Das helle Licht der ersten Sonnenstrahlen durchströmte das dunkle Zimmer Dracos, und dieser erwachte mit einem langen Gähnen. Wieder hatte er einen Traum in der Art eines Selbstmordes gehabt. Diesmal hängte er sich an den Ästen einer alten Weide auf. Er genoss den Gedanken endlich aus dieser sinnlosen Welt zu entschwinden, doch ihm blieb keine Zeit um in seiner Traumwelt zu verharren, denn er musste seine alltäglichen Pflichten erfüllen. Dazu gehörte auch Frühstück vorbereiten (und es seinen Vater persönlich ans Bett zu tragen). Zum Glück musste er nicht kochen oder putzen, dazu waren noch die wenigen Hauselfen da. Er schwang seine Beine aus dem Bett, landete mit den Füßen auf kaltem Stein, richtete sich auf und zuckte zusammen, denn die Kälte in seinem kleinen Zimmer war nicht gerade angenehm. Das Feuer im Kamin war längst erloschen und somit auch die Wärme. Draco schleppte sich zu einem schwarzen und mit kleinen eingeschnitzten Schlangen verzierten Stuhl, auf dem sein Morgenmantel lag. Er zog ihn schnell an, verließ sein Zimmer, ging einen langen Gang entlang der zu einer großen gewundenen Treppe führte, sauste hinunter in die Küche und nahm auf einen der dort stehenden Stühle platz. Er schnipste mit den Fingern und rief mit einer etwas verschlafenen Stimme „Gorgy! Bring mir 'nen Cappuccino!" und schon kam einer der tapsigen Hauselfen angerannt und begann den Wunsch seines Herrn zu erfüllen. Als dieser fertig war, trank Draco einen großen Schluck aus seiner Tasse und seufzte. Um Lucius sein Frühstück zu bereiten durfte er nicht Gorgy oder die anderen tätigen Hauselfen belasten, da sein Vater großen Wert darauf lag das sein Sohn ihm persönlich das Essen machte. Das war wieder einer seiner der fiesen Ideen gewesen, denn es machte ihm offensichtlich Spaß, sein ohnehin schon genug gequältes Kind zu ärgern. Dieses hingegen hasste es, genauso wie er alles hasste in diesem verdammten Haus. Wütend über sich selbst und seinem Umfeld, schlug er frische Eier in eine Pfanne, fügte Speck hinzu und natürlich noch die vielen seltsamen Gewürze die Lucius nahezu vergötterte. Dazu noch ein frischer Café Latte und fertig war er. Als alles auf ein silbernes Tablett gestellt war, krampfte sich sein Magen wieder zusammen, denn man wusste nie was in dem Kopf seines widerwärtigen Vaters vorging. Zumindest nicht morgens. In langsamen und traurigen Schritten stapfte er einen schmalen Gang vor sich hin. Keine Fackel brannte, es war alles dunkel. Nun stand er vor einer großen Eichenen Tür und klopfte. Ein leises Grunzen war zu hören, was soviel wie „Komm herein" bedeuten sollte. Draco öffnete die Tür, stellte behutsam das Tablett auf einen hölzernen Tisch der neben dem Bette seines Vaters stand und mied seinen durchbohrenden Blick. Als er sich wieder hinaus schleichen wollte, verspürte er einen harten Schlag gegen seine Magengegend. Lucius, verschlafen und ungewaschen im dunklen Satin Pyjama, stieß mit seinem mit Stacheln versehenen Gehstock seinen Sohn in den Magen um ihn sichtlich davon abzuhalten. „Nicht so hastig, Bursche!" Das vor Schmerz stöhnende Kind schaute mit funkelten Augen zu ihm auf und brüllte „Was ist denn noch?!" „Komm näher..." murmelte sein Vater mit einem dermaßen fiesen Grinsen im Gesicht, vor dem man hätte Angst bekommen können. Wieder den Blicken ausweichend, schleppte sich Draco näher zu seinem Sklaventreiber und starrte den Boden an. „Nun. Wie du weißt, wird Narzissa heute von ihrer kleinen Auslands Reise wieder kommen." sagte Lucius mit gelassener Stimme. Das blonde, völlig verängstigte Geschöpf blieb still, denn ihm blieb nichts zu sagen. Er mochte seine Mutter, liebte sie sogar sehr, nur konnte er es überhaupt nicht nachvollziehen wie so ein wundervolles Wesen mit so einem Monster verheiratet sein kann. Mit den Jahren war sie seine einzigste Bezugsperson gewesen ... Narzissa wusste natürlich nichts von den nächtlichen Aktivitäten die hier des Öfteren stattfanden. Wie auch, wenn ihrem Kind bildlich gesprochen die Hände gebunden waren, denn so hatte sie nicht einmal die Chance irgendetwas zu erfahren.

