Geküsst

Light's POV

Zum ersten Mal in meinem Leben fehlen mir die Worte. Sie sind einfach nicht mehr da, weg. Puff, verschwunden. Ich zwinge mich, Ryuzaki, L, anzuschauen. Ich sehe ihm direkt in die Augen und erblicke dort die Wärme, die ich fühle, wenn ich bei ihm bin.
In diesem Moment fällt mir auf, wie ähnlich wir uns sind. So ähnlich, dass wir unterschiedlicher nicht sein könnten.

„Light?", fragt er. „Über was willst du reden?"
Ich sage nichts, sehe an ihm vorbei, auf den leeren Kuchenteller und muss schmunzeln. Aus irgendeinem Grund mustere ich plötzlich seine Lippen, suche nach Spuren des süßen Gebäcks.
„Light?"
Mir wird klar, dass ich ihn anstarre und just in dem Moment schießt mir die Röte ins Gesicht.
„Hm?", mache ich.
Ryuzaki schaut mich verwirrt aus seinen Pandaaugen an.
„Ich habe dich gefragt, über was du mit mir sprechen wolltest", wiederholt er geduldig.
Ach ja, das Gespräch… was war das noch gleich gewesen?

„Ich hab's vergessen", murmele ich undeutlich.
Er seufzt.
„Was ist los mit dir, im Moment? Du bist so… anders."
Anders, bin ich anders?
Ja, bin ich.
Ich habe mich verändert.
Nein, das stimmt nicht. L hat mich verändert.
Er wartet noch immer auf eine Antwort.
„Ich wollte mit dir reden…", beginne ich langsam.
Erwartungsvoll sieht er mich an.
„…Aber ich habe es mir anders überlegt."

Ich beuge mich vor und küsse ihn, einer plötzlichen Eingebung folgend.
Als ich spüre, dass er sich bewegt, löse ich mich von ihm und lege meinen Zeigefinger auf seinen Mund.
„Bleibe bei mir, heute Nacht", flüstere ich.