Noch ein bisschen lahm das Kapitel, aber ich baue den Plot ja erst auf, hehe. Bald geht's zur Sache!
LadyMalfoy1988: Aha, guck mal, wer mich hier in der versteckten M-Sparte gefunden hat ^^. Hey, danke fürs Kommi! *ist total angespornt* Hoffe, Du bist noch nicht gestorben *lach*. *knuff*
- Kapitel 2 -
Spock erwachte langsam. Das leichte Pochen in seiner Stirn sagte ihm, dass etwas anders war. Das leise, kaum hörbare Summen der Warpgondeln klang völlig anders, als gewohnt. Die minimalen Vibrationen des Bodens sagten ihm, dass etwas mit den Trägheitsdämpfern oder mit den Stabilisatoren nicht stimmte. Er musste Mr. Scott darüber in Kenntnis setzen. Moment.
Boden?
Spock öffnete die Augen und sah an eine graue Metalldecke kaum einen Meter über seinem Kopf. Wo war er?
Vorsichtig blickte er zur Seite, ohne den Kopf zu bewegen. Nicht, weil dies die Kopfschmerzen vielleicht intensiviert hätte, sondern, weil er nicht unnötig Aufmerksamkeit erwecken wollte, falls man ihn beobachtete. Direkt neben ihm verliefen daumendicke massive Metallstäbe in regelmäßigen Abständen. Auf der anderen Seite ebenfalls. Ein primitiver Käfig? Außerhalb dieser Stäbe standen mehrere weitere Käfige und Kisten. Er schien sich in einer Art Lagerraum zu befinden. Die Käfige waren gefüllt mit einzelnen Individuen verschiedenster Spezies. Aber viele davon waren orionische Frauen. Hier und da war eine Teletanerin oder eine Hadik. Weiter entfernt stand ein Käfig mit einem kräftigen Mouritaner. Sie alle waren Gefangene. Und er selbst ebenso.
Diese Tatsache machte es unnötig, den Anschein erwecken zu wollen, dass er noch bewusstlos war. Spock stemmte sich auf die Ellenbogen, das Pochen in seinen Schläfen wuchs kurzzeitig an. Er hielt inne und es verebbte wieder. Spock besah sich sein Gefängnis. Es war einen Meter hoch, er würde hier drin nicht stehen können. An Länge reichte es, um seine anderthalbfache Körperlänge aufzunehmen und er hatte etwa 2 Meter Breite zur Verfügung.
„Na Süßer? Endlich aufgewacht?" sprach ihn eine Honigstimme von der Seite an.
Spock sah sich um und entdeckte im Käfig neben sich eine Orianerin. Die grünhäutige, knapp bekleidete Frau sah ihn mit ihren himmelblauen Augen lächelnd an.
Er drehte sich zu ihr um, gar nicht versuchend, in diesem viel zu niederen Käfig aufzustehen.
„Wo sind wir?" fragte er, seine Umgebung aufmerksam beobachtend.
Keine Wachen, so weit er es sagen konnte.
„Oh, wir sind auf einem Handelsschiff," sagte sie leichthin und zuckte die Schultern.
Spock erinnerte sich daran, dass sie einer Spezies angehörte, für die Sklaverei nichts Ungewöhnliches war. Ein Käfig musste ihr nicht allzu störend erscheinen. Für ihn selbst jedoch war seine Situation inakzeptabel.
„Ist das hier ein Sklavenschiff?" fragte er das Naheliegendste.
„Wenn Sie es so bezeichnen wollen," sie lächelte ihn mit ihren vollen goldenen Lippen an und lehnte sich dann lasziv zurück an die Gitterstäbe. „Wo ist der Unterschied?"
Der Unterschied besteht darin, dass ich auf einem Handelsschiff Gefangener bin, auf einem Sklavenschiff potentielle Ware, dachte Spock für sich, sprach es jedoch nicht aus, weil ihre Frage rein rhetorischer Natur gewesen war.
„Wie bin ich hier her gekommen?" fragte er, aber dann erinnerte er sich, wie er das kleine Lagerhaus entdeckt hatte, welches für die Sensoren der Enterprise unsichtbar gewesen war.
