Hier hätten wir dann Kap2. Leider muss ich euch noch ein wenig mit Vorgeschichte belästigen. Aber glaubt mir, wenn ihr das Kap gelesen habt, werdet ihr mir verzeihen;)
Viel Spaß
Verlassen
Die Sonne schien angenehm warm auf die unzähligen Passanten, die hektisch und blind für die Welt um sich herum an dem jungen, schwarz haarigen Mann vorbei rannten, der sorglos vor sich hin pfeifend und mit den Händen in den Taschen zwischen den teuren Boutiquen hindurch schlenderte.
Sirius Black hatte es nicht eilig. Vor genau einem Jahr hatte er die Schule beendet, lebte in einer eigenen Wohnung und hatte eine Ausbildung gefunden, die ihm sogar so viel Spaß machte, dass er es schaffte sich darauf zu konzentrieren.
Aber nicht heute. Er war verabredet. Mit einer wunderschönen jungen Frau, die er über alles liebte. Sie war zwar keine Hexe, aber doch trafen sich die beiden in einem Café in der Winkelgasse. Genau genommen war sie die Cousine vom Besitzer des Cafés, welcher der einzige Zauberer in der Familie der Dame war.
Sirius schüttelte kaum merklich den Kopf, während er, weg von der belebten Einkaufsmeile in die Seitengasse bog, in der sich der Tropfende Kessel befand.
Nie hätte er gedacht, einmal so vernarrt in eine Frau zu sein. Das grenzte ja schon fast an den Gefühlen, die sein bester Freund James für Lily empfand. Es war kaum zu glauben, dass die beiden ernsthaft vorhatten zu heiraten.
Sirius hatte das nie vorgehabt. Er genoss seine Freiheit immer so, wie sie eben war. Nur diese kleine, hübsche Lady, die wahrscheinlich schon auf ihn wartete, wollte ihm einfach nicht aus dem Kopf gehen.
Schon kurz nach seinem Schulabschluss hatte er Laura Jones das erste mal getroffen und sofort alles daran gesetzt, sie näher kennen zu lernen. Was ihm auch hervorragend gelungen war, denn in diesem einen Jahr, hatte sich so etwas wie eine feste Beziehung entwickelt. Die längste, die Sirius je hatte.
Er durchquerte den Tropfenden Kessel, trat in den kleinen Hof, in dem sich die Steinmauer befand, die in die Winkelgasse führte, zählte die Steine ab und betrat die vertraute Atmosphäre, des kleinen Londons der Zaubererwelt.
Immer noch fröhlich pfeifend, lief er über die Pflastersteine, bis zu dem kleinen, unscheinbaren Eckcafé und blickte sich um. Keine Spur von Laura. Die gute Laune bekam einen winzigen Knacks, der aber schnell verdrängt wurde. Sirius setzte sich an einen der freien runden Tische und wartete. Als seine Freundin nach zehn Minuten immer noch nicht erschienen war, verwandelte sich sein immer ein wenig lächelndes Gesicht und zeigte so etwas ähnliches, wie ein Stirnrunzeln. Wo blieb sie denn nur?
Nach noch einmal der selben Zeit des Wartens, wollte er schon wieder gehen, doch eben in dem Moment wurden ihm die Augen von zwei weichen, kleinen Händen verdeckt und eine klare Frauenstimme sagte:
„Rate mal, wer ich bin."
„Hmmm... Lass mich überlegen. Tina? Bist du es? Oder vielleicht Klara. Es könnte auch Nina sein."
Laura zwickte ihn gespielt beleidigt in die Seite und gab ihm einen Kuss, bevor sie sich auf den Platz ihm gegenüber fallen lies.
„Sorry, dass ich so spät dran bin. Ich hatte noch was zu klären."
„Was denn?" Sirius konnte dieser Frau einfach nicht wütend sein. Sein Blick streifte über ihre glatte, blasse Haut, über das lange, schwarze Haar und den viel zu perfekt geformten Körper.
