Ähm ja, ups. Tut mir leid, ich hatte irgendwie komplett auf diese Story vergessen, ich versuche das in Zukunft zu vermeiden. Viel Spaß mit dem ersten Kapitel - und ich würde mich wirklich über Reviews freuen ^^
1. Kapitel: Der gute Geist
„Draco, du siehst scheiße aus.", wurde er von dem anderen begrüßt. „Du mich auch, Zabini.", murrte er und verkniff sich ein Gähnen. Verflucht, er könnte schwören, vorletzte Nacht noch weniger geschlafen zu haben, und trotzdem fühlte er sich nach dieser Nacht deutlich erschlagener.
„Ey, du solltest echt zu Madam Pomfrey gehen, ich mein' wann hast du das letzte Mal wirklich geschlafen?"
Draco sah auf die Armbanduhr, die er auch zum schlafen – pardon, beim ins-Bett-gehen nicht abnahm. „Vor zirka zehn Minuten, bevor du der Ansicht warst, dass es genug gewesen wäre.", erklärte er dann trocken.
Blaise zog eine Augenbraue hoch – ehrlich, die Geste wirkte nur bei Severus… bei Gelegenheit sollte Draco seinem vermeintlich besten Freund das sagen.
„Das war nicht witzig.", erklärte dieser soeben ernst.
„War es auch nicht gemeint.", kam es ebenso ernst retour. Der andere verdrehte die Augen und schien ein Stoßgebet zum Himmel oder sonst wo hin zu schicken.
„Mach doch, was du willst."
„Tu ich auch ohne dass du es mir sagst, keine Sorge. Und jetzt werde ich mir mal mein Lebenselixier holen gehen."
Blaise sah dem Blonden nach. Er war müde, dass konnte er sogar ihm am Rücken ablesen. Aber nein, Mister ich-brauch-keinen-Schlaf Draco würde vorher umkippen, als das er sich helfen ließ. Erneut verdrehte er die Augen. Zur Hölle, er hatte es zumindest versucht. Schnellen Schrittes holte er den anderen ein, dieser blickte nicht einmal hoch.
„Harry, du siehst scheiße aus.", wiederholte Ron unwissentlich Blaise, als er den den Helden der Zaubererwelt aus dem Bad kommen sah. Harry zuckte mit den Schultern. Er hatte schlecht geschlafen, na und? Konnte vorkommen. Und bei ihm kam das sogar öfter vor. Wesentlich öfter als ihm lieb war und zu oft, als dass er es ignorieren könnte.
Ohne sich zu einer Antwort herabzulassen trabte er an dem Rothaarigen vorbei und Richtung Portrait der Fetten Dame. Hinter sich hörte er die Stimme von Hermine: „Er sollte anfangen, sich die Augenringe wegzuschminken… er sieht wirklich grässlich aus. Weißt du, wann er das letzte Mal wirklich eine Nacht durchgeschlafen hat?"
„Keine Ahnung, kennst mich ja: Ich leg mich hin und bin weg."
Er konnte ein Schnauben vernehmen, das kaum jemand anderen als Hermine zur Urheberin haben konnte.
„Das allerdings, mein Lieber, ist richtig. Du schläfst an den unpassentsten Momenten."
„Müssen wir das…"
Harry war durch das Portraitloch geklettert und hatte die Stimmen seiner beiden besten Freunde hinter sich gelassen. Er versuchte ohne nennenswerten Erfolg, ein Gähnen zu unterdrücken. Tatsache, er sah grässlich aus, dass hatte ihm ein Blick in den Spiegel im Bad bereits bestätigt. Und, ja, Tatsache, er war müde. War ja auch kein Wunder.
