Ui, du hast es bis hier her geschafft! Jetzt bin ich eine Ecke glücklicher... Du kennst das ja, nichts meins.. bla bla bla...
Wie wärs denn jetzt mit einem kleinen Review?! Zur Entspannung, dein Nacken muss schon furchtbar weh tun. Hey, ich tu das nur für dich! Ich muss mich um dein Wohlbefinden kümmern, immerhin bin ich dafür verantwortlich, dass du hier rum sitzt.
Wie dem auch sei... weiterhin viel Spaß (wenn du bist jetzt Welchen hattest).
wink
1
1986
Sie erreichte Gleis 9¾ um halb 11 Uhr am Morgen des 1. Septembers. Sie sah sich um. Erstaunlich viele Schüler hatten sich bereits eingefunden und verabschiedeten sich von ihren Eltern und Verwandten. Doch immer wenn sie an einem kleinen Menschenauflauf vorbei ging verstummten diese und sahen ihr nach. Das Mädchen mit der dunklen Ausstrahlung, schwarzen langen Haaren und hell grünen Augen faszinierte die Menschen. Mit ihrem altmodischen weißen Rüschenkleid sah sie so unschuldig aus. Aber wirkte sie wie eine sehr alte Seele, die schon alles gesehen hatte.
Sie setzte sich in ein leeres Abteil und sah nach draußen. Zum ersten Mal in ihrem Leben verließ sie London und das ganz allein. Angst hatte sie nicht.
Es ging auf 11 Uhr zu und die mächtige rote Dampflok schnaubte bereits verdächtig. Der Zug füllte sich, als die Abteiltür aufging. Zwei rothaarige Jungen sahen hinein. Als sie sahen wie leer das Abteil war fragten sie höflich, ob sie sich zu ihr setzen durften. Sie nickte und musterte die Beiden, wie sie ihre Koffer auf die Ablage wuchteten und sich erleichtert auf die Sitzen fallen ließen.
Jetzt sahen die Beiden sich das Mädchen ebenfalls genauer an.
Im ersten Augenblick jagte sie ihnen kalte Schauer über den Rücken, aber jetzt, da sie genau hinsahen, sah sie traurig aus. Also fasste sich der Ältere der Beiden ein Herz und sagte:
„Ich bin Bill Weasley und das ist mein kleiner Bruder Charlie."
Beide reichten ihr die Hand und sahen sie fragend an. Sie schwieg und betrachtete sie misstrauisch. Nach einer Weile des Schweigen fragte Bill:
„Ist das dein erstes Jahr hier?"
Sie nickte. Bill lächelte. Deswegen war sie so still und schüchtern.
„Du musst dir keine Gedanken machen. Hogwarts ist toll. Charlie hier war letztes Jahr auch neu."
Charlie nickte zögerlich. Er traute diesem Mädchen nicht. Aber was könnte sie schon tun. Er war ein Jahr älter und war sich sicher, dass er besser zaubern konnte. Sein Blick viel auf den Zauberstab des Mädchens, den sie nervös befingerte. Er war alt und vergilbt. Es lösten sich bereits Splitter davon ab. Sie hatte sich entschieden den Zauberstab ihres Vater weiter zu benutzen. Sie hatte mit ihm Zaubern gelernt und er gehorchte ihr. Warum sollte sie ihn ersetzen?! Jetzt lächelte auch der kleine Bruder und sagte:
„Ich war letztes Jahr genauso nervös wie du. Aber du brauchst wirklich keine Angst haben. Hast du denn keine Geschwister, die dir ein bisschen was erzählen könnten?"
Sie schüttelte den Kopf. Die Brüder sahen sich an und Bill fragte erneut:
„Wie heißt du denn?"
Das Mädchen sah auf. Versuchten die Beiden gerade nett zu ihr zu sein. Sie hatte noch nie mit Menschen in ihrem Alter gesprochen. Konnte sie ihnen trauen. Sie hatte schon oft andere Kinder beobachtet. Wie sich sich prügelten und Mädchen ärgerten. Doch Bill und Charlie schienen richtig nett.
„Samara." sagte sie also leise.
Bill und Charlie sahen sich an. Sie hatten eine weinerliche dünne Stimme von diesem kleinen Mädchen erwartet. Doch sie hatte leise, aber klar und deutlich mir fester, tiefer Stimme geantwortet
Der Zug setzte sich in Bewegung und die Brüder begannen sich über Lehrer zu unterhalten. Sie lauschte aufmerksam. Dieser Dumbledore, von dem ihr Phineas bereits erzählt hatte schien doch ganz fähig. Phineas hatte über ihn geflucht.