„Ach, nichts wichtiges. Nur so ne Familienangelegenheit."
Die beiden bestellten sich etwas zu trinken und Kuchen.
Sie blieben so lange sitzen, bis das Café schloss, danach bummelten sie zusammen durch die Winkelgasse. Hand in Hand liefen sie an allen möglichen Geschäften vorbei. Schauten sich diese und jene Auslage an und redeten über alles, was ihnen gerade einfiel. Als es dunkel wurde und die Straßenlaternen angingen bemerkten sie erst, wie spät es war.
„Oh, Mist!" rief Laura. „Ich muss nach Hause. Meine Mutter wollte, dass ich zum Abendessen daheim bin."
„Nein, komm schon. Du bist eine erwachsene Frau, du kannst tun und lassen, was du willst, das muss deine Mutter auch langsam mal lernen," beschwerte Sirius sich.
„Du hast gut reden, immerhin wohnst du alleine."
„Na dann komm doch mit zu mir."
„Und meine Eltern?"
„Die werden schon mal ne Nacht lang ohne dich leben können."
Laura grinste. Sie hatte überhaupt nicht vorgehabt an diesem Tag noch nach Hause zu gehen. Zwar würde sie sich am nächsten Tag so einiges von ihren Eltern anhören dürfen, aber das war es ihr wert.
„Ich denke du weist, dass du mich schon längst überredet hast, nicht wahr?"
„Ja, irgendwie habe ich mir das schon gedacht." Jetzt grinste auch Sirius.
Lauras Eltern hassten ihn wie die Pest, weil er immer wieder dafür sorgte, dass sie von zu Hause fernblieb, oder sich einfach davon schlich.
„Bist du eigentlich schon mal mit mir appariert?" fragte er sie schelmisch grinsend.
„Das geht? Aber ich bin doch gar keine Hexe."
„Klar, geht das. Du musst dich bloß ganz fest an mich klammern."
Erst schaute Laura Sirius skeptisch an, aber dann entschied sie sich doch ihm zu vertrauen.
„Das dürfte mir nicht allzu schwer fallen."
Breit grinsend umschlang Sirius seine Herzdame und sie klammerte sich, wie er gesagt hatte, fest an seinen Körper.
Der Zauberer machte sich bereit zu apparieren. Ein klein wenig bekam er es schon mit der Angst zu tun. Es sollte ziemlich schwer sein, die Person zu halten, die mit einem mit apparierte und er hatte es bis jetzt noch nie probiert. Doch der Weg zu seiner Wohnung in London war weit und bis sie es dorthin geschafft hatten würden wahrscheinlich beide viel zu müde sein . . .
Also verdrängte Sirius die Gedanken an eventuelle Gefahren, schloss die Augen und hielt sich einfach strikt an das, was er in seinem sechsten Schuljahr in Hogwarts gelernt hatte.
Als er im nächsten Moment wieder die Augen öffnete, fand er sich in seinem zu Hause wieder und die Frau in seinem Arm schien auch noch alle Körperteile zu besitzen.
Ziemlich durcheinander blickte Laura sich um, Sie befand sich in der vertrauten Wohnung ihres Freundes. Aber der Weg hierher gehörte zu den unangenehmsten Dingen, die sie je erlebt hatte.
„Erinnere mich bitte daran, das nie wieder zuzulassen," sagte sie nachdrücklich.
„Was denn?" fragte Sirius unschuldig.
„Du weißt, was ich meine."
„Das etwa?" Er zog sie noch etwas enger in seine Arme, als er es gerade eben getan hatte.
„Ich meinte eigentlich das Apparieren. Es ist mir glaube ich nicht möglich, das nicht zuzulassen." Mit einem verführerischen Lächeln lies sie ihre Hände an seinem Rücken herab zu seinem Hintern gleiten.
