Chapter two – Remember

Völlig gedankenverloren starrte sie ihn an. Sie versank regelrecht in seinen Augen. Erst bei dem Schmerz, der sie plötzlich von ihrem Schienenbein aufwärts durchzuckte wandte sie den Blick von ihm ab.

Sag mal spinnst du?", fuhr Lavender ihre beste Freundin an.

Nein, ich rette dich.", antwortete diese abwinkend und nickte dann in die Richtung des Ravenclaw Tisches.

Lavender folgte dem Nicken und sah in die hasserfüllt blickenden Augen Cho Changs. Missgelaunt verdrehte Lavender die Augen und versuchte Cedric wieder zu fixieren, natürlich nicht, ohne Cho vorher ein gehässiges Grinsen hinüber zuwerfen. Doch Cedric war weg.

So ein Mist!", fluchte Lavender leise und warf einen kurzen Blick zu Cho, die selbstzufrieden grinste.

Das nächste Mal, Süße.", giggelte Parvati und warf ihrer Freundin ein dümmliches Lächeln zu.

Lavender zuckte nur die Schultern und löffelte sich dann etwas von ihrem Essen in den Mund.

„Naa, wie war eure Wahrsagen-Stunde?", hörte ich Hermines Stimme hinter mir und Parvati, als wir die Eingangshalle durchquerten.

„Och, ganz nett.", sagte ich und setzte ein breites Grinsen auf.

„Wobei Lavender geistig anscheinend ganz woanders war…", fügte Parvati verschwörerisch hinzu.

Dieser Kommentar brachte mich im ersten Moment zum Grinsen, löste dann aber einen schrecklichen Schmerzensstich in meiner Brust aus. Wütend verzog ich das Gesicht.

„Und wenn schon:", sagte ich schnippisch und verschwand eilenden Schrittes nach draußen.

Ich ging, so schnell es mir möglich war in die Richtung der Gewächshäuser und hoffte darauf, dass Professor Sprout schon da war, um meine merkwürdige Reaktion nicht erklären zu müssen.

Zu meinem Glück, war sie wirklich schon da. Mit höchster Konzentration wandte ich mich dem Unterricht zu und achtete nicht auf Parvati neben mir, die mir immer wieder fragende Blicke zuwarf.

[X.X.X]

Wumm… und sie saß auf dem Boden und rieb sich die schmerzende Seite.

Kannst du nicht aufpassen? Hier sind auch noch andere Leute auf den Gängen unterwegs.", motzte sie auf Knopfdruck los, ohne den Kopf zu heben.

Entschuldige."

Erschrocken hielt sie in ihrer Bewegung inne. Das konnte doch nicht SEINE Stimme gewesen sein. Langsam hob sie den Kopf an und sah in Cedrics lächelndes Gesicht.

Oh.. So war das nicht gemeint.", murmelte sie entschuldigend. War ja klar, dass ausgerechnet ihr so etwas passierte. Da hängt man schon seit Jahren einem Typen hinterher und dann, bei dem ersten Gespräch macht man ihn gleich blöd von der Seite an. Beschämt sah sie nach unten.

Schon gut. Ich hätte wirklich ein bisschen mehr aufpassen sollen.", sagte er zwinkernd und hielt ihr dann doch tatsächlich seine Hand hin.

Sofort ergriff Lavender diese, ließ sie jedoch ruckartig wieder los, als sie bemerkte, wie verschwitzt ihre eigene Hand sich anfühlte. Möglichst unauffällig wischte sie diese an ihrem Umhang ab und griff dann ein weiteres Mal nach seiner immer noch ausgestreckten Hand.

Danke.", sagte sie leise und grinste verlegen.

Kein Problem." Hach, sein Lächeln war einfach wundervoll und wieder drohte sie in seinen Augen zu versinken. „Ich bin übrigens Cedric Diggory.", stellte er sich vor, als wenn sie nicht wüsste, wer da vor ihr stand.

