Kapitel 2: - über DA - …
Auf dem Schreibtisch in meinem Wohnraum hatte ich eine kleine Notiz gefunden, auf der stand, dass ich in den geheimen Raum gehen solle. Dort lägen einige Bücher für mich bereit, die ich lesen sollte. Mehr stand nicht darauf. Unterschrieben war das Stück Pergament nur mit einem schwungvollen S.
Also begab ich mich in den Raum, in dem ich dann tatsächlich einige Bücher fand. Zu meiner Überraschung befand sich darunter auch ein Buch über Zaubertränke. Eines der Fächer, in denen ich bisher keinen Unterricht bekommen hatte. Ebenso waren ein Buch über „Verteidigung gegen die Dunklen Künste" und ein Heilkundebuch darunter.
Ich setzte mich auf den Boden und blätterte die Bücher durch. Meinen Zauberstab hatte ich neben mich gelegt.
Ich war so in die Bücher vertieft, die mit einigen Randbemerkungen versehen waren, dass ich nicht bemerkte, wie etliche Jugendliche den Raum betraten. Ich bemerkte sie erst, als einer der Jungen wissen wollte, wer ich war und was ich hier mache.
Ich überlegte einen Moment und verfluchte mich im Stillen, da ich für solch einen Fall keine passende Ausrede hatte. Schließlich entschloss ich mich, wenigstens halbwegs die Wahrheit zu sagen. Also nannte ich nur kurz meinen Namen (wobei ich nicht erwähnte, dass ich eigentlich Lehrerin war – die neue Muggelkundelehrerin um genau zu sein – und zudem noch eine recht junge Professorin in Geschichte) und erwähnte, dass ich auf Geheiß des Schulleiters (ich hoffte, dass das S unter der Notiz für Schulleiter stand) hier war und die Bücher las.
Irgendetwas musste ich jedoch falsch gemacht haben, denn plötzlich waren alle Zauberstäbe auf mich gerichtet, während mein eigener mit einem rasch gesprochenen Accio in den Händen des Sprechers der Gruppe landete.
Das blonde Mädchen neben ihm kam näher und griff nach den Büchern. Sie warf nur einen kurzen Blick hinein und meinte: „Sie gehören IHM."
Ich wusste nicht, wen das Mädchen mit „ihm" meinte, aber offenbar wussten es die anderen, denn die begannen nun, aufgeregt loszureden. Leider konnte ich in dem Stimmengewirr so gut wie nichts verstehen, aber offenbar hielten sie mich für eine Spionin von IHM, der wiederum ein Handlanger von Voldemort zu sein schien.
Durch das ganze Stimmengewirr konnte man schließlich eine weitere tiefe Stimme hören. „Was gibt es denn da so interessantes zu sehen? Kommt schon Kinder, beruhigt euch mal wieder und macht mir Platz."
Mit einem Schlag verstummte die … eh … Meute … und teilte sich. Ich starrte den Mann an, der auf mich zu kam. Er war groß, hatte braune Haare, seine Kleidung wirkte etwas zerschlissen, aber er hatte etwas an sich, dass ihn mir sofort sympathisch machte. Einen Augenblick sah er mich überrascht und leicht ungläubig an, bevor er fast unmerklich den Kopf schüttelte und mich freundlich anblickte.
„Ah, Sie müssen Professor Schwarz sein! Professor McGonagall hat erwähnt, dass Sie sich in Hogwarts befinden" sagte er mit einem leichten Lächeln. Als er bemerkte, dass die Jugendlichen immer noch ihre Zauberstäbe auf mich gerichtet hatten, wandte er sich an sie: „Ihr könnt die Zauberstäbe herunter nehmen. Ich bin sicher, dass sie euch bestimmt nichts tut", er sah den Anführer der Gruppe an, „zumal du, Neville, ja ihren Zauberstab hast." Der Angesprochene blickte verlegen zu Boden, blickte aber nach ein paar Sekunden wieder auf.
„Sie sagt, sie ist auf Befehl von Snape hier. Bestimmt ist sie seine Spionin, Professor Lupin. Wer weiß, was sie getan hätte, wenn ich ihr den Zauberstab nicht abgenommen hätte" rechtfertigte er sich.
Professor Lupin grinste und legte ihm eine Hand auf die Schulter. „Daran ist auch nichts falsch Neville. Immerhin hätte sie tatsächlich eine Spionin sein können. Aber jetzt sei bitte so freundlich und gib ihr ihren Zauberstab zurück."
Nur widerstrebend gehorchte Neville ihm. Erleichtert nahm ich meinen Zauberstab entgegen und stand vorsichtig auf. Nur keine hektischen Bewegungen machen! Wer weiß, zu was diese Meute sonst noch in der Lage wäre.
„Kommen Sie, Professor Schwarz, ich bringe Sie in ihre Räume" sagte er, während er eine Hand auf meinen Rücken legte und mich durch die Menge schob.
Dies war mein erstes Zusammentreffen mit „Dumbledores Armee". Es folgten noch einige weitere, die aber wesentlich freundlicher verliefen. Ebenso hatte ich einige längere Gespräche mit Professor Remus Lupin. Er unterrichtete mich schließlich auch in Verteidigung gegen die Dunklen Künste. Leider nicht so ganz erfolgreich. Meine magischen Fähigkeiten hatten sich noch nicht voll entfaltet. Es dauerte eine Zeit, nachdem sie jahrelang brach lagen.