Die zwei küssten sich lange, dann hob Sirius Laura an der Hüfte hoch und warf sie sich über die Schulter. Lachend ließ sich die junge Frau ins Schlafzimmer tragen und aufs Bett werfen.
Sirius wollte sich auf sie fallen lassen, aber sie rollte sich schnell weg und er landete mit dem Gesicht auf der Matratze.
„So nicht, Kleiner!" rief sie, schnappte sich ein Kissen und warf es ihrem Freund an den Kopf, der diesen eben erst gehoben hatte.
„Kleiner? Und das von so einem Gartenzwerg, wie dir. Muss ich mir das gefallen lassen?" Sirius angelte sich das Kissen, mit dem er angegriffen wurde und schmiss es zurück. Dann krabbelte er auf Knien über das Bett zu Laura, packte sie an der Hüfte und warf sie erneut aufs Bett. Die Frau strampelte und trat ihm dabei aus versehen in eine Stelle, in die man einen Mann, den man liebt besser nicht treten sollte.
Sirius lief schlagartig knallrot an und hielt sich den Schritt. Langsam sank er neben seiner Freundin auf die Matratze und atmete mehrmals tief durch.
Obwohl ihr Leid tat, dass sie ihm solche Schmerzen zugefügt hatte, musste Laura anfangen zu lachen. Sirius starrte sie fassungslos an. „Liegt dir echt so wenig an ihm? Ich dachte wir wären die beide wichtig!"
Laura konnte nichts sagen. Sie musste nur noch heftiger lachen.
„Es war mir schon immer klar, dass mein Körper dich nicht interessiert, du willst nur mich. Ich bin enttäuscht von dir."
Mit diesen Worten stürzte Sirius, der sich von seinen Schmerzen erholt hatte, sich auf Tanja und fing an sie auszukitzeln. Die junge Frau quiekte und lachte gleichzeitig, während sie seine Rache über sich ergehen lassen musste. Bei dem Versuch seinen Attacken zu entkommen rollte sie vom Bett und landete auf dem Fußboden, wo er sie erbarmungslos weiter folterte.
Irgendwann schaffte Laura es dann, seine Hände festzuhalten und ihm ihre Lippen auf den Mund zu pressen. Sirius vergaß, was er bis eben noch getan hatte und legte sich auf ihr zurecht, während er den Kuss intensivierte. Die Hände der zwei Menschen verflochten sich miteinander und Laura bemerkte, dass das sehr wichtige Körperteil ihres Freundes, welches sie vor wenigen Minuten unbeabsichtigt getreten hatte, noch durchaus voll funktionsfähig war.
Sirius spürte, wie schlanke Frauenhände ich unter sein Oberteil schlichen und ihm zärtlich über die Haut streichelten. Eine Gänsehaut überkam ihn. Sogleich richtete er sich auf. Laura kam ihm nach und zog ihm sein T-Shirt über den Kopf. Sie setzte sich auf seinen Schoß, legte die Hände in seinen Nacken und küsste ihn weiter. Nun fühlte sie seine Hände unter ihr Top fahren. Auch er zog ihr das Kleidungsstück über den Kopf und öffnete ihr auch sogleich den BH, um ihn abzustreifen.
Jetzt hob Sirius seine Freundin erneut hoch und setzte sie aufs Bett. Langsam wanderte er mit seinem Mund an ihrem Hals herab über ihren Bauch und schließlich öffnete er den Knopf ihrer kurzen Hose und streifte sie ihr von den Beinen, gefolgt von dem Rest ihrer Bekleidung.
Laura zog den Mann wieder auf sich und befreite ihn von seiner Hose. Er küsste ihren Hals, während sie ihn über die muskulösen Arme und Schultern streichelte. Langsam und liebevoll drang er schließlich in sie ein und liebte sie auf eine Art und Weise, wie nur er es konnte. Laura liebte Sirius, sie tat es schon seit dem ersten Tag, als sie sich sahen. In dieser Nacht wollte sie an nichts anderes denken, als daran, dass sie bei ihm war. Immer wieder schaffte er es sie zum lachen zu bringen, sie zu beruhigen, wenn sie mal wieder Stress mit ihren unfreundlichen Eltern hatte und ihr eine Art von Freiheit zu geben, die sie sonst nie hatte.