La.. Lav. Laven...", brachte sie stockend ein paar Buchstaben hervor und schlug sich dann die Hände vors Gesicht, atmete einmal tief durch und startet einen neuen Versuch. "Lavender Brown."

Nett dich kennen zu lernen, Lavender. Aber ich muss jetzt los. Man sieht sich bestimmt noch mal." Verstohlen beobachtete sie, wie er sein Haar mit einer Kopfbewegung zurückwarf. Am liebsten wäre sie ihm um den Hals gefallen und hätte ihm dabei durch seine Haare gewuschelt, aber noch ehe sie diesen Gedanken wirklich zu Ende bringen konnte, war er auch schon um die Ecke in den nächsten Gang verschwunden.

„Parvati? Parvati!" Entweder war sie wirklich so angetan von ihrem Gespräch mit Hermine oder mein kleiner Ausraster hatte das Fass bei ihr zum Überlaufen gebracht. Sie dachte nicht mal daran sich umzudrehen, geschweige denn anzuhalten und auf mich zu warten. Hermine jedoch warf mir einen kurzen Blick über die Schulter zu und formte ein ‚später' mit ihren Lippen.

Okay, wenn Parvati so überempfindlich sein wollte. War mir doch egal.

„Hey Harry, hey Ron!". Gut, suchte ich mir einfach jemand anderes zum Reden.

„Hey Lavender...", antwortete Harry und sein Blick huschte kurz zu Parvati und dann zu mir.

Ich tat so, als ob ich es nicht bemerkte. „Wie geht's denn so?"

„Also, mir geht's gut. Ich hab nur Hunger.", sagte Ron grinsend.

Harry nickte. „Mir geht's auch super."

„Aber jetzt sag mal Harry, meinst du nicht auch, dass die das in dem Spiel etwas überbewertet haben? Ich mein, so schlimm war das Foul jetzt auch nicht. Das der Typ dabei vom Besen fällt kann doch keiner ahnen…" Und schon hatte ich mich wieder aus ihrem Gespräch ausgeklinkt. Quidditch war nun wirklich keins meiner Lieblingsthemen. Nicht nur, dass es mich nicht interessierte, aber außerhalb des Quidditchplatzes war es für mich unwichtig.

„Hallo Lavender!" Etwas erschrocken fuhr ich herum und entdeckte Ginny, die hinter mir stand.

„Oh, hi Ginny!", sagte ich freudig. „Na, wie geht's?"

„Och gut soweit. Und dir?"

„Ja, mir auch.", antwortete ich nickend.

„Sag mal… dieses Wochenende dürfen wir ja schon nach Hogsmeade." Ginny legte eine Pause ein.

„Jaah?", fragte ich schließlich, als sie nicht weiter sprach.

„Na ja, ich hab ein Date mit Michael. Michael Corner. Und ich brauch noch was zum Anziehen. Und da dachte ich, vielleicht kannst du mir beim Aussuchen helfen?" Sie warf mir einen hoffnungsvollen Blick zu.

Ich grinste sie an. „Klar, gerne doch." Mit der Frage hatte ich nicht wirklich gerechnet, aber ich freute mich riesig, darüber, dass sie mir in Sachen Mode anscheinend vertraute.

„Ehrlich?", fragte sie begeistert. „Super! Dann könntest du mir beim Make-up vielleicht auch gleich helfen?"

„Natürlich.", sagte ich, lächelte und hakte mich bei ihr ein. „Aber jetzt erzähl mir mal von Michael."

[X.X.X]

Ich hätte nie gedacht, dass ich mich mit Ginny so gut verstehen könnte. Gut, es reichte noch lange nicht, als dass sie mit Parvati mithalten hätte können, aber es war doch irgendwie ein schönes Gespräch gewesen. Sie hatte mir erzählt, dass sie seit dem Ende letzten Schuljahrs mit Michael zusammen war. Mir lag die Frage auf der Zunge, ob sie denn nicht immer noch auf Harry stand, aber ich verkniff sie mir fürs Erste. Ich würde sie ja in Hogsmeade noch mal fragen können.