Aus Beruflichen Gründen war sie nur alle vier Tage bei ihrer Familie, doch die Stränge und die harte Erziehung ihres Gatten konnte sie keinesfalls ignorieren. Narzissa war eine sehr gute, liebe Mutter. Zu lieb, aus Lucius Denkweise gesehen, da sie bei allen Konflikten ihren Sohn in Schutz nahm und ihm die Liebe gab, die er nie bei seinem Vater bekam oder bekommen würde. „Hörst du mir zu?" erhob sich eine feste Stimme in Draco's Gedankenwelt, wodurch er aufschrak und verwirrt etwas vor sich hin stotterte, dass sich anhörte wie „Ja, i-ich hör-re, Vater" und begann wieder den Teppich am Boden zu betrachten. Plötzlich zuckte er zusammen, als er eine eiskalte Hand an seinem Adamsapfel bis zu seinem Kinn hinauffahren spürte. Diese zwang seinen Kopf, genau auf Lucius Augenhöhe zu verweilen. „Sieh mich gefälligst an wenn ich etwas mit dir zu besprechen habe" brummte dieser und zog ihn noch näher an ihn heran. Ihre Gesichter waren nun nur noch eine Fingerlänge von einander entfernt, so dass Draco den strengen Atem seines Vaters einatmen konnte und in seine kleinen, giftgrünen Adleraugen blicken konnte. Er hatte Angst, sein Herz raste. Was würde er jetzt wieder mit ihm anstellen?! „Gut. Du kennst die Regel. Ein Wort an deine Mutter, dann gnade die Gott" knurrte der Ältere den Jüngeren an und versank dann in den wunderschönen himmelblauen Augen seines Kindes. Noch nie hatte er so schöne Augen gesehen ... noch nicht einmal die von Narzissa vermochten es um mit diesem Prachtexemplar konkurrieren zu können. Langsam aber stetig machte sich der Wunsch zwischen seinen Beinen bereit, zu wachsen. „Ist gut...!" antwortete Draco mit zitternder Stimme. Dies war seine Standart Antwort auf diese Drohung, die er jedes Mal vor der Ankunft seiner Mutter bekam. Doch Lucius war mit den Gedanken schon ganz woanders. Er rückte näher und näher zu seinem Sohn, begann langsam seine vollen Lippen mit den seinen zu bedecken, streichelte die Oberfläche mit seiner spitzen Zunge und drang dann schließlich ganz hinein. Es war nicht das erste Mal, das Draco von seinem Vater auf diese widerliche Weise geküsst wurde, er wusste schon aus Erfahrung was passierte wenn er spuckte, würgte oder ihm auf die Zunge biss: er bekam eine bittere Tracht Prügel. Also beschloss er, es über sich ergehen zu lassen, meist dauerte es auch nicht lange... zärtlich streichelte die große, nasse Zunge des Vaters die kleinere des Sohnes. Lucius genoss es sichtlich, seinen Sohn auf diese Art zu vernaschen, doch er musste sich zurück halten. Heute hatte er anderes zu tun, bald würde seine Frau nach Hause kommen, und er musste sich wieder auf sie einstellen. Lucius liebte Narzissa schon lange nicht mehr, wenn er überhaupt jemals zu einer solchen Emotion fähig gewesen war. Das einzigste was er wirklich von ganzem Herzen liebte war sein Alter Ego. Das Verhältnis, was er mit dieser Frau namens Narzissa hatte, ließ sich eher als eine Zwecksbeziehung verdeutlichen als eine glückliche Ehe, denn schließlich waren sie beide Todesser und verstanden sich auf dieser Ebene mehr als gut. Was sie letztendlich am meisten verband, war ihr Schlafzimmerleben. Leider war sie aber zu oft unterwegs um ihrem Gemahl seine perversen sexuellen Wünsche zu erfüllen, welche stattdessen jemand anderem aufgetragen wurden ... Auch wusste sie längst über Lucius stark sadistisch ausgeprägte Ader bescheid. Jedoch nicht, dass