Nach dem Liebesakt nahm Sirius Laura in den Arm und schlief ein. Doch Laura schlief in dieser Nacht nicht. Sie zerbrach sich den Kopf. Denn Sirius war nicht der einzige Mann in ihrem Leben. Es gab noch einen, der sie genauso glücklich und zufrieden machte und den sie genauso sehr liebte. Sie konnte sich einfach bis jetzt nicht entscheiden. Schon seit dem letzten Jahr betrog sie ihren eigentlichen Freund mit Sirius. Am Anfang hielt Laura alles nur für ein kleines Abenteuer. Nichts ernstes. Nie hätte sie geglaubt, dass die Beziehung mit dem chaotischen Zauberer so lange halten würde, oder das es ihr schwer fallen würde, ihn wieder zu verlassen, aber sie hatte ihre Entscheidung schon lange getroffen. Auch wenn sie es schon seit Monaten vor sich her schob, so musste sie sich doch endlich eingestehen, dass Sirius kein Mann war, mit dem man sein leben verbringt. Laura wollte heiraten, eine Familie gründen. Sie war kein Mensch, der immer nur von einzelnen, wunderschönen Nächten zehren konnte. Sie brauchte einen Mann, mit dem sie alt werden konnte. Das reichte ihr, aber all das konnte Sirius ihr nicht bieten.
Laura wartete bis die Sonne aufgegangen war, dann weckte sie den Mann der neben ihr schlief und es wahrscheinlich auch gerne noch mehrere Stunden lang gemacht hätte.
„Wasn los?" fragte der verschlafene, zerzauste Mann.
„Steh auf, ich muss mit dir reden."
„Kann das nicht noch ein wenig warten?"
„Nein. Bitte, Sirius. Es muss jetzt sein."
Er blickte sie verwirrt an. Trotzdem setzte er sich auf und versuchte sich einzureden, er wäre putzmunter.
Aber Laura wollte die Sache nicht im Bett bereden, schon gar nicht wenn sie nackt da saß. Also stand sie auf, zog sich an und warf auch Sirius seine Hose zu, damit er aufstand und sie anzog. Danach setzte sie sich auf den Bettrand und sah ihrem Liebhaber in die dunklen Augen. Er sah ihr in ihre blauen.
Mann, wie er diese Frau doch liebte. Wenn er jemals heiraten sollte, was sich bestimmt noch mindestens 15 Jahre hinziehen könnte, dann sollte es Laura sein. Dessen war er sich zu hundert Prozent sicher.
„Sirius, was ich dir sagen wollte . . ." Die schwarz haarige biss sich auf die Unterlippe. Wieso musste er sie auch so ansehen. Nicht das er anders guckte als sonst, er guckte einfach so. Aber die Art wie er immer guckte . . . Sie musste sich zusammenreißen. Das konnte doch nicht ewig so weitergehen.
„Ja?" fragte Sirius, als sie so lange schwieg.
„Es ist vorbei." Sie hatte es ganz leise gesagt, aber sich dennoch gezwungen ihm fest in die Augen zusehen. Der junge Zauberer starrte sie erst an, als hätte sie eine andere Sprache gesprochen. Als er erfasste, was ihre Worte zu bedeuten hatten, wurde er blass.
„Aber, wieso? Wann hast du dich denn bitte dazu entschieden? Du verarschst mich, oder? Ja, du verarschst mich, ich kenn dich doch."
Sirius grinste, aber es war ein schwaches Grinsen, denn wie er schon gesagt hatte, kannte er Laura. Und mit solchen Dingen machte seine Freundin keine Scherze.
„Es ist kompliziert . . . Ich, Sirius . . . du bist einfach nicht der . . . Sirius, du bist nicht der einzige."