Parvati hatte mich den ganzen Abend hindurch weiter ignoriert und nur mit Hermine geredet. Meine Entschuldigungsversuche blockte sie ab, in dem sie sagte sie müsse zur Toilette oder sonst wo hin. Irgendwann war ich resigniert zu Bett gegangen. Streitereien zwischen Parvati und mir waren nichts Neues, aber trotzdem frustrierte es mich, nicht mit ihr reden zu können.

Als ich Schritte vor der Tür unseres Schlafsaals vernahm machte ich die Augen zu. Wenn Parvati mich ignorieren konnte, dann konnte ich sie genauso gut ignorieren.
Ich hörte, wie die Tür sich öffnete und widerstand dem Drang die Augen einen Spalt zu offnen.

„Lavender?" Das war eindeutig nicht Parvatis Stimme.

Ich schlug die Augen auf. „Mhhm?", machte ich und blickte in Hermines Gesicht.

„Ich brauche deine Hilfe! Parvati treibt mich zum Wahnsinn. Nicht eine Minute kann sie die Klappe halten. Ich hab noch nicht mal die Hälfte meiner Hausaufgaben fertig.", jammerte sie.

„Sie will doch nicht mit mir reden. Ich hab's ja versucht. Aber jetzt bin ich müde und will schlafen. Vielleicht hat sie sich ja morgen beruhigt.", sagte ich leichthin und drehte mich auf die andere Seite.

„Das ihr zwei auch immer so stur sein müsst!", sagte Hermine genervt und verschwand wieder aus dem Schlafsaal.

Die hatte gut Reden. Als wenn sie nicht mit allen Hausaufgaben fertig sein könnte. Aber nein, sie muss ja alles immer bis zur Perfektion erledigen. Ich dagegen hatte den Aufsatz in Geschichte der Zauberei halb fertig und würde mir den Rest morgen beim Frühstück zusammenspinnen. Wahrsagen hatte ich mit größter Sorgfalt erledigt und auch Zaubertränke hatte ich zu meiner Zufriedenheit gelöst. Die Hausaufgaben in Verteidigung gegen die dunklen Künste konnte sich die Gewitterhexe sonst wo hin stecken und den Aufsatz für Pflege Magischer Geschöpfe würde ich morgen einfach bei Hermine abschreiben. Im Gegenzug dafür, würde ich mit Parvati reden. Alles gar kein Problem.

[X.X.X]

Es war überhaupt nicht schwer Hermine zu überreden mir ihre Hausaufgaben zu geben.

„Ich gebe dir alles was du willst, aber bitte vertrag dich wieder mit Parvati. Und zwar sofort!" Das war ihr einziger Wunsch.

Ich nickte und sah mich im Gemeinschaftsraum um. Schließlich entdeckte ich sie, wie sie mit einem Mädchen, das eine Klasse unter uns war, redete.

„Parvati? Kann ich dich kurz sprechen?", fragte ich, als ich direkt hinter ihr stand. „Bitte."

Parvati drehte sich zu mir um. „Schön, was ist?", fragte sie und wirkte etwas gelangweilt.

„Es tut mir leid, dass ich dich neulich so angefahren hab und einfach abgehauen bin. Das war bescheuert.", sagte ich kleinlaut. „Es war nur… Die Abwesenheit, die du erwähnt hast… na ja, ich hab an Cedric gedacht und es war so, als wäre er wieder bei mir. Es war so real.", sagte ich und mir schossen Tränen in den Augen.

Parvati jedoch sagte nichts, sondern nahm mich schweigend in den Arm. „Entschuldige. Ich hätte das wissen sollen.", murmelte sie schließlich.

