Briefe für die Ewigkeit

Kapitel 2

„An meinen verwöhntes Grabensöhnchen"

Word Count: 841

Kommentar: Huch schon wieder das Manuskript ewig herum liegen gehabt …. :-/... naja egal jetzt ist es ja da xD

Widmung: an Nachtvogel92, die mir mit dem 12 Kapitel ihrer Geschichte „Der Kampf mit der Technik" die Idee für dieses Kapitel gegeben hat... falls es zu nachgemacht ist... tut mir leid ich fand die Idee nur so klasse ;)

Rating: PG-16

„Lieber Herbert,

Danke für deinen Brief.

Weißt du was? Mir geht es einfach wundervoll, wie sollte es mir denn auch anders gehen, wenn ich mein Leben, oder eher untotes Dasein, mit dir teilen darf.

Natürlich erinnere ich mich an die Nacht, in der du mich zu dem machtest, was ich heute bin.

Ich muss dir dafür danken, dass ich diese wundervolle Ewigkeit mit dir verbringen erfahre und erfahren werde.

Ich bin so glücklich, dass es dich gibt und, dass du trotz deines Standes zu mir stehst.

Dies ist nämlich nicht selbstverständlich... Immerhin bist du ein hoher Adliger und ich ein einfacher Professorenassistent, der nicht über den Stand eines Bürgers herüberkommt.

Ich weiß, dass wir durch die Zeit der Aufklärung über die Isolation der einzelnen Stände hinweg sind, aber ich habe trotzdem manchmal Angst, dass du mich verlässt, weil ich nicht dem Adel entstamme, wie deine Großmutter es verlangte.

Weißt du noch, als sie mit dieser Fürstentochter ankam und mich als deinen Diener interpretierte?

Es war in einer stürmischen Novembernacht, als sie mit Angelique und deren Diener Tim völlig unangemeldet, was ich bis heute äußerst unhöflich finde vor unserem - ich meine eurem - Schlosstor stand und Einlass verlangte.

Nachdem dein Vater sie begrüßt hatte, gingen wir alle ins Kaminzimmer und wurden einander vorgestellt.

Deine Großmutter ergriff gleich als Erste das Wort:

„Dies sind Angelique, Tochter des Fürsten von Orleans und ihr Diener Tim. Sie freuen sich sehr einen weiteren Teil unserer großen Familie kennenzulernen. Meine Lieben, dies sind mein Sohn Karl mit seiner neuen Frau Sarah und mein Enkelsohn Herbert mitsamt seiner Diener Alfred, Yoine und Magda. Die Drei würden sich sicher darüber freuen, wenn sie Tim schon mal die Gemächer zeigen könnten, in denen wir bis zum großen Tag untergebracht sein werden."

Angelique schien diese ganze Situation unangenehm zu sein, da sie ihre kindlichen und zugleich überaus weiblichen Gesichtszüge, die sie bildhübsch machten, hinter ihrer roten Lockenpracht versteckte.

Ich kannte diese Geste nur allzu gut von mir selbst, nur bei mir scheiterte der Versuch immer daran, dass meine Locken zu kurz dafür waren.

Du schautest deine Großmutter entrüstet an und wolltest sie darüber informieren, dass ich keineswegs ein Diener war, doch ich bedeutete dir, dass es mir nichts ausmachte und, dass ich wegen so etwas keinen großen Rummel veranstalten wollte.

Du beließest es also dabei, bestandest allerdings darauf, dass ich bei dir blieb, was deine Großmutter mit einem Nicken akzeptierte.

Als Magda und Chagal sich mit dem kleinen, schlanken Jüngling in Richtung Gästezimmer davon machten, fackelte deine Großmutter nicht lange und platzte sofort mit ihrem Anliegen heraus:

„Herbert, du sollst Angelique heiraten."

Angelique schien davon nichts gewusst zuhaben, denn sie lief weinend aus dem Zimmer und Sarah folgte ihr.

Wir, also dein Vater, du und ich sahen den ältesten Vampir im Raum entrüstet an und dein Vater setzte an:

„Aber Mutter, Herbert liebt doch...""... eine Andere? Ach papperlapapp... Wer auch immer diese Person sein mag, ich bezweifle, dass sie von ähnlichem Stand wie Angelique ist.", unterbrach sie ihn.

„Großmutter ich liebe Alfred!", riefest du und zogst mich, um dich zu verdeutlichen nah an dich heran.

Deine Großmutter lachte nur kalt und spottete:

„Dass du anders bist, als wir wusste ich ja Herbert, aber, dass du einen Mann liebst und noch dazu einen von bürgerlichem Stand... Du bist eine Schande für die Familie!"

Dein Vater sah seine Mutter nur entsetzt an und in deinen Augen sammelten sich die Tränen.

Das konnte ich nicht mit ansehen.

Ein Wutausbruch bahnte sich in mir an.

Die hatte ich zwar nicht oft, aber wenn... dann sollte man bei drei auf einem Baum sein.

„Was glauben sie eigentlich, wer sie sind? Gut sie sind vielleicht das Oberhaupt der ältesten Grafenfamilie, die es bei Vampiren jemals gab, aber wir sind über die Zeit der Aufklärung hinaus...

Heute schert sich niemand mehr um diesen „Stände"-Müll!

Herbert darf heiraten, wen er will!

Was sind sie überhaupt für eine Großmutter, wenn sie ihren Enkel nicht glücklich sehen wollen? SIE sind hier die Schande!

Komm Schatz, wir gehen", beendete ich besagten Wutausbruch, drückte dir einen Kuss auf die Lippen, nahm dich bei der Hand und wir ließen einen verdutzten, aber stolzen, Grafen und seine Mutter zurück, der ihre Empörung im Gesicht abzulesen war.

Ich zog dich hinter mir in unsere „geheime Ecke".

Niemand nicht mal Koukol kam dorthin.

Alle wollten sie unsere Privatsphäre bewahren.

Jeder konnte sich denken, was wir dort taten, doch niemand stellte Fragen oder machte Bemerkungen darüber.

Was wir dort trieben blies uns überlassen.

So auch in dieser Nacht, die ich nach unserem ersten gemeinsamen Mal und unserer Hochzeitsnacht zu den schönsten Nächten zähle.

Deine Großmutter reiste in der darauffolgenden Nacht ab, ohne Angelique und Tim, die ja jetzt verheiratet sind.

Wenige Wochen später fand unsere Hochzeit statt, zu der deine Großmutter zwar eingeladen war, aber nicht erschien.

Solche Nächte erinnern mich immer wieder daran, dass wir gleichwertig und inzwischen auch auf dem selben Stand sind.

Ich hoffe du weißt, wie sehr ich dich liebe.

Gez. Alfred von Krolock."

Ihr dürft wieder wählen
a) Brief vom Grafen an Sarah
b) Brief von Chagal an Magda
c) Brief von Sarah an den Grafen