er, so gut wie jeden Abend wenn sie fort war, sich an ihren gemeinsamen armen, wehr- und hilflosen zarten Sohn vergriff Nun begann der alte Mann ihre mittlerweile ineinander verharkten Zungen zu entknoten, ließ seine aus dem Mund des anderen gleiten und lehnte sich danach mit einem tiefen Seufzer wieder in eines der kleinen schwarzes Kissen, die überall auf seinem riesigen Bett verstreut waren, hinein. „Du darfst jetzt wieder gehen..." knurrte er und schloss die Augen. Schritt für Schritt tappte Draco aus dem dunklen Zimmer seines verfluchten Vaters hinaus und schloss leise die Tür. Als er schnell wieder durch den finsteren Gang in die Küche geeilt war, schoss er wieder die Wendeltreppe hoch und spuckte erst mal einen kleinen, mit Holzstücken hantierenden Hauselfen an „Siehst du etwa nicht, dass du im Weg stehst, du hässliches kleines etwas!?" schrie er ihn an und trat ihn auf ungerechter weise zur Seite. Ängstlich zuckte der kleine Elf zusammen und bibberte mit seiner quiekenden Stimme „Tut mir Leid, Sir, kommt nicht wieder vor, Sir!" Er bückte sich, hob das Feuerholz auf, das er bei diesem heftigen Tritt verloren hatte und schlich leise von dannen. Inzwischen war Draco wieder in seinem Zimmer und genoss die Wärme des Kamins, die er dem Elf verdankte, dem er gerade diesen fiesen Stoß versetzt hatte. Normalerweise ließ er die Hauselfen in Frieden, aber er konnte den bitteren Geschmack des Speichels von seinem Vater nicht länger ertragen. Sein Magen knurrte, doch mittlerweile war ihm alles vergangen. Wenn er jetzt auch nur ein kleines Stückchen Essen sah, würde er sich wohl oder übel übergeben müssen. Er stand vor einem der Nebelbeschlagenen Fenster und blickte traurig hinaus. Wie lange sollte das noch so weitergehen? Wie lange musste er noch diese Tortur überleben? ... Schließlich wandte er seinen trüben Blick vom Fenster ab und nahm auf einen kleinen Stuhl platzt. Geistesabwesend verharrte er dort einige Sekunden, bis er beschloss sich anzuziehen. Sanft ließ er den dunkelblauen, fast schwarzen Morgenmantel zu Boden fallen und stapfte splitternackt auf seinen Mahagoni Schrank zu. Während er im aufschließen die dunklen Narben auf seinem Arm bemerkte, glitzerten seine blauen Augen und eine kleine Träne rann ihm bereits die Wange hinunter. Diese Narben waren nicht die Spuren seines Vaters; er allein hatte sie sich zugefügt. Es machte ein lautes Klack, der Schrank ging auf und ein paar alte Fotos fielen hinaus. Er hob sie vom Boden und starrte sie an. Eine zweite Träne machte sich bereit um seine Wange hinunter zu laufen „Mutter..." murmelte er mit erstickter Stimme und schloss feste die Augen, damit er nicht noch mehr Tränen verlor. Auf diesem alten Foto war ein stolzer 8 jähriger zusehen, der seinen großen, Selbstgefangenen Fisch hochhob und breit grinste. Hinter diesem Jungen stand eine blonde, bleiche Frau die ihm ihre zittrigen Arme um den Hals schlang und lächelte. Dann legte der Junge den riesigen Fisch beiseite, die Frau umarmte ihn, wuschelte in seinem blonden, kurzen Haar und küsste ihn auf die Stirn. Diese Szene wiederholte sich endlos, und Draco konnte sie nicht mehr sehen. Sorgsam packte er dieses und alle anderen Bilder in eine Schachtel wo sie eigentlich hingehörten. Die schönen, glücklichen Zeiten mit seiner Mutter waren vorbei. Seit diese liebevolle Frau den Außenposten angenommen hatte, bekam er sie