Von Auge zu Auge oder: Interessante Beobachtungen
Na wunderbar. John hatte den entscheidenden Hinweis in unserem Fall gefunden, er war zu mir gerannt und jetzt ist der Hinweis fort. Endgültig ausgelöscht. Verärgert starre ich auf die leere Wand, auf der sich noch vor wenigen Minuten die gelben Zeichen befunden haben müssen. Aber es ist zu spät, John wird sich nicht erinnern können. Er sieht, doch er beobachtet nicht. Noch immer nicht.
Irgendwie muss ich es schaffen, sein visuelles Gedächtnis zu stimulieren. „John!", rufe ich, während ich ihn packe, meine Hände an seine Schläfen lege und beginne, mich mit ihm im Kreis zu drehen.
Sein Haar fühlt sich weich an unter meinen Fingern.
Ich fordere John auf, sich zu konzentrieren, sich zu erinnern.
Ich nehme seinen Geruch deutlich wahr, eine Mischung aus seinem Lieblingsrasierwasser und einem Duft für den ich keine andere Bezeichnung habe als ‚John'.
Er versucht, sich von mir loszumachen, doch ich ignoriere all seine Bemühungen, denn es ist unverzichtbar, dass John sich erinnert, und ich gebe ihm Anweisungen, wie er das schaffen kann.
Dabei blicke ich ihm direkt in die Augen, die von einem schönen Grau sind, wie mir gerade zum ersten Mal auffällt. Dass ich das bislang noch nicht bemerkt habe…
„Sherlock!"
Ich schwafele weiter auf John ein.
Obwohl in seinen Augen deutlich zu sehen ist, dass er gerade ein wenig genervt ist, glaube ich, auch Wärme und Zuneigung zu erkennen. Jedenfalls wünsche ich mir das. Ich weiß nicht, was er in meinen Augen sieht. Vermutlich nur das Feuer, das ob des Falles in ihnen brennt.
Abrupt schafft John es schließlich doch noch, sich von mir loszureißen. „Sherlock, ich habe ein Foto gemacht!"