Zu spät hatte er bemerkt, dass jemand ein betäubendes Gas in den Raum geblasen hatte. Erst als ihm schwindelig geworden war… Da war es bereits zu spät gewesen.
Wieder wandte er sich an die grüne Frau mit den roten Haaren.
„Wo bringt man uns hin?" wollte er wissen.
„Nach Orion," antwortete sie, als sei dies eine sehr dumme Frage und dann seufzte sie herzerweichend. „Ich bin es auch langsam Leid, herumgeflogen zu werden. Es wird Zeit, dass mich endlich jemand kauft."
Das war… problematisch. Er musste einen Weg finden, aus dem Käfig zu entkommen. Schnell tastete er sich ab, nach seiner Ausrüstung suchend. Sein Kommunikator war fort und der Griff nach seinem Faser war auch völlig unnötig. Damit war jegliche Ausrüstung, die ihm hätte weiter helfen können, weg. Spock rappelte sich auf die Knie und besah sich Stäbe, Decke und Boden. Auch wenn es so aussah, als sei die Konstruktion stabil, konnte ein Versuch nicht schaden. Er ging in die Knie und aus der gebeugten Haltung heraus stemmte er sich gegen die Metalldecke, so dass die Muskeln seiner Beine sich stark anspannten. Auch wenn er durch seine vulkanischen Gene drei Mal so stark war, wie ein Mensch, konnte er die Decke nicht hochheben. Sie war effektiv genug mit den Gitterstäben verbunden.
„Entspann dich, Süßer," säuselte die Orianerin und spielte mit ihren langen Locken.
Spock brach seinen Versuch ab und ließ sich mit dem Rücken gegen die Stäbe fallen. Ob Jim sein Verschwinden überhaupt bemerkt hatte?
STSTSTST
Einige Lichtjahre entfernt materialisierte Jim Kirk mitten in einem hellen großen Raum. Neben ihm erschien Hikaru Sulu, den Faser in der Hand. Der dritte Mann neben ihnen war Pille. Sofort zückte der Arzt seinen Trikorder und scannte die unmittelbare Umgebung. Die leere unmittelbare Umgebung. Außer ein paar leeren Kisten war hier nichts.
„Captain!" Sulu trat drei Schritte vor und nahm den glänzenden Kommunikator vom Boden auf.
Er hielt ihn hoch und zeigte ihn den anderen beiden.
„Wir haben den Kommunikator, aber wo ist Spock?" Jim wandte sich zu Pille um.
Dieser war noch immer mit seinem Scan beschäftigt.
„Ich messe hier verschiedene Werte, Jim. Restliche DNS. Orianisch, Ferengi, Zentaur, Vulkanisch… Spock ist hier gewesen," las er von seinem Trikorder ab.
Dann sah auch er hoch, um den Blick über den Raum streifen zu lassen.
„Rückstände von Tasolfat, ein Betäubungsmittel. Es muss den ganzen Raum ausgefüllt haben."
Sulu wanderte ziellos zwischen den wenigen Kisten umher, suchte nach irgendwas, aber nichts Bestimmten.
„Was ist das hier?" fragte er laut. „Eine Art Lagerhaus? Aber wofür?"
McCoy nickte, aber sein Gesichtsausdruck verhieß nichts Gutes.
„Angesichts der vielen verschiedenen DNS-Spuren… für Lebewesen," seine Stimme wurde tief, wie immer, wenn er etwas schlussfolgerte, das ihm nicht gefiel.
Jim schüttelte den Kopf, als würde er nicht verstehen und Pille atmete genervt aus. Manchmal schien ihm sein Freund doch tatsächlich etwas naiv. Dass er das Offensichtliche nicht erkannte.
„Sklaven, Jim. Das hier war ein Umschlagsplatz für Sklaven."
Beide schauten sie ihn entrüstet an, als sie den barbarischen Sinn hinter dieser Lagerhalle erkannten.
„Sklaven?" Sulus Stimme war nur eine kleine Nuance höher als sonst, aber die Ungläubigkeit war zu hören.
