Für LilyLunaLovegood...ich bin dir unendlich dankbar für meine erste Review...die Story hat bei Molly bis jetzt 11 Kapitel, ist aber noch nicht fertig.
Ganz liebe Grüße
mclover45
Der Plan
Lily beeilte sich nach dem Abendessen nach oben zu kommen. Ihre Mutter konnte es versuchen, aber nichts würde Petunias abfällige Kommentare ersticken. Lily war einfach da gesessen und hatte versucht sie zu ignorieren. Sie wollte nicht das Petunia bekam was sie wollte. Egal wie unhöflich und widerlich Petunia war, oder wie oft sie sie einen „Freak" nannte, Lily widerstrebte dem Drang ihrem Temperament freien Lauf zu lassen. Sie würde sich nicht auf ihr Niveau herab begeben. Nur die kleinste Regung ihrerseits und Petunia würde wissen das ihr eben sehr wohl unter die Haut ging was sie sagte, also zwang Lily sich, ruhig zu bleiben. Es war wie ein Spiel und Lily war wirklich kein Fan des Verlierens.
In der Sicherheit ihres verschlossenen Zimmers ließ Lily sich mit einem lauten plumps auf's Bett fallen. Sie inspizierte ihre Hände. Kleine halbmondförmige Narben waren in ihren Handflächen zu sehen, der Beweis das sie eben doch nicht so immun gegen Petunia war wie sie es gerne wäre. Lily machte ihren Kassettenrekorder an und wohltuende, klassische Musik erfüllte das Zimmer. Sie setzte sich auf's Bett und lehnte den Kopf gegen die Wand. Der Sommer war ziemlich eintönig verlaufen. Ihre Eltern erlaubten nicht das sie Freunde aus der Schule einlud, weil Petunia das aufregte. Obwohl sie jetzt wirklich gern freundlichen, nicht-elterlichen Kontakt zu einem menschlichen Wesen gehabt hätte, wollte Lily sich nicht als Muggel ausgeben um sich mit einem eben solchen anzufreunden. Es war unglaublich ermüdend und es in ihren Augen nicht Wert sich ständig Entschuldigungen dafür ausdenken zu müssen das sie Merlin anstatt Gott gesagt hatte. Was es noch schlimmer machte war, das Petunia ihren Freund jeden Tag mit nach Hause brachte. Es war übelkeitserregend. Sie sahen als Paar so unglaublich seltsam aus, wie als würden ein Zahnstocher und eine Tomate beschließen, auf einmal kleine Tomaten-Stocher-Babies zu zeugen. Trotzdem fand es Lily eigentlich ganz gut das Petunia und Vernon sich gefunden hatten. Es war eine ganz schöne Erholung.
Die Einsamkeit die Lily empfand vermischte sich mit Langeweile. Mit süßen sechzehn war sie eben noch zu jung für einen vernünftigen Job. Außerdem waren ihre Eltern zu Hause um ihre Anwesenheit in den drei Monaten in denen sie nicht in der Schule war, genießen zu können. Sie schnaubte wütend bei dem Gedanken. Obwohl ihre Eltern Petunias Ansichten nicht wirklich teilten, konnten sie nichts mehr mit Lily anfangen. Magie war einfach zu überwältigend für sie. Manchmal erwischte Lily sie, wie sie sie anstarrten, als würde sie gleich mit einer bloßen Handbewegung das Haus abfackeln. Es war zum verrückt werden. Ihre eigenen Eltern fürchteten sie, unsicher ob sich gleich ein Kaninchen aus ihrem Hut zog oder sie im Schlaf umbrachte. Lily machte sie nicht dafür verantwortlich, sie taten wirklich ihr Bestes angesichts der Situation. Lily wusste das sie sie trotz allem sehr liebten. Es war immer noch die Skepsis gegenüber Magie, die sie nicht ablegen konnten. Trotzdem wünschte sie sich sie wäre Teil einer Familie wie der von Alice. Sie wollte nichts mehr als zu einer vollkommen magischen Familie gehören in der man keine Geheimnisse für sich behalten musste. Lily vermutete das es wahrscheinlich auch wunderbar war ausschließlich unter Muggeln zu leben, wenn sie doch nur auch einer wäre. Ein Teil von ihr überlegte immer noch ob sie nicht wieder die kleine Prinzessin ihres Dads werden könnte. Ohne Magie. Sie wusste zu viel. Die Magie jetzt aufzugeben wäre als amputiere man ihr einen Arm oder ihren ganzen Oberkörper. Es war keine Option. Aber wenn sie in eine reinblütige Familie rein geboren geworden wäre, so wie Alice...
