Kapitel 2

„Okay, wenn nicht Esmerelda, wie wäre es mit Anastasia? Oder Ariel?"

„Castle, wir nennen unsere Tochter nicht nach einer Disney Prinzessin."

„Spielverderberin", schmollte er. „Es gibt so viele großartige Möglichkeiten. Aurora? Tiana? Oh!", rief er plötzlich und strahlte. „Wie wäre es mit Mulan? Sie ist eine Prinzessin und eine knallharte Kriegerin."

„Nein", sagte Beckett entschieden.

„Wie wäre es mit Fiona, von Shrek?", schlug eine neue Stimme vor. Beckett und Castle erschraken, drehten sich um und sahen Ryan und Esposito neben ihnen am Mordfallbrett stehen. Die beiden Detectives grinsten, sichtlich amüsiert über die Diskussion, die die werdenden Eltern so abgelenkt hatte, dass sie die anderen nicht bemerkt hatten.

„Haltet die Klappe", grummelte Beckett und schüttelte den Kopf.

„Wie du meinst, Boss", grinste Ryan.

„Yo, sind die Officers schon mit unserem Typen zurück?", fügte Esposito hinzu.

„Ich denke nicht. Welcher Typ?", fragte Beckett.

„Wir haben mit Lisas Zimmergenossin gesprochen", erklärte Ryan, „und sie nannte uns den Namen eines Ex-Freundes. Klingt, als wäre es die Trennung erst kürzlich erfolgt."

„Vielversprechend", kommentierte Castle. „Aber warum sollte der verschmähte Ex erst Lisa und dann in einem ganz anderen Blumenladen eine völlig fremde Frau töten?"

„Gute Frage", stimmte Beckett zu. „Natürlich könnten wir die gleiche Frage über Matthew stellen."

„Wer?", fragte Ryan.

„Der Sohn von Opfer Nummer eins", erklärte Castle. „Zwei Officers haben ihn schlafend auf ihrer Couch liegend gefunden."

„Ja, er wartet in Vernehmungsraum eins auf uns", fügte Beckett hinzu. „Ich wollte euer Update hören, bevor wir mit ihm reden."

„Detectives?", rief Officer Aragon von der anderen Seite des Raumes. „Wir haben einen Tyler Burkhart für euch."

„Oh, ja. Das ist der Ex-Freund", sagte Ryan. „Könnt ihr ihn in Verhörraum Zwei bringen?"

„Sicher."


„Guten Morgen, Matthew", sagte Beckett kühl, als sie in den Verhörraum eins eintrat. Marians Sohn blickte müde von der Tischoberfläche auf und zuckte zusammen, als das Deckenlicht direkt auf sein Gesicht schien.

„Müssen Sie so laut reden?" Er stöhnte, blickte wieder runter und hob eine Hand, um seine Augen zu schützen.

„Mörder-Kater, was?", scherzte Castle und erntete dafür einen bösen Blick von seiner Frau. Er schloss schnell seinen Mund und bewegte sich, um einen Stuhl für sie herauszuziehen.

„Ich bin Captain Beckett", sagte sie, setzte sich und fixierte Matthew mit einem festen Blick. „Erzählen Sie mir von dem Streit, den Sie gestern mit Ihrer Mutter an ihrem Arbeitsplatz hatten."

„Oh das?" Der junge Mann zuckte zusammen und verschränkte nervös seine Finger. „Es war nichts. Alle streiten sich mit ihrer Mama, nicht wahr?"

Castle warf seiner Frau einen besorgten Blick zu, als er sich neben sie setzte, aber sie reagierte nicht.

„Wohin sind Sie gegangen, nachdem Ihre Mutter Ihnen kein Geld gegeben hat?"

Matthew machte ein finsteres Gesicht, sichtlich unglücklich darüber, dass sie seine persönlichen Verhältnisse kannten. „Ich bin zum Arbeitsamt gegangen, um nach einem Job zu suchen", grummelte er. „Aber sie hatten nichts, also ging ich zu der Baufirma, wo ich früher arbeitete und sie sagten auch nein. Bastarde."

„Und dann?", fragte Beckett auffordernd.

Matthew schnaufte, rutschte auf seinem Stuhl hin und her. „Ich traf ein paar Kumpels in der Bar. Sie bezahlten, also hatte ich ein oder zwei Bier", gab er zu.

