Hier das zweite Kapitel, nur für euch :D


Harry stand auf. Seine Glieder waren ganz steif, also lief er ein bisschen durch die Krankenstation, damit das unangenehme Kribbeln ihn seinen Beinen endlich nachließ.
Plötzlich hörte er eine bekannte Stimme.
"Gott, Potter, du siehst so bescheuert aus, wie du hier rumrennst." Er drehte sich um und blickte in grau-blaue Augen-
Potter, es ist nicht deine Schuld.
-die ihn heraufordernd anblitzten. "Musst du gerade sagen, Malfoy", erwiderte er,"wenigstens habe ich keine Tonne Salbe im Gesicht wie ein Mädchen, dass sich zu dick schminkt." Sofort fuhr Malfoys Hand zu seinem Gesicht und als er fühlte, dass Harry recht haben musste, knurrte er leise.
Dann setzte er sich auf und sah Harry an.
"Also, Potterlein, du hattest ein Albträumchen und hockst deshalb auf der Krankenstation? Wie niedlich." Harry erschrak und ballte kurz darauf die Fäuste. Woher wusste Malfoy das? Er wusste nicht, was er erwidern sollte und bevor ihm etwas eingefallen war, fügte Malfoy hinzu:"Was hast du denn geträumt? Dass das Wiesel nicht mehr deine beste, beste Freundin ist?"
Ron liegt neben Hermine auf dem Boden. Hand in Hand. Sein Gesicht ist blutüberströmt. Er ist tot.
"Gott, Malfoy, du bist so ein Idiot. " Harry konnte nichts dafür, dass seine Stimme tonlos klang.
"Ach, hab ich deinen wunden Punkt getroffen? Hmmm..." Malfoy dachte gespielt übertrieben nach "Vielleicht hat dein Lieblingswiesel deinen Heiratsantrag abgelehnt?"
Er war tot. Sie waren alle tot.
Die Gedanken in Harrys Kopf überschlugen sich, Bilder seines Traumes blitzten vor ihm auf und Hilflosigkeit durchströmte ihn, und er stürzte sich auf Malfoy.
Dieser war vollkommen überrascht und konnte sich nicht mehr verteidigen, denn als er verstand, was Harry vorhatte, saß der auch schon auf seiner Brust und schlug ihm ins Gesicht. Genüsslich betrachtete Harry Malfoys überraschten Gesichtsausdruck, als dieser plötzlich eine schnelle Drehung machte und Harry von sich runterwarf, sodass er hart auf dem Boden landete. Schon war Malfoy über ihm und schlug ihn. Harry schaffte es, sich zu befreien, als er plötzlich sah, dass Malfoy stark aus der Nase blutete-
Über Malfoys Lippen läuft Blut.
-und er erschrocken aufkeuchte. Das nutzte Malfoy um ihm eine harte Ohrfeige zu verpassen. Doch Harry wehrte sich nicht.
Potter, es ist nicht deine Schuld.
Malfoy musterte ihn leicht verwirrt und erhob sich schließlich vorsichtig von Harry.
"Potter?" Er klang erschrocken. "Potter, was ist ?"
Da kam Harry endlich wieder zu sich. Er sprang auf - und kippte gleich wieder um, als ihm das Blut ihn seinen Kopf schoss. Zum Glück wurde er von Malfoy aufgefangen. In seinen Augen las Harry nur Verwirrung und er wollte die Augen schließen und einfach nur gehalten werden. Dann erst fiel ihm ein, dass dies Malfoy war und er stolperte zurück.
"Verdammt, Potter, erschreck mich nicht so! Ich dachte schon, ich hätte dich umgebracht!"
Malfoy klang noch immer verwirrt und erschrocken und Harry wünschte sich, er könne den Ton in eine Flasche abfüllen und immer wieder anhören. Denn Malfoy klang gar nicht nach Malfoy. Er klang eher nach - Harry musste fast grinsen- nach Draco. Und seine Draco-Stimme klang... gar nicht so unangenehm. Kurz erschrak Harry über diesen Gedanken, aber sofort hatte ihn die Selbstkontrolle wieder.
Er antwortete lächelnd:"Keine Angst, Dra- ehm, Malfoy,deine Schläge sind so schwach, du würdest nicht mal einer Fliege wehtun."
"Haha. Halt bloß deine Klappe Potter, oder wir probieren das gleich mal aus." Obwohl Malfoys Stimme zum Glück wieder genauso so nervig klang wie sonst auch, hörte Harry eine ganz kleine Spur Erleichterung heraus. Zufrieden legte er sich auf sein Bett und konterte, und schon bald war wieder ein wundervoller Streit im Gange.
Irgendwann meinte Malfoy genervt:"Bei Merlin, Potter, ich weiß gar nicht, warum ich mich immer wieder dazu herablasse, dir zu antworten."
Und nach Harrys Erwiderung:" Ich weiß es- du genießt es auch, mit mir zu streiten.", schwiegen sie.

Bald darauf erschien Madam Pomfrey, die seufzte, als sie Dracos
blutüberströmtes
Gesicht sah. Sie säuberte es und erklärte den beiden Jungen, dass sie nun in ihre Gemeinschaftsräume zurückkehren, jedoch heute nicht mehr am Unterricht teilnehmen dürften. Draco, weil er immer noch eine dicke Schicht Salbe auftragen musste und sie ihm ersparen wollte, sich so in der Öffentlichkeit zu zeigen und Harry, weil sie wollte, dass er sich ein bisschen beruhigte. Obwohl wahrscheinlich eher Dumbledore das angewiesen hatte. Schließlich war er- nach außen hin- völlig ruhig.
So verließen die beiden Feinde beinahe einträchtig die Krankenstation- Harry noch immer im Pyjama, wie er peinlich berührt feststellen musste- und gingen gemeinsam ein Stück. Als ihr Weg sich trennte widerstand Harry dem Drang, Malfoy zu verabschieden.
Erst als er bereits die Treppe hinauf gestiegen war, die in in den Gryffindorturm führte, rief Malfoy ihm nach:"Potter!"
Der Schwarzhaarige drehte sich fragend um.
"Weißt du was?" Malfoy grinste. Er sah fast nett aus. " Ich genieße es wirklich, mich mit dir zu streiten."
Und damit ging er. Harry stand noch eine Weile unschlüssig herum, ehe er in den Gryffindorturm ging, sich umzog und schließlich auf seine Freunde wartete.


Ja, ich weiß, es ist nicht so lang, aber solange es gefällt :) Fleißig reviewen nicht vergessen,meine Schnuckel :P