Lily zog eine Grimasse. Der Gedanke an Alice tat ihr sehr weh. Sie war Lilys einzige enge Freundin und sie würde nächstes Jahr ihren Abschluss machen. Um das alles noch zu toppen würde sie auch nicht mehr im Gryffindor Turm wohnen. Sie war jetzt Schülersprecherin, das hatte sie Lily in ihrem letzten Brief mitgeteilt. Es war fast als würde sie sie ein Jahr früher verlassen. Jetzt hatte sie niemanden mehr der ihr half Rumtreiber-Verliebten Teenagerinnen zu entfliehen. Lily dachte über diesen Gedanken nach, während sie an die Decke starrte.
Ein gurrendes Geräusch weckte Lily aus ihrem Tagtraum. Sie schaute zum Fenster und lächelte als sie eine ihr wohl bekannte Eule wiedererkannte. „Hey Charm!" begrüßte sie Alice hellbraune Eule. Sie lockte sie rüber zum Schreibtisch und strich mit den Fingern über die Federn auf Charms rechtem Flügel. „Lange nicht gesehen." Es tat so gut endlich wieder mit einem Teil der magischen Welt in Kontakt zu kommen, eine Erinnerung an die Welt zu der sie bald wieder gehören würde. „Wie geht es Alice?" fragte sie. Charm schuhte sanft bei der Erwähnung von Alice Namen. Lily lächelte in sich hinein. „Ich verstehe das jetzt mal als ein „gut" oder?" Lily nahm den Brief von Charms Bein und suchte in ihrem Schreibtisch nach einem Eulenkeks. Sie gab ihn ihr und lies sich dann mit dem Brief auf ihr Bett fallen.
Hey Lily!
Ich bin gerade aus dem Urlaub zurück. Oh Lily, Italien ist so wundervoll. Es gab so viel zu sehen und für das Essen könnte ich sterben. Ich glaube wirklich das ich einen neue Uniform werde kaufen müssen bevor wir zurück nach Hogwarts gehen, so gut sind die Cannolini. Ich freue mich trotzdem auf das neue Jahr. Schulsprecherin! Ich kann es immer noch nicht glauben! Ich war so sicher das sie Amelia Bones auswählen. McGonnagal hält uns die ganze Zeit vor wie gut ihre Verwandlungskünste doch sind. Meine Verwandlungskünste sind auch gut! Okay, es gab das eine Mal als ich versehentlich...du weißt was ich meine. Ich glaube nicht das ich ein Tintenfass seitdem wieder gleich angesehen habe. Also, weil ich deine beste Freundin bin kann ich sehen, wie sich die Sorgenfalten auf deiner Stirn formen, aber, keine Sorge. Wir werden trotzdem noch genau so viel Zeit miteinander verbringen. Du kannst rüber zu den Schülersprechern kommen und wir feiern Übernachtungsparties!
Ich habe heute einen sehr interessanten Brief bekommen. Frank Longbottom hat mir geschrieben. Er ist der neue Schulsprecher. Es sagte das er sich sehr darauf freuen würde mit mir zu arbeiten. Na gut, nein. Seine exakten Worte waren : „Ich freue mich sehr darauf dir so Nahe zu sein." Was denkst du heißt das? Denkst du er flirtet mit mir? Oh Lily, du weißt das ich schon ewig auf ihn stehe. Und ER hat MIR die Eule geschickt!
