2. Wahrheit?
Dort oben stand jemand. Allerdings nicht eine oder zwei, sondern drei Personen. Um genau zu sein drei Männer. Scharf sog sie die Luft ein, als die Drei sie erkannten.
„Ah, Miss Zabini! Wir haben Sie schon gesucht, nicht wahr Jungs?", sagte der Eine von ihnen. Die beiden Gestalten an seinen Seiten grunzten zustimmend.
Was wollte dieser Typ eigentlich und wieso sprach er sie mit Miss Zabini an? Das…das konnte doch nur eine Verwechslung sein.
„Entschuldigen Sie aber ich bin nicht Miss …. Miss Zabini! Es muss sich um eine Verwechslung handeln. Mein Name ist Sumker.", sagte sie leise, jedoch laut genug, dass die Männer alles deutlich verstanden.
„Ich denke nicht, dass es sich hier um eine Verwechslung handelt, Miss Zabini!", trotz der Dunkelheit konnte sie sehen, dass er grinste.
Das war doch alles total verrückt, warum waren diese Männer um diese Zeit im Haus und warum veralberten Sie sie. Langsam wurde das Mädchen wütend.
„Was wollen Sie überhaupt? Ich bin nicht diese Miss Zabini! Ich heiße Sumker! Nina Sumker!", fauchte sie.
Moment Mal! Sie kannte den Namen Zabini – Blaise Zabini. Das war eine Figur aus einem Fantasyroman, den sie gerne las. Allerdings...
Blaise! Blaise war der kleine Junge, der Nacht für Nacht in ihren Träumen starb.
NEIN! Das konnte nicht sein! Das war so surreal – ein Traum! Genau es war nichts als ein Traum!
„Habt ihr das gehört, Crabbe, Goyle? Sie heißt Sumker, Nina Sumker!", lachte der Mann.
Crabbe, Goyle? – das waren doch auch Figuren aus diesem Buch. Verdammt, was wurde hier gespielt. Ok, ganz ruhig. Wenn das Crabbe und Goyle waren, dann musste der Mann, der sprach, folgerichtig Draco oder Lucius Malfoy sein.
Halt – Stopp. Malfoy hatte blonde Haare und der Typ da unten hatte Braune. Also nicht Malfoy.
„Wer sind sie?", fragte sie.
„Oh, wie unhöflich von mir. Mein Name ist Flint, Mathias Flint! Und dass sind Crabbe und Goyle! Angenehm, Miss Zabini."
Flint, Flint… Marcus Flint… Käptin der Slytherin Quidditch Hausmannschaft, dann könnte Mathias Flint sein Vater sein. Aber…
„Warum sagen Sie das immer? Ich bin nicht diese Miss Zabini!", schluchzte sie.
„Ich dachte sie ist aufgeklärt!", grunzte Crabbe. „Flint! Ich dachte Lucius hätte gesagt, dass sie weiß, wer sie ist. Hat er ihr nicht diese Traumbotschaften geschickt?", meinte Goyle.
„Hat er auch… ich verstehe das nicht, naja… vielleicht ist die Kleine nicht ganz helle!", dann wendete er sich an das Mädchen, dass ihn nur mit leeren Augen anstarrte. „Traumbotschaften?", flüsterte sie. Ein Lächeln schlich sich auf das Gesicht des Mannes.
Plötzlich wurde ihr alles bewusst. Erinnerungen kehrten zurück.
Das waren ihre Familie, die Nacht für Nacht in ihren Träumen starb, dass war ihr Vater, der es allein mit diesen Menschen aufnahm, dass war ihre Mutter, die hinterhältig von der Rothaarigen getötet wurde, dass war ihr Bruder, der für sie gekämpft hatte. Sie war das kleine Baby!
Jetzt ergab es auch einen Sinn, mit den Augen, die ihren so ähnelten, das ihr die Menschen zu vertraut waren, das es für sie so ein Horror war, sie sterben zu sehen.
„Nein… nein das kann nicht sein." Tränen liefen über ihr Gesicht.
