Because of you
Dass Vexen vernichtet worden war, war kein Geheimnis. Nicht einmal eine Stunde nach dem Vorfall, bei dem er von Axel getötet wurde, drang die Information zu Zexion durch. Und somit auch zu Lexaeus. Und anders als bei dem Intriganten, war es dem stillen Held nicht egal, dass der Gelehrte nicht mehr unter ihnen weilte.
Sie waren alle Niemande, und hatten somit von Natur aus kein Herz. Sie hatten keine Gefühle, bloß Erinnerungen an das, was einmal Gefühle waren. Doch in dem Moment, wo Lexaeus von Vexen's Tod erfuhr, brachte es ihn doch zum nachdenken. Hatten sie wirklich keinerlei Gefühle?
Sie hatten sich nie so nah gestanden. Als sie noch Jemande waren, kannten sie sich eigentlich gar nicht wirklich, obwohl sie im selben Schloss arbeiteten. Als sie dann zu Niemanden wurden, hatten sie in der ersten Zeit auch so gut wie gar keinen Kontakt. Wieso auch? Der frostige Gelehrte hatte seine ganz eigene Art, und sein Name stand ihm mehr als gut. Er war abweisend und kalt.
Doch als sie dann in das Schloss des Entfallens kamen, änderte sich diese Lage. Vexen und er wurden unter Zexion gestellt. Und ganz zuwider seiner Erscheinung konnte der Kleinere ein ziemlicher Tyrann sein. Er verteilte die Aufgaben nach Belieben: Alles war gut, solange er nicht viel tun musste. Und bei wem, außer Vexen, hatte er sich schon beschweren sollen?
Und so hatten sie sich kennengelernt. Waren beinahe so etwas wie Freunde geworden, wenn man das als Niemande überhaupt konnte. Immerhin liegen in einer Freundschaft oftmals ebenso viele Gefühle, wie man sie der Liebe nachsagt.
Und an der Kälte des Eises konnte auch die Wärme des Gesteins nichts ändern. Vexen blieb nun einmal Vexen.. zurückgezogen und kalt. Verbittert, beinahe. Alleine, bis zu seinem letzten Tag.
Und das war es, was Lexaeus so traf. Dass er nicht zu ihm durchdringen konnte, und ihm zumindest etwas geben konnte, woran er sich halten konnte. Vielleicht ein wenig seines ewigen Eises auftauen. Doch er hatte keinen Erfolg gehabt. Hatte nichts ändern können.
„Du wirst einige seiner Aufgaben übernehmen", drang die Stimme des Intriganten zu ihm durch, und ließ Lexaeus aufblicken. Ein leichtes Schmunzeln schlich sich mit einem Mal auf seine Züge, und er nickte stumm. Er würde bestimmt nicht enden wie Vexen. Er würde nicht verbittern. Mit einem weiteren Blick zu dem Intriganten stellte er fest, dass er zumindest das von dem Gelehrten gelernt hatte.