Ich weiß das dir in letzter Zeit wirklich langweilig war. Mach dir trotzdem keine Sorgen. Morgen früh werden wir im Zug sitzen, auf dem Weg nach Hause. Ich muss mit Frank in ein Abteil damit wir besprechen können was wir euch Grünschnäbeln erzählen. Aber danach gehöre ich dir. Vielleicht wird sich das alles ja noch zum Guten wenden. Du kannst ein bisschen an deinem Racheplan arbeiten. Ich weiß nicht Lils. Ich weiß, Potter ist ein Arschloch, aber ich will nicht das du irgendetwas tust das du später bereust. Ich weiß wie wichtig dir das ist also werde ich dir nicht im Weg stehen. Du bist verdammt nochmal viel zu stur. Tut mir Leid, aber ich bezweifle das ich dir jetzt so viel helfen kann. Ich denke das Frank vielleicht misstrauisch wird wenn ich mich mitten in der Nacht raus schleiche. Denkst du, das wenn ich ihm erzählen das ich mich mit einem Typen träfe, das er eifersüchtig werden würde? Wenn es doch nur so wäre. Ich denke du musst Potters Leben alleine zerstören.
Ok, genug Potter Gerede. Ich weiß wie sehr dich das beschäftigt. Wir sehen uns Morgen im Zug! Ich habe dich sehr vermisst! Ich hoffe das du mich noch erkennst nachdem ich mein wahres Ich in Vergessenheit gegessen habe.
In Liebe,
Alice
Lily lächelte als sie den Brief beendete. Niemand verstand sie so wie Alice. Sie war genau die, die sie brauchte um sich selbst auszugleichen. Sie vervollständigte sie mit ihrer lauten, sprudelnden Lebensweise. Nur wollte Lily dieses Mal den Rat ihrer Freundin nicht annehmen. Alice hatte bei vielen Dingen Recht, aber James Potter gehörte nicht dazu. Nur dieses eine Mal würde Lily gegen sie wetten. Sie besuchten keine Klassen zusammen. Sie wusste nicht wie es war, wenn alle anderen Jungen Augenkontakt vermieden weil sie Angst vor Potter hatten. Sie redeten niemals allein mit ihr oder fragten sie nach einem Date für Hogsmeade. Alice wusste nicht wie es war. Wenn alle Mädchen im selben Jahrgang einen hassten, nur weil sie das Objekt von Potters verdrehten Affektionen war. Alice verstand das einfach nicht. Lily musste es tun.
Nachdem sie Charm nach Hause geschickt hatte zog Lily ihren Pyjama an und kuschelte sich mit ihrer neu gefundenen, gestärkten Entschlossenheit ins Bett. Morgen war der erste September, der Tag an dem sie ihren Plan anfangen würde in die Tat umzusetzen. Konzentriert auf diese Tatsache, glitt Lily in den Schlaf.
Sie hatte eigenartige Träume. Sie hatte sich im verbotenen Wald verirrt, sie war allein und wehrlos. Ein heulendes Geräusch schallte durch den Wald, sie wurde gejagt. Sie rannte so schnell sie konnte, konnte aber den Weg aus dem Wald nicht finden. Es schien als liefe sie nur immer tiefer in den Wald hinein. Die dicken, dunklen Stämme der Bäume ließen kein Licht hindurch, außer das leichte Glühen des Vollmonds im Himmel über ihr. Die donnernden Schritte ihres Verfolgers wurden lauter. Er kam mit der Zeit immer näher. Seine Schritte waren das einzige Geräusch das sie außer ihrem eigenen Keuchen und den dumpfen Schlägen ihres Herzens vernahm. Lily wusste das sie bald nicht mehr rennen konnte. Auf einmal tauchte ein gigantischer Werwolf hinter ihr auf und hetzte auf sie zu. Seine Zähne waren vor Blutlust gefletscht. Lily starrte ihn an, die Angst fror sie am Boden fest und sie war unfähig sich zu bewegen. Er sprang auf sie zu als ein riesiges Reh sich zwischen sie warf. Nein, es war kein Reh. Die wunderschöne Kreatur war ein Hirsch. „Es tut mir Leid" hörte sie sich selbst flüstern, während sie sein Fell mit den Fingerspitzen liebkoste. Er zuckte zusammen und sah sie mit seinen großen, fast menschlichen Augen an, als hätte er eben erst realisiert wen er hier eigentlich beschützte. Dann ging er aus dem Weg und machte den Weg frei für den Angriff des Werwolfs.
