachen? Na ja, ist ja auch erstmal egal, jedenfalls hat Scrimgeour eine Affäre mit ihr, sicherlich sitzen sie grad in irgendeinem Abteil und knutschen...", erzählte sie weiter, nur so vor Sarkasmus sprühend. (Severus lässt grüßen XD)
Aus Richtung des Vorhanges, der Malfoy als Versteck vor seiner Liebsten diente, war leise ein undefinierbarer
Laut zu vernehmen und Hermine war sich sicher, dass auch das Mopsgesicht endlich kapieren müsste, dass sie nur verarscht wurde, doch diese rief nur ein erstauntes „Echt? Ach deshalb ist die Schreckschraube heut nicht mit ihrem bekloppten Wagen rumgekurvt!"
Der braunhaarigen platzte der Kragen, besaß ihre Gegenüber überhaupt ein einziges Gramm Gehirnmasse und war das wirklich alles Stroh in ihrem Schädel?
„Jep, und Mandy wird Anthony verlassen, weil sie sich in einen der Slytherins aus unserem Jahrgang verknallt hat...", dem Slytherinmädchen klappte der Mund auf und ihre Kinnlade flog buchstäblich bis zum Boden, „Herrgott Parkinson, bist du so bekloppt oder tust du nur so? Das war alles nur ein Witz, oder geht das nicht in deine verkorkste Hohlbirne?", die angesprochene starrte sie hasserfüllt an, wie es schien, war endlich der Groschen gefallen.
„Beleidige mich noch ein einziges Mal Schlammblut, und es war das letzte, was du getan hast!", drohte sie, doch noch ehe die Schwarzhaarige ihren Zauberstab ziehen konnte, hielt die Gryffindor den ihrigen bereits in der Hand und zielte durch die dichten Blätter der Topfpflanze vor sich auf ihre Gegnerin.
„Mach keine Versprechungen, die du nicht halten kannst, Erbsenhirn. Mach, dass du Land gewinnst, oder du hast gleich einen Fluch am Hacken zu kleben, apropos, deine Schuhe sind übrigens bereits seit dreißig Jahren aus der Mode, und jetzt verschwinde!", sagte sie mit ungewöhnlich ruhiger Stimme, die leicht unheimlich an ihr wirkte, doch sie verfehlte ihr Ziel damit keinesfalls, im Gegenteil.
Wenige Augenblicke später wurde die Abteiltür laut zugeknallt, was sie beinahe aus den Angeln hob, und vom Gang her war ein lautes, endloses Fluchen zu hören. Bei dem Repertoire, das das Mädchen besaß, hätte selbst der ewig meckernde, für jede Gelegenheit eine passende Beschimpfung habende Filch rote Ohren bekommen.
Doch das kümmerte Hermine reichlich wenig, denn sie war froh die Slytherin endlich los zu sein. Erleichtert ließ sie sich in das weiche Polster ihres Sessels fallen und ihr Blutdruck senkte sich langsam wieder. Es passierte selten, sehr selten, dass sie einmal so aus der Haut fuhr und jemanden bedrohte, aber wer hätte in dieser Situation nicht so gehandelt? Abwesend bemerkte sie, wie Malfoy sich gerade seinen schwarzen Umhang glatt strich, den er sich übergezogen haben musste, als sie bei ihren Freunden gewesen war.
Auf seiner Brust prangte, silbern auf samtgrünem Grund, ein großes „S" und sein Mund war zu demselben spöttischen Grinsen verzogen, dass er immer zeigte.
„Ich hätte ja nie gedacht, dass das Oberschlammblut einfach so eine hilflose Schülerin bedroht, oder haben mein Worte von vorhin doch ihre Spuren bei dir hinterlassen?", meinte er abfallend und ließ sich wieder auf dem Sessel ihr gegenüber nieder.
Die Gryffindor hatte sich soweit wieder gefasst, um ihm eine nicht weniger abfallende Antwort entgegen zu schleudern.
„Kein Wunder, du denkst ja eh nicht viel, außer vielleicht darüber, wie du das nächste Mädchen in die Kiste kriegst. (Ja ja, Draco unser kleiner Weiberheld megagrins) Aber dein Schatzilein war gar nicht unbewaffnet, höchstens wenn man davon ausgeht, dass man zu einem Duell auch ein kleines Bisschen Grips benötigt, aber dann wäre Fräulein Blitzmerker immer ziemlich arm dran!", sagte sie und kraulte Krummbein, der es sich auf ihrem Schoß gemütlich gemacht hatte, hinter den Ohren.
In Malfoys Augen schlich sich ein wütendes Funkeln, obwohl er sonst ebenso ruhig wirkte wie sie.
„Wage es noch ein Mal Granger...", wisperte er.