So, jetzt war es raus.
„Aber, . . . Wer? Seit wann? Du betrügst mich?"
„Genau genommen betrüge ich ihn. Ich bin schon mit ihm zusammen gewesen, als wir uns kennen lernten." Jetzt schaute Laura ihn nicht mehr an.
„Wer ist er?" fragte Sirius, fest davon überzeugt einen Mord begehen zu können, um seine Geliebte zu behalten.
„Das werde ich dir nicht sagen," antwortete die Frau und stand auf.
„Lebe wohl, mein Schatz." Sie ging zur Tür hinaus und wollte die Wohnung verlassen, aber da wurde sie am Arm gepackt und herumgedreht.
„Ich lebe dich, Laura. Du kannst mich nicht einfach verlassen."
„Ich liebe dich auch. Aber ihn liebe ich einfach noch ein wenig mehr. Es tut mir Leid. Bitte glaub mir das. Es tut mir wirklich Leid."
Und es stimmte. Laura schaute in Sirius Gesicht und konnte nichts als Schmerz darin sehen. Wieder musste sie den Blick senken, denn sie konnte es nicht ertragen, ihn leiden zu sehen.
„Bleib bei mir. Was hat der denn, was ich nicht habe?"
Sirius ergriff ihre Schultern und trat näher an sie heran. Jede andere Frau hätte er schon längst mit einem Fußtritt aus seiner Wohnung gekickt, wenn sie ihm so etwas gesagt hätte, aber nicht Laura. Sie war ihm wichtig. Er war verrückt nach ihr.
Aber die geliebte Frau schob ihn von sich weg. Die Augen schließend und tief durch atmend sagte sie „Ich werde ihn heiraten, Sirius. Bitte melde dich nie wieder bei mir." Mit diesen Worten verschwand sie aus seinem zu Hause und für immer aus seinem Leben.
2 Monate später
Laura brach zusammen. Tränen stiegen ihr in die Augen und liefen ihr übers Gesicht. Eine Welle aus Verzweiflung, Angst und Panik überkam sie. Wie konnte das nur passieren? Es war doch nur diese eine Nacht, vor zwei Monaten gewesen. Ihre letzte Nacht mit Sirius, die etwas Besonderes werden sollte, die einzige in ihrem Leben, in der sie nicht an Verhütung gedacht hatte. Oh ja, etwas Besonderes ist sie zweifelsohne geworden. Die Frau musste schon fast grinsen, bei dieser Ironie. Besonders und unvergesslich, für den Rest ihres Lebens. Was sollte sie jetzt tun? Wie sollte sie das erklären?
Die junge Frau saß auf dem Badezimmerboden vor der Toilette. In ihren zitternden Händen hielt sie einen Schwangerschaftstest – positiv. Ihre Welt brach in sich zusammen.
Schon nach ihrer Trennung von Sirius war es nur noch bergab gegangen. Adam, der Mann den sie eigentlich hatte heiraten wollen, gab ihr einen Laufpass. Wie hatte sie auch so naiv sein können zu glauben, dass er sie tatsächlich heiraten wollte. Wie hatte sie so arrogant sein können?
Nur für einen kurzen Moment hatte sie daran gedacht, wieder zu dem Vater des ungeborenen Kindes in ihrem Bauch zurück zu gehen. Aber schon im nächsten Moment hasste sie sich für diesen Gedanken. Das war ja so was von erbärmlich. Zu einem Mann zurück gehen, nur weil sie schwanger war. Sicher würde er sie mit offenen Armen empfangen, aber wahrscheinlich auch nur, weil er Vater wurde. Das ging nicht. Sirius hatte das einfach nicht verdient. Er liebte seine Freiheit und die würde sie ihm auch nicht nehmen. Was geschehen war, war ganz allein ihre Schuld und das musste sie jetzt auch ganz alleine durchstehen.