Lily saß kerzengerade im Bett, sie keuchte und der Schweiß floss an ihr herunter. Sie krallte sich in ihre Bettdecke um zu realisieren wo sie war. Nach ein paar Sekunden merkte sie, das sie sich in ihrem sicheren Zimmer befand. Da waren keine Monster, nur Decken und Kissen. Lily schielte auf die Uhr und stöhnte. Es war vier Uhr morgens. „Es war nur ein Traum", beruhigte sie sich selbst. Dann legte sie sich wieder in die Kissen und glitt erneut in einen diesmal traumlosen Schlaf.
Am nächsten Morgen erinnerte sie sich nicht mehr an den Traum.
Lily wachte zwei Minuten vor ihrem Wecker auf, obwohl sie ihn diesmal eine Stunde früher gestellt hatte. Lily entschied das sie das alles ihren Nerven zu verdanken hatte. Sie hatte den ganzen Sommer auf diesen Tag gewartet. Sie wollte nur Alice sehen und den Plan ins Rollen bringen. Das war der einzige Grund weshalb sie selbst beim Zähneputzen nicht aufhören wollte zu Zittern. Das Zittern zog sich sogar über's Duschen. Obwohl sie den ganzen Sommer lang an ihr Outfit für heute gedacht hatte, warf sie ihren gesamten Plan nochmal über den Haufen. Sie zog sich mindestens sieben Mal um bis sie sich mit Jeans und einem schwarzen Top zufrieden gab. Die Jeans waren beim Waschen ein wenig eingegangen, also waren sie enger als ihre normalen Hosen. Das Top war tiefer ausgeschnitten als sie es normalerweise trug und außerdem hatten seine Träger die nervige Tendenz, ständig von ihren Schultern zu rutschen und ihren schwarzen Spitzen-BH zu entblößen.
Lily sah sich kritisch im Spiegel an. Sie fühlte sich ziemlich...schlampig. Es war nicht das ihre Kleider zu viel zeigten, sie waren einfach nur weniger konservativ als ihr normaler Look. Die schwarzen, hochhackigen Boots fühlten sich an wie ein schlechtes Omen als sie sie zuband. Es machte sie ein wenig wütend auf sich selbst, da sie ja wusste, das sie das alles nur für Potter tat. Sie wollte sich nicht auf diesen Ekel erregenden Gedanken konzentrieren. Anstelle davon konzentrierte sie sich darauf wie schön es sein würde, Potter endlich besiegt zu haben. Sich an diese Vorstellung klammernd, zog Lily ihre Waffen.
Der Eyeliner war einfacher aufzutragen als sie dachte. Die Wimpernzange war schwieriger. Sie brauchte ewig um den Mut aufzubringen dieses Ding auch nur in die Nähe ihres Auges zu lassen. Aber sie war eine Gryffindor, also tat sie es doch und, obwohl es wirklich gruselig war, tat ihr Auge danach kein bisschen weh. Sie trug Wimperntusche auf und nahm für später Lipgloss in ihrer Handtasche mit.
Ihre Haare ließ sie ganz unspektakulär. Sie wollte nicht aussehen als würde sie es zu sehr darauf anlegen. Sie entschied sich dazu sie offen zu tragen, glatt, wie immer. Das einzige das sie veränderte wahren ein paar Locken unten in den Spitzen. Ihre Mum hatte sie gerade erst zum Friseur geschleift, und die Locken machten sich wirklich gut in den Stufen. Sie gaben Volumen.
Lily beäugte sich selbst im Spiegel. Sie musste zugeben das sie wirklich gut aussah. Ihr ganzes Aussehen vermittelte Stärke, als wäre sie eine Sechzehnjährige die sich für Jungs und Make-Up interessierte, nicht eine, die sich an dem einzigen Jungen rächen wollte der ihr wirklich Aufmerksamkeit schenkte. Lily schmiss diesen ungewollten Gedanken aus ihrem Kopf. Sie sah ihr Spiegelbild herausfordernd an. Sie wirkte ziemlich selbstsicher. Und irgendwie auch sehr sexy. Auf ein Mal kam ihr ihr Vorhaben leicht vor. Die Kleider und das Make-Up gaben ihr Kraft. Lily lächelte, dann lief sie die Stufen zur Küche herunter. Vorsichtig, wegen den High Heels. Zugegeben, sie waren vielleicht 5cm hoch und taten wenig um ihre Größe von nur 1.52cm zu kaschieren, aber ihr war das egal.
