Vol.
2: Der Ritt
Er fand den Weg spielend.
Schließlich war er ein Elb und er hatte Jahrhunderte, fast ein Jahrtausend dort
zugebracht. Und es würde das allerletzte Mal sein, dass er seinen Weg dorthin
richtete. Und es würde das allerletzte Mal sein, dass er ihn sah.
Denn wenn er ihn sah, würde es das allerletzte Mal sein, dass er unter den
Lebenden weilte.
Je länger er ritt, desto mehr Hass staute sich in ihm an und vor seinen Augen
lief alles noch einmal ab.
All die Demütigungen, all die Tränen, all die Verluste, die er hinnahm - und
jetzt würde endgültig Schluss damit sein. Genug Forderungen waren an ihn
gestellt worden, genug Schweigegeld bezahlt, der Gipfel war erreicht und nun
war das Maß voll.
Ein Erpresserbrief, wohl verwahrt, gleich neben dem Dolch.
"Ich werde es ihm sagen", stand darin, "was du getan hast und
was deine Vorlieben waren. Denkst du, er liebt dich dann noch, wenn er weiß,
was für einer du bist? Du kannst es verhindern...."
Und wie er es verhindern würde!
Der Dolch würde es verhindern, ein für alle Mal.
Er trieb sein Pferd an, noro lim, noro lim!!!
Und je weiter er in das Elbenreich eindrang, desto stärker fühlte er sich und
desto weißglühender fühlte er den Hass in sich. Endlich ein Ende bereiten.
Endlich Schluss machen.
Ich werde ihn töten, hämmerte es in ihm, ich will, dass er tot ist, und ich
werde es jetzt tun, egal, was es mich kostet, er wird sterben!!!