Er konnte es sich einfach nicht erklären, warum er so schlecht schlief. Um ehrlich zu sein hatte er sich allerdings auch noch nicht übermäßig intensiv damit auseinander gesetzt, außer nachts im Bett, aber da war er zu unruhig, um wirklich nachdenken zu können. Bisher hatte er auch noch nicht mit seinen Freunden darüber diskutiert, und auch das war kein Zufall, denn: Ron und Hermine waren nicht mehr ansprechbar, die beiden hatten nur noch Augen füreinander und wenn er der Wahrheit die Ehre geben wollte, inzwischen fand er das schon ziemlich übertrieben, aber das konnte es nicht sein, das ihm den Schlaf raubte.
Es waren auch nicht die Bilder des Krieges, die er manchmal in der Nacht vor Augen hatte, wenn er sich dazu zwang, einzuschlafen.
Er wusste nicht, was es war, und genau das ärgerte ihn so dermaßen. Wie konnte etwas, von dem er nicht wusste, was es war, ihn derart effektiv daran hinderten mehr als zwei Stunden (wenn denn überhaupt!) zu schlafen?
Er seufzte leise.
„Hey, hey, was hat denn unser Goldjunge Pottylein wieder zu seufzen?", höhnte eine schleimige Stimme vor ihm. Ohne es zu merken, war er bei der großen Halle angekommen und das schleimige Etwas erkannte er auch ohne dass er aufblickte: Pansy Parkinson.
Eben diese sah sich so eben Beifall heischend nach ihrem, mehr oder weniger heimlichen, Schwarm Draco um. Dieser jedoch ignorierte sie, starrte zu Boden und versuchte, sich ein Gähnen zu verkneifen. Und wenn er doch mal zu der Medihexe gehen würde? Im selben Moment verwarf er den Gedanken wieder, als ob er das könnte…
Wortlos trat er an der Seite von Harry Potter in die Große Halle, schweigend gingen sie an ihre Haustische.
Blaise blieb der Mund offen stehen. Gut, er hatte gewusst, dass es Draco nicht ganz so blenden ging und dass er eindeutig zu wenig Schlaf bekam, aber das war ja wohl die Krönung des Ganzen. Wenn es so weit gekommen war, dass er Harry Potter ignorierte, sollte er, seinen Pflichten als bester Freund folgend, anfangen, sich ernstliche Sorgen zu machen.
Doch an ihrem Tisch befand sich etwas, oder vielmehr jemand, der es schaffte, sogar Draco aus seiner Apathie zu reißen.
Eine junge Frau saß am Rand des Slytherin Haustisches, langes, weiß-silbriges Haar fiel ihr ins Gesicht und auch sonst schien sie vorwiegend aus dieser Farbe zu bestehen. Ihre Haut war weiß, man konnte sie nicht mehr als einfach nur blass beschreiben, sie war richtig gehend weiß. Ihre dünnen, skelettartigen Finger umklammerten eine Tasse aus der es dampfte, mit der anderen Hand spielte sie mit einer Strähne ihres Haares.
Verblüfft war Draco stehen geblieben, um sich die Gestalt genauer anzusehen.
„Kennst du die?", fragte Blaise
Stumm schüttelte der Platinblonde neben ihm den Kopf… gegen dieses Mädchen sah er ja braungebrannt aus!
So als hätte sie seinen Blick gespürt, sah sie in just diesem Moment auf. Ihre Augen waren… farblos, anders konnte er es nicht ausdrücken, sie leuchteten zartlila, das konnte er auch auf diese Entfernung sehen, aber auf eine unbestimmte Art und Weise wirkte es falsch.
Sie stand auf, lächelte leise, kaum merklich, dann steuerte sie auf den Ausgang der Halle zu, musste dabei zwangsläufig an Draco, Blaise und Pansy vorbei.
„Guten Morgen.", wünschte sie, ihre Stimme klang so eigenartig wie ihre Augen aussahen.
Und Draco war verblüfft genug, um mit „Guten Morgen.", zu antworten. Ihr Lächeln wurde daraufhin ein wenig deutlicher, dann verschwand sie aus dem Blickfeld der drei Slytherins.
„Okay. Was. War. Das?", fragte Blaise, sichtlich verwirrt.
„Ich hab nicht die leiseste Ahnung…", gestand Draco ebenso verwirrt.