Über Parvatis Schulter hinweg sah ich Hermine, die sichtlich erleichtert aussah und ihren Aufsatz für mich auf den Tisch legte. Ich befreite mich vorsichtig aus Parvatis Umarmung und lächelte sie an.

„Na dann, lasst euch nicht länger stören.", sagte ich zu ihr und dem Mädchen und machte mich daran die Hausaufgaben abzuschreiben.

Sie saß in der Bibliothek und lernte. Oder zumindest versuchte sie es. Doch sein Bild ging ihr einfach nicht mehr aus dem Kopf. Sie konnte sich nicht eine der vielen Anweisungen zum Zaubertränke mischen merken. Immer wieder sah sie diese unendlich tollen Augen. Sie seufzte resigniert und las sich zum wiederholten Mal, die Anweisungen durch.

So ein Mist.", murmelte sie, als sie bemerkte, dass ihre Gedanken wieder abdrifteten.

Alles okay, Lavender?" Sie wagte es nicht aufzuschauen. War das seine Stimme gewesen oder hatte sie sich das nur eingebildet?

Schließlich gewann die Neugier und sie blickte zu ihm auf. Sie sah seinen fragenden Blick und begriff erst dann, dass sie diejenige war, die er angesprochen hatte.

Alles bestens.", sagte sie schließlich. „Es ist nur… Ich kann mir diesen Zaubertränkemist nicht merken.", erklärte sie und errötete leicht.

Zeig mal her.", antwortete Cedric, setzte sich neben sie und schaute in das Buch. „Hm… wenn du willst helfe ich dir. Ich bin zwar auch kein Genie, was Zaubertränke angeht, aber dieses Thema hatten wir letztes Schuljahr auch. Ich wird's dir erklären und kann dir später noch meine alten Notizen geben, wenn du magst."

Lavender nickte stumm. Sie konnte es kaum fassen. Er wollte später tatsächlich noch mal mit ihr reden. Ihr sogar seine Notizen geben.

Danke.", sagte sie schließlich und lächelte. „Das wäre wirklich super. Ich darf das nicht schon wieder verhauen."

Lavender strahlte noch mehr, als sie das sich ausbreitende Lächeln auf Cedrics Gesicht sah.

Okay. Wollen wir gleich anfangen? Ich hätte Zeit.", schlug er vor.

Gerne." Sie nickte begeistert.

Die beiden saßen mehrere Stunden zusammen in der Bibliothek und Cedric erklärte alles bis ins kleinste Detail. Am Ende konnte Lavender sogar die Zutatenliste auswendig.

Danke! Tausend Dank! Ich weiß nicht, was ich ohne dich gemacht hätte.", sagte sie.

Ist doch kein Problem. Ich bring dir gleich noch die Notizen vorbei. Treffen wir uns so gegen halb 9 in der Eingangshalle?", fragte er und blickte sie mit seinen wundervollen Augen an.

In Ordnung.", stimmte Lavender zu.

Bis nachher dann.", sagte Cedric leise zu ihr und verließ dann die Bibliothek.

Lavender blieb wie verzaubert auf ihrem Stuhl sitzen. Sie war noch nie so glücklich gewesen. Jedenfalls nicht, so weit sie sich erinnern konnte.

[X.X.X]

„LAVENDER! STEH ENDLICH AUF!"

Missmutig zog ich mir meine Decke über den Kopf. „Sei ruhig!", murmelte ich.

Ich war noch viel zu müde. Die letzte Nacht war einfach grausam gewesen. Erst zu kalt, dann zu warm und schließlich hatte ich wieder Cedrics Gesicht vor mir.

„Jetzt komm schon. Das Frühstück ist gleich vorbei. Und wenn du zu spät zu Verwandlung kommst, dann macht McGonagall Hackfleisch aus dir.", sagte Parvati und zog an meiner Bettdecke, an der ich mich allerdings mit aller Kraft festhielt.