„Und dann noch ein oder zwei Bier mehr?", mutmaßte Castle. Der Mund des anderen Mannes zuckte unglücklich, aber er leugnete es nicht.

„Dann habe ich darüber nachgedacht, was ich zu Mama gesagt habe", fuhr er unbehaglich fort, „und ich fühlte mich schlecht, also ging ich zu ihrer Wohnung, um mich zu entschuldigen, aber sie war noch nicht von der Arbeit zurück. Also legte ich mich auf ihr Sofa und bin vermutlich eingeschlafen."

Beckett und Castle wechselten einen Blick. Dann öffnete Beckett ihren Ordner und nahm eine Kopie von Lisa Morgans Führerschein heraus.

„Kennen Sie diese Frau?"

Matthew betrachtete das Bild und zuckte mit den Schultern. „Nein", sagte er. „Ich kenne sie nicht. Worum geht es?", fügte er beschwichtigend hinzu, während Beckett das Foto zurück in den Ordner schob. „Ist Mama immer noch sauer auf mich? Ich will ihr nur sagen, dass es mir Leid tut. Ich meinte das nicht so, was ich gesagt habe. Wann kann ich hier raus und mich bei ihr entschuldigen?"

Beckett schaute wieder zu ihrem Mann und seufzte.

„Matthew, es tut mir leid, Ihnen das sagen zu müssen..."


„Tyler Burkhart", sagte Ryan, als er und Esposito in Vernehmungsraum zwei eintraten. „Danke, dass Sie heute kommen konnten."

„Ich hatte keine große Wahl", antwortete der junge Mann. „Um was geht es hier?"

Tylers Bild hätte im Wörterbuch neben dem Begriff „adretter Bursche" abgebildet sein können, dachte Ryan, als er sich gegenüber vom jungen Mann an den Tisch setzte. Das Kind sah so glattrasiert aus, wie er auf die Welt gekommen war, aber natürlich konnte das Aussehen täuschen.

„Erzählen Sie uns von Lisa Morgan", sagte Ryan ruhig und hielt seinen Blick auf Tyler gerichtet.

„Lisa?", grummelte der junge Mann und rutschte unbehaglich auf seinem Stuhl herum. „Was soll ich sagen? Die Schlampe hat mich rausgeschmissen. Anscheinend ist der Valentinstag für die Tussis wichtig. Wer hätte das gedacht?"

Ryan zog die Augenbrauen hoch, als seine Meinung über den Charakter des Jungen ein wenig sank.

„Sie hat mit Ihnen am Valentinstag Schluss gemacht? Also haben Sie sie den letzten Monat nicht gesehen?", forschte er nach.

„Nun ja, es sei denn, es zählt auch, dass ich ihr letzte Woche im Einkaufszentrum zufällig begegnet bin." Tyler runzelte die Stirn aufgrund der Erinnerung.

„Was hat sie im Einkaufszentrum gemacht?", fragte Esposito.

„Na, einkaufen." Der Junge rollte mit den Augen. „Die Zicke hat mich einfach links liegengelassen. Und sie war in all den richtig teuren Geschäften, wissen Sie? Die, in denen ein kleiner Schal zwei Wochenlöhne kostet. Sie hatte eine Menge Tüten am Arm. Also fragte ich sie, woher sie das Geld für all das Zeug hätte. Sie ging mit einem 'pfft' einfach weiter und ließ mich abblitzen."

Ryan und Esposito tauschten einen Blick. „Also", sagte Esposito vorsichtig. „Sie sagen, dass sie plötzlich mehr Geld hatte als früher?"

„Es sah tatsächlich so aus. Sie hat immer darüber geredet, wie sehr sie sich wünschte, dass sie es sich leisten könnte, in diesen Geschäften einzukaufen, und plötzlich stand sie da mit Taschen beladen."

Ryan nahm ein Foto von Marian Jefferson und schob es über den Tisch. „Kennen Sie diese Frau?"

Tyler sah auf das Bild, seine Stirn kräuselte sich in Verwirrung. „Nein. Sollte ich?"


„Nun, das war ein Reinfall", seufzte Beckett und heftete Matthew Jeffersons Foto an das Mordfallbrett unter der Überschrift Von Interesse. „Wir werden das Alibi überprüfen, aber mein Bauchgefühl sagt mir, dass Matthew nicht unser Mann ist."