Wieder brach die junge Frau in Tränen aus. So sollte also ihre Zukunft aussehen? Alleinerziehende Mutter eines Kindes, das seinen Vater nicht kannte. Konnte sie das dem Kind antun? Irgendwann würde es nach dem Papa fragen, wenn es erkannte, dass andere Kinder einen hatte.
Eines Tages musste sie sich erklären. Aber nicht jetzt. Nicht Sirius. Sie würde dem Kind von seinem Vater erzählen, wenn es alt genug war zu verstehen, was das alles zu bedeuten hatte. Wahrscheinlich würde sie dann von ihrem eigen Fleisch und Blut gehasst werden. Wahrscheinlich würde das Kind dann zu seinem Vater gehen und nichts mehr von der Mutter wissen wollen, aber all das hatte sie verdient.
Und bis es soweit war musste sie stark sein.
7 Jahre später
Jailie Jones kreischte auf und rannte vor dem blonden Jungen weg, der sie versuchte mit Wasser zu übergießen. Kurz nach ihrer Geburt war Jailie mit ihrer Mutter Laura in die kleine Stadt an der schottischen Grenze gezogen. Sie war ein aufgewecktes, glückliches Kind, mit einer Unmenge an Flausen im Kopf.
Vor ein paar Monaten ist eine neue Familie in das Haus neben ihrem gezogen. Sie hatten einen Sohn, der Brandon hieß und noch einen Jungen, der Bela hieß, der aber irgendwie nicht der Sohn war, aber trotzdem mit ihnen zusammenlebte und so was ähnliches wie ein Sohn war, aber auch irgendwie was ganz anderes. Jailie verstand das noch nicht so richtig und es war ihr auch ziemlich egal, denn sie verstand sich mit beiden Jungs blendend. Schon nach einer Woche, die die junge Familie in der Stadt lebte, hatten sich die drei Kinder angefreundet und verbrachten jede freie Minute miteinander.
Jailie und Bela wurden beide dieses Jahr eingeschult und kamen in die selbe Klasse. Brandon war ein Jahr älter als sie und war schon in der Schule.
„Hey, guckt mal, was hier liegt!" schrie Brandon plötzlich und Bela wurde, zum großen Glück des Mädchens abgelenkt. Die zwei Kinder rannten zu Brandon, um zu sehen, worin er da mit dem Stock herum stocherte.
„Ihhhh! Das sieht ja ganz grau und verschrumpelt aus!" rief Jailie aus.
„Ist das ein Tier?" fragte Bela.
„Das ist ein Frosch." sagte der älteste der drei Kinder stolz.
„Sind Frösche nicht grün?"
„Das ist ein toter Frosch."
„Cool!" riefen Jailie und Bela wie aus einem Munde.
„Was machen wir jetzt mit ihm?" fragte das Mädchen.
„Ich will wissen, wie so ein Frosch von innen aussieht," sagte Brandon.
„Das ist gut," erwiderte Bela. „Am besten, wir gehen rein, da gibt es Messer."
„Ja, ich will den Frosch tragen," sagte Jailie, die sich in vielen Dingen von anderen Mädchen unterschied. Zum Beispiel in ihrem Umgang mit toten, halb verwesten Fröschen, die schon wer weiß wie lange im Schlamm herum lagen.
„Rein gehen ist auf jeden Fall gut," erwiderte Brandon, dem es langsam kalt wurde. Immerhin war es November und es war wirklich schon ziemlich eisig draußen. Das ist auch der Grund gewesen, warum Jailie so erschrocken ist, als Bela ihr einen Wassereimer über den Kopf schütten wollte. Nur aus Rache, weil sie das am Tag zuvor bei ihm gemacht hatte.
„Hier hast du den Patient," sagte Brandon und drückte dem Mädchen den Leichnam in die kleine, zierliche Hand.
Die Kinder liefen schnell ins Haus und legten den Frosch auf den Küchentisch. Bela lief zum Schrank, der abgeschlossen war, holte zwei Nadeln aus einem Schubfach im Wohnzimmer und knackte das Hindernis in Sekundenschnelle auf.