„Na warte…", hörte ich sie murmeln und keine zwei Sekunden später ergoss sich eine kalte Dusche über mich. Ich saß Kerzengerade im Bett.

„Bist du bescheuert?", fragte ich entgeistert und schüttelte meinen Kopf.

Parvati zuckte nur mit den Schultern, schwenkte ihren Zauberstab und schon war ich wieder trocken – und wach.

„Mach das nie wieder.", maulte ich und kletterte aus meinem Bett.

„Steh das nächste Mal halt einfach früher auf. Und jetzt mach schnell!"

Parvati hatte Recht gehabt. McGonagall schien noch schlechter gelaunt als sonst und ich war wirklich froh, dass ich pünktlich gekommen war. Meine Schnecke war sogar fast komplett verschwunden. Außer Hermine und mir hatte auch Kate, die in unserem Haus war, Hauspunkte abgesahnt, da sie das Pult unter der Schnecke zum Verschwinden gebracht hatte.

„Miss Brown?", riss mich McGonagalls Stimme aus meinem und Parvatis Gespräch.

Fragend sah ich sie an. War der Unterricht denn nicht vorüber? Durfte man in ihrem Klassenraum jetzt gar nicht mehr reden?

„Miss Brown, könnten sie bitte zu mir kommen?", bat sie mich und ich ging brav wie ich war nach vorne.

„Was gibt es denn, Professor?", fragte ich und machte mir nun ernsthaft Sorgen.

„Ganz ruhig, Kind!", sagte McGonagall, die mir wohl ansah, dass ich mich unsicher fühlte. „Ich habe hier einen Brief für sie."

Das war alles? Ein Brief?

„Wieso ist er nicht heute Morgen beim Frühstück gekommen?", fragte ich.

„Es lag ein Brief für Professor Dumbledore dabei und ich denke sie verstehen, dass er seinen Brief zu erst bekommen hat.", antworte sie.

„Okay.", sagte ich und machte eine Mischung aus Schulterzucken und Kopfnicken. „Von wem ist der Brief?", fragte ich schließlich noch.

Ich sah deutlich, wie McGonagall schluckte. „Von Mr. Und Mrs. Diggory.", sagte sie mit fast heiserer Stimme.

Ich öffnete den Mund und zog Zischend Luft ein. Es war, also ob mir der Hals zugeschnürt war. Was wollten sie von mir? Machten sie mich für alles verantwortlich? Verständnislos blickte ich Professor McGonagall an.

„Lesen sie den Brief heute Abend, wenn sie alleine sind." Sie legte mir eine Hand auf die Schulter und gab mir den Brief. „Es wird schon wieder, Kind. Irgendwann.", säuselte sie.

Ich nickte kurz und wand mich dann aus ihrem Griff. „Danke!", murmelte ich und verließ das Klassenzimmer.

Ich atmete schwer, als ich beim Klassenzimmer für Verteidigung ankam. Parvati wartete bereits auf mich.

„Was war los?", fragte sie und musterte mich.

„Nichts. Sie wollte mir nur mitteilen, dass es sie freut, dass ich mich schulisch verbessert hab. Sonst nichts weiter.", log ich und wandte den Blick ab.

„Wirklich?", bohrte Parvati.

„Ja, wirklich!", antwortete ich nachdrücklich und machte ihr mit meinem gereizten Unterton klar, dass ich nichts weiter zu sagen hatte.

Die Stunde bei Umbridge war sinnlos, wie auch die zuvor. Wir lasen in unserem Buch und Umbridge beobachtete uns mit Genugtuung.

Auch der Rest des Vormittags verlief ereignislos. Neville ließ seinen Kessel in Zaubertränke explodieren und bekam fünf Punkte abgezogen.

Beim Mittagessen setzte Ginny sich zu mir.

„Hey!", sagte sie und lächelte.