Nach einer Weile jedoch begann sie sich zu langweilen. Die Brüder hatten so ihre eigenen Geschichten, von denen sie kein Wort verstand. Also nahm sie sich ein Buch aus ihrem Koffer und begann zu lesen. Es war eines ihrer neuen Schulbücher. Jedoch legte sie es bald wieder weg. Alle diese Zauber, die in diesem Buch beschrieben waren konnte sie bereits. Ihr Vater hatte sie ihr vor vielen Jahren beigebracht. Sie sah wieder auf und sah wie Bill ebenfalls über einem Buch saß. Von Charlie keine Spur. Bill bemerkte ihren Blick und sagte:
„Er hat sich auf die Suche nach seinen Freunden gemacht. Der kommt so bald nicht wieder."
Samara sah ihn an und fragte schließlich:
„Warum suchst du nicht nach deinen Freunden?"
Bill lächelte und legte das Buch bei Seite.
„Ich habe nicht so viele Freunde wie Charlie."
„Wieso?"
Wieder musste er lächeln. Dieses kleine Mädchen hatte offenbar auch nicht sehr viele Bekanntschaften. Sie erinnerte ihn ein bisschen an seinen kleinen Bruder Percy. Er war auch immer ernst und spielte selten mit Kindern in seinem Alter.
„Weißt du, ich bin sehr ruhig und Charlie ist jemand, der immer gut gelaunt ist und schnell Freundschaften schließt. Außerdem fangen die Jungs in meinem Alter an, sich für Mädchen zu interessieren. Ich finde es aber kindisch, den Mädchen hinterher zu rennen und sie mit dummen Sprüchen an zu machen."
Sie nickte entschieden und sagte:
„Das ist es auch. Wie alt bist du denn?"
„14, wieso?"
„Ich will nur wissen in welchem Alter ich das ertragen muss."
Bill sah sie verdutzt an. Er hatte jede Antwort erwartet, aber nicht Diese. Vielleicht war Samara doch nicht so naiv wie sie schien. Sie sah auf sein Buch und fragte:
„Was ließt du da?"
Bill nahm das Buch und reichte es ihr. Zauberkunst für Fortgeschrittene stand auf dem Einband.
„Ist das ein Schulbuch?", fragte sie und begann darin zu blättern.
„Ja. Das ist das Buch für Zauberkunst der 4. Klasse. Du wirst wahrscheinlich auch eines Tages damit arbeiten."
Sie nickte und gab ihm das Buch zurück. Sie hatte auch in diesem Buch einige Zauber entdeckt, die sie schon kannte. Doch sie schwieg lieber. Sie wollte nicht, dass Bill anfing Fragen zu stellen, woher sie diese Zauber kannte.
Sie sah aus dem Fenster und beobachtete die Natur, die an ihnen vorbei flog. Bill betrachtete sie noch eine Weile verwirrt und schlug dann das Buch wieder auf.
Es begann schon zu dämmern als Bill ihr sagte:
„Wir sind bald da. Du solltest deine Schuluniform anziehen."
Sie sah ihn an.
„Ich gehe so lang raus und passe auf, dass keiner rein kommt."
Sie nickte und bedankte sich leise.
Kurz nachdem sie ihre Uniform angezogen hatte kam der Zug langsam zum stehen und Charlie traf wieder ein.
„Deinen Koffer kannst du liegen lassen. Sie bringen dir alles auf deinen Schlafsaal hinauf. Draußen steht ein großer Kerl, der dir sagt, wo du hin musst."
Sie sah die Beiden verwirrt an.
„Oh, du musst mit den anderen Erstklässlern mit gehen. Es gibt ein Auswahlverfahren, in welches Haus du kommst. Viel Glück. Hoffentlich kommst du nicht nach Slytherin."
Samara runzelte die Stirn.
„Was ist falsch an Slytherin?"
Sie wusste, dass ihre gesamte Familie, außer ihrem Cousin Sirius, in Slytherin gewesen war.
„Na, nach Slytherin kommen nur schwarze Magier. Außerdem sind sie dumm und hässlich." grinste Charlie und winkte ihr zu als er aus dem Zug sprang.
Sie runzelte die Stirn. Hatte er gerade ihre Familie beleidigt?! Doch wenn Slytherin tatsächlich böse war. Wollte sie dort auch nicht hin. Sie war nicht böse. Und wer könnte sie denn jetzt noch verstoßen? Immerhin war sie die letzte Black, soweit sie das wusste. Vielleicht war es an ihr den Namen der Blacks wieder rein zu waschen. Sie entschloss sich, alles auf sich zu kommen zu lassen und eilte auf den monströsen Mann zu, der alle Erstklässler zu sich rief.