„Mist!" Jim hatte nun wirklich realisiert, was passiert sein musste. „Kein Wunder, dass diese Halle vor den Sensoren versteckt wurde. Natürlich, das vulkanische Genie musste es ja finden. Er liebt es Dinge ausfindig zu machen, die man vor ihm versteckt." Jim fielen da nicht nur die Subroutinen des Kobayashi Maru Tests ein.
Auch wenn er die Einzelheiten nicht kannte, so war ihm das, was sie wussten genug, um sofort in Aktion zu treten: Spock befand sich nicht mehr auf dem Planeten, sie hatten eine Ferengiwarpsignatur gefunden und jetzt auch noch dieses Lagerhaus mit Rückständen eines Betäubungsmittels.
„Enterprise, beamen Sie uns hoch. Und setzen Sie einen Verfolgungskurs auf die gefundene Warpspur!"
STSTST
„Ich muss auf meine sofortige Freilassung bestehen," obwohl er sich in einer denkbar unwürdigen Position befand, war Spocks Stimme fest und fordernd.
Diese Beharrlichkeit irritierte die beiden Ferengi kurz, dann tuschelten sie jedoch weiter, ohne auf seine Forderung einzugehen. Spock hatte mit angesehen, wie diverse Käfige von Bord gebeamt worden waren. Nur noch einige wenige Sklaven waren an Bord, was ihn zur Schlussfolgerung führte, dass sie Orion erreicht hatten. Als kaum noch Käfige übrig waren, waren die beiden Ferengi erstmalig im Frachtraum erschienen. Es machte den Eindruck, als seien sie nicht sicher, wie sie ausgerechnet mit seiner Person weiter verfahren sollten. Jegliche Versuche, die beiden anzusprechen, waren ohne Erfolg.
„Muss ich Sie daran erinnern, dass Vulkan zur Förderation gehört und Sie sich des Verbrechens der Sklavenhandelei schuldig machen, wenn Sie in Erwägung ziehen, mich als Ware anzubieten?" gab er zu bedenken.
Wieder sah einer der beiden, der Ranghöhere zu ihm herüber.
„So ein Falschgeld. Vulkan existiert nicht mehr."
„Das ändert nichts daran, dass mein Volk noch Teil der Föderation ist," diskutierte der junge Vulkanier.
Daimon Muak ging das langsam aber sicher auf die Nerven. Nicht nur dass er Delkock mit seinem Gerede immer weiter verunsicherte, allmählich war er sich seiner Sache auch nicht mehr so sicher. Dem unsicheren Gesichtsausruck seines Untergebenen aber entgegnete er mit Regel 165.
„Erlaube niemals, dass die Gesetze einer fremden Kultur den Weg zum Profit blockieren."
Delkock nickte. Dann verließ der Daimon den Frachtraum. Der jüngere blieb bei ihm und machte sich an die Berechnungen des Profits, den sie mit der Ladung machen würden.
„Was tut er?" fragte Spock geradeaus und mit einem Nicken dem Daimon hinterher unterstützte er seine Frage.
„Er sucht einen Käufer," antwortete der andere nun sichtlich gelassener, als die positiven Zahlen über das kleine Pad flimmerten.
Spock hatte sich gedacht, dass seine schlüssige Argumentation nicht fruchten mochte. Ferengi folgten anderen Regeln. Weniger moralischen, mit eigener Logik. Spock kam nicht umhin, das leichte Ziehen in seiner Magengegend zu bemerken. Es war kein Hunger. Vielmehr spürte eine Regung in sich. Unsicherheit? Vielleicht sogar Angst? Spock atmete tief durch, packte dieses Gefühl in Watte und weit weg aus seinem Bewusstsein. Inzwischen musste jemand sein Verschwinden bemerkt haben. Chekov war fähig, er würde die Warpsignatur finden. Wenn nicht er, dann Mr. Scott. Sie würden auch das Lagerhaus finden und die richtigen Schlüsse ziehen. Hoffentlich gab es keinen Markt für Vulkanier. Spock wusste, wenn er erst einmal an einen Käufer geraten war, würde es extrem schwierig für Jim werden, ihn zu finden. Und es war unwahrscheinlich, dass er dann Nyota jemals wieder sehen würde.