„Nein", stimmte Castle zu. „Wie er zusammengebrochen ist, als du ihm gesagt hast, dass seine Mutter getötet wurde? Das war nicht gespielt."

„Der Ex-Freund ist immer noch eine Möglichkeit", fügte Ryan hinzu und befestigte Tylers Bild auf dem Mordfallbrett im Abschnitt Verdächtige. „Wir werden auch sein Alibi überprüfen. Aber wir haben immer noch keinen Grund gefunden, warum er Marian getötet haben könnte."

„Mein Anruf bei Lisas Eltern hat auch nichts Verwertbares ergeben", sagte Esposito. „Sie scheinen nichts über ihr Liebesleben zu wissen, Freunde, Arbeit, irgendetwas davon. Klingt so, als hätte sie nicht viel mit ihnen geredet."

„Ich werde die Finanzen der Opfer überprüfen", mischte sich Vikram ein. „Mal sehen, ob ich das zusätzliche Geld, mit dem Lisa um sich geworfen hat, identifizieren kann und herausfinde, woher es kommt."

„Noch kein Glück, Verbindungen zwischen unseren beiden Opfern zu finden?", fragte Beckett. Der Technikanalyst schüttelte den Kopf.

„Noch ist nichts aufgetaucht, aber ich werde weitersuchen. Ich habe auch die Kundenlisten der beiden Blumengeschäfte über ihre Kreditkartenquittungen abgeglichen, aber da gab es auch keine Übereinstimmungen. Natürlich bezahlen viele Leute die Blumen in bar."

„Hmm."

Als Beckett sich an ihre Detectives wandte, um mit den nächsten Schritten in der Ermittlung zu beginnen, zog Castle Vikram zur Seite.

„Hey", sagte Castle, „hast du immer noch die Käuferdaten von den Floristen? Ich möchte einer Intuition folgen."

Vikram sah ihn ein wenig seltsam an. „Natürlich", antwortete er. „Die Datensätze waren alle in Papierform, aber ich habe sie mittels optischer Zeichenerkennung eingescannt und eine Tabelle erstellt."

„Großartig." Castle nahm den Arm des anderen Mannes und steuerte ihn zu dem kleinen Büro, in dem Vikrams Technikausrüstung aufgestellt war. „Das ist wahrscheinlich verrückt, aber lass mich das erklären."


„Ich weiß nicht, Castle, ich denke nur, dass die meisten der populären Namen jetzt zu gewöhnlich sind", sagte Beckett, als sie den Flur entlang zum Leichenschauhaus gingen. „Ich möchte etwas anderes, aber auch nicht zu anders."

„Ich sage nicht, dass wir sie Jennifer nennen sollten", erwiderte Castle und hielt ihr die Tür auf, „aber es gibt einen Grund, warum die klassischen Namen über Generationen hinweg beliebt bleiben. Weil sie klassisch sind! Wie Elizabeth. Margaret. Victoria."

„Jetzt zählst du nur Königinnen von England auf."

„Nun, du wolltest keinen Namen von Prinzessinnen, also..." Er grinste, als seine Frau verärgert schnaufte.

Als sie aufblickten, sahen sie, wie sowohl Lanie als auch Perlmutter an den Untersuchungstischen standen und sie beobachteten. Lanie trug ein freundliches Lächeln, Perlmutter seinen üblichen finsteren Blick.

„Mussten Sie ihn mitbringen?", beschwerte sich Perlmutter, was ihm einen strafenden Seitenblick von Lanie einbrachte.

Beckett ignorierte ihn. „Was haben wir?"

„Nicht viel, was du nicht schon wusstest", antwortete Lanie und deutete auf die beiden Untersuchungstische, wo Marians und Lisas Leichen lagen. „Es ist schwierig, das genaue Timing zu bestimmen, aber wir sind ziemlich sicher, dass Marian zuerst getötet wurde, dann Lisa etwa dreißig Minuten später. Zwei Schusswunden für jedes Opfer. Und wir haben gerade die Ballistik zurückbekommen, die bestätigt, dass sie mit derselben Waffe erschossen wurden. Die Waffe ist im System, aber ihr Besitzer hat sie vor einigen Jahren als gestohlen gemeldet."

„Keine anderen Spuren oder Beweise an einem der beiden Körper", fügte Perlmutter hinzu, „obwohl beide Substanzen an ihren Händen und der Kleidung hatten, die mit der Art von Konservierungsmitteln übereinstimmen, die in Blumengeschäften verwendet werden."

