Das Gesetz vom Gleichgewicht

10 Tage folgten die drei Wanderer nun der Harad-Straße und überquerten gegen Mittag den Fluss Poros.

Doch obwohl es keine Zwischenfälle gegeben hatte waren sie langsamer vorangekommen als eingeplant. Die Pferde mit denen sie gekommen waren, konnten auf dem dicht bewachsenen Weg nicht schnell vorankommen, woraufhin die Gefährten abstiegen und sie am Halfter neben sich herführten. Bereits zwei Tage lagen sie ihm Rückstand ihres eigentlichen Zeitplans.

„Die Straße scheint nicht mehr häufig gebraucht zu werden", meinte Gimli und schlug einer großen Kletterpflanze die Äste ab, die sich über den Weg gespannt hatten.

„Seit dem Krieg im Drittenzeitalter haben sich die Haradren nicht mehr nach Gondor begeben und auch von uns hat es keine gegeben die nach Süden gereist sind. Es bestand ja auch nie Grund dazu.", erklärte Gandalf.

„Und du glaubst der jetzige König wird uns im Krieg helfen?", wollte Legolas wissen.

„Nun ich kann nicht sagen das ich mir dessen sicher bin, aber König Krege ist soviel ich gehört habe aufgeschlossen und vorausblickend, er wird uns zuminderst anhören."

„Anhören ist schön und gut, aber was kommt danach.", grummelte Gimli und die Gemeinschaft ging schweigend weiter.

Als die Nacht einbrach schlugen die Drei ihr Lager auf.

„Wenn ich mich nicht irre dauert es nicht mehr länger als vier Tage und wir kommen nach Haradwaith.", sagte Gandalf und begutachtete die Karte die er mitgenommen hatte.

„Ich hoffe du hast Recht, Gandalf. Unsere Leute werden wahrscheinlich schon kämpfen.", gähnend stocherte der Zwerg im Feuer. „Willst du uns nicht sagen was für eine Gefahr aus dem Norden kommt?"

„Ihr seid zu neugierig Herr Zwerg, wenn ich es euch sagen könnte dann hätte ich das bereits getan."

„Aber irgendetwas kannst du uns doch erzählen."

„Nur das es eine uralte Macht ist, die schon lange existiert und bis vor kurzem in tiefen Schlaf lag. Solange sie schlief konnte sie auch kein Unheil bringen."

„Dann müssen wir sie also nur wieder einschläfern?" fragte Legolas.

„Was heißt da einschläfern? Wir zerstören sie auf das sie nie mehr wieder kommt."

Der Zauberer machte ein ernstes Gesicht: „Ich fürchte so einfach wird es nicht meine Freunde. Noch weiß man nicht wie man die Macht zerstören kann, den gegen sie wurde noch nicht gekämpft. Eins ist jedoch gewiss, diese Reise dient nicht nur dazu den König von Haradwaith dazu zu bringen an unserer Seite zu kämpfen, sondern auch um eine Möglichkeit zu finden die Bedrohung abzuwenden."

„Mithrandir, heißt das, du weißt nicht wie man diese seltsame Macht besiegen kann?"

„Das heißt es Legolas, aber ich bin zuversichtlich die Antwort in Haradwaith zu finden."

Gimli war bei diesen Worten aufgesprungen: „Und was ist wenn wir die Antwort nicht finden, was ist wenn es gar keine Antwort gibt?"

„Es wird eine Antwort geben, es gibt immer eine Antwort, so ist das Gesetz des Gleichgewichts.", lächelte Gandalf.

Als sowohl Legolas als auch Gimli ihn ratlos anblickten seufzte Gandalf: „Das Gesetz des Gleichgewichts beschäftig sich mit der Beziehung von Licht und Schatten, von Gut und Böse, von Schwarz und Weiß, von Gedeih und Verderb, von Tag und Nacht und so weiter und so weiter. Eben Gegensätzen. Nun ist es aber so das diese beiden immer im Streit stehen; Egal wie oft man das Böse besiegt es kehrt immer wieder, wenn auch in anderen Gestalten. Und egal wie viele Opfer das Böse auch fordert, immer wieder erhebt sich jemand und kämpft für seine Sache. Das alles hat etwas mit dem Gleichgewicht zu tun. Die Schatten können nicht ohne Licht bestehen und das Licht kann nicht ohne die Schatten existieren; sie brauchen einander auch wenn sie einander bekämpfen. Ab und zu gewinnt eine Kraft die Oberhand doch noch nie hat eine Seite für immer gesiegt."

„Das ist aber ein trauriger Gedanke, immer wenn man den Frieden erringt so weiß man dass er wieder zerstört wird.", meinte Gimli.

„So kann man es sehen, wenn man will. Aber ich finde den Gedanken, das selbst wenn man von Dunkelheit umgeben ist, man doch weiß das irgendwo ein Ort ist, der dafür um so heller scheint, viel tröstender."

„Mithrandir hat Recht Gimli, man kann auch das Gute daran sehen."

„Das stimmt, es gibt immer zwei Seiten, und wenn man auch keine ganz zerstören kann, kann man sich doch entscheiden auf welcher man stehen will."

„Wenn ihr beide so zuversichtlich seid, dann werde auch ich daran glauben das wir die Antwort rechtzeitig finden, aber nun last uns schlafen die Nacht ist schon weit fortgeschritten."

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Haradren- Südländer

So das erste Kapitel von meiner Geschichte, ich hoffe sie gefällt euch.

Zwar würde ich jetzt gerne behaupten mir wäre das Gesetz vom Gleichgewicht selbst eingefallen aber das ist nur meine Formulierung der Chaos-Theorie in eine Geschichte eingebaut. :-)

Reviews sind sehr erwünscht, damit ich weiß ob ich weiter schreiben soll, oder damit nur meine Zeit verschwende. lol