Die junge Hexe hatte keine Ahnung, die wievielte Drohung von ihm das an diesem Tag war, aber sie war sich mehr als nur sicher, dass sie genau so ernst gemeint war, wie all die anderen. Daher biss sie die Zähne zusammen, setzte ihren rostroten Kater behutsam af dem Boden ab und schob sich an Malfoy vorbei, darauf bedacht ihn keines Blickes zu würdigen. Doch aus den Augenwinkeln konnte sie erkennen, dass er wieder sein typisch arrogantes Grinsen zur Schau trug und es viel ihr unheimlich schwer, sich nicht jeden Moment auf ihn zu stürzen. Er hatte es wieder einmal geschafft und sie so weit gereizt, dass sie ihm am liebsten die eisblauen Augen ausgekratzt hätte, doch er wusste, dass sie das nie tun würde, denn sie hatte viel zu große Angst um das Leben ihrer Eltern. Und genau aus diesem Grund hasste sie ihn so abgrundtief, denn niemals würde sie sich wirklich gegen ihn wehren können.
Ihre nicht gerade erfreulichen Gedanken beendend stellte sie sich auf die Zehenspitzen um an ihren Koffer zu gelangen, durchwühlte diesen nach ihrem neuen Umhang und Abzeichen und fischte beides heraus, als sie den rot-goldenen Anstecker endlich eingeklemmt zwischen einigen Schulbüchern entdeckt hatte.
Schnell warf sie sich das pechschwarze Gewand über, steckte sich ihr Schülersprecherabzeichen an und drehte sich mit eisiger Miene zurück zu dem großen Slytherin, der sich von seinem Sessel erhoben hatte und gelassen neben der Tür lehnte. Kurz schien es, als wollten sie sich gegenseitig mit Blicken erdolchen, dann wandte die Braunhaarige sich ab und sah sich um, bis sie das Objekt ihrer Begierde endlich entdeckte.
„Komm her Krummbein, du musst wieder zurück in deinen Korb!", rief sie, worauf der übergroße Stubentiger gelangweilt den Kopf hob und gelassen zu ihr trottete.
„Krummbein? Was ist das denn für ein beschissener Name? Aber wenn man sich das Viech so ansieht, passt er ja eigentlich doch ganz gut... dein Katzenvieh sieht genau so hässlich aus wie du, Granger!", meinte Malfoy spöttisch.
„Ach, halt die Klappe, es kommt eh nichts sinnvolles raus!", erwiderte Hermine schnaubend und stopfte den sie widerspenstig sträubenden Kater in das Körbchen.
„Du hast mir gar nichts zu sagen, klar? Ich lass mir doch nicht von einem wertlosen kleinen Schlammblut reinreden!"
„Ach, lass mich einfach in Ruhe Malfoy, okay?"
Genervt wandte die Gryffindor dem jungen Zauberer den Rücken zu, ging zum Fenster und sah hinaus auf die vorbeiziehende Landschaft, von der sie in der langsam aufziehenden Dunkelheit nur noch die Umrisse wahrnehmen konnte. Zusätzlich erschwerte noch ein feiner Nieselregen die Sicht und sie gab den Versuch auf sich mithilfe der kaum existierenden Aussicht von der Gegenwart des blondhaarigen Slytherins abzulenken. Seufzend warf sie einen Blick auf ihre Armbanduhr und stellte erleichtert fest, dass sie in wenigen Minuten in ihrem Zielbahnhof in Hogsmeade ankommen würden, von wo aus sie keinen weiten Weg mehr nach Hogwarts haben würden.
Ein weiteres Mal leise seufzend lehnte sie sich gegen das Fenster und das frostige Glas kühlte ihre Stirn, wie auch ihr erhitztes Gemüt. Ihr heißer Atem beschlug die Scheibe.
Ein leichtes Rucken ging durch den Zug und Sekunden später hielt eben dieser mit einem lauten Pfeifton, sie waren endlich angekommen!
Hermine schreckte auf und bemühte sich hastig ihr gesamtes Gepäck von der Ablage zu heben und es hinaus auf den Bahnsteig zu bringen. Malfoy war, zu ihrer großen Freude, bereits ohne ein Wort zu verlieren aus dem Schülersprecherabteil verschwunden.
Als die junge Hexe sich endlich durch den mit Schülermassen überfüllten Gang gequetscht hatte und aus dem scharlachrotem Zug gesprungen war, winkte sie noch schnell Hagrid zu, der ihren Gruß zwar erwiderte, jedoch zierte diesmal kein Lächeln sein Gesicht, wie es sonst immer der Fall gewesen war. Der Halbriese sammelte wie eh und je die Erstklässler ein, um mit ihnen dann über den See zum Schloss zu gelangen. Hermine schoss durch den Kopf, dass sie jetzt mit keinem dieser verängstigten Kinder tauschen wollte, denn bei diesem Wetter war das wahrlich kein Zuckerschlecken, und dann sah sie sich suchend nach der Kutsche um, in der ihre Freunde saßen.
Nach einer Weile im Regen, der langsam ihren Umhang durchweichte, entdeckte sie endlich zwei Rotschöpfe, die in eines der von den Thestralen gezogenen Gefährte stiegen.
Hastig bahnte sie sich ihren Weg bis hin zu den dreien, hievte ihren Koffer und Krummbeins Käfig in die Kutsche und zog sich dann selbst hinein.
„Ich dachte schon, ich find euch gar nicht mehr!", sagte sie, als sie sich erschöpft neben Ron fallen ließ, der sie nur etwas unverwandt ansah.
Anscheinend hatte er seine Gefühle für sie immer noch nicht überwunden...