„Hey Flint, ich glaube sie hat es geschnallt!", äußerte Goyle. „Wie es aus sieht… vorsichtshalber helfen wir ihr auf die Sprünge!", sagte Flint. „Also Kleine, du bist Miss Marina Zabini, die letzte Nachkommin deiner Linie. Naja mit Blaise, aber Blaise… na ist auch egal.
Also weiter, du bist eine Hexe, eine sehr mächtige, wie wir annehmen, oder eher, wie Lucius und das Ministerium annimmt.
Vor etwas 15 ½ Jahren, gab der damalige Minister Plauz den Auftrag, das Kind, der als Todesser verdächtigten Familie Zabini, den Eltern zu entwenden. Natürlich haben deine Eltern gegen die Auroren gekämpft, allerdings waren diese hinterhältig und so kamen deine Mutter und dein Vater tragischerweise ums Leben.
Ein schwerer Verlust für unsere Seite, wenn du mich fragst.
Nun ja, du wurdest aus dem Land geschafft und unter falscher Identität in eine Muggelfamilie geschmuggelt. Weshalb weiß ich gar nicht, da fragst du besser Lucius.
Gut, also ähm… Lucius hat dich vor einiger Zeit ausfindig gemacht und gab uns den Auftrag dich zu ihm zu schaffen.
Also Klartext, du wirst diese elenden Muggel verlassen, mitkommen und ein neues Leben bei den Malfoys anfangen. Ende der Geschichte!", er griente, als sich das Mädchen vorsichtig auf der Treppe niederließ.
Sie verstand es selbst nicht, aber sie hatte den Überblick behalten und was sicher am verrücktesten war… sie glaubte die ganze Story.
Zwar schwirrten hunderte Fragen in ihrem Kopf herum, doch diese wollte sie jetzt nicht stellen.
„Alles klar, Marina?", fragte Goyle, was ihm einen Schlag von Crabbe einbrachte.
„Autsch! Spinnst du?" „Was sollte das denn eben?" „Ich wollte doch nur nett sein, du siehst doch, wie verwirrt sie ist." „Wir sind aber nicht nett! Wir sind fies und gemein!" „So fies und gemein kommst du mir aber gar nicht vor… außerdem dachte ich… Autsch! Wofür war das denn jetzt?" „Du sollst nicht denken, sondern nachdenken! Obwohl, lass es lieber beides sein! Das sagt Lucius auch immer!" „… Das sagt Lucius auch immer, sag mal…"
„RUHE JETZT IHR SCHWACHKÖPFE! Hört gefälligst auf euch zu streiten, wir haben den Auftrag, das Mädchen zu Lucius zu bringen. Notfalls mit Gewalt!", warf Flint ein.
„Nicht nötig… ich komme auch so mit!", meinte das Mädchen und stieg langsam zu den Männern hoch. „Oh… na gut… dann wollen wir mal!"
Flint packte das Mädchen an der Schulter und disapparierte kurzerhand. „Wer sagt, dass er sie mitnehmen darf?", fragte Goyle. „Ist doch jetzt eh egal, er ist weg, falls es dir entgangen ist! Komm jetzt… ach halt warte wir sollten hier noch…", er schwang seinen Zauberstab ein paar Mal ausschweifend hin und her. Dann grinste er seinen Partner an und mit einem leisen ‚Plopp' waren die Beiden verschwunden.
Kaum waren die Männer weg, als sich die Tür des Elternschlafzimmers öffnete und eine Frau mit dunklen Haaren und braunen Augen auf den Flur trat. „Schatz, was ist denn? Komm wieder ins Bett!" „Ich dachte ich hätte Stimmen gehört… ich dachte vielleicht sind Natasha und…" „Und? Schatz, wir haben nur ein Kind!" „Ja, ich äh… ach das war sicher nur der Wind oder ich hab mich verhört, ist ja auch schon spät", sie drehte sich wieder um und schloss die Tür leise hinter sich. Sie sah nicht, wie sich die Fotos in den Rahmen veränderten.
Ein Mädchen mit grauen Augen verschwand und die anderen Personen rückten lächelnd näher zusammen.
So das war der zweite Teil, ich hoffe er hat euch gefallen und über ein Review würde ich mich nicht beklagen.
Vielen Dank an Krummbein für den lieben Kommi.
LG
Sweety