„Morgen", begrüßte Lily ihre Mutter, die am Tisch saß und Zeitung las.
Sie sah nur flüchtig zu ihrer Tochter hinauf, aber ihre Augen weiteten sich als sie sie sah. Nach ein paar Sekunden sah sie zurück auf ihre Zeitung. „Guten Morgen Lily", antwortete sie, bevor sie einen Schluck von ihrem Tee nahm.
Lily seufzte. Sie war froh das ihre Mutter nichts zu ihrem Aussehen gesagt hatte. Es wäre viel zu peinlich Fragen zu beantworten, und sie hatte sich noch keine gute Entschuldigung ausgedacht weshalb sie sich so aufgetakelte um stundenlang in einem Zug zu sitzen. Glücklicherweise schien ihre Mum es einfach darauf zu schieben, das sie nun mal ein Teenager war. Lily wünschte sich inständig es wäre so.
„Wann willst du los Lily?" hörte sie ihre Mum fragen als sie gerade Müsli in eine Schüssel schüttete. Das war eine andere gute Sache an Hogwarts: Sie musste sich ihr Essen nicht mehr selbst machen.
„Wie viel Uhr ist es jetzt?"
„Kurz nach neun." antwortete Mrs. Evans, nachdem sie kurz auf ihre Uhr geschaut hatte.
„Dann so in 15 Minuten." antwortete Lily wage. „Ich muss nur noch frühstücken. Meine Sachen sind schon gepackt. Ich muss früher da sein, ich habe vorher noch ein paar Pflichten." meinte Lily, während sie sich auf ihren Lieblingsstuhl fallen ließ, den ganz in der Ecke. Die Stimme in ihrem Hinterkopf erinnerte sie daran, dass sie wesentlich wichtigere Dinge im Zug vorhatte, als Schulpflichten. Lily ignorierte die Stimme.
Mrs Evans legte die Zeitung auf den Tisch und sah ihre Tochter an. „Es gibt nichts was dich dazu bringen könnte wenigstens ein paar Stunden mehr mit mir zu verbringen oder?" sagte sie, hab bittend, halb provokativ.
„Tut mir Leid Mum" gab Lily zurück. Sie spielte mit ihrem Löffel. „Aber die Schule geht vor."
„Ich denke, du hast Recht" gab Mrs Evans leicht eingeschnappt zurück. „Aber ich vermisse dich unter dem Jahr so sehr. Es ist hart von seinem Baby getrennt zu sein, auch wenn es ohne dich magische Dinge vollbringt."
Lily rollte mit den Augen spürte aber, wie sich langsam Schuld in ihr breit machte. Sie schob sich das letzte Bisschen Müsli in den Mund. „ Es ist nicht so schlimm Mum. Ich werde schneller wieder da sein als du denkst und ich werde eine Menge neuer Dinge zu erzählen haben."
Lily übersah nicht, wie sich die Augen ihrer Mutter bei ihrer letzten Bemerkung weiteten.
„Stimmt" meinte Mrs Evans traurig. „Sie mich an! Ich deprimiere dich wenn du dich darauf freust deine Freunde wiederzusehen und ein neues Schuljahr zu beginnen. Ich bin eine schreckliche Mutter.
„Ja sicher Mum" sagte Lily sarkastisch. „Welche Art von Mutter will schon ihr Kind bei sich haben?"
Ihre Mutter lachte. „Wenn du mich weiter zum Lachen bringst lasse ich dich nicht gehen. Geh rauf und hol deine Sachen. Ich helfe dir sie ins Auto zu laden."