Während der Bootsfahrt über den See versuchte sie sich in Erinnerung zu rufen, was Phineas über die verschiedenen Häuser in Hogwarts gesagt hatte. Es waren Vier. So viel wusste sie noch. Es gab Slytherin, das Haus ihrer Familie, Hufflepuff, Ravenclaw und... es viel ihr nicht mehr ein. Sie wusste nur noch, dass nach Hufflepuff die Schüler kamen, die nicht die Hellsten waren. Und Ravenclaw war genau das Gegenteil. Doch was hatte Phineas über das letzte Haus gesagt. Waren das die großen Feinde der Slytherins?
Sie war so in Gedanken, dass sie nicht bemerkte, wie sie anlegten und alle das Boot verließen. Als sie es bemerkte musste sie sich beeilen hinterher zu kommen und schloss erst an der großen Treppe auf, wo alle standen und nervös warteten, was wohl als Nächstes kam.
Endlich kam eine Frau in einem karierten Umhang heraus, die sich als Professor McGonagall vorstellte. Sie erklärte die Zeremonie und wies alle an, sich in einer Reihe aufzustellen. Sie führte die Schüler in eine große Halle in der 4 Tische standen. Das mussten die Haustische sein. Sie stellten sich in einer Reihe vor die Tische und die Professorin rief einen Namen nach dem anderen auf. Der aufgerufene Schüler setzte sich auf einen Hocker und zog sich einen alten Hut über. Dieser verkündete dann nach einigen Sekunden das Haus.
„Beard, Paul" sagte sie gerade und Samara wusste, dass sie gleich an der Reihe war, vor die vielen Schüler zu treten. Paul wurde nach Hufflepuff geschickt und einer der Tische fing laut an zu jubeln.
„Black, Samara"
Ein Raunen ging durch die Schülerschaft. Der Name war bekannt. Der letzte Black, von dem man gehört hatte, ist vor 4 Jahren nach Askaban geschickt worden. Man machte ihn für einen grausamen Muggelmord verantwortlich, bei dem auch ein Zauberer mit in den Tod gerissen wurde.
Samara wusste das natürlich. Sie schluckte und trat nach vorne um den Hut aufzusetzen.
Bill hatte seinen Hals gestreckt um zu sehen, wer das Mädchen war, er hatte schon vermutet, dass es seine Abteilgenossin war. Samara war kein häufiger Name. Er hatte recht behalten. Auch er musste schlucken als das Mädchen sich ganz hinten von der Schlange löste. Er empfand Sympathie für dieses Mädchen. Es wäre doch zu schade, wenn sie nach Slytherin musste und er nie wieder ein Wort mit ihr wechseln würde. Bill beobachtete sie genau. Stolz und gerade, ohne einen Hauch von Furcht ging sie nach Vorne und setzte sich den Hut auf. Sein Blick fiel auf den Schulleiter. Auch er beobachtete sie gespannt.
Samara blickte stur nach vorne. Sie dachte nicht daran ihren Blick schweifen zu lassen. Keiner sollte ihre Unsicherheit bemerken. Sie griff nach dem Hut, setzte sich und zog den Hut über die Augen. Augenblicklich hörte sie eine Stimme:
„Black... schon lange nicht gehabt. Eine traurige und mächtige Familie. Aber ich habe mich nie falsch entschieden. In dir steckt viel schwarze Magie. Du bist sehr klug. Du weißt mehr, als mancher Schüler in der Abschlussklasse. Mut hast du. Du sehnst dich nach Geborgenheit. In Slytherin würdest du wahre Freunde finden, wenn auch nicht viele. In Ravenclaw würdest du viel lernen, doch sie würden dich fürchten. In Gryffindor findest du Freunde, aber auch nicht viele, doch ebenso gute wie in Slytherin. In Gryffindor würdest du auch die Geborgenheit finden, nach der du verlangst und dein Mut würde dir helfen gegen die Vorurteile, die mit deinem Namen kommen, an zu kämpfen. GRYFFINDOR"
Samara nahm den Hut vom Kopf und ging zu dem Tisch hinüber der Laut zu jubeln begann. Sie entdeckte Bill unter den Jubelnden und lächelte ihm zu. Das erste Lächeln seit dem Tod ihres Vaters.