„Hallo Ginny!", grüßte ich begeistert, während Parvati ihr nur kurz zunickte und sich dann zu Hermine wandte.

„Was hat sie denn?", fragte Ginny, zuckte dann allerdings mit den Schultern. „Auch egal. Ich wollte nur noch mal fragen, ob jetzt alles in Ordnung geht. Wegen dem Kleid mein ich. Also du hast Zeit am nächste Wochenende, oder?", plapperte sie los.

Ich nickte. „Ja, geht alles klar. Nur du und ich." Wie ich das allerdings Parvati sagen sollte, die scheinbar nicht viel von Ginny hielt, wusste ich noch nicht. Aber Ginny und ich würden sicher nicht den ganzen Tag beschäftigt sein.

„Danke, danke, danke! Ich bin soo aufgeregt. Das ist wirklich nicht normal für mich.", meinte sie und lachte.

Ich stimmte in ihr Lachen mit ein und bemerkte aus den Augenwinkeln einen wütenden Blick von Parvati.

„Wie war eure Stunde bei Umbridge heute?", fragte Ginny und riss mich damit aus meinen Überlegungen um Parvati.

„Wie die davor. Wir lesen und sie passt auf, grinst wie eine fette, warzige Sumpfkuh vor sich hin.", sagte ich, gerade so laut, dass Ginny mich verstehen konnte.

„Ja, sie ist furchtbar. Aber sie wird schon sehen, was sie davon hat, dass sie uns so behandelt.", meinte Ginny und grinste.

Ich sah sie fragend an, aber sie zuckte nur mit den Schultern. Danach schwiegen wir und wandten uns unserem Essen zu.

Es war schön, nichts sagen zu müssen. Einfach nur nachzudenken. Doch unwillkürlich kam mir der Brief der Diggorys in den Sinn. Ich hatte Angst, dass sie mir Vorwürfe machen würden, dass ich nicht genug auf Cedric aufgepasst hätte. Ich seufzte leise und schloss die Augen.

Schon wieder fleißig am Lernen?" Sie hatte gehofft ihn hier wieder zu treffen. Sie war heute absichtlich in die Bibliothek gegangen und hatte gehofft, er käme vorbei. Und sie hatte Glück gehabt er war hier. Und er sprach mit ihr. Schlagartig wurde ihr bewusst, dass sie vielleicht auch antworten sollte.

Ja, klar. Ich kann momentan keine Trolle riskieren.", antwortete sie.

Sie hielt den Atem an, als sie sein Lächeln sah. Zum dahin schmelzen.

Ich wünschte, ich wäre so fleißig wie du..", sagte er und grinste.

So fleißig bin ich gar nicht. Noch nicht einen Satz aus diesem Buch hab ich gelesen.', dachte sie und lächelte ihn geistesabwesend an. Sie war schon völlig in seinen Augen versunken.

Lavender?", hörte sie seine Stimme und richtete sich abrupt auf.

Entschuldige. Ich bin wohl.. etwas fertig, vom Lernen.", log sie und grinste verlegen.

Hm, dann werde ich dich jetzt davon ablenken. Komm mit, wir gehen raus!" Er hielt ihr seine Hand hin und Lavender fühlte sich, als schwebte sie au Wolken.

Sie griff nach seiner Hand und stand von dem Stuhl auf. Gemeinsam und ohne ein Wort zu sagen, gingen die beiden nach draußen. Normalerweise war Lavender so eine Stille peinlich, aber diese hier war angenehm. Einfach perfekt. Draußen vor dem Portal ließ er ihre Hand los.

Schön heute, oder?", fragte er und ging langsam die Treppen hinunter.

Ja, wunderschön.", hauchte Lavender und lächelte.

Das Wetter war wirklich wunderschön. Keine Wolke war am Himmel und es war angenehm warm. Sie folgte Cedric und setzte sich schließlich zu ihm in den Schatten eines alten Baumes.

[X.X.X]