Lily seufzte. Es war so leicht mit ihrer Mum zusammen zu sein wenn sie nicht über Magie oder Hogwarts sprach. Für eine Sekunde überlegte Lily, wie es wohl sein würde, ein normales Muggel Mädchen zu sein. Ihre Mum wäre immer so. All diese Last auf ihren Gesprächen wäre nicht da. Vielleicht wäre sogar ihre Beziehung zu Petunia gut. Dieses Leben reif nach Lily, sie wollte es so sehr. Trotzdem, keine Magie bedeutete keine Alice. Keine Magie bedeutete das Lily sich nie wirklich zugehörig fühlen würde, denn nirgends war das leichter als in Hogwarts. Immer noch tief in Gedanken, stand Lily auf und nahm ihre Schüssel.
„Lass es." sagte Mrs Evans. „Ich mach das schon."
„Ok, danke Mum" sagte Lily, lächelte ihre Mutter kurz an und verschwand die Stufen hinauf.
Lily schleppte den Koffer aus ihrem Zimmer, während sie geistig das Zaubereiministerium dafür verfluchte das sie in den Ferien keine Magie nutzen durften. Ihr schwerer Koffer schlug bei jedem Schritt auf den Stufen auf. Lily ging wieder nach oben um ihre Tasche zu holen und nach zu sehen ob sie nicht doch irgendetwas vergessen hatte. Dann murmelte sie ein leises auf Wiedersehen und schloss die Tür.
Lily streckte Petunias geschlossener Tür die Zunge heraus. Ihre Schwester hatte sich gestern dazu entschieden den gesamten heutigen Tag mit Vernon zu verbringen. Sie war gegangen bevor alle anderen aufgestanden waren, ohne ein kleines Tschüss für ihre einzige Schwester. Lily hatte eigentlich nichts anderes erwartet, aber sie hatte doch ein wenig gehofft das Petunia wenigstens einmal in ihrem Leben nett sein würde. Auch Lilys Dad war früh gegangen. Er hatte ein wirklich wichtiges Meeting um acht das, obwohl er es wirklich versucht hatte, nicht hatte verlegt werden können. Lily gab ihm nicht die Schuld dafür, seine Arbeit war sehr wichtig. Mr Evans war ein Arzt und einer der Besten. Er war der Grund dafür das Lily in der Schule so hart arbeitete, um Heilerin zu werden, das beste magische Äquivalent zum Arzt. Ihr Dad hatte ihr gestern Abend schon auf Wiedersehen gesagt. Er hatte ihr sogar etwas Geld zu geschoben als ihre Mum nicht hinsah und sagte sie solle es für etwas spaßiges ausgeben. Lily fragte sich was ihr Dad wohl sagen würde, wenn er wüsste was sie für später geplant hatte.
Lily und ihre Mutter bekamen schließlich den Koffer doch ins Auto und machten sich auf zum Bahnhof King's Cross. Es war eine seltsame Stille zwischen ihnen als sie vor dem Pfeiler anhielten der das Portal zum Gleis 9 ¾ markierte.
„Ich denke das war's dann" sagte Mrs Evans schließlich.
„Ja." sagte Lily. „Ich werde dich sehr vermissen Mum."
„Oh, ich dich auch Lily!" sagte diese während sie ihre Tochter in eine Umarmung zog. „Bitte benimm dich Lily! Oh ich weiß du das wirst, meine Lilie, ich mache mir nur Sorgen um dich."
Lily schluckte. Diese hier war schwerer als all ihre Lügen zuvor.
„Mach dir keine Sorgen Mum. Ich tue nicht was ich nicht tun sollte."
„Ich weiß das du das nicht wirst!" reif Mrs Evans, als sie Lily erneut in eine Umarmung zog. „ Du bist ein gutes Mädchen Lily. Viel Spaß in der Schule. Ich liebe dich!"
„Ich liebe dich auch Mum!" sagte Lily, während sie sich aus dem festen Griff ihrer Mutter wand. „Bis bald!" rief sie noch, bevor sie durch den Pfeiler verschwand.
Lily seufzte vor Erleichterung als der glänzende, rote Hogwarts Express in ihr Sichtfeld kam. Sie war dem Ort an den sie gehörte schon wesentlich näher. Sie schob ihren Koffer in den Zug. Sie nahm ihre Tasche und suchte im Zug nach einem guten Abteil. Lily fand eins das sie mochte und ließ sich auf einen der Sitze fallen. Sie nahm den Spiegel aus ihrer Tasche und trug den Lipgloss auf. Sie schaute sich gründlich im Spiegel an. „Du kannst das!" motivierte sie sich selbst.