nur noch sehr selten zu Gesicht und es freute ihn wenig wenn er sie mal sah, denn was konnte er mit dieser Frau schon anfangen? Aber er liebte sie immer noch (als Mutter), denn sie war die einzige in der Familie Malfoy, die ihrem Sohn mehr als nur ein Fünkchen Liebe schenkte. Dieser war schon ganz dabei eine weis gestreifte Unterhose aus einer Schublade zu zerren, sowie auch einen warmen dunkelgrünen Pulli und eine schwarze Jeans. Rasch zog er sich an und ließ sich auf sein winziges Bett fallen. Nun wandte er sich wieder seinem Arm zu. Wie lange hatte er schon damit begonnen, sich selbst zu zerstören? Es war etwa drei Jahre her, doch er konnte sich noch genau an seine ersten „Kratzer" erinnern, die er sich Ende des 2. Schuljahres in Hogwarts unter qualvollen Angstzuständen zugefügt hatte. Seine immer wiederkehrenden Gedanken an sein jämmerliches zuhause zerrten damals so sehr an seinen Nerven, bis er schließlich keine andere Lösung mehr fand als sich sein Leid in die Haut zu ritzten, anstatt wie gewöhnlich zu weinen. Nun weinte er Blut, denn wenn Blut floss, war seine Seele gereinigt, er fühlte sich leichter und es hatte eine ernorm bessere Wirkung als Salzwasser zu lassen. Zumindest dachte er das. Doch diese Wirkung sollte nicht lange halten, in seiner Magengegend fing es immer wieder zu brodeln an, während die beißende Wut über sich selbst und seinem Vater in ihm aufstieg und ihm schier den Verstand zu rauben schien. Es klopfte an der Tür und Draco schreckte entnervt aus seinem Elendszustand hoch. „Was zur Hölle ist denn los, verdammt?!" schrie er quer durchs Zimmer, einen der beiden Hauselfen an, die beide verdutzt vor der mittlerweile geöffneten Tür standen und laut im Chor quiekten „Entschuldigt, Sir, aber ihre Mutter und ihr Herr verlangen eure Anwesenheit!" und schon zischten die beiden davon. Wie viel Zeit war vergangen seit er in seinem Bett lag und vor sich hin döste?! Er schaute auf die Uhr. Es waren 2 Stunden vergangen. Immer öfter fiel er in eine Art Dämmerzustand, in der die Zeit schneller voranging als die Echte, ohne es je bemerkt zu haben... Wahrscheinlich lag das mit seinem Wunsch zusammen, endlich diese sinnlose Welt zu verlassen. Draco zerrte mühsam einen seiner Füße aus dem Bett und trott wie immer den gleichen Weg hinunter in die Küche, dann abwärts in das kühl wirkende Wohnzimmer. Ihm wurde immer etwas mulmig zumute wenn er diesen Raum betrat, denn hier wurde er zum ersten Mal misshandelt ... „Mutter!!" sein Herz machte einen Hüpfer als er nach ihr rief und eifrig zu ihr rannte um sie kräftig zu umarmen. „Draco-lein!" lachte sie mit ihrer zittrigen Stimme und drückte ihn an sich. „Was ist denn mit dir los? Du freust dich so..." sagte sie nachdem sie ihm die Schulter getätschelt hatte. „Nun ja.. es ist hier oft..." er musste sich sehr auf seinen Satzbau konzentrieren, um nichts Falsches zu erwähnen. „..sehr ruhig ohne dich ..." nuschelte der blonde Junge den Satz zu ende und starrte nebenbei seinen angespannt dastehenden Vater hasserfüllt an, was dessen Frau kaum mitbekam. Lucius grinste, was nichts Gutes verhieß. „Dein Sohn scheint sich nicht für Konversationen mit seinem älteren Herren zu interessieren, Zissy... lieber beschäftigt er sich mit sich selbst", meinte er. In den Augen des Jugendlichen blitzte es auf und er sah haargenau, wie eine Falte um Lucius Mund sich zum grinsen bereit machte.