„Hmm", grübelte Beckett stirnrunzelnd. „Wir haben also keine Beweise für eine Verbindung zwischen den beiden Opfern, außer ihrer Arbeit."

„Ich denke, das habe ich gerade gesagt", grummelte Perlmutter. „Übrigens, Captain, wenn Sie noch nach einem Namen für Ihren bedauernswerten Sprössling suchen, darf ich Morticia vorschlagen?"

„Nein, dürfen Sie nicht", sagte Castle, obwohl er innerlich dachte, verdammt, der Name hätte mir auch einfallen können.

„Was ist mit Elaine?", meinte Lanie und grinste breit. „Es ist ein schöner Name. Klassisch, zeitlos."

„Ich werde ihn auf die Liste setzen", versprach Beckett und lächelte ihre Freundin an, als das Telefon an der Wand zu klingeln begann.

„Hier ist noch einer", warf Perlmutter ein. „Sandy. Denken Sie darüber nach." Er grinste bösartig, dann wandte er sich ab, um ans Telefon zu gehen.

„Kate...", sagte Lanie und zog Beckett zur Seite. Den Anfang eines Frauengesprächs witternd, wandte Castle sich ab und runzelte leicht die Stirn, als er über Perlmutters letzten Kommentar rätselte.

Sandy? Warum in aller Welt würde Perlmutter das vorschlagen... Sandy Castle. „Oh", sagte er laut und verdrehte die Augen. „Sandburg… Was für ein Komiker."


„Was ist los?", fragte Kate, als Lanie sie in eine stille Ecke der Leichenhalle zog. „Geht es um deine Mutter? Ist ihr etwas passiert?"

„Es geht ihr im Wesentlichen unverändert", seufzte Lanie, ihr Gesichtsausdruck beunruhigt. „Ich habe mit ihren Ärzten gesprochen, als ich über Weihnachten dort war, und sie wollten eine neue Medikamentenkur ausprobieren, in der Hoffnung, eine Dialyse vermeiden zu können. Es scheint bisher zu funktionieren."

„Nun, das klingt vielversprechend", sagte Beckett und legte eine Hand auf den Arm ihrer Freundin. „Nicht wahr?"

„Ja." Aber Lanie lächelte nicht. „Die Sache ist... ich habe von einem Job gehört, der sich dort in Louisiana eröffnet hat, im selben Krankenhaus, in dem meine Mutter ihre Behandlung bekommt."

„Oh", sagte Kate und ihre Brust zog sich schlagartig erschrocken zusammen.

„Es ist ein Lehrkrankenhaus, also wäre es eine Lehrstelle in ihrem Leichenschauhaus", fuhr Lanie fort, „was flexible Arbeitszeiten bedeutet, damit wäre ich in der Lage, Mamas Behandlung zu überwachen und auch Dad im Auge zu behalten. Der Verdienst ist nicht toll, aber die Lebenshaltungskosten sind dort viel niedriger und ich könnte bei meinen Leuten mietfrei unterkommen."

„Es klingt wie eine ziemlich gute Lösung", äußerte Kate, entschlossen, die unterstützende Freundin zu sein, obwohl der Gedanke, dass Lanie so weit weg zog, ihr Herz sinken ließ. Als ob sie ihre Aufregung spüren würde, fing das Baby an, sich energisch in ihr zu drehen. Sie ließ eine Hand auf ihren Bauch fallen und rieb ihn beruhigend. „Also... hast du dich entschieden? Ist es das, was du definitiv machst?"

„Nein. Ich weiß es nicht", seufzte Lanie. „Ich meine, ich habe mich beworben, ein Telefoninterview gemacht und sie sagten, dass sie mich bald zurückrufen würden. Aber die Sache ist … hast du gehört, dass der stellvertretende Chefarzt der Gerichtsmedizin hier in New York in Rente geht?"

„Richtig, ich habe die Ankündigung gesehen." Kate nickte, obwohl sie nur eine vage Erinnerung daran hatte, die E-Mail überflogen zu haben.

„Nun, heute Morgen ist mir zu Ohren gekommen, dass ich auf der kurzen Liste von Kandidaten bin, die ihn ersetzen sollen", enthüllte Lanie. Kates Augen weiteten sich überrascht.

„Oh, Lanie, das ist wunderbar. Herzlichen Glückwunsch."