Nach etwa zehn Minuten hörte sie Schritte und aufgeregte Stimmen. Lily spielte den Plan in ihrem Kopf immer wieder durch. Sie würde mit Potter reden und das Gespräch normal normal halten. Sie wollte das er dachte das sie wollte das es zwischen ihnen funktionierte. So niederträchtig es auch war, sie musste mit James Potter flirten.
Glücklicherweise musste Lily nicht lange suchen um ihn zu finden. Er kam ernsthaft her um sie zu begrüßen. Er schlenderte zum Eingang ihres Abteils und lehnte sich an ihn an. Lily war sich nicht sicher ob er versuchte lässig zu wirken oder ihr den einzigen Fluchtweg zu versperren. Vielleicht hatte er ja sogar ein völlig anderes Motiv.
„Wie geht's Evans?" fragte er und zwinkerte ihr zu.
Lily lächelte, oder zumindest versuchte sie es. Sie schätzte das es wohl ziemlich wie eine Grimasse ausgesehen haben musste, weil sich ein breites Grinsen auf seinem Gesicht ausbreitete. „Hi James", sagte Lily, sie versuchte fröhlich zu wirken, trotzdem brach ihre Stimme fast als sie seinen Vornamen aussprach.
James stellte sich augenblicklich gerade hin. Seine Augen weiteten sich geschockt während er sie ein paar Sekunden lang anstarrte. Dann gewann er die Kontrolle über sich selbst wieder und antwortete mit einer raueren Stimme als normalerweise „Hey Lily."
Er durchwuschelte nervös seine Haare. Lily kämpfte gegen den Drang ihre Augen zu verdrehen. Sie stand auf und stolperte näher zu ihm. Glücklicherweise bemerkte James ihre Schwierigkeiten mit High Heels zu laufen nicht. Seine Augen klebte auf dem Träger ihres Tops, der ihr über die Schulter gerutscht war. Erst nach dem sie ihn wieder hinauf geschoben hatte bemerkte er, wie nah sie jetzt bei ihm stand. Sie könnte schwören das er vor Überraschung zurückgewichen war. Sie grinste. „kann ich dir irgendwie helfen James?" fragte sie, während sie versuchte ihre Stimme verführerisch klingen zu lassen, was gründlich misslang. Ihr Ton war zu angewidert.
„Also, eigentlich, Lily" sagte er, lächelnd während er ihren Namen aussprach. Es verwunderte sie, wie toll er es fand diese beiden Silben auszusprechen. „Ich wollte nur 'Hi' sagen. Ich hab dein wunderschönes Gesicht seit über drei Monaten nicht mehr gesehen. Ich hab diesen Sommer mit allen Rumtreibern rumgehangen. Wir hatten so viel Ärger, es war fantastisch. Ich liebe den Sommer! Es ist immer schwer zurück nach Hogwarts zugehen im Wissen das man Aufsätze schreiben und früh aufstehen muss." Er machte eine Pause um ein paar kichernden Mädchen die vorbei liefen zu zu zwinkern. Eine von ihnen, eine die Lily nicht kannte, schickte ihm einen Luftkuss. Er tat so als würde er ihn auffangen und ihn sicher in seiner Tasche verstauen. Glücklicherweise bemerkte James Lilys Gesichtsausdruck nicht. Sie hatte sich fast wieder gefasst als er sich wieder zu ihr umdrehte. „Obwohl das Essen es ein wenig wieder gut macht, und natürlich die Trottel," er tat so als hätte er sie soeben nicht komplett ignoriert um mit anderen Mädchen zu flirten. „Außerdem" fügte er grinsend hinzu, „habe ich dich vermisst."
Lily zuckte bei seinen Worten zusammen. Obwohl sie in seiner natürlichen, angeberischen Sprechweise kamen, meinte sie etwas ernstes heraus zu hören. Lily ignorierte es. „Ich habe es auch vermisst dich zu sehen", log sie. Lily wurde plötzlich inspiriert. Sie drehte sich langsam um sich selbst und wendete all die Dinge an über die sie und Alice bei den anderen Mädchen immer lachten. „Sehe ich irgendwie anders aus?"