„Ach was. Ich bin doch nicht allzu oft unterwegs... Draco ist doch kein kleines Kind mehr das jeden Tag seine Mutter beweint" lachte sie strahlend. Sie hatte keine Ahnung welche Spannungen sich inzwischen aufgestaut hatten. Fröhlich fing sie an von ihren Arbeitstagen in Amsterdam zu erzählen. Erst hörte Draco interessiert zu, aber als sie anfing etwas von Schmuck und Möbeln zu berichten, war er bereits wieder in seine Welt abgetaucht und hörte nur mit halbem Ohr zu. Was würde er doch dafür geben um mit seiner Mutter alleine zu leben... „Interessant" gähnte Lucius, gab ihr einen scheuen Kuss auf die Wange und zog sie an sich heran. Nun widmete der Blonde ungewollt den beiden die volle Aufmerksamkeit, denn er konnte es immer noch nicht fassen wie sein Vater diesen Engel von Mutter so belügen konnte, indem er sie glauben ließ er wäre ihr Treu und würde sie lieben. Jedoch drehte er sich rasch um als er sie innig aneinander klebend und küssend sah.

„Ich geh mal ein bisschen Luft schnappen." Sagte er ohne sich nur einmal umzudrehen. Weder Narzissa noch Lucius reagierten auf seine flüchtige Bemerkung und so konnte er in Ruhe dieses Haus verlassen.

Bevor er aus der Haustür trat, öffnete er eine kleine Abstellkammer und holte dort seinen geliebten Nimbus 2001 heraus. Immer wenn er ein paar Runden mit ihm drehte, schien ihm sein Ärger und seine Verzweiflung zu entschwinden. Draco marschierte eilig auf einen nahe gelegenen Hügel, von dort aus zu starten war schon lange seine Angewohnheit, denn je weiter er von dieser finsteren Villa entfernt war, desto so wohler war ihm.

Dort angelangt, bestieg er seinen Besen und zischte los - über Wälder, Felder und über die Dörfer der Muggel (wobei er es nicht vergaß verächtlich hinunter zu spucken). Eiskalte Luft durchfuhr seine wehenden Haare und es schien ihm, als würden Luft zuschnürende, enge, rostige Ketten von ihm gelöst. Endlich fühlte er sich seit langem wieder einmal wie ein neuer Mensch, der frei von allen emotionalen Lasten war.

Als er winzig kleinen Punkte auf dem weit entfernten Boden sah, wobei es sich höchst wahrscheinlich um Muggel handelte, machte sich der starke Wille bereit, seine angestaute Wut an ihnen auszulassen. In diesem Moment hätte er alles dafür gegeben, um einmal mit diesen wertlosen Kreaturen ‚spielen' zu können... Imaginär stellte er sich vor wie er wild auf sie herab stürzte, ein paar mit dem Crucio Fluch belegte und lauthals lachend wieder davon schwab. Diesen Wesen würde es niemals gelingen ihre vielseitigen, mühsamen körperlichen Arbeiten mit Hilfe der Zauberei zu verrichten. Wie armselig dieses Leben doch war ... Dieser Gedanke machte Draco stolz, denn es erinnerte ihn daran, was für ein talentierter und angesehener Junge er doch (in speziellen Kreisen) war. Plötzlich, als er über einen gewaltigen, grün schimmernden See kreiste, erinnerte sich an das letzte Schuljahr: An das Gejubel und Getose, dass er am Schwarzen See ertragen musste, wegen Potters ‚Erfolg' beim Trimagischen Tunier. Noch heute fragte er sich was an diesem Menschen so besonders sein solle, denn Potter war doch eigentlich nichts anderes als ein verwöhnter kleiner Bengel der täglich von Dumbledores Brust gestillt wurde. Unangenehme Hitze breitete sich in Draco's Brust aus und sein Wutknoten wurde erneut aufgeweckt. Nun schämte er sich dafür, dass er diesen Versager vor Jahren um eine Freundschaft gebeten hatte. Wie konnte er dies nur tun? Potter, mit seinem Vater zusammen, war der Mensch den er am allermeisten hasste und verachtete. Dieser Pseudo- Held hatte doch nicht die kleinste Vorstellung davon, was es bedeute, sich wie ein ausgesetzter Welpe zu fühlen, mit dem nagenden Gefühl der Einsamkeit Leben zu müssen oder was es hieß, jede Nacht mit unerträglichen Schmerzen im Hinterleib zu verbringen. Was für eine wundervolle Tat hatte Potter verbracht, dass er von der fast gesamten Lehrerschaft geschätzt, bewundert und gelobt wurde? Er verstand es einfach nicht. Der blonde Junge seufzte tief und starrte gedankenverloren auf den Boden. Eines Tages, so schwur er sich, würde er sich an Potter rächen. Er, Draco Malfoy, war es, der es verdient hatte, an seiner Stelle zu stehen.