Mit drei Scharfen Messern und einigen Nadeln kam er zurück in den Operationssaal.
Brandon hatte unterdessen ein paar Servietten geholt und Jailie hatte dem Frosch ein weiches Totenbett daraus gebaut. Alle drei bekamen ein Messer und der älteste durfte den ersten Schnitt machen.
„Ich beginne mit dem öffnen der Bauchdecke," kommentierte der Junge seine Handlung und schnitt dem Tier vom Hals bis zum Ansatz der Hinterbeine den Körper auf. Winzige Froscheingeweide, die den dreien allesamt unbekannt waren quollen aus dem Frosch heraus.
Jetzt wurde den Kindern doch schlecht, aber keiner wollte es zugeben.
Also nahm das Mädchen ihr Messer hoch und sagte: „Jetzt bin ich dran." Sie schnitt dem Tier ein Hinterbein ab und hielt es hoch.
„Meine Mama hat gesagt, in Frankreich essen die so was."
Angeekelt verzog Bela das Gesicht. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass jemand das freiwillig isst." Das brachte Jailie auf eine Idee.
„Wenn ihr euch traut das hier komplett auf zu essen," sagte sie und wedelte mit dem abgeschnittenen Bein durch die Luft. „dann dürft ihr mir beide draußen einen Eimer Wasser über den Kopf schütten."
Dieses Angebot ließen sich die Jungs nicht entgehen. Also stimmten sie zu und Jailie schnitt dem Frosch auch noch den zweiten Schenkel ab. Einen gab sie Bela, den anderen Brandon.
Die zwei Helden hatten sich die Froschschenkel gerade mit einem Happs in den Mund gesteckt, als sich die Haustür öffnete und Leslay Moore herein trat. Schockiert starrte er auf die Szene, die sich vor seinen Augen abspielte. Bela hatte sich die Hand vor den Mund geschlagen, weil es ihm hoch kam, Brandon tat ungefähr das selbe, nur das er nicht die Selbstbeherrschung besaß es zurück zu halten und sich auf den nagelneuen Teppich erbrach.
An der Stirnseite des Tisches, saß die kleine sechsjährige Jailie mit einem blutigen Messer in der Hand und alles genau beobachtend.
Als der Blick des Vaters schließlich den toten, zerfleischten, undefinierbaren Körper auf dem Tisch streifte, wurde auch ihm schlecht.
Es kostete ihn alles, was er an Selbstbeherrschung besaß um nicht laut los zu brüllen, was zur Hölle die Wenster denn da trieben. Stattdessen ging er zum Essplatz und die Kinder erstarrten, als sie den Mann sahen. Bis auf Brandon, der nicht aufhören konnte all seine an diesem Tag gegessenen Mahlzeiten auf dem Boden auszubreiten.
Leslay ließ die Kinder zur Strafe alles selbst reinigen. Ja, auch die Kotze. Danach schickte er Jailie nach Hause. Natürlich erzählte er Laura nichts von dem kleinen Experiment, er wollte ja nicht, dass sie Ärger bekam. So waren Kinder nun mal.
Auch Tanja sollte nichts davon erfahren. Sie hätte zwar sicher auch nicht sehr geschimpft. Sie hatte es noch nie fertig gebracht ein Kind an zu schreien, aber Leslay machte sich Sorgen, dass seine Frau sich weigern würde von einem Tisch zu essen, auf dem ein Frosch seziert wurde. Also hielt er es für besser, wenn sie nie etwas davon erfuhr.
Die Kinder vergaßen es Leslay nie, dass er sie nicht verpetzt hatte und bauten auch keinen Mist mehr. Also, doch machten sie schon, aber sie waren so schlau sich nicht mehr allzu oft dabei erwischen zu lassen.
Ich hoffe es hat euch gefallen. Würde mich über ein paar Reviews freuen:)