Sie sah wie James schluckte als sie sich drehte. Lily lachte innerlich vor lauter Freude das ihr Plan tatsächlich aufging.
„Du siehst toll aus Lily, wie immer."
Das war jetzt schwierig. Sie hatte es nicht eingeplant das er tatsächlich nett war und nicht irgendwie pervers. Sie überzeugte sich selbst das das alles nur Taktik war. Ihre Theorie wurde bestätigt als er fragte: „Habe ich mich denn verändert?"
Lily ging näher zu ihm hin. Er war größer geworden, musste inzwischen über 1.80cm sein. Seine Muskel waren größer und brauner geworden, ohne Zweifel vom vielen Quidditch. Sein Gesicht sah gleich aus, obwohl er etwas unsicher wirkte, in Anbetracht ihrer Nähe. Es sah aus, als fragte er sich ob sie ihn schlagen oder küssen wollte. Um ehrlich zu sein wusste Lily nicht was im Moment wahrscheinlicher wäre.
Sie entschied sich für nichts von beidem. Anstelle davon sagte sie: „Du siehst gut aus James." Sie versuchte durch ihre Wimpern zu ihm aufzublicken. Sie erinnerte sich an etwas was sie neulich in der Witch Weekly gelesen hatte. Sie fühlte sich komisch, aber James Gesichtsausdruck sagte ihr das es funktionierte.
„Danke" erwiderte er atemlos.
„Also James" sagte Lily während sie ihre Finger langsam seine Brust hinab wandern ließ. „Ich wollte fragen ob wir uns heute Nacht im Gemeinschaftsraum treffen könnten um zu reden?"
„Klar Lily" stammelte James. Er zerwuschelte seine Haare schon wieder. „Reden ist gut. Wann willst du denn reden?" Er merkte wie quietischig sich das angehört hatte also räusperte er sich. ER fing noch mal an und versuchte seine Stimme tiefer klingen zu lassen. „Natürlich habe ich immer Lust zum reden." sagte er mit einem Zwinkern. Lily kicherte. Es hörte sich in ihren Ohren so unglaublich gekünstelt an. „Ich dachte immer zwei Uhr morgens wäre eine gute Zeit um zu reden."
flüsterte sie ihm ins Ohr. Sie fühlte wie er zitterte.
„Krone!" hörte sie Sirius rufen. „Komm rüber!"
„Ich sollte gehen." sagte James. Er starrte Lily in die Augen. Lily sah weg.
„Ja, solltest du."
„Bis später?" fragte er mit einem hoffnungsvollen Grinsen.
„Wir sehen uns." sagte Lily so kokett sie nur konnte. James grinste und zwinkerte ihr zu bevor er den Gang hinunterging. Sein Schritt war schwungvoll. Er begann sofort laut mit Sirius zu reden, höchstwahrscheinlich breitete er sein Evans-Erfolgserlebnis vor ihm aus, wenn man danach beurteilte wie oft seine Hand in seine Haare hochschnellte.
Diesmal verdrehte Lily die Augen. Potter war so ein Idiot. Natürlich rannte er sofort zu seinen Freunden und erzählte ihnen von ihrem kleinen Gespräch. Wahrscheinlich erzählte er Black gerade von ihren heute Nacht Plänen. James' bescheuertes Verhalten tat Lily gut. Jetzt hatte sie einen Grund mehr ihm weh zu tun.
„Lily!" hörte sie jemanden schreien.
„Alice!" schrie Lily zurück und ersticke ihre Freundin fast in ihrer Umarmung.
„Wie war's?" fragte Alice wild in Richtung Potter und Black gestikulierend. Lily vermutete das sie es sahen, weil sie sich beide in ihre Richtung drehten. Black schien arrogant, als würde er wissen das es nur eine Frage der Zeit war, bis Lily seinen Freund bewusstlos knutschte. James grinste sie hoffnungsvoll an und zwinkerte ihr zu, bevor er Sirius den Ellenbogen in die Rippen rammte.
„Der Plan ist in Bewegung!" bestätigte Lily mit einem Nicken.