„Es ist kein abgeschlossener Deal oder so", lenkte ihre Freundin ab.

„Nein, aber es wäre eine große Beförderung, oder?", bemerkte Kate. „Mehr Geld, mehr Verantwortung..."

„... nicht diesen Griesgram jeden Tag ansehen zu müssen", fügte Lanie hinzu, neigte ihren Kopf in Perlmutters Richtung und beide kicherten.

„Ernsthaft, das ist großartig. Ich bin stolz auf dich", sagte Kate. Lanie lächelte sanft und drückte ihre Schulter.

„Danke, Freundin." Dann verzog sie das Gesicht und seufzte. „Aber der Punkt ist, ich muss eine Entscheidung treffen und zwar bald."

„Ahh." Kate schürzte die Lippen, ihre Hand rieb immer noch in langsamen Kreisen über ihren vergrößerten Bauch. „Wow, das ist wirklich hart, Lanie."

„Ja." Ihre Freundin schmunzelte reumütig. „Als ob ich das nicht wüsste."

„Ich wünschte, ich könnte helfen", bot sie an, aber Lanie schüttelte den Kopf.

„Nein, es ist okay. Ich muss das selbst herausfinden. Aber danke fürs Zuhören."

„Jederzeit", versicherte Kate ihr. „Dein Karrieredilemma lässt meines vergleichsweise einfach erscheinen", fügte sie hinzu und versuchte, es leicht klingen zu lassen, aber Lanies Stirn runzelte sich vor Sorge über die Aussage.

„Du meinst, was du nach dem Baby machen willst?"

„Ja", nickte Kate und verlagerte ihr Gewicht auf den anderen Fuß. „Ich habe mich immer noch nicht entschieden, ob ich nach meinem Mutterschaftsurlaub als Captain zurückkomme. Und wenn nicht, was dann?"

„Süße, jetzt ist nicht die Zeit, so große Lebensentscheidungen zu treffen", sagte Lanie ernst. „Ich kann dir mit Sicherheit sagen, nachdem wie meine Freundinnen und Cousinen das durchgemacht haben, dass du nie wissen kannst, wie dich das Muttersein verändern wird. Das Beste ist es abzuwarten, wie es dir geht, wenn sie hier ist."

„Du hast Recht." Kate seufzte und schüttelte den Kopf. „Aber ich bin einfach nicht gut darin, Dinge so in der Schwebe zu lassen, weißt du?"

„Oh, das weiß ich über dich, Kate Beckett", neckte ihre Freundin. „Aber wenn es eine Sache gibt, auf die du bei einem Baby zählen kannst, ist es, dass nichts jemals genau so läuft, wie du es erwartest."

„So habe ich es gehört." Dann legte sich Kates Stirn in Falten, als ihre Augenbrauen sich nach unten zogen. „Oh, Lanie, was werde ich nur ohne dich machen, wenn du wegziehst?" In ihren Augenwinkeln kribbelte Feuchtigkeit und sie wischte ungeduldig darüber, innerlich zum tausendsten Mal die Schwangerschaftshormone verfluchend.

„Oh, Süße, nicht. Ich fange auch gleich an", lachte Lanie und beugte sich vor, um sie in eine, aufgrund der Babymasse zwischen ihnen, unbeholfene Umarmung zu ziehen. „Du weißt, dass ich immer nur einen Telefonanruf entfernt bin, wenn du mich brauchst."

„Ich weiß", seufzte Kate, aber sie konnte nicht anders, als einen Anfall von Traurigkeit zu empfinden, als sie ihre beste Freundin umarmte.

„Nun, das ist interessant", kommentierte Perlmutter laut und zog ihre Aufmerksamkeit auf sich, während er auflegte. Kate und Lanie lösten sich räuspernd voneinander, als sie zurück in die Mitte des Raumes und zurück in den Arbeitsmodus traten.

„Was ist interessant?", fragte Castle, der während ihres Gesprächs ‚Angry Birds' auf seinem Telefon gespielt hatte.

„Das war das Labor", sagte Perlmutter, Castle ignorierend und sich an Beckett richtend. „Es scheint, dass neben den erwarteten Substanzen in beiden Blumenläden auch Spuren von Kokain gefunden wurden."

„Oh!", rief Castle aus, als sowohl Beckett als auch Lanie überrascht blinzelten. „Ich liebe es, wenn sich die Handlung